Dmitri Schostakowitsch: Die Klavierkonzerte

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    • Original von AcomA
      hat jemand schon erfahrung mit schostakowitschs 1. klavierkonzert in der aufnahme glemsers bei oehms gemacht ?


      Siamak,

      leider nein!

      Die Glemser Aufnahme hatte ich mir nach einer nicht so positiven Besprechung nicht gekauft. Derzeit besitze ich bereits reichlich Aufnahmen des Konzerts und daher habe ich zunächst davon Abstand genommen.
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von ab
      bis auf das "öftere Hören", könnte ich dies alles geschrieben haben: Hört den Komponisten selbst!


      @ab,

      hier bin ich eher der gegenteiligen Meinung!
      IMO ist die Einspielung von Schostakowitsch eher schwach soweit ich es recht in Erinnerung habe.
      Soweit ich mich erinnere eine wilde Raserei bei der er nicht mehr über alle technischen Mittelverfügte.

      Werde die Aufnahme bald nochmals hören!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • liebe Schostakowitsch-freunde, insbesondere Sergejewitsch,



      schostakowitsch

      klavierkonzert nr.1 c-moll
      streichquartett nr. 8 c-moll (bearbeitung für streichorchester durch r. baumgartner)

      bernd glemser, piano, reinhold friedrich, trompete, festival strings lucerne unter achim fiedler

      Oehms classics, DDD

      eine hervorragende und abwechslungsreiche produktion. hier soll auf das konzert eingegangen werden. ich vergleiche mal mit hamelins aufnahme. der erste unterschied ergibt sich beim orchester. die festival strings lucerne spielen viel akzentuierter und trockener, ja konturierter als als das weiche BBC-orchester ! Glemser passt sich diesem duktus an. rein pianistisch tuen sich beide nicht viel bis gar nichts. glemser spielt russischer. das zeigt sich vor allem in der phrasierung im allegro moderato und lento. bernd glemser singt sonorer. und das, obwohl er im zweiten satz über 1 minute schneller ist. ich will also nicht sagen, dass einer besser ist als der andere. die glemser-aufnahme ist eine sehr gute alternative. außerdem das erste präludium aus den 24 präludien und fugen im original mit glemser und in bearbeitung mit streichorch..

      interpretation: 9/10 (IMO)
      klang: 8/10 (IMO)

      gruß, siamak :engel
    • Dem muss ich ein wenig widersprechen. Ich habe die Aufnahme gestern auch erhalten. Gewiss, das Orchester hat einen etwas volleren, "satteren" Klang, aber ich finde, dass Glemser dafür für seine Verhältnisse och sehr zurückhaltend agiert. Es fehlt irgendwo das "Pfeffer" in seinem Spiel, das beispielsweise eine Argerich auszeichnet, das gewisse Risiko im Spiel. Und auch Hamelin ist dahingehend Glemser überlegen. Wer eher eine "ruhigere", geschlossenere Aufnahme sucht, der ist hiermit bestens bedient, ansonsten würde ich Argerich oder Hamelin vorziehen

      Interpretation: 7,5/10
      Klang: 8/10
    • Eben habe ich mir erneut die Aufnahme des Klavierkonzerts #1 mit Yefim Bronfman dem Los Angeles Philharmonic geleitet von Esa-Pekka Salonen gehört.



      Also ich muß sagen eine klasse Aufnahme ohne jeden Zweifel.
      Bronfman und eine Partner an der Trompete spielen hier klasse auf. Voller Refinesse und mit einem irre guten Gefühl für die Intention Schostakowitsch's.

      Absolut beeindruckend ist für mich hier die Leistung der Streicher unter der Leitung von Salonon. Eine derartig starke Leistung und Ausdrucktiefe und Präsenz der Streicherpartituer findet man recht selten bei diesem Konzert auf irgendeiner der mir bekannten Aufnahmen.

      :down
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von ab
      bis auf das "öftere Hören", könnte ich dies alles geschrieben haben: Hört den Komponisten selbst!


      @ab,

      gestern hörte ich mir nochmals die Aufnahme mit Dimitri am Klavier selbst an. Die mir in Erinnerung gebliebenen Eindrücke fand ich bestätigt.



      Schostakowitsch ist mir als Pianist im Anschlag einfach viel zu "eisern".

      Dazu kommt das mich der erste Satz mehr an eine Hetzjagt erinnert als an ein Konzert. Natürlich muss man unterstellen das es seine eigenen Tempovorstellungen sind, aber stellenweise verwischt die Partitur des Klavierparts.
      Den zweiten Satz mag ich darüber hinaus viel emotionaler (z.B. Argerich).

      So bleibt die Aufnahme für mich als Dokument interessant, aber es gibt IMO besser Aufnahmen des ersten Klavierkonzerts.
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von Rachmaninov
      Original von ab
      bis auf das "öftere Hören", könnte ich dies alles geschrieben haben: Hört den Komponisten selbst!


      @ab,

      gestern hörte ich mir nochmals die Aufnahme mit Dimitri am Klavier selbst an. Die mir in Erinnerung gebliebenen Eindrücke fand ich bestätigt.



      Schostakowitsch ist mir als Pianist im Anschlag einfach viel zu "eisern".


      Ich meinte auch die Konzertmitschnitte (Russian Disc) von 1957 und 1958 unter Samuil Samosud bzw. Alexnader Gauk . Auf diesen soll er sogar noch schneller spielen als mit Cluytens. Die farblichen und manualen Probleme am Klavier werde dafür durch Ausdruck wettgemacht.
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Original von ab
      Ich meinte auch die Konzertmitschnitte (Russian Disc) von 1957 und 1958 unter Samuil Samosud bzw. Alexnader Gauk . Auf diesen soll er sogar noch schneller spielen als mit Cluytens. Die farblichen und manualen Probleme am Klavier werde dafür durch Ausdruck wettgemacht.


      Aus welchem Jahr ist die Aufnahme?

      Ist ja wichtig wegen seine Probleme mit der Hand!
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von Rachmaninov
      Original von ab
      Ich meinte auch die Konzertmitschnitte (Russian Disc) von 1957 und 1958 unter Samuil Samosud bzw. Alexnader Gauk . Auf diesen soll er sogar noch schneller spielen als mit Cluytens. Die farblichen und manualen Probleme am Klavier werde dafür durch Ausdruck wettgemacht.


      Aus welchem Jahr ist die Aufnahme?

      Ist ja wichtig wegen seine Probleme mit der Hand!


      Konzert Nr. 1 27.11.57 (Samosud)
      Konzert Nr. 2 1958 (Gauk)
      Beides aus dem großen Saal des Mokauer Konservatoriums.
      Russian Disc RD CD 15 005

      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Klavierkonzert mit Eugen List (Melodiya, CBS, RCA)

      Original von korngold
      Meine Lieblingsaufnahmen der Schostakowitsch-Konzerte sind und bleiben diejenigen mit dem amerikanischen Pianisten Eugene List und dem Moskauer RSO unter Maxim Schostakowitsch von 1975.

      List hält wohl auch posthum noch den Rekord an Aufführungen des 1.Konzertes.

      Es gab diese Aufnahmen(Orginal Melodija/CBS) preisgünstig auf CD bei RCA, aber sie sind schon lange gestrichen.

      Im zweiten Konzert gibt es natürlich diesen wunderbaren langsamen Satz, aber trotzdem ist für mich die Substanz leider für einen Komponisten wie Schostakowitsch enttäuschend.
      Es war wohl tatsächlich nur komponiert worden, um den eigenen Sohn ein wenig zu "ärgern", jedenfalls sind diese ganzen Klavierläufe im ersten und letztem Satz Zitate aus u.a. der Hanon-Klavierschule, die Maxim büffeln mußte und dann in diesem Konzert wiederfand.

      Beste Grüße,


      Hallo Schostakowitsch-Freunde,

      dem Beitrag von Korngold möchte ich mich voll und ganz anschließen.
      Die meisten Aufnahmen, die in diesem Thread genannt wurden kenne ich auch, viele habe ich wieder abgesetzt, weil sie nicht annähernd an Eugen List herankommen.
      Diese Aufnahme ist der Maßstab für alle anderen.
      :down Die Melodiya-Aufnahme mit Eugen List / Moskauer PH / Maxim Schostakowitsch hatte ich zuerst auf CD (CBS), dann auf CD seltsamerweise bei RCA. (Dort gekoppelt mit den Cellokonzerten.)

      :) Eine weitere schöne, rundum zufriedenstellende und klassische Aufnahme ist diese mit Bernstein / Previn:
      Bernstein ist beim KK Nr.1 am Klavier, Previn beim KK Nr.2. Man merkt beiden den Spaß an dieser Musik an. Previn am Klavier gefällt mir besser als seine dirigate.

      Klavierkonzerte Nr.1(Bernstein) und 2(Previn)
      Cellokonzert Nr.1 (Rostropowitsch)

      New Yorker PH / Bernstein
      Philadelphia Orchestar / Ormandy (Cellokonzert)

      CBS, 1959/60, ADD


      :)Von den neueren Aufnahmen, hier auf SACD, ist die von Rachmaninov schon genannte und abgebildete Hamelin-Aufnahme unschlagbar.
      :engel Ein ganz heißer Leckerbissen ist auf dieser CD auch das Schtschedrin Klavierkonzert Nr.2.
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von teleton ()

    • Ich habe heute das 1.KK im Vergleich gehört, und stelle mal wieder fest, dass ich das nicht besonders gut kann. Ich versuche trotzdem mal ein Resumée:

      Gehörte Aufnahmen:

      Dmitri Shostakovich, Ludovic Vaillant, Orchestre National de la
      Radiodiffusion Francaise, André Cluytens
      Martha Argerich, Guy Touvron, Würtembergisches Kammerorchester
      Heilbronn, Jörg Faerber
      Martha Argerich, Sergei Nakariakov, Orchestra della Svizzera Italiana,
      Alexander Vedernikov (live)
      Leif Ove Andsnes, Hakan Hardenberger, City of Birmingham Symphony
      Orchestra, Paavo Järvi
      Mikhail Rudy, Ole Edvard Antonsen, Berliner Philharmoniker,
      Mariss Jansons

      Ein Überblick über die Zeiten der Sätze (I Allegro moderato, II Lento, III Moderato, IV Allegro con brio)

      Shostakovich: I 6.02, II 7.46, III 1.46, IV 6.17
      Argerich: I 6.05, II 8.23, III 1.43, IV 6.31
      Argerich live: I 5.56, II 7.25, III 1.28, IV 6.49
      Andsnes: I 5.59, II 7.30, III 1.29 IV 6.30
      Rudy: I 5.58, II 8.29, III 1.41, IV 6.40

      Die Aufnahme mit Rudy gefällt mir weniger gut: er produziert zwar im langsamen Satz sehr schöne Töne, spielt aber insgesamt zu glatt bisweilen schleppend. Der Streicherklang der Berliner ist natürlich wunderschön, aber eigentlich für dieses Konzert zu luxuriös, da dürfte es mehr Ecken u. Kanten geben; Trompeter gut.
      Andsnes hat mich positiv überrascht: sehr lebendig, klar und durchaus spannend; auch das Orchester unter Järvi kann mich überzeugen, sehr rhythmisch, exakt; Hardenberger mit wenigen Einschränkungen sehr gut.
      Argerichs neuere live-Aufnahme ist schon ein Knaller: sie stürzt sich mit vollem Risiko ins Geschehen, ein paar mal überschlägt sie sich fast; das mag für manche schon zuviel des Guten sein, ich mag so etwas, und dem Werk tut es durchaus gut; Nakariakov ist perfekt, auch das Orchester trifft den Charakter des Stücks.
      Argerichs erste Aufnahme unter Faerber ist dagegen sicher im Gesamteindruck stimmiger, runder und sehr faszinierend. Trompeter gut, Orchester solide (im besten Sinne). Argerich spielt im Vergleich zu Andsnes einfach leidenschaftlicher.
      Shostakovich selber läuft eher ausser Konkurrenz. Pianistisch sind die anderen sicher besser. Dennoch möchte ich diese Aufnahme nicht missen, denn man spürt doch eine gewisse "Authentizität"; mich berührt diese Aufnahme jedenfalls.

      Noch ein Wort zum Klang: Argerichs live-Aufnahme bei EMI: sehr direkt bis hart, dagegen wirken alle anderen ein bisschen "wattiert".

      Gruß, Nikolaus.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von nikolaus ()

    • Hallo Nikolaus,

      angeregt durch Deine Eindrücke (wie Du ja weißt geht fällt mir das auch richtig schwer) habe ich mir auch noch mal die KKs angehört. Du solltest Dir unbedingt noch die anhören:



      Yefim Bronfman dem Los Angeles Philharmonic geleitet von Esa-Pekka Salonen

      Richard hat die oben schon mal genannt. Ich war gerade wieder total begeistert - lebendig, dann wieder beklemmend und das ganze technisch perfekt. So muss Musik sein!

      :hello
      Walter
    • Original von Walter
      Hallo Nikolaus,

      angeregt durch Deine Eindrücke (wie Du ja weißt geht fällt mir das auch richtig schwer) habe ich mir auch noch mal die KKs angehört. Du solltest Dir unbedingt noch die anhören:



      Yefim Bronfman dem Los Angeles Philharmonic geleitet von Esa-Pekka Salonen

      Richard hat die oben schon mal genannt. Ich war gerade wieder total begeistert - lebendig, dann wieder beklemmend und das ganze technisch perfekt. So muss Musik sein!

      :hello


      Hallo Walter!

      Ich habe natürlich den Faden vor meinem Beitrag noch einmal gelesen und muss gestehen, dass ich doch neugierig geworden bin. Bronfman ist sicher auf meiner "to-do-Liste" für den nächste Flug ins All zum Stern mit den Ringen... :wink

      Gruß, Nikolaus.
    • Ich habe es mir gerade mit einem Glas Rotwein gemütlich gemacht, eine Schostakowitsch-Biografie kurz angeblättert (kam heute an und wird demnächst begonnen) und habe eingelegt:



      Nachdem mich ja vor Kurzem beim Radiohören das Cellokonzert Nr. 1 spontan so fasziniert hatte, musste ich unbedingt mehr wissen und hören von Schostakowitsch, den ich bisher kaum kenne.
      Das Klavierkonzert ist fast zu Ende und es gefällt mir ganz ausgezeichnet, es macht richtig Spaß es anzuhören, ich glaube, ich werde es gleich nochmal wiederholen!

      Ich denke, das wird nicht meine letzte Anschaffung von diesem Komponisten sein
      Hebre
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis
    • Gestern hörte ich aus dieser Box das 1. Klavierkonzert von Schostakowitsch.



      Schade, schade, dass hier die Klangqualität der Aufnahme nicht mit der Leistung der Musiker, vor allem E. Kissin’s im Einklang ist.
      Die Huster und Publikumsgeräusche sind erträglich, aber die Aufnahme klingt doch einfach schrill und scharf an vielen Stellen. Aber was Kissin und Spivakov hier leisten ist klasse, eine richtig gute Aufnahme ist das von der künstlerischen Leistung her.
      Kissin spielt einen wirklich brillianten und ausdrucksstarken Part.
      Wie ich gesehen habe gibt es noch weitere Aufnahmen des Konzerts mit ihm.
      Da könnte ich mir doch glatt eine noch bestellen :P
      _____

      Administrator: Das Klassikforum



    • Fast zeitgleich erschienen, fordern diese beiden Neueinspielungen geradezu einen Vergleich heraus.

      Mir scheint die Herangehensweise grundsätzlich verschieden.
      Die Melnikov-Aufnahme betont das Extreme, Grelle, Karikierende, auch das Virtuose (und übertrifft dabei Shostakovichs eigene Aufnahme unter Cluytens bei weitem). Die Tempi sind zügig, das Orchester zieht dabei gut mit. Das Klavier steht dabei v.a. auch tontechnisch extrem im Vordergrund.
      Die Korobeinikov-Aufnahme ist bedächtiger, introvertierter, hier höre ich mehr das Dunkle, Abgündige. Der Klang ist runder, voller, wahrscheinlich auch wegen des grösseren Orchesters.

      Über das Pianistische mag ich nicht urteilen. Beides sind hervorragende Pianisten, und ich kann die Begeisterung hier im Forum über Melnikov gut verstehen (die Schubert-Aufnahme mit Isabelle Faust ist wirklich grossartig).

      Eine von beiden wollte ich unbedingt haben, und ich habe lange gezögert und im Laden beim Reinhören immer wieder einzelne Passagen verglichen.
      Entschieden habe ich mich dann für Korobeinikov.
      Das mag u.a. daran liegen, dass ich nicht unvoreingenommen war, da ich Korobeinikov Anfang des Jahres bei den Folles Journées de Nantes im Fernsehen mit dem 2. Klavierkonzert gehört und gesehen habe und absolut gefesselt war.
      Die Melnikov-Aufnahme ist fantastisch, perfekt (zu perfekt?), erscheint mir aber momentan irgendwie zu "aufdringlich".

      Immer noch ein wenig zweifelnd über die Entscheidung, Nikolaus.
    • Ich kenne die CDs (noch) nicht, aber ich wundere mich, dass du die Aufnahme mit Melnoíkov als "aufdringlich" beschreibst. Mir ist er bisher eher mit subtilen und durchdachten Interpretationen aufgefallen. Nun hat Schostakowitsch natürlich (auch) was sehr grelles ... Ich habe die CD schon auf meiner Reinhör- Vormerk-Liste. Mal sehen, ob noch jemand anderes was dazu sagen kann.
      Heike
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis