Welches Drittinstrument?

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    • Welches Drittinstrument?

      Liebe Forianer,

      ab Oktober werde ich Schulmusik studieren *freu* :leb.
      Da ich Gesang als Haupt- und Klavier als Nebenfach habe, darf (oder muss) ich mir noch ein drittes Instrument aussuchen. Vorkenntnisse sind nicht nötig, ich hab auch keine ^^.
      Leider bin ich noch immer unschlüssig. Ich muss dazu sagen, dass das instrumentale Nebenfach nur 4 Semester (zwei Jahre) unterrichtet wird – Karriere werde ich darin also nicht mehr machen :D.
      Meine Gesangslehrerin rät mir zur Blockflöte, da hätte ich am wenigsten um die Ohren und könnte mich auf mein Hauptfach konzentrieren. Nur ist Blockflöte das typische Grundschulkind-Instrument und im Repertoire auch sehr auf Barock beschränkt, nehm ich an. Der Ehemann meiner GL - mein Musiklehrer und Coach in vielerlei Dingen und ebenfalls Schulmusiker - meinte, er hätte sich damals geärgert, dass er kein Streichinstrument gelernt hätte, da das für Orchesterleitung ausgesprochen sinnvoll sei und ich solle doch Bratsche nehmen. Ich selbst ziehe Querflöte in Betracht. Besagter Schulmusiker sagte mir, da gebe es wenig Literatur, was ich mir jedoch wiederum gar nicht vorstellen kann oder gibt es für Bratsche so viel mehr? Ich frage mich auch, ob es Sinn macht, völlig ohne Vorkenntnisse und innerhalb von zwei Jahren noch ein Streichinstrument einigermaßen gescheit lernen zu wollen. Ich will keine virtuosen Konzerte spielen, aber ich vermute, es dauert bei einem Streichinstrument erst einmal lange, bis man einen ordentlichen Ton rausbekommt, oder?

      Daher meine Frage an alle Praktizierenden: Habt ihr irgendeinen Tipp für mich? Mein Bauchgefühl sagt mir leider wenig, auch, nachdem ich inzwischen einige Instrumente in der Hand gehalten habe :(. Die sind alle so schön! Vielleicht kann mir ja jemand etwas zu dem ein oder anderen Instrument sagen? Vielen Dank schon mal im Voraus.

      Gruß, Mimì

      P.S.: Mein geheimer Wunsch war ja mal Harfe, aber das kommt leider aus finanziellen Gründen nicht infrage – diese Instrumente sind so wahnsinnig teuer v___v
    • Also, was spricht denn gegen Querflöte, wenn du Lust darauf hast???? Dann würde ich das machen. Nichts ist schlimmer als sich mit ungeliebten Instrumenten rumzuplagen, zudem dann, wenn Du sowieso eines im Hauptfach ordentlich weiterlernen willst.

      Einen alternativen Vorschlag hätte ich noch parat, der speziell für einen Schulmusiker auch nützlich sein könnte: Gitarre. Da kann man in 2 Jahren schon allerhand lernen und eine Gitarre ist sehr nützlich zur Begleitung von singenden Kindergruppen, wenn mal grad kein klavier zur Hand ist.
      Heike
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis
    • Hey,

      wo wirst du denn Studieren?

      Also mir kommt es zumindest so vor, als ob es für Orchesterleitung tatsächlich sinnvoll ist, ein Streichinstrument zu beherrschen. Allerdings ist das aus der Perspektive eines Streichers.... Ich habe halt den Eindruck, dass man bei den Streichern durch die verschiedenen Bogenstriche und -techniken viel an der Interpretation eines Werkes verändern kann, eher noch als mit verschiedenen Blastechniken, zumindest habe ich bisher bei allen Dirigenten oft Sachen gehört wie "macht doch hier bitte Aufstrich" oder "das bitte binden bis hier, ab da dann Spiccato", während zu den Bläsern sowas selten gesagt wurde. Literatur gibt es für jedes Instrument sehr viel, ich glaube nicht, dass es für Querflöte wesentlich mehr gibt als für Bratsche. Allerdings kann ich dir als Geiger natürlich nicht guten Gewissens zur Bratsche raten :P
      Zu Harfe: Also hier in Freiburg an der Hochschule gibt es ca. 5 Harfen für die Studenten (zunächst natürlich für die Harfenstudenten, andererseits gibt es hier auch niemand, der mit Nebenfach Harfe macht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein Problem sein wird, dass du da drauf übst, als Schulmusikerin wirst du - sorry, soll kein Angriff sein - sowieso nicht so viel zum Üben kommen, wie du das gerne hättest...)

      Grüße,
      Cornelius
      "Wir können genauso gut unsere Geigen nehmen und sie mit unseren Knien zerbrechen." (Fritz Kreisler über Jascha Heifetz)
    • Also aus der praktischen Warte würde mir auch zuerst die Gitarre in den Sinn kommen, als vielsaitiges (hehe) Begleitinstrument. Wenn man aber vom Orchester her denkt, wäre ein Streichinstrument sicher nicht schlecht.
      Von der Arbeit an der Musikschule her zeichnet sich ab, dass immer weniger Blasinstrumente gelernt werden und (zumindest hier in Berlin) die Blockflöte keine Warteliste mehr hat. Viele wollen Klavier, Gesang, Gitarre oder Schlagzeug lernen, relativ viele auch Saxophon. Wie wäre denn das? Denke vielleicht nicht nur klassisch, als Schulmusikerin musst Du ein breites Spektrum bedienen (was mich eigentlich auch gleich wieder zur Gitarre bringt...).
      Ich würde etwas nehmen, das die vorhandenen Instrumente gut ergänzt. Tasten und Stimme hast Du schon, oder anders gesehen: Akkorde und Atem. Schlagzeug wäre auch keine schlechte Idee (im Ausblick auf Musizieren mit Laien sehr dankbar), ansonsten würde ich zu einem Zupfinstrument oder einem Streichinstrument tendieren. Bratsche würde ich persönlich gerne lernen.
      Aber meinst Du wirklich, dass man Dir da viel empfehlen kann? Schnupper doch bei Bekannten mal rein. Oder kennst Du nicht viele aktive Musiker? Ein paar Töne Saxophon oder Vibraphon werden mehr Entscheidungshilfe sein als unsere Ideen.

      Herzlich,
      S A T I E
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Vielen herzlichen Dank erstmal für die schnellen Antworten :).

      Liebe Heike, ich weiß dummerweise nicht einmal, ob ich unbedingt Querflöte möchte - mir würde vieles gut gefallen und ich bin leider Gottes ein wenig entscheidungsfreudiger Mensch *seufz*.
      An Gitarre hab ich auch gedacht und rein rational wäre das auf jeden Fall sinnvoll, nur reizt es mich irgendwie nicht so...

      Von dem, was du beschreibst, Cornelius, wäre ein Streichinstrument wohl schon gut, denn ob nun Auf- oder Abstrich oder von Spiccato hab ich keine Ahnung :ignore. Harfe finde ich ein wunderschönes Instrument - aber letztlich, was nützt es einem für die Praxis? Kannst du denn etwas dazu sagen, wie schnell man mit einem Streichinstrument Fortschritte macht? Ich habe wie gesagt absolut keine Ahnung von Streichinstrumenten und fürchte, nach zwei Jahren nicht mal einen sauberen Ton spielen zu können...
      Und keine Angst, dass man mit Schulmusik sehr ausgelastet ist und nicht so viel üben kann, wie man möchte oder sollte, dessen bin ich mir bewusst, das empfinde ich nicht als Angriff :wink. Übrigens werde ich in Frankfurt anfangen. Studierst du auch Schulmusik oder auf K.A.?


      Lieber Satie, leider kenne ich tatsächlich nicht so viele Musiker persönlich, sonst wäre das auch meine erste Anlaufstelle. Gitarre, Querflöte und Bratsche hab ich auch schon mal in der Hand gehalten und mich auch im Musikgeschäft beraten lassen, aber irgendwie komme ich dadurch nicht weiter :(. Daher wollte ich nichts unversucht lassen und hab das Thema einfach mal hier gepostet :D.
      Ich denke, es gibt für jedes Instrument Argumente. Schlagzeug oder auch Blechbläser zum Beispiel liegen mir nicht so und ich tendiere schon dazu, eines der genannten zu nehmen. Saxophon hat natürlich was :times10, zumal fürs breite Spektrum.
      Auf jeden Fall helfen mir Impulse von anderen immer dabei, im Entscheidungsprozess irgendwie weiterzukommen, daher also danke für alle Rückmeldungen. :thanks
    • Hey,

      ich studiere auf Bachelor, inzwischen haben die MHs ja auch umgestellt.
      Letztlich denke ich immer, für die Praxis als Lehrer braucht man doch eigentlich nur Klavier, außer man leitet das Schulorchester...
      Fortschritte, das ist eine gute Frage. Ich denke, dass es ein Streichinstrument am Anfang schon schwieriger ist als ein Blasinstrument, da man zunächst mal natürlich nicht nur unsaubere Töne rausbringt, sondern die klingen dann auch noch... naja, eben nicht so toll :P Wie schnell man das lernt, hängt natürlich vor allem vom Übeaufwand ab, aber in 2 Jahren kann man schon so viel lernen, dass es einigermaßen passabel klingt.

      Saxophon ist eigentlich wirklich keine schlechte Idee, dachte ich gerade, weil da landest du ja ganz schnell in anderen Musikrichtungen, was für einen Musiklehrer bestimmt nicht schlecht ist, Jazz o.ä. kommt bei Schülern wahrscheinlich ohnehin besser an als Klassik und vor allem ist es zumindest hier so, dass man - außer in Schupra, soweit ich weiss - nichts oder fast nichts in diese Richtung lernt, also weder geschichtliches noch theoretisches...
      "Wir können genauso gut unsere Geigen nehmen und sie mit unseren Knien zerbrechen." (Fritz Kreisler über Jascha Heifetz)
    • Streichinstrument ist in "höherem" Alter wohl nicht ganz unproblematisch. Im Orchester gebraucht werden typischerweise Bratsche (da gibt es aber auch Geiger, die dann umsatteln) und Kontrabass.
      Schneller und leichter wären Klarinette oder Saxophon, vielleicht auch Fagott (wird ebenfalls oft im Schulorchester benötigt). Querflöte gibt es wie Sand am Meer, ist das beliebteste Holz außer Blockflöte, die im Orchester ja normalerweise nicht vorkommt.
    • Ich bin zwar etwas spät dran,aber ich würde,wenn es mich betreffen würde,mich mit der Percussion auseinander setzen.Warum,kann ich auch gerne erklären.

      Ich spiele in erster Linie Trompete,dann-mit viel Abstand-Klavier,und würde so eine Menge über Rhythmus,usw erlernen.Dazu kommt,dass man so automatisch etwas vom berühmten Orff'schen Instrumentarium hat,was man außerdem in jedem Orchester gebrauchen kann.

      Zu den Streichinstrumenten ebenfalls ein Satz : Diese Instrumente sind äußerst schwer zu erlernen ,sind sehr übeintensiv,werden aber z.B. in den Hobbyorchestern nicht wirklich benötigt,es sei denn,es sind Sinfonieorchster.Und günstig sind sie auch nicht....

      Als Holzblasinstrument wäre das Saxophon vermutlich noch das Leichteste,was in Frage käme.Fagott,usw. sind erneut sehr übeintensiv,um überhaupt erst brauchbare Töne zu erzeugen.

      Bei der Percussion spielt das Alles keine Rolle,auch muss man sich keinen neuen Ansatz erlernen,oder einen neuen Notenschlüssel beherrschen.

      Natürlich ist das Schlagwerk sehr vielseitig,aber die Vorteile sprechen doch dafür.Man sollte allerding hier einen Proberaum zur Verfügung haben.Das ist nicht ironisch gemeint jetzt,sondern nicht so ganz unwichtig.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)