Domeniko Scarlatti: 555 Sonaten "echte, glückliche Missgeburten"

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    • Domeniko Scarlatti: 555 Sonaten "echte, glückliche Missgeburten"

      Der italienische Komponist Domeniko Scarlatti (*26.10.1685;+23.07.1757) und Sohn von Alessandro Scarlatti schuff, wahrscheinlich in den letzten 20 Jahren seines Lebens, im Rahmen seiner Tätigkeit am portugisischen, später spanischen Hof, meist zu Übungszwecken für Maria Barbara ca. 555 Sonaten für das Cembalo.



      Der im gleichen Jahr wie J.S.Bach und Händel geborenen Scarlatti schuff mit diesen Werken etwas das man wohl als eine einzigartige Arbeit bezeichnen kann. Etwas Einzigartiges das nichts vergleichbares in seiner Zeit findet.

      Aus diesem Umstand heraus läßt sich auch die ein wenig irreführende Bezeichnung
      "echte, glückliche Missgeburten"

      verstehen.

      Scarlatti selber veröffentlichte zu seinen Lebzeiten lediglich 30 seiner Sonaten als "30 Essercizi per Gravicembalo"



      Soweit ich diese Sonaten kenne muß ich feststellen, daß keine einer anderen sonderlich ähnlich klingt. Dies ist sicherlich auch durch die zahlreichen unterschiedlichen Kompositionstechniken gegeben.

      Chopin lies seine Schülerinnen die Sonaten aufführen und Franz Liszt sowie C. Schumann nahmen sie mit in ihre Programme auf.

      Obwohl die damaligen Cembali lediglich über 4 Oktaven verfügten komponierte Scarlatti einige, die über 5 Oktaven gingen......
      Vielleicht hatte er ja schon eine Vision vor Augen :wink

      Das wir uns heute über zahlreiche Aufnahmen mit Scarlatti Sonaten erfreuen können verdanken wir wohl V. Horowitz, der die Sonaten in sein Programm aufnahmen und somit den Weg dieser Sonaten in die Programme zahlreichen Pianisten ebnete.
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Domeniko Scarlatti: 555 Sonaten "echte, glückliche Missgeburten"

      Der italienische Komponist Domeniko Scarlatti (*26.10.1685;+23.07.1757) und Sohn von Alessandro Scarlatti schuff, wahrscheinlich in den letzten 20 Jahren seines Lebens, im Rahmen seiner Tätigkeit am portugisischen, später spanischen Hof, meist zu Übungszwecken für Maria Barbara ca. 555 Sonaten für das Cembalo.



      Der im gleichen Jahr wie J.S.Bach und Händel geborenen Scarlatti schuff mit diesen Werken etwas das man wohl als eine einzigartige Arbeit bezeichnen kann. Etwas Einzigartiges das nichts vergleichbares in seiner Zeit findet.

      Aus diesem Umstand heraus läßt sich auch die ein wenig irreführende Bezeichnung
      "echte, glückliche Missgeburten"

      verstehen.

      Scarlatti selber veröffentlichte zu seinen Lebzeiten lediglich 30 seiner Sonaten als "30 Essercizi per Gravicembalo"



      Soweit ich diese Sonaten kenne muß ich feststellen, daß keine einer anderen sonderlich ähnlich klingt. Dies ist sicherlich auch durch die zahlreichen unterschiedlichen Kompositionstechniken gegeben.

      Chopin lies seine Schülerinnen die Sonaten aufführen und Franz Liszt sowie C. Schumann nahmen sie mit in ihre Programme auf.

      Obwohl die damaligen Cembali lediglich über 4 Oktaven verfügten komponierte Scarlatti einige, die über 5 Oktaven gingen......
      Vielleicht hatte er ja schon eine Vision vor Augen :wink

      Das wir uns heute über zahlreiche Aufnahmen mit Scarlatti Sonaten erfreuen können verdanken wir wohl V. Horowitz, der die Sonaten in sein Programm aufnahmen und somit den Weg dieser Sonaten in die Programme zahlreichen Pianisten ebnete.
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      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: Domeniko Scarlatti: 555 Sonaten "echte, glückliche Missgeburten"

      Ja, Scarlattis Sonaten sind lauter kleine Schmuckstücke für jede Gelegenheit und Laune. Für mich ist das geniale Musik.
      Alle kenne ich zwar nicht, aber die, die Pogorelich und Sudbin eingespielt haben. Beide spielen sie fantastisch.
      (Auch Martha Argerich spielt zumindest eine als Zugabe :wink).

      Nikolaus
    • RE: Domeniko Scarlatti: 555 Sonaten "echte, glückliche Missgeburten"

      Ja, Scarlattis Sonaten sind lauter kleine Schmuckstücke für jede Gelegenheit und Laune. Für mich ist das geniale Musik.
      Alle kenne ich zwar nicht, aber die, die Pogorelich und Sudbin eingespielt haben. Beide spielen sie fantastisch.
      (Auch Martha Argerich spielt zumindest eine als Zugabe :wink).

      Nikolaus
    • @Nikolaus,

      natürlich kenne ich auch nicht alle 555 Sonaten.

      Sowohl die von die genante Pogorelich Aufnahme sowie die Aufnahme von Y. Sudbin gehören für mich in die Spitzenliga der Scarlatti-Interpretationen!



      Zu meinen liebsten Sonaten zählen K466 und K87. Aber sind sie nicht alle so schön :wink
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      Administrator: Das Klassikforum
    • @Nikolaus,

      natürlich kenne ich auch nicht alle 555 Sonaten.

      Sowohl die von die genante Pogorelich Aufnahme sowie die Aufnahme von Y. Sudbin gehören für mich in die Spitzenliga der Scarlatti-Interpretationen!



      Zu meinen liebsten Sonaten zählen K466 und K87. Aber sind sie nicht alle so schön :wink
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von nikolaus
      K466 und K87 sind wirklich wunderschön - so schön melancholisch.
      Sie gehören auch zu meinen Favoriten, aber wie du richtig bemerkst: alle sind toll und abwechslungsreich, und das ist auch irgendwie das faszinierende!


      Das ist ein Teil der Faszination! Der andere Teil ist die Tatsache, daß sie alle doch irgendwie ganz unterschiedlich sind :down
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von nikolaus
      K466 und K87 sind wirklich wunderschön - so schön melancholisch.
      Sie gehören auch zu meinen Favoriten, aber wie du richtig bemerkst: alle sind toll und abwechslungsreich, und das ist auch irgendwie das faszinierende!


      Das ist ein Teil der Faszination! Der andere Teil ist die Tatsache, daß sie alle doch irgendwie ganz unterschiedlich sind :down
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von Rachmaninov
      Original von nikolaus
      K466 und K87 sind wirklich wunderschön - so schön melancholisch.
      Sie gehören auch zu meinen Favoriten, aber wie du richtig bemerkst: alle sind toll und abwechslungsreich, und das ist auch irgendwie das faszinierende!


      Das ist ein Teil der Faszination! Der andere Teil ist die Tatsache, daß sie alle doch irgendwie ganz unterschiedlich sind :down


      @ Rachmaninov.
      Dieser Meinung bin ich auch. Obwohl ich noch nie Einspielungen mit Klavier hatte. Jedoch Boxen mit Scott Ross und Rafael Puyana. Etwa 80 Sonaten mit diversen Cembali..
      R.
    • Original von Rachmaninov
      Original von nikolaus
      K466 und K87 sind wirklich wunderschön - so schön melancholisch.
      Sie gehören auch zu meinen Favoriten, aber wie du richtig bemerkst: alle sind toll und abwechslungsreich, und das ist auch irgendwie das faszinierende!


      Das ist ein Teil der Faszination! Der andere Teil ist die Tatsache, daß sie alle doch irgendwie ganz unterschiedlich sind :down


      @ Rachmaninov.
      Dieser Meinung bin ich auch. Obwohl ich noch nie Einspielungen mit Klavier hatte. Jedoch Boxen mit Scott Ross und Rafael Puyana. Etwa 80 Sonaten mit diversen Cembali..
      R.
    • hallo liebe scarlatti-freunde,

      erstmalig hörte ich als mittelstufenschüler scarlatti-sonaten bei einer rundfunkübertragung mit einem 'bananenradio', einem werbeartikel, den mein vater von einem pharmareferenten bekam. es spielte ralph kirkpatrick in echternach auf einem renovierten originalcembalo. zu dem zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass er alle sonaten kannte und katalogisierte. bei ihm holte sich horowitz für seine interpretationen auch rat. jedenfalls war diese darbietung so gewaltig und virtuos, dass ich den rest des konzertes mit einem cassettenrecorder mitschnitt. diese unscheinbare mc existiert immer noch. IMO der einzige, der diese intensität annähernd auf dem flügel erreichte, war horowitz. auf der unten abgebildeten cd sind außer den damals von CBS veröffentlichten sonaten (u.a. die K 466) noch die übrigen, der insgesamt 18 eingespielten sonaten (1964). gerade im f-moll K 466 zeigt horowitz sein phrasierungsvermögen im sinne des belcanto ! und unvergessen sind die sonaten K 87, 135, 380, die er in seinen letzten jahren u.a. während seines moskauer recitals zelebrierte.



      die palette an klangfarben und pianistischem handwerk ist groß. mittlerweile ist anerkannt, dass domenico scarlatti viele folkloristische (andalusien) hinweise in seinen werken bietet. christian zacharias hat dazu einen sehr schönen film erstellt ! und damit ist einer der großartigen scarlattidarsteller der posthorowitzschen periode genannt. seine doppel-cd für EMI aus ende der 70er und den 80er jahren mit über 30 sonaten (u.a. auch die K 466) gehört IMO zu den gelungendsten nachfolgeinterpretationen. da gibt es dann die raffinierten einspielungen michail pletnevs (doppel-cd, virgin) und ivo pogorelichs (wurde ja oben von Sergejewitsch erläutert), welche anschlagsdelikatesse der allerhöchsten kategorie anbieten.



      desweiteren überzeugen zwei scheiben aus der naxos-reihe nicht nur pianistisch, sondern sind auch zusätzlich interessant, da sie bis auf insgesamt 2-3 sonaten (beide platten zusammengefasst) nur unbekannte, dass heisst sonaten, welche horowitz, zacharias, pletnev, und pogorelich nicht einspielten, präsentieren. die aufnahmen mit evgeny zarafiants (vol. 6) und konstantin scherbakov (vol. 7).



      abschließend möchte ich noch auf einen live-mitschnitt des späten emil gilels aus 1984 mit einer auswahl von sieben sonaten (herrliches singen, u.a. auch die K 466) und der platte alexis weissenbergs mit einer auswahl von sonaten bei der DG aus den 80er jahren (nicht filigran aber temperamentvoll-virtuos in richtung kirkpatrick/horowitz) hinweisen.



      gruß, siamak :engel
    • hallo liebe scarlatti-freunde,

      erstmalig hörte ich als mittelstufenschüler scarlatti-sonaten bei einer rundfunkübertragung mit einem 'bananenradio', einem werbeartikel, den mein vater von einem pharmareferenten bekam. es spielte ralph kirkpatrick in echternach auf einem renovierten originalcembalo. zu dem zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass er alle sonaten kannte und katalogisierte. bei ihm holte sich horowitz für seine interpretationen auch rat. jedenfalls war diese darbietung so gewaltig und virtuos, dass ich den rest des konzertes mit einem cassettenrecorder mitschnitt. diese unscheinbare mc existiert immer noch. IMO der einzige, der diese intensität annähernd auf dem flügel erreichte, war horowitz. auf der unten abgebildeten cd sind außer den damals von CBS veröffentlichten sonaten (u.a. die K 466) noch die übrigen, der insgesamt 18 eingespielten sonaten (1964). gerade im f-moll K 466 zeigt horowitz sein phrasierungsvermögen im sinne des belcanto ! und unvergessen sind die sonaten K 87, 135, 380, die er in seinen letzten jahren u.a. während seines moskauer recitals zelebrierte.



      die palette an klangfarben und pianistischem handwerk ist groß. mittlerweile ist anerkannt, dass domenico scarlatti viele folkloristische (andalusien) hinweise in seinen werken bietet. christian zacharias hat dazu einen sehr schönen film erstellt ! und damit ist einer der großartigen scarlattidarsteller der posthorowitzschen periode genannt. seine doppel-cd für EMI aus ende der 70er und den 80er jahren mit über 30 sonaten (u.a. auch die K 466) gehört IMO zu den gelungendsten nachfolgeinterpretationen. da gibt es dann die raffinierten einspielungen michail pletnevs (doppel-cd, virgin) und ivo pogorelichs (wurde ja oben von Sergejewitsch erläutert), welche anschlagsdelikatesse der allerhöchsten kategorie anbieten.



      desweiteren überzeugen zwei scheiben aus der naxos-reihe nicht nur pianistisch, sondern sind auch zusätzlich interessant, da sie bis auf insgesamt 2-3 sonaten (beide platten zusammengefasst) nur unbekannte, dass heisst sonaten, welche horowitz, zacharias, pletnev, und pogorelich nicht einspielten, präsentieren. die aufnahmen mit evgeny zarafiants (vol. 6) und konstantin scherbakov (vol. 7).



      abschließend möchte ich noch auf einen live-mitschnitt des späten emil gilels aus 1984 mit einer auswahl von sieben sonaten (herrliches singen, u.a. auch die K 466) und der platte alexis weissenbergs mit einer auswahl von sonaten bei der DG aus den 80er jahren (nicht filigran aber temperamentvoll-virtuos in richtung kirkpatrick/horowitz) hinweisen.



      gruß, siamak :engel
    • Scarlatti : Sonaten

      Lieber Siamak , lieber Richard ,
      die von Dir , Siamak , abgebildete Aufnahmen von Gilels sind herausragende Dokumente .
      die von Di r, Richard , erwähnte "Vision" ( wie bei J S Bach ) erfüllt auf dem grossen Steinwax am überzeugensten Alexis Weissenberg ( DG / Universal ) .
      Grüsse , Frank
    • Scarlatti : Sonaten

      Lieber Siamak , lieber Richard ,
      die von Dir , Siamak , abgebildete Aufnahmen von Gilels sind herausragende Dokumente .
      die von Di r, Richard , erwähnte "Vision" ( wie bei J S Bach ) erfüllt auf dem grossen Steinwax am überzeugensten Alexis Weissenberg ( DG / Universal ) .
      Grüsse , Frank