Gestern in der Oper

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    • Nicht "Gestern in der Oper" aber "Gestern in der Glotze". Ich empfange hier aus irgendwelchen Gründen France TV 5 (und bin sehr froh darüber). Gestern Abend habe ich zufällig in den letzten Traviata-Akt gezappt. Es war eine Open-air-Afführung (was für eine Schnappsidee, diese Oper Open-Air zu spielen :( ) aus Orange. Die Tonqualität war leider miserabel, die Inszenierung soweit ich sie mitbekommen habe belanglos. Also genug Gründe, abzuschalten. Aber dann habe ich gesehen, daß Patrizia Ciofi die Titelrolle gesungen hat, und bin dabei geblieben, denn ich liebe sie sehr.
      Warum ich das hier erwähne: Vittorio Grigolo, der Alfredo, der mir schon in der unsäglichen Bahnhofs-Traviata gefallen hat und der mich zwar nicht ganz so umhaut wie ein Villazón in Hochform, der mir aber gerade bei "Parigi o cara" sehr gut gefallen hat.
      Was denn sagen unsere Stimmenexperten dazu?
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      Ah, music! A magic beyond all we do here...
      (Albus Dumbledore)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Solitaire ()

    • Salute Solitaire!

      Ohne mir den Titel "Stimmexperte" anmassen zu wollen, hat mir deine ausgewählte Traviata-Szene recht gut gefallen. Grigolos Alfredo klingt sehr authentisch, bei Ciofi hätte ich mir eine Spur mehr Dramatik und hinsiechende Erotik gewünscht. Und warum muss sie beim Singen so sehr den Mund verziehen? Darstellerisch hat es die Netrebko einfach besser drauf.

      Übrigens gibt es den Clip bei Youtube auch mit lebenden Bildern. Dabei gerate ich immer in gefahr, die anderen verfügbaren Interpretationen gleich dranzuhängen, was mitunter sehr zeitraubend sein kann, doch ungeheuer viele Eindrücke hinterlässt.

      :hello
      Mime mahnt:Nehmt euch in Acht! Alberich naht.
    • Original von Solitaire

      Warum ich das hier erwähne: Vittorio Grigolo, der Alfredo, der mir schon in der unsäglichen Bahnhofs-Traviata gefallen hat und der mich zwar nicht ganz so umhaut wie ein Villazón in Hochform, der mir aber gerade bei "Parigi o cara" sehr gut gefallen hat.
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      Liebe Mina,

      ich habe Grigolo noch nie live gehört, aber er singt sehr viel in Zürich, und zwar mit sehr unterschiedlichem Ergebnis. Wenn ich das, was meine Freunde über ihn erzählen, als Wordrap zusammenfasse: Ziemlich durchgeknallter Typ, schönes Timbre, gute Anlagen, aber fragwürdige Technik, wird's nicht lange machen, wenn er nicht seeehr an sich arbeitet. Allerdings hat er jetzt einen Exclusivvertrag mit Sony und soll wohl als neuer Tenorstar aufgebaut werden.
      Was wohl gelingen dürfte, denn er enspricht ganz den Marktanforderungen: Niedliches Kerlchen + Bühnenpräsenz + Temperament + schöne Stimme, die wahrscheinlich nicht lange halten wird, aber das interessiert die CD-Produzenten nur wenig, die in unserer kurzlebigen Zeit gar keine Dauerbrenner wie einen Domingo wollen, denn mit immer neuen "Stars", die immer dieselben Sachen einspielen, kann man viel mehr Kohle machen.

      lg Sevi :hello
    • Liebe Solitaire ich habe es auch eben zum ersten Mal gehört und fidne das stimmlcih wunderschön. Natürlcih eine relativ "lecihte" Besetzung aber wenn man das liebt und wenn die Ciofi den zweiten Akt durchgestanden hat.
      Ich habe sie live als Bellini Giulitetta (Capuleti e Montecchi) erlebt udn finde die Frau auch darstellerisch umwerfend gut. :down Mir gefällt im Gegensatz zu Dir, lieber Mime, Anna Netrebko keinesfalls besser in der Rolle- sie ist eine ganz andere Verkörperung der Figur, die natürlich auch ihre volle Berechtigung als eine mögliche interpretation der Violetta hat. Ciofi ist aber viel mehr die femme fragile der Romantik eines Alexandre Duma: im wahren Wortsinne schwind-süchtig. Dass sie ieine Volblutschauspielerin ist, habe ich wie gesagt live erlebt. Besonders positiv erstaunt hat mich der Tenor! Wieso ist der nicht viel bekannter? Ein echter Wonne-Alfredo für meinen Geschmack! Ich fidne ciofi allemal glaubwürdiger als Christine Schâfer, die zwar technisch phantastisch gesungen hat, aber deren Stimme und Ausstrahlung mir in dieser Rolle ûberhaupt nciht zusagen.
      Chacun à son goût..... Und ausserdem geht sowieso ncihts über Ileana Cortubas :down

      Liebe Sevi, wir haben uns gekreuzt, danke fûr die Auskunft über Grigolo: das klingt ja wie einer der italiensichen Fussballstars, die es auch nciht lange bringen und schnell vom Geschâft korrumpiert. werden.. :D. von den franzosen mal ganz zu schweigen.... :S..
      Da es der Gesundheit förderlich ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein (Voltaire)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Fairy Queen ()

    • Ich danke euch allen für eure Eindrücke!
      Warum lande ich immer wieder bei Tenören, die offenbar auf der Überholspur singen und also gefährdet sind???
      Egal, er hat mir jedenfalls im letzen Akt gut gefallen, wie er sich in der ganzen Oper gemacht hat, kann ich ja leider nicht sagen, werde aber nochmal bei Youtube stöbern. In der Bahnofs-Traviata war er jedenfalls so gut wie es m.E. in dieser schwierigen Situation möglich war.
      Severnina, danke auch für den Wordrap! :) Das kommt einem ja irgendwie bekannt vor... :I

      Was Ciofi als Violetta angeht werde ich mir ausnahmsweise erlauben, mich selbst zu zitieren und im Traviata-Thread eine DVD vorstellen, die ich vor eniger Zeit erworben und zu der ich auch bei Capriccio etwas geschrieben habe. Der Einfachhiet halber kopiere ich das einfach, ich hoffe, das ist okay.
      Hier nur soviel: es mag Sängerinnen mit "runderen" Stimmen geben, aber ich finde sie gerade für Rollen wie Violetta, Lucia, denn ich stimme Fairy zu: das sind zerbrechliche Frauen, die Ciofi stimmlich und optisch glaubhaft machen kann.
      Das ändert nichts daran, daß mich Netrebko als Violetta in Salzburg sehr beeindruckt hat, aber das lag auch an der hervorragenden Inszenierung, die die unbestrittenen Stärken dieser Sängerin zu nutzen wußte.
      Im Übrigen mag ich es sehr, wenn Violetta mit einer leichteren Stimme besetzt wird, sofern die Sängrin ihr im Großen und Ganten gewachsen ist,denn immerhin ist Violetta mit ihren 23 Jahren eine sehr junge Frau.
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      (Albus Dumbledore)
    • BSO "Le nozze di Figaro" 19.7.2010

      Graf Almaviva Mariusz Kwiecien
      Gräfin Barbara Frittoli
      Cherubino Anna Bonitatibus
      Figaro Ildebrando D'Arcangelo
      Susanna Camilla Tilling
      Bartolo Donato DiStefano
      Marcellina Heike Grötzinger
      Barbarina Evgeniya Sotnikova
      Bayerisches Staatsorchester
      Chor der BSO
      Juraj Valcuha
      Inszenierung: Dieter Dorn
      Bühne & Kostüme: Jürgen Rose

      Mit Beginn der Ouvertüre öffnet sich der rote Samtvorhang und wir blicken auf einen bemalten Bühnenprospekt, der das Innere eines Rokokoschlosses zeigt. Während der Ouvertüre gibt es keine Bühnenaktion, die heute so beliebte illustrierte Ouvertüre fällt aus, was mir gut gefallen hat, denn nur selten gelingt so etwas so gut wie beim Londoner Figaro, der hier ja ausführlich diskutiert wurde.
      Als sich der Prospekt zum Beginn des ersten Aktes hebt, sehen wir einige wenige Möbel in einem blendend hellen Raum: ein Bett, einen Lehnstuhl, ein paar Matratzen sowie drei Türen. Die Bühne ist in weiß und blau gehalten, was während der ganzen Oper so bleiben wird.
      Alle Innenräume sind durch sparsame Dekoration angedeutet: ein Sofa, ein Tisch, ein paar Stühle im Zimmer der Gräfin, eine Reihe von Stühlen während der Gerichtsszene etc. Dabei fällt immer wieder das Grellweiß der Wände in die Augen, das zunächst aber noch nicht wirklich stört. Die Kostüme sind historisch, Graf und Gräfin kleiden sich an diesem tollen Tag, den Gepflogenheiten ihrer Zeit folgend, mehrfach um. Die Inszenierung versucht nicht, das Rad neu zu erfinden, Personen und Beziehungsgeflecht werden nicht neu gedeutet, und bis auf eine (allerdings atemberaubende!) Ausnahme, auf die ich später kommen werde, gibt es nichts, was uns dazu bringen könnte, einen Charakter in einem neuen Licht zu sehen.
      Ich denke, es handelt sich um eine Inszenierung, die auch mit Sängern wirkt, denen das Spielen nicht unbedingt im Blut liegt, die aber ungeheuer gewinnt, wenn wirkliche Sängerdarsteller am Werk sind. Was Witz, Esprit und Komik angeht kann sie sich allerdings nicht in Ansätzen mit dem Londoner Figaro messen.
      Darstellerisch haben mir Ildebrando D'Arcangelo als Figaro und Mariusz Kwiecien als Almaviva am besten gefallen. D'Arcangelo ist ein Figaro, der nicht nur gewitzt und gerissen ist, sondern sich offenbar auch immer wieder selber zu seiner Genialität beglückwünschen möchte und nicht weniger von sich überzeugt ist als sein Brotgeber, und bei Gelegenheit wie ein Pfau über die Bühne stolziert.
      Mariusz Kwiecien ist optisch ein durchaus attraktiver, verführerischer Almaviva, und man kann Susanna nur dazu gratulieren, von zwei so feschen Mannsbildern umworben zu werden...
      Barbara Frittolis Gräfin ist eine sehr traurige aber würdevolle Frau, die vor Beginn von "Porgi amor" ihre Zofe aus dem Zimmer weist, da sie nicht vor ihren Augen zusammenbrechen will. Im Großen und Ganzen ist aber über die Inszenierung nicht viel zu sagen, wie gesagt, sie ist weit entfernt davon schlecht zu sein, hat aber auch keine zündenden neuen Ideen. Wenn man allerdings bedenkt, auf welche Ideen Regisseure heutzutage so kommen ist das nicht unbedingt ein Fehler.
      Aufgebrochen wird dieser traditionelle Figaro ein bißchen in der Gartenszene: kein Pinienhain um Mitternacht, keine lauschigen Büsche zum Verstecken, lauschen, kosen und was immer sie da so treiben. Statt nächtlicher Dunkelheit, die das Verwirrspiel halbwegs glaubhaft macht, gleißende Helligkeit: die gleichen Grellweißen Wände mit den drei Türen wie in den früheren Bildern, aber ohne Möbel, und jetzt stört sie, die Helligkeit. Als Versteck dienen am Boden liegende weiße Tücher unter die das Bühnenpersonal kriecht und in die es sich hüllt, wenn es gilt, sich vor unerwünschten Blicken zu verbergen.Schon klar, wir haben es begriffen: ob tintenschwarze Nacht oder gleißendes Licht, beides verhindert den klaren Blick auf Menschen und Situationen. Nur daß die Dunkelheit poetischer ist, und so ein bißchen Poesie gehört nunmal zur schönsten Szene dieser schönsten aller Opern.
      Einen ganz großen Theatermoment gibt es dann aber doch in dieser Aufführung, einen Moment, von dem ich nicht weiß, was Mozart oder DaPonte zu ihm gesagt hätten, der mir aber fast den Atem geraubt hätte: als Susanna ihre Rosenarie singt, tritt Figaro, von ihr unbemerkt, in den Türrahmen hinter ihrem Rücken. Erst tief getroffen, dann zu Tode erschöpft lauscht er ihrem, scheinbar an einen anderen gerichteten, Liebesgeständnis. Während Susanna vom Mond, von Rosen und Liebesglück singt, tritt Figaro hinter sie: eines der "Verstecktücher" in den Händen, Entschlossenheit im Blick. Bei einem anderen Sänger könnte die Szene immer noch amüsant wirken, D'Arcangelo aber läßt keinen Zweifel: hier steht jemand, der zum Mord fähig ist, es fehlt nicht viel, und alles könnte in einer furchtbaren Tragödie enden. Ein Moment, bei dem man nicht zu atmen wagt. Aber, und hier trifft der viel strapazierte Satz, die Liebe siegt. Figaro ist eben doch nicht fähig zum Mord an Susanna und läßt sie weiter singen von der Liebe von der er glaubt, sie gälte einem anderen. Für mich war diese Szene der darstellerische Höhepunkt der Inszenierung, der einzige Nachteil: D'Arcangelo, mit seiner ungeheuren Bühnenpräsenz und seinem sprechenden Mienenspiel lenkt fast zu sehr von Susanna ab, deren große Szene das doch ist und die doch so wunderschön singt.
      Aber am Ende wird alles gut, die Reue des Grafen klingt aufrichtig und ist es in dem Moment wohl auch, dennoch: während des überirdischen Finales umschleichen sich diverse Personen wie die Katzen den Milchtopf. Cherubino klaut (mal wieder) ein Band der Gräfin, die das sehr wohl bemerkt. Selbst jetzt, in diesem Augenblick im Paradies, kommen das gräfliche Paar und seine Dienerschaft nicht wirklich zur Ruhe.Mich hat das ehrlich gesagt gestört.
      Alles in allem eine eher traditionelle Inszenierung die man sich sehr gut ansehen kann, in der es immer wieder etwas zu lachen gibt, der aber für meinen Geschmack am Ende etwas mehr Poesie nicht geschadet hätte.

      Was nun das Musikalische angeht, so muß ich gestehen, daß ich es nicht gewohnt bin, Sänger von dieser Qualität live zu erleben. Allein die Erfahrung, das jeder Sänger mit seiner Stimme mühelos über die Rampe kommt ist ein Genuß, der mir nicht oft zuteil wird, denn die Akustik in unserem Theater ist dermaßen problematisch, daß selbst größere Sänger als die die ich normalerweise zu hören kriege Probleme haben dürften. In der Bahn nach der Oper habe ich jemanden etwas von "normale Repertoirevorstellung mit zwei Stars" murmeln hören. Nun, wenn das normales Standardniveau ist: glückliche Münchner!
      Herausragend an diesem Abend waren für mich allerdings tatsächlich D'Arcangelo und Kwiecien. Ich war gespannt, wie D'Arcangelo singt, denn sein Escamillo hat mir nicht gefallen, und es gab in letzter Zeit ab und zu auch Absagen von ihm. Aber Mozart scheint ihm wohl um Längen mehr zu liegen als Bizet, denn er war wirklich wunderbar und hat außerdem jenen Hauch Selbstironie aufblitzen lassen, den ich bei seinem toternst gemeinten Escamillo so schmerzlich vermisst habe. Für mich hat dieser Sänger eine der schönsten Stimmen unserer Zeit, stimmlich ist er dem (darstellerisch grandiosen!) Erwin Schrott weit überlegen.
      Mariusz Kwiecien habe ich zum erstenmal als Enrico Ashton in der Opernübertragung aus der MET gehört, und er hat mir schon damals sehr gefallen. Neben dem gut singenden aber kreuzbraven Piotr Beczala als Edgardo war er stimmlich und darstellerisch DER Lichtblick dieser Aufführung (denn ich goutiere Netrebko als Lucia nicht unbedingt). Hier nun hat er mir noch besser gefallen, von ihm werden wir hoffentlich noch viel hören und ich hoffe, ihn eines Tages als Onegin hören zu können, der laut Interview zu seinen Lieblingsrollen gehört.
      Camilla Tilling (Susanna) und Anna Bonitatibus (Cherubino) haben mir von der Damenriege am besten gefallen. Tilling hat eine sehr schöne, jugendliche Stimme und Bonitatibus hat einen etwas verhaltenen, aber sehr innigen Cherubino gesungen. Besonders eindrucksvoll: die kleine hektische Szene zwischen Cherubino und Susanna im zweiten Bild als Graf und Gräfin das Zimmer verlassen haben um ein Brecheisen zwecks Öffnung des Kabinetts zu besorgen. Atemlos, gehetzt und leise beratschlagen sie was zu tun sein. Ich fand das überaus gut gesungen. Cherubino springt übrigens nicht aus dem Fenster sondern in den Orchestergraben.
      Barbara Fritolli kann als Gräfin m.E. nicht ganz mit Dorothea Röschmann oder gar Lisa DellaCasa mithalten, ist aber dennoch die beste Gräfin die ich bisher live erlebt habe (wie gesagt: Provinz...) Heike Grötzinger (Marcellina) wirkte weit weniger lächerlich als das bei dieser Rolle üblicherweise der Fall ist, und war attraktiv und jung genug, daß die Idee einer Ehe mit Figaro nicht völlig absurd wirkt. Gesungen hat sie gut, wenn auch manchmal etwas spitz in den Höhen. Ihre große Arie in der Gartenszene wurde ebenso gestrichen wie die Arie von der Eselshaut.
      Evgeniya Sotnikova war eine hübsche junge Barbarina mit sehr schöner Stimme. Allerdings bestand hier keinerlei Zweifel, daß es in "L'ho perduta, me meschina...." wirklich nur um die Nadel ging. Über das "Geheimnis um die Nadel und die Unschuld" wie Fairy es so schön formuliert hat, mußte sich an diesem Abend niemand Gedanken machen, denn es gab keines. Noch so ein verpasster Moment der Poesie...
      Zum Schluß sei noch Alfred Kuhn, in Ehren ergrautes Ensemblemitglied der BSO erwähnt: er hat einen sehr witzigen, wutschnaubenden Antonio gegeben und am Ende einen überaus herzlichen Beifall eingeheimst.
      Ich denke nicht, daß ich diese Aufführung auf DVD kaufen würde wenn es sie mal geben sollte,aber ich bin sehr froh, sie im Theater erlebt zu haben.

      Im Übrigen ist München eine tolle Stadt, in der ich wenn es nach mir geht nicht zum letztenmal war, und die mir (soweit ich das nach den paar Tagen beurteilen kann) mehr liegt, als z.B. das obercoole Berlin :cool
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    • Liebe Mina,
      schön, dass Du wieder da bist, und dann gleich mit einem so interessanten Bericht von der "Nozze"! Ich kann mir alles so richtig gut vorstellen, und da ich einige der Sänger schon öfter gehört habe, auch akustisch nachvollziehen.
      D'Arcangelo ziehe ich jederzeit dem Herrn Schrott vor, er hat die wesentlich schönere Stimme und singt auch exakter. Was beiden gemeinsam ist - ein gewisser Hang zur eitlen Selbstbespiegelung ("Hach, was bin ich schön!")

      lg Sevi :hello

      PS: Jetzt brenne ich aber auf einen anderen Bericht!!! :D
      Deine Liebe zu München teile ich auch, ich war früher oft dort, um opernmäßig fremdzugehen :wink

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Severina ()

    • Liebe Mina,
      da habe ich mich glatt um eine Woche geirrt, ich dachte, unser amico hätte schon seine Nemorinos geträllert! Und warum bist Du nicht eine Woche später nach München gefahren, da hättest Du caro Rolando LIVE erleben können??????
      Dann müssen wir weiter bangen und hoffen, vor allem darauf, dass ein Münchner Opernfan genau Bericht erstattet!

      lg Sevi :hello
    • Original von Severina
      Und warum bist Du nicht eine Woche später nach München gefahren, da hättest Du caro Rolando LIVE erleben können??????

      Naja, um es mit den Worten eines Bekannten zu sagen: "Erst kommt Mozart, dann lange nix und dann der Rest..." :D
      Ich habe tatsächlich lange überlegt, Karten für "Elisir" zu besorgen, aber ich wäre nur wegen RV hingefahren. Musikalisch hat mich Mozart viel mehr gereizt, also habe ich mich für ihn entschieden. Ich weiß, ich bin ein ganz schlechter Fan. Sorry Rolando, aber gegen Wolfgang Amadé den kürzeren zu ziehen ist keine Schande :cool
      Ich hoffe aber auch, daß irgendjemand aus München berichten wird...
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    • Liebe Mina,

      alles klar, das ist eine ehrenwerte Einstellung! (Und die eines wahren Opernfans!) Schade halt, dass Du nicht beides haben konntest, aber das klappt leider nur selten. Ich hätte auch bei meinem Zürichtrip im Mai zu gerne noch die "Rusalka" mitgenommen, aber die ging erst zwei Tage später über die Bühne, und meine Neugier auf Schrekers "Fernen Klang" in Kombination mit Rolandos Alfredo war halt größer.
      lg Sevi :hello
    • Liebe Mina, danke für den serh anschaulichen Bericht aus der Münchner oper. wo habt ihr denn gesessen? Ich war ja auch erst einmal dort und zwar ganz oben auf der Galerie. die Akustik ist dort superb, allerdings hatte ich zeitweise etwas Schwindelgefühle und leichte Höhenangst- man kommt sich doch arg weit oben vor.
      Mir gign es lange Jahre wie dir und ich war nur "Provinz-Sänger" gewohnt. wenn man dann mal echte Weltklasse geboten bekommt, ist das schon sehr beeindruckend. Nicht Jeder hat ja solches Riesenglück wie unsere Severina in Wien, die sich in Sachen Sänger wohl die grösste Feinschmeckerin nennen kann. Ich bin kein grosser Fan von Frittoli,(als Micaëla fand ich sie z.B. diese Saison an der Met total fehlbesetzt) aber die Herren deiner Münchner Riege finde ich auch toll! Und Camilla Tilling hat sich in lille als Oratorien-Sopran recht positiv hervorgetan.
      Die Szene mit dem Figaro kurz vor dem Otello-Reflex fidne ich toll- ja für solche Ideen lohnt sich dann doch jede neue Aufführung, auch wenn es sosnt eher Normalmass ist.
      Seit meine Tochter in München lebt, finde ich die stadt übrigens auch klasse- insbesodnere auch das Umland und die sehr sehr hohe Lebensqualität. Einziger Nachteil: von hier aus eine halbe Weltreise, besonders für Leute, die kein Flugzeug benutzen wollen, so wie ich.
      Liebe Grüsse von Fairy, die deinen wunderbaren Londoner Figaro nun wieder auf die Rückreise schicken wird.
      Da es der Gesundheit förderlich ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein (Voltaire)
    • Original von Severina
      Und warum bist Du nicht eine Woche später nach München gefahren, da hättest Du caro Rolando LIVE erleben können??????
      Dann müssen wir weiter bangen und hoffen, vor allem darauf, dass ein Münchner Opernfan genau Bericht erstattet!

      lg Sevi :hello


      Liebe Severina,

      leider nicht :I :I :I

      Zumindest ich nicht, denn ich habe gestern, in sträflichem Leichtsinn, meine Karte für die nächste Woche gegen eine für morgen eingetauscht und nun hat Rolando offensichtlich Magenprobleme und abgesagt. Breslik springt ein. Seit dieser Nachricht bin ich auch krank und sehr :( Wenn er jetzt nächste Woche singt, was ich ihm ja sehr wünsche, dann beiß ich mich, trotz gestrigem Rippenbruch, in ein bestimmtes Teil. Bin natürlich trotzdem zur Tosca gegangen. Mußte doch wissen, ob die Hitze wieder Zwangshandlungen hervorruft :wink. Die waren tatsächlich nicht mehr ganz so heftig :D

      :hello Ingrid
    • Oh nein, dann geht es also wieder los mit den Absagen :I ! Fast habe ich es befürchtet nach den beiden Alfredos in Zürich. Ich wünsche mir sehr, dass es wirklich nur Magenprobleme sind......

      Und was ist mit Dir? Gebrochene Rippe? :B
      Wie ist denn das passiert?
      Dann wünsche ich Dir baldige Besserung, und uns allen natürlich einen topfitten Rolando nächste Woche.

      lg Sevi :hello
    • Liebe Severina,

      auf Rolandos Homepage ist nur noch der 27.7. für die BSO reserviert. Eigentlich waren ja 3 Vorstellungen vorgesehen. Und für diesen 27. hätte ich eigentlich die Karte gehabt :I

      Na ja und das mit der Rippe wäre wahrscheinlich reif für gewisse Sendungen gewesen. Ein riesiger Rosenbusch hatte sich durch einen Gewitterguss zu stark zur Seite gelegt und ich wollte ihn wieder hochbinden. Der Stock brach und ich landete in den Rosen und mein Ellenbogen in den Rippen. Es knackte recht gespenstisch. Auf jeden Fall war es am Abend nicht so einfach etwa zu finden, was für Hitze im Opernhaus und Verhüllung von Kopf bis Fuß tauglich war. Sehe ungefähr so aus, als wäre ich einer kleinen Raubkatze zum Opfer gefallen :(

      :hello Ingrid
    • Ihr Lieben!
      Was sind denn das für schlechte Nachrichten? Rolando krank, Ingrid verletzt.Kaum ist man mal eine Woche nicht da geht ihr alle über Tisch und Bänke! :wink
      Ingrid, dir gute Besserung, mein Schatz hatte letztes Jahr zwei Rippen gebrochen und das hat fies wehgetan, ist aber schneller verheilt als wir zunächst gedacht hätten. Meinereiner ist auch malade: bin gestern aus einem Autio gestiegen, die Fahrerin ist aber zu früh wieder angefahren :I
      Das hätte GANZ übel enden können, aber ich hatte Glück und habe nur eine große Schürfwunde am Knie und muß es in den nächsten Tagen ewtas ruhig angehen und morgen zum Verbandwechsel. Tut auch fies weh...
      Und jetzt Rolando...ich weiß gar nicht mehr, was ich dazu noch sagen soll. Der Mann ist wahrlich vom Pech verfolgt und ich denke, diese Absage ist gar nicht gut. Jeder kann sich einen Darmvirus einfangen, nur ist es eben nicht jeder sondern mal wieder Herr Villazón...ich hoffe einfach nur noch, daß diese Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie irgendwann ein Ende findet und zwar ein glückliches.
      Für Ingrid tut es mir sehr, sehr leid!!!

      Hallo Fairy!
      Wir haben im Parkett in der 11. Reihe gesessen, hatten also ziemlich gute Plätze. Aber danke für den Hinweis zur Akustik auf der Galerie! Ich habe nämlich vor, wieder mal nach München zu fahren und möchte dann wieder in die Oper. Da ist es gut zu wissen, daß man auch billigere Plätze buchen kann und trotzdem gtu hört, denn die Karten waren sündhaft teuer. So was kann ich mir wirklich nicht immer leisten. Schwindelfrei bin ich so halbwegs, von daher hoffe ich, daß mir die Höhe kein Problem machen wird.
      Ja die Szene mit dem "Otello-Reflex" war sehr beeindruckend. Plötzlich wurde klar, daß Figaro nicht nur der lustige, gerissene Kerl ist, sondern auch ein zutiefst verletzter, enttäuschter Mann (noch dazu ein Spanier! :cool) und D'Arcangelo hatte in diesem Moment eine physische Präsenz, daß es einen gruseln konnte. Das kam umso heftiger, als seine Arie "Aprite un po' quegli occhi..." ja noch eine gewisse Komik hat. Davon war hier nun wahrlich keine Rede mehr...

      OT An Ich fliege übrigens auch nicht übermäßig gern und habe es bisher erst einmal gemacht (nach Paris mit zwei Feundinnen weil das schändlicherweise billiger war als der Zug). Ehrlich gesagt: ich brauche das nicht unbedingt. Es ist nunmal exrem umweltschädlich und tut bei Strecken die man auch in der Bahn zurücklegen kann wirklich nicht Not.
      Ich fahre furchtbar gerne Eisenbahn und mag es, wenn ich aus dem Fenster schauen und sehen kann wie sich die Landschaft langsam verändert. Dazu Musik hören und ich bin glücklich, ich ziehe das jedem Flug oder dem Streß im Auto vor. Ich habe in der Bahn mit Klavierauszug und mp3-player das Requiem von Fauré gelernt. Im September fangen die Proben an, und jetzt hatte ich endlich mal Zeit mich länger damit zu befassen. Also: für mich den Zug bitte.
      OT Ende :)
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      (Albus Dumbledore)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Solitaire ()

    • Liebe Mina,

      Du Ärmste, erst Ingrid, dann Du - wir wollen doch hier keinen Krankenthread aufmachen. Baldige Besserung Euch Unglücksraben!
      Das mit Rolando ist wirklich verflixt blöde, wobei ich ja inständig hoffe, dass es wirklich "nur" ein Darmvirus ist.
      Im nächsten Jahr singt übrigens D'Arcangelo bei uns den Don Giovanni, in einer Neuproduktion! Wäre das nicht ein Grund für eine Wienreise?? (Ist auch nur 4 Stunden weiter als München :wink )

      lg Sevi :hello
    • Liebe Mina,

      die guten Besserungswünsche natürlich auch für Dich (das hätte ja ganz ganz böse ausgehen können) und auch von mir vielen Dank für Deinen tollen Figaro-Bericht. Ich werde erst wieder in der nächsten Serie drin sein.

      Ich erlebte D'Arcangelo live nur einmal als Escamillo und für den Rest sagte er leider auch ab. War echt schade. Da bei dieser Carmen allerdings neben Garanca und Jonas Kaufmann fast alle anderen mehr oder weniger Statistenrollen hatten, nahm man die Einspringer eher gelassen hin. Es war halt immer nur ein Schock, wenn man die Besetzungsänderung im Mailkastl fand und ja zuerst nicht wußte, wer abgesagt hat. Bei Rolando wurde ich von einer Freundin informiert, die ich zuerst aber nicht ernst nahm. Dachte, sie wollte mich ein wenig dratzen. Leider war es nicht so. Der Kartentausch ist für mich natürlich dadurch besonders dumm gelaufen.

      Noch schnell zu den Plätzen in der Staatsoper. An Deiner Stelle würde ich vielleicht sogar die 2. Reihe Mitte in der Galerie nehmen, da dort die Griffleiste nicht so stört. Ich bin grundsätzlich auf den billigen Steh- oder Sitzplätzen im 3. Rang oder eben ganz oben auf den Stehsitzern, denn Parkett ist, bei dem doch regeren Opernbesuch, nicht mehr drin und meist kann ich trotzdem bestens sehen und vorallem hören, was von den teuren Plätzen oft nicht mal so gegeben ist. Saß z.B. mal beim Ballett in der 4. Reihe Parkett und sah nur die Köpfe der Tänzer und ich bin nicht mal klein.

      Nach den Schreckensmeldungen der überhitzten Züge würde ich im Moment doch wieder das Flugzeug vorziehen und meist ist es wirklich sehr viel günstiger, obwohl ich auch immer ein schlechtes Gewissen habe. Ich fliege aber doch ziemlich selten und deshalb ist es vielleicht nicht ganz so schlimm.

      Wäre auf jeden Fall schön, liebe Mina, wenn Du ab und zu wieder in München sein könntest.

      Herzliche Grüße
      Ingrid

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ingrid ()

    • Allen Kranken auch meinerseits die allerbesten Genesungswünsche- ob Rolando oder Mina, ob Ingrid oder Arcangelo. :hello :engel

      Ich fand die Griffleiste in der Galerie gar nciht störend, aber das liegt daran, dass ich so klein bin, dass ich locker drunterpasse.... :D.
      Teuer fand ich das immer noch: hier bekommt man jedenfalls sehr gute Opernkarten wesentlich billiger!
      Fröhliches Zugfahren (bin auch ein Fan, nirgends liest es sich besser!) wünscht Fairy , die ab Samstag dann zwei Wochen offline ist und bretonische Hinkelsteine und Feen belauscht (und Erstere im Auftrag von Sevi auch streicheln wird...!!!!!)
      Da es der Gesundheit förderlich ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein (Voltaire)
    • Ist die Bretagne nicht Asterix-Land? Ich frage, weil ich gerade eine Norma auf DVD hinter mir habe, die optisch doch arg an das kleine, unbeugsame dorf in Gallien erinnert hat. Oroveso sah aus wie Miraculix, aber alle ahben wunderbar gesungen. Besonders Norma (Montesarret Caballé :down) und Pollione, dieser Drecksack (Jon Vickers).
      Wollte eigentlic endlich mal "Lulu" sehen, aber das war ir dann doch zu finster. Nicht das "Norma" eine leichte Sommerkomödie wäre... :cool
      Danke für die Genesungswünsche. :)
      Eine schöne Zeit jedenfalls für Fairy!

      Ja Severina, das WÄRE ein Grund für Wien :D Mal sehen, was das Jahr bringt und der Geldbeutel hergibt.
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      (Albus Dumbledore)