Haydns Streichquartette

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    • RE: Quartette op. 20 mit dem Buchberger-Quartett

      Original von Sarastro
      Hallo Gerion,
      es sind tatsächlich überwiegend alte Originalinstrumente.
      Nach dem Booklet zu op. 20 spielt das Buchberger-Quartett auf folgenden Instrumenten:
      Violine I (Lorenzo Storioni, Cremona, um 1775)
      Violine II (Carlo Antonio Testore, Milano 1747)
      Viola (Michael Ledfuß, St. Gallen, 1990)
      Violoncello (Paolo Antonio Testore, Milano, um 1750)


      Mit "Originalistrumenten" meint man doch heute nicht Instrumente von Alten Meistern, sondern mit Darmsaiten bestückte sowie zurückgebaute: kürzeres Griffbrett sowie kürzeren und weniger schräg angesetzten Hals. Der Kammerton a geht bis auf 415 Hz oder im französischen Barock sogar auf 392 Hz hinuter (heute statt der definierten 440 Hz gar schon bis 446 Hz). Auch spielt man mit anderen Bögen.

      Die Buchbergeres sind kein Original-Klang Ensemble, soviel ich weiß.
      :hello
      Gruß, ab

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      (Rudolf Arnheim)
    • RE: Quartette op. 20 mit dem Buchberger-Quartett

      Hallo ab,
      dieser Unterschied war mir nicht bewußt - danke für die Aufklärung!

      Schöne Grüße,
      Sarastro
      "Ich hätte das nicht so gemacht!" (Kozeluch zu Mozart über ein Haydn-Quartett). "Ich auch nicht! Und wissen Sie warum? Weil weder Sie noch ich auf diesen Einfall gekommen wären."
    • Die Ausrufer des „Haydn-Jahrs“ haben es geschafft und nun auch mein gesteigertes Interesse für die Werke dieses hochoriginellen Komponisten geweckt.
      Ich habe allerdings ebenso wenig vor mir alle 104 Symphonien anzuschaffen wie alle 83 Streichquartette.
      Deshalb meine Frage: Gibt es unter den Streichquartetten bestimmte herausragende Werke, die man „haben muss“?

      Für Eure Empfehlungen wäre ich dankbar!

      Grüße, jünter
    • Original von jünter
      Die Ausrufer des „Haydn-Jahrs“ haben es geschafft und nun auch mein gesteigertes Interesse für die Werke dieses hochoriginellen Komponisten geweckt.
      Ich habe allerdings ebenso wenig vor mir alle 104 Symphonien anzuschaffen wie alle 83 Streichquartette.
      Deshalb meine Frage: Gibt es unter den Streichquartetten bestimmte herausragende Werke, die man „haben muss“?


      Man muß nicht unbedingt haben: op.1 und 2, das nicht von Haydn stammende op.3 (inkl. der berühmten Serenade op.3,5) noch weniger und wohl auch nicht notwendig opp.9,17,42, 103 (Fragment). (Auf die wollte ich allerdings nicht verzichten, nicht mal auf op.1, dann lieber auf alle Konzerte von Rachmaninoff und Tschaikowsky...:D)
      op.9,17,20 sind keineswegs "frühe Werke", Haydn war um die 40, als er sie schrieb, in derselben Phase wie etwa die "Trauer" oder "Abschiedssinfonie" 44 u. 45.

      Unter den übrigen (opp. 20,33,50,54,55,64,71,74,76,77), einschließlich der originellen "7 letzten Worten", die in der Quartettfassung (op.51) besonders populär zu sein scheinen, fällt die Auswahl schwer.
      Es gibt aber Schlimmeres als sich zum Einstieg an einige Werken mit Beinamen zu halten (so unfair das gegenüber vielen gleichwertigen sein mag), um zu sehen, ob einem die Musik überhaupt zusagt:
      op.33,2 "The Joke", op.33,3 "Vogel", op. 50,6 "Frosch", op.55,2 "Rasiermesser", op.64,5 "Lerche", op.74,3 "Reiter", op.76: #2 "Quinten", #3 "Kaiser", #4 "Sonnenaufgang"
      Lerche, Reiter und op.76 (bzw. die 3 benamsten) findet man in recht vielen Aufnahmen.

      Zwei brillant gespielte CDs des jungen Jerusalem-Quartetts mit 6 berühmten Quartetten (64/5, 76/2, 77/1, 20/5, 33/3, 76/5) sind jetzt recht günstig (je ca. 10 EUR) bei Harmonia Mundi zu haben:



      Eine andere Option wäre das "Haydn Project" des Emerson Q./DGG (das ich selbst aber nicht kenne und das wohl nicht ganz so enthusiastisch aufgenommen wurde wie einige andere ihrer Aufnahmen)

      Problem bei den preiswerten DGG-Amadeus-Boxen ist erstens der teils gewöhnungsbedürftige "Sound" des Ensembles, mehr aber, daß die für die Entwicklung zentralen Sammlungen op.20 und 33 ganz fehlen.

      :hello

      Wooster
    • Hallo jünter,

      Dir und anderen Haydn-"Frischlingen" empfehle ich nicht unbedingt Masse, also gleich am Anfang möglichst viele, sondern nur eines. Es kann eines der Namenquartette sein, muss es aber nicht. Mein Tipp ist das Streichquartett B-dur op.76 Nr.4, auch als "Sonnenaufgangsquartett" bekannt. Die Auswahl der Interpreten sollte am Anfang nicht unbedingt eine Rolle spielen, wichtiger ist das Stück selbst, Du musst es mehrmals hören, damit sich das Stück setzt. Bei Gefallen ein weiteres Werk ansteuern. Vielleicht kannst Du dann mal Rückmeldung geben.

      Grüße Amadé
    • Ich persönlich finde ja das op. 77 als die beiden für den Zuhörer eingängigsten Quartette Haydns.

      Das op. 76 ist zwar in kompositorischer Hinsicht deutlich interessanter, aber solchen "Haydnschen Witz" (also des Komponisten sein Spielen mit Konventionen), zu erfassen ist etwas anderes als sich vom Klang frei von solchen Kenntnissen tragen zu lassen.

      Besonders empfehlen beim op. 77 kann ich - wie vermutlich bereits wiederholt erwähnt - das Alban Berg Quartett, das es allerdings nur teuer gibt.

      Amadés Vorschlag, sich zunächst mit einem Werk wiederholt auseinaderzusetzen, halte ich für einen besonders guten! Zu leicht kann sonst Haydn vorschnell beiseitegelegt werden, quasi ins Ecke "Papa-Haydn" abgeschoben werden.

      (Auch den Tipp von Wooster mit dem günstigen Jerusalem Quartet kann ich nach Eindrücken über das klassik.com-Radio nachvollziehen. Seine Vorbehalte gegenüber dem Emerson Quartet möchte ich nur noch unterstreichen.)

      Aller wärmestens kann ich folgende CD empfehlen, die aber nur mehr schwer erhältlich ist: Auch klanglich ist dies wohl die am natürlichsten klingende Aufnahme aller Produktionen des Hagen Quartetts und hier auch interpretatorisch noch frei von ihrem eher künstlich-modernen Ansatz, der ihrer späteren Haydn-Aufnahmen prägt.


      :hello
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Sich Haydns Quartetten über die beiden Lobkowitzquartette op. 77 zu nähern, ist eine Sache, über die man geteilter Meinung sein kann. Sie wegen besonderer Eingängigkeit zu empfehlen und zu bemerken, daß die vorangehenden Quartette op. 76 kompositorisch aber doch deutlich interessanter seien, wird von dem, der einen Zugang zu Haydns Kammermusik sucht, wohl so verstanden, daß es sich um vergleichsweise leichtgewichtige Werke handelt, die aber eben deshalb zum ersten Einstieg ganz gut taugen.

      Hier sehe ich die Gefahr eines Mißverständnisses. Sicher ist es richtig, daß diese beiden vorletzten Quartette in bestimmter Weise einfacher gearbeitet sind als op. 76. Das ist natürlich Absicht und nicht womöglich schon Vorbote langsam (nach 1800 dann ja tatsächlich) zunehmender Altersschwäche. Haydn hat sein Leben lang gerade am Streichquartett kontinuierlich experimentiert und gearbeitet, und die zwei Mittelsätze des unvollendet gebliebenden letzten Streichquartett op. 103 (1802/1803) sind ja auch wieder stärker der kontrapunktischen Durcharbeitung, dem "Gespräch der vier Instrumente", verpflichtet.
      Haydns op. 77 stellt vielmehr die Verwirklichung einer "neuen Einfachheit, aber einer Einfachheit höheren Grades" (L. Finscher, Haydn, 423) dar. Kontrapunktische und thematische Arbeit werden insgesamt zurückgedrängt, dafür finden sich verstärkt "harmonische Entwicklungen, streckenweise von abenteuerlicher Kühnheit und die immer neue harmonische Beleuchtung größerer Melodieteile oder Melodien" (Finscher, a.a.O.).

      Persönlich berührt mich übrigens op. 77 Nr. 2 F-Dur mit seiner nachdenklich wirkenden, lyrischen Eröffnung, aber auch den anderen drei Sätzen, stärker als Nr. 1, und es scheint mir auch - sowohl vom Hören als auch vom Lesen in der Partitur her - Nr. 1 hinsichtlich Satzdichte zu übertreffen.
      Sehr schöne Worte dazu hat G. Feder in seinem im Forum schon zitierten Büchlein über Haydns Streichquartette gefunden. Feder, an sich im Ton eher nüchtern und sachlich, schreibt im Hinblick auf die ersten drei Sätze überwältigt (S. 110):

      "Man kann vor einem solchen Monument höchster musikalischer Kunst (...) nur staunen und sich vor seinem Schöpfer in Ehrfurcht verneigen."
      Und zum vierten Satz:
      "Haydn schaut hier von einer Höhe, in der die Dinge alle gleich wichtig oder unwichtig werden, auf das irdische Treiben herab."

      Das sind keine hohlen Phrasen, sondern diese Eindrücke und Urteile werden durchaus begründet.

      Vielleicht fällt es ja in fortgeschrittenerem Alter leichter, die Qualitäten dieser Spätwerke angemessen zu würdigen: Sowohl Finscher (geb. 1930) als auch Feder (geb. 1927) waren um die siebzig, als sie ihre Bücher schrieben bzw. zum ersten Mal veröffentlichten (was natürlich auf keinen Fall heißen soll, daß nicht auch ein viele Jahrzehnte jüngerer Mensch diese Werke schätzen kann).

      Einstieg in Haydns Quartette mit op. 77 also auf "eigene Gefahr"!

      Was könnte ich ansonsten empfehlen? Op. 76 natürlich unbedingt, jedes dieser sechs Stücke ist gleich gut. Besonders eindrucksvoll aus dieser Serie (neben dem schon genannten "Sonnenaufgang"-Quartett Nr. 4): Das sechste Quartett in Es-Dur; es beginnt mit einem Variationssatz im Allegro; die vierte Variation ist ein ungemein ausdrucksstarkes, zum Allegro gesteigertes Fugato.
      Wunderbar auch der langsame zweite, sehr dicht gearbeitete und von Haydn "Fantasia" überschriebene Satz in H-Dur.

      Von den früheren Quartetten empfehle ich die expressiven, experimentierfreudigen "Sonnenquartette" op. 20 (sehr originell und mehrerer Hinsicht - Harmonik, Rhythmik "alla Zingarese" – höchst interessant ist Nr. 4 D-Dur); die berühmteren Quartette op. 33 dürfte heute mehr aus Gründen der Gattungsentwicklung Interesse finden.

      Eines meiner Lieblingsquartette, das ich bedenkenlos auch dem Neuling empfehlen kann, ist das oben schon erwähnte op. 55 Nr. 2 f-Moll (aus Gründen, die nichts mit dem Werk selbst zu tun haben, auch als "Rasiermesserquartett" bekannt). Der erste Satz ist ein "Andante piu tosto Allegretto" mit Doppelvariationen (d.h. abwechselnd Moll / Dur), sehr stimmungsvoll. Der forsche schnelle zweite Satz hat eine dramatische kontrapunktische Durchführung.

      Hören und nochmals hören (und, wenn möglich, etwas über das Werk lesen und im Idealfall in einer Partitur mitlesen*)! Und, was das erste Kennenlernen der Stücke betrifft, gilt meiner Meinung nach unbedingt, was Amadé hier oben schrieb: "Wichtiger [als der Interpret] ist das Stück selbst"!

      Grüße,
      Sarastro

      *Zusatz: Noch viel "idealer" ist es natürlich, selber mitzuspielen (was ich für meinen Teil leider nicht kann), dabei aber trotzdem nicht nur auf die eigene Stimme zu achten, sondern auf das Ganze!
      "Ich hätte das nicht so gemacht!" (Kozeluch zu Mozart über ein Haydn-Quartett). "Ich auch nicht! Und wissen Sie warum? Weil weder Sie noch ich auf diesen Einfall gekommen wären."

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    • Original von Sarastro
      Sich Haydns Quartetten über die beiden Lobkowitzquartette op. 77 zu nähern, ist eine Sache, über die man geteilter Meinung sein kann. Sie wegen besonderer Eingängigkeit zu empfehlen und zu bemerken, daß die vorangehenden Quartette op. 76 kompositorisch aber doch deutlich interessanter seien, wird von dem, der einen Zugang zu Haydns Kammermusik sucht, wohl so verstanden, daß es sich um vergleichsweise leichtgewichtige Werke handelt, die aber eben deshalb zum ersten Einstieg ganz gut taugen.

      Hier sehe ich die Gefahr eines Mißverständnisses. Sicher ist es richtig, daß diese beiden vorletzten Quartette in bestimmter Weise einfacher gearbeitet sind als op. 76. Das ist natürlich Absicht und nicht womöglich schon Vorbote langsam (nach 1800 dann ja tatsächlich) zunehmender Altersschwäche.


      Danke, dass Du vor einem solchen groben Missverständis warnst! Nichts liegt mir ferner, als "leichtgewichtig" als "schwächer" verstanden zu wissen.

      Wohl aber möchte ich betonen, dass ich persönlich (gerade wegen seiner "ausgedünnten" Form und seiner harmonischen Wendungen) das op. 77 eingängiger als Zuhörer empfinde als jedes einzelne des op. 76, welche in der Tat alle von einem gleich hoch phantastischem Niveau sind (und ich die Nr. 1 besonders mag).
      :hello
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Ich wollte durch das Aufzählen weiter oben nicht nahelegen, sich gleich dutzende von Werken anzuhören, aber die Frage war eben, was sich lohnt...

      Ich empfinde op.77 keineswegs generell "einfacher" als op.76, nur eben nicht so offenkundig experimentell. op.76,6 empfinde ich als recht sperrig, das ähnlich ungewöhnlich aufgebaute #5 hat mir dagegen sofort gefallen, es war eines der ersten drei oder vier Quartette, die ich kennenlernte.
      op.77 liegt zumindest stellenweise (etwa in den Menuetten/Scherzi) näher an Schubert und Beethoven, das mag für manchen Einsteiger auch ein Vorteil sein. (Ich selbst habe op.77 erst spät kennengelernt und bin bis heute nicht so vertraut wie mit etlichen anderen der Quartette, daher kann ich Eingängigkeit ganz schlecht beurteilen)

      Wie schon gesagt, die beiden CDs des Jerusalem Quartetts sind klangtechnisch und interpretatorisch herausragend; die erste enthält drei späte, sehr berühmte Werke, die zweite bietet einen besseren Querschnitt, wobei 33/3 und 76/5 besondere persönliche Favoriten meinerseits sind; 20/5 finde ich nicht so interessant, ist ist vielleicht das konservativste aus op.20, aber daher auch für den Stil der beiden früheren Sammlung ein wenig repräsentativer als es meine Favoriten 20/2 und 20/4 wären. (Bei "Lerche" und "Quinten" ist bei mir, ungeachtet aller Bewunderung, eine gewisse Übersättigung eingetreten... dennoch halte ich sie für sehr gut zum Einstieg)

      :hello

      Wooster
    • Lieber ab,
      ich glaube zu verstehen, was Du meinst. Wobei ich, wie gesagt, Nr. 1 immer noch vergleichsweise "eingängiger" finde als Nr. 2 (beim ersten Satz von Nr. 1 mußte ich früher immer krampfhaft die unfreiwillige Erinnerung an "Ja so warn´s, die alten Ritterleut" verdrängen, inzwischen bin ich da aber viel souveräner :)).

      Was op. 76 Nr. 1 betrifft, gehört es übrigens ebenfalls zu meinen besonderen Favoriten unter Haydns Streichquartettet, nicht zuletzt wegen des Eröffnungsthemas und dem, was Haydn daraus gemacht hat.

      Schöne Grüße,
      Sarastro
      "Ich hätte das nicht so gemacht!" (Kozeluch zu Mozart über ein Haydn-Quartett). "Ich auch nicht! Und wissen Sie warum? Weil weder Sie noch ich auf diesen Einfall gekommen wären."

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Sarastro ()

    • Original von Sarastro
      Lieber ab,
      ich glaube zu verstehen, was Du meinst. Wobei ich, wie gesagt, Nr. 1 immer noch vergleichsweise "eingängiger" finde als Nr. 2 (beim ersten Satz von Nr. 1 mußte ich früher immer krampfhaft die unfreiwillige Erinnerung an "Ja so warn´s, die alten Ritterleut" verdrängen, inzwischen bin ich da aber viel souveräner :)).


      Eine interessante theoretische Frage wäre es hier, ob womöglich mein Urteile daher rührt, dass mich persönlische harmonische Wendungen primär unmitelbarer ansprechen als kontrapunktische Spitzfindigkeiten; aber womöglich es Hörertypen gibt, für die das umgekehrt ist...
      Aber das ist hier off topic...

      Was op. 76 Nr. 1 betrifft, gehört es übrigens ebenfalls zu meinen besonderen Favoriten unter Haydns Streichquartettet, nicht zuletzt wegen des Eröffnungsthemas und dem, was Haydn daraus gemacht hat.

      :down
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • op. 77 und 103

      Sehr empfehlenswert ist die Einspielung der letzten drei Streichquartette, also op. 77 und 103, durch das auf alten Instrumenten spielende Archibudelli-Quartett:



      Beim Anhören und Mitlesen in der Partitur stelle ich (wieder einmal) fest, daß sich Haydns „schönstes Quartett“, wie es nach dem Reclam-Kammermusikführer manchmal bezeichnet wird, op. 77 Nr. 2, sehr wohl auch satztechnisch durchaus mit op. 76 messen kann – von größerer Einfachheit kann so besehen, wie oben bereits von Wooster bemerkt wurde, eigentlich keine Rede sein.

      Sehr eindrucksvoll etwa das Zusammenspiel von erster Violine und Violoncello im Andante von op. 77 Nr. 2.

      Originell ist, daß in dieser 1996 entstandenen Einspielung bei dem unvollendeten letzten Streichquartett op. 103 ein kurzer (ca. drei Minuten langer), auf dem Kanon "Der Greis" basierender Quartettsatz mitgespielt wird. Haydn hatte die Anfangsworte eines Gedichts von W.J. Gleim ("Hin ist alle meine Kraft, alt und schwach bin ich") vertont und als Visitenkarte drucken lassen; dies diente als Ersatz für ein Finale, zu dessen Komposition der jäh gealterte Meister nicht mehr in der Lage war – die Arbeit an den kurz davor entstandenen Jahreszeiten hatte seine Kräfte aufgezehrt.

      Grüße,
      Sarastro
      "Ich hätte das nicht so gemacht!" (Kozeluch zu Mozart über ein Haydn-Quartett). "Ich auch nicht! Und wissen Sie warum? Weil weder Sie noch ich auf diesen Einfall gekommen wären."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sarastro ()

    • Ich habe vor, einen Gang durch Haydns Streichquartette zu machen, unter besonderer Berücksichtigung der Gesamteinspielungen durch das Kodály Quartet, das The Angeles String Quartet, das Aeolian String Quartet und das Buchberger Quartett







      Dazu werde ich auch hin und wieder Einzelaufnahmen zu Rate ziehen. Als ich in den 60ern das erste Mal durch eine Rundfunkserie im damaligen SWF den ganzen Kosmos der Haydnschen Streichquartette kennen lernte und durch die sachkundigen Beiträge Walter Lessings in Werk und Umwelt des Werkes eingeführt worden bin, gab es noch keine Gesamtaufnahme. Die heutige Situation kann als luxeriös bezeichnet werden, nicht zuletzt, weil man von keiner der Einspielungen ernsthaft abraten kann. Das einzige: Bei den Boxen wird man nur ein kursorisches Booklet von wenigen Seiten finden; die Einzelaufnahmen etwa des Kodaly Quartets boten da schon mehr Einführung. Bei dem Buchberger Quartett habe ich auf ihrer Website ausführlichere Einführungen gefunden, auf die ich gerne zurückgreife. Ansonsten benutze ich die schöne Einführung von Georg Feder



      Am Anfang stehen op. 1 und op. 2 von Haydn, zwei Zyklen mit je 6 Streichquartetten; eine zahlenmäßige Bündelung, wie sie damals üblich war. Warum man trotzdem nur von zehn Streichquartetten, den sogenannten Divertimentoquartetten (divertimento a quattro betitelte sie Haydn selbst), in meinem nächsten Beitrag

      Liebe Grüße Peter
      Ein ritter sô gelêret was daz er an den buochen las.
      (Hartmann von Aue)
    • Original von Peter Brixius
      Ich habe vor, einen Gang durch Haydns Streichquartette zu machen, unter besonderer Berücksichtigung der Gesamteinspielungen durch das Kodály Quartet, das The Angeles String Quartet, das Aeolian String Quartet und das Buchberger Quartett.....


      Lieber Peter
      Da hast Du ja eine höchst interessante "Reise" vor Dir :hello

      Ich selbst habe keine GAs in meiner Sammlung, aber eine Zusammenstellung, die mir sehr viel Freude bereitet:



      Herzliche Grüsse
      Stefan
      "Nur weil Du nicht paranoid bist, heisst das nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind." (Terry Pratchett)
    • Original von Cantus Arcticus

      Ich selbst habe keine GAs in meiner Sammlung, aber eine Zusammenstellung, die mir sehr viel Freude bereitet:


      Lieber Stefan,

      oft genug sind auch Einzelaufnahmen interessanter als Aufnahmen im Rahmen eines Zyklus. Immerhin ist es so, dass sich inzwischen die verschiedenen Zyklen ergänzen in ihren Stärken und Schwächen. Und wenn dann noch der Auryn-Zyklus dazu kommt ...

      Ich finde Deine Auswahl sehr gut und freue mich, wenn Du bei passender Gelegenheit Deine Alternativen einbringst. Gerade für Einsteiger ist ein ganzer Zyklus wahrscheinlich ein wenig zu mächtig. Immerhin ist die - nicht schlechte - Buchberger-Einspielung sehr preiswert zu bekommen. Dass sie ihr Booklet auf ihrer Website stehen haben, hat auch seine Vorteile. Da kann man sich die Artikel in augenfreudiger Größe ausdrucken ...

      Der - glücklich gewählte - Ausdruck "Quartettdivertimenti" wurde von Finscher eingeführt. Die gewählte Form kam von den Divertimenti, nicht von den Streichtrios. Über Vorbilder wurde gestritten. Wenn man sich auf Haydn verlässt, entstanden sie aus einem "ganz zufälligen Umstand". Karl Joseph Weber von Fürnberg suchte Stücke, die sein Pfarrer, sein Verwalter, Haydn und der Cellist Anton Albrechtsberger (übrigens ein Bruder des bekannten Komponisten) spielen konnten. In Haydns "Entwurf-Katalog" (EK) finden sich die Kompositionen verstreut unter den übrigen vier- und mehrstimmigen Divertimenti. Das gemeinsame Merkmal ist die Fünfsätzigkeit: im Mittelpunkt steht ein langsames Stück (eine Serenade), um sie herum stehen zwei Menuette, die Außensätze sind beide presto.

      Das Durcheinander bei der Zugehörigkeit zu einem der beiden Zyklen kommt von den Verlegern, die Stücke waren sehr beliebt und fanden viele Abnehmer. Die Quartette erschienen erst bei M. de la Chevardière, dabei bestand die erste Auflage aus vier Quartetten (op. 1/1-4), später wurden sie auf die Zahl Sechs ergänzt, allerdings war op. 1,5 die (nicht von Haydn angefertigte) Streichquartettfassung einer Sinfonie, das Quartett trug auch diesen Titel. Opus 0 wurde erst einmal in Frankreich als Einzelwerk veröffentlicht. Als Hummel das Werk auflegte, ließ er die Sinfonie A weg; er wählte die Reihenfolge 0, 6, 1-4. In der Gesamtausgabe der Streichquartette durch Haydns Schüler Pleyel folgte dieser M. de la Chevardière und so steht es auch bei mir in den alten Eulenberg-Partitur.

      Die vorliegenden Einspielungen ersetzen op. 1,5 durch op. 0; auf der Einspielung des op.1 durch das Petersen Quartett hat das Werk sogar die Bezeichnung op. 1,5 bekommen (und den Vermerk, dass sie auch als op. 0 geführt wird).


      Liebe Grüße Peter
      Ein ritter sô gelêret was daz er an den buochen las.
      (Hartmann von Aue)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Peter Brixius ()

    • Original von Peter Brixius

      Lieber Stefan,

      oft genug sind auch Einzelaufnahmen interessanter als Aufnahmen im Rahmen eines Zyklus. Immerhin ist es so, dass sich inzwischen die verschiedenen Zyklen ergänzen in ihren Stärken und Schwächen. Und wenn dann noch der Auryn-Zyklus dazu kommt ...

      Ich finde Deine Auswahl sehr gut und freue mich, wenn Du bei passender Gelegenheit Deine Alternativen einbringst. Gerade für Einsteiger ist ein ganzer Zyklus wahrscheinlich ein wenig zu mächtig. Immerhin ist die - nicht schlechte - Buchberger-Einspielung sehr preiswert zu bekommen. Dass sie ihr Booklet auf ihrer Website stehen haben, hat auch seine Vorteile. Da kann man sich die Artikel in augenfreudiger Größe ausdrucken ...

      Der - glücklich gewählte - Ausdruck "Quartettdivertimenti" wurde von Finscher eingeführt. Die gewählte Form kam von den Divertimenti, nicht von den Streichtrios. Über Vorbilder wurde gestritten. Wenn man sich auf Haydn verlässt, entstanden sie aus einem "ganz zufälligen Umstand". Karl Joseph Weber von Fürnberg suchte Stücke, die sein Pfarrer, sein Verwalter, Haydn und der Cellist Anton Albrechtsberger (übrigens ein Bruder des bekannten Komponisten) spielen konnten. In Haydns "Entwurf-Katalog" (EK) finden sich die Kompositionen verstreut unter den übrigen vier- und mehrstimmigen Divertimenti. Das gemeinsame Merkmal ist die Fünfsätzigkeit: im Mittelpunkt steht ein langsames Stück (eine Serenade), um sie herum stehen zwei Menuette, die Außensätze sind beide presto.

      Das Durcheinander bei der Zugehörigkeit zu einem der beiden Zyklen kommt von den Verlegern, die Stücke waren sehr beliebt und fanden viele Abnehmer. Die Quartette erschienen erst bei M. de la Chevardière, dabei bestand die erste Auflage aus vier Quartetten (op. 1/1-4), später wurden sie auf die Zahl Sechs ergänzt, allerdings war op. 1,5 die (nicht von Haydn angefertigte) Streichquartettfassung einer Sinfonie, das Quartett trug auch diesen Titel. Opus 0 wurde erst einmal in Frankreich als Einzelwerk veröffentlicht. Als Hummel das Werk auflegte, ließ er die Sinfonie A weg; er wählte die Reihenfolge 0, 6, 1-4. In der Gesamtausgabe der Streichquartette durch Haydns Schüler Pleyel folgte dieser M. de la Chevardière und so steht es auch bei mir in den alten Eulenberg-Partitur.

      Die vorliegenden Einspielungen ersetzen op. 1,5 durch op. 0; auf der Einspielung des op.1 durch das Petersen Quartett hat das Werk sogar die Bezeichnung op. 1,5 bekommen (und den Vermerk, dass sie auch als op. 0 geführt wird).


      Liebe Grüße Peter


      Lieber Peter
      Herzlichen Dank für Deine Ausführungen :thanks

      Hier hast Du bei mir eine wirkliche Wissenslücke geschlossen :)

      Die Buchberger-Einspielung rückt somit in den Fokus meiner Kammermusikalischen Entwicklung. Bin gespannt....

      Liebe Grüsse
      Stefan
      "Nur weil Du nicht paranoid bist, heisst das nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind." (Terry Pratchett)
    • Original von Cantus Arcticus
      Original von Peter Brixius
      Ich habe vor, einen Gang durch Haydns Streichquartette zu machen, unter besonderer Berücksichtigung der Gesamteinspielungen durch das Kodály Quartet, das The Angeles String Quartet, das Aeolian String Quartet und das Buchberger Quartett.....


      Lieber Peter
      Da hast Du ja eine höchst interessante "Reise" vor Dir :hello

      Ich selbst habe keine GAs in meiner Sammlung, aber eine Zusammenstellung, die mir sehr viel Freude bereitet:



      Herzliche Grüsse
      Stefan


      Das Amadeus Quartett vor allem bei Mozart in Ehren schätze ich persönlich viel mehr in ihren älteren drei CDs an Mono-Aufnahmen zwischen 1951 und 1957, die nicht nur billig bei Brilliant (7-CD-Box) wieder veröffentlicht worden sind, sondern auch noch die m.E. schönere ihrer beiden Aufnahmen der Brahms-Quartette mit droben hat.

      Ihre Stereoaufnahmen von Haydn empfinde ich persönlich stets als zu sehr rastlos.

      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Haydn: Streichquartett op. 1,1





      Ein "erstes" Streichquartett von Haydn wird man also nicht benennen können, für Haydn selbst fingen die Streichquartette ohnedies erst mit dem op. 9 an. Über das Quartett Nr. 0 wurde schon verhandelt (und wird bei op.1,5 wieder aufgegriffen), nun also zu dem B-dur Quartett op. 1 Nr. 1. Es hat den Beinamen "La Chasse" bzw. "Jagdquartett" bekommen. Es entstand mit seinen Geschwistern in den Jahren 1753 bis 1758. Georg August Griesinger hat es in den "Biographischen Notizen über Joseph Haydn" als erstes Haydnschen Streichquartett bezeichnet (lobenswerterweise mit Angabe der Anfangstakte, so dass kein Zweifel möglich ist).

      Griesinger berichtet, er habe Haydn nach den Vorbilder seiner Quartette gefragt, denn Mysliveczek hatte verbreitet, er habe in Mailand Quartette aufführen gehört, bei denen ihm Giovanni Battista Sammartini als Komponist genannt worden sei. Darauf reagierte Haydn mit großer Heiterkeit. Er habe Sammartinische Kompositionen damals gekannt, aber nie geschätzt, "denn Sammartini ist ein Schmierer". Dieses (doch etwas ungerechte Urteil) ist leider bei Sammartini (übrigens der Lehrer Glucks in Sachen Kontrapunkt) hängen geblieben.

      Nun Griesinger OT

      [...] folgender ganz zufälliger Umstand habe ihn veranlasst, sein Glück mit der Komposition von Quartetten zu versuchen: Ein Baron Fürnberg hatte eine Besitzung in Weinzierl, einige Posten von Wien, und er lud von Zeit zu Zeit seinen Pfarrer, seinen Verwalter, Haydn und Albrechtsberger [...] zu sich, um kleine Musiken zu hören. Fürnberger forderte Haydn auf, etwas zu komponieren, das von diesen vier Kunstfreunden aufgeführt werden könnte. Haydn, damals 18 Jahre alt, nahm den Auftrag an, und so entstand sein erstes Quartett, welches gleich nach seiner Erscheinung ungemeinen Beifall erhielt, wodurch der Mut bekam, in diesem Fach weiter zu arbeiten.


      Walter Lessing (Die Streichquartette von Joseph Haydn) gibt auch den Bericht eines preußischen Majors Weirachs wieder, der während des 7jährigen Krieges auf Schloss Weinzierl eines der ersten Quartette Haydns kennen lernte:

      Der bis zur Ängstlichkeit bescheidene Mann war, obwohl alle Anwesenden von seiner Komposition entzückt waren, nicht davon zu überzeugen, dass seine Arbeit überhaupt wert sei, in der Musikwelt bekannt zu werdeen.


      Immerhin erschienen die frühen Quartette, jeweils in ein Sechserpäckchen gebündelt, im Druck und machten europaweit Furore.

      (wird fortgesetzt)

      Liebe Grüße Peter
      Ein ritter sô gelêret was daz er an den buochen las.
      (Hartmann von Aue)
    • Haydn: Streichquartett op. 1,1

      Für die ersten Streichquartette Haydns typisch ist die fünfsätzige Divertimento-Form: Die Ecksätze sind lebhaft, der erste etwas anspruchsvoller, der letzte witzig und spielfreudig, an zweiter und vierter Stelle stehen Menuette unterschiedlichen Charakters, lyrisch-ernster Höhepunkt der langsame Mittelsatz (Finscher).

      Seinen Beinamen"La Chasse" verdankt op. 1,1 dem Jagdhornmotiv des Hauptsatzes, das den ganzen ersten Satz bestimmt. Die Sonatenform ist noch in statu nascendi, es fehlt der charakteristisch-gegensätzliche Nebensatz. Ein herunterschiessendes Motiv vermittelt die Geschwindigkeit eines dahinjagenden Pferdes. Eine Generalpause vor dem Doppelstrich - kein Ruhe-, ein Unruhepunkt. Ein kleiner Satz mit vielen Feinheiten - zupackend gespielt vom Petersen Quartett, etwas gemessener klangschoen vom Hagen Quartett (und vom Kodaly in einem unverstaendlichem Allegro verschleppt, wie mir ohnedies das Kodaly-Quartett hier ein wenig verschnarcht wirkt)
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      Das erste Menuett bietet ein reizvolles Trio, ein Dialog zwischen dem Paar der Violinen (pizzicato) und dem Paar aus Viola und Violoncello. Auffallend ist die Parallelführung von Viola und Violoncello, bzw. ihr Zusammengehen im Oktavabstand. Noch hat die Bratsche nicht ihren eigenen Platz im Gefüge der vier Instrumente gefunden, es mag auch die Generalbasspraxis nachwirken.

      Hoehepunkt ist ein Es-dur Adagio im Geist einer Kirchenarie italienischen Stils, eingeleitet durch eine feierliche Kadenz im Kirchenstil, herrlich musiziert vom Hagen Quartett. Es entwickelt sich eine große, konzerthafte Geigenkantilene, voll von herrlichen Aufschwüngen, durchwirkt von einer Seufzerrhetorik, ein wunderbarer Satz (interessant die zügig gespielte Version des Pro Arte String Quartets, eher ein Andante. die Einspielung des Pro Arte Quartets ist die einzige, die auf die Wiederhlungen verzichtet, deshalb sind die Zeitangaben deutlich kürzer als bei der Konkurrenz.)
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      Nach dem zweiten Menuett mit kontrapunktischen Einsprengseln (einer freien Imitation) folgt ein froehlicher Ausklang, der bei dem Hagen Quartett ausgelassene Spielfreude entfesselt.

      Insgesamt waren alle gehörten Einspielungen gut und besser .... den schwarzen Peter hat bei mir die Einspielung des Kodaly Quartets, die bestenfalls mittelmäßig war. Walter Lessing hatte damals seiner Funkreihe die Einspielung des Aeolian Quartets zu Grunde gelegt, vielleicht war diese Einspielung auch überhaupt der Anlass für die Reihe. The Angeles String Quartet und das Buchberger Quartett bieten beide klangschöne und angemessene Interpretationen.

      Meine Empfehlung: bei op. 1,1 ist das Hagen Quartett (DG 432 622-2)

      Liebe Grüße Peter
      Ein ritter sô gelêret was daz er an den buochen las.
      (Hartmann von Aue)
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