Manon - Die Opern

    • Manon - Die Opern

      Es gibt hier zwar schon einen Uraltthread über Aufnahmen der Oper MANON LESCAUT von Giacomo Puccini (das-klassikforum.de/thread.php?threadid=224), aber die Recherche meiner Rätselfrage über die Version Massenets förderte zutage, dass es weder hier noch in Capriccio eine auch nur annähernd so eingehende Diskussion dieses Themas gab, wie sie vor Jahren einmal an anderem Ort gef+ührt wurde. Mit dem Einverständnis der damaligen Autor(inn)en - ich hoffe nhoch auf die Zustimmung von Fairy Queen, die den Thread seinerzeit engestoßen hatte - übernehme ich mal wesentliche Teile dieser Diskussion in der Hoffnung, dass genügend Interesse daran besteht, sie hier fortzusetzen. Prophylaktisch bitte ich schon jetzt darum, dass jemand, der Henzes BOULEVARD SOLITUDE kennt, sich hier beteiligen möge.

      Ich beginne mit Emotiones ausführlicher und von mir nur leuicht editierter Darstellung der Romanvorlage des Abbé Prévost:


      Die Libretti der beiden Opern haben als Vorlage den Roman "L'Histoire du Chevalier des Grieux et de Manon Lescaut" von Antoine-Francois Prévost d'Exiles, genannt Abbé Prévost (1697-1763). Der Roman ist der 7. Band der "Memoires d'un homme de qualité" und wurde erstmals 1731 veröffentlicht, jedoch sofort von der Zensur verboten. Erst im Jahr 1753 erfolgte die Freigabe für eine leicht überarbeitete und moralisierte Neuauflage.

      Wenn man sich das wechselvolle Leben des Abbé Prévost vor Augen führt, (Studium bei den Jesuiten, Eintritt in Jesuitenorden, Verlassen des Ordens und Eintritt bei der Armee, Novize bei den Benediktinern, Flucht aus dem Kloster, Flucht nach England, um einer Verhaftung zu entgehen, Übertritt zum anglikanischen Glauben in London, Hauslehrer in London, verliebt sich in die Tochter des Hauses, Ausweisung aus England, Leben in Holland mit einer Edelkurtisane, wegen Überschuldung erneute Flucht nach England, wieder Ausweisung wegen Wechselbetrugs, diesmal zurück nach Frankreich, Wiederaufnahme bei den Benediktinern) komme ich nicht umhin, in dem Roman der Manon Lescaut autobiografische Züge zu vermuten.

      Der Roman "L'Histoire du Chevalier des Grieux et de Manon Lescaut"

      Beim ersten Kapitel handelt es sich um eine Mischung aus Erzähl- und Ichform, die restlichen Kapitel sind überwiegend in Ichform gechrieben.

      1. Teil
      Der Erzähler berichtet, dass er während einer Reise bei einem Zwischenhalt in Passy auf eine Gruppe Frauen traf, die aus einem Pariser Gefängnis nach Le Havre gebracht wird, um von dort nach Louisiana (damals noch eine französische Kolonie) deportiert zu werden. Er trifft auf einen völlig mittellosen jungen Mann, der verzweifelt versucht, einer der Gefangenen nahe zu sein. Um dies zu ermöglichen mussten Wärter bestochen werden. Dem Erzähler fällt der Liebreiz der jungen Frau auf. Er hat Verständnis für den jungen Mann und hilft mit Geld aus um ihm die Mitreise nach Le Havre zu ermöglichen. Dort hofft der junge Mann Hilfe zu finden, um seine Geliebte zu befreien.

      Es vergehen 2 Jahre. Der Erzähler befindet sich wieder auf Reisen. Dieses Mal in Calais, als ihm eine Person begegnet, die ihm bekannt vorkommt. Er erkennte in ihr den jungen Mann, den er in Passy getroffen hatte. Nachdem der junge Mann erklärte er sei gerade aus Amerika zurückgekommen, ist die Neugierde des Erzählers erwacht. Er bittet ihn in ein Wirtshaus, damit er ihm seine Geschichte erzähle.

      Die Erzählung des Chevalier des Grieux

      Des Grieux war siebzehn Jahre alt, hatte gerade sein Examen bestanden und wartete bei der Poststation in Amiens gemeinsam mit seinem Freund Tiberge auf den Wagen nach Paris. Des Grieux sollte ebenso wie sein Freund Priester werden und wollte die Zeit bis zur Aufnahme in den Orden der Malteser bei seiner Familie verbringen. Aus einer ankommenden Postkutsche entstieg ein junges Mädchen zusammen mit einem älteren Mann, der offenbar zu ihrem Schutz mitgereist war. Der völlig unerfahrene Des Grieux war von der Schönheit des Mädchens überwältigt. Er musste sie nach ihrem Namen fragen. Sie heiße Manon Lescaut, erfuhr er, sei sechzehn Jahre alt, und ihre Eltern schickten sie wegen ihrer notorischen Vergnügungssucht in ein Kloster. Sie solle Nonne werden. Des Grieux war entsetzt. Diese Schönheit hinter Klostermauern! Für ihn, den der coup de foudre getroffen hatte, undenkbar. Er wollte ihr Beschützer sein und sie vor diesem Schicksal bewahren. Eltern und Priesterseminar waren vergessen, nur mit ihr wollte er zusammen sein, sein Herz gehöre auf ewig ihr. Er wolle mit ihr nach Paris und dort mit ihr leben. Für Manon war der Weg in die Freiheit durch ihn offen. Nach Paris!! Der Begleiter Manons wurde abgeschüttelt, der Freund Tiberge beschwindelt, die geringen Geldmittel, die beide besaßen, zusammengelegt, ein Wagen geordert und das Abenteuer konnte beginnen.

      Die Beiden mieteten eine kleine möblierte Wohnung, es vergingen zunächst einmal einige leidenschaftliche Wochen, bis des Grieux sich an seinen Vater erinnerte. Dieser sei bestimmt ebenso begeistert von Manon wie er, es sei eigentlich an der Zeit, den Vater um die Zustimmung zu einer Heirat zu bitten. Außerdem seien die geringen Mittel, die sie besaßen bald aufgebraucht. Dass Manon von diesem Vorschlag wenig begeistert war, erschien ihm nicht verwunderlich, sie wollte ihn ja nur vor dem Zorn des Vaters bewahren, auch Geldquellen könne sie schon erschließen. Sie habe schließlich Verwandte in der Provinz, denen sie schreiben könne, um Mittel zu erhalten. Da des Grieux die Verwaltung des Geldes Manon überließ, konnte er sich nur freuen, wie sie haushalten konnte. Man tafelte prächtig, es wurde teure Garderobe angeschafft, die Verwandtschaft musste sehr großzügig sein.

      Dass die Verwandtschaft aus einem gewissen Herrn de Bretigny bestand, einem Steuerpächter, der im Hause nebenan wohnte, ahnte des Grieux nicht, auch eigentlich eindeutige Beweise, dass Manon ihn betrog, wollte er in seiner Verblendung nicht erkennen. Die Erkenntnis traf ihn deshalb umso härter. Nach einem Abend voller Zärtlichkeit und tränenreichen Liebesbeteuerungen durch Manon riss man ihn jäh aus seinen Träumen. Es klopfte an der Tür, Des Grieux öffnete und wurde von Bedienten seines Vaters gewaltsam entführt zu einer Kutsche, in der sein Bruder saß, und die ihn unter Bewachung in sein Elternhaus brachte. Er erfuhr, dass der Vater durch einen Brief des Herrn de Bretigny unterrichtet worden sei, wo er sich aufhalte. Er möge seinen Sohn zu sich holen, da Manon schon seit längerem mit ihm, Brétigny zusammen sei und des Grieux nur störe. Erst nach längerer Zeit der Verzweiflung und des Nichtwahrhabenwollens, dass Manon ihn betrogen habe und mit Unterstützung durch seinen treuen Freund Tiberge gelang es ihm, sich wieder auf sein Studium zu besinnen. Er beschloss, das Seminar in Saint-Sulpice zu beziehen und seine theologischen Studien zu beenden. Er wollte nicht mehr an die gefährlichen Freuden der Liebe denken und künftig ein weises, christliches Leben führen. Seine Studien machten vorzügliche Fortschritte. Schon nach einem Jahr stand des Priesterexamen an, da stürzte ihn ein einziger, unglückseliger Augenblick in den Abgrund, und der Fall war umso endgültiger, als er sich kaum von dem vorhergehenden erhoben hatte.
      ...

      Die Zeit war gekommen, dass in der theologischen Fakultät ein öffentliches Examen anstand, das er mit glänzendem Ergebnis bestanden habe.

      Bei seiner Rückkehr nach Saint-Sulpice sei ihm mitgeteilt worden, dass eine Dame ihn zu sprechen wünsche. Im Sprechzimmer erwartete ihn Manon. Schöner, strahlender, reizvoller denn je mit ihren inzwischen achtzehn Jahren. Ihr Anblick habe ihn sprachlos gemacht.

      Unter Tränen bekannte sie ihm, dass ihre Untreue seinen Hass verdiene. Wenn er sie aber je geliebt habe, sei es sehr hart von ihm, dass er sich in den vergangenen zwei Jahren nie nach ihrem Schicksal erkundigt habe und jetzt sehr grausam, dass er kein Wort an sie richte.

      Endlich habe er sich soweit gefasst, dass er ihr ihre Treulosigkeit vorwerfen konnte. Sie antwortete, dass sie sterben wolle, wenn er ihr nicht sein Herz wieder geben würde. Sie könne ohne ihn nicht leben. Unter Tränen habe sie ihm ihre Reue beteuert und ihm Treue geschworen. Sie habe immer nur ihn geliebt, ob er denn nicht ihren Schmerz wahrgenommen habe, den sie am letzten Abend vor ihrer Trennung empfand. Sie habe sich nur seinetwegen de Brétigny hingegeben, um zu Geld zu kommen, das ihnen ein bequemes Leben bereiten sollte. Sie sei trotz des Luxus, den ihr de Brétigny bot, niemals glücklich gewesen. Nur ihn liebe sie. Sie wolle sterben, wenn er ihr nicht verzeihe.

      Manon hatte bereits gewonnen. Welcher Barbar hätte sich durch eine so aufrichtige und zärtliche Liebe nicht rühren lassen! Er habe in diesem Moment gefühlt, dass er für sie längst alles aufgegeben habe, Priestertum und kirchliche Karriere waren vergessen. Noch am selben Abend habe er heimlich Saint-Sulpice unter Zurücklassung all seiner Habe und aller moralischen Bedenken verlassen. Seine Zukunft war wieder Manon, die de Brétigny verlassen hatte, nicht ohne diesen um ein beträchtliches Vermögen an Geld und Schmuck gebracht zu haben. Hiervon könne künftig ein luxuriöses Leben geführt werden.

      (Einschub von Emotione: Ab diesem Punkt, der meines Erachtens maßgeblich für die sich anbahnende Katastrophe ist, werde ich die Erzählung des Chevalier des Grieux, die ich in groben Zügen übernahm, verlassen und beschreibe die weiteren Ereignisse mit eigenen Worten:)

      Man mietet ein Haus in Chaillot, dazu noch ein Zimmer in Paris und führt ein aufwändiges Leben, an dem jetzt auch noch der leichtlebige Bruder Manons teilnimmt, der sich bei ihnen einnistet und die beiden nach Kräften ausnutzt. Nach einem Brand im Haus in Chaillot, bei dem die gesamte Barschaft des Paares entwendet wird, muss wieder einmal der Freund Tiberge mit Geld aushelfen. Manon darf vorerst von dem Verlust der Barschaft nichts wissen, Des Grieux befürchtet wohl nicht ganz unbegründet, Manon würde ihn sonst wieder verlassen.

      Das von Tiberge zur Verfügung gestellte Geld ist natürlich sehr bald aufgebraucht. Des Grieux muss eine neue Geldquelle erschließen, was liegt da näher als das Glücksspiel. Hier ist jetzt der Bruder Lescaut hilfreich, des Grieux erlernt von ihm das Falschspiel, das bald von ihm sehr erfolgreich betrieben wird. In kürzester Zeit ergaunert er sich so ein beträchtliches Vermögen.

      Ein Diebstahl des gesamten Geldes von Seiten der Dienerschaft veranlasst Lescaut und Manon einen neuen Plan zu schmieden. Ein alter reicher Herr Guillot-Morfontaine begehrt Manon schon seit längerer Zeit. Manon soll sich ihm gegen reiche Entlohnung hingeben. Der verzweifelte des Grieux willigt in den Plan ein, nachdem ihm versichert wurde, man wolle den Alten prellen. Des Grieux soll sich als Bruder Manons ausgeben und als solcher Guillot-Morfontaine vorgestellt werden. Doch dieser Plan misslingt. Der Alte bemerkt den Betrug und erscheint mit der Polizei. Während Manon ins Arbeitshaus gesteckt wird, kommt Des Grieux ins Gefängnis Saint-Lazare.

      Nach mehreren Monaten gelingt es ihm aber, sich mit Hilfe Lescauts zu befreien, und auch Manon wird befreit. Auf der Flucht wird Lescaut von einem Unbekannten erstochen. Für des Grieux und Manon beginnt in einem Versteck nahe Paris eine friedliche Zeit. Wie es jedoch der Zufall will, verliebt sich der Sohn des alten Morfontaine in Manon und versucht, sie Des Grieux durch großartige Geschenke abspenstig zu machen. Manon, die nicht auf das Geld verzichten will und sich gleichzeitig an dem Sohn für den Alten rächen will, überredet Des Grieux, einem Plan zuzustimmen. Sie wolle sich nur aus Rache hingeben und nach erfolgter Entlohnung zu Des Grieux zurückkehren. Mit dem Geld könne man dann wieder friedlich zusammen leben.

      Doch nach vollbrachter Rachetat schickt sie ein anderes junges Mädchen als "Ersatz" für sich. In seiner Verzweiflung besticht Des Grieux ein paar Gardisten, seinen Rivalen einige Stunden lang festzuhalten, so dass er Zeit hat, seine Manon zu sehen. Sie redet ihm seine Eifersucht aus und will noch eine Nacht mit ihm in dem Haus bleiben, um danach zu verschwinden und den jungen Morfontaine ausnehmen. Doch auch dieser Plan misslingt, denn der alte Morfontaine hat wieder alles durchschaut und lässt Manon und Des Grieux festnehmen.

      Durch Vermittlung seines Vaters wird Des Grieux bald befreit, doch Manon soll zusammen mit einigen Dirnen nach Amerika in die französische Kolonie Louisiana deportiert werden. Alle Befreiungsversuche des Verliebten scheitern, und er folgt Manon nach Le Havre, wo er mit ihr zusammen das Schiff nach New Orleans besteigt.

      Dort vermutet man, sie seien ein verheiratetes Paar. Sie gewinnen die Achtung des Gouverneurs, der Des Grieux eine Stellung verschafft. Sie leben in einem bescheidenen Haus und können sich sogar Dienerschaft leisten. Manon scheint zufrieden und geläutert von ihrer Untreue, ihr Verlangen nach Luxus und Vergnügungen scheint gestillt zu sein. Sie entschließen sich, nun wirklich zu heiraten. Da taucht erneut ein Rivale auf, Synnelet, der Neffe des Gouverneurs. Nachdem bekannt wurde, dass Manon und Des Grieux nicht verheiratet sind, beansprucht der Gouverneur, der die Verfügungsgewalt über deportierte Frauen hat, seine Rechte. Manon soll seinen Neffen, der sich in Manon verliebt hat, heiraten.

      Es kommt zwischen des Grieux und Synnelet zum Duell, bei dem Synnelet verwundet wird. Des Grieux, der glaubt, ihn getötet zu haben, flieht mit Manon. Auf der Flucht jedoch erliegt Manon den Strapazen. Des Grieux, der nun auch selbst nicht mehr leben will, begräbt Manon in der Wüste und bleibt bei ihrem Grab liegen.

      Der nur leicht verwundete Synnelet veranlasst eine Suche nach den Flüchtlingen. Man findet des Grieux noch lebend am Grab. Zunächst vermutet man, er habe Manon aus Eifersucht getötet. Synnelet erweist sich jedoch als edel und Des Grieux hat im Prozeß, den man ihm macht, einen Fürsprecher. Nach kurzer Gefangenschaft und längerer Krankheit ist er wieder ein freier Mann. Er wartet auf das nächste Schiff, um nach Frankreich zurückzukehren. Dort will er künftig ein tugendsames und ordentliches Leben führen.

      Der Freund Tiberge, den des Grieux noch von Le Havre aus um Hilfe bat, kommt aus Frankreich, um mit ihm zusammen die Heimfahrt anzutreten. In Le Havre angekommen, schreibt des Grieux an seine Familie. Er erhält Anwort von seinem Bruder, dass sein Vater inzwischen verstorben sei. Des Grieux solle mit dem nächsten Schiff nach Calais fahren, dort werde ihn sein Bruder abholen. In die Zeit des Wartens auf den Bruder fällt die Begegnung mit dem Erzähler am Anfang des Romans.

      Ende

      :hello Emotione


      Ich hoffe, dass dies den Anstoß zu einer intensiven Diskussion geben kann. Sie wird gleichzeitig auch in Capriccio geführt werden, aber das muss ja nicht stören. Im Gegenteil.

      :hello Ridemaus
      Ich mag alle Kunstformen und Genres. Ich höre Musik von Alban Berg und gehe ins Musical. Für mich gibt es keine Hierarchie der Künste, denn es sind letztlich alles Erzählformen. Alain Resnais
    • Die Versionen

      Vermutlich wird die Diskussion dieses Stoffes, so sie denn zustande kommen sollte, sich auf die beiden populärsten Opern, nämlich die von Massenet (ggf. inklusive ihrer Fortsetzung PORTRAIT DE MANON) und Puccini konzentrieren, wobei ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass mindestens Henzes BOULEVARD SOLITUDE nicht ganz unberücksichtigt bleibt. Um aber wenigstens einmal den Rahmen abzustecken, in dem sich die Diskussion abspielen könnte, möchte ich eine Aufstellung der mir bekannten Betonungen voranstellen und, soweit möglich, kurz beschreiben, wo diese ihren Schwerpunkt setzen:

      Die älteste Vertonung, die mir bislang begegnet ist, ist ein Ballett von Jacques Fromental Halévy aus dem Jahr 1830, also fast genau 100 Jahre nach dem ersten Erscheinen der Novelle des Abbé Prévost. Schon das ist ein Indikator für das Ausmaß des Skandals um dieses Buch, an dessen Vertonung sich trotz einer auffälligen Beliebtheit des Stoffes lange Zeit niemand heran wagte. Diese Fassung kann hier wohl vernachlässigt werden, zumal es anscheinend nie eine Einspielung von ihr gab und ich nicht einmal eine Zusammenfassung von ihrem Libretto fand.

      Eine erste Opernfassung erschien schon sechs Jahre später mit THE MAID OF ARTOIS von William Balfe, eine Art Lortzing Englands und der Komponist von THE BOHEMIAN GIRL, einer der populärsten Opern des 19. Jahrhunderts überhaupt, die manche vielleicht von der Filmfassung mit Laurel & Hardy kennen. Balfe ließ sich auf der Basis einer Dramatisierung von Prévosts Novelle von dem Manager des Drury Lane Theater, Alfred Bunn, ein Libretto schreiben, das eventuellen Problemen mit der Zensur auswich, indem man die Titelrolle in eine verfolgte Unschuld namens Isoline verwandelte, der ein lüsterner Marquis nachstellt. Ihr Liebhaber Jules wird durch einen Trick dazu verleitet, sich als Soldat registrieren zu lassen und nach Afrika abgeschoben. Der Marquis zeigt Isoline die offiziellen Dokumente um ihr klar zu machen, dass Jules in seiner Gewalt ist, und sie muss sich ihm fügen um Jules zu schonen. Im zweiten Akt treffen sich die beiden Liebenden wieder, weil der Marquis zum Gouverneur der afrikanischen Provinz ernannt wurde. Es gelingt ihnen, in die Wüste zu fliehen, wo sie schon am Verdursten sind, als ein Trupp des Marquis die beiden entdeckt und zu ihm bringt. Offensichtlich angesteckt von dem in Nordafrika grassierenden Bassa Selim - Virus, verzeiht der Marquis den beiden und gestattet ihre Hochzeit unter den Jubeltönen Isolines und des Chors ("The rapture swelling through my breast").

      Fast interessanter als die Oper selbst ist ihre Entstehungsgeschichte, denn Balfe, der selbst als Bariton in Rossinis OTELLO und IL BARBIERE DI SIVIGLIA neben der berühmten Primadonna Maria Malibran aufgetreten war, die ihn später zum Rossini Englands erklärte, schrieb die Oper eigens für sie. Ihre Präsenz machte die Oper zu einem großen Erfolg, aber drei Monate später erlitt sie einen schweren Reitunfall. Sie weigerte sich, den Anweisungen der Ärzte zu folgen und trat einige Wochen in Krücken auf, bis ihr das unmöglich wurde und sie kurz darauf an den Spätfolgen des Unfalls verstarb. Wer in die gefällig belcantistische Klangwelt der Oper hineinhören möchte, kann dies hier tun, wo Cecilia Bartoli den Versuch unternimmt, Isolines Arie "The moon over the mountains" nachzuvollziehen: youtube.com/watch?v=3EWRyTBizbc. Die Cavatine des Marquis, "Then silly is the heart", die Gilbert & Sullivan keinesfalls unbekannt gewesen sein dürfte, kann man hier hören: youtube.com/watch?v=cxfxP8Q_0Rg. Ansonsten aber kann man die Oper für den Zweck dieses Threads wohl auch vergessen.

      Die nächste und erste bedeutende Vertonung entstand 20 Jahre später, also 1856, und stammt von dem Komponisten des FRA DIAVOLO und LA MUETTE DE PORTICI, Daniel-Francois Esprit Auber. Von ihr soll im nächsten Posting etwas ausführlicher die Rede sein. Der Vollständigkeit halber sei noch diese Vertonung erwähnt, die Zwielicht schon in dem anderen Forum ausgegraben hat: "Außerdem wurde 1887 in Magdeburg die Oper MANON LESCAUT oder SCHLOSS DELORME auf die Bühne gebracht - Komponist war der mir und dem Forum bisher gänzlich unbekannte Riccardo Kleinmichel (skandalös, dass dieser zweifellos hochbedeutende Mann von den Platzhirschen Massenet und Puccini so verdrängt wird )." Allem Anschein nach folgte Kleinmichel eher den Spuren Balfes als Prévosts, so dass man ihn wohl getrost auch weiterhin verdrängen darf.

      Danach vermelden die Annalen Puccinis MANON LESCAUT von 1893, Massenets "Fortsetzung" seiner Oper, LE PORTRAIT DE MANON (1894) sowie Werner Henzes BOULEVARD SOLITUDE (1953), von denen hoffentlich ebenfalls noch ausführlicher die Rede sein wird. Wiederum der Vollständigkeit halber sei noch ein Ballett namens MANON LESCAUT erwähnt, dass der chinesische Choreograph Xin Peng Wan auf der Basis von Puccinis Oper 2007 in Dortmund auf die Bühne brachte, wo er Ballettdirektor war. Wer sich dafür interessiert, kann hier weiterlesen: "http://www.ballett-dortmund.de/ballettproduktionen/MANONI_1/body_manoni_1.HTM. Ansonsten aber kann man wohl auch diese Fassung vernachlässigen.

      Oder habe ich etwas übersehen - außer der Verwandtschaft mit der Kameliendame und LA TRAVIATA natürlich?

      :hello Rideamus
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    • MANON LESCAUT v. Auber und Scribe

      Da die Oper hier vermutlich außer Konkurrenz läuft, weil kaum jemand sie kennt, sei hier zur Information ausgeführt, wie Auber und Scribe sich diesen Stoff aufbereiteten. Man darf dabei nicht vergessen, dass der einst skandalöse Roman bei der Premiere des Werkes im Jahr 1856 zwar schon gut über 100 Jahre alt war, sein damaliges Verbot aber noch immer nachwirkte und das gesellschaftliche Entrüstungspotenzial sogar noch gewachsen war.

      Zudem ist unübersehbar, dass Scribe, der allein für Auber 38 (!) Libretti schrieb, ein hochprofessioneller Routinier war, der sich in seiner Art, Plots zu schnüren, kaum mehr von irgendwelchen Originalen, gleich welchen Rangs, beeinflussen ließ. So war es wichtig, der Manon möglichst positive Züge zu verleihen und ihre moralische "Verworfenheit" herunter zu spielen. Zu diesem Zweck gab man ihr eine tugendhafte Freundin namens Marguerite, von der bei Prevost ebenso wenig die Rede ist wie übrigens von Micaela, die für das Charakterbild des Jose in Bizets CARMEN eine ähnliche Rolle spielt, bei Prosper Merimee. Aber eine Untersuchung, mit welchen Tricks "unsittliche" Sujets im 19. Jahrhundert gesellschaftsfähig gemacht wurden, würde hier den Rahmen der Diskussion sprengen.

      1. AKT

      Scribe setzt mit der Handlung gleich in Paris ein. Mit Hilfe Lescauts sucht der Marquis d'Herigny nach einem Mädchen, das von seiner Kutsche umgefahren wurde. Lescaut erfährt von deren Nachbarin Marguerite, dass es sich bei dem Mädchen um seine Kusine Manon handelt, die zusammen mit einem gewissen Des Grieux im Dachgeschoss lebt. Marguerite versucht Manon Arbeit zu verschaffen, aber diese träumt nur von Luxus. Als Des Grieux eine größere Geldsumme besorgt hat, geht man gemeinsam mit Lescaut feiern. Als es ans Zahlen geht, hat Lescaut aber bereits das ganze Geld verspielt. Der Wirt will die Polizei holen. Manon singt mit großem Erfolg die berühmt gewordene "Bourbonniere" (ein Vorbild für viele Bravourarien künftiger französischer Sopranhauptrollen) für die Gäste, aber ihre Kollekte bringt auch nicht genügend Geld zusammen. Lescaut überredet deshalb Des Grieux, sich dem Militär zu verpflichten und die Rechnung mit dem Handgeld zu bezahlen. D'Herigny, der Kommandeur von Des Grieux' künftiger Truppe, der Manon für sich selbst begehrt, weigert sich, Des Grieux von ihr auslösen zu lassen, und dieser muss einrücken (eine interessante Parallele zu Balfes Bearbeitung).

      2. AKT

      D'Herigny umwirbt Manon weiter und hat (vermutlich) Erfolg genug um ihr den Wunsch nach einem Passierschein zu erfüllen, mit dem sie ihren Geliebten besucht. Es ist jedoch zu spät. Des Grieux hat einen Vorgesetzten geschlagen und soll bestraft werden. D'Herigny bietet an, zu Des Grieux' Gunsten zu intervenieren, stellt aber die Bedingung, dass Manon sich endgültig von ihrem Liebhaber trennt und seine Geliebte wird. Um Des Grieux zu helfen, willigt Manon ein. Dieser aber erfährt, warum er frei gelassen wurde, und eilt zu Manon um sie für sich zu reklamieren. Mit Erfolg. Bevor die beiden Liebenden aber gemeinsam fliehen können, werden sie von D'Herigny überrascht, und es kommt zu einem Zweikampf, bei dem der Marquis verletzt wird. Des Grieux wird verhaftet.

      3. AKT

      Hier sind endgültig nur noch spärliche Rudimente des ursprünglichen Romans zu erkennen:

      Marguerite und ihr Mann Gervais wollen in der französischen Kolonie Louisiana ihr Glück machen. Ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag erfahren sie, dass Manon in einem Transport weiblicher Sträflinge ebenfalls nach Louisana verbracht worden ist. Auch der begnadigte Des Grieux ist ihr mit dem gleichen Schiff gefolgt. Mit Hilfe Marguerites, die Manon ihr Brautkleid gibt, gelingt es ihm, Manon zu befreien. Sie fliehen in die Wüste, wo die buchstäblich zu Tode erschöpfte Manon in Des Grieux' Armen ihr Leben aushaucht, kaum dass ihre Freunde sie gefunden haben.

      Deutlicher noch als in anderen Versionen lässt sich hier das Modell für LA TRAVIATA erkennen, denn Manon, die den Luxus und das Vergnügen nicht minder liebt als Violetta, gibt letztlich ihrem Geliebten zuliebe alles auf. Scribe machte aus ihr ein unglücklich (und am Anfang ganz wörtlich) "gefallenes" Mädchen, das alles für die Liebe opfert. Dennoch war manchen Kritikern selbst diese edel motivierte Glorifizierung einer Kurtisane zu viel, was ja auch Verdi bei seiner TRAVIATA noch zu spüren kam. Der einzige Charakter, der seinem Vorbild ziemlich treu bleiben durfte, war der Luderjan Lescaut.

      Erstaunlich und vielleicht durch die damalige Macht der Gesangsstars zu erklären, ist der Umstand, dass die männliche Hauptrolle eher dem zwiespältigen D'Herigny als Des Grieux zuzusprechen ist. Sie wurde nämlich von Jean-Baptiste Faure gesungen, der später die Titelrolle in Ambroise Thomas' HAMLET und den Marquis Posa in der Pariser Fassung von Verdis DON CARLOS kreieren sollte. Die Manon sang die Belgierin Marie Cabel, deren größter Erfolg die Philine in Thomas' MIGNON werden sollte.



      Zur weitaus beachtlicheren Musik dieses routiniert-soliden, aber ziemlich uninspirierten Librettos wäre sicher auch einiges zu sagen, aber da sie kaum jemand kennt, sei zumindest vorerst einmal darauf verzichtet, denn das Interesse an französischen Spielopern, un d um eine solche handelt es sich hier, hält sich hier bekanntlich in Grenzen.

      :hello Rideamus
      Ich mag alle Kunstformen und Genres. Ich höre Musik von Alban Berg und gehe ins Musical. Für mich gibt es keine Hierarchie der Künste, denn es sind letztlich alles Erzählformen. Alain Resnais
    • Nun will ich mich hier einmal der Manon nähern.

      "I would give the whole of the Brandenburg Concertos for Massenet's Manon, and would think I had vastly profited by the exchange". Das berühmte Bonmot von Sir Thomas Beecham. Lassen wir einmal dahingestellt, ob er es ernst meinte oder seinem bekannten Witz einmal mehr nachgab.

      Massenets Version geht ebenso wie die seines großen Konkurrenten bei diesem Sujet auf Abbé Prévosts Roman zurück. 9 Jahre vor Puccini uraufgeführt (1884) hat diese frühere Version es seither aber doch recht schwer sich gegen die italienische Konkurrenz zu behaupten.

      Massenet entfaltet das Schicksal der Manon Lescaut in fünf Akten, lässt aber das Finale, anders als Puccini, nicht in Louisiana spielen, sondern während der Vorbereitung zur Deportation. Aber auch hier bleibt des Grieux allein zurück, nachdem Manon in seinen Armen gestorben ist.

      Stilistisch interessant ist, dass Massenet, obwohl das Werk in der Opéra-Comique uraufgeführt wurde, auf rein gesprochene Dialoge verzichtet, sondern sie meisten mit Musik unterlegt. Das Werk selber ist von daher (und nicht nur von daher) eher der Opéra lyrique zuzuordnen.

      Kennengelernt habe ich, als di Stefano-Fan, die Oper eigentlich in den beiden folgenden Fassungen:



      Antonio Guarrieri dirigiert das Scala-Debut des jungen di Stefano. Erhalten sind Auszüge dieser Produktion mit Mafalda Favero aus dem Jahr 1947.

      Das ist durch und durch italienisch geprägt. Favero schluchzt sich durch die Partie als wäre es ein Verismo-Reißer und di Stefano, obwohl unglaublich engagiert und stimmschön singend, besaß leider nicht die Technik, um auch nur annähernd den französischen Stil zu treffen. Trotzdem ist seine Empfindsamkeit überwältigend und seine Piani sind ein Genuss.
      Allerdings frage ich mich, warum das Finale des IV. Aktes wie eine neapolitanische Canzone klingen muss. :)


      Vollständig ist dagegen diese Aufnahme:



      Vier Jahre später gelingt di Stefano manches nicht mehr so sicher und überzeugend wie noch an der Scala. Sein offenes Singen rächte sich doch ziemlich schnell. Trotzdem ist er immer noch ein sehr überzeugender und mitreißender des Grieux. Lässt man einmal stilistische Fragen außer Acht. Die Albanese ist mit Sicherheit ein Gewinn gegenüber der Favero wie die gesamte Aufnahme besser rüberkommt als die Mailänder. Aber es ist insgesamt eine französische Oper italienisch serviert. Und damit nur ein halber Massenet.

      Wiederum vier Jahre später kam dann diese Produktion auf den Markt:



      Das ist nun wirklich Massenet im französischen Stil dargebracht, voller Eloquenz und Charme, mit Stimmen, die eben nicht aus einer vollen Mittellage die Höhe bilden, sondern sehr geschickt und gekonnt die Voix mixte einsetzen, mit einem Orchester, das leicht und zart die Partitur umsetzt und serviert und sie damit wirklich zum Blühen bringt. Anders als in den vorhergehenden, sicherlich nicht repräsentativen Versionen, kann man endlich einmal die wunderbare Komposition erfassen.

      Ich muss gestehen, dass ich nur diese drei Fassungen kenne, aber die Monteux-Aufnahme macht mich vollkommen glücklich. :times10

      :hello Falstaff
    • Manon von Massenet und Meilhac/Gille

      Diese „ Manon " von Massenet war lange Zeit nicht so recht eine meiner Lieblingsopern des Komponisten, die musste ich mir reichlich erarbeiten, und der Zündstoff war die Aufnahme mit Cotrubas und Kraus.
      Habe beide Sänger auch damit Live gehört, aber mit jeweils anderen Partnern!
      Und wie es dann so richtig gezündet hatte war sie mir bis heute lieber als jene von Puccini ( na ja die finde ich aber auch ;) super!
      Hier noch MANON bei Wiki
      Manon ist eine Opéra-Comique in fünf Akten das Libretto stammt von Henri Meilhac und Philippe Gille nach dem Roman „ Histoire du Chevalier Des Grieux et de Manon Lescaut " des Abbé Prévost. Die Uraufführung fand am 19. Januar 1884 an der Opéra-Comique in Paris statt.
      Die für das Genre der Opéra comique typische Verwendung des gesprochenen Dialogs zwischen den musikalischen Nummern ist abgewandelt, indem Massenet statt reiner Dialoge vielfältige Möglichkeiten des Melodrams erprobt, also eine Figur zu einer Musik des Orchesters sprechen lässt, die dem Text erst Expressivität verleiht, und das empfinde ich hier genial gelöst, es wirkt nicht losgelöst von dem gesungenen wie in so manch anderen comique Opern, und wenn ich zugeben darf gefällt mir das in französisch gesungen besser (irgendwie habe ich da immer im Hinterkopf von wem die Vorlage stammt) als das italienische von Puccini.
      Massenet erzählt hier eine Geschichte mit den Mitteln der Melodik.

      Die musikalische Reise die Manon hier unternimmt von der anfänglichen Koketterie bis hin zu ihren letzten Worten ... „ Il le faut! Il le faut! Et c'est là l'historie de Manon Lescaut!
      Es muss sein! Es muss sein! Und das ist die Geschichte der Manon Lescaut!
      ...können wir das Publikum und Hörer kaum wiederstehen denn sie macht eine erstaunliche Wandlung durch,
      auch die ihr zugedachten unterschiedlichen Arien zeugen von Massenets durchdachtem Konzept.
      Und Des Grieux ist eine Figur die leidet in ihrer erotischen Besessenheit, das sich genial ausdrückt in der St.Sulpice Szene mit seinem qualvollen „ Ah! Fuyez! " und dem anschließenden Duett!

      Auch wunderschön finde ich z.B. die Szene auf der Promenade Cours la Reine!

      AD 19 82
      Manon Lescaut - Ileana Cotrubas (soprano)
      Le Chevalier des Grieux - Alfredo Kraus (tenor)
      Lescaut, in this version, Manon's cousin - Gino Quilico (baritone)
      Le Comte des Grieux - Jose Van Dam (bass)
      Guillot de Morfontaine - Charles Burles (tenor)
      De Bretigny - Jean-Marie Fremeau (baritone)
      Poussette - Ghyslaine Raphanel (soprano)
      Javotte - Colette Alliot-Lugaz (soprano)
      Rosette - Martine Mahe (mezzo-soprano)
      L'Hotelier - Jacques Loreau (baritone)
      Two Guards - Roger Trentin and Jean Melac.
      CONDUCTOR:
      Michel Plasson, Orchestre de Capitole de Toulouse, Choeurs du Capitole.

      Hier finden ich jede Rolle bestens besetzt, angefangen von der Cotrubas ihrer wunderbaren Manon, wobei die anfängliche Koketterie eher zwiegespaltenen ist, jedoch der Ausdruck ihrer Stimme passt ideal zur Rolle.
      Alfredo Kraus ist ein Des Grieux der Stimmungen erzeugen kann und sie wunderbar umsetzt.
      Gino Quilico singt einen jugendlichen Cousin der Manon mit seinem biegsamen schön klingenden Bariton und José van Dam einen Le Comte des Grieux vom feinsten wie z.B.die Arie und anschließendem Duett im 3.Akt.
      Plasson waltet hier in bester franz.Tradition seines Amtes und bringt die Partitur so zum klingen das es eine wahre Freude ist.

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
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