Beethoven: Alle Neune - Die Symphonien

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    • RE: Blomstedt und die Alternativen mit "richtigererem Tempo"

      Hallo Jürgen,

      an Blomstedt´s Beethoven habe ich nur auszusetzen, dass die Tempi mir zu ausgedehnt sind.
      Von den Vorbildern, die sich den beethovenschen Metronomangaben deutlich näher stehen ist bei ihm wenig zu spüren !
      Einzig die Sinfonie Nr.8 finde ich auch mit Blomstedt genial gut, da in dieser Aufnahme die Pauken wunderbar direkt rüber kommen, wie in wenigen Vergleichsaufnahmen !

      :thanks Ich stehe also den Interpretationen deutlich näher die straffer klingen, als Blomstedt.
      Dazu gehören von den Älteren Leibowitz (Chesky), Szell (SONY), Karajan (DG, 1963 und 1977) und für meinen Geschmack ganz herausragend Bernstein/New Yorker PH (Sony) .
      Im anklickbaren Referenzenbeitrag von "Literaturen" (vor Deinem Beitrag) ist Bernstein/Wiener PH (DG) als Referenz erwähnt. Diese GA schätze ich auch (besonders die Eroika), aber insgesant sind mir auch dort die Tempi auch zu ausgewalzt. Ich ziehe daher seine (o.g.) frühere absolut packende aus New York weit vor !

      Von den neueren Aufnahmen sind es Mackerras / Liverpol PO (EMI) und P.Järvi (RCA) und noch besser P.Järvi (SONY-DVD Live vom Beethovenfest 2010) mit der hervorragend disponierten Bremer Kammerphilharmonie.
      Paavo Järvi bietet einen packenden Beethoven mit etwas kleinerer Besetzung (aber im Prinzip keiner HIP-Besetzung). Auch hier hört man Paukenstellen, die man so noch nie zuvor wahrgenommen hatte - einfach fantastisch.
      Übertrieben gesagt wird in der Kritik: "Järvi bietet einen neuen bisher ungehörten Beethoven."
      Da ist schon was wahres dran. Es macht jedenfalls unheimlich Freude besonders die DVD-Aufnahmen zu hören und zu sehen - - - Ja, da geht absolut "die Post ab".
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Liebe Forianer,

      Bernstein-NY 11:05, 13:42, 5:27, 3:43, 10:13
      Bernstein-WP 11:38, 13:25, 5:24, 3:44, 10:12
      Blomstedt 9:31 (o.W.), 12:40, 5:44, 3:41, 9:51
      Leibowitz 11:30, 12:49, 5:03, 3:32, 9:41
      Böhm-WP 12:22, 14:02, 5:50, 3:42, 9:49
      Kegel 10:45, 13;26, 5:24, 3:52, 8:20

      von ausgedehnten Tempi bei Blomstedt kann also keine Rede sein, auch im 1.Satz, obwohl die Whlg. fehlt. Was mich bei ihm so gefällt ist, dass alles so selbstverständlich kommt!

      Von allen bisher abgehörten 31 Aufnahmen steht mit Abstand an der Spitze:



      Bei Kegel bekommt man am meisten von Beethovens Musik, aber nicht oberlehrerhaft, sondern sehr lebendig und frisch dargeboten. Wo hört man schon mal deutlich die Fagotte in T.259-262?, nicht einmal bei Leibowitz, in dessen Aufnahme leider die Bläser schlecht abgebildet sind, auch ist das Orchester nicht top! DA bin ich enttäuscht. Das einzigste, was man Kegel vorwerfen könnte, sind die etwas schnellen Tempi in den Ecksätzen, Kegel rast jedoch nicht durch die Noten!

      Gruß Amadé

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Amadé ()

    • RE: Blomstedt und die Alternativen mit "richtigererem Tempo"

      Original von teleton
      ... und noch besser P.Järvi (SONY-DVD Live vom Beethovenfest 2010) mit der hervorragend disponierten Bremer Kammerphilharmonie.
      Paavo Järvi bietet einen packenden Beethoven mit etwas kleinerer Besetzung (aber im Prinzip keiner HIP-Besetzung). Auch hier hört man Paukenstellen, die man so noch nie zuvor wahrgenommen hatte - einfach fantastisch.
      Übertrieben gesagt wird in der Kritik: "Järvi bietet einen neuen bisher ungehörten Beethoven."
      Da ist schon was wahres dran. Es macht jedenfalls unheimlich Freude besonders die DVD-Aufnahmen zu hören und zu sehen - - - Ja, da geht absolut "die Post ab".


      Jawohl, kann ich bestätigen.
      Ich habe mir damals den ganzen Zyklus live gegönnt - es war wirklich ein Erlebnis!
      Besonders berührend war für mich der Trauermarsch aus der 3. Sinfonie und einfach fantastisch der "drive", den das Orchester über die ganzen vier Abende aufrecht halten konnte und sogar in der abschliessenden 9. Sinfonie noch steigern konnten Fantastisch!

      Nikolaus.
    • Beethoven: Alle Neune

      Bin zwar kein Beethoven-Kenner/Liebhaber, aber auch in meiner Sammlung findet man Beethovens "Alle Neune" - etwas ältere Aufnahmen aus Ost und West:
      Karajan und die Berliner Philharmoniker 1963; mit Gundula Janowitz, Hilde Rossel-Majdan, Waldemar Kmentt und Walter Berry
      Masur und der Gewandhausorchester Leipzig 1974; mit Anna Tomova-Sintow, Annelies Burmeister, Peter Schreier und Theo Adam

      Für mein Ohr klingt die Aufnahme von Karajan eindeutig strahlend und reiner; sicherlich, auch die Aufnahme von Kurt Masur darf man als hörenswert bezeichnen, aber wer sich nur für eine entscheiden darf, ist mit der von Karajan besser bedient.

      Gruß, Bert
      Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht. [Albert Einstein]
    • Folgende Besonderheit, auf die ich bei meinen Recherchen zur Pastorale gestossen bin, möchte ich der Forengemeinde nicht vorenthalten. Rachel Porter hat mit einem rein weiblichen Orchester Alle Neue von Beethoven mit Gefühl eingespielt. Ob uns das suggerieren willl, dass gemischte Orchester ohne Gefühl spielen? Vielleicht gibt es ja bald Beethoven performed with Power mit dem All Male Symphonic Orchestra...

      Beim Blindvergleich ist mir die 6. unter Porter weder besonders positiv noch negativ aufgefallen. Ich habe auch den Schlusssatz der 9. angehört, um zu sehen, wie weit der Puismus geht ... aber Bartion und Tenor waren ohrenscheinlich Männer (und -Gefühl hin oder her- ein klares KO-Kriteruim).

      P.S. Die Aufnahmen sind scheinbar nur als Download käuflich zu erwerben.
      P.S.S Ich habe es bei 2 Beispielbildern belassen, weil ich dem gemeinen Forenmitglied zutraue, sich die restlichen 7 selbst vorzustellen.

      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cetay ()

    • Original von Cetay
      .... Vielleicht gibt es ja bald Beethoven performed with Power mit dem All Male Symphonic Orchestra...


      Solche Aufnahmen gibt es schon lange. Diese ist nur ein Beispiel unter Vielen:



      Bei den Wiener Philharmonikern dürfen Frauen erst seit 1997 mitspielen.
      Andere Sinfonie-Orchester spielen auch noch nicht wesentlich länger mit weiblicher Unterstützung. Ich hatte die Tschechische Philharmonie und die Dresdner Philharmonie ergoogelt, kann es aber leider nicht belegen.

      Grüße
      Jürgen
    • (...) ein Beispiel unter Vielen:

      Dem gezeigten Beispiel fehlt es aber eindeutig an Power. :D

      Noch eine GA ist in 2011 rausgekommen und als Box für einen Obolus knapp über einer Hochpreis-CD zu haben:



      Krivines Einspielungen der Mozart-Sinfonien gehören für mich zu den Besten, dort geht er allerdings mit modernen Instrumenten zu Werke.
      Hier bei Beethoven handelt es sich um echte HIP-Einspielungen auf Originalinstrumenten. Reviews sind mehr als wohlwollend, AMG zückt gar die -selten vergebene- Höchstnote.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cetay ()

    • Ich habe unlängst den Schlusssatz der 4ten blind im Radio gehört und war sehr überrascht, dass Chailly dahintersteckt. Ich hatte diesen Dirigienten nachdem ich ihn mit Bruckner, Mahler und Messian gehört habe unter der Kategorie "mir nichts sagend" abgehakt.
      Einen solchen Beethoven hätte ich von ihm nie und nimmer erwartet:

      Ich zitiere aus einer Besprechung vom rbb-Kulturradio weil es (für den kurzen gehörten Ausschnitt) so wunderbar zutreffend ist.

      Reizbar, aufbrausend, zuweilen auch hektisch (und seltener zu schnell) plädiert Chailly für ein in gewissem Sinne italienisches, sehr klanghomogenes und dunkelfarbiges Beethoven-Bild. Wundervoll die Binnenstrukturen, die wie Zeitbomben immer wieder zu Temperamentsausbrüchen und rasanten Gefühlsabstürzen führen. Großartig die klangvoll kantablen, nicht enden wollenden langen Bögen, die auf einem einzigen Atem gesungen scheinen. Hinreissend die Dialektik von Spannung, Farbigkeit und Fließenlassen.

      Werde ich jetzt losrennen und die GA kaufen? Nein, denn die Beschreibung passt ebenso gut auf die von mir verhement propagierte Einspielung von Gustav Kuhn, die -vermutlich- mangels Namen von Dirigent und Orchester ("Hadyn Orchester Bozen & Trient - kann das was taugen?") in der Presse kaum Beachtung gefunden hat.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Original von Cetay
      Ich habe unlängst den Schlusssatz der 4ten blind im Radio gehört und war sehr überrascht, dass Chailly dahintersteckt. Ich hatte diesen Dirigienten nachdem ich ihn mit Bruckner, Mahler und Messian gehört habe unter der Kategorie "mir nichts sagend" abgehakt.


      Ich auch. Auch wegen der Brahms Aufnahme mit Freire.
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von Jürgen
      Bei den Wiener Philharmonikern dürfen Frauen erst seit 1997 mitspielen.
      Andere Sinfonie-Orchester spielen auch noch nicht wesentlich länger mit weiblicher Unterstützung. Ich hatte die Tschechische Philharmonie und die Dresdner Philharmonie ergoogelt, kann es aber leider nicht belegen.


      Es gab schon vor siebzig jahren emanzipierte Frauen:

      Bereits 1937 dirigierte Vitezslava Kapralova im Alter von nur 22 Jahren(!) die Tschechische Philharmonie und ein Jahr später das BBC Symphony Orchestra.
      Leider viel zu früh gestorben...

      Gruß, Bert
      Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht. [Albert Einstein]
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