Gestern in der Oper

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    • Gestern in der Oper

      G. Verdi Simon Boccanegra Metropolitan Opera New York 6.2.2010

      Simon Boccanegra: Placido Domingo
      Amelia Grimaldi/Maria: Adrienne Pieczonka
      Gabriele Adorno: Marcello Giordani
      Jacopo Fiesco: James Morris

      Inszenierung: Giancarlo del Monaco
      Musikalische Leitung: James Levine

      Hat jemand die Übertragung aus der MET gesehen?
      Ich hatte diese Oper bisher nie auf der Bühne gesehen und kannte zu meiner Schande auch keine einzige Arie daraus- richtige Hits sind ja sowieso eher Mangelware.
      Statt dessen gibt es aber massenhaft wunderbare Ensembles/Duette und vor allen Dingen eine sehr packende und in Atem haltende Handlung.
      Ich verstehe jetzt, warum das eine Llieblingsoper von Sevi und Rideamus ist. :engel
      Nur ganz kurz, weil ich serh müde bin:
      die Inszenierung war so konservativ, wie sie konservativer nciht hätte sein können. Originalgetreues Dekors und Kostüme- da lacht jedes Staubi-Herz! Personenregie serh diskret, die Sänger mussten halt das beste aus ihren Rollen machen.
      Für eine Erstbegegnung war das nicht schlecht, zumindest hab ich sofort kapiert wo , wann und worum es ging. :wink
      Levine wie immer total unspektakulâr- ich bin kein Fan von ihm, er hat mich aber auch nciht weiter gestört.
      Gesangliich war das ein Freudenfest für alle Domingo-Fans (und das bin ich mit Haut und Haaren!) Dass er so einfach von Tenor auf Bariton umsteigt, ist schon unfassbar genug, aber wie gut er dieses Rolle singt und spielt, ist in seinem Alter das reine Wunder. :down :down :down
      Leichte Abnutzungserscheinungen am Anfang, fielen nciht ins Gewicht,zumal James Morris echte Abnutzungserscheinungen zeigte und die von Domingo dagegen Peanuts waren. Der Wobble ist nciht mehr weit bei Morris, ich fürchte er wird bald wie Ramey klingen. X(
      Giordani hat mich in dieser Rolle mehr überzeugt als als Kalaf- er war serh gut in Form und passte von Statur und Alter und Stimme auch gut zu seiner Amelia . Selbige hatte ich noch nie gehört oder gesehen, sie singt gut, aber ohne jedes Charisma.
      Fazit : eine tolle Oper und ein herausragender Domingo.
      F.Q.
      Da es der Gesundheit förderlich ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein (Voltaire)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Fairy Queen ()

    • Hallo Fairy,
      vielleicht wäre das besser in diesem Thread aufgehoben:
      Die MET im Kino
      Mail doch mal Satie an, dann kann er deinen thread dort anhängen.
      Heike

      P.s. Domingo hat ja sein Debüt in dieser Rolle im letzten Oktober in der Lindenoper gegeben und dafür hervorragende Kritiken bekommen - ich hatte leider keine Karte mehr erwischt, aber neidvoll darüber gelesen, dass er großartig als Bariton gewesen sein soll!
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Heike ()

    • Ich habe soeben die Rundfunkübertragung angehört, kann aber von dem Eindruck der Kinoübertragung nur den akustischen Teil kommentieren. Die Inszenierung kenne ich ja schon von dieser DVD, in welcher der schon etwas reife Domingo noch den Gabriele Adorno singt:



      Von daher kann ich Fairys Charakterisierung dieser höchst traditionellen, aber immerhin auch wenig störenden Arbeit del Monacos als akzeptables Staubifutter nur bestätigen.

      Ansonsten gieße ich höchst ungern Essig in den spontan gelobten Wein, aber ich habe den Eindruck, dass die DVD die bessere Aufführung dokumentiert. Fraglos ist diese Aufführung ein Triumph für Plàcido Domingo. Wer ihn nicht kennt, der könnte ihn für einen sehr guten Bariton mit tenoralem Timbre halten, dem die relativ hohe Tessitur des Simon Boccanegra gut liegt. Ich kann allerdings nicht sagen, ob er sich nicht die eine oder andere Passage hat transponieren lassen. Auch gestalterisch hat er sich wohl von den vielen großartigen Simones, mit denen er im Laufe seiner Karriere gesungen hat, viel Gutes abgeguckt, was ich aber mangels visuellem Eindruck nur vermuten kann. So kann ich Deine Begeisterung für seinen Simone bislang nur verstehen, nach dem rein akustischen Eindruck aber nicht teilen, zumal durch das tenorale Timbre Domingos beim bloßen Anhören von Amelias Dialogen mit ihrem Vater und ihrem Geliebten ein ungewöhnlicher EInheitsbrei entsteht, der im Endeffekt Gleichgültigkeit erzeugt. Immerhin: sobald Domingo allein und der andere Tenor fern ist, etwa in dem großen "Meeres"-Monolog zu Beginn des zweiten Aktes, ist er schon großartig - solange man nicht daran denkt, was Cappucilli oder Gobbi mit dieser Partie gemacht haben.

      Meine gedämpfte Begeisterung resultiert allerdings auch aus seinem Umfeld, das die Oper wiedergibt, als habe sie nie Boitos reifere Überarbeitung erfahren, sondern sei in der Attitüde ihrer Erstfassung von 1857 stecken geblieben. Hier schlug sich die Tradition der MET als die größte Zirkusarena gleich nach der von Verona arg deutlich nieder. Levine dirigierte einen Reißer mit toller Musik und ist anscheinend immer weniger willens (oder in der Lage), seinem Orchester etwas anderes als ein pauschales Forte oder Foretissimo, nicht aber ein wirkliches Piano abzufordern.

      James Morris schien ganz darauf konzentriert, seine frühe und besonders beliebte Auftrittsarie "Vi lacerato spirito" ordentlich über die Rampe zu bringen, ging danach aber ziemlich aus dem Leim. Wie schon jemand zu Recht formuliert hat: sein Fiesco war nahe am Fiasko. Das macht das wunderschöne Duett mit Gabriele Adorno "Vieni a me" ziemlich kauputt, zumal Giordano zwar durchaus eindrucksvoll singt, aber für meinen Geschmack schon arg viel von dem weinerlichen Ton zahlreicher früherer Verdi-Tenöre an den Tag legt, der für mich immer etwas danach klingt, als habe er sich in den TROVATORE verirrt und ahnte, dass auch er am Schluss geröstet wird.

      Der Paolo Stephen Gaertners ist in dem auf Bravour ausgerichteten Umfeld in angenehmer Weise unauffällig, aber keineswegs ideal. Adrienne Pieczonka bot eine zwar solide grundierte, aber bei jedem exponierten Anspruch rasch schmerzhafte Darbietung, so dass ich sogar Frau Gallardo-Domas Abbitte tun muss, die mir in der Wiener Aufführung nur wenig gefallen hat. So aber vermisste ich sogar Katia Ricciarelli in der etwas farblosen Gavazzeni-Einspielung, von Kiri Te Kanawa in der o. g. DVD oder gar Mirella Frenis optimaler Leistung ganz zu schweigen.

      Zusammengefasst: es erweist sich bei dieser Oper als unbestreitbarer Nachteil, dass es ausnahmsweise eine perfekte Einspielung gibt, die ich jederzeit viel lieber höre:



      Mit einem noch weiter gehenden, endgültigen Urteil warte ich aber ab, bis ich die ganze Oper gehört und ggf. auch gesehen habe, denn Domingos visuelle Präsenz scheint ja sehr stark gewesen zu sein, und wenn die Aufführung zudem weitere Konvertiten zu einem der allergrößten Werke Verdis gewonnen hat, hat sie ihren edelsten Zweck ja auch schon erfüllt.

      :hello Rideamus
      Ich mag alle Kunstformen und Genres. Ich höre Musik von Alban Berg und gehe ins Musical. Für mich gibt es keine Hierarchie der Künste, denn es sind letztlich alles Erzählformen. Alain Resnais
    • Eure Eindrücke vom MET-Simone trösten mich etwas darüber hinweg, dass ich die Radioübertragung wegen eines überraschenden Besuchs verpasst habe. Domingos Simone hätte mich natürlich brennend interessiert, aber darüber hinaus scheine ich nichts versäumt zu haben. Ein Fiesco mit Tendenz zum Wobble hätte mich total frustriert, weil mir diese Partie ebenso wichtig ist wie der Titelheld. Sein "Prega, Maria per me..." im Prolog ist für mich ein highlight dieser Oper, und wehe, das verwobbelt mir einer!! X(

      Wie Rideamus halte ich die CD mit Abbado, Cappuccilli, Freni, Ghiaurov für eine absolute Referenzeinspielung. Live hat mir auch Renato Bruson immer sehr gut gefallen und auch Thomas Hampson, der bei vielen gar nicht so gut weg kam. Aber ich finde, er gestaltet ein sehr eindrückliches Rollenporträt, die Ratsszene, wo er Paolo dazu bringt, sich selbst zu verfluchen, hat noch kein Simone so auf die Spitze getrieben wie er.
      lg Severina :hello
    • Original von Severina
      Wie Rideamus halte ich die CD mit Abbado, Cappuccilli, Freni, Ghiaurov für eine absolute Referenzeinspielung. lg Severina :hello


      Diese CD habe ich ein paar Tage nach der MET-Übertragung gehört und sie hat mich zwischen den Boxen fast zur Salzsäule erstarren lassen, so nahm mich alles mit. Fand eben auch Abbado um vieles besser und Ghiaurov um Welten besser als Morris.

      Liebe Severina, Du hättest sicher gelitten wie ein Hund (wir auch) und wahrscheinlich erstmals im Kino BUH geschrieen :cool

      Trotzdem war ich sehr glücklich, Domingo erlebt zu haben, denn sein Spiel war atemberaubend und da ich ja zu diesem Zeitpunkt seine Stimme nur mit Gavanelli vergleichen konnte :ignore, auch sehr gut :)

      Liebe Grüße
      Ingrid
    • Offensichtlich brauche ich manchmal mehrere Anläufe, bis ich mich mit einer Stimme so richtig anfreunden kann. Gestern hat es auch Erwin Schrott geschafft :beer

      Mit seinem Don José hatte ich große Probleme, da irgendwie etwas unkultiviert und klotzig, aber gestern empfand ich seinen Bassbariton richtiggehend balsamisch. Keine Ahnung, ob man das sagen kann :cool . Er baute wohl eher auf die kleinen Gesten, zeigte mehr Respekt vor den "Herrschaften" und trug auch in seinen Arien nicht besonders dick auf. Zusammen mit Laura Tatulescu kamen sie bei mir nahe in den Bereich "Traumpaar" :down Rose ist gesichtet worden und hat bestimmt noch gute Ratschläge gegeben.

      Volle genoss seine Rolle sichtlich und wirkte, wie eine Freundin meinte, sehr gefährlich (für die Frauen natürlich). Ihn mag ich sowieso und freue mich total, ihn in dieser Rolle zu erleben. Glaube fast, dass ich ihn gestern zum ersten Mal italienisch singen hörte und es klang echt gut und auch schauspielerisch legte er sich so voll ins Zeug, dass der Kopf gegen Ende der Farbe seines Kostüms sehr ähnlich war :wink Am Schluss rührte aber auch er mich zu Tränen. Das schaffen nicht alle.

      Barbara Frittoli hatte es bei mir etwas schwerer, denn da habe ich halt immer noch Anja Harteros vor Augen und Ohr.

      Der Cherubino von Kate Lindsey war sicher sehr gut, aber gerade für sie/ihn finde ich diese Inszenierung nicht so ideal. Da habe ich immer noch die von Kosky im Kopf. Da war echt was los auf der Bühne und die weißen Tücher in der Münchner Gartenszene, gerade wenn man diese Inszenierung schon einige Male gesehen hat, nicht mehr so prickelnd, obwohl die Arie der Susanna (Tatulescu erinnert optisch sehr an Cecilia Bartoli) und das entsetzte Gesicht von Schrott doch zu Herzen ging. Er nahm es auch auf sich, unter dem großen weißen Tuch von hinten bis vorne durchzukrabbeln, was sich Terfel z.B. nicht antat. Der war natürlich sowieo ein ganz anderer Typ von einem Figaro.

      Obwohl dieser Mozartabend schon seine Längen hatte, freue ich mich doch wieder auf den Donnerstag und einen Stehplatz :wink

      :hello Ingrid
    • Liebe Ingrid,
      danke für Deinen Bericht, ich bin doch immer glücklich, etwas von der Münchner Oper zu erfahren! Als Figaro fand ich Erwin Schrott auch immer sehr gut, ich habe ihn - ebenfalls mit Volle als Graf - in Zürich in dieser Partie erlebt. (Diese Produktion gibt's auch auf DVD!) Auch als Leporello gefiel er mir immer, er darf offensichtlich nur nicht in die Chefetage aufsteigen :wink :D
      lg Severina :hello
    • Ich war gestern in einer mir total unbekannten Haydn-Oper "L'infedeltà delusa"

      Inszenieirung: Richard Brunel
      Leitung: Jeremy Rohrer "Le cercle d'harmonie"

      Es sangen: Claire Debono, Mari Eriksmoen, Ian Paton, Julian Preghardien, Thomas Tatzl

      Die Story ist ziemlich seicht und gibt nciht viel her. Ein Vater will seine arme Tochter an ienen reichen Mann verkuppeln, die liebt aber einen armen Mann und dessen Schwester ist wiederum mit dem Reichen verlobt, der sie nun für die andere Dame im Stich lâsst. mit Raffinesse udn allerlei lustigen Verkleidungstricks à la Despina oder Norina gelingt es schliesslich, den Vater auszutricksen und die richtigen Paare zusammenzubringen.
      Dei Musik ist serh hübsch, es gibt viele schöne ensembles, einige grössere Arien, aber ncihts Ohrwurmiges oder besonders Herausragendes.
      Was die aufführung zum Genuss machte, war der grosse Elan und die Leichtigkeit des Orchesters unter Rohrer und die rieisge Spielfreude der Sänger(hervorzuhebn ist Claire Debono als Vespina)!), die überdies fast alle über serh schöne stimmen verfügen. Schöner lyrischer Gesang ohne Geschreie und Gestemme- das erfreut mein Herz und Ohr! :leb
      Die inszenierung fand ich nicht so besonders und hab sie auch nicht richtig verstanden scheint mir, erspare euch und mir daher einen Bericht, es sei denn, jemanden interessiert das brennend.

      Es war meine erste Haydn Oper und obschon sehr nett anzuhören, fehlt doch etwas, wenn man mit Gluck oder Mozart vergleicht. Weder die dramatische Grundkraft noch die wunderbaren Melodien und Ohrwürmer gibt es da und irgendwo kann man nachvollziehen, dass Haydns Opern doch ziemlich im Schatten stehen.Aallerdings hab ich mal den Orfeo auf DVD gesehen und der hat mir ziemlich imponiert. Vielleciht ist da "L'infedeltà delusa" einfach nicht sein stärkstes Werk.... aber angenehm kurz!
      Um 22Uhr30 waren wir schon wieder zu Hause..

      Für den 8.4. habe ich heute Karten in München bestellt "Poulenc "Les dialogues des Carmelites"- ein phantastisches Werk!!!!

      F.Q.
      Da es der Gesundheit förderlich ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein (Voltaire)
    • Liebe Fairy,

      hatte mich noch nicht um Karten für die Karmelitinnen bemüht, da ich mich nicht so ganz dran traue. Da regt mich die schlimme Geschichte schon im Vorfeld zu sehr auf.

      Schade, dass ich am 8.4. nicht kann, sonst hätte ich mir wohl doch noch ein Stehplatzerl besorgt, aber da findet ein Gesprächsabend mit Erwin Schrott in München statt und den möchte ich doch nicht verpassen :wink Er soll auch am Bühnenausgang wieder charmant ohne Ende gewesen sein. Leider ist die Vorstellung erst so kurz vor 23 Uhr zu Ende und da muss ich dann doch schaun, dass ich zu meiner S-Bahn komme, sonst wäre ich wohl auch immer in der Meute am Bühnentürl :D

      Liebe Severina,

      bin ja gespannt, wie sich Schrotti dann demnächst als Chef macht :D Als Leporello in Salzburg fand ich ihn auch echt gut (TV) Volle durfte in Zürich offensichtlich viel viel mehr im italienischen Fach singen. Er kam wohl auch her, um den Don Giovanni zu bekommen, aber da ist er auch zukünftig offensichtlich nicht vorgesehen. Echt gemein.

      Liebe Grüße nach Lille und Wien
      Ingrid
    • Vor einigen Tagen war ich übrigends in der Oper.

      Geboten wurde im "Saal für Mozart" in seiner Geburtsstadt Salzburg, die ihn so sehr vermarktet obwohl sie ihm so zu wider war :ignore, die Puccini Oper Tosca.

      Das recht minimalistische Bühnenbild mit sehr hohem weiß Anteil sowie silbernem Dekor (Kerzenständer ect.) im Kontrast zu den farblich sehr hervorstechenden Kleidungsstücken von Tosca fand ich sehr ansprechend. Auch die Kostüme des Polizeichef's bzw. seiner Leute im meist fahlen Weißtönen fand ich sehr passend.

      Was die Schauspielerischeleistung angeht sowie den gesanglichen Leistungen war ich nicht sonderlich überwältigt. Denke das war ein solides Niveau.

      Ein Liebhaber dieser Oper bin ich auch durch das Liveerlebnis nicht geworden.

      Einzig der Chor am Ende des ersten Aktes hat mich doch verzückt.
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Richard Wagner
      Rienzi, der letzte der Tribunen


      Deutsche Oper Berlin, 5.4.2010
      Musikalische Leitung Evan Rogister
      Inszenierung Philipp Stölzl

      Rienzi Torsten Kerl
      Irene Marika Schönberg
      Adriano Kate Aldrich

      Ich gestehe, ich kannte bisher von Rienzi nur die Ouvertüre. Insoweit hat sich der Besuch absolut gelohnt, das ist ein hochinteressanter Stoff und ich fand es faszinierend, dass Wagner richtig gut für Chöre komponieren kann :) Schade,d ass er es später aufgegeben hat.
      Gesungen wurde in den Hauptrollen ordentlich, Chor und Orchester agierten gewohnt gut und routiniert, die knapp 2,5 Stunden vergingen rasend schnell.

      Was die Inszenierung angeht, mir hat es im wesentlichen gefallen. Natürlich war es sehr direkt auf die Parallelen zu Hitler und dessen Vorliebe gerade für diese Oper angelegt und hat somit den Blickwiinkel schon ziemlich eingeengt; sicher hätte man das subtiler machen können. Aber es waren schon einige wirklich gelungene Einfälle dabei (sehr beeindruckend z.B., wie Rienzi im Bunker wie ein Kleinkind mit Bausteinen von Speers Monumentalbauten einen Turm baut) und mich als Rienzi- Neuling hat das offensichtliche Prinzip nicht gestört, weil es imho sehr gut gemacht war.

      Ich finde es schade, dass die Oper so selten gespielt wird, der Stoff bietet sicher großartiges Material für gute Regisseure und die Musik (die ja leider heute arg viel gekürzt war) ist melodisch hörenswert, rhythmisch packend (hat mich fast an Verdi erinnert, dieser frühe Wagner) und vielseitig.
      Heike
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis
    • Original von Severina
      Lieber Rachmaninov,
      nun, abseits der Salzburger Festspiele dümpelt die Salzburger Oper auf einem recht bescheidenen Niveau dahin, insofern war das sicher keine gute Werbung für einen Opernmuffel :wink
      Die Wiener Opernfans fahren gerne nach Graz oder Linz, aber kaum je nach Salzburg.
      lg Severina :hello


      Linz wäre für mich durchaus gut erreichar.
      Wo find eich aktuelle Spielpläne für Opern und Konzerte in Linz?
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von Rachmaninov
      Original von Severina
      Lieber Rachmaninov,
      nun, abseits der Salzburger Festspiele dümpelt die Salzburger Oper auf einem recht bescheidenen Niveau dahin, insofern war das sicher keine gute Werbung für einen Opernmuffel :wink
      Die Wiener Opernfans fahren gerne nach Graz oder Linz, aber kaum je nach Salzburg.
      lg Severina :hello


      Linz wäre für mich durchaus gut erreichar.
      Wo find eich aktuelle Spielpläne für Opern und Konzerte in Linz?


      Der Opernplan ist hier. U.a. stehen Hoffmanns Erzählungen auf dem Spielplan!
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • "carmen"
      staatsoper hamburg
      15.4.2010

      bereits 30 jahre ist die inszenierung von piero faggioni alt und man sieht es ihr auch an allen ecken und kanten an.
      (die 2 jahre ältere wiener staatsoperninszenierung kommt dagegen fast wie neu daher)
      für mich war es die bisher schwächste inszenierung (und auch aufführung) einer "carmen" überhaupt.
      3 1/2 stunden quält man sich durch ein uninspiriertes einheitsbühnenbild (enzio frigerio)und in der personenregie scheint dem regisseur nicht viel eingefallen zu sein.(oder es ist davon nicht mehr viel übrig).

      wären wenigstens die sängerischen leistungen halbwegs akzeptabel gewesen,hätte man viell. darüber hinwegsehen können.
      die carmen sang hadar halévy,leider mit sehr wenig ausstrahlung.
      don josé gesungen von yonghoon lee hingegen hat mir sehr gut gefallen,zumindest sängerisch,darstellerisch allerdings kam er über ein standardrepetoir von ein bissl hände ringen nicht hinaus.
      viel schlimmer aber noch war kyung-il ko.
      davide damiani sang den escamillo ganz passabel,aber unter einem torero stelle ich mir was anderes vor.
      die micaéla wurde von der jungen vida mikneviciute,einem mitglieddes int. opernstudios,gesungen.darstellerisch hat sie mir sehr gut gefallen ,sängerisch weniger,aber dem hamburger publikum hat sie gefallen.sie wurde mit bravos überschüttet.(viell. weil sie so jung ist.ich weiss nicht)
      trine w. lund (frasquita) und ann-beth solvang (mercedes) fand ich rund um klasse.

      die musikal. leitung lag in den händen von alexander joel und hat mich auch nicht von den stühlen gerissen.

      hätte ich mich bloss f. das neumeier-ballett (nijinsky) gestern abend entschieden.
      lg yago
    • Hallo yago,

      wenn eine "Carmen" langweilig ist, muss wirklich vieles schief laufen, denn diese Oper kann man doch kaum umbringen. Du Ärmster!
      Das Problem mit asiatischen Sängern kenne ich nur zu gut: Stimmlich sind sie oft wirklich ausgezeichnet, leider hapert es beim Spiel, da fühlt man sich oft in ein Opernmuseum versetzt, so antiquiert wirken die Gesten. Deshalb halte ich den Herrn Youn so schlecht aus, obwohl er wirklich gut singt, aber ansonsten nur gepflegte Langeweile verbreitet.

      Freuen wir uns also auf die Wiener "Carmen", die hoffentlich wenigstens ein wenig aufgemöbelt wird, wenn es schon keine Neuinszenierung gibt! :D
      lg Severina :D
    • Habe die aktuelle Aufführung nicht gesehen, aber schon vor zwölf Jahren war die Hamburger Carmen-Inszenierung völlig verbraucht und jegliche Ansätze von Bewegungsregie völlig verpufft. (Gleiches gilt auch für Traviata, Liebestrank, Barbiere und Cav/Pag.)

      Vor diesem Hintergrund ist mir die derzeitige Neuinszenierungspolitik in Hamburg auch völlig unverständlich. In denselben zwölf Jahren gab es zwei neue Lucias, zwei neue Bohemes, zwei neue Rosenkavaliere, zwei neue Hoffmannes Erzählungen und nächstes Jahr kommt auch die zweite neue Cenerentola dazu (sowieso, warum dann nicht mal eine L'italiana oder Il vaggio o.ä.?).
    • eine "la boheme" habe ichletztes jahr im mai gesehen und auch diese inszenierung fand ich sehr konventionell.allerdings wurde da besser gesungen,vor allem olga mykytenko war grossartig.
      ich hätte mir diese inszenierung im dez. nochmals angesehen,denn da sollte elena mosuc singen.
      sollte aber nur,denn von den beiden terminen wusste wohl nur die staatsoper HH.elena mosuc u. die züricher oper nichts,die,die mosuc auch an diesen tagen auf dem programm auswiesen.
      ich vermute man wollte nur den vorverkauf ankurbeln,denn auf anfrage meinerseits reagierten,fr. mosuc´s agentur u. die züricher oper sehr schnell und hamburg erst sehr spät.

      und ja,severina ich freu mich schon wahnsinnig auf wien u. "carmen".(hoffentl. ist anna netrebko dann wieder fit) :hello
      lg yago
    • Original von yago
      und ja,severina ich freu mich schon wahnsinnig auf wien u. "carmen".(hoffentl. ist anna netrebko dann wieder fit) :hello
      lg yago


      Liebe Yago,
      davon gehe ich aus! Ich denke mal, die "Halsentzündung" ist in Wahrheit eher die Erkenntnis, dass die Puritani nicht mehr gehen :wink. Bei ihrer wirklich großartigen Mimi unlängst fragte ich mich etwas besorgt, wie sie mit der nun viel schwereren und tiefer liegenden Stimme eine Elvira stemmen will. Ich bin ehrlich gesagt über diese Absage nun eher erleichtert als beunruhigt.
      Das Problem ist halt, dass Verträge so lange im Voraus unterzeichnet werden, sich eine Stimme in der Zwischenzeit aber ganz anders entwickeln kann. Da ist es dann nur klug, die Notbremse zu ziehen, anstatt einen Schaden zu riskieren. Natürlich sind die Leute not amused, die viel Geld für die Netrebko ausgegeben haben (Freunde aus Köln haben nur wegen der "Puritani" ihren Wienurlaub gebucht...), aber der Künstlerin deswegen einen Vorwurf zu machen, ist unfair.
      Ich war auch schon wegen Flórez in Zürich und dann hat ein Herr Laho geträllert. (Nicht schlecht, übrigens!) Natürlich war ich enttäuscht, aber gegen Krankheit ist niemand gefeit, und mir ist es lieber, meine Lieblinge pflegen ihr kostbares Instrument und sagen notfalls ab, als dass sie trotzdem singen und damit riskieren, ihre Stimme nachhaltig zu beschädigen.

      lg Severina :hello