Donizetti - L'elisir d'amore (dt. Der Liebestrank)

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    • Original von Amonasro
      Original von Viola
      Mir gefällt die Aufzeichnung dieser Oper auch ausgesprochen gut - ernst oder nicht ernst hin oder her.
      Solche Unterscheidungen treffe ich irgendwie nicht icon_wink


      Es stellt für mich auch kein prinzipielles Problem dar, wenn eine Oper komisch ist. Die meisten Opern, die mir sehr gefallen, sind allerdings ernst. Genau begründen kann ich das nicht.


      Verstehe ich gut, muss man auch nicht weiter begründen ...
      Was dem einen (stellenweise) fad, mundet dem anderen halt ganz gut :wink

      Und ich bin, was Opernstoffe betrifft, ein Ketzer, auch wenn ich zunehmend mitlese - und das den Musikgenuss doch beeinflusst, wie mir scheint. Mehr als ich dachte jedenfalls.

      Viele Grüße
      Viola
      Wir alle suchen Menschen, die noch barfuß gehen im Herzen ...
    • Ich muss gestehen, dass Donizetti nicht unbedingt zu meinen liebsten Komponisten gehört. Ich mag die 'Favorita', auch den 'Pasquale' und 'Lucia' natürlich auch. Ok, aber den 'Liebestrank' finde ich wirklich toll. Der hat solch eine charmante Naivität, solch eine Liebenswürdigkeit. Für mich ein wirklich großer Wurf.

      Aber vielleicht bin ich auch ganz besonders durch die wirklich zauberhafte Inszenierung Ponelles in Hamburg geprägt. Premiere war damals mit Pavarotti, Freni, Taddei und Weikl, von denen ich leider nur noch Taddei gesehen habe. Aber das ist eine mit unglaublicher Liebenswürdigkeit und auch Witz inszenierte Bauernromanze, ganz klassisch, dass ich sie eigentlich gar nicht anders sehen möchte.

      Gut, das ist das Live-Erlebnis (und ich habe tolle Sänger und Sängerinnen darin erlebt), aber auf Schallplatte fehlt mir immer noch die Aufnahme. Eigentlich habe ich nur folgende:



      An sich wäre di Stefano ein idealer Nemorino, aber leider kam die Aufnahme für ihn um Jahre, gefühlte Jahrzehnte zu spät. Pavarotti war da sicherlich idealer, aber die Sutherland ist so gar nicht mein Fall. Schon gar nicht als Adina. Cotrubas und Domingo. Aber treffen sie den Tonfall und sind sie nicht, v.a. er, zu schwer für die Partien?

      Gibt es eine ideale Aufnahme, die auch Belcore und Dulcamara hervorragend besetzt, berücksichtigt?

      :hello Falstaff
    • Leider nicht auf DVD vzw. Blue ray erhältlich (wenigstens nicht bei uns) ist die im TV manchmal gezeigte Inszenierung der MET von 2012 von Bartlett Sher mit Matthew Polenzani als Nemorino und Anna Netrebko als Adina - zwei Idealbesetzungen. Eine reizvolle Alternative zur Schenkschen Wiener Fassung (Villazón/Netrebko/Nucci).

      Nemorino ist hier kein Hampelmann, sondern ein recht stattlicher Mann mit Rückgrat, nur eben durch seine Verliebtheit etwas durcheinandergebracht. Was er nicht merkt: Adina ist von Anfang an in ihn verliebt (sie nimmt heimlich seine Aufzeichnungen (Tagebuch? Liebesgedicht[e]?) an sich), läßt das aber nicht merken. Als Frau muß sie sich ja in einer Männerwelt behaupten und ist die längste Zeit im Zweifel, ob Nemorino echte Gefühle für sie hegt odernur so tut. Sehr schön ist die Symbolik mit dem Zylinderhut, den sie immer aufsetzt, wenn sie die Gutsherrin herauskehren will. Den zur Aggressivität neigenden Belcore (sehr gut: Mariusz Kwiecien) benützt sie nur, solange sie ihn zu ihrem - etwas aus dem Ruder geratenden - Heuchelspiel braucht. Aus der Komödie wird aber eigentlich sehr rasch Ernst. Herkömmliche Buffokomik verströmt nur Ambrogio Maestri als Dulcamara (rein stimmlich-musikalisch kommt er aber an die anderen Hauptdarsteller nicht ganz heran). Interessant, welche Rolle Sher der Gianetta zuordnet: sie entpuppt sich letztlich als kleines Luder, das sich am Ende Belcore an den Hals wirft (ob ihr das gut bekommen wird, darf man bezweifeln).
      Auch optisch-farblich ist die Inszenierung anspruchsvoll-hochwertig gestaltet. Sie setzt kräftige Buntakzente und vereint historistische Reminiszenzen bruchlos mit modernen Ansprüchen.