François Couperin - Klavierwerke

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    • François Couperin - Klavierwerke

      Nachdem Heike hier schon auf Rameau aufmerksam gemacht hat, der bei mir eine absolute Bildungslücke darstellt, so möchte ich hier auf François Couperin zu sprechen kommen.

      Couperin - „Le Grand“ -, der Hofkomponist Ludwigs XIV., der 1668 in Paris zur Welt gekommen ist, wo er auch 1733 verstorben ist , gilt ja als wichtigste musikalische Persönlichkeit in Frankreich zwischen Lully und Rameau.

      Er hat 1716 ein theoretisches Werk veröffentlicht: „L'art de toucher le clavecin“. Kompositorisch sind darin 8 Préludes und eine Allemande enthalten. Als Hauptwerk liegen 27 „Ordres“ vor. Das sind 27 suitenähnliche Werke, in denen aber bloß das erste und letzte Stück in derselben Tonart stehen, wohingegen die Stücke dazwischen, wenn auch tonal verwandt, davon abweichen können. Sie sind zwischen 1713 und 1730 in vier Büchern herausgekommen und in ihnen sind über 240 reich verzierte Cembalowerke enthalten.

      Viele dieser Stücke hat Couperin mit Überschriften versehen, wodurch er den Charkater des Stückes festegelgt hat. (Spätere Tondichter haben sich deshalb gerne auf Couperin als Gründungsvater bezogen. Richard Strauss etwa hat einige dieser "Mini-Tonddichtungen" orchetriert: Tanzsuite o.op. 107 (1923), Verklungene Feste, o.op. 128 (1940); Divertimento op.86 (1940)) Beispielsweise heißt es bei Ordre 1er de clavecin : Allemande L'Auguste; Première courante; Seconde courante; Sarabande La majestueuse; Gavotte; La Milordine, gigue; Menuet (et double); Les silvains; Les abeilles; La Nanète; Les sentimens, sarabande; La pastorelle; Les nonètes (Les blondes, Les brunes); La bourbonnoise, gavotte; La Manon; L'enchanteresse; La fleurie, ou La tendre Nanette; Les plaisirs de St Germain en Laÿe"


      Erstes Buch (1713) - Ordres 1 bis 5
      Ordre 1er de clavecin in G minor
      Ordre 2ème de clavecin in D major
      Ordre 3ème de clavecin in C major
      Ordre 5ème de clavecin in A major
      Zweites Buch (1717) - Ordres 6 bis 12
      Ordre 6ème de clavecin in B flat major
      Ordre 7ème de clavecin in G major
      Ordre 8ème de clavecin in B minor
      Ordre 9ème de clavecin in A major
      Ordre 10ème de clavecin in D major
      Ordre 11ème de clavecin in C major
      Ordre 12ème de clavecin in E major
      Dritte Buch (1722) - Ordres 13 bis 19
      Ordre 13ème de clavecin in B minor
      Ordre 14ème de clavecin in D major
      Ordre 15ème de clavecin in A major
      Ordre 16ème de clavecin in G major
      Ordre 17ème de clavecin in E major
      Ordre 18ème de clavecin in F major
      Ordre 19ème de clavecin in D major
      Viertes Buch (1730) - Ordres 20 bis 27
      Ordre 20ème de clavecin in G major
      Ordre 21ème de clavecin in E minor
      Ordre 22ème de clavecin in D major
      Ordre 23ème de clavecin in F major
      Ordre 24ème de clavecin in A major
      Ordre 26ème de clavecin in F sharp minor
      Ordre 27ème de clavecin in B minor

      Wie schon Heike bei Rameau, so frage auch ich mich bei Couperin, warum diese Suiten so vergleichsweise selten aufgenommen werden, und insbesondere noch seltener auf dem Klavier...

      Empfehlen möchte ich eine Aufnahme - ohne Vergleiche zu kennen - von dem jungen, hochmusikalischen schweizer Pianisten Cédric Pescia, der Stückchen aus Ordre 13ème & 16ème aufgenommen hat und diese dem Livre II der Préludes von Claude Debussy gegenüber gestellt hat, nebst des Stücks Le courlis cendré aus dem Livre VII. des Catalogue d'oiseaux von Olivier Messiaen.



      Könntet ihr Empfehlungen auf dem Klavier von euerer Seite aussprechen?
      :hello
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Hallo ab,

      meine hoechste Empfehlung ist die Zusammenstellung auf einer CD durch Alexandre Tharaud (HM). Superb. IMO Tharauds beste Einspielung. Mir gefaellt seine Art deutlich mehr als die der Angela Hewitt.

      Auf Cembalo empfehle ich alle Ordres mit Huguette Dreyfus.

      LG, Siamak

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von AcomA ()

    • Hallo ab,
      danke für den Thread :) Ich stimme AcomA absolut zu, die Aufnahme von Tharaud habe ich auch und die gefällt mir ebenso gut. Es gibt die übrigens in einer "Baroque"- 3CD Box, zusammen mit Rameau und Bach.
      Übrigens, was für ein Zufall, Tharaud werde ich genau diesen Sonntag mit einem Recital live hören können ... und was spielt er: 6 Stücke von Couperin :engel und eine Rameau Suite :engel (außerdem noch Ravel). Also das passt sowas von ausgezeichnet mit dem Thread!!!!

      Die Aufnahme von Pescia kenne ich nicht, aber ich habe den jungen Mann vor 2 oder 3 Jahren mal im Konzert gehört (allerdings mit anderen Stücken), da hatte er mir gut gefallen, das war irgendwie originell.

      Schade, dass diese hinreißenden kleinen barocken Stücke so selten aufgenommen werden! Gerade Couperin, das sind fast schlichte, manchmal bezaubernd minimalistische Ideen, die aber oft mit Orgien an Verzierungen zu faszinierenden Stimmungsminiaturen werden. Tolle Musik.
      Heike
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis
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