W.A. Mozart: Die Klaviersonaten (Gesamtaufnahmen)

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    • Original von kreisler
      Darf ich Fragen: Die bei Brilliant oder bei DGG? Besonders die erste ist - wegen des Preises - sicher eine Überlegung wert...


      Ich meinte die bei Brilliant erschienene - ist schon ein bißchen alt, 1974 in Japan aufgenommen. Die andere kenne ich nur auszugsweise, ist mir auch zu teuer (obwohl sie - wenn ich mich nicht irre - in der Aula meiner alten Schule aufgenommen wurde).

      Grüße,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.
    • Original von thwinter12 aus "Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ?" (heute)

      Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
      "Sonates (Vol. 2): K281, K545 & K310"
      Ludwig Sémerjian, Hammerflügel 2002
      Atma Classique 2003


      Mit dieser Einspielung komme ich auf einen Tipp zurück, den mir Amadé zu Beginn dieses Jahres gab...

      Original von Amadé (03.01.2009)
      Wenn es aber eine Gesamtaufnahme mit Hammerclavier, Clavicord oder Cembalo sein soll, darf man eine andere, nicht so bekannte Gesamtaufnahme bei dem Label Atma mit dem kanadischen Spieler Ludwig Sermerjian nicht vergessen, er benutzt Instrumente aus der Mozart-Zeit aus der Sammlung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. BR4 sendet ab und zu eine Sonate aus dieser Serie.

      ...und ich bin schwer begeistert! Bei Sémerjian musste ich sogar einige Male aufstehen und mittanzen! Mozart's Sonaten auf dem Hammerflügel gespielt, reißen einem richtig vom Hocker.

      Weitere Volumes werden folgen - obwohl die Diskographie bei Sémerjian's Gesamtaufnahme ewas verwirrend zu sein scheint:

      -) 5 Folgen erschienen beim Label "Atma Classique" (die Serie war damit noch nicht abgeschlossen!) und dann letztes Jahr
      -) 3 weitere Folgen - aber nun bei "World of Sound - Monde Sonore"??? (mir liegt hier eine Folge vor - von Atma Classique nichts mehr zu lesen!)

      Viellicht kann jemand Licht in die Angelegenheit bringen!? Hat sich Sémerjian vor Abschluß der Gesamtaufnahme von Atma Classique etwa getrennt?

      Servas,
      Thomas
    • Mozarts Klaviersonaten und Variationen. GA von Ronald Brautigam auf Hammerflügel-Nachbau.

      Der niederländische Pianist Ronald Brautigam gilt als Experte von OPI-Aufnahmen im Bereich der Wiener Klassik.

      ronaldbrautigam.com/

      Nach und nach erschienen und erscheinen Aufnahmen von Haydn, Mozart und Beethoven auf Hammerflügel-Nachbauten. Es handelt sich dabei um Nachbauten von Stein (ca. 1788), Walter (ca. 1792 und 1805), Graf (ca. 1819) und Pleyel (ca. 1830) aus der Werkstatt von Paul McNulty.

      fortepiano.eu/de/

      Seit einiger Zeit interessieren mich ganz besonders OPI-Aufnahmen von Klavier-Solo-Stücken, und so bestellte ich vor kurzem die Gesamtaufnahme von Mozarts Klaviersonaten incl. der Gesamtaufnahme der Variationen, die auch sonstige Einzelstücke enthält, die man sonst nur relativ selten zu hören bekommt.

      amazon.de/S%C3%A4mtliche-Werke…keywords=brautigam+ronald

      Für diese Aufnahme benutzte Brautigam den "Walter"-Nachbau, was dem Instrument, das Mozart in Wien von Anton Walter vor 1785 erwarb und bis zu seinem Tod nutzte, entspricht. Das Original wurde 1856 von Carl Thomas Mozart an das Mozarteum in Salzburg übergeben, wo es bis heute zu besichtigen ist.

      mozarteum.at/museen/mozart-instrumente.html

      Der Klang des Hammerflügels ist erstaunlich transparent und erinnert an modernere Klaviere, zumindest in Diskant und Mittellage. In den Tiefen verliert er zuweilen diese Transparenz, und die Töne verschwimmen an manchen Stellen ein wenig, besonders wenn "forte" gespielt wird. Dies ist mir z.B. im Presto der Sonate No. 9 aufgefallen, aber auch z.B. in dem "Modulierenden Präludium" (ohne KV).

      Auch erscheint mir an einigen Stellen die Balance zwischen Diskant und Baß nicht ausgewogen, letzterer ist manchmal kaum zu hören und zu verfolgen, z.B. an einigen Stellen der Variationen von KV331.
      Allerdings ist dies ein "Jammern auf hohem Niveau", wie man so schön sagt.

      Brautigam spielt die Werke in gewohnt bravouröser virtuoser Weise, insbesondere gefallen mir die Verzierungen, die fast immer zurückhaltend sind, aber an den "richtigen" Stellen "Dampf" machen, z.B. im Presto von KV280.

      Die Tempi in den schnellen Sätzen sind virtuos, jedoch Gott sei Dank nicht zu schnell, so daß das Instrument noch seine schöne Transparenz zeigen kann. Insbesondere hat mir die Behutsamkeit bei dem Rondo "alla turca" von KV331 gefallen. Hierdurch bekommen die Arpeggien des Teil 2 in der linken Hand noch ihre Berechtigung, ohne als Klangbrei zur reinen Begleitung zu mutieren.

      Die langsamen Sätze sind z.T. erfrischend schnell, rubati sind behutsam eingesetzt. Brautigam vermeidet damit eine "Romantisierung" bzw. Manieriertheit der mozartschen Musik, ohne daß sie dadurch trocken oder langweilig klingt. Ganz besonders auch das nicht zu langsame "Adagio" in dem Fantasie-Fragment in d-Moll (KV397).

      Die Wiederholungen werden an manchen Stellen mit kleinen Varianten gespielt, was dem Usus der Zeit entspricht.

      Ich habe diese Aufnahme sehr genossen und kann sie jedem Klavier-Solo-Liebhaber nur warm an Herz legen.
      --
      "Die grösseste Schwierigkeit eines andern Arbeit auszuführen, bestehet wohl darin, daß eine scharffe Urtheils-Krafft dazu erfordert werde, fremder Gedancken Sinn und Meinung recht zu treffen. Denn, wer nie erfahren hat, wie es der Verfasser selber gerne haben mögte, wird es schwerlich gut heräus bringen, sondern dem Dinge die wahre Krafft und Anmuth offt dergestalt benehmen, daß der Autor, wenn ers selber mit anhören sollte, sein eigenes Werck kaum kennen dürffte."
      (Mattheson)
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