Dmitri Schostakowitsch: Die Klavierkonzerte

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    • Dmitri Schostakowitsch: Die Klavierkonzerte

      Dimitri Schostakowitsch schrieb zwei Klavierkonzerte. Auch wenn das 2. Klavierkonzert im Schatten des ersten steht, ich mag und schätze beide Konzerte sehr. Insbesondere die langsamen Sätze zeichnen Schostakowitsch als Meister des Ausdrucks in seinen Werken aus. Diese emotionale Tiefe, die er in seinen Kompositionen zu ausdruck bringen kann, ist einfach sensationel.

      Konzert für Klavier, Trompete und Streichorechster c-moll op.35

      Das Konzert in c-moll wurde 1933 fertiggestellt. Einer Zeit, in der Schostakowitsch noch frei komponieren konnte. Auch wenn der Titel etwas "unklar" ist, so stellt es für mich ein Konzert für 2 Soloinstrumente dar. Zu bedeutet ist für mich die Trompete in diesem Werk.
      man höre nur alleine den Beginn des 2. Satzes, diese Streicher......himmlich.
      Der zweite Satz des viersätzigen Konzerts enthält für mich eine der Gänsehaut stellen überhaupt!

      Konzert für Klavier F-Dur op.102

      Das Konzert widmete Schostakowitsch seinem Sohn Maxim und es wurde daher oft als "leicht" abgetan. Maxim führte das Konzert am 10.Mai 1957 (seinem 19. Geburtstag) zum Abschluß seiner Ausbildung an der Zentralen Musikschule auf.

      Mittlwerweile besitze ich zahlreiche Aufnahmen der Konzerte:
      Argerich (nur #1), Leonskana, Uhlig, Ogdon (#2), Andsnes (#1) und natürlich Hamelin.

      Wie gefallen euch diese Konzerte? Schätzt ihr sie ebenso hoch ein wie ich?
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Mit Sicherheit gehöre ich nicht zu den allergrößten Bewunderern von M.A. Hamelin. Zu oft empfinde ich dafür seine Aufnahmen, bei zugegebenermaßen aller technischen Fähigkeiten, asl zu "unmusikalisch" und "unterkühlt".

      Seine Aufnahme der Schostakovitsch Klavierkonzerte für Hyperion ist aber mit Sicherheit eine der Top Aufnahmen, die es zu kaufen gibt.
      Anfangs hatte ich einige "Schwierigkeiten" mit der Aufnahme. Jedoch ist sich sicherlich eine der beste überhaupt.



      Interpretation: :times10
      Klang: :times10

      Als Bonus gibt es noch das 2. Klavierkonzert von Rodion Shchedrin
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Meine Lieblingsaufnahmen der Schostakowitsch-Konzerte sind und bleiben diejenigen mit dem amerikanischen Pianisten Eugene List und dem Moskauer RSO unter Maxim Schostakowitsch von 1975.

      List hält wohl auch posthum noch den Rekord an Aufführungen des 1.Konzertes.

      Es gab diese Aufnahmen(Orginal Melodija/CBS) preisgünstig auf CD bei RCA, aber sie sind schon lange gestrichen.

      Im zweiten Konzert gibt es natürlich diesen wunderbaren langsamen Satz, aber trotzdem ist für mich die Substanz leider für einen Komponisten wie Schostakowitsch enttäuschend.
      Es war wohl tatsächlich nur komponiert worden, um den eigenen Sohn ein wenig zu "ärgern", jedenfalls sind diese ganzen Klavierläufe im ersten und letztem Satz Zitate aus u.a. der Hanon-Klavierschule, die Maxim büffeln mußte und dann in diesem Konzert wiederfand.

      Beste Grüße,
    • hallo,

      erstmalig hörte ich das konzert für klavier, obligate trompete und orchester (1. klavierkonzert) von schostakowitsch in einem live-rundfunkmitschnitt vom prager frühling (ich glaube so 1982) im radio. es spielte der prokofieff-spezialist vladimir krainjev mit den moskauer virtuosen. ich war sofort von diesem stück begeistert, man wird ständig auf's glatteis geführt ! :leb

      irgendwann hatte ich dieses konzert dann mit kissin und den mosk. virtuosen als mc. eine gute aufnahme.


      ich habe die hyperion-aufnahme mit hamelin und kann Sergejewitschs sowie Jeremias' urteil diesbezüglich nur bekräftigen. ich würde diese aufnahme sowohl für die beiden schostakowitsch als auch das 2. konzert von schtschedrin als referenz in punkto perfektion (interpretation, zusammenspiel mit dem orchester, aufnahmetechnik) bezeichnen. das einzige, was der hamelin-aufnahme fehlt, ist die spontaneität (studio-athmosphäre). und da kann ich den live-mitschnitt der DG mit martha argerich und dem heilbronner kammerorchester unter c. färber empfehlen. hier ist das 1. schostakowitsch-klavierkonzert mit dem 11. klavierkonzert von joseph haydn gekoppelt. die risikobereitschaft der pianistin ist staunenswert (wie immer bei martha !). :down

      gruß, siamak :cool
    • Lieber siamak,

      von Krainjew gibt es auch eine Einspielung des 1.Konzertes unter Maxim Schostakowitsch, wie die List-Aufnahme von 1975 und hierzulande bei der DGG auf Schallplatte herausgekommen.
      Und die suche ich dringend, nachdem ich im Internet Ausschnitte gehört habe, das war grandios :down

      Kennst Du die Aufnahmen mit Schtschedrin selber als Solisten seiner Klavierkonzerte?
      Sicher, die Hamelin-Aufnahme ist natürlich nun "Referenz", aber Schtschedrin ist selber ein toller Pianist und die Aufnahmen mit ihm ganz hervorragend.
      Er ist nicht nur ein bemerkenswerter Komponist sondern war auch jahrelang der Liebhaber von Maria Schell :ignore

      Da habe ich irgendwann einmal aus versehen das "Goldene Blatt"gelesen... :D

      Viele Grüße,
    • @korngold, siamak,

      in der Aufnahme des ersten Klavierkonzerts mit M. Argerich habe ich das Werk auch kennengelernt. Risikobereitschaft und grandiose emotionale Tiefe sind für mich die Kennzeichen dieser Aufnahme. Grandios!



      Natürlich ist das Werk voller "Anspielungen" wie z.B. aus der >Appassionata Sonate< von L.v.B.
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Hallo,
      nicht zu vergessen die "Wut über den verlorenen Groschen" Vera.....am Schluß, welche leider gerne zu langsam genommen wird.

      Die Aufnahme mit Argerich ist natürlich toll, aber ich für meinen Geschmack brauche einen größeren Streicherkörper, wenn möglich dann auch mit dem typisch schwarzen, voluminösen Sound der russischen Orchester.
      Meiner Meinung nach steht Eugene List, Gott habe ihn selig, überhaupt nicht zurück, was Risikobereitschaft und emotionale Tiefe angeht.

      Alles gute,
    • Eine IMO sehr gute Aufnahmen, die zurecht auch im Harenberg genant wird, ist die Aufnahme von E. Leonskaja unter H. Wolff.



      Die Aufnahme ist zwischenzeitlich auch über das Label Apex veröffentlicht wurden und stellt damit auch eine preisgünstige Alternative dar.



      Leonskaja lotet die Rafinessen der Konzerte vorzüglich aus und wird von einem vorzüglichen packenden Saint Pauls Chamber Orchestra geleitet.

      Interpretation: 9
      Klang: 7-8

      Mit auf der CD: DSCH Klaviersonate #2
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Hallo,

      von Schostakowitschs Klavierkonzerten besitze ich selbst nur eine Aufnahme. die des Komponisten am Klavier aus den 50ern in Mono.
      Ich hatte vor nicht alzu langer Zeit die Möglichkeit, in Hamelins Aufnahme hineinzuhören. Ich fand sie klanglich sehr gut, aber in der Interpretation schleppend und langweilig, was sich aber nach öfteren Hören sehr ins Positive verwandelte. Dieser Effekt hielt dann aber nur so lange an, bis ich wieder einmal Schostakowitsch höchstpersönlich hörte. Deshalb empfehle ich ausdrücklich dessen Einspielung, derzeit im Midprice-Segment bei der EMI zu haben.

      MfG
      nubar
    • Ich habe auf CD nur die Naxosaufnahmen. Dann aber hörte ich vor einiger Zeit im Radio die Hamelininterpretation vom 2. Klavierkonzert ( und schnitt mir das auch mit). Ich muß sagen, daß ich dabei vor allem den langsamen Satz dieses Konzerts dort soviel poetischer und schöner fand, wirklich wunderschön, daß ich in meine Naxosaufnahmen da nicht mehr rein hören möchte.

      Gruß Martin
    • @nubar,

      so unterschiedlich können Einschätzungen sein.
      Die Aufnhame von DSch selbst auf EMI hatte ich einst als Leihgabe und empfand sie als gehetzt, unsauber gespielt und recht unglücklich!
      IMO war DSch zu dieser Zeit nicht in bester Verfassung las Pianist.

      Vielleicht sollte ich mir die Aufnahme nochmal ausleihen!
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Gestern hörte ich mir nochmals die durchweg gute Aufnahme mit Florian Uhlig an. Er spielt einen guten Klavierpart kommt dabei IMO aber nur fast an die ganz großen Aufnahmen wie Hamelin, Argerich usw. ran.



      Der Klang ist ordentlich, aber für meinen Geschmack etwas zu breit und "satt"!

      Interessant an der CD ist die Bearbeitung für Klavier und Kammerorchester von Ilya Dimov des "Concertino für 2 Klaviere op-92"
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      Administrator: Das Klassikforum
    • gestern habe ich eine weitere Aufnahme der Klavierkonzerte genauer angehört:



      eine Aufnahme die mich dadurch begeistert, dass das Klavier und die Trompete gleichberechtigt nebeneinander wirken. Nicht so emotional wie bei der Argerich sondern eher eine Zwiesprache der Instrumente auf intellektueller Ebene.

      Auch die Aufnahmequalität stimmt - ein Höchstgenuss
      Walter
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