R. Schumann: Davidsbündlertänze , opus 6

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    • R. Schumann: Davidsbündlertänze , opus 6

      Robert Schumann

      Werke für Klavier

      Davidbündlertänze , opus 6

      Am 5. Januar 1838 schrieb Robert Schumann an seine geliebte Clara Wieck :" Die Davidbündlertänze und die Phantasiestücke werden in acht Tagen fertig . In den Tänzen sind viele Hochzeitsgedanken - sie sind in der schönsten Erregung entstanden , wie ich mich nur je entsinnen kann" . Und Schumann weiter an Clara ."Ein ganzer Polterabend ist die Geschichte ....war ich je glücklicher am Klavier , so war es als ich sie komponierte " .

      Dem Werk, das wie der "Carnaval" oder die "Kreisleriana" den Kampf von Florestan und Eusebius beinhaltet , hier mit dem - nach den Worten Schumanns an Clara aus 1838 - Sieg von Eusebius . Vorangestellt ist ein "Alter Spruch" , der die Stimmung Roberts aus dem Jahr 1837 wiedergibt . Dieses Jahr war beherrscht von Schumanns Kampf um die damals 17jährige Clara Wieck und gegen deren Vater wegen dessen Nichteinwilligung in eine Eheschliessung .
      Anzumerken bleibt hier wegen einer in 2005 erschienenen "wissenschaftlichen Untersuchung" , dass Clara damals zwar schon eine berühmte Pianistin war , aber auch Robert ein durchaus sehr guter Pianist gewesen ist . Die Bedenken von Claras Vater gegen Schumann waren primär materieller eigener Vorteile wegen und weniger wegen dessen noch nicht so bekannter Kompositionen ( Schumann war damals 27 Jahre alt ; also zehn Jahre älter als Clara ) . Was hätte ein potentieller Schwiegervater erst gegen Franz Schubert einzuwenden gehabt ?!
      Und Schumann hatte 1834 die "Neue Zeitschrift für Musik" ins Leben gerufen gehabt . Unzweifelhaft die überragende Leistung in der Geschichte der Musikliteratur . eine unbestreitbar grosse Leistung auch unter Berücksichtigung der widrigen äusseren Umstände .
      Die immer wieder gestellte Frage nach Schumanns insbesonders psychischen Krankheiten findet deswegen auch so viel Interesse und einen geradezu voyeuristischen Nährboden , weil er seine Gefühlswelt immer öffentlich machte . Ist das per se "krank" ? Oder nur ein "Symptom" ? Und dann für welche Krankheit ? Oder ist es einfach die Gefühlswelt eines stürmisch und zugleich innigst Verliebten und Liebenden ? Es ist extrem schwierig ex post eine exakte oder annähernd präzise Diagnose zu stellen ( der "Fall Friedrich Hölderlin" ist ein weiteres hervorragendes Beispiel . Am Ende dürfte hier die Diagnose "Schiziphasie" gut begründbar sein , zu der Prof. U. H. Peters , Universitäts - Nervenklinik Köln im "Nervenarzt" gekommen ist )
      Formuliwerungen wie ".....auch in seine Musik ist diese seelische Aufspaltung eingeflossen....." , dieser Satz über die Davidbündlertänze lässt die Vermutung nahe legen , es habe sich bei Schumann um eine Krankheit gehandelt , die wir seit Eugen Bleuler als "Schizophrenie" bezeichnen , wobei die Bleulersche Lehre den Schizophreniebegriff sehr weit fasst , was von erheblicher praktischer und klinischer Bedeutung ist ( E. und M. Bleuler : Lehrbuch der Psychiatrie , 1983 ) . Für den interessierten Leser : Die aktuell beste Orientierung finden wir zur Schizophrenieforschung in dem Buch von Prof. H.-J. Möller et al. "Psychiatrie" . Lehrbuch , Duale Reihe , 3. A , 2005 ) es muss dies erwähnt werden , weil der Umgang in der Alltagssprache mit primär fachbegriffen aus der Neurologie und Psychiatrie sehr zurückhaltend verwendet werden sollten . Im konkreten Fall Robert Schumann dürfte es sich nach meiner Meinung normalpsychologisch einfühlbare schnell wechselnde euphorisch und depressiv - resignative Episoden gehandelt haben , die und allen nicht fremd sein dürften . So auch im Eregbnis die französische Psychiaterin Pascal ( 1908 ) . Es handelte sich bei Schumann auch nicht um eine sog. endogene manisch -depressive Psychose ( leider hat Münchner Ordinarius für Psychiatrie Hans - Jürgen Möller bei Schumann diese Diagnose im Rückgriff auf Gruhles Ausführungen aus 1906 ohne weitere Begründung übernommen . In : "Psychiatrie und Psychotherapie " , Springer , 2003 ) . Ich selbst halte solche sicherlich erheblichen Stimmungsschwankungen bei Schumann zwischen 1937 und 1938 für normalpsychlogische Vorgänge . Sie enstspringen zu einem grossen Teil der romantischen Sicht und den literarischen Vorlagen Jean Pauls oder E T A Hofmanns .Diese Hinweise sind absolut erforderlich , wenn wir Schumanns Persönlichkeitsstruktur differnziert erfassen und verstehen wollen .
      Dies gilt gerade auch für seine Werke in diesem Zusammenhang bis etwa 1850 / 1851 und die danach folgende Zeit bis zu seinem Tod .Udo Rauchfleich hat zweimal in 15 Jahren versucht , eine enge Beziehung zwischen Schumanns von ihm als Schizophrenie bezeichnete Krankheit und dem jeweiligen Werk herzustellen . Mehr als ein Konstrukt ist dies aber nicht . Rauchfleich schreibt selbst , dass es sich um einen "Annäherungsversuch" handele ( 2005 ) . Auch die verfasserin des Untersuchungsbuches des rechsstreites "Robert Schumann ./. Friedrich Wieck" ist in ihrem Ergebnis scharf zurückzuweisen , dass Roberts Liebe und Werben um Clara nur dem ausschliesslichen Motiv entsprungen sei , dass sie seine Werke mangels seiner eigenen pianistischen Fähigkeiten ausschliesslich als "seine" Interpretin so für sich habe gewinnen , besitzen wollen . Schumann war nachweislich ein sehr guter Pianist bis zu seiner ( damals ) nicht behandelbaren Hand-Finger-Verletzung . Und die "davidbündlertänze" könne niemals von einem Schizophrenen oder einem manisch - depressiven kranken verfasst worden sein .

      Die 18 Stücke der "Davidbündlertänze" sind in ihrer Gesamtkonzeption von zwingender kompositorischer Logik ; und auch die Einzelpiècen entsprechen Schumanns eigenen Vorstellungen des Kampfes Florestan gegen Eusebius .

      Das Werk erscheint extrem selten in Konzertprogrammen , obwohl es sicherlich ein Prüfstein für Spitzenpianisten ist und für ein durchaus beschreibbares Schumannverständnis des Künstlers . Walter Gieseking hatte das Werk eine Zeiltlang in seinem repertoire . es existiert aber nur eine Studioaufnahme ( Archipel Records , 2 CDs ) .

      Unabhängig von walter Giesekings raschen Tempi ( er spielte das Werk 1942 in 28'15'' um zwei Minuten schneller als Alexis Weissenberg in seiner referzaufnahme 1965 ) gelingt es ihm hier nicht , den von Schumann so präzise beschriebenen Charakter des Werkes hörbar zu machen . Eine Ausnahme bilden die Werknummern 17 "Wie aus der Ferne" - Gieseking spielt es mit einer Verinnerlichung und einem an seine Debussyinterpretationen erinnernde Tonnuancierungen , die einfach faszinierend sind und an manchens aus Benedetti - Michalangelis "Carnval" erinnert - oder die Nr. 18 "Nicht schnell" , worin Gieseking dem Schumannschen / Florestanschen Übermut eine ganz nachdenkliche Wendung gibt .
      Grundsätzlich gilt auch hier , dass kein Pianist alle Werke eines Komponisten gleich gut spielt . Aber Giesekings gerade aus seinen beethovensonaten bekannte Neigung , möglichst alles möglich rasch zu spielen , lässt hier leider vieles an Substantiellem in der der Interpretation verlorengehen ."Carnaval" , "Kreisleriana" oder die C - Dur - fantasie meistert er dann auf einem anderen Niveau .
      Wir können bei den Aufnahmen von Gieseking der "Davidsbündlertänze" oder Benedetti - Michelanglis "Carnaval" zeigen , wie Schumann auf höchstem pianistischen Niveau in Anschlagstechnik , Farbnunancierungen nicht gespielt werden sollten , weil sie Schumanns musikalischen Kerncharakter nicht erfüllen .

      Schuman n hat diese 18 Charakterstücke in zwei Hefte aufgeteilt . Heft 1 umfasst die Nummern 1 bis 9 ( das letzte Stück ist auffälligerweise mit "Lebhaft" überschrieben ) und Heft 2 mit den Nummern 10 bis 18 . Die zweite Ausgabe von 1850 / 1851 trägt nur noch den Titel "Die davidsbündler" ohne dass am Werk als solchen , ander sals bei den "Études Symphoniques" , inhaltlich etwa grundsätzlich verändert worden ist . Das Motto des Werkes des Werkes stammt von Clara Wieck aus ihren "Soirées musicales", opus 6 .

      Aus dem Quellenstudium geht hervor , dass sich Schumannmit den Davidsbündlertänzen möglicherweise bereits 1929 / 1930 in Heidelberg befasst hat ( W. Bötticher , 1968 ) . Der "Davidsbund" sei ein "geistiger , romantischer" ( Schumann an Dorn , 1836 ) . Und wichtig ist den Satz Schumanns zu zitieren :"Florestan und Euseb ist meine Doppelnatur , die ich wie Raro gerne zum Manne verschmelzen möchte" .
      Alle Kompositionen Schumanns bis einschliesslich dem "Faschings-
      schwank aus Wien" , opus 26 , aus dem Jahr 1839 können als "Davidsbündler-Kompositionen" aufgefasst werden ( N.N. , o. J. )
      Die kühnen , neuen Ideen , die Frische und Neuheit ihrer Thematik und auch die kühnsten Kontraste des romantischen Klaviersatzes sind absolut einzigartig und über Schumann hinaus zukunftsweisend . Schumann bezieht interessaneterweise in sein "Florestan - Eusebius - Denken" W A Mozart und H Berlioz mit ein . Seit den "Papillons" schreibt Schumann von einer "gewissen Selbständigkeit , die sich entwickeln will" ( zit. n. H J Köhler , 1974 ) .
      Auch deswegen sind die "Davidsbündlertänze" im Gesamtwerk Schumanns für Klavier solo bahnbrechend , entscheidend !



      Das Werk ist Walther von Goethe gewidmet . Schumann bezeichnet sich selbst dabei nach seinem Namen als "Florestan und Eusebius" .

      Das erste Stück in G - Dur , 3/4 , beginnt in den ersten drei Takten mit dem Motto von Clara Wieck . In der ersten Ausgabe fehlen die Metronomangaben und die Wiederholungen . Bezüglich der Metronomangaben , die in den "Abegg-Variationen" , opus 1 , schon eine Bedeutung haben ( siehe in diesem Forum : Robert Schumann : Die Klavierwerke ) und nur in zwei Werkteilen verpflichtend sind , gibt es unterschiedliche Hinweis ein der Schumannliteratur , auf die hier leider nicht eingegangen werden kann . Ich selbst verwende hier die Ausgabe bei "PETERS" , in der auch die zahlreichen kompositorischen Abweichungen angegeben sind . Dies ist für die Spielpraxis dann eher hinderlich , für das Werkstudium von grossem Vorteil . Nach Durchsicht des Notenetextes könnte man sich durchaus ohne Qualitätsverlust für die erste version Schumanns entscheiden .

      Das 6. Stück in d - Moll ist deswegen von Interesse , weil es mit "Sehr rasch" überschrieben ist und den Zusatz trägt "Sehr rasch und in sich hineien" ; Teile der ersten Ausgabe erscheinen vielen Herausgebern wegen des extremen Zeitmasses als "unspielbar" .
      Das in g - Moll gehaltene Stück enthält den auf den ersten Blick fast unlösbaren Widerspruch "Nicht schnell ( mit äusserst starker Empfindung )" und ist charakteristisch für Robert Schumann . Und das in "leuchtendem C - Dur" ( F. Gulda , o. J. ) gehaltene Schlussstück lässt uns die innere Stimmung Schumanns in Tönen gefasst erahnen , wenn das Werk im pp endet und er schreibt ".....dabei sprach aber viel Seligkeit aus seinen Augen" . Dass die Vortragsbezeichung lautet "Nicht schnell" zeigt uns Schumanns Innehalten , das Festhaltenwollen eines Traumesglückes .

      Von den Einspielungen möchte ich die durch Wilhelm Kempff ( DGG ) , den live mit einem Schumannprogramm zu erleben ich 1972 / 1973 das Glück hatte , und die durch Arrau ( Philips ; Studio ; IX.1971 - Arrau hat Anfang der 1970er Jahre fast alle Werke Schumanns auf Platte eingespielt und damit seinen Ruf als Schumanninterpret begründet ) hervorheben . dennoch möchte ich festhalten , dass die beiden Interpretationen , nehmen wir die Schumannschen Intentionen als Massstab , auch deutliche Einschränkungen haben .
      Ausdrücklich hinweisen möchte ich auf einen der besten Schumann - Interpreten : Jörg Demus . Als seine Einspielung des gesamtwerkes in der ersten Hälft eder 1960er Jahre auf den Markt kam , glich dies bis heute zu Recht als Sensation . Diese Aufnahmen sind auch heute noch uneingeschränkt zu empfehlen .

      Referenzaufnahme der "Davidbündlertänze" . : Alexis Weissenberg ( EMI , LP ; P: 1976 ) ***

      F r a n k

      *** Die für 2005 von EMi vorgesehene Übertragung aller Schumann - Interpratationen von Alexis Weissenberg ist leider bis heute nicht erfolgt . F.
    • Davidsbündlertänze

      Lieber Serge Wassilewitsch ,
      Danke für das Lob .
      Erwähnen muss ich zwei Punkte :
      1. Zu Begin dieser Serie von Siamak und mir muss ich die Krankheitssituation von Robert Schumann , seine Persönlichkeitsstruktur , seine psycho - soziales ,wie gesellschaftliches Umfeld ausführlicher abhandeln . Es geht gerade bei Schumann ( wie sonst bei den vielen Spekulationne nur noch bei Chopin ) um Faktenklärung . Schumann war "so ein Mensch" bis zum Ausbruch seiner Progressiven paralyse . Dies lässt sich nur aus den romantischen Zeitumständen , seiner sehr nach aussen gewandten Persönlichkeit erklären .
      Bei Frédéric Chopin war in wesentliche Punkten in seinem Leben fast alles anders ! Er war der seit seiner Jugend immer leidende , kränkelnde an Leib ( Tuberkulose ) und Seele ( Verlust seiner immer Heimat geblieben "polnischen Erde" . zit. n. Arthur Rubinstein . Chopin war in seiner Grundstimmung melancholisch , depressiv .
      Wir werden naach dem Schuamnn - Projekt hoffentlich im Anschluss einiges zu und über Chopins Werken schreiben . er ist der wohl meistgespielte komponist der Welt , aber erfährt in der Literatur leider nicht die Anerkennung , die notwendig wäre .
      2. Grösste verdiesnte hat die Forschungsstelle der robert-Schumann-Gesellschaft in Düsseldorf ( und auch in Zwickau ) . Wer sieht , wie hart dort geforscht wird , kann erst ermessen , wie problematisch alleione die Handschriften Schumanns oder Claras sind .
      Viele Grüsse ,
      Frank

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ganong ()

    • liebr Frank,

      ja äußersten dank für diese allesumfassende werkeinführung ! :down

      die davidsbübdlertänze sind mein lieblingswerk aus der schumannschen klavierliteratur. möglicherweise, weil hier die beiden seelenzustände, florestan und eusebius, am deutlichsten hervortreten.

      die jugendliche melancholie des zweiten stückes (innig) und das drängend insistierende des sechsten stückes (sehr rasch (und in sich hinein)) sind IMO höhepunkte des 1. heftes. in diesem sechsten stück kommt den bewegungen (akkordisch und oktaven) große bedeutung zu. außerordentliche verdichtung der aussage durch polyphonie ! die technik erinnert zuweilen an schumanns berüchtigte toccata ! und wieder eine dieser tänzelnden episoden mit dem jugendlichen feuer im achten stück des 1. heftes (frisch), dialog zwischen hüpfendem bass und zarter andeutung im diskant !

      das 2. heft bedeutet in gewisserweise eine steigerung der mittel und des ausdrucks. das 6.stück 'frisch' es wird eingeleitet durch eine 'aufforderung zum tanz', so empfinde ich es zumindest und dann geht's richtig los ! über eine durchgehende arpeggierende figur, welche zwar überwiegend von der linken hand gehalten wird, partiell auch von der rechten hand übernommen wird, entspannt sich eine kantilene zunächst im diskant, herrliches singen. im verlauf entwickelt sich daraus eine dialog mit der linken hand, so dass also im bass die melodie in fragmenten erscheint, da die linie in beiden händen abwechselnd auch mit trillern verstärkt wird, intensiviert sich das frage-und-antwort-spiel, möglicherweise eine anspielung auf den 'gedanklichen dialog ' zwischen robert und seiner angebeteten clara ! ich kann nur als hörer sagen, es ist ein einziger pianistischer rauschzustand, und wie wichtig ist die phrasierung in der linken hand (siehe interpretation von c. zacharias).

      auf eine weitere episode möchte ich hinweisen, die meines erachtens einen ekstatischen zustand beschreibt bzw. erzeugt. es ist quasi die kulmination allen feuers und der leidenschaft im achten stück des 2. heftes 'wie aus der ferne'. es beschreibt IMO eine remineszenz des bisher geschehenen, eben wie ein echo von weitem, so beginnt es . und der eindruck bestätigt sich: es folgt das zitat des 2.stückes aus dem 1. heft, dem 'innig', was für ein glückseliger moment. und dann das accelerando, 'nach und nach schneller' wie in einem taumel, welches in den aufsteigenden dreiklängen für beide hände gipfelt. gleichzeitig zum anziehen des tempos schreibt hier schumann ein allmähliches crescendo vor bis zum forte um dann bei den dreiklängen ins piano zurückzugehen. quasi dann, wenn es eigentlich noch lauter werden könnte ! der schlussakkord, so der eindruck, ist das ende. trugschluss, es kommt noch das letzte stück (nicht zu schnell), der epilog, quasi das ende vom lied. das ist spannendste psychologie für den hörer !

      ich gebe zu, ich kenne von den von Frank vorgestellten aufnahmen nur die des c. arrau. kennengelernt habe ich das werk in einer rundfunkaufnahme mit dem jungen christian zacharias. das war für mich prägend. und dann kam die studio-einspielung mit eben diesem jungen musiker. es ist die platte, wo auch die papillons dargeboten werden. es ist meine referenz, ja, ich behaupte sogar, dass zacharias hiermit isch in den pianisten-olymp befördert hat. es ist ungeheuerlich, wie dieser sympathische mensch gleichzeitig die anweisungen minutiös befolgt und doch quasi aus einem guss sich die poetische idee entwickelt. und die oben beschriebenenstücke werden von ihm mit einem zusätzlichen 'groove' versehen, der einen den leib in bewegung setzt ! :downnicht geza anda, aber auch nicht maurizio pollini, der gewiss eine aktuelle brilliante einspielung vorgelegt hat, die allerdings zartheit vermissen lässt.

      geza anda hat dieses werk dauerhaft in seinem programm gehabt, es gibt zur studio-aufnahme noch live-mitschnitte. auch andas tänze sind superb, wenn sie eben doch nicht so pianistisch ausgefeilt sind. aber einen effekt bringt anda, der ist der absolute wahnsinn, obwohl es so nicht ganz notiert ist: in dem vorletzten stück, also nr. 8 des 2.heftes, dort wo nach dem accelerando die dreiklangsbewegungen erscheinen. diese dreiklänge sollen im piano ausgeführt werden, geza anda macht ein kontinuirliches diminuendo, er wird also immer leiser bis zum schlusspunkt ! :down



      gruß, siamak :engel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von AcomA ()

    • Davidsbündlertänze

      Lieber Siamak ,
      besten Dank für Deine ausführlichen Erläuterung zur Pschologie des Werkes . Die verlangt eine innere Anteilnahme an Schumanns Komposition(en ) . Hier im opus 6 geht es nicht nur um Hochvirtuosentum ( weswegen es vielleicht auch so relativ wenige Interpretationen von Rang auf LP oder CD gegeben hat und gibt ) . Vielleicht wagt sich auch keinPiansit an das Werke !?
      Die Pollini-Aufnahme ist einfach nur glatt gespielt ; ohne jeden emotionalen Tiefgang . Von den Anda - Aufnahmen ( live mitgeschnitten etwa bei ORFEO oder im Studio aufgenommen ) hat mich noch keine einzige so überzeugt , dass ich sie in mei ne engere Wahl einbeziehen würde .
      Bei der T o c c a t a , auf die ich ja kommen werde, liegen die Verhältnisse ganz anders ( und am Rand : Martha Argerich älteste mir bekannte Aufnahme auf Tonträger ist die Toccata von Prokoviev ! Der Sergey hat bei Schumann sorgfältig hingesehen und als ausgezeichneter Pianist sicherlich auch das Werk gespielt ) .
      ich habe am Wochende noch einmal viel Schumannliteratur gelesen . es ist schon interessant , wie ein Autor , indem er einen bekannten Pianisten , der sich zur Toccata schriftlich - ist selten genug - geäussert hat , als "kronzeugen" für die "Richtigkeit" der eigenen Meinung benutzt . Ohne den Gesamttext zu erwähnen !
      Die Notenausgaben si nd verwirrend . Und wohl jeder hat seine eigene Fingersätz e, worausf Emil von Sauer schon hingewiesen hat . Er selbst hat ja auch einige Werke editiert und überarbeitet . Wi eauch Kempff , der die noch heute Masstab setzende Ausgabe von Clara Schumann und Johannes Brahms bei Einzelwerken bearbeitet hat . Aber dies sei eben deshalb erwähnt , weil es schon eine riesigen Unterschied macht , ob ein Pianist Wiederholungen spielt , welche Schumann - Ausgabe er verwendet etc. Mit Interesse habe ich übrigens festgestellt , dass die von der Robert - Schumann - Gesellschaft noch unter Federführung der grossartigen Dr. Gisela Schäfer ( früher Internistin an der I. Medizinschen Klink A der Uni Düsseldorf ) angeregte Neuausgabe der Werke Schumanns in der Sekundärliteratur herangezogen wird .
      Diese sog. textkritischen Ausgaben nach aktuellem kenntnisstand sind unter den schwierigsten Bedingungen zustande gekommen .
      Herr Burda , früher Vorstandmitglied er WestLB (und hobbykoch 9 hat aus seiner eigenen Schatulle 300 000 DM gestiftet , um die Forschungsstelle aufrechterhalten zu können .
      Wi ebemerkte er vor wenigen Jahren : Für Sport ist alles Geld der welt da , für Kultur fast nichts .
      Dem ist nichts hinzuzufügen .
      Es bleibt dabei : Die Davidsbündlertänze sind ein ganz besonderes Erlebnis !
      Viele Grüsse , Frank
      PS.: Vor ein paar Wochen hat mir ein in Frankreich lebender grosser Klassikkenner 20 engst bedruckte Seiten über die Karrier e von Alexis Weissenberg zugeschickt mit einer Werkaufstellung von Liveabenden ab 1848 (!!!) . A. W. hat er nie mit den "Davidsbündlertänzen" erlebt und seltsamerweise auch nie mit der 1. Klaviersonate von Rachmaninov .
      Dafür mit Kabalevyks und Schumansn a-Moll-Klavierkonzert . Ich kenne Alexis weissenberg ja nun sehr viele jahre . Aber ich wusste nicht einmal , dass er das Schumann-Konzert live gespielt hat . er selbst hat sich in einem Gespräch über das Werk 1982 in Karlsruhe auch bzgl einer eigenen Aufnahme nicht weiter geäussert . F.
    • Lieber Siamak ,
      ich habe eine Interpretation vergessen : Alfred Cortots Wiedergabe .
      Kurz anzumerken ist , dass ich nie zu der besonders in Deutschland grossen Cortot - "Gemeinde" gehört habe . Die ihn live gehört haben ( nicht am Ende seiner Karriere ) , berichten von seiner fszination im Konzertsaal . Und Harold C. Schonberg schreibt wörtlich , dass es aus Cortot keinen originären französischen Pianisten von Rang gegeben habe . Dies bezweifle ich . Die mir bekannten Cortotaufnahmen von Schumann überzeugen mich auch nicht .
      Aber die Fairness gebietet es natürlich Cortots Aufnahmen schon möglichst vorurteilsfrei anzuhören .
      F r a g e : Hast Du als Schumann - verehrere Dir über Cortots Interpretationen einmal Gedanken gemacht ? Ich würde mich über Deine Meinung sehr freuen .
      Viele Grüsse , Frank
    • Lieber Siamak, lieber Frank!

      Erst einmal herzlichen Dank für Eure tollen und engagierten Beiträge zum Thema Schumann! Ich bin begeistert! Die Davidsbündlertänze sind wirklich ein ganz großes Erlebnis! :down Nicht ganz zustimmen kann ich Dir, Frank, wenn Du sagst, dass die Pollini-Aufnahme zu glatt sei. Aber vielleicht meinst Du das, was ich auch denke: Die überschäumenden, extrovertierten Passagen meistert Pollini m.E. überzeugend – so stelle ich mir den wilden Florestan vor. Aber die lyrischen und zarten Passagen des introvertierten Eusebius nimmt er etwas zu kraftvoll, womit die unterschiedlichen Charaktere nicht mehr so ganz deutlich hervortreten. Aber insgesamt als „glatt“ würde ich die Aufnahme dennoch nicht bezeichnen, dazu finde ich die Charakterisierung des Florestan einfach zu gut gelungen. Sie ist schon sehr mitreißend und vereinnahmend.

      Alternativ würde ich gerne die Weissenberg- oder Zacharias-Aufnahme kennen lernen, beide sind aber scheinbar mal wieder gestrichen. Dafür habe ich den von Siamak vorgeschlagenen Geza Anda noch finden können. In Kürze sollte er eintreffen, ich werde berichten. In die Berezovsky-Aufnahme habe ich nur reingehört – sie erscheint mir im Vergleich zu Pollinis sehr frischer Interpretation etwas fade.

      Viele Grüße,
      Cosima

      Nachtrag: Ich sehe gerade, dass Siamak bereits etwas zu der Pollini-Aufnahme geschrieben hat, was sich mit meiner Einschätzung deckt:

      maurizio pollini, der gewiss eine aktuelle brilliante einspielung vorgelegt hat, die allerdings zartheit vermissen lässt.


      Ja, genau so meine ich es.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cosima ()

    • liebe Cosima,

      herzlichen dank für deine prägnante einschätzung der pollini-interpretation. im gegensatz zu Frank bin ich der ansicht, dass geza anda dieses werk auch sehr verinnerlicht und psychologisch engagiert spielt. wie du es sehr schön erfasst hast, der gegensatz der beiden seelenzustände kommt wunderbar zutage. hast du dir die DG-aufnahme bestellt. welche pressung bzw. ausgabe ?

      LG, siamak :beer
    • Original von AcomA
      hast du dir die DG-aufnahme bestellt. welche pressung bzw. ausgabe ?


      Genau die, die Du oben in Deinem Beitrag abgebildet hast. Ich habe sie günstig gebraucht kaufen können. So viele Einspielungen gibt es ja leider von dem Werk nicht. Aber falls mir der Weissenberg mal über den Weg läuft... !

      Gruß, Cosima :)
    • Davidsbündlertänze

      Liebe Cosima ,
      zu 1 :
      alle Weiisenberg - Interpretationen von Schumanns Werkes sollten bereits 2005 auf den Markt kommen ( EMI ) . Dies ist bedauerlicherweise nicht erfolgt .
      Meine Informatuion stammt von "ganz oben" .
      zu 2 : Du kannst versuchen die rezension entweder über eine Fachbiliothek einer Musikhochschule zu bekommen ( unter Umständen via fernleihe ) o d e r
      über eine Anfrage bei der
      Robert - Schumann - Gesellschaft
      Bilker - Strasse 15
      D - 40213 Düsseldorf .
      Dort oder in der Forschungsstelle derGesellschaft müsste ein Exemplar sein .
      ich habe leider keines , sonst würde ich es Dir schicken .
      Viele Grüsse und schöne Ostern !
      Frank
    • Lieber Siamak, lieber Frank,

      Géza Andas Interpretation habe ich nun mehrfach gehört. Sie gefällt mir – insgesamt betrachtet - besser als jene von Pollini. Das liegt vor allem daran, dass ich bei Anda genau das wieder finde, was ich bei Pollini vermisse: Anda stellt die zwei Seelenzustände wunderbar gegenüber, man fühlt beim Anhören deutlich den inneren Zwiespalt, die widersprüchliche Persönlichkeit, fast als habe man es mit einer multiplen Persönlichkeit zu tun. Hier findet ein wirkliches inneres Zwiegespräch statt, ohne dass die eine Seite die andere dominiert, wie es bei Pollini mit den Florestan-Passagen der Fall ist. Anda spielt die Eusebius-Passagen verhalten und feinsinnig, aber als gleichberechtigten Gegenpart. Pollini gelingt es nicht, den introvertierten und zarten Charakter herauszustellen, ohne dass er (wegen der Übermacht des Florestan) unterlegen wirken würde – deshalb muss er ihn so kraftvoll spielen, um einigermaßen die Balance zu erhalten. Dadurch entsteht jener Effekt, der die Pollini-Interpretation bei allem Temperament „glatt“ erscheinen lässt. Das Werk wirkt bei Anda in sich schlüssig und stimmig, der große Bogen stimmt hier einfach.

      Bevor ich die Anda-Aufnahme kannte, hatte ich mich an Pollinis virtuose Brillanz und kraftvolle Leidenschaft gewöhnt, so dass ich mich beim ersten Anhören zunächst umstellen musste. Zum Beispiel gefiel mir die Nr. 13 (Wild und lustig) bei Pollini besonders gut, obwohl ich sie mehr als „Wild und verzweifelt“ empfand. Aber jetzt meine ich, dass Anda das Werk richtiger im Sinne Schumanns interpretiert. Denn bei aller Unterschiedlichkeit wohnen diese zwei Seelen in einem Körper, beide müssen deshalb gleichberechtigt behandelt werden.

      Habe vielen Dank, Frank, für den Hinweis wegen der Schumann-Rezension. Ich werde schauen, was sich machen lässt. Es ist bedauerlich, dass die Weissenberg-Aufnahme derzeit nicht auf dem Markt ist. Ich würde sie zu gerne hören!

      Viele Grüße,
      Cosima :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cosima ()

    • Davidsbündlertänze

      Liebe Cosima ,
      Dank für ddeine sehr präzise Analyse der Interpretation durch Geza Anda . Dieses "Gleichgewicht " fehlt nicht nur bei Pollini . es ist aber Grundvoraussetzung für mich , um eine Interpretation in diesem fall als gelungen zu bezeichnen . Daher auch meine Abstriche bei Pollini .
      S c h u m a n n - Litertur : ich habe gestern abend noch einmal in Werken nachgelesen , in den dies eigentlich stehen müsste . Fündig geworden bin ich dann nur noch , dass der Artikel natürlich auch über die
      Robert Schumann Gesellschaft in Zwickau erhältlich sein müsste .
      Die Forschungsstelle der RSG in Düsseldorf ist ja jetzt bei dem E.ON-Konzern untergebracht . Ich weiss gar nicht , ob man dort reinkommt . Werde kommende Woche mal dort anrufen oder zur RSG pilgern .
      Viele Grüsse , Frank


    • Hallo,

      ich habe diese Zacharias-Aufnahme nun auch endlich hören können. Das Warten hat sich gelohnt! Sie ist meine liebste Einspielung der Davidsbündlertänze geworden; z.B. die Nr. 13 (Wild und lustig) habe ich nie vorher so spontan und ausgelassen gehört! :down

      Ich könnte weinen vor Freude über diese wunderschöne Aufnahme! Das gibt es gar nicht, tatsächlich: Sie ist perfekt, sowohl in den zarten, zurückhaltenden Eusebius-, als auch in übermütigen Florestan-Passagen! Christian Zacharias spielt sehr farbig und intensiv, ähnlich brillant wie Pollini, aber viel emotionaler. Auch Anda kann hier nicht mithalten, obwohl ich seine Interpretation auch sehr mag. Ich bin sehr glücklich, den Zacharias nun zu besitzen und denke, dass ich wohl nie mehr nach einer Alternative Ausschau halten werde. Das ist Schumann, so muss er klingen! :down

      Falls Ihr die CD irgendwo noch entdecken solltet und nur einen Funken Zuneigung für diesen Komponisten übrig habt (wie kann man Schumann eigentlich nicht lieben?): Unbedingt anhören!

      Mir ergeht es immer gleich: Auch wenn ich eine Weile Schumann nicht gehört habe, zieht mich seine Musik sofort wieder vollständig in ihren Bann, wenn ich mich erneut damit beschäftige. Was für ein großartiges Werk, was für eine grandiose Interpretation! Man möchte abheben und fliegen, sie trifft mitten in die Seele! :engel

      Gruß, Cosima

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cosima ()

    • Hier bei Euch fühle ich mich wirklich wohl, hier kann ich eine Menge lernen (muß allerdings auch eine Menge Hausaufgaben machen)! Bisher mochte ich eigentlich immer die Pollini-Version sehr gern, wobei alles, was Ihr schreibt, natürlich richtig ist - das sehe ich genauso. Wenn man das allerdings ohne den biographischen Hintergrund hört - und das halte ich persönlich durchaus für legitim - dann ist das schöne Musik, wenn es auch möglicherweise nicht den Intentionen des Komponisten gerecht wird. (Wobei ich die Frage für gerechtfertigt halte, ob es nicht gerade das Wesentliche eines Klassikers ausmacht - sei es eines musikalischen, literarischen oder sonst irgendeinen - daß er jedem auf seine Weise etwas sagt, ob nach 50 oder nach 2000 Jahren; sicher hat jeder der Interpreten sich Gedanken darüber gemacht.)
      Ich habe drei Versionen: die schon erwähnte von Pollini, eine von Philippe Bianconi (Lyrinx - mit dem Einbinden von Bildern komme ich leider nicht zurecht), und von Anatol Ugorski (DG), welche letztere ich ziemlich exzentrisch finde. Insbesondere die Geschwindigkeitsunterschiede sind frappierend: Pollini schlägt alle mit 30 Minuten, Bianconi kommt auf 35 Minuten, Ugorski streckt das Ganze auf 40 Minuten! Wenn man dann bedenkt, daß sie in vielen Stücken mehr oder weniger gleich schnell spielen, dann kann man sich denken, daß das in einigen Stücken sehr extrem wirkt. Etwa im zweiten Stück ("etwas hahnbüchen") nimmt sich Ugorski doppelt soviel Zeit wie Polliini, desgleichen im 5. ("einfach"); das 7. Stück ("nicht schnell und mit äußerst starker Empfindung") spielt Bianconi in 3:27, Ugorski in 5 Minuten! Ähnlich verhält es sich im 11. ("einfach"): Pollini 1 Minute, Ugorski zweieinhalb, während Bianconi das 14. ("zart und singend") auf 3:10 streckt (was dann auch wirklich zart und singend klingt), und noch einige mehr. Beim letzten Stück werden mir bei Ugorski die Augenlider schwer wie Blei, und wenn jeman an Schlafstörungen leidet, sollte er sich das unbedingt besorgen. Allerdings darf er dann nur gewisse Stücke rausschneiden, denn manchmal haut Ugorski völlig unvermittelt richtig brutal in die Tasten, so daß man dauernd am Lautstärkeregler drehen muß. Die anderen mag ich beide, obwohl sie so unterschiedlich sind. Pollini ist manchmal sogar etwas ruppig, während Bianconi in den entsprechenden Stücken leichtfüßiger und feinsinniger ist, man kann es durchaus poetisch nennen (die Klangqualität der Aufnahme ist übrigens hervorragend). So groß aber meine Begeisterung für diesen Pianisten ist (den ich in dem Faden über unbekannte Pianisten vorgestellt habe), kann ich nicht wie Cosima von der Zacharias-Aufnahme (nach der ich verschärft Ausschau halten werde) behaupten, daß das sicher die definitive Version für mich ist.

      Es grüßt Euch
      die nachtaktive Gamaheh

      Übrigens könnt Ihr, wenn Ihr mögt, Philippe Bianconi am Sonntag (16.) um 11 Uhr auf France Musique hören (radiofrance.fr/chaines/france-musiques/direct/) in einem Konzert, das ich vor einigen Wochen besucht habe. Ein sehr schönes Programm (Chopin, Debussy und etwas ganz Modernes von einem argentinischen Komponisten namens Martin Matalon), das an einem ungewöhnlichen Ort stattfand: in einem Gewächshaus am Rand des Bois de Boulogne, für die Freunde des Tennissports unter Euch: gegenüber dem Tennisplatz Roland Garros.
      In girum imus nocte et consumimur igni.
    • Hallo Gamaheh,

      es ist schön zu lesen, dass Du Dich hier wohl fühlst. :)

      Du schreibst:

      Wenn man das allerdings ohne den biographischen Hintergrund hört - und das halte ich persönlich durchaus für legitim - dann ist das schöne Musik, wenn es auch möglicherweise nicht den Intentionen des Komponisten gerecht wird.


      Ja, natürlich kann man diese Musik auch ohne das Wissen über biographische Hintergründe genießen. Aber ich meine, dass gerade im Falle Schumanns dieses Wissen immens wichtig ist. Ohne zu wissen, dass es die Eusebius- und Florestan-Seelenzustände gab, kann man das Werk doch gar nicht wirklich verstehen und schätzen. Frank schrieb es bereits oben:

      „Dieses "Gleichgewicht " fehlt nicht nur bei Pollini . es ist aber Grundvoraussetzung für mich , um eine Interpretation in diesem fall als gelungen zu bezeichnen .“

      Genau so sehe ich es auch. Erst wenn diese Seelenzustände ausgeleuchtet und zueinander in Balance gebracht sind, ergreift das Werk tatsächlich in seiner ganzen Tiefe. Je mehr ich von Schumann – dem Menschen – erfuhr, umso mehr liebte ich seine Kompositionen. Vorher war es einfach auch nur grandiose Klaviermusik für mich.

      Ich habe drei Versionen: die schon erwähnte von Pollini, eine von Philippe Bianconi (Lyrinx - mit dem Einbinden von Bildern komme ich leider nicht zurecht),


      Du brauchst nur das Cover irgendwo im Internet zu suchen und die URL zu kopieren (rechte Maustaste und dann „Grafikadresse kopieren“). Es befinden sich mehrere Buttons in der Leiste oberhalb des Feldes, in dem Du Beiträge erstellst. Einer davon lautet: „Bild einfügen“. Diesen klickst Du an, kopierst die URL hinein und bestätigst mit Enter.

      Alternativ funktioniert es auch so: Du kopierst die URL mit „Grafikadresse kopieren“ und „Einfügen“ (auch rechte Maustaste) in Deinen Beitrag, setzt an den Anfang dies: .

      Probiere es doch einfach mal aus.

      So groß aber meine Begeisterung für diesen Pianisten ist (den ich in dem Faden über unbekannte Pianisten vorgestellt habe), kann ich nicht wie Cosima von der Zacharias-Aufnahme (nach der ich verschärft Ausschau halten werde) behaupten, daß das sicher die definitive Version für mich ist.


      Ja, das solltest Du unbedingt tun! Sie ist ganz wundervoll!

      Übrigens könnt Ihr, wenn Ihr mögt, Philippe Bianconi am Sonntag (16.) um 11 Uhr auf France Musique hören


      Danke für den Hinweis auf Bianconi. Ich werde ihn zwar am Sonntag nicht hören können, aber ich hatte mir bereits den Namen dieses Pianisten notiert, als Du ihn bei den „unbekannten Tastengenies“ erwähntest.

      Gruß, Cosima
    • Original von Gamaheh

      Es grüßt Euch
      die nachtaktive Gamaheh



      Und auch den Moderator freut es, dass so spaet oder frueh derart schoene Nachtstuecke im Forum geschrieben werden. Auch wenn Du vielleicht doch in Deiner Tulpenbluete schlafen solltest ...

      Gruss,

      Zelenka
    • Als dieses Thema gestartet wurde hörte ich zwar ein paar mal die Davidsbündletänze aber aus irgendeinem Grund habe ich mich seinerzeit nicht (bereit) gefühlt hier weiter darauf einzugehen.

      Ein Blick in meine Sammlung offenbart ein eher bescheidenes Bild.

      Derzeit besitze ich lediglich zwei Aufnahmen.

      Die bereits von Zelenka genannte B. Berezovsky Aufnahme und jene mit Mia Chung.

      Berezovsky's Aufnahme wurde bereits von Zelenka gelobt und ich muß sagen sie gefällt mir ebenfalls recht gut.
      Ihm gelingen auch die "feinen" und "zarten" Töne ganz wunderbar.

      Vielelicht würde ich mir die eine oder andere Stelle noch "lyrischer" und "verträumter" wünschen.



      Bei Gelegenheit werde ich die Aufnahme von Mia Chung noch vorstellen

      Soweit mit neidvollem Blick auf die o.g. Zacharias Aufnahme :hello
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      Administrator: Das Klassikforum