Mendelssohn: Konzerte für Klavier und Orchester

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    • Mendelssohn: Konzerte für Klavier und Orchester

      Hallo Mendelssohn-Freunde,

      den 200. Mendelssohn-Geburtstag möchte ich zum Anlass nehmen hier und heute diesen großen Romaniker zu würdigen.

      Ich wundere mich über mich selber, denn die Mendelssohn-KK habe ich gestern zum Anlass des 200.Geburtstags von Mendelssohn zum ersten mal bewußt gehört.
      Anlass war gestern am 08.01. auf ARTE das GALA-Konzert zum 200.Mendelssohn-Geburtstag des Gewandhausorchester Leipzig mit dem Chefdirigenten Riccardo Chailly, das später nochmal auf MDR lief.


      Als zweites Werk wurde das Klavierkonzert Nr. 1 G-Moll op. 25 mit dem Pianisten LangLang gespielt. Viele werden beim Lesen des Namens LangKurz jetzt die Nase rümpfen. Lang Lang spielte das Konzert für meine Begriffe mit angemessener Intensität und einer zündenden Orchesterbegleitung, die alle Register zog und ein packendes Finale zündete. Das Show-Gehabe von LangLang nervte allerdings, sodass es mich immer wundert, wie er bei dieser schauspielerischen Leistung den Part doch so sauber hinbekommt. Wenn nur eine Hand nötig war, hielt er die Andere hoch: "Guckt mal, ich kanns mit Einer".
      :) Egal, die Aufführung war gut; nicht zuletzt wegen der TOP-Unterstützung des fabelhaft und beherzt spielenden Orchesters unter Chailly.


      Nach dem Konzert, das durch Mendelssohns Sinfonie Nr.3 beendet wurde habe ich mir meine Mendelssohn-KK-CD´s rausgeholt, die ich seit ca.15-20Jahren im CD-Schrank habe - gibts denn sowas X(

      **** Es ist eine CBS-Doppel-CD mit Serkin / Philadelphia Orchestra / Ormandy die auch die beiden Konzerte für 2Klaviere und Orchester (Gold und Fizdale an den Klavieren) enthält. Diese habe ich mal irgendwann gehört - Kennen ist was anderes.
      Diese Serkin/Ormandy-Aufnahme geht beherzt und flott ans Werk mit einer frische, die einfach Spaß macht. Leider klingt das durch Ormandy sehr beherzt und feurig aufspielende Orchester (darin Chailly gestern nicht unänhnlich) sehr dick, sodaß die zahlreichen Paukenstellen (wie gestern bei Chailly zu sehen war) im Orchesterklang untergehen. Aber pianistisch habe ich da mit Serkin eine Aufnahme, die weiteren Käufe im Prinzip ausschließt und unnötig macht.

      Heute findet sich meine CBS-Aufnahme auf dieser SONY-CD:

      SONY, 1958, ADD
      :engel Ich habe beide Mendelssohn-KK mit Freude gehört und kann es nicht verstehen, wie diese Werke bisher an mir vorbeigeschliddert sind.



      Ein weitere Vergleich war mir nämlich auch gegeben durch diese Neuaufnahme von 2001
      (auch diese CD stand seit Oktober 2008 ungehört bei mir rum):


      KK Nr. 1 und 2
      Thibaudet / Gewandhausorchester Leipzig / Blomstedt
      Decca, 2001, DDD

      Der Klang ist natürlich bei dieser Decca-Aufnahme zeitgemäß und sehr ordentlich.
      :cool Aber es ist vieles zu bemängeln:
      1. Das Klavier klingt ziemlich rund und weich und hat nicht den brillanten markigen Klang des Steinway-Flügels, wie gestern bei LangLang; aber es fehlt bei Thibaudet auch der beherzte volle Anschlag und das Feuer wie bei Serkin (der bestimmt auch einen Steinway hatte).
      2. Das Gewandhausorchester Leipzig wird durch Blomstedt nicht so lebendig angefeuert wie gestern unter Chailly und bleibt auch weit hinter Ormandy im pauschalen Begleiten hängen - da kommt keine Freude von den Musikern rüber, die ihren ehemaligen Orchsterleiter Mendelssohn mit angemessener Leidenschaft abliefern würden. Zu flach das Ganze.
      3. Einzig die orchstralen Strukturen kommen deutlich heraus und die Paukenstellen sind zu hören, aber auch hier ohne Verve.
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • RE: Mendelssohn: Konzerte für Klavier und Orchester

      Original von teleton

      Anlass war gestern am 08.01. auf ARTE das GALA-Konzert zum 200.Mendelssohn-Geburtstag des Gewandhausorchester Leipzig mit dem Chefdirigenten Riccardo Chailly, das später nochmal auf MDR lief.
      Als zweites Werk wurde das Klavierkonzert Nr. 1 G-Moll op. 25 mit dem Pianisten LangLang gespielt.


      Das gibt es am 14.2. auch in Hamburg zu hören. Die Preise für die Plätze:

      € 200,-/ 170,-/ 130,-/ 90,-/ 20,-,

      wobei die 200-Euro-Plätze bereits ausverkauft sind - wo sonst die Hamburger immer so knauserig sind in diesen Dingen! Ein ernstzunehmender Hinweis darauf, als was für eine Art von Veranstaltung dies gesehen wird - Kategorie "Spektakel"...



      Thibaudet / Gewandhausorchester Leipzig / Blomstedt
      Decca, 2001, DDD

      1. Das Klavier klingt ziemlich rund und weich und hat nicht den brillanten markigen Klang des Steinway-Flügels,


      Auf was für einem Instrument spielt denn Thibaudet?

      Grüße,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.
    • Ich habe mir, angespornt durch seinen Geburtstag und einer "Empfehlung" eines Freunds die Mendelssohn-Klavierkonzerte zugelegt. Das 1. war mir flüchtig von einer Aufnahme mit Lang Lang (der scheint dieses Konzert zu mögen :)) bekannt.

      Mehr aus Bewunderung und allgemeinem Interesse für den Pianisten Murray Perahia habe ich mir dan einfach diese CD (zusammen mit seinen tollen Bach-Partiten!) gekauft:



      Da sind beide Klavierkonzerte und noch seine Klaviersonate op. 6 drauf.
      Um genaueres über die Interpretation zu sagen, muss ich sie aber erst noch mal anhören...

      Grüße,
      Kreisler
      von eurem kreislerianer
    • RE: Mendelssohn: Konzerte für Klavier und Orchester

      Original von teleton
      Ein weitere Vergleich war mir nämlich auch gegeben durch diese Neuaufnahme von 2001
      (auch diese CD stand seit Oktober 2008 ungehört bei mir rum):


      KK Nr. 1 und 2
      Thibaudet / Gewandhausorchester Leipzig / Blomstedt
      Decca, 2001, DDD

      Der Klang ist natürlich bei dieser Decca-Aufnahme zeitgemäß und sehr ordentlich.
      :cool Aber es ist vieles zu bemängeln:
      1. Das Klavier klingt ziemlich rund und weich und hat nicht den brillanten markigen Klang des Steinway-Flügels, wie gestern bei LangLang; aber es fehlt bei Thibaudet auch der beherzte volle Anschlag und das Feuer wie bei Serkin (der bestimmt auch einen Steinway hatte).
      2. Das Gewandhausorchester Leipzig wird durch Blomstedt nicht so lebendig angefeuert wie gestern unter Chailly und bleibt auch weit hinter Ormandy im pauschalen Begleiten hängen - da kommt keine Freude von den Musikern rüber, die ihren ehemaligen Orchsterleiter Mendelssohn mit angemessener Leidenschaft abliefern würden. Zu flach das Ganze.
      3. Einzig die orchstralen Strukturen kommen deutlich heraus und die Paukenstellen sind zu hören, aber auch hier ohne Verve.


      Die Aufnahme hatte ich auch einst gekauft. War, wenn ich mich recht erinnere, recht gut besprochen irgendwo.
      Mir hat sie nicht gefallen. Thibaudet's Klang fasziniert mich nicht, erscheint mir belandlos. So meine Erinnerung.
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von Amadeus Kreisler
      Ich habe mir, angespornt durch seinen Geburtstag und einer "Empfehlung" eines Freunds die Mendelssohn-Klavierkonzerte zugelegt. Das 1. war mir flüchtig von einer Aufnahme mit Lang Lang (der scheint dieses Konzert zu mögen :)) bekannt.

      Mehr aus Bewunderung und allgemeinem Interesse für den Pianisten Murray Perahia habe ich mir dan einfach diese CD (zusammen mit seinen tollen Bach-Partiten!) gekauft:



      Da sind beide Klavierkonzerte und noch seine Klaviersonate op. 6 drauf.
      Um genaueres über die Interpretation zu sagen, muss ich sie aber erst noch mal anhören...

      Grüße,
      Kreisler


      Diese Aufnahme habe ich extra wegen der Sonate gekauft.
      Die Klavierkonzerte sind aber noch ungehört.

      Sollte ich wohl nachholen!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • @ teleton:

      Hallo Wolfgang, also wenn Du es nicht getan hättest, dann wären die Mendelssohn-Klavierkonzerte irgendwann mein erster "eigener" Thread geworden.
      Auch ich schätze die zu Unrecht vernachlässigten Werke sehr.

      Meine (einzige) Aufnahme ist die von Andras Schiff mit dem BayRSO unter Dutoit:



      Für mich sehr schöne, auch klangtechnisch gelungene Einspielung (DDD, 1983).
      Aber Andras Schiffs Klavierspiel ist ja bekanntlich nicht jedermanns Sache.

      Gruß an den Rhein, jünter
    • Konzerte für 2 Klaviere und Orchester

      Die von Euch vorgestellten Aufnahmen der Klavierkonzerte Nr.1 und 2 sind sicher auch mögliche Alternativen zu Serkin/Ormandy (CBS).
      Besonders die von Kreisler und Rachmaninov genannte mit dem Pianisten Murray Perahia (SONY) hat gute Kritiken erhalten.

      @ Gamaheh
      Die nach meiner Empfindung (und nach Rachmaninov´s Bestätigung) nicht so umwerfende neue DDD-Aufnahme 2002 mit Thibaudet wurde zu meiner Verwunderung auch auf einem Steinway-Flügel gespielt.
      Ich habe das gerade im Decca-Textheft nachgelesen.
      (Gamaheh fragte nach dem Instrument.)

      Gamaheh - Du schreibst das GALA-Konzert zu Mendelssohns 200.Geburtstag wäre ein SECTACEL (in Hamburg).
      Ich fand das Geburtstagskonzert in Leipzig und das Drumherum sehr angemessen Feierlich zu Mendelssohns Geburtstag und konnte nichts von einem Spectacel feststellen. Ich denke sehr viel anders wird es in Hamburg auch nicht ablaufen.
      Da wird Helmut Schmitt dabei sein, der als Preisträger wegen der Krankheit seiner Frau in Leipzig nicht dabei sein konnte. Es wurde zur Mendelssohn-Preisverleihung einiges aufgefahren, was Rang und Namen hatte: als Laudatoren Justus Frantz (in Vertretung von Helmut Schmitt), Geraldine Chaplin, Ornella Muti und Simone Thomalla; Politiker waren neben Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, der die Preise überreichte, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sowie der ehemalige Ministerpräsident Sachsens, Kurt Biedenkopf (CDU) vorhanden.
      :thanks Ich fand es sehr festlich und Mendelssohn 200.Geburtstag würdig !



      :hello Aber kennt ihr auch die beiden Konzerte für 2 Klaviere und Orchester ?

      Ich habe gerade nachgesehen ob meine CBS-CD-Aufnahmen
      der beiden Konzerte für 2 Klaviere und Orchester mit
      Robert Fizdale und Artur Gold / Philadelphia Orchestra / Eugene Ormandy irgendwo angeboten werden.

      * Diese Aufnahme ist einzeln derzeit gar nicht mehr erhältlich, sie findet sich nur in dieser aktuellen 30CD-Mendelssohn-Box (49,95) auf CD9 wieder:


      Label: SONY & RCA, ADD, 30CD

      Concerto in E Major for Two Pianos and Orchestra
      1. 1 I. Allegro vivace
      2. 2 II. Adagio non troppo
      3. 3 III. Allegro

      Concerto in A-Flat Major for Two Pianos and Orchestra
      1. 4 I. Allegro vivace
      2. 5 II. Andante
      3. 6 III. Allegro vivace

      Auf der einen Seite verwunderlich, dass diese Konzerte so unbekannt sind.
      Auf der anderen Seite habe ich diese aber selbst auch vernachlassigt, indem ich meiner CBS-Doppel-CD mind.15Jahre keine Beachtung geschenkt habe.
      ((Solche Beispiele gibt es sicher bei Euch auch !??!))

      :beer Aus heutiger Sicht würde ich zu den beiden Werken selber und den Gold-Fizdale-Ormandy-Aufnahmen sagen : Es lohnt sich !
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Ich habe aus Anlass dieses Threads auch mal wieder meine Aufnahme dieser Konzerte herausgekramt, die wohl ansonsten noch längere Zeit ungehört geblieben wären. In meiner Erinnerung waren Mendelssohns Klavierkonzerte als angenehme, klassisch ausgewogene und schön klingende Kompositionen haften geblieben. Etwas despektierlich formuliert könnte ich auch sagen, dass ich sie wohl "ganz nett" fand, sie aber nicht weiter vermissen würde, dürfte ich sie nie wieder hören.

      Ich besitze ebenfalls die schon genannte Einspielung mit Murray Perahia unter Neville Marriner und seiner Academy of St. Martin in the Fields in anderer Aufmachung.



      Ich habe beide Konzerte jetzt zweimal hintereinander gehört. An meinem ursprünglichen Eindruck hat sich nichts geändert. Angenehme, gut eingängige Musik mit einigen virtuosen Passagen und sehr schönen langsamen Sätzen. Alles klingt frisch und kraftvoll. Nur: so recht will nichts hängen bleiben, keine Melodie, kein Motiv, das sich im Kopf festsetzt oder Passagen, wo ich denke "das musst du demnächst nochmal genauer hören." Bei Mendelssohns Symphonien und Ouvertüren ist das ganz anders, die höre ich sehr gerne und dementsprechend öfter.

      Bemerkenswert an den Klavierkonzerten ist noch, dass die Sätze attaca, also ohne wahrnehmbare Pausen ineinander übergehen. Mendelssohn empfand die Satzpausen als spannungstötend.
      "Es gibt Leute, die glauben, alles wäre vernünftig, was man mit einem ernsthaften Gesicht tut."
      -- Georg Christoph Lichtenberg

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