Robert Schumann : Die Klavierwerke

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    • Robert Schumann : Die Klavierwerke

      ABEGG - Variationen , opus 1

      Das "Thema über den Namen Abegg , Variation für das Pianoforte , gewidmet Mademoiselle Pauline Comtesse d'Abegg" wie der ursprüngliche Titel des numerisch etrsten Werkes von Robert Schumann lautete , war ursprünglich mit den "Papillons" ( opus 2 ) , der Toccata in C - Dur ( opus 7 ) und der Humoreske ( opus 20 ) entstanden .
      innerhalb von nur zehn Jahren komponierte Schumann seine 17 Hauptwerke für Klavier solo mit einem kompositorischen Beschreiten des Neulandes der hochromantischen Variationen und Fantasien . Also nicht im Sinne einer "Sonata quasi una fantasia" im Beethovenschen Sinn . Diese Werke haben musikgeschichtlich die klassische Sonatenform von Beethoven und Schumann hinter sich gelassen .

      Eine Comtesse d'Abegg gab es nicht . Sie war eine Erfindung Schumanns in einem Brief an seine Mutter , um seinen Umgang mit der Aristokratie hervorzuheben . Die junge Dame , von Schumann selbst auf daser von 26 Jahren bestimmt , war eine Meta Abegg , die er bei einem Ball in mannheim kennengelernt hatte . Diese Begegnung hat er in mehreren Variationen und der Schluss - Fantasie des Werkes in Töne verwandelt .

      Schumann gibt mit den "Abegg - Variationen" seine kompositorische Visitenkarte ab ! Stlistisch erinnert das Werk mehr an die Kompositionen von Moscheles , Hummel oder herz als an die späteren Romantiker . Auch wenn dieses Opus 1 des Genies Schumann , das unverkennbar zu hören ist , im Konzertalltag selten zu erleben ist , so hat es sich immer grösster Beliebtheit bei den Pianisten , deren Schülern und dem Publikum erfreut .

      Harold Bauer , ein bedeutender Pianist und hochkultivierter und gebildeter Mann , hat selbst grosse , bleibende Verdienste un die Interpretationen der Klavierwerke Schumanns ,, darauf werde ich im Zusammenhang mit der besprechung eines anderen Werkes Schumanns noch eingehen . So hat Bauer auch einige Werke herausgegeben und mit Anmerkungen versehen n. Über die "Abegg-Variationen" schrieb er in seiner 1945 bei Schirmer in New York erschienenen Ausgabe , dass dieses Werk ein hocheffektives Konzertstück sei , wenn es mit pianiastischer und poetischer "Eloquenz und Brillianz" gespielt werde . es erfordert vom "Animato" - begionn bis zum " Finale alla Fantasia" nicht nur technisches Können , eben die von harold Bauer geforderte Brillianz , die allerdings nie virtuoser Selbstzweck sein darf , sondern ebenso subtile Tonnuancierungen und dei Fähigkeit des Pianisten , die poco - crescendo - Steigerungen des grundsätzlich zwischen pp und f gehaltenen Werkes sublim mit dem streng vorgeschrieben Pedalgebrauch und auch den Rubatohinweisen genau zu befolgen . Die Rubati sind "eine der wichtigsten waffen eines Interpreten" 8 Isaac Stern ) . dass Schumann hier die Variationen mit einem "Fantasia" überschriebenn Finale in den Vordergrund stellt , zeigt schon in seinem ersten veröffentlichen Werk , dass er neue Bahnen in der Kompositionstechnik und der ihm ganbz eigenen Freiheit beschreitet . Eine Freiheit , die er den Interpreten in mehreren seiner Kompositionen ausdrücklich zugesteht . Robert Schumann erreicht den Gipfel dieser Kompositionsweise der Variations- und Fantasietechnik zwischen 1834 ( "Études symphoniques" ) , der C - Dur - Fantasie ( 1836 ) und der "Kreisleriana" ( 1838 ) . Mit dem "Album für die Jugend" , opus 68 , und den "Waldszenen" ( 1848 / 1849 ) finden Schumanns einzigartigen , kostbaren und hochromantischen Variationskompositionen ein Ende ( Joan Chissell , o. J. ) .

      Die Frage , warum Schumann Kompositionen für Klavier nicht mehr auf diesem hohen Niveau fortsetzen konnte ( oder wollte ) ist am wahrscheinlichsten dadurch zu begründen , weil er unter dem Ausbruch seiner schweren nicht heilbaren Progressiven Paralys spätestens ab 1850 / 1851 litt . ( Die gegenteilige Meinung des in Basel tätigen Psychoanalytikers udo Rauchfleisch in seinen beiden Büchern über Schumanns Krankheiten und deren Ursachen und den Zusammenhang mit seinen Kompositionen sind nicht schlüssig , sondern befriedigen am ehesten das Erklärungsbedürfnis vieler "Schumannianer" . rauchfleich ist ist darüber hinaus dem sehr weit gefassten Schizophrenie - Begriff der Bleulerschen Lehre verpflichtet , der in den Diagnosekriterien nach ICD - 10 zugunsten der klinisch überzeugenderen Differentialtypologie von Kurt Schneider teilweise aufgegeben worden ist . . )

      Der Hinweis ist ist ist hier schon nötig , dass Clara Schumann mit einer beindruckenden Aufopferung und Willensleistung um ihren geliebten Mann und dessen Werke und die gesamte Lebensleistung auch als herausragender Musikschriftsteller bis heute und grossartiger Litertaurkenner , der keinesweges nur Jean Paul und E. T. A. Hoffmann als literarische Vorbilder hatte , sowie ihre Kinder , den psychischen und physischen Ver- und Zerfall fühzeitig erkannt hatte und entgegen vielen Spekulationen in Publikationen ihn soweit es gibg in seinen wenig erfolgreichen späten Düsseldorfer Jahren so gut wie für sie möglich fürsorglichst (be-)schützte .Dies Hinweis über Fakten deswegen , weil sie von grundsätzlicher Bedeutung für alle Werke Schumanns sind .

      Als Clara H a s k i l das Werk 43jöährig das erste Mal aufnahm ( Oktober 1938 in London ) , gelang es ihr , nicht nur die technischen Schwierigkeiten zu meistern , sondern besonders das "Animato" und das "Andante cantabile" mit einer Beseeltheit und doch nötigen brillianz zu spielen , wie ich das Werk sonst von keinem anderen Künstler kenne . in ihrer zweiten Aufnahme von 1951 ( DGG ) klingt das Werk äusserlich brillianter , virtuosenhafter , aber wer genau hionhört , der wird die Einzigartigkeit ihrr ersten Deutung , vor allem der von Schumann geforderten Poesie , vermissen .

      Referenzaufnahme : Clara Haskil ( ( 1938 ; DANTE )
      Hinweis : Auf dieser CD sind die ersten Aufnahmen von Clara Haskil auf Tonträger enthalten . darunter auch Schumanns "Waldszenen" ( 1947 ) und eine der herrlichsten Interpretationen vob Beethovens G - Dur - Klavierkonzert ( 1947 ) . Die CD ist technisch makellos und klingt für das Aufnahmedatum auch heute noch sehr frisch .
      Ganong

      Mit dieser werkvorstellung der Werke von Robert Schumann für Klavier beginnen S i a m a k und ich auf seine Anregung hin unser gemeinsames Vorhaben .

      Die E i n l e i t u n g folgt durch mich am Wochende .

      um jetzt schon einen Überblick zu geben die von uns besprochenen Werke . Im Anschluss an die geplanten Kompositionen das Kürzel , wer von uns die jeweiligen Werke besprechen wird .

      Persönlich hab eich auf Notenbeispilee verzichtet . Wenn nicht anders vermerkt im text , dannhandelt es sich um die noteneditionen bei Henle .
      Abegg-Variationen ( F )
      Papillons (S)
      6 Studien nach Capricen nach Paganini ( N.N.)
      6 intermezzi opus 4 (N.N.)
      Davidsbündlertänze (F)
      Toccata (F)
      Carnaval ( S)
      Klaviersonate fis-Moll ( F)
      7 Fantasiestücke (S)
      Études Symphoniques" (F)
      Sonate Nr. 2 f - Moll ( S)
      Kinderszenen (F)
      Kreisleriana (S)
      Fantasie C-Dur (S)
      Arabeske (F)
      Humoreske (S)
      Sonate g - Moll (F)
      Faschingsschwank aus Wien (F)
      Album für die Jugend (F)
      Waldszenen (F)

      Klavierkonzert a - Moll (F)

      G a n o n g
    • RE: Robert Schumann : Die Klavierwerke

      Liebe Mitglieder des Forums und Freunde der Musik Robert Schumanns ,
      wegn der natürlich viel bessern Übersicht werden die einzelnen Beiträge einzeln vorgestellt . Somit ist die Übersichtlichkeit gewährleistet .
      Danke für die Hinweis e aus Euren Reihen !
      Grüsse , Frank

      W i c h t i g :
      Wir weisen darauf hin , dass es für unser Projekt keine Sponsoren durch Plattenfirmen , Verlage , Musikgesellschaften etc. gibt .
      Es liegt also bei der Auswahl der CDs und PlLattenhinweisen wie bei der Benennung von ein oder zwei Referenzeinspielungen kein Interessenkonflikt vor .
      Frank
    • liebe musikfreunde,

      ich will hier meinen großen dank an Frank formulieren, der dieses projekt 'geboren' hat. obgleich ich nicht die kompetenz und erfahrung von ihm habe, so liebe ich das schumannsche klavierwerk über vieles, es ist so visionär. dabei bietet es viel für kenner als auch für liebhaber. die polyphonen konstrukte klingen auch noch so herrlich frei. der emotionale gehalt ist jederzeit spürbar. ich habe seit meiner mittelstufenzeit diese klaviermusik konsumiert. als amateur-klavierspieler habe ich natürlich damals einiges aus den kinderszenen gespielt, nach dem abitur sogar die ersten der symphonischen etüden. ich verhehle auch nicht, dass due davidsbündler-tänze mein lieblingszyklus sind. den wird ja Frank noch präsentieren.

      gruß, siamak :engel
    • In der aktuellen Piano-News äußern sich verschiedene Pianisten über Robert Schumann und dessen Werk. Zu Wort kommen u.a. V. Afanassiev, L. Vogt, G. Oppitz, M. Kirschnereit und C. Katsaris. Ich empfand die Artikel als durchweg sehr lesenswert, teilweise berührte mich sehr zu lesen, welche Empfindungen diese Künstler gegenüber den Klavier-Werken dieses Komponisten haben.

      Es wäre schade, wenn das so schön begonnene Schumann-Projekt versanden würde, denn Schumann gehört zu meinen absoluten Lieblings-Komponisten!

      Gruß, Cosima
    • RE: Robert Schumann : Die Klavierwerke

      Lieber Ganong,
      ich wollte nur fragen, ob Du auch etwas über die Kompositionstechnik des Themas der Abegg-Variationen sagen möchtest, da ich sonst gerne etwas darüber erzähle.

      Merci,
      Satie
      Die Musik ist der vollkommenste Typus der Kunst: Sie verrät nie ihr letztes Geheimnis. - Oscar Wilde
    • RE: Robert Schumann : Die Klavierwerke

      Original von Satie
      Lieber Ganong,
      ich wollte nur fragen, ob Du auch etwas über die Kompositionstechnik des Themas der Abegg-Variationen sagen möchtest, da ich sonst gerne etwas darüber erzähle.

      Merci,
      Satie



      Lieber Satie:

      Wir würden uns natürlich alle freuen, wenn Du etwas zu den Abegg-Variationen schreiben würdest. Frank wird auch nichts dagegen haben, im Moment muß er ein wenig kürzer treten im Forum.

      Beste Grüße,

      Zelenka
    • RE: Robert Schumann : Die Klavierwerke

      Nun schön...
      Vielleicht ist das ja alles bestens bekannt, aber der Name Abegg wird im Thema direkt verarbeitet mit der Tonfolge A-B-E-G-G:

      Zum Glück habe ich dieses Bild auf einer japanischen Seite gefunden (mein Scanner ist immer noch hinüber...).
      Dieses Thema wird dann als Sequenz weitergeführt (jeweils eine Sekunde tiefer, also gis-a-c-f-f, dann fis-g-b-d-d und zuletzt e-f-a-c-c. Dies wird dann erst wiederholt, bevor im zweiten Teil das Thema im Krebsgang kommt:

      Ging die Sequenz im ersten Teil in Sekundschritten nach unten (a-gis-fis-e), geht sie jetzt nach oben: also zuerst g-g-e-b-a (übrigens ist der letzte Takt des Beispiels nicht ganz richtig; im Bass muss natürlich ein cis sein, kein c), dann a-a-f-d-c, c-c-a-f-d, d-d-b-g-f. Also hier die Sequenz startend jweils auf g-a-c-d, über einem schönen melodisch geführten Bass: c-cis-d-e-f.
      Das folgende Beispiel zeigt eine motivische Nutzung des Anfangsthemas:

      Auch hier ist leider im letzten Takt in der Oberstimme das cis nicht gesetzt (wurde wohl etwas husch husch geschrieben).
      Eine andere Verwendung des Themas sehen wir hier:

      Ähnliche Nutzung von Buchstabenmelodien ist auch bestimmend für Carnaval und andere Werke. Es lässt sich also eine schöne Linie ziehen von BACH über SCHumann zu D. SCHostakowitsch und anderen, die gerne ihre Namensbuchstaben oder andere benutzt haben. Allerdings: so kompliziert wie bei Bach ist es bei den anderen meist nicht.

      Satie
      Die Musik ist der vollkommenste Typus der Kunst: Sie verrät nie ihr letztes Geheimnis. - Oscar Wilde
    • RE: Robert Schumann : Die Klavierwerke

      Lieber Satie ,

      herzlichen Dank für disen Beitrag .
      es ist bei dem Unternehmen von Siamak und mir immer eine Gradwanderung zwischen "Kurzinfo" und zu ausufernder Darstellung . Zumal ja unsere Beiträge eher Einführungen sein sollen . Sie können also , von Einzelaspekten abgesehen , kaum Notaenanalysen sein .
      Dazu bedürfte es im Falle der"Kindersszenen" oder der"études symphoniques" schon eines geradezu wissenschaftlich anmutenden "Quellenapparates" . Dies würde unser zeitluiches Potentiall weit überziehen und wahrscheinlich auch die Geduld und das punktuelle Interesse der Hörerinnen und der Leser überstrapazieren . es gibt gerade bei Schumann , Du weisst dies sicherlich , ohnehin zu manchen Werken ungeheuer viel Literatur .

      ich hoffe , dass derReit der Beiträge von Siamak und mir auch darin begründet ist / sein möge , die Schumannschen Werke auf gehobenem feuilletonistischem Niveau darzustellen .

      ich denke , dass ich auch in Siamaks Namen schreibe, wenn ich Dich ausdrücklich bitte , solch interessanten Beiträge hier zu veröffentlichen .
      Danke .

      Viele Grüssse ,
      Frank
    • Jörg Demus

      Gestern bin ich schwach geworden und hab mir, bei einer Buchhandlung vorbeikommende, die 13 CDs umfassende Schumann Sokoklavierwerk-GA von Jörg Demus gekauft, die beim Label Nuova Era entstanden ist, und nun für weniger als einen Euro pro Silberling bei Documents zusammengefasst wurde .

      (Wenn ich recht informiert bin, gibts sonst GAs nur noch von Franz Vorraber Peter Frankl und Karl Engel.)

      Die Kaufursache war sicherlich der fabelhafte Preis, weil ich sehr viele der Werkchen noch nicht kenne - der Kaufgrund aber auch der Gedanke an den Klang der verschiedenen historischen Instrumente, die Demus im Laufe der Zeit so zusammengesammelt hat.

      Das, was ich bislang gehört habe, hat nun musikalisch gesehen meine Erwartungen bei Weitem übertroffen. Der rhythmische Zugang macht mir sehr viel Spaß beim Hören, der dramaturgische Aufbau gefällt mir ausgezeichnet, die beiden gegensätzlichen Charaktäre finde ich viel stärker herausgearbeit als bei fast allen anderen meiner Schumann-Aufnahmen, viel Neues kann ich für mich entdecken, die durchgängig atmende Herangehensweise und der österreichische Schwung bei tänzerischen Stückchen macht mir besonders Freude. Bislang wirkt auch alles musiziert und nicht bloß heruntergeklopft.

      Ein Manko allerdings: Die Ausgabe schweigt sich darüber aus, auf welchen Instrumenten jeweils die Werke aufgenommen wurden.
      :I

      Alles in Allem bin ich so lang äußerst erfreut!
      :W

      Möge ich später noch die Zeit finden, in den einzelenen anderen Teilthemen zu Schumann die entsprechenden Worte zu finden...
      (Hoffentlich nicht nur so nichtssagende wie überwiegend hier. :ignore)

      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Schumann - Klavierwerke

      Dies ist wieder mal so ein vergessener Artikel, an dem den Erstverfassern die Lust vergangen ist weiterzumachen. Dabei ist das eigentlich ein ganz ergiebiges Thema, zumal sich hier in den letzten Jahren ja wieder einiges getan hat.
      Es gibt nämlich seit geraumer Zeit eine ganz vorzügliche Gesamtausgabe der Klavierwerke von Schumann, in der Einspielung mit Eric Le Sage.



      Diese Aufnahmen sind zu Recht viel gerühmt worden, und ich halte sie ungeachtet der starken Konkurrenz auf diesem Gebiet für eine der großartigsten Aufnahmen überhaupt (natürlich nur soweit ich das anhand der mir verfügbaren Aufnahmen, und der Erinnerung an Konzerte beurteilen kann).
      Ich hatte mir seinerzeit die Aufnahme mit Jörg Demus zugelegt, die durchaus bei den poetischen Werken ihre Stärken hat. Bei den pianistisch anspruchsvolleren Stücken hingegen fehlt Demus zu häufig die Fähigkeit zur Umsetzung. Und wer technische Probleme hat, der hat auch Mühe sein Gestaltungskonzept zu realisieren. Dennoch hat mich diese Aufnahme (noch als LP) lange begleitet, und ich habe gerne immer wieder reingehört.

      Die Einspielung mit Franz Vorraber kenne ich nur in Auszügen. Sie dürfte wohl schon gegenüber Demus keine ernsthafte Konkurrenz dargestellt haben. Dazu ist er zu brav, und auch ihm fehlt der nötige Biss für die virtuosen Stücke.
      Ganz anders dagegen Le Sage. Sein Spiel ist in jeder Hinsicht packend, und betörend zugleich. Ich habe ständig das Gefühl, so und nicht anders muss es klingen. Er hat überhaupt keine technischen Probleme (jedenfalls merkt man sie nicht), und kann sich somit voll auf die Gestaltung konzentrieren. Liebhabern einer hochromantischen Wiedergabe mag diese Einspielung vielleicht zu nüchtern sein, denn Le Sage spielt ohne Schnörkel, vermeidet übertriebene Gesten, und hält sich streng an den Notentext, ohne dabei steril zu wirken. Hier tritt zu Tage, was ich schon bei seiner Einspielung der Klaviermusik von Francis Poulenc geschätzt habe, eine klare Linie, welche die Binnenstruktur der Werke offenlegt, und traumhaft sicher die Stimmung trifft. Gerade die Binnenstimmen, die bei Schumann ein wichtiges Gestaltungselement sind, kommen in dieser Aufnahme hervorragend zur Geltung.

      Ich wäre durchaus bereit, dieses Kapitel in der intendierten Weise weiterzuführen, wenn sich Interesse findet, und ggf. jemand mitmacht.

      Herzliche Grüße

      Florestan
    • Danke für den Hinweis auf Eric le Sage, den ich noch nicht gehört habe und auch kaum eine CD von ihm besitze.
      Zu diesem Thread:
      Ganong schreibt hier seit Jahren nicht mehr, lebt er noch?, und Zelenka ist vor 5 Jahren verstorben, ein großer Verlust für unser Forum, insbesondere was den Klavierbereich betrifft. Auch Cosima hat uns leider (zeitweilig?) verlassen. Ich würde es begrüßen wenn der Faden fortgeführt wird und Du dies übernehmen würdest.

      Gruß Amadé