Franz Schubert - Klaviersonate D.960

    • Soeben eingetroffen:



      Diese Aufnahme mit Lars Vogt erinnert mich an sehr an Valery Afanassieffs Sichtweise. Der erste Satz trostlos, das Ende vor Augen, dann der zweite in ähnlicher Haltung (passt hier besser). Im Tanzsatz rafft sich Vogt fast gewaltsam zu anderen Gedanken auf, dann das Finale, kein fröhlicher Kehraus des Vergessens, sondern depressiv, ohne Perspektive.
      Problematisch finde ich hier, dass sich die beiden ersten Sätze kaum von einander abheben.
      Insgesamt gesehen ein bemerkenswerter Ansatz, ob man die Aufnahme jedoch oft hören möchte, bezweifle ich. Persönlich greife ich dann lieber zu Schnabel oder Curzon, die auch Hoffnung zulassen.

      Gruß Amadé
    • D. 960 mit Claude Frank



      Die Interpretation auf dieser Doppel-CD ist eine Abkehr von bisherigen Interpretationsmustern infolge der S. Richter-Aufnahmen, zuletzt bei Eurodisc, heute BMG, die sich fast alle auf der Suche nach Tiefgründigkeit auszeichnen. Einhergehend damit ist eine Verlangsamung des Tempos vor allem im 1. Satz zu beobachten, die bis dahin nicht befolgt wurde. Dazu kommt noch die Beachtung der Wiederholung. All das war von den wenigen Schallplattenaufnahmen kaum bekannt: Schnabel war in Deutschland so gut wie unbekannt, aber die Electrola-LP von Eduard Erdmann (zusätzlich noch Rundfunk-Produktionen) und die Decca-LP von Wilhelm Kempff. Die meisten Pianisten nach der singulären Richter-Platte sahen sich veranlasst mit ihrer Interpretation zu Richter Stellung zu nehmen. Erst viele Jahre später entkrampfte sich die Situation, als man Richters Auslegung als Extrem erkannte und diese zu überwinden begann. Zu diesen Pianisten gehört auch der kürzlich verstorbene amerikanische Pianist deutscher Herkunft Claude Frank, dem, wie ich meine, eine überzeugende und hörenswerte Neuaufnahme gelungen ist.

      Gruß Amadé
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      "Die grösseste Schwierigkeit eines andern Arbeit auszuführen, bestehet wohl darin, daß eine scharffe Urtheils-Krafft dazu erfordert werde, fremder Gedancken Sinn und Meinung recht zu treffen. Denn, wer nie erfahren hat, wie es der Verfasser selber gerne haben mögte, wird es schwerlich gut heräus bringen, sondern dem Dinge die wahre Krafft und Anmuth offt dergestalt benehmen, daß der Autor, wenn ers selber mit anhören sollte, sein eigenes Werck kaum kennen dürffte."
      (Mattheson)
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