Beethoven - Sinfonien mit Paavo Järvi

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    • Beethoven - Sinfonien mit Paavo Järvi

      Liebe Beethoven-Freunde,

      unser geschätztes Forumsmitglied Amade bat mich bei einem persönlichen Gedankenaustausch per Mail doch auch hier auf meine Eindrücke zu der neuen Beethoven-Einspileung mit Paavo Järvi einzugehen.
      Da es im Parallelthread "Beethoven-Sinf. nur GA" um GA geht und hier wirklich aussergewöhnliche Beethoven-Aufnahmen vorliegen, über die es sich wirklich lohnt sich auszutauschen, erstelle ich einen separaten Thread.


      Durch zahlreiche Beiträge in Klassikforen über die Beethoven-Sinfonien mit Paavo Järvi bin ich im September 2009 so Neugierig auf dieses scheinbare "heiße Eisen" gewesen, dass ich mir die P.Järvi-RCA-CD´s mit den Sinfonien Nr.3&8, sowie 4&7 zugelegt habe.


      RCA, 2006, DDD

      Meine Eindrücke sind sehr zweispältig. Alles wieder auf hohem Niveau und sehr detailreich. Die zupackende Art mit kräftigen Akzenten und ganz guten Pauken bei der Sinfonie Nr.8 fand ich ja noch ganz gut. Aber insgesamt und besonders bei der Sinfonie Nr.7 geht durch die kleine Besetzung etliches an Orchesterfarben verloren. Zu der Eroika paßt IMO diese Orchesterbesetzung gar nicht. Ich kann mich einfach nicht damit anfreunden - HIP war zudem nie meine Welt.
      Inzwischen habe ich auch festgestellt, dass biel Klassikliebhaber diese Aufnahmen entweder auf höchste schätzen, oder total ablehnen.
      :) Fazit und ganz kurzes Statement: Beethoven ist mir bei Paavo zu dünn !

      :rofl Ich wage davon zu träumen, wie sich eine Beethoven-Interpretation Paavo Järvis anhören würde, wenn er ein voll besetztes klassisches Orchester verwenden würde .........


      :times10 Meine Beethoven-Welt wird durch Dirigenten wie Karajan, Bernstein und Szell, um nur die mir wichtigsten zu nennen, erst wieder ins rechte Licht gerückt.

      :hello Ich bin gespannt auch Eure Eindrücke !
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • RE: Beethoven - Sinfonien mit Paavo Järvi

      Mir nicht.

      Für mich ist es in dieser Besetzung viel leichter, die Details herauszuhören.
      Zudem ist es nun einmal so, dass Masse träge macht. Und die Bremer sind einfach unglaublich wendig und flexibel. Dadurch gewinnt Järvis Beethoven eine etwas "Tänzerisches", Leichtes und Lebendiges. Man könnte meinen, es wäre ein "Gute-Laune-Beethoven", aber das trifft es nicht ganz. Der Trauermarsch z.B. hat mich insbesondere beim live-Erlebnis sehr berührt. Und wenn Järvi das Orchester bis fast zur Unhörbarkeit zurücknimmt, ist das einfach wunderschön (und auch ein Vorteil der kleinen Besetzung).

      Nikolaus. :down
    • RE: Beethoven - Sinfonien mit Paavo Järvi

      Original von nikolaus
      Zudem ist es nun einmal so, dass Masse träge macht.
      Nikolaus. :down


      Huch, mir scheint, hier spricht BMI-Verwirrung. :wink

      Jetzt etwas ausführlicher, da mir vorhin die zeit fehlte.

      Schauen wir uns die ungleich ältere und im Ansatz deutlich traditionelle Einspielung Herbert Kegels an, so findet sich das oben genannte Axiom - musikalisch zumindest - widerlegt. Glänzende Durchhörbarkeit, ja - wie für Kegels Kunstauffassung typisch - geradezu bersessene Arbeit am Detail und dennoch dort, wo Kraft gefragt ist, kräftig, wo brite gefragt ist, breit.
      Im Grunde liegt doch gerade die hohe Kunst darum, Details mit jeder Form von Klangkörper umsetzen zu können. Das geschieht - zugegeben- nicht immer.

      Es gibt aber doch Musiker, die es schaffen, auch - ohne sich bspw. in einer "heroischen" Symphonie in leicht-fluffigen, ich möchte fast meinen belanglosen Klang zu flüchten - genau zu sein. Kegel ist so einer.

      Davon abgesehen muss ich natürlich ehrlicherweise gestehen, dass Järvis Beethoven meinem Beethoven-Bild nicht so recht entsprechen will. Beethoven ist (für mich) kein Mann der Mitte, sondern des Extrems, ja einer, dessen Musik für mich immer etwas Manisch-Depressives hat. Und diese Ebene fehlt mir.
      :hello Agravain
    • RE: Beethoven - Sinfonien mit Paavo Järvi

      Hallo Rachmaninov,

      ich finde gerade das Gegenteil ist der Fall. Im allgemeinen Thread zu den Beethoven-Sinfonien-GA, wurde diese Beethoven-Neuaufnahme von Paavo Järvi untergehen und zwischen den Beiträgen dort nur zufällig bei intensivem Durchforsten mal auffallen.
      Für mich sind das Einzelaufnahmen, da ich auch nur die Sinfonbien Nr.3&8, 4&7 habe. Als GA ist mir Paavo Järvi nicht bekannt.

      :) Da es sich um wirklich außergewöhnliche Aufnahmen der Beethoven-Sinfonien handelt finde ich es höchst angemessen diese Einspielungen einzeln zu betrachten. Dabei ist es unbedeutend, ob ich persönlich diese Sichtweise Paavo Järvi´s mehr oder weniger schätze - auf höchsten Niveau sind seine Beethoven-Aufnahmen allemal.

      :beer Beim Durchsehen des Forums Instrumentalaufnahmen hier im Klassikforum findet man alle Beiträge immer sehr gut, dank der übersichtlichen Anordnung hier.
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Hier eine Lobeshymne auf die Neunte mit Järvi:

      .....Auf der Basis der neuen Urtext-Edition (erschienen bei Bärenreiter) ist so eine Neunte entstanden, an der man sich nicht satt hören kann. Sie beweist: Selbst wenn man von Furtwängler bis Harnoncourt oder Giovanni Antonini schon diverse Beethoven-CDs im Regal stehen hat, lüftet die Neunte immer noch neue Geheimnisse. Der "Bremer Beethoven", ein grandioses Update mit Ewigkeits-Charme: So zeigt sich erneut, dass wir's mit einem der weltbesten Kammerorchester zu tun haben.
      Quelle und ganzer Artikel hier: spiegel.de/kultur/musik/0,1518,658823,00.html
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis
    • Eines muss man der DKPB und Järvi lassen. Einen solchen Wiedererkennungswert gibt es selten. Neulich lief der erste Satz der 8. im Rundfunk ohne dass die Interpreten vorher gennant wurden. Es dauerte ungelogen keine 10 Sekunden bis ich "Järvi" im Kopf hatte und das obwohl ich die 8. mit diesem Ensemble zuvor erst ein mal gehört habe - und sonst beim Blindhören schon mal Bernstein für Vänskä halte... :A
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)