Haydns Streichquartette

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    • "Russische Quartette" op.33, 1-6 und op. 42

      Nach zehnjähriger Pause hatte Hadyn 1781 eine weitere Sechsergruppe mit Streichquartetten vollendet. Der Beiname "Russische" Quartette geht auf eine angebliche Widmung der Quartette an den späteren russischen Zaren Paul 1. zurück. Haydn selbst sprach von einer ganz neuen, besonderen Art, in der er die Quartette op. 33 komponiert habe.

      Ob diese Quartette wirklich gegenüber den vorherigen ganz neu und anders sind, kann ich mangels musikwissenschaftlicher Kenntnisse letztlich nicht beurteilen. Mir fällt aber auf, dass sie im Vergleich zu op. 20 deutlich dichter und prägnanter sind; das bei den "Sonnenquartetten" manchmal Ausufernde, der "Sturm und Drang" ist weg, es wirkt alles sehr viel stringenter und durchgearbeiteter.

      Mir gefallen auch diese Quartette gut, auch wenn mir das Humoristisch-Witzige bei Hadyn manchmal etwas auf den Keks geht. Wenn zum Beispiel im ersten Satz von op. 33 Nr. 5 die ersten zwei Takte so klingen wie ein typischer Schluss, nicht Anfang. Nun ja.

      Kennengelernt habe ich die sechs Quartette plus ein einzelnes Streichquartett op. 42 in einer Aufnahme mit dem Buchberger Quartett.




      Es handelt sich um das Vol. 2 einer angestrebten Gesamtaufnahme, die für sehr wenig Geld bei Brillant Classics aufgelegt wird. Ich kenne keine weiteren Aufnahmen dieser Quartette, vermutlich gibt es bessere. Aber wenn ich einmal von dem Vorurteil absehe, dass etwas, was so billig ist, nicht wirklich gut sein kann: Eigentlich spielen die das sehr erfrischend, lebendig und knackig. Ich werde mir daher auf jeden Fall auch weitere Volumes dieser Gesamtaufnahme kaufen.

      Mit Gruß von Carola

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Carola ()

    • "Russische Quartette" op.33, 1-6 und op. 42

      Nach zehnjähriger Pause hatte Hadyn 1781 eine weitere Sechsergruppe mit Streichquartetten vollendet. Der Beiname "Russische" Quartette geht auf eine angebliche Widmung der Quartette an den späteren russischen Zaren Paul 1. zurück. Haydn selbst sprach von einer ganz neuen, besonderen Art, in der er die Quartette op. 33 komponiert habe.

      Ob diese Quartette wirklich gegenüber den vorherigen ganz neu und anders sind, kann ich mangels musikwissenschaftlicher Kenntnisse letztlich nicht beurteilen. Mir fällt aber auf, dass sie im Vergleich zu op. 20 deutlich dichter und prägnanter sind; das bei den "Sonnenquartetten" manchmal Ausufernde, der "Sturm und Drang" ist weg, es wirkt alles sehr viel stringenter und durchgearbeiteter.

      Mir gefallen auch diese Quartette gut, auch wenn mir das Humoristisch-Witzige bei Hadyn manchmal etwas auf den Keks geht. Wenn zum Beispiel im ersten Satz von op. 33 Nr. 5 die ersten zwei Takte so klingen wie ein typischer Schluss, nicht Anfang. Nun ja.

      Kennengelernt habe ich die sechs Quartette plus ein einzelnes Streichquartett op. 42 in einer Aufnahme mit dem Buchberger Quartett.




      Es handelt sich um das Vol. 2 einer angestrebten Gesamtaufnahme, die für sehr wenig Geld bei Brillant Classics aufgelegt wird. Ich kenne keine weiteren Aufnahmen dieser Quartette, vermutlich gibt es bessere. Aber wenn ich einmal von dem Vorurteil absehe, dass etwas, was so billig ist, nicht wirklich gut sein kann: Eigentlich spielen die das sehr erfrischend, lebendig und knackig. Ich werde mir daher auf jeden Fall auch weitere Volumes dieser Gesamtaufnahme kaufen.

      Mit Gruß von Carola

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Carola ()

    • RE: "Russische Quartette" op.33, 1-6 und op. 42

      Original von Carola
      Nach zehnjähriger Pause hatte Hadyn 1781 eine weitere Sechsergruppe mit Streichquartetten vollendet. Der Beiname "Russische" Quartette geht auf eine angebliche Widmung der Quartette an den späteren russischen Zaren Paul 1. zurück. Haydn selbst sprach von einer ganz neuen, besonderen Art, in der er die Quartette op. 33 komponiert habe.

      Ob diese Quartette wirklich gegenüber den vorherigen ganz neu und anders sind, kann ich mangels musikwissenschaftlicher Kenntnisse letztlich nicht beurteilen. Mir fällt aber auf, dass sie im Vergleich zu op. 20 deutlich dichter und prägnanter sind; das bei den "Sonnenquartetten" manchmal Ausufernde, der "Sturm und Drang" ist weg, es wirkt alles sehr viel stringenter und durchgearbeiteter.


      Es scheint immer noch umstritten zu sein, wieviel auf die "ganz besondere neue Art" zu geben ist. Charles Rosen gibt sehr viel darauf, Georg Feder (in einem kleinen empfehlenswerten Büchlein zu den Quartetten) ist wesentlich skeptischer. Sie sind ja auch deutlich knapper gehalten und insgesamt humorvoller, weniger leidenschaftlich als op. 20.


      Mir gefallen auch diese Quartette gut, auch wenn mir das Humoristisch-Witzige bei Hadyn manchmal etwas auf den Keks geht. Wenn zum Beispiel im ersten Satz von op. 33 Nr. 5 die ersten zwei Takte so klingen wie ein typischer Schluss, nicht Anfang. Nun ja.


      So etwas ist m.E. nicht bloß als Gag zu sehen. Eine tatsächlich wichtige Errungenschaft der Werke ist, dass völlig banale, untergeordnete Begleitmotive oder Floskeln auf einmal thematisch relevant werden können.
      (die Kunst Haydns, Beethovens, Brahms' aus fast nichts ziemlich viel zu machen)


      Kennengelernt habe ich die sechs Quartette plus ein einzelnes Streichquartett op. 42 in einer Aufnahme mit dem Buchberger Quartett.




      Ich versuche wenigstens für eine Zeit die CD-Sammler-Version von Ockhams Rasiermesser (Disci non sunt multiplicandi praeter necessitatem) zu respektieren, Irgendwann werde ich aber doch wohl eine Folge dieser Reihe antesten.
      op.42 ist ein Werk dass ich sehr schätze, kurz aber konzentriert (es ist wohl nicht richtig klar, warum Haydn solch ein vereinzeltes Werk schrieb, evtl. sind zwei Partnerwerke verlorengegangen)

      viele Grüße

      J. Bristow
    • RE: "Russische Quartette" op.33, 1-6 und op. 42

      Original von Carola
      Nach zehnjähriger Pause hatte Hadyn 1781 eine weitere Sechsergruppe mit Streichquartetten vollendet. Der Beiname "Russische" Quartette geht auf eine angebliche Widmung der Quartette an den späteren russischen Zaren Paul 1. zurück. Haydn selbst sprach von einer ganz neuen, besonderen Art, in der er die Quartette op. 33 komponiert habe.

      Ob diese Quartette wirklich gegenüber den vorherigen ganz neu und anders sind, kann ich mangels musikwissenschaftlicher Kenntnisse letztlich nicht beurteilen. Mir fällt aber auf, dass sie im Vergleich zu op. 20 deutlich dichter und prägnanter sind; das bei den "Sonnenquartetten" manchmal Ausufernde, der "Sturm und Drang" ist weg, es wirkt alles sehr viel stringenter und durchgearbeiteter.


      Es scheint immer noch umstritten zu sein, wieviel auf die "ganz besondere neue Art" zu geben ist. Charles Rosen gibt sehr viel darauf, Georg Feder (in einem kleinen empfehlenswerten Büchlein zu den Quartetten) ist wesentlich skeptischer. Sie sind ja auch deutlich knapper gehalten und insgesamt humorvoller, weniger leidenschaftlich als op. 20.


      Mir gefallen auch diese Quartette gut, auch wenn mir das Humoristisch-Witzige bei Hadyn manchmal etwas auf den Keks geht. Wenn zum Beispiel im ersten Satz von op. 33 Nr. 5 die ersten zwei Takte so klingen wie ein typischer Schluss, nicht Anfang. Nun ja.


      So etwas ist m.E. nicht bloß als Gag zu sehen. Eine tatsächlich wichtige Errungenschaft der Werke ist, dass völlig banale, untergeordnete Begleitmotive oder Floskeln auf einmal thematisch relevant werden können.
      (die Kunst Haydns, Beethovens, Brahms' aus fast nichts ziemlich viel zu machen)


      Kennengelernt habe ich die sechs Quartette plus ein einzelnes Streichquartett op. 42 in einer Aufnahme mit dem Buchberger Quartett.




      Ich versuche wenigstens für eine Zeit die CD-Sammler-Version von Ockhams Rasiermesser (Disci non sunt multiplicandi praeter necessitatem) zu respektieren, Irgendwann werde ich aber doch wohl eine Folge dieser Reihe antesten.
      op.42 ist ein Werk dass ich sehr schätze, kurz aber konzentriert (es ist wohl nicht richtig klar, warum Haydn solch ein vereinzeltes Werk schrieb, evtl. sind zwei Partnerwerke verlorengegangen)

      viele Grüße

      J. Bristow
    • RE: "Russische Quartette" op.33, 1-6 und op. 42

      Original von Jack Bristow

      op.42 ist ein Werk dass ich sehr schätze, kurz aber konzentriert (es ist wohl nicht richtig klar, warum Haydn solch ein vereinzeltes Werk schrieb, evtl. sind zwei Partnerwerke verlorengegangen)

      viele Grüße

      J. Bristow


      Hallo Jack,

      ja, mir gefiel das op. 42 auch gleich.

      Im Booklett meiner Aufnahme mit dem Buchberger Quartett wird es allerdings eher ein wenig abschätzig beurteilt. Dort steht sinnngemäß, das Quartett sei ursprünglich den frühen Divertimenti zugerechnet worden - wegen der "einfacheren Faktur". Außerdem wird spekuliert, es handele sich um eine Autragsarbeit aus Spanien, weshalb Haydn sich womöglich von Boccherini habe inspirieren lassen. Wörtlich: "Haydn könnte versucht haben, seinen Auftraggebern entgegenzukommen und so übersichtlich zu komponieren, wie sie es gewohnt waren."

      Wertschätzung drückt sich anders aus, sowohl dem op. 42, als auch Boccherini gegenüber.

      Aber es wird ebenfalls erwähnt, das unter Umständen weitere Quartette aus op. 42 verloren gingen.

      Der Text des Booklets stammt von Prof. Hubert Buchberger

      Mit Gruß von Carola
    • RE: "Russische Quartette" op.33, 1-6 und op. 42

      Original von Jack Bristow

      op.42 ist ein Werk dass ich sehr schätze, kurz aber konzentriert (es ist wohl nicht richtig klar, warum Haydn solch ein vereinzeltes Werk schrieb, evtl. sind zwei Partnerwerke verlorengegangen)

      viele Grüße

      J. Bristow


      Hallo Jack,

      ja, mir gefiel das op. 42 auch gleich.

      Im Booklett meiner Aufnahme mit dem Buchberger Quartett wird es allerdings eher ein wenig abschätzig beurteilt. Dort steht sinnngemäß, das Quartett sei ursprünglich den frühen Divertimenti zugerechnet worden - wegen der "einfacheren Faktur". Außerdem wird spekuliert, es handele sich um eine Autragsarbeit aus Spanien, weshalb Haydn sich womöglich von Boccherini habe inspirieren lassen. Wörtlich: "Haydn könnte versucht haben, seinen Auftraggebern entgegenzukommen und so übersichtlich zu komponieren, wie sie es gewohnt waren."

      Wertschätzung drückt sich anders aus, sowohl dem op. 42, als auch Boccherini gegenüber.

      Aber es wird ebenfalls erwähnt, das unter Umständen weitere Quartette aus op. 42 verloren gingen.

      Der Text des Booklets stammt von Prof. Hubert Buchberger

      Mit Gruß von Carola
    • Original von Cosima
      Sehr lebendige und natürliche Interpretationen bietet das Quatuor Mosaïques. Die Mitglieder (Höbarth, Bischof, Mitterer und Christophe Coin) entstammen Harnoncourts „Concentus Musicus Wien“. Es ist also historische Aufführungspraxis auf Originalinstrumenten angesagt. Aber nicht ruppig, sondern in technisch makelloser Klangschönheit und perfekt abgestimmter Harmonie untereinander. Zwei ganz dicke Empfehlungen für z.B. diese Aufnahmen (op. 64, Nr. 1, 3, 6 und vor allem das insgesamt wunderschöne op. 20 "Sonnenquartett"):

      ... und: ...

      Gruß, Cosima


      Zu Quatuor Mosaiques findet sich auch hier eine sehr positive Besprechung
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von Cosima
      Sehr lebendige und natürliche Interpretationen bietet das Quatuor Mosaïques. Die Mitglieder (Höbarth, Bischof, Mitterer und Christophe Coin) entstammen Harnoncourts „Concentus Musicus Wien“. Es ist also historische Aufführungspraxis auf Originalinstrumenten angesagt. Aber nicht ruppig, sondern in technisch makelloser Klangschönheit und perfekt abgestimmter Harmonie untereinander. Zwei ganz dicke Empfehlungen für z.B. diese Aufnahmen (op. 64, Nr. 1, 3, 6 und vor allem das insgesamt wunderschöne op. 20 "Sonnenquartett"):

      ... und: ...

      Gruß, Cosima


      Zu Quatuor Mosaiques findet sich auch hier eine sehr positive Besprechung
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Auch wenn Georg Feder in diesem kleinen (aber gehaltvollen) Büchlein über Haydns Streichquartette



      findet, die sechs Quartette aus Op. 17 schlössen sich eng, fast zu eng (Seite 40) an die vorangegangenen Quartette aus Op. 9 an - mir gefallen diese Op. 17-Stücke sehr gut. Ich finde sie auch interessanter, expressiver und gehaltvoller als die aus Op. 9 - kann dies aber nicht im Detail begründen...

      Wie auch immer, manche Passagen erinnern mich in ihrer Expressivität schon ein wenig an die nachfolgenden Sonnenquartette (Op. 20).

      Was die Aufnahmen angeht, so habe ich diese hier mit dem Buchberger Quartett:



      Ob andere noch besser sind - keine Ahnung. Mir gefällt jedenfalls, was ich höre. Es klingt gleichzeitig warm und prägnant.

      Gruß, Carola
      Bey einer andächtigen Musique ist allezeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart. J.S. Bach
    • Liebe Carola,
      auch ich schätze op. 17, wie überhaupt alle Streichquartette von Haydn, wenngleich mich die ja nicht so viel früher entstandenen sechs Quartette op. 9 (ca. 1768-1770) als Ganzes gesehen gerade im Hinblick auf Gehalt und Expressivität eigentlich noch mehr ansprechen.

      C. Rosen, Der klassische Stil, 4. Aufl. 2003, 154 schreibt:

      "Die Quartette op. 17 sind sparsamer und in vieler Hinsicht weniger extravagant als die Quartette op. 9; das war der Preis für ihre fortgeschrittene Technik."

      Vermutlich ist es gerade diese konsequent weiterentwickelte, intensivierte Technik - mit einer Ausweitung der Finali -, die op. 17 in gewisser Weise "interessanter" als op. 9 erscheinen läßt. Hervorzuheben sind hier das schöne Adagio (in As-Dur) des Es-Dur-Quartetts (Nr. 3) oder das Finale des c-Moll-Quartetts (Nr. 4). L. Finscher, Joseph Haydn und seine Zeit, 2000, 404 (mit einschlägigem Notenbeispiel) bemerkt dazu:

      "So kompromißlose, von finsteren unisoni geprägte Schlüsse wie im Finale des c-Moll-Quartetts op. 17/4 hatte es im Quartett-Divertimento nie gegeben, und mit solchen Sätzen, zumal mit solchen Finali stellte sich der neue Quartett-Typus endgültig auf das Niveau der Symphonie."

      Unter diesem Gesichtspunkt verdienen diese Werke allemal mehr Beachtung, als ihnen meist zuteil wird!

      Herzliche Grüße,
      Sarastro
      "Ich hätte das nicht so gemacht!" (Kozeluch zu Mozart über ein Haydn-Quartett). "Ich auch nicht! Und wissen Sie warum? Weil weder Sie noch ich auf diesen Einfall gekommen wären."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sarastro ()

    • Quartette op. 20 mit dem Buchberger-Quartett

      Hallo zusammen,

      gestern hatte ich die Gelegenheit, die Aufnahme der sechs Quartette op. 20 mit dem Buchberger-Quartett kennenzulernen:



      Was hier geboten wird, ist alles andere als ein ausgewogener, glattgebügelter, auf Schönklang getrimmter "Papa Haydn mit Zopf". Das Buchberger-Quartett spielt die Ecken und Kanten, die Spannungen und Brüche in diesen Quartetten aus, teilweise klingt das für mich schon fast "HIP". Primarius Rudolf Buchberger, der auch den sehr informativen Booklet-Text verfasst hat, schreibt hierzu:

      "'Klassische Ausgewogenheit' - auch in Haydns anderen Werken eine eher fragwürdige Kategorie - scheint hier noch weniger als sonst zu den Zielvorstellungen des Komponisten zu gehören. Vielmehr plaziert Haydn in diesen Quartetten soviel kompositorischen Zündstoff, dass dessen explosive Entfaltung eine Werkgruppe generiert, die in ihrem kreativen Potential, aber auch in der kompositorischen Bändigung der auseinanderstrebenden Kräfte in der Musik um 1770 ihresgleichen sucht."

      Das Quartett verwendete bei der Aufnahme nicht die von Haydn revidierte (und offenbar in den Zuspitzungen abgemilderte) Fassung von 1800/1801, sondern die Originalfassung von 1772 und das Autograph. Das erklärt, warum man einige Stellen anders "im Ohr" hat. Das Ergebnis jedenfalls ist im positiven Sinn auf- und anregend. Der Klang ist hervorragend, der Quartettsatz jederzeit durchhörbar.

      Auf den Webseiten von Brilliant Classics fand ich den Hinweis: "The series will be finished by 2009, the bi-centenary of Haydn’s death." Das klingt doch sehr vielversprechend - wir dürfen uns also auf eine Gesamtaufnahme freuen, die zu neuer Auseinandersetzung mit Haydns Quartetten anregt.

      Viele Grüsse
      Andreas
    • Ich möchte gerne darauf hinweisen, dass die frühen Haydn-Aufahmen bei Teldec durch das Alban Berg Quartett, die sich gerade auf ihrer internationalen Abschiedstournee in Asien befinden, wieder in einer Box ihrer gesamten Teldex-Aufnahmen greifbar sind. Vermutlich werden sie auch bei Apex für ca. 5 EUR herauskommen. Haydn (und Brahms) finde ich bei diesem Ensemble, das wohl in Bezug auf technische Übereinstimmung den höchsten Gipfel möglicher Ensemblekultur erreicht haben, besonders empfehlenswert.
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • In dieser Teldec-Box ist aber lt. jpc nur das Kaiserquartett angeführt. Meines Wissens haben sie für Teldec auch nur dieses und das "Reiterquartett" 74,3 eingespielt. Das war angeblich eine ihrer ersten beiden LPs. Die andere war Berg: op.3/Lyr. Suite.
      Man findet die beiden Haydn-Quartette auch auf einem "Ultima"-Duo gemeinsam mit Trios mit dem Trio Fontenay. Wenn man sie noch findet.

      :hello

      Wooster
    • Ich bin ebenfalls mit dem Petersen Q. zufrieden (und wünschte, sie hätten noch ein späteres Opus eingespielt). Aber natürlich wäre sehr zu begrüßen, wenn das Auryn tatsächlich eine GA hinbrächte. Ob der Markt das hergibt, wo gerade noch eine sehr billig bei Brilliant erschienen/im Erscheinen ist, weiß ich nicht genau.
      Noch ein op.1 kaufe ich erstmal nicht, zum Testen will ich eine Sammlung ab op.20.
      Ich habe eine ältere Aufnahme der Auryns von op.71 einzeln (ohne op.74), die ist jedenfalls auch ziemlich gut.

      viele Grüße

      Wooster
    • RE: Quartette op. 20 mit dem Buchberger-Quartett

      Original von Tranquillo
      Was hier geboten wird, ist alles andere als ein ausgewogener, glattgebügelter, auf Schönklang getrimmter "Papa Haydn mit Zopf". Das Buchberger-Quartett spielt die Ecken und Kanten, die Spannungen und Brüche in diesen Quartetten aus, teilweise klingt das für mich schon fast "HIP". Primarius Rudolf Buchberger, der auch den sehr informativen Booklet-Text verfasst hat, schreibt hierzu:


      Ich möchte dieses alte Posting aufnehmen. Mir geht es ähnlich, wenn ich die Buchberger mit Haydn höre.

      Weiß hier zufällig jemand, auf was für Instrumenten sie spielen? Historische Originalinstrumente sind es nicht, oder?

      Grüße
      Gerion
    • RE: Quartette op. 20 mit dem Buchberger-Quartett

      Original von Gerion
      Original von Tranquillo
      Was hier geboten wird, ist alles andere als ein ausgewogener, glattgebügelter, auf Schönklang getrimmter "Papa Haydn mit Zopf". Das Buchberger-Quartett spielt die Ecken und Kanten, die Spannungen und Brüche in diesen Quartetten aus, teilweise klingt das für mich schon fast "HIP". Primarius Rudolf Buchberger, der auch den sehr informativen Booklet-Text verfasst hat, schreibt hierzu:


      Ich möchte dieses alte Posting aufnehmen. Mir geht es ähnlich, wenn ich die Buchberger mit Haydn höre.

      Weiß hier zufällig jemand, auf was für Instrumenten sie spielen? Historische Originalinstrumente sind es nicht, oder?

      Grüße
      Gerion


      Hallo Gerion,
      es sind tatsächlich überwiegend alte Originalinstrumente.
      Nach dem Booklet zu op. 20 spielt das Buchberger-Quartett auf folgenden Instrumenten:
      Violine I (Lorenzo Storioni, Cremona, um 1775)
      Violine II (Carlo Antonio Testore, Milano 1747)
      Viola (Michael Ledfuß, St. Gallen, 1990)
      Violoncello (Paolo Antonio Testore, Milano, um 1750)

      Ich hatte mich gefragt, ob bei der Bratsche die Angabe "1990" ein Druckfehler für "1790" ist; nach einem Blick ins Netz scheint aber "1990" zu stimmen.

      Mir gefällt diese Einspielung der großartigen "Sonnenquartette" durch das Burchberger-Quartett auch sehr gut!

      Schöne Grüße,
      Sarastro
      "Ich hätte das nicht so gemacht!" (Kozeluch zu Mozart über ein Haydn-Quartett). "Ich auch nicht! Und wissen Sie warum? Weil weder Sie noch ich auf diesen Einfall gekommen wären."
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