Heinrich Schütz - bedeutendster deutscher Komponist des 17. Jahrhunderts

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Das Forum hier ist für die Pflege eines Threads in dem man Musik verlinkt eigentlich nicht geeignet. Dafür ist unbegrenzte Editierfunktion Voraussetzung. In guten Foren ist das selbstverständlich. Die Sache bringt es mit sich das man Beiträge überarbeiten muss. Ansonsten geht hier nach einiger Zeit die Hälfte nicht mehr und die Sache wird sinnlos.
    • Bei YouTube sind manche Videos in manchen Ländern gesperrt. Diese Videos startet man dann über eine Seite welche das Herkunftsland neutralisiert, so auch bei folgendem Musikstück.

      Nachtrag: Sorry, der Link über den Proxy läuft hier nicht. Ihr müsstet also selber Heinrich Schütz SWV 407 eingeben, aber zuvor rechts auf: - Go! - klicken.

      Und zwar hier: 1.hidemyass.com/ip-1/encoded/O…1YmUuY29tL2luZGV4P2hsPWVu

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von Bernfried ()

    • Original von Bernfried
      Das Forum hier ist für die Pflege eines Threads in dem man Musik verlinkt eigentlich nicht geeignet. Dafür ist unbegrenzte Editierfunktion Voraussetzung. In guten Foren ist das selbstverständlich. Die Sache bringt es mit sich das man Beiträge überarbeiten muss. Ansonsten geht hier nach einiger Zeit die Hälfte nicht mehr und die Sache wird sinnlos.


      Moser doch anderswo rum! :S
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Ob Schützens Passionen abseits des Mainstream oder aber mitten auf ihm schwimmen - da bin ich mir unsicher. Drum habe ich sie (als Zielgerade meiner kleinen Oster-Serie) sicherheitshalber mal hier untergebracht.



      Matthäus-Passion SWV 479

      Peter Schreier, Tenor - Evangelist
      Hermann Christian Polster, Bass - Jesus
      Siegfried Lorenz, Bariton - Pilatus
      Hans-Joachim Rotzsch, Tenor - Petrus
      Hans-Jürgen Wachsmuth, Tenor - Judas
      Peter-Volker Springhorn, Bass - Caiphas
      Armin Ude, Tenor - Erster falscher Zeuge
      Gothart Stier, Bariton - Zweiter falscher Zeuge
      Jürgen Puschbeck, Sopran (Kruzianer) - Ancilla I
      Reinhard Wiemeyer, Sopran (Kruzianer) - Ancilla II
      Tilman Rau, Alt (Kruzianer) - Pilati Weib

      Dresdner Kreuzchor - Martin Flämig
      (LP, Eterna Edition, VEB Deutsche Schallplatten, 1974?)



      Johannes-Passion SWV 481

      Peter Schreier, Tenor - Evangelist
      Peter-Volker Springhorn, Bass - Jesus
      Hans-Joachim Rotzsch, Tenor - Pilatus
      Hans-Jürgen Wachsmuth, Tenor - Petrus
      Gothart Stier, Bariton - Knecht
      Fred Maiwald, Sopran (Kruzianer) - Magd

      Dresdner Kreuzchor - Martin Flämig
      (LP, Eterna Edition, VEB Deutsche Schallplatten, 1972)



      Lukas-Passion SWV 480

      Peter Schreier, Tenor - Evangelist
      Theo Adam, Bass - Jesus
      Siegfried Vogel, Bariton - Pilatus
      Hans-Joachim Rotzsch, Tenor - Petrus / II. Schächer
      Rolf Apreck, Tenor - I. Knecht / I. Schächer
      Günther Leib, Bariton - Hauptmann / II. Knecht
      Ein Kruzianer - Magd

      Dresdner Kreuzchor - Rudolf Mauersberger
      (LP, Eterna Edition, VEB Deutsche Schallplatten, 1965)


      Tranquillo schrieb:

      Von 1664 bis 1666 komponierte er die drei Passionen nach Lukas, Matthäus und Johannes.
      Nach allem, was ich hierzu lesen konnte, datiert Johannes von 1665/66, Matthäus von 1666, Lukas dgg. bereits von 1653.


      Zum Abschluss meiner diesjährigen Oster-Musiken gestern & heute noch die drei Passionen Schützens.

      Nicht genug, dass es stilistisch gegen Ende eine bis eine halbe Epoche zurück geht. Auch verzichtet Schütz in seinen Passionen auf jegliche Instrumentalbegleitung. Als Hörer wird man somit quasi auf die Essenz zurückgeworfen, was (zumindest bei mir - zumal nach dem zuvor Gehörten) eine Umgewöhnung bedeutet.
      Den breitesten Raum nehmen in allen drei Gattungsbeiträgen die Rezitative ein. Sie wirken in ihrer Entschleunigung & "Reinheit" fast gregorianisch. Wohltuende Abwechslung bringen die meist recht kurzen (& dann eben auch mehrstimmigen) Choräle. Man ist also zwangsläufig sehr nahe am Geschehen, verfolgt die Leidensgeschichten ausgesprochen direkt - ohne jede zweite Stimme neben dem Evangelisten oder den sonstigen Solisten. Das alles geht in seiner Kargheit & Klarheit umso näher & wirkt umso stärker (oder zumindest in ganz eigener, anderer Weise) nach als die opulenten hochbarocken (oder späteren) Passionen.

      Die Darbietungen sind sehr gut bis vorzüglich. Peter Schreier als Evangelisten zu loben hiesse, Eulen nach Athen zu tragen.
      In mancher Hinsicht bemerkenswert die Aufnahme der Lukas-Passion: Siegfried Lorenz als Pilatus ist schon erste Sahne! Es kommen Erinnerungen an seine superben Schubert-Lieder mit Norman Shetler auf - ein Gestalter erster Güte! Sein Part ist aber gerade hier überschaubar. Jesus' dagegen ausladend: Theo Adam singt mit einer balsamischen Ruhe & Versunkenheit, die mich auf Dauer geradezu "tranquillized": kann mich nicht entscheiden, ob ich das Manko an Deklamation & Rollengestaltung bemäkeln soll oder diese allem Irdischen enthobene Abgeklärtheit loben...ein klassisches Patt. Die Frage, ob Adam mit seinem wotanesken Pracht-Bass einem Jesus als Mittdreissiger entspricht, rückt für mich fast in den Hintergrund angesichts seiner faszinierenden Präsenz (um nicht zu sagen: Aura). Einzig in dem kurzen Dialog mit der Magd wird ein krasses Missverhältnis unüberhörbar: der unglückliche Kruzianer geht mit seinem dürren Stimmchen beinahe unter - hier spricht keine Frau mit einem Mann sondern eine Amöbe mit einem Mammut.
      Überhaupt liesse sich an diesem Beispiel trefflich über historisierende Aufführungspraxis vs. glaubhafte Rollendeckung streiten (siehe bspw. die Bachkantaten mit Harnoncourt vs. Rilling). Gerade unter Mauersberger intonieren die Kruzianer doch sehr hemdsärmelig: intonatorisch tadellos oft aber auch eben beherzt am Textgehalt vorbei.

      So, das war's dann auch mit meiner Passioniererei für dieses Jahr. Hatte mir noch das Eine oder Andere mehr vorgenommen aber: alles zu seiner Zeit. Denn nun sind auch "unsere" Ostern vorbei.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Sfantu ()

    • Ich persönlich halte die MP von Schütz für herausragend und von ihr gibt es inzwischen so viele ebenfalls herausragende Aufnahmen, dass die von mir geliebte unter Flämig, mit der ich aufwuchs, inzwischen nur noch eine ist unter vielen anderen gelungenen:

      Norrington (1971)
      Flämig (1973)
      Kurz (1979)
      Hillier (1983)
      Capella Augustana (2005)
      Hillier (2010)
      Rademann (2014)
    • Sfantu schrieb:

      Johann Sebastian Bach schrieb:

      Ich persönlich halte die MP von Schütz für herausragend
      Lieber JSB,
      was ist es, das für Dich die Matthäus vor den anderen beiden Passionen auszeichnet?
      Zunächst in nuce: Ich halte die MP für die reifste der Passionen, weil HS die Möglichkeiten der rein stimmlichen Komposition in Verbindung mit der Textausdeutung am Intensivsten und variabelsten ausschöpft. Man muss ja sehen, wie wenig Möglichkeiten er eigentlich für musikalischen Ausdruck hat, wenn er auf Instrumente verzichtet. Er variiiert aber schon im verschieden besetzten Chor, rochiert Klangfarben und Rhythmik; Expressivität und Innerlichkeit. Dabei greift er in die Tiefen der Musikgeschichte, ja bis in die Gregorianik zurück. So kompakt und homogen höre ich das bei der MP stärker als bei JP oder LP.
    • Sfantu schrieb:

      Den Hörvergleich zwischen diesen Dreien finde ich nämlich ausgesprochen fordernd.
      Unbedingt! Alle drei hintereinander oder Stück für Stück im Vergleich zu hören, halte ich für kaum möglich, falls man über ein sensibles Gemüt verfügt. Bei mir speisen sich die Urteile aus jahrzehntelangem Hören der einzelnen Passionen und je älter ich werde, desto lieber werden sie mir und desto weniger "anstrengend" kommen sie mir vor.