Gustav Mahler: Kindertotenlieder

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Gustav Mahler: Kindertotenlieder

      Guten Tag Klassikgemeinde,

      Friedrich Rückert


      * 16. Mai 1788 in Schweinfurt
      † 31. Januar 1866 in Neuses bei Coburg



      Gustav Mahler


      * 7. Juli 1860 in Kalischt, Böhmen
      † 18. Mai 1911 in Wien



      Gustav Mahler - Kindertotenlieder


      Die Geschichte der Kindertotenlieder beginnt eigentlich am 31. Dezember 1833. Alle sechs Kinder der Rückerts sind an Scharlach erkrankt. Am 31. Dezember des selben Jahres stirbt Rückerts jüngstes Kind und einzige Tochter Luise (* 25. Juni 1830) im Alter von 3 Jahren. Am 16. Januar stirbt sein Sohn Ernst (* 4. Januar 1829) ebenfalls an dieser Krankheit, im alter von 5 Jahren



      Nach dem Tod dieser beiden Kinder fing Friedrich Rückert an Gedichte über seine wie er sagte „beiden liebsten und schönsten Kinder" zu schreiben. Mit der Zeit wurden es über 400 Stück. Jedoch wurden nur wenige noch zu seinen Lebzeiten veröffentlicht und gedruckt.
      Im Jahre 1901 wählte Gustav Mahler aus diesen 428 Gedichten fünf aus, vertonte sie und erschuf den Zyklus der Kindertotenlieder. Und wie gut musste Mahler den Friedrich Rückert verstanden haben. Sechs seiner 11 Geschwister starben im Kindesalter, wenn das man nicht prägt, auch auf sein späteres Schaffen hin! Der gesamte Zyklus entstand dann zwischen 1901 und 1904. Komponiert hat Gustav Mahler diese Werke für die mittlere Singstimme, Mezzosopran /Bariton. Die Uraufführung fand am 29. Januar 1905 in Wien unter Leitung Gustav Mahlers statt. Der Bariton an seiner Seite war Friedrich Weidemann.


      1. Nun will die Sonn' so hell aufgehn
      2. Nun seh' ich wohl, warum so dunkle Flammen
      3. Wenn dein Mütterlein tritt zur Tür herein
      4. Oft denk' ich, sie sind nur ausgegangen
      5. In diesem Wetter, in diesem Braus



      "Ich kann es nicht verstehen, dass man den Tod von Kindern besingen kann, wenn man sie eine halbe Stunde vorher, heiter und gesund, geherzt und geküsst hat."


      Alma Mahler war empört darüber und verstand nicht wie man angesichts gesunder und fröhlicher Kinder sich so mit dem Tod auseinandersetzten kann. Eben noch mit den Kindern gespielt, sie geherzt, geküsst und kurz danach findet sie Ihren Mann schon wieder am Schreibtisch mit dem Komponieren von Kindertotenliedern beschäftigt. Ich gebe zu, es ist ein verrücktes Bild und würde eigentlich auch nicht zusammenpassen, wenn wir nicht schon wüssten, was Mahler in seiner Kindheit widerfahren ist. Angesichts dieser Umstände hätte ich ein wenig mehr Verständnis von Seiten Alma Mahlers erwartet. Ich bewundere diesen Komponisten für diese Einstellung. Hat er doch das Leid selbst miterlebt, ein ums andere mal, geliebte Brüder und Schwestern verloren, deren Anzahl sich letzten Endes auf 6 beliefen. Ich bewundere Menschen, die in Zeiten der „Freude“, in guten Zeiten, den Durchblick behalten, auch mal einen Gedanken an die Vergänglichkeit verlieren und sich dem meines Erachtens schönsten und auch wichtigsten Thema zuwenden, dem Tod. Drei Jahre später stirbt ebenfalls an Scharlach seine Tochter Maria-Anna. Wie ist wohl Rückblickend die Reaktion Almas ausgefallen? Ob sie es ihrem Mann wohl im Nachhinein weniger Übel genommen hat? Das glaub ich kaum! Wer es damals nicht verstanden hat wird Rückblickend wohl nur "Vorwurf" für denjenigen übrig haben. Ich weis nicht wie die Geschichte weitergegangen ist, würd mich aber brennend interessieren.

      Jürgen meinte einmal, dass ihn diese Lieder „extrem Schwermütig“ machen würden.
      Mich machen diese Lieder nachdenklich und immer wieder sehr nüchtern. Der Mensch kann es nicht ertragen, dauernd zu trauern, bei den Toten zu weilen, er sucht das Leben. Mit „nüchtern“ werden meine ich, dass ich angesichts dieser Tragik dieser Lieder, immerwieder den Blick nach oben schweifen lasse. Diese Tragik, die auch mich in eine Art „Schwermut“ versetzt stellt mich wieder auf den Boden der Tatsachen und weckt in mir immer die Gewissheit das eines Tages auch ich sterben muss. Die Beschäftigung damit, hat eine seltsam heilende Wirkung. Ich glaube dass ich deswegen diese Lieder immer wieder mit Freuden hören kann. Diese Lieder sind ein Meisterwerk der Liedkunst und mit Gustav Mahler haben diese Gedichte den wohl treffendsten Komponisten gefunden, welcher hier die traurige Zerrissenheit in Ton und Stimme zu pressen vermag.


      Michaela Friedrich beschreibt die Kindertotenlieder in ihrem Artikel vom 08.11.2008 auf Bayern 4 auch für meine Ansicht recht treffend.

      „ In Mahlers Kindertotenliedern birgt die Trauer schon den Trost in sich. Und umgekehrt ist jeder versöhnliche Ton von tiefer Melancholie durchdrungen. Wenig erfährt der Zuhörer über das Kind und sein Sterben aus den Liedern Gustav Mahlers – umso mehr jedoch über die Seelenqual des Hinterbliebenen. Der subjektive Gestus des Sängerparts, der Mahlers Liedschaffen allgemein prägt, ist in den Kindertotenliedern besonders stark präsent und verdrängt jene Stilmittel, die für Mahler sonst auch typisch sind wie folkloristisch anmutende Stimmungen sowie Tanz- und Marsch-Elemente. Die Trauer und die Verzweiflung wirken dadurch viel unmittelbarer auf Interpret und Hörer. „

      Trost gibt’s auch in diesen K-Liedern am passenden Punkt! Am Ende des letzten der 5 Kindertotenlieder „in diesem Wetter“ ist als Schlusspunkt gesetzt:

      „In diesem Wetter,
      in diesem Saus,
      in diesem Braus,
      Sie ruh'n als wie in der Mutter Haus,
      Von keinem Sturm erschrecket,
      Von Gottes Hand bedecket.“


      Die Gewissheit, dass das Kindlein, voll Unschuld, nicht zur Rechenschaft gezogen an diesem Orte haust. Was für ein Trost für diese Menschen!

      Mein liebstes Kindertotenlied ist übrigens das das dritte:

      Wenn dein Mütterlein


      Wenn dein Mütterlein
      tritt zur Tür herein,
      Und den Kopf ich drehe,
      ihr entgegen sehe,
      Fällt auf ihr Gesicht
      erst der Blick mir nicht,
      Sondern auf die Stelle,
      näher nach der Schwelle,
      Dort, wo würde dein
      lieb Gesichten sein,
      Wenn du freudenhelle
      trätest mit herein,
      Wie sonst, mein Töchterlein.


      Wenn dein Mütterlein
      tritt zur Tür herein,
      Mit der Kerze Schimmer,
      ist es mir, als immer
      Kämst du mit herein,
      huschtest hinterdrein,
      Als wie sonst ins Zimmer!
      O du, des Vaters Zelle,
      Ach, zu schnell
      erloschner Freudenschein!



      Was ist das doch für eine Stimmung, die von diesem Lied ausgeht, Herzergreifend.


      Die Aufnahmenbesprechung wird später folgen. Ich wollte sie hier nicht mit der Geschichte vermengen, welche viel zu ansprechend, ernst und kostbar ist, als das man gleich zur Besprechung von Aufnahmen übergeht. Sacken lassen und erst dann den Künstlern und Orchestern das Wort überlassen.

      Grüße und einen schönen (hoffentlich) sonnigen Tag!
      Daniel
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)
    • Guten Tag lieber Daniel,

      wie sehr freue ich mich, dass du dieses Thema eröffnet hast!
      Und besonders, da du es so schön eröffnet hast: Ich finde solch mehr subjektiven Beiträge über eine Komposition immer ganz besonders interessant.
      Besonders schön finde ich es, wenn erst einmal auf die Musik (und in diesem Fall den Text) selber eingegangen wird, als nur auf verschiedene Aufnahmen. Drum großes Lob :D

      Doch weil ich in meinem nächsten Beitrag hier wirklich etwas beitragen will, erlaube mir die Lieder jetzt erst noch ein mal zu hören...

      Viele Grüße,
      Kreisler
      von eurem kreislerianer
    • Original von kreisler
      Doch weil ich in meinem nächsten Beitrag hier wirklich etwas beitragen will, erlaube mir die Lieder jetzt erst noch ein mal zu hören...


      lass dir nur Zeit! Ich muss selbst noch einmal meine Aufnahmen hören....

      Grüße
      Daniel
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)
    • Danke für diesen wunderbaren Eröffnungsbeitrag!
      Ich werde heute abend gleichfalls in den Plattenschrank greifen.
      Jedenfalls kann auch ich sagen, dass die Lieder mich jedenfalls immer wieder gefangen nehmen. ich erinnere mich an eine Aufführung mit Thomas Quasthoff und Justus Zeyen hier in Köln, in der ich merkte, wie stark diese Werke Stimmung transportieren. Sehr ergreifend.

      Grüße
      Gerion
    • Meine Lieblingsaufnahme und eine der beiden in meinem Plattenschrank ist die Folgende:



      Bei den Totenliedern wird DiFiDi dort von den Berliner Philharmonikern unter Rudolf Krempe begleitet.

      Meine zweite Aufnahme ist diese hier:


      (Henschel, Hallé Orchestra, Nagano)

      Ich favorisiere die erste Aufnahme. Sie wird, glaube ich, auch von Anderen als Referenz bezeichnet. Fischer-Dieskaus ernsthafte Ausdrucksweise gefällt mir hier ganz wunderbar. Die Berliner unter Krempe begleiten angemessen, getragen, nicht aufdringlich, wie ein Reflektor der Sängeremotion. Es entsteht ein stimmiges Ganzes, dass den Eindruck der Lieder bestmöglich transportiert.

      Henschel singt etwas emotionaler, sein Vibrato finde ich etwas aufdringlicher als bei Fischer-Dieskau, was diesen Liedern mE nicht besonders gut bekommt. Insgesamt aber ebenfalls eine schöne Aufnahme, das Hallé Orchestra spielt wunderbar differenziert und zurückgenommen.

      Grüße
      Gerion
      :hello
    • Oh Herr!
      Hättest Du doch endlich ein Einsehen und würdest die Vokabel "Referenzaufnahme" aus dem Wortschatz der deutschen Sprache tilgen!

      Denn was besagt der Begriff? Worin besteht die Referenz? Oft doch aus einem in seiner Historizität befangenen Urteil, das oft von vielen nachgeplappert, aber noch häufiger nicht überprüft wurde. Darum "beware"! :S

      So, das musste raus, will aber nicht als persönlicher Angriff verstanden werden! :engel

      Zu Mahler. Fischer-Dieskaus frühe Einspielung der Kindertotenlieder in allen Ehren, das non plus ultra (und das ist es ja, was der Begriff "Referenzaufnahme" ja so schnell suggeriert) ist sie mit Sicherheit nicht.
      Dazu bei Gelegenheit per Einzelbesprechungen mehr.
      Tatsache ist: Es gibt so viele, musikalisch und interpretativ ebenbürtige, wenn nicht überzeugendere Einspielungen der Mahlerschen Lieder, dass man bei dieser Platte auf keinen Fall mit der Rezeption aufhören sollte, weil eine Worthülse suggeriert, der quasi-Olymp sei bereits erreicht.

      Hier einige Alternativen, die jeweils ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen haben, die aber allesamt von ausgesprochen intensiver und ernsthafter Beschäftigung mit der Materie zeugen. Ich präsentiere ersteinmal nur ein paar der mir vorliegenden Aufnahmen und nehme mir vor - wenn ich mehr Zeit habe als im Moment - diese peu à peu zu besprechen. Ich denke, kommende Woche kann's losgehen.

      Beginnen wir einmal mit Kathleen Ferrier,



      machen weiter mit Christa Ludwig,



      um dann nochmals Christa Ludwig zu besprechen:



      Weiter geht's mit Dame Janet Baker,



      dann - manch einer mag's vielleicht kaum glauben - mit Siegfried Lorenz,



      mit Andreas Schmidt



      und für den Moment abschließend mit Thomas Hampson



      Vielleicht stoßen die Besprechungen ja auf Euer Interesse...
      Und da es ja auch um den persönlichen Zugang zu Mahlers Liedern und vielleicht auch überhaupt zu Mahler geht, werde ich mich auch da nicht lumpen lassen.

      Viele Grüße
      :hello Agravain
    • Original von Agravain
      Oh Herr!
      Hättest Du doch endlich ein Einsehen und würdest die Vokabel "Referenzaufnahme" aus dem Wortschatz der deutschen Sprache tilgen!

      Denn was besagt der Begriff? Worin besteht die Referenz? Oft doch aus einem in seiner Historizität befangenen Urteil, das oft von vielen nachgeplappert, aber noch häufiger nicht überprüft wurde. Darum "beware"! :S

      So, das musste raus, will aber nicht als persönlicher Angriff verstanden werden! :engel

      Zu Mahler.


      X(

      Nun ja, ich muss gestehen, dass ich einige Schwierigkeiten habe, es nicht als Angriff zu verstehen. Der nachgeschobene Satz mit Engel gleicht das nach meinem Empfinden nicht aus. Aber sei's drum. :wink :)

      Ich darf darauf hinweisen, dass das Wort "Referenz" "Empfehlung" bedeutet, nicht jedoch singuläre Empfehlung, schon gar nicht non plus ultra. Sie hat auch nicht zwingend mit Historizität zu tun, sondern gibt schlicht ein Werturteil wieder. Mein Werturteil, das aber, nur weil ich das Wort verwende, nicht zwingend etwas mit Ignoranz, Verblödetheit oder Verbortheit zu tun haben muss. Ebensowenig habe ich mich nur mit dieser Aufnahme auseinandergesetzt, und ebensowenig werde ich aufhören, weitere Aufnahmen zu hören oder zu kaufen. Das zu Deiner Beruhigung, so dass Du fortan den lieben Gott wieder um die Lösung dringenderer Probleme bitten kannst. :P

      Mir fällt auf, dass Du ungefähr zu gleichen Teilen Beispiele mit weiblichen und männlichen Interpreten angeführt hast. Mich würde interessieren, welches Geschlecht Du und die Forianer beim Vortrag dieser Lieder bevorzugen?

      Gruß
      Gerion

      EDIT: Ach ja, und es wäre sehr nett, wenn Du vielleicht einen Favoriten aus Deiner interessanten Auswahl nennen könntest - ich wollte mir nämlich noch ein bis zwei Aufnahmen zulegen und bin für jeden Hinweis natürlich dankbar! Herzliche Grüße u. Danke :hello

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Gerion ()

    • Original von Gerion

      Ich darf darauf hinweisen, dass das Wort "Referenz" "Empfehlung" bedeutet, nicht jedoch singuläre Empfehlung, schon gar nicht non plus ultra. Sie hat auch nicht zwingend mit Historizität zu tun, sondern gibt schlicht ein Werturteil wieder.


      Hallo Gerion,
      na, wer wird denn mit einem menschen meiner Zunft Worte klauben wollen. Also: Natürlich heißt "Referenz" in der Grundbedeutung Empfehlung. Allerdings gibt das syntaktische Konstrukt Deiner eingangs gemachten Aussage eine so simple Übetragung nicht zu. Denn Referenz meint auch die "Stelle, auf die man sich berufen kann", sodass die Semantik des Wortes per se eine Wertung mitführt, ist doch die "Stelle, auf die man sich berufen kann" nichts anderes als die Autorität, vgl. bspw. stangl.eu/psychologie/definition/Autoritaet.shtml Und das schwingt, selbst wenn nicht von Dir intendiert, immer mit.

      Zum anderen ist jedes Werturteil nur aus seinem sozio-historischen Kontext heraus zu verstehen, Deines ebenso wie meines. Mentalitätsforschung und Mentalitätsgeschichte sind hier die Zauberworte. Es gibt keine Werturteile außerhalb dieses Zusammenhangs, was wiederum für die Unsinnigkeit der Verwendung des Referenzbegriffes spricht, verändern sich ja auch ständig die Autoritäten. Heraklit lässt grüßen. Aber - wie Du schon sagtest - sei's drum.

      Ich ärgere mich ja auch nicht speziell über Deine persönliche Verwendung des Begriffes, sondern über die in diversen Klassik-Foren alltägliche und unüberlegte Verwendung des Begriffes. Und da ich in den hier bisher von mir gelesenen Beiträgen immer wieder die in der Regel sinnhaftere Maxime a la "Lasst uns selbst hören und dann entscheiden" begegnet bin, war ich über das Auftauchen des die Perspektive leicht verstellenden Referenzbegriffes wie ich ihn verstehe verärgert. Ich liebe halt Kant und liebe auch Lessing. Sapere aude! Man sehe es mir nach. Und nochmals: Mit Dir hat das für mich wenig zu tun, auch wenn Du das so nicht heraushören kannst, also bitte kein böses Blut.

      Und wieder zu Mahlers Liedern. Ich denke, dass die Besetzung mit Männer- oder Frauenstimme bei den Kindertotenliedern schon einen Rezeptionsunterschied macht. Singen Frauen diese Lieder, bricht für mich etwas - ich kann es im Moment leider nur so etwas mulmig sagen - ausgesprochen Mütterlich, ja geradezu "Ewig-Weibliches" durch. Ich weiß, dass das der Erläuterung bedarf, aber dafür bin ich jetzt zu müde. Ein andermal also. Singt ein Mann, haben die Lieder für mich etwas gesellschaftlich Modernes, und zwar dahin gehend, dass hier mitten in Kompositionen des quasi wilhelminisch-imperialistischen Europas der Mann plötzlich als emotionales Wesen in Erscheinung tritt, was bis heute bei aller Aufweichung der traditionellen "Geschlechtercharaktere" immer noch besonders schockierend wirken kann. Mache ich mich verständlich? Ich weiß es nicht, da ich jetzt wirklich müde bin. Beim nächsten Mal mehr.

      Grüße
      Agravain
      :hello Agravain
    • Original von Gerion

      EDIT: Ach ja, und es wäre sehr nett, wenn Du vielleicht einen Favoriten aus Deiner interessanten Auswahl nennen könntest - ich wollte mir nämlich noch ein bis zwei Aufnahmen zulegen und bin für jeden Hinweis natürlich dankbar! Herzliche Grüße u. Danke :hello


      Na dann zwei Aufnahmen:

      Christa Ludwig unter Karajan
      Thomas Hampson unter Bernstein.

      Wieso? Die Einzelbesprechungen werden Klarheit schaffen!

      Gute Nacht! :hello
      :hello Agravain
    • Original von Agravain
      Hallo Gerion,
      na, wer wird denn mit einem menschen meiner Zunft Worte klauben wollen.


      Verzeihung, dass ich es wage. :wink

      Also: Natürlich heißt "Referenz" in der Grundbedeutung Empfehlung. Allerdings gibt das syntaktische Konstrukt Deiner eingangs gemachten Aussage eine so simple Übetragung nicht zu


      Dem von mir geschriebenen Satz mag Singularität entnehmen, wer sie hineinlesen will, er lässt aber auch eine andere Deutung zu. Ich bleibe dabei, dass es für ein Stück mehrere Referenzaufnahmen geben kann. Versteht man den Ausdruck so, wird mE auch ein Teil Deiner Kritik an der Begriffsverwendung hinfällig. Denn dann wird klar, dass mit Referenzaufnahme nicht die allein gültige, unverrückbare singuläre Empfehlungseinspielung gemeint sein kann. Vielmehr meint Referenzaufnahme eine oder mehrere in ihrem Gesamtbild überzeugende Aufnahmen, an der Andere sich aus der Sicht des Autors messen werden oder sogar zu messen haben. Der Aspekt des "sich-beziehens" in der Wortbedeutung verdeutlicht auch, dass die Einstufung als Referenz auch für den Einstufenden selbst nicht unumstößlich ist, denn in einem sich erweiternden Beziehungsumfeld mit neuen Aufnahmen können weitere Referenzen hinzutreten oder Wertungen sich ändern.

      Das Wort wird hier auch nicht von mir als erstem verwendet; die Suche nach "Referenzaufnahme" ergibt 53, die nach dem Plural "...aufnahmen" 25 Treffer.

      Denn Referenz meint auch die "Stelle, auf die man sich berufen kann", sodass die Semantik des Wortes per se eine Wertung mitführt, ist doch die "Stelle, auf die man sich berufen kann" nichts anderes als die Autorität, vgl. bspw. stangl.eu/psychologie/definition/Autoritaet.shtml Und das schwingt, selbst wenn nicht von Dir intendiert, immer mit.


      Sicherlich führt das Wort Referenz eine Wertung mit sich. Sie ist von mir durchaus intendiert. Aber eben in feinerer Abstufung. Es existieren mehrere Referenzen nebeneinander. Das ist problemlos möglich.

      Ich ärgere mich ja auch nicht speziell über Deine persönliche Verwendung des Begriffes, sondern über die in diversen Klassik-Foren alltägliche und unüberlegte Verwendung des Begriffes. Und da ich in den hier bisher von mir gelesenen Beiträgen immer wieder die in der Regel sinnhaftere Maxime a la "Lasst uns selbst hören und dann entscheiden" begegnet bin, war ich über das Auftauchen des die Perspektive leicht verstellenden Referenzbegriffes wie ich ihn verstehe verärgert.


      Aber, lieber Agravain, was hindert Dich daran, Aufnahmen selbst zu hören und zu bewerten, wenn ich eine als "auch von anderen als Referenz bezeichnet" vorstelle? Du kannst Dir selbst eine Meinung bilden, mithin kannst Du - wenn Du es möchtest - eine von anderen als eine der Referenzen betitelte Aufnahme besonders oder bevorzugt prüfen, musst es aber nicht. Liest Du nicht vielleicht etwas in den Begriff "Referenz" herein, was im Kontext der Aufnahmebesprechungen nicht hineingelesen werden muss?

      also bitte kein böses Blut.


      Aber nein, keine Sorge - die Diskussion finde ich sehr interessant. :hello

      Und wieder zu Mahlers Liedern. Ich denke, dass die Besetzung mit Männer- oder Frauenstimme bei den Kindertotenliedern schon einen Rezeptionsunterschied macht. Singen Frauen diese Lieder, bricht für mich etwas - ich kann es im Moment leider nur so etwas mulmig sagen - ausgesprochen Mütterlich, ja geradezu "Ewig-Weibliches" durch. Ich weiß, dass das der Erläuterung bedarf, aber dafür bin ich jetzt zu müde. Ein andermal also. Singt ein Mann, haben die Lieder für mich etwas gesellschaftlich Modernes, und zwar dahin gehend, dass hier mitten in Kompositionen des quasi wilhelminisch-imperialistischen Europas der Mann plötzlich als emotionales Wesen in Erscheinung tritt, was bis heute bei aller Aufweichung der traditionellen "Geschlechtercharaktere" immer noch besonders schockierend wirken kann. Mache ich mich verständlich? Ich weiß es nicht, da ich jetzt wirklich müde bin. Beim nächsten Mal mehr.


      Ja, das kann ich nachvollziehen. Bei männlichen Interpreten fühle ich mich immer noch angerührter, vielleicht, weil mir der Vortrag dort noch trostloser vorkommt. Ich werde zusehen, dass ich demnächst einmal eine Aufführung mit einer Interpretin zu hören bekomme. Der Live-Eindruck mit Quasthoff war sehr direkt und intensiv.
    • Original von Gerion

      [...] zu messen haben.


      Und eben dies müssen Aufnahmen nicht. Der Autor verstellt sich und ggf. auch anderen, da er, bedient er sich der Form der Besprechung, nolens volens als Rezensent fungiert, den wertneutralen Blick auf die neue Einspielung. Denn eine neue/andere Aufnahme eines Werkes "hat" überhaupt nichts "zu tun". Schon gar nicht muss sie sich messen. Sie ist erst einmal da und will dann möglichst unbefangen aufgrund Ihrer Eigenschaften - und wenn überhaupt dann mit der Partitur in der Hand und nicht mit einer anderen Aufnahme im Ohr - als künstlerisches Produkt betrachtet werden. Nur so kann die individuelle Leistung der Einspielung für alle gewinnbringend besprochen werden, nur so der individuelle Ansatz deutlich gemacht werden. (Mir fällt das beispielsweise die meist unzureichende Bewertung der Bruckner-Einspielungen Heinz Rögners ein). Erst dann kann sie, und zwar aufgrund der eindeutigen Offenlegung der persönlichen Präferenzen des Besprechenden/Empfehlenden, von jenem als persönliche Referenz bezeichnet werden. Das geschieht meist nicht oder zutiefst unzureichend. Aufgrund der Tatsache, dass der die Besprechung/Rezension/Empfehlung aufsuchende Leser/Hörer oft mit der Textgattung, die er vor sich hat, nicht richtig umgeht und auch nicht umgehen kann, weil der Autor seine Position nicht als singulär, sondern viel zu gern als allgemeingültig deutlich macht, werden schnell Werturteile tradiert, die lieber nicht tradiert werden sollten.

      Das Wort wird hier auch nicht von mir als erstem verwendet; die Suche nach "Referenzaufnahme" ergibt 53, die nach dem Plural "...aufnahmen" 25 Treffer.


      Quod erat demonstrandum.

      Liest Du nicht vielleicht etwas in den Begriff "Referenz" herein, was im Kontext der Aufnahmebesprechungen nicht hineingelesen werden muss?


      Nö. (Begründung s.o.) Ich lese heraus! :wink

      Fazit scheint mir in unserem Fall eine unterschiedliche Breite in der Begriffsverwendung zu sein, die ja auch nicht unbdingt verengt werden muss. Letzlich bleibt zu hoffen, dass sich der Leser/Hörer seine Meinung am zu Aufnahme und Empfehlung Ende selbst erarbeitet und nicht platt übernimmt.

      Zu Mahler später mehr.
      :hello Agravain

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Agravain ()

    • Besprechung "Kindertotenlieder" mit Siegfried Lorenz / Gewandhausorchester Leipzig / Kurt Masur (1980)



      Beginnen wir mit der schwächsten von mir genannten Einspielungen zuerst. Schwächsten? Wenn die Einspielung schwach ist, warum wird sie überhaput genannt? Was sind die Schwächen?

      Ich will mich kurz fassen. Das entscheidenden Problem der Aufnahme ist recht eindeutig das Dirgiat Masurs, der - meines Erachtens - einer der meistüberschätzten Maestros unserer Tage ist. Masur schafft es nicht, obwohl z.B. seine Einspielung von Mahlers 7. ein echtes Ereignis ist (er hat durchaus Sternstunden, auch sein "Paulus" und seine darstellung der "Vier letzten Lieder" mit Jessye Norman gehören in diese Kategorie), den natürlichen und doch expressiven Ton der Lieder Mahlers zu treffen. Oft werden Mahlers Hinweise zum Vortrag nicht wirklich beachtet, agogische und dynamische Vorschriften werden übergangen, Akzentuierungen werden nicht umgesetzt, Tempi sind bisweilen dem von Mahler anvisierten Charakter des Liedes nicht angemessen (z.B. Nr. 3 "Wenn Dein Mütterlein" - Schwer dumpf; Masur recht zügig; dito bei Nr. 4: flott statt "Ruhig bewegt, ohne zu eilen). Insgesamt wird so der bei allem kammermusiklischen Satz doch sehr prägnante Orchesterpart klanglich nivelliert. Das ist also nix.

      Der Grund dafür, die Aufnahme dennoch zu hören, ist der ausgesprochen schöne Gesang Siegfried Lorenz'. Sein leichter, eleganter Bariton ist das, was ich mir persönlich bei diesen Liedern wünsche, zumal die Anlage dieser Partie eine solche flexible und doch natürlich geführte Stimme geradezu fordert (zu denken wäre hier bspw. an die Schlussequenz von Nr. 4 "Wir holen sie ein auf jenen Höh'n!", bei der mir eine eher massive Stimme, wie in neuerer Zeit z.B. bei Quasthoff, der mir in den Gesellenliedern besser gefällt, klanglich problematisch erscheint). Darüber hinaus huldigt Lorenz kaum einem übermäßigem Pathos und dick aufgetragenem Sentiment, sondern versucht einen schlichten Ansatz, dessen natürliches Daherkommen überzeugen kann. Insgesamt jedoch fehlt dann aber bisweilen die ganz überzeugende Textdeutung und Partiturarbeit, wobei es an Masur gewesen wäre, hier mehr zu führen.

      Müsste ich eine Top-Ten aufstellen, dann hätten wir hier Platz 10.
      :hello Agravain

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Agravain ()

    • Guten Abend Agravain, Gerion,

      super, dass sich hier etwas geregt hat! Danke! Genau durchlesen werd ich mir die Beiträge demnächst (hab sie bisher nur überflogen) und dann kann ich endlich herausplatzen mit meiner Lieblingsaufnahme(n).

      Bis dahin,
      Beste Grüße!
      Daniel
      :beer
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von daniel5993 ()

    • Nun also zu Kathleen Ferriers Einspielung der "Kindertotenlieder" unter dem Dirigat Bruno Walters.




      Beide Künstler sind mittlerweile zu Mythen der Mahler-Exegese geworden, nicht zuletzt wegen der Direktverbindung des Dirigenten zu Mahler selbst, die dem Hörer schnell etwas von "Authenzität der Deutung" vermittelt.
      Auf der anderen Seite ist bspw. die Aufnahme der Kindertotenlieder 57 Jahre alt und die Mahlerdeutung hat sich genauso verändert wie das Sängerideal. Warum also diese Platte noch hören?
      Das hat entscheidend mit der ausgesprochen sinnfälligen und - trotz nicht akzentfreier Aussprache - klangschönen Darbietung Kathleen Ferriers zu tun. Zu einen hatte sie ein echte Alt-Stimme, keinen Mezzo, und dazu auch noch ein schönes Timbre, auch im hohen Register, das sie auch im echten pianissimo beherrscht. Das gibt es nicht oft. Hingegen wirkt das tiefe, bei der Ferrier profunde und schön dunkel gefärbte Register bei Mezzosopranen gepresst und klanglich eher flach.

      Darüber hinaus gestaltet sie intelligent und sehr textnah, ohne beispielsweise inhaltlich entscheidende Worte stark zu forcieren (ein Schwäche Fischer-Dieskaus). Sie betont - und das ist ja ein himmelweiter Unterschied zum Forcieren. Und doch hat ihr Vortrag gleichzeitig nichts Ausgeklügeltes, Verkopftes. Vielmehr gibt sie den Liedern einen natürlichen, ja fast (im positiven Sinne) naiv-natürlichen Ton, sodass der Hörer es leicht hat, sich mit dem Inhalt der Lieder zu identifizieren und die Betroffenheit des lyrischen Ichs unmittelbar nachzuerleben. Ganz ehrlich? Ich erlebe diesen Effekt immer wieder am Ende des zweiten Liedes (ab "Ihr wolltet mir mit eurem Leuchten sagen [...].")

      Eben diese Fähigkeit Katharsis zu initiieren ist nicht leicht und darin liegt die Kunst dieser Einspielung.
      :hello Agravain
    • Danke für diesen wunderbaren Thread und für die so feinfühlige Eröffnung ganz besonders!

      Ich bin ganz und gar nicht bewandert in Liedkunst, genau gesagt bin ich da sogar total unterbelichtet. Dieser thread hat mich jetzt angeregt, mir demnächst eine CD mit den Kindertotenliedern zu bestellen.

      Heike
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis
    • Hallo Daniel,

      vom Rundfunk ist mir noch eine eindringliche Interpretation mit dem Heldenbariton George London und dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester unter Otto Klemperers Dirigat bekannt, die mittlerweile auch auf CD erschienen ist und das gleich zweimal, gekoppelt mir jeweils anderen Werken:
      hier das komplette Konzert von 1955:



      sowie hier gekoppelt mit der 4. Sinfonie:



      Kennst Du oder ein anderer Forianer diese Aufnahme?

      Gruß Amadé



    • Ich besitze sämtliche Aufnahmen dieser Kindertotenlieder, kann mich jedoch nur für 2 Künstler wirklich begeistern. Zum einen sei die Aufnahme mit Christa Ludwig und Karl Böhm angesprochen. Am 15. August 1972 trafen diese beiden Künstler aufeinander und auf dem Programm standen die Kindertotenlieder von Gustav Mahler, begleitet wurden diese beiden von der Staatskapelle Dresden. Mensch, dieser Ludwig hört man bei jedem dieser Lieder an, dass sie aus dem Herzen singt, dramatisch bewegend vermag sie das Leid uns Hörern zu vermitteln, anders kann ich meine Eindrücke nicht beschreiben. Diese Aufnahme von den Salzburger Festspielen zeigt mir die Große Klasse der Christa Ludwig, sowie Karl Böhms, welcher zu meiner Überraschung eher flotte Tempi wählt, was von ihm wohl kaum zu erwarten war. Jedoch stimmt irgendwie alles zusammen und Böhm vermag es trotz diesen so wehleidigen Melodien, nicht im Traumzustand Hinterherzuhängen und diese traumhaften Momente so weit wie möglich hinauszuzögern. Es wirkt alles so echt und es geht einem Nahe, ohne das ausschweifend auf den Höhepunkten innegehalten wird, ja, ich glaub genau das ists was mir hier so gefällt. Der Bömerl und die Ludwig brauchten nicht den Gang ins Studio antreten, sie bekommens hier auf Anhieb gebacken und die knisterndes Liveatmosphäre macht dieses Geschehen noch viel interessanter und bringt einem das Geschehen nahe heran.

      Auf meine 2te Begeisterung gehe ich morgen ein, ich bin Müde und morgen wartet wieder ein Arbeitstag auf mich. Dank an dieser Stelle für eure rege Beteiligung. Es macht Freude mitzulesen und ich hoffe ich werde demnächst auch Zeit finden, auf eure Beiträge einzugehen.

      Übrigens ist meine Aussage oben nur auf die T-Lieder mit Mezzosopranistinnen bezogen. Auch bei den Männern gibt durchaus gelungene Aufnahmen. Welches Stimmeninstrument hört ihr eigentlich lieber bei diesen Liedern? Mezzosopran oder Bariton?

      Hier kann ich mich nicht erwehren, mich auf die Seite der Frauen zu Stellen, diese Stimme bietet einfach mehr Raum und vermittelt meiner Meinung nach "mehr" als die des Baritons.

      Grüße und Gute Nacht!
      Daniel

      :thanks
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)
    • Original von Amadé







      Vielen Dank für den Tipp. Ich habe zwar Schwierigkeiten, mir George London mit diesen Liedern im Vorhinein vorzustellen, wabert er mir doch (durchweg positiv) als Amfortas oder Wotan durch's Ohr, aber man lässt sich ja gern überraschen! Also muss ich wohl oder übel wieder einmal das Sparschwein schlachten. :)
      :hello Agravain

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Agravain ()

    • Original von daniel5993



      Ja, wie deutlich wird'd doch hier, wie unterschiedlich die Geschmäcker sein können. Ich habe die Einspielung quasi in vollem Bewusstsein nicht genannt, zum einen, weil ich Christa Ludwig, deren Affinität zu Mahler kaum bestritten werden kann (man denke auch an ihre grandiosen Rückert-Lieder, an ihr "Urlicht", an ihre phänomenalen Darstellungen der Alt-Partie im "Lied von der Erde", sei es bei Klemperer, bei Bernsteim oder auch bei Karajan), schon in zwei Aufnahmen genannt habe. Aber Karl Böhm als Mahler-Dirigent? Das ist wie Karajan und Bach. Da werden sich wohl unsere Geister nicht finden. :I
      Seit ich Böhm kenne, warte ich darauf, dass er mich überrascht - positiv, versteht sich. Und tatsächlich gibt es ein bis zwei Aufnahmen die ich recht ordentlich finde (Schuberts 5. mit den Berliner Philharmonikern, ok, auch sein "Ring"), aber ansonsten finde ich sein Dirigat in der Regel eher durchschnittlich, nicht selten sogar fad. Und das hat man doch auch hier. Blasse Orchesterarbeit, wenig Einfühlungsvermögen auf der Seite der Orchesterleitung, bisweilen recht weit an Mahler vorbei, wie mir scheint. Ähnlich wie Masur. Dagegen hebt sich die Ludwig natürlich ab.
      Aber da ich keine messianischen Anwandlung habe und niemanden bekehren möchte, sei die Devise: Bitte auch diese Einspielung hören und dann selbst entscheiden.

      P.S. Jetzt bin ich natürlich mächtig auf Deine zweite Empfehlung gespannt. Vielleicht gehen wir ja hier überein! :engel
      :hello Agravain

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Agravain ()