wann sollte man am besten mit einem Instrument anfangen?

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    • wann sollte man am besten mit einem Instrument anfangen?

      Also wenn ich nerve, werd ich erstmal nicht so viel fragen, aber es ist schön mal darüber zu lesen und auch vieles zu erfahren, meine Kleinere ist 3 Jahre und sie würde am Liebsten jetzt schon mit Gitarre oder Klavier anfangen und fragt immer, aber ich weiß nicht wann das beste Alter dafür ist, denn verderben möchte ich es ihr dann ja auch nicht falls es noch zu früh ist, bzw. ehrlich gesagt kann ich mir persönlich nicht vorstellen, daß es in so einem geringem Alter geht denn Noten lernen wohl noch etwas zu schwer oder?
    • RE: wann sollte man am besten mit einem Instrument anfangen?

      Eine gute Frage, die man durchaus mal diskutieren kann. Allerdings kann sie nicht pauschal beantwortet werden.
      Ich persönlich habe in meinem Unterricht (ich bin ja auch Pianist) eigentlich generell festgestellt, dass die Gruppe um so etwa 8-9 Jahre herum als Anfängeralter ideal ist. Mit ganz kleinen habe ich durchweg schlechte Erfahrungen gemacht.
      Generell (in manchen Fällen kann man aber natürlich ganz anders vorgehen) empfehle ich, mit ganz kleinen Kindern (und 3 Jahre ist wirklich sehr klein) erst einmal zur musikalischen Früherziehung oder einer allgemeinen rhythmisch-musikalisch orientierten Veranstaltung zu gehen, damit sie erst einmal ein wirkliches Gefühl für Musik ausbilden können, bevor sie sich festlegen auf ein Instrument und sich dann damit kurz abmühen, bevor sie die Lust verlieren (in dem Alter kann sich niemand lange konzentrieren; man entdeckt die ganze Welt noch und hat keinen Bock, jeden Tag die Gitarre zu zupfen). Aber wie gesagt: im Fall einer Hochbegabung kann man auch mit 2 anfangen...

      Grundsätzlich muss man bei Instrumenten wie Trompete, Horn, Posaune bei kleinen Kindern vollkommen abraten, weil die Lunge das noch nicht aushält. Klassischer Gesang darf erst nach dem Stimmbruch begonnen werden, wenn man nichts versauen will (wird trotzdem oft genug gemacht). Je kleiner die Kinder sind, desto größer die Gefahr, dass durch einen unachtsamen Lehrer Fehlhaltungen besonders ausgeprägt werden: wenn die Kraft noch nicht da ist, wird vielleicht der Rücken krumm in alle Ewigkeit o.ä.

      Und natürlich - das ist sowieso das allerwichtigste - müssen die Eltern täglich mit den kleinen ran, auch müssen sie eigentlich wie der Lehrer auf Haltungsprobleme etc achten. Und so was braucht unglaubliche Nerven bei Kindern unter 6. Daher würde ich generell den Beginn der Schulzeit als Grenzmarke sehen. Letztlich spielen aber zu viele Faktoren zusammen, als dass man überhaupt etwas verbindlich dazu sagen könnte.
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Original von Rachmaninov
      hat IMHO nicht in diesem Forum zu suchen!


      ... wo Du recht hast... :ignore

      Ich hatte mir gerade überlegt, ob wir vielleicht irgendwo ein "Praktiker-Eckchen" einrichten könnten oder sollten, weil es inzwischen ja ein paar solcher Themen gibt (wie z.B. auch das hier ) und die eigentlich nirgendwo so richtig aufgehoben sind. Vielleicht auch als Teilbereich im Hinterzimmer?

      Liebe Grüße

      Sabine
      ... the rest is silence
      William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
    • Doch, doch, das kann man doch fragen! Allerdings kommt das jetzt auch in die "Praktiker-Sektion". Ok?
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Ich selber habe mit knapp 6 Jahren angefangen, ein Jahr bevor ich in die Schule gekommen bin (Septemberkind; da ist das etwas kompliziert mit dem Zeitpunkt der Einschulung...). Mir hat das nicht geschadet, wobei ich auch eine Lehrerin hatte, die mit Kindern diesen Alters sehr gut zurecht kommt. An meiner bisherigen Hochschule habe ich festgestellt, dass eigentlich alle Streicher und Pianisten in ca. diesem Alter angefangen haben, also zwischen 5 und 7. Ich denke, dass da sehr sehr viel vom Lehrer und den Eltern abhängt. Wenn der Lehrer nicht mit Anfängern und Kindern in dem Alter kann wird das nichts, wenn schon, dann denke ich durchaus, dass diese Leute dann später einen Vorteil gegenüber denen haben, die vielleicht erst mit 10 oder 12 Jahren anfangen, wobei natürlich auch hier Ausnahmen die Regel bestätigen :)
      "Wir können genauso gut unsere Geigen nehmen und sie mit unseren Knien zerbrechen." (Fritz Kreisler über Jascha Heifetz)
    • Original von Nicolas_Aine
      Ich selber habe mit knapp 6 Jahren angefangen, ein Jahr bevor ich in die Schule gekommen bin (Septemberkind; da ist das etwas kompliziert mit dem Zeitpunkt der Einschulung...). Mir hat das nicht geschadet, wobei ich auch eine Lehrerin hatte, die mit Kindern diesen Alters sehr gut zurecht kommt. An meiner bisherigen Hochschule habe ich festgestellt, dass eigentlich alle Streicher und Pianisten in ca. diesem Alter angefangen haben, also zwischen 5 und 7. Ich denke, dass da sehr sehr viel vom Lehrer und den Eltern abhängt. Wenn der Lehrer nicht mit Anfängern und Kindern in dem Alter kann wird das nichts, wenn schon, dann denke ich durchaus, dass diese Leute dann später einen Vorteil gegenüber denen haben, die vielleicht erst mit 10 oder 12 Jahren anfangen, wobei natürlich auch hier Ausnahmen die Regel bestätigen :)


      Mein kleiner Neffe hat mit sechs Jahren angefangen, Cello zu lernen, und ihm hat es definitiv nur genützt. Der Schüler sollte es nach Möglichkeit wirklich selbst wollen. Das war bei meinem Neffen der Fall, und erfreulicherweise ist er noch heute, vier Jahre später, mit derselben Begeisterung dabei und schon richtig gut.

      Aber Jean-Guihen Queyras beispielsweise hat meines Wissens "erst" mit neun Jahren angefangen, Cello zu lernen. Und ist ein überaus bekannter Cellist geworden.

      Rostropovich erhielt mit zehn Jahren den ersten Cellounterricht, war allerdings durch das Klavier "vorbelastet". Und er wurde vielleicht der beste Cellist der jüngeren Vergangenheit.

      Wie andere schon schrieben, so pauschal kann man das einfach nicht sagen.
    • Ach ja, ich habe das Blockflötespielen mit sechs Jahren auf der Sopranflöte erlernt und bin mit elf Jahren auf die Altflöte (die in f) umgestiegen. War wohl jeweils der richtige Zeitpunkt für mich. Die Altflöte in g, die ich als Besonderheit besitze und spiele, habe ich erst vor knapp zwei Jahren dazugenommen - da war ich schon fast 37.