"Ihr habt nun Traurigkeit" - Brahms: Ein deutsches Requiem

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    • "Ihr habt nun Traurigkeit" - Brahms: Ein deutsches Requiem

      Als opus 45 veröffentlicht, wurde das Requiem "nach Worten der Heiligen Schrift" im Jahr 1868 in Bremen uraufgeführt. Es ist Brahms erstes großes Werk für Soli, Chor und Orchester.






      Die Texte der insgesamt 7 Sätze hat Brahms selbst aus dem Alten und Neuen Testament der Bibel ausgewählt, seine Auswahl weicht dabei stark vom traditionellen, lateinischem Messetext eines Requiems ab. Nicht das "Jüngste Gericht" steht im Vordergrund, sondern Trost und Zuversicht. Reclam spricht in diesem Zusammenhang vom "meditativen und zusprechenden Charakter" des Werks.

      Dieser Charakter wird neben der Textauswahl natürlich auch durch die Musik selbst vermittelt. Sie ist unendlich ergreifend, düstere Todesklage und tiefe Erschütterung geht ihm Verlauf des Requiems immer deutlicher in leuchtende Hoffnung und Zuversicht über.

      Wie geht es Euch mit diesem Werk? Empfindet Ihr es als eher deprimierend oder letztlich doch als tröstlich? Oder noch etwas ganz anderes?

      Was die Aufnahmen angeht, so besitze ich selber nur eine einzige. Diese gefällt mir allerdings so gut, dass ich noch nie das Bedürfnis nach einer weiteren Aufnahme verspürt habe. Es ist die von Gardiner aus dem Jahr 1990.




      Aber vielleicht gibt es ja noch andere Spitzeneinspielungen?

      fragt Carola

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Carola ()

    • "Ihr habt nun Traurigkeit" - Brahms: Ein deutsches Requiem

      Als opus 45 veröffentlicht, wurde das Requiem "nach Worten der Heiligen Schrift" im Jahr 1868 in Bremen uraufgeführt. Es ist Brahms erstes großes Werk für Soli, Chor und Orchester.






      Die Texte der insgesamt 7 Sätze hat Brahms selbst aus dem Alten und Neuen Testament der Bibel ausgewählt, seine Auswahl weicht dabei stark vom traditionellen, lateinischem Messetext eines Requiems ab. Nicht das "Jüngste Gericht" steht im Vordergrund, sondern Trost und Zuversicht. Reclam spricht in diesem Zusammenhang vom "meditativen und zusprechenden Charakter" des Werks.

      Dieser Charakter wird neben der Textauswahl natürlich auch durch die Musik selbst vermittelt. Sie ist unendlich ergreifend, düstere Todesklage und tiefe Erschütterung geht ihm Verlauf des Requiems immer deutlicher in leuchtende Hoffnung und Zuversicht über.

      Wie geht es Euch mit diesem Werk? Empfindet Ihr es als eher deprimierend oder letztlich doch als tröstlich? Oder noch etwas ganz anderes?

      Was die Aufnahmen angeht, so besitze ich selber nur eine einzige. Diese gefällt mir allerdings so gut, dass ich noch nie das Bedürfnis nach einer weiteren Aufnahme verspürt habe. Es ist die von Gardiner aus dem Jahr 1990.




      Aber vielleicht gibt es ja noch andere Spitzeneinspielungen?

      fragt Carola

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Carola ()

    • RE: "Ihr habt nun Traurigkeit" - Brahms: Ein deutsches Requiem

      Ich habe diese Aufnahmen:

      Stader, Wiener, Chor der St. Hedwigs-Kathedrale, Berliner Motettenchor, BPO, Lehmann ADD DG Originals 4577102



      Grümmer, Fischer-Dieskau, Chor der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin, Forster, BPO, Kempe ADD EMI Références CDH7647052



      Schwarzkopf, Fischer-Dieskau, Philharmonia Chorus and O, Klemperer ADD EMI Great Recordings of the Century CDM5669032



      Price, Ramey, Ambrosian Singers, McCarthy, RPO, Frau Mutters Ehemann DDD



      Besonders die ersten drei Aufnahmen sind gewiß kein Hifi. Meist hält man Klemperer für den großen Klassiker, aber die Schwarzkopf hatte hier nicht ihre größte Stunde. E. Grümmer singt besser für Kempe. Bei Lehmann ist vielleicht ein wenig zu langsam. Previns Aufnahme ist überraschend schlüssig und gut.

      Gruß,

      Zelenka
    • RE: "Ihr habt nun Traurigkeit" - Brahms: Ein deutsches Requiem

      Ich habe diese Aufnahmen:

      Stader, Wiener, Chor der St. Hedwigs-Kathedrale, Berliner Motettenchor, BPO, Lehmann ADD DG Originals 4577102



      Grümmer, Fischer-Dieskau, Chor der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin, Forster, BPO, Kempe ADD EMI Références CDH7647052



      Schwarzkopf, Fischer-Dieskau, Philharmonia Chorus and O, Klemperer ADD EMI Great Recordings of the Century CDM5669032



      Price, Ramey, Ambrosian Singers, McCarthy, RPO, Frau Mutters Ehemann DDD



      Besonders die ersten drei Aufnahmen sind gewiß kein Hifi. Meist hält man Klemperer für den großen Klassiker, aber die Schwarzkopf hatte hier nicht ihre größte Stunde. E. Grümmer singt besser für Kempe. Bei Lehmann ist vielleicht ein wenig zu langsam. Previns Aufnahme ist überraschend schlüssig und gut.

      Gruß,

      Zelenka
    • Original von Rachmaninov
      Hallo Carola,

      Eine Frage zu der Gardiner Aufnahme.

      Wie kommt der Monteverdi Chor mit der deutschen Textvorlage zurecht?

      Kenn ihn bisher als hervorragenden Chor.



      Hallo Rachmaninov,

      ich habe gerade noch mal in die Gardiner-Aufnahme reingehört und besonders auf die Textverständlichkeit geachtet. Die ist wirklich sehr gut, ich kann keinerlei Akzent heraushören. Das gilt im übrigen auch für die Sopranistin Charlotte Margiono und den Bariton Rodney Gilfry.

      Auch die - wenn man so will - Hauptrisiken bei Gardiner, nämlich das Tempo (manchmal zu schnell) und die nicht immer überzeugenden Solisten sind hier beim Brahms-Requiem beide kein Problem.

      Die Aufnahme mit Herreweghe würde mich im Prinzip ebenfalls reizen, aber es gibt einfach noch zu viele Werke, von denen ich bisher noch gar keine (gute) Aufnahme habe.

      Mit Gruß von Carola
    • Original von Rachmaninov
      Hallo Carola,

      Eine Frage zu der Gardiner Aufnahme.

      Wie kommt der Monteverdi Chor mit der deutschen Textvorlage zurecht?

      Kenn ihn bisher als hervorragenden Chor.



      Hallo Rachmaninov,

      ich habe gerade noch mal in die Gardiner-Aufnahme reingehört und besonders auf die Textverständlichkeit geachtet. Die ist wirklich sehr gut, ich kann keinerlei Akzent heraushören. Das gilt im übrigen auch für die Sopranistin Charlotte Margiono und den Bariton Rodney Gilfry.

      Auch die - wenn man so will - Hauptrisiken bei Gardiner, nämlich das Tempo (manchmal zu schnell) und die nicht immer überzeugenden Solisten sind hier beim Brahms-Requiem beide kein Problem.

      Die Aufnahme mit Herreweghe würde mich im Prinzip ebenfalls reizen, aber es gibt einfach noch zu viele Werke, von denen ich bisher noch gar keine (gute) Aufnahme habe.

      Mit Gruß von Carola
    • RE: "Ihr habt nun Traurigkeit" - Brahms: Ein deutsches Requiem

      Original von Zelenka
      Besonders die ersten drei Aufnahmen sind gewiß kein Hifi. Meist hält man Klemperer für den großen Klassiker, aber die Schwarzkopf hatte hier nicht ihre größte Stunde. E. Grümmer singt besser für Kempe. Bei Lehmann ist vielleicht ein wenig zu langsam. Previns Aufnahme ist überraschend schlüssig und gut.

      Gruß,

      Zelenka


      Irrtum.
      Die Aufnahme mit Klemperer ist 1961 aufgenommen worden und sehr wohl Stereo.
    • RE: "Ihr habt nun Traurigkeit" - Brahms: Ein deutsches Requiem

      Original von Zelenka
      Besonders die ersten drei Aufnahmen sind gewiß kein Hifi. Meist hält man Klemperer für den großen Klassiker, aber die Schwarzkopf hatte hier nicht ihre größte Stunde. E. Grümmer singt besser für Kempe. Bei Lehmann ist vielleicht ein wenig zu langsam. Previns Aufnahme ist überraschend schlüssig und gut.

      Gruß,

      Zelenka


      Irrtum.
      Die Aufnahme mit Klemperer ist 1961 aufgenommen worden und sehr wohl Stereo.
    • HiFi ist keine Bezeichung für Mono oder Stereo. Zumal ich zB. Erstpressungen von György Cziffra besitze, die einiges später datiert sind und dennoch in Mono aufgenommen wurden.

      Allerdings besteht natürlich die Möglichkeit, daß die Digitalisierung negative Ergebnisse zollte. Keine seltene Erfahrungen übrigens, erst neulich im Direktvergleich der Debussy Einspielungen von Martinon konnte ich mich dessen mal wieder überzeugen. Die CDs klingen vergleichsweise unhörbar.
    • HiFi ist keine Bezeichung für Mono oder Stereo. Zumal ich zB. Erstpressungen von György Cziffra besitze, die einiges später datiert sind und dennoch in Mono aufgenommen wurden.

      Allerdings besteht natürlich die Möglichkeit, daß die Digitalisierung negative Ergebnisse zollte. Keine seltene Erfahrungen übrigens, erst neulich im Direktvergleich der Debussy Einspielungen von Martinon konnte ich mich dessen mal wieder überzeugen. Die CDs klingen vergleichsweise unhörbar.
    • RE: "Ihr habt nun Traurigkeit" - Brahms: Ein deutsches Requiem

      Original von Telramund
      Original von Zelenka
      Besonders die ersten drei Aufnahmen sind gewiß kein Hifi. Meist hält man Klemperer für den großen Klassiker, aber die Schwarzkopf hatte hier nicht ihre größte Stunde. E. Grümmer singt besser für Kempe. Bei Lehmann ist vielleicht ein wenig zu langsam. Previns Aufnahme ist überraschend schlüssig und gut.

      Gruß,

      Zelenka


      Irrtum.
      Die Aufnahme mit Klemperer ist 1961 aufgenommen worden und sehr wohl Stereo.


      Lieber Telramund:

      Vielen Dank für die Korrektur! Ich hatte allerdings nicht behauptet, daß die Klemperer-Aufnahme eine Mono-Aufnahme sei. Das Klangbild ist hier trotzdem nicht sehr differenziert und durchsichtig (im Vergleich zur Gardiner-Aufnahme, die Carola vorgestellt hatte), und Bandrauschen mag auch den einen oder anderen etwas stören. Ansonsten soll hier nicht am klassischen Status der Aufnahme gekratzt werden.

      Gruß,

      Zelenka
    • RE: "Ihr habt nun Traurigkeit" - Brahms: Ein deutsches Requiem

      Original von Telramund
      Original von Zelenka
      Besonders die ersten drei Aufnahmen sind gewiß kein Hifi. Meist hält man Klemperer für den großen Klassiker, aber die Schwarzkopf hatte hier nicht ihre größte Stunde. E. Grümmer singt besser für Kempe. Bei Lehmann ist vielleicht ein wenig zu langsam. Previns Aufnahme ist überraschend schlüssig und gut.

      Gruß,

      Zelenka


      Irrtum.
      Die Aufnahme mit Klemperer ist 1961 aufgenommen worden und sehr wohl Stereo.


      Lieber Telramund:

      Vielen Dank für die Korrektur! Ich hatte allerdings nicht behauptet, daß die Klemperer-Aufnahme eine Mono-Aufnahme sei. Das Klangbild ist hier trotzdem nicht sehr differenziert und durchsichtig (im Vergleich zur Gardiner-Aufnahme, die Carola vorgestellt hatte), und Bandrauschen mag auch den einen oder anderen etwas stören. Ansonsten soll hier nicht am klassischen Status der Aufnahme gekratzt werden.

      Gruß,

      Zelenka
    • Hallo Zelenka,

      stimmt, da war ich meinem jugendlichen Leichtsinn wohl ein wenig voreilig :wink .

      Obwohl, was bedeutet "Hifi" bei CDs? Zwischen Klemperer und Gardiner liegen fast 30 Jahre. Da wäre es geradezu vermessen annehmen zu wollen, daß Klemperer den gleichen klanglichen Ansprüchen genügt wie Gardiner (was auch niemand behauptet hat).
    • Hallo Zelenka,

      stimmt, da war ich meinem jugendlichen Leichtsinn wohl ein wenig voreilig :wink .

      Obwohl, was bedeutet "Hifi" bei CDs? Zwischen Klemperer und Gardiner liegen fast 30 Jahre. Da wäre es geradezu vermessen annehmen zu wollen, daß Klemperer den gleichen klanglichen Ansprüchen genügt wie Gardiner (was auch niemand behauptet hat).