L.v. Beethoven: Alle Fünfe !

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    • Hallo Ganong,
      ich habe die Aufnahme gestern nochmal gehört und die Besprechung Matthias Kornemann bei Rondo gelesen.
      Horowitz und Reiner leisten sehr gute Arbeit und legen eine Musterarbeit vor, wie man dieses Konzert meistern kann.

      Ich wüsste jedesmal nicht, wo ich diese Aufnahme jetzte positiv oder negativ werten sollte. Es fehlt irgendwie an Zauber, Magie, Show oder was auch immer. Andererseits könnte ich aber auch nichts kritisieren.
      Es bleibt aber eine steife Modellaufnahme, die für mich nicht wirklich etwas vermittelt.

      Mit Unnötig meine ich daher, dass Horowitz und Reiner für mich mit dieser Aufnahme nichts gewonnen haben, aber auch nichts verloren.
      Orfeo d'Or
    • Hallo Ganong,
      ich habe die Aufnahme gestern nochmal gehört und die Besprechung Matthias Kornemann bei Rondo gelesen.
      Horowitz und Reiner leisten sehr gute Arbeit und legen eine Musterarbeit vor, wie man dieses Konzert meistern kann.

      Ich wüsste jedesmal nicht, wo ich diese Aufnahme jetzte positiv oder negativ werten sollte. Es fehlt irgendwie an Zauber, Magie, Show oder was auch immer. Andererseits könnte ich aber auch nichts kritisieren.
      Es bleibt aber eine steife Modellaufnahme, die für mich nicht wirklich etwas vermittelt.

      Mit Unnötig meine ich daher, dass Horowitz und Reiner für mich mit dieser Aufnahme nichts gewonnen haben, aber auch nichts verloren.
      Orfeo d'Or
    • Hallo,

      beim norwegischen Label SIMAX (nie gehört) entsteht seit einiger Zeit eine Gesamtaufnahme sämtlicher Klavierkonzerte und Orchesterwerke Beethovens. Eine Aufnahme dieser Serie ist das 4. Klavierkonzert gekoppelt mit dem Arrangement (op. 61a) des Violinkonzertes. Und zwar mit Berezovsky; es dirigiert Thomas Dausgaard, den ich von den Berwald-Sinfonien - aber mit anderem Orchester - als gut in Erinnerung habe.



      Kennt die Aufnahme vielleicht jemand? Eigentlich brauche ich ja keine weitere Einspielung der Klavierkonzerte, aber interessieren würde sie mich schon. Sie ist bereits im Nov. 05 erschienen.
      Der berühmt-berüchtigte Hurwitz hat ihr übrigens eine :times10 verpasst. :rofl

      Die Einspielung des 1. Konzertes soll auch sehr gut sein, jemand verglich sie mit der Fleisher/Szell-Aufnahme.

      Gruß, Cosima
    • Hallo,

      beim norwegischen Label SIMAX (nie gehört) entsteht seit einiger Zeit eine Gesamtaufnahme sämtlicher Klavierkonzerte und Orchesterwerke Beethovens. Eine Aufnahme dieser Serie ist das 4. Klavierkonzert gekoppelt mit dem Arrangement (op. 61a) des Violinkonzertes. Und zwar mit Berezovsky; es dirigiert Thomas Dausgaard, den ich von den Berwald-Sinfonien - aber mit anderem Orchester - als gut in Erinnerung habe.



      Kennt die Aufnahme vielleicht jemand? Eigentlich brauche ich ja keine weitere Einspielung der Klavierkonzerte, aber interessieren würde sie mich schon. Sie ist bereits im Nov. 05 erschienen.
      Der berühmt-berüchtigte Hurwitz hat ihr übrigens eine :times10 verpasst. :rofl

      Die Einspielung des 1. Konzertes soll auch sehr gut sein, jemand verglich sie mit der Fleisher/Szell-Aufnahme.

      Gruß, Cosima
    • hallo,



      die aufnahmen stammen aus 1960/61 und sind exzellente stereo ! wenns nur das wäre. hans richter-haaser, das philharmonia orchestra london und istvan kertesz vollbringen hier eine interpretation, die auf anhieb für beide konzerte zu den ganz großen gehören, die ich kenne, und es sind weiß gott nicht wenige, die ich kenne !

      hier hat jemand beethoven verinnerlicht und spielt mit verve und großem atem. das orchester zeigt tollen sound.

      gruß, siamak :engel
    • hallo,



      die aufnahmen stammen aus 1960/61 und sind exzellente stereo ! wenns nur das wäre. hans richter-haaser, das philharmonia orchestra london und istvan kertesz vollbringen hier eine interpretation, die auf anhieb für beide konzerte zu den ganz großen gehören, die ich kenne, und es sind weiß gott nicht wenige, die ich kenne !

      hier hat jemand beethoven verinnerlicht und spielt mit verve und großem atem. das orchester zeigt tollen sound.

      gruß, siamak :engel
    • L.v. Beethoven: Alle Fünfe !

      Wenn es um Beethoven alle fünfe geht, da kommt mir sofort zweierlei in den Sinn:


      Valery Afanassiev mit Soudant (OehmsClassics)

      Wohl der Exzentriker unter den Pianisten, jedoch alles andere als ein gnadenloser Subjektivist, der sich selbst spielt oder zwanghaft Neuartiges sucht (wie es etwas Gould und Gulda oder Progorelich waren). Afananssiev lässt die Musik aus sich selbst erklingen: Statt individuellen Ausdruck geht es – vermutlich ähnlich wie es immer der Versuch Celibidaches war – darum, die Musik ganz aus der Ruhe entstehen zu lassen. Da ist weder etwas vorwärtsdrängend noch rückwärts verhalten. Der Fluss der Musik ist ganz ruhend. Wer dies goutieren will, muss seine Erwartungshaltung vollständig ändern und ganz anders zuhören, dann erschließt sich ihm vielleicht diese Interpretation. Anderenfalls muss Afanassievs Spiel „beinahe etwas ‚buchstabierend’“ wirken, wie jüngst eine Kritiker, der dieses obertonreiche Spiel nicht verstanden hat, zu seiner grandiosen Beethovenklavierkonzerteinspielung verreißend geschrieben hat. Sonst scheinbar nebensächliche Läufe werden bei Afanassiev zum Ereignis. Besser gesagt: Es gibt gar keine Nebensächlichkeiten. Jeder Ton ist gleich viel wert.
      Genau besehen ist daher die Rede vom „eigenwilligen“ Künstler, zu denen Afanassiev gerne gezählt wird, verfehlt: Es geht nicht um subjektiven, genialischen Ausdruck, sondern der Klang selbst bestimmt, welche Differenzierungen, welche Anschlagsvariablen und Dynamikveränderungen erforderlich sind. Afanassiev stellt sie nur nicht – wie sonst üblich – in den Dienst des subjektiven Ausdrucks, sondern des »objektiven« Klangs. Jedem Moment muss man seine ganze Aufmerksamkeit zukommen lassen. Wer diese durchgängige Hör-Konzentration nicht aufbringt oder gewöhnt ist, sich von Musik berauschen zu lassen, dem wird das Klangempfinden dieser Ausnahmeninterpretation vermutlich gänzlich entgegen. Das anti-dramatische, oberton-erklingende Spiel ist für mich immer wieder und wieder ein völlig aufregendes Neuentdecken der Musik.

      Diese Gesamtaufnahme ist für mich eine der ganz großen Erungenschaften der letzten Jahre!

      Zum anderen Zyklus bald! Nun warte ich erst auf euren vehementen Widerspruch!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • L.v. Beethoven: Alle Fünfe !

      Wenn es um Beethoven alle fünfe geht, da kommt mir sofort zweierlei in den Sinn:


      Valery Afanassiev mit Soudant (OehmsClassics)

      Wohl der Exzentriker unter den Pianisten, jedoch alles andere als ein gnadenloser Subjektivist, der sich selbst spielt oder zwanghaft Neuartiges sucht (wie es etwas Gould und Gulda oder Progorelich waren). Afananssiev lässt die Musik aus sich selbst erklingen: Statt individuellen Ausdruck geht es – vermutlich ähnlich wie es immer der Versuch Celibidaches war – darum, die Musik ganz aus der Ruhe entstehen zu lassen. Da ist weder etwas vorwärtsdrängend noch rückwärts verhalten. Der Fluss der Musik ist ganz ruhend. Wer dies goutieren will, muss seine Erwartungshaltung vollständig ändern und ganz anders zuhören, dann erschließt sich ihm vielleicht diese Interpretation. Anderenfalls muss Afanassievs Spiel „beinahe etwas ‚buchstabierend’“ wirken, wie jüngst eine Kritiker, der dieses obertonreiche Spiel nicht verstanden hat, zu seiner grandiosen Beethovenklavierkonzerteinspielung verreißend geschrieben hat. Sonst scheinbar nebensächliche Läufe werden bei Afanassiev zum Ereignis. Besser gesagt: Es gibt gar keine Nebensächlichkeiten. Jeder Ton ist gleich viel wert.
      Genau besehen ist daher die Rede vom „eigenwilligen“ Künstler, zu denen Afanassiev gerne gezählt wird, verfehlt: Es geht nicht um subjektiven, genialischen Ausdruck, sondern der Klang selbst bestimmt, welche Differenzierungen, welche Anschlagsvariablen und Dynamikveränderungen erforderlich sind. Afanassiev stellt sie nur nicht – wie sonst üblich – in den Dienst des subjektiven Ausdrucks, sondern des »objektiven« Klangs. Jedem Moment muss man seine ganze Aufmerksamkeit zukommen lassen. Wer diese durchgängige Hör-Konzentration nicht aufbringt oder gewöhnt ist, sich von Musik berauschen zu lassen, dem wird das Klangempfinden dieser Ausnahmeninterpretation vermutlich gänzlich entgegen. Das anti-dramatische, oberton-erklingende Spiel ist für mich immer wieder und wieder ein völlig aufregendes Neuentdecken der Musik.

      Diese Gesamtaufnahme ist für mich eine der ganz großen Erungenschaften der letzten Jahre!

      Zum anderen Zyklus bald! Nun warte ich erst auf euren vehementen Widerspruch!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Eben habe ich mir aus der Aufnahme mit C.Arrau mit der Staatkapelle Dresden das Klavierkonzert #3 op.37 angehört.



      Meine Wahl viel auf das Konzert da ich es in letzter Zeit wohl am meisten gehört hatte von den 5. Klavierkonzerten Beethovens.

      Ursprünglich hatte ich vor gleich im Anschluß noch das "Emperor" KOnzert zu hören. Davon nahm ich allerdings Abstand.

      Es ist einfach unüberhörbar und geht eindeutig zu lasten der Aufnahme, der Herr Arrau zum Zeitpunkt weit jenseits der nötigen Fähigkeiten für das Konzert war.
      Bei der Geläufighkeit und Differenzierung im Anschlag und derartige deutliche Mängel sind offensichtlich.

      Jegliche Bewertung des Orchesters ist in einem derartigen Fall völlig unnötig und unangemessen.

      Allerdings scheint es mir als atmen die Musiker im Orchester fast schon auf wenn sie Herrn Arrau nicht begleiten :ignore
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Eben habe ich mir aus der Aufnahme mit C.Arrau mit der Staatkapelle Dresden das Klavierkonzert #3 op.37 angehört.



      Meine Wahl viel auf das Konzert da ich es in letzter Zeit wohl am meisten gehört hatte von den 5. Klavierkonzerten Beethovens.

      Ursprünglich hatte ich vor gleich im Anschluß noch das "Emperor" KOnzert zu hören. Davon nahm ich allerdings Abstand.

      Es ist einfach unüberhörbar und geht eindeutig zu lasten der Aufnahme, der Herr Arrau zum Zeitpunkt weit jenseits der nötigen Fähigkeiten für das Konzert war.
      Bei der Geläufighkeit und Differenzierung im Anschlag und derartige deutliche Mängel sind offensichtlich.

      Jegliche Bewertung des Orchesters ist in einem derartigen Fall völlig unnötig und unangemessen.

      Allerdings scheint es mir als atmen die Musiker im Orchester fast schon auf wenn sie Herrn Arrau nicht begleiten :ignore
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Eben hörte ich die Klavierkonzerte #3 und #4

      mit den Wien PO unter L. Bernstein und K. Zimerman als Pianisten.



      Also ich muß sagen das die Aufnahme hier bereits zurecht genannt wurde.
      Das Zimerman technisch gesehen keinerlei Probleme mit den Konzerten haben kann ist sicherlich phne zweifel. Derartige Konzerte meistern alle Pianisten heutiger Tage. Obwohl mir Zimerman beim Einsatz 1. Satz Konzert #3 etwas "hart" im Anschlag wirkte muß ich sagen, daß die Aufnahmen mir wirklich verzüglich gefallen haben.
      Die Wiener spielen unter der Leitung von Bernstein sehr gut auf. Man merkt einfach das für Bernstein Beethoven etwas ganz besonders war in seinem Leben.
      Dazu ein K. Zimerman der, trotz eines nicht gerade warmen Anschlag's, unheimlich gefühlvoll spielt und eine Freunde vermittelt, die überspringt auf mich, den Hörer.

      Sicherlich eine Gesamtaufnahme, die es gilt in Betracht zu ziehen!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Eben hörte ich die Klavierkonzerte #3 und #4

      mit den Wien PO unter L. Bernstein und K. Zimerman als Pianisten.



      Also ich muß sagen das die Aufnahme hier bereits zurecht genannt wurde.
      Das Zimerman technisch gesehen keinerlei Probleme mit den Konzerten haben kann ist sicherlich phne zweifel. Derartige Konzerte meistern alle Pianisten heutiger Tage. Obwohl mir Zimerman beim Einsatz 1. Satz Konzert #3 etwas "hart" im Anschlag wirkte muß ich sagen, daß die Aufnahmen mir wirklich verzüglich gefallen haben.
      Die Wiener spielen unter der Leitung von Bernstein sehr gut auf. Man merkt einfach das für Bernstein Beethoven etwas ganz besonders war in seinem Leben.
      Dazu ein K. Zimerman der, trotz eines nicht gerade warmen Anschlag's, unheimlich gefühlvoll spielt und eine Freunde vermittelt, die überspringt auf mich, den Hörer.

      Sicherlich eine Gesamtaufnahme, die es gilt in Betracht zu ziehen!
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      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: Alle Fünfe !

      Hallo Forianer,

      ich möchte noch einige Ergänzungen anbringen und auf Gesamtaufnahmen hinweisen, die, soweit ich gelesen habe, noch nicht erwähnt wurden aber ihre Meriten haben:

      Rudolf Serkin mit Kubelik, SO des Bayerischen Rundfunks bei Orfeo (Live-Aufnahmen 1977). CBS/Sony hat es versäumt, die sehr guten Einspielungen der Konzerte mit Ormandy (Nr.1, 2 und 4) zusammen mit den Konzerten 3 und 5 sowie der Chorfantasie mit Bernstein in einer Box zusammenzufassen. Nr.2 B-dur mit Ormandy ist meine "Referenz"-Aufnahme, auf CD bin ich ihr jedoch noch nicht begegnet. Die späteren Aufnahmen mit Ozawa sind noch hörenswert, können aber mit den früheren nicht mithalten.
      Ebenso bei CBS/Sony erschienen die Konzerte mit Leon Fleisher und G.Szell und dem Cleveland Orchester. Die letzteren legten auch mit Emil Gilels eine bemerkenswerte Gesamteinspielung vor (heute EMI). Erinnert sei auch noch an die Aufnahmen mit Julius Katchen/P.Gamba bei Decca. Beim selben Label erschienen später noch Radu Lupu/Z. Metha mit dem Israel Philharmonic Orchestra sowie Alicia de Larrocha/R.Chailly und dem Radio-Symphonie-Orchester Berlin.
      Die liebste neben Serkin ist mir die Produktion mit Artur Rubinstein und Josef Krips sowie dem Symphoniy of the Air Orchestra (= das ehemalige NBC Symphony Orchestra Toscaninis) bei RCA. Leider klirrt das Klavier an einigen Stellen etwas.

      Gruß Amadé

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Amadé ()

    • RE: Alle Fünfe !

      Hallo Forianer,

      ich möchte noch einige Ergänzungen anbringen und auf Gesamtaufnahmen hinweisen, die, soweit ich gelesen habe, noch nicht erwähnt wurden aber ihre Meriten haben:

      Rudolf Serkin mit Kubelik, SO des Bayerischen Rundfunks bei Orfeo (Live-Aufnahmen 1977). CBS/Sony hat es versäumt, die sehr guten Einspielungen der Konzerte mit Ormandy (Nr.1, 2 und 4) zusammen mit den Konzerten 3 und 5 sowie der Chorfantasie mit Bernstein in einer Box zusammenzufassen. Nr.2 B-dur mit Ormandy ist meine "Referenz"-Aufnahme, auf CD bin ich ihr jedoch noch nicht begegnet. Die späteren Aufnahmen mit Ozawa sind noch hörenswert, können aber mit den früheren nicht mithalten.
      Ebenso bei CBS/Sony erschienen die Konzerte mit Leon Fleisher und G.Szell und dem Cleveland Orchester. Die letzteren legten auch mit Emil Gilels eine bemerkenswerte Gesamteinspielung vor (heute EMI). Erinnert sei auch noch an die Aufnahmen mit Julius Katchen/P.Gamba bei Decca. Beim selben Label erschienen später noch Radu Lupu/Z. Metha mit dem Israel Philharmonic Orchestra sowie Alicia de Larrocha/R.Chailly und dem Radio-Symphonie-Orchester Berlin.
      Die liebste neben Serkin ist mir die Produktion mit Artur Rubinstein und Josef Krips sowie dem Symphoniy of the Air Orchestra (= das ehemalige NBC Symphony Orchestra Toscaninis) bei RCA. Leider klirrt das Klavier an einigen Stellen etwas.

      Gruß Amadé

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