Zugang zu Gustav Mahlers Sinfonien

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    • Zugang zu Gustav Mahlers Sinfonien

      Hallo, entschuldigt, wenn ich am falschen Ort poste, aber ich finde mich hier erst bedingt zurecht! Ihr könnt es ja löschen oder verschieben!

      Ich habe ein Problem mit dem Zugang zu Gustav Mahlers Sinfonien! Seit meiner Jugend höre ich klassische Musik, zur eigenen musikaliischen Biografie kann ich aber später etwas schreiben. Was Sinfonien angeht, bin ich erst seit kurzem wieder interessiert und habe Haydn, Mozart, Beethoven, Schumann, Schubert, Mendelssohn Bartholdy, Brahms, Tschaikowski etc., also im Grunde das ganze bekanntere sinfonische Werk des 18., 19. Jahrhunderts und beginnenden 20. Jahrhunderts rezipiert, wobei für mich Anton Bruckner der absolute Höhepunkt ist, denn dessen 9. Sinfonie ist mein Lieblingssinfonie, gefolgt von den Sinfonien 6 bis 8. Angeregt durch die Literatur und besonders durch die Auseinandersetzung mit Hans Wollschläger versuche ich nun seit Monaten vergeblich einen Zugang zu den Sinfonien Gustav Mahlers zu finden: Ich besitze sie alle in verschiedenen Gesamt- und Einzelaufnahmen, sah und hörte sie auch bei Sky unitel classica, las dazu Einführungen und so weiter! Während ich aber mit den Liedern und Chorwerken keinerlei Probleme habe, konnte ich bislang außer der 1. Sinfonie keiner anderen etwas abgewinnen und angeblich fußt Mahler doch unter anderem auf Bruckner. Mir sind diese Werke vollkommen fremd iund ich stehe vor ihnen wie der Ochse vor dem Scheunentor! Ich bin hier etwas ratlos und überlege, was ich wohl falsch mache!
    • Vielleicht kann das ein Admin ins Mahlerforum verschieben, hier wird es evt. von einigen nicht gelesen:
      das-klassikforum.de/board.php?boardid=55
      Heike
      P.s. Mir hat sich damals der Zugang zu Mahler durch live- Hören der Sinfonien erschlossen. Auf CD konnte ich vorher, genau wie Du, nur der 1. Sinfonie was abgewinnen und in Ansätzen noch der 4. Das hat sich inzwischen geändert. Heute steht die 9. ganz oben.
      Heike
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Heike ()

    • Ich habe mir auch lange sehr schwer getan. Ich mochte nur die zweite... dann erlebte ich einst eine Aufführung der achten, es war ein Schlüsselerlebnis! Ausschlaggebend war am Ende eine Dokumentation mit David Zinman, in welcher er die sechste erläuterte. Diese gibt es auch auf DVD in seiner Box. Seither hat Mahler mich in seinen Bann gezogen! Vielleicht helfen Dir aber auch seine Lieder, z.B. die eines fahrenden Gesellen weiter.
    • RE: Zugang zu Gustav Mahlers Sinfonien

      Hallo Sagittarius,
      also wenn Du keine Probleme mit Bruckner hast, dann kann es wohl nicht daran liegen, dass die Werke konzentriertes Zuhören erfordern. Zumindest einige Sätze müssten doch zugänglich sein, in dem Sinn, dass sie einem nicht fremd bleiben. Selbst - und das ist natürlich eine höchst subjektive Einschätzung - habe ich mit den Sinfonien 1-5 weniger Probleme, als mit denen von 6 - 9 (10). Mir geht es wie Dir vor allem mit der Neunten. Sie bleibt mir fremd, auch bei wiederholtem Hören.
      Wenn man von Brahms und Bruckner sich Mahler nähert, dann müsste man zunächst doch wohl an einigen langsamen Sätzen Gefallen finden, wobei ich (unvermeidlich) an das adagietto aus der 5. und an den 3. Satz aus der 4. denke. Jemand der Bruckners Achte geniessen kann, der sollte doch keine unüberwindlichen Schwierigkeiten mit diesen beiden Sätzen haben, ja selbst der lange, ruhevolle Schlusssatz der 3. müsste doch zugänglich sein. Und was meinst Du mit den Chorwerken Mahlers, die Dir nicht zu schaffen machen? Denkst Du dabei an die Zweite - ab "Urlicht" und dann das Chorfinale und dazwischen die geradezu unglaublichen Ausbrüche? (Chormusik hat Mahler ja nur in seinen Sinfonien geschrieben. Willst Du etwa sagen, dass Du die schreckliche Achte, Jeremias wird es entschuldigen, diese Brüllsinfonie ertragen kannst, während die Vierte Dir ein Rätsel bleibt?
      So recht verstehen kann ich es nicht, aber gut: Du ja auch nicht. Wenn Dir die Fischpredigt als Lied gefällt, warum dann nicht der entsprechende Satz aus der 2. Sinfonie? Zwischen den aus Deiner Perspektive 'problemlosen' Liedern und Chorwerken (?) und den sinfonischen Werken liegen doch keine Welten. Im Gegenteil, der Übergang ist völlig fliessend und die Chorpassagen sind integraler Bestandteil der Sinfonien. Du musst doch ein recht "merkwürdiger" Fall sein (was natürlich nicht negativ gemeint ist).
      mit freundlichen grüssen
      Abendroth
    • Original von Jeremias
      Ich habe mir auch lange sehr schwer getan. Ich mochte nur die zweite... dann erlebte ich einst eine Aufführung der achten, es war ein Schlüsselerlebnis! Ausschlaggebend war am Ende eine Dokumentation mit David Zinman, in welcher er die sechste erläuterte. Diese gibt es auch auf DVD in seiner Box. Seither hat Mahler mich in seinen Bann gezogen! Vielleicht helfen Dir aber auch seine Lieder, z.B. die eines fahrenden Gesellen weiter.


      Meinst du diese Box?

      Das wäre dann schon meine siebente Mahlergesamteinspielung ... :cool

      Und ich mag alle Lieder Mahlers, "Ich bin der Welt abhanden gekommen" aus dem Rückert-Zyklus gehört zu meinen liebsten!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Yorick ()

    • RE: Zugang zu Gustav Mahlers Sinfonien

      Original von abendroth
      also wenn Du keine Probleme mit Bruckner hast, dann kann es wohl nicht daran liegen, dass die Werke konzentriertes Zuhören erfordern. Zumindest einige Sätze müssten doch zugänglich sein, in dem Sinn, dass sie einem nicht fremd bleiben.

      Das ist vollkommen richtig, ich habe ja zuerst Bruckner und dann Brahms gehört und kam über diesen Weg zu Mahler! Beide kann ich übrigens nicht nur auf dem Sofa liegend mit geschlossenen Augen (meine Lieblingsposition) hören, sondern auch nebenbei, wenn ich etwa am Rechner sitze! Fremd bleibt mir Mahler als Ganzes; es gibt eben keine Sinfonie, die mich in allen ihren Sätzen überzeugt!

      Original von abendrothWenn man von Brahms und Bruckner sich Mahler nähert, dann müsste man zunächst doch wohl an einigen langsamen Sätzen Gefallen finden, wobei ich (unvermeidlich) an das adagietto aus der 5. und an den 3. Satz aus der 4. denke. Jemand der Bruckners Achte geniessen kann, der sollte doch keine unüberwindlichen Schwierigkeiten mit diesen beiden Sätzen haben, ja selbst der lange, ruhevolle Schlusssatz der 3. müsste doch zugänglich sein.


      Sehr fein beobachtet, die langsamen Sätze liegen mir und z.B. große Teile der 5., wo ich aber auch filmkünstlerisch vorgeprägt bin! Richtig verzaubert hat mich neulich das Adagio der "Zehnten", das ich auf Sky Unitel Classica sah und hörte, das erinnerte mich doch teilweise wieder sehr an Wagner!

      Original von abendrothUnd was meinst Du mit den Chorwerken Mahlers, die Dir nicht zu schaffen machen? Denkst Du dabei an die Zweite - ab "Urlicht" und dann das Chorfinale und dazwischen die geradezu unglaublichen Ausbrüche? (Chormusik hat Mahler ja nur in seinen Sinfonien geschrieben. Willst Du etwa sagen, dass Du die schreckliche Achte, Jeremias wird es entschuldigen, diese Brüllsinfonie ertragen kannst, während die Vierte Dir ein Rätsel bleibt?

      Die Achte ist furchtbar und ich habe mich unklar ausgedrückt, denn ich mag auch das "Klagende Lied" nicht sonderlich, ich meinte die Orchester- und Klavierlieder. Ich bin prinzipiell kein Freund von Vokalmusik in Sinfonien und halte es mit denen, die das Beethoven in der Neunten vorwerfen, auch wenn es grandios gemacht ist. Mahler übertreibt es aber meines Erachtens und mich stören diese Chöre und Soloparts in seinen Sinfonien, auch wenn mir einige, die ein wenig nach Wagner und Strauß klingen, durchaus zusagen!

      Original von abendrothSo recht verstehen kann ich es nicht, aber gut: Du ja auch nicht. Wenn Dir die Fischpredigt als Lied gefällt, warum dann nicht der entsprechende Satz aus der 2. Sinfonie? Zwischen den aus Deiner Perspektive 'problemlosen' Liedern und Chorwerken (?) und den sinfonischen Werken liegen doch keine Welten. Im Gegenteil, der Übergang ist völlig fliessend und die Chorpassagen sind integraler Bestandteil der Sinfonien. Du musst doch ein recht "merkwürdiger" Fall sein (was natürlich nicht negativ gemeint ist).

      Genau so ist das, ich verstehe es auch nicht und ich bin schon mein ganzes Leben lang ein merkwürdiger Fall; aber ich denke, ich werde deinem Hinweis folgen und gleich mal die 2. Sinfonie einwerfen, welche Aufnahme empfiehlst du?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Yorick ()

    • RE: Zugang zu Gustav Mahlers Sinfonien

      Jünters Empfehlung Rattle-Birmingham kann ich mich durchaus anschliessen. Aber auch die neuere Rattle Einspielung mit den Berlinern ist - neben vielen anderen - empfehlenswert. Meine Lieblingsaufnahme ist die mit Stokowski und dem London Symphony Orchestra von den BBC Proms 1963.
      mit freundlichen grüssen
      Abendroth
    • Hallo Heinrich,

      weshalb wurmt Dich Dein Fremdeln mit Mahler eigentlich?

      Origrnal von Heinrich Schütz
      Ich bin hier etwas ratlos und überlege, was ich wohl falsch mache


      Da gibt es meiner Meinung nach nichts, was Du richtig oder falsch machen könntest.

      Wie soll man denn einen Zugang zu etwas finden, wenn das Innerste dafür nicht empfänglich ist? Seine Persönlichkeit renovieren? Sich einreden, dass mann es lieben muss, weil das halt zum guten Ton gehört? Überspitzt formuliert: Ginge so etwas, dann hätten Millionen junger Muslime kein Problem mehr damit, über Selbst-Programmierung sich unsterblich in den/die ihr/ihm "versprochene/n" Ehepartner/in zu verlieben. Wer will Dich mit Gustav Mahler verkuppeln??

      Ist es denn schlimm, zu sagen, Du magst die Lieder, Du magst die Erste, Du magst das Fragment der Zehnten, den langsamen Satz aus dieser & aus jener Sinfonie & dass Du mit dem Rest nichts anfangen kannst?
      Wenn auch die Xte Gesamtaufnahme in Deiner Sammlung Dich nicht zum glühenden Mahlerianer machen konnte, dann halte ich es zwar für unwahrscheinlich aber auch nicht für ausgeschlossen, dass ein Live-Konzert das schafft - bei Heike war das ja offenbar der Fall. Auch Zefira berichtete gestern, 21. November, etwas Ähnliches > Allgemeine Klassikthemen > Gestern im Konzert.

      Im Übrigen stehst Du nicht ganz allein mit Deiner Mahler-Unverträglichkeit:

      Original von sound 67 am 28. April 2007 in "Allgemeine Klassikthemen" S. 13 > "Unverständliche Begeisterung"
      Gustav Mahler ist mit Sicherheit heute genauso überschätzt wie er nach seinem Tode zunächst unterschätzt wurde. Virtuos ausgeführte Schrammelmusik für grosses Orchester zwischen echter Tiefe und monströser sentimentaler Nabelschau pendelnd - mehr ist es wirklich nicht. Irgendwann wird man sich dessen auch wieder bewusst werden.

      Original von Sfantu am 9. Oktober 2010 in "Das Spielzimmer" S. 2 > "Oft gehört und nicht gemocht"
      Das Meiste von Mahler.
      Klingender Seelenstrip! Bis es mir eigentlich so recht bewusst war, ich lediglich spürte, dass hier grundlegend was falsch läuft, verbalisiertte endlich Harnoncourt es in einem Interview sinngemäss: "Diese Musik schreit immer nur: "Ich, ich ich!"


      Ich besass eine nach & nach sorgsam an begeisterten & begeisternden Kritiken in der Fachpresse orientierte Folge von Einzelaufnahmen, wozu dann noch die eine & andere Alternativeinspielung kam, auch einige Radio-Mitschnitte.
      Nach Jahren, in denen ich mich wieder & wieder damit auseinandersetzte, gab ich es irgendwann endlich auf & brachte bis auf kleine Reste die verschwendeten 50 Regal-Zentimeter zum Ankauf. Erträglich ist für mich die Vierte in ihrer apollinischen, doppelbödigen Art - hier drängt sich nichts auf, tönt aber doch eine Stimme, die etwas mitzuteilen hat, auf einigermassen entspannte, stimmige Weise. Auch die meisten (namentlich die Klavier-)Lieder & (bedingt) das Lied von der Erde bekommen einen Landeplatz auf meinem Seelen-Flughafen.
      Das ganze andere disparate Schicksal-Weltschmerz-Zuckerguss-Kuhglocken-Idyll-Röslein rot-Apokalypsen-Selbstmitleid-Gesuhl-Geschmalz-Geschrei-Gedröhne nervte & nervt mich in gleichbleibendem Masse. All das schlummert mehr oder weniger in allen von uns. Ich bin (manchmal zu) empfänglich dafür, diese Seelenzustände durch die Musik in mir wecken, sie ansprechen zu lassen, sie mit zu durchleben, mich davon erfassen, davon mitreissen zu lassen - am Ende dankbar, erschüttert, erschlagen, erfrischt, geläutert, beglückt, erneuert, sprachlos dazusitzen. Schumann, Berlioz, Bruckner, Elgar, Sibelius, Nielsen, Strawinskij, Vaughan-Williams, Schostakowitsch, etwa, vermögen das. Mahler versucht das auf eine leicht schmierige, distanzlose Art. Was mich da abstösst, liegt auf einer nicht fassbaren Ebene, sie entzieht sich der Beschreibbarkeit.

      Kommt das dem nahe, was Du empfindest?

      LG - Sfantu
    • Hallo!

      @Heinrich Schütz


      Nun, Mahler ist beileibe keine "erbauliche" Musik im Sinne der Romantik mehr. Nicht umsonst hat es diese Musik recht schwer gehabt sich im Konzertgetriebe und auf Tonträger einen Platz zu verschaffen.

      Die bewußt eingesetzten trivialen Themen, die zuweilen recht grelle Versatzstücke und die ebenfalls bewußt grotesken "Verzierungen" verhindern zuverlässig eine Rezeption nach bewährter "klassischer" Manier.

      Diese Musik ist nach meiner Auffassung eher zum "Hineinhorschen" als zum "Hören" konzipiert.

      Wie also kannst du dich dieser Musik nähern? Hier solltest du eventuell in eine der älteren Interpretationen aus den Anfängen der "Mahler-Rezepitin" hineinhören, die 3. Symphonie mit den Londonern unter Jascha Horenstein mit Norma Procter, die 6. und 9. Symphonie mit den Londonern unter George Solti oder die 5. und 7. Symphonie mit dem Bayr. RSO unter Rafael Kubelik wären hier gegebene Möglichkeiten.

      Trotz aller Großartigkeiten dieser älteren Interpretationen wird hier ein eher etwas "gemilderter" Mahler präsentiert, fernab der Interpretation eines Sinopoli oder eines Inbal (beides ebenfalls großartige und recht werktreue Mahler-Interpretationen die aber eher den ungemilderten Mahler präferieren)

      Auf der anderen Seite wäre es allerdings auch möglich Mahler einfach auszuklammern, seine Musik ist genau wie die Schönbergs und der Wiener Schule oder wie die Zeitgenössische Musik nicht jedermanns Sache, erlaubt ist schließlich was gefällt und es gibt dankbarere Beschäftigungen als sich an Musik abzuarbeiten die einem nicht liegt.

      MFG Günther
    • Sfantu trifft den Nagel natürlich auf den Kopf. Wenn man mit einer Musik nichts anfangen kann, hier und heute (in 10 Jahren kann das durchaus anders aussehen!) ist das eben so und man kann sich zwar fragen woran das wohl liegen mag und versuchen, den eigenen Widerspenstigkeiten auf den Grund zu gehen, aber erzwingen kann man rein gar nichts, schon gar nciht bei solch eigenwilligen Kompositionen wie es die Mahler-Synphonien sind. Sich die Frage zu stellen, warum man gerade damit nicht warm werden kann, finde ich aber interessant und es kann zu einem grösseren Selbst-Verständnis beitragen. Mir ist es mit den Beethoven-Symphonien so gegangen und ich habe ein richtiges Lehrprogramm absolviert und mich durch alle Neune durchgearbeitet und am Ende dann verstanden, warum das im Moment nichts für mein Ohr udn mein Empfinden ist. Ich bin ja im Grunde gar kein Symphonienfan und viel mehr den kleinen und intimeren Gattungen zugetan, aber Mahlers Symphonien sind für mich die grosse Ausnahme. Ich finde sie einfach grossartig und damit geht es mir dann wohl genau umgekehrt wie Heinrich S. ....
      Mein Liebling ist die Sechste- das ist für mich die Inkarnation der Apokalyptischen Reiter und ich finde sie überdies prophetisch, denn in ihr sind für mich alle Schrecken des 20igsten Jahrhundert zu hören. Die 4 und 5 liebe ich ebenfalls sehr und 9 und 10 sind riesengrosse Herausfoorderungen, die aber alle Mühe lohnen. Im Moment kann ich nur mit der 7 udn der 3 wenig anfangen.
      Ich habe einen Radiomitschnitt des gesamten Zyklus im Jubliäumsjahr aus Manchester und das besondere daran ist, das zum einen sehr gute(englische) Kommentare dabei sind , zum Anderen zeitgenösssiche Kompositionen in den direkten Zusammenhang gestellt werden udn jeweils vor der symphonie zu hören sind. Das ist eine phantastische Sache,die einen Rundumblick auf Mahler mit den Augen des Jahres 2010 erlaubt und die Dirigenten der Reihe sind zudem gut bis sehr gut. (Einzelheiten bei Bedarf) Auf Cd habe ich die üblichen Verdächtigen, von Kubelik bis Bernstein- die Beide Grosses auf diesem Gebiet geleistet haben (finde ich.......)
      Liebe Grüsse rundum
      von einer mahlerbegeisterten Fairy Queen :engel
      Ein guter Zugang zu Mahler kann z.B. auch die serh serh lesenswerte Biographie von Jens Malte Fischer sein. Mir haben auch diverse Filme aus dem Jubiläumsjahr den menschen und Musiker Mahler nâher gebracht, das sich Annâhern an das Leben eines Künstlers erlaubt manchmal einen besseren Zugang zur Musik.

      Da man hier ja ungestraft Werbung für andere Foren machen darf: in Capriccio gibt es mehrere sehr lesenswerte Mahler-Threads zu verschiedenen Symphonien.
      Da es der Gesundheit förderlich ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein (Voltaire)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Fairy Queen ()

    • Hallo Fairy Queen!

      Auch ich oute mich als begeisterter Mahler Fan. Was für mich wichtig wahr u. ist , ich wollte
      Immer auch etwas über den Menschen hinter der Musik wissen!

      Habe und tue es immer noch viele Bücher über den jeweiligen Komponisten zu lesen.
      Daraus ergab sich so mancher erhellende Aspekt ,der mirdann auch die Musik näher gebracht hat.

      Mein liebster Mahler Interpret ist im Moment Claudio Abbado , habe durch ihn nochmal eine
      andere Sicht auf die Sinfonien bekommen.

      Seine Spielweise ist weder zu romantisiert noch zu sehr in die moderne gehend !

      Kann Dir aber völlig zustimmen auch Kubelik u. Bernstein haben für die Mahler Symphonien
      grossartiges geleistet.

      LG palestrina

      PS. Es gibt für Einsteiger u. Fortgeschrittene eine sehr schöne 4 CD Box
      Mahler : Welt und Traum
      Eine Hoehr Biografie von Jörg Handstein Mit der mir der Symphonie Nr .1
      Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
      Cond. Mariss Jansons
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Original von Sfantu
      weshalb wurmt Dich Dein Fremdeln mit Mahler eigentlich?
      Da gibt es meiner Meinung nach nichts, was Du richtig oder falsch machen könntest.

      Es wurmt mich einfach, weil es der einzige Komponist ist, wo es mir so ergeht; sicher, man hat Vorlieben und Abneigungen und mit Schönberg (außer der herrlichen "Verklärten Nacht"), Berg und Webern werden viele nichts anfangen können, da stört es mich aber nicht, das ist eher normal. Ich habe einfach Angst, mein musikalischer Horizont reicht nur bis zu Bruckners Neunten ...

      Original von SfantuWie soll man denn einen Zugang zu etwas finden, wenn das Innerste dafür nicht empfänglich ist? Seine Persönlichkeit renovieren? Sich einreden, dass mann es lieben muss, weil das halt zum guten Ton gehört? Überspitzt formuliert: Ginge so etwas, dann hätten Millionen junger Muslime kein Problem mehr damit, über Selbst-Programmierung sich unsterblich in den/die ihr/ihm "versprochene/n" Ehepartner/in zu verlieben. Wer will Dich mit Gustav Mahler verkuppeln??

      Das verstehe ich natürlich, aber es ist der Geist, der hier protestiert wider Seele und Herz! :)

      Original von SfantuIst es denn schlimm, zu sagen, Du magst die Lieder, Du magst die Erste, Du magst das Fragment der Zehnten, den langsamen Satz aus dieser & aus jener Sinfonie & dass Du mit dem Rest nichts anfangen kannst?

      Ja, das ist schlimm, weil ich kein Eventhörer bin, der "The best of" oder "Die schönsten Stellen etc." mag, sondern immer nur das ganze Werk in seiner kompletten Struktur!

      Original von SfantuWenn auch die Xte Gesamtaufnahme in Deiner Sammlung Dich nicht zum glühenden Mahlerianer machen konnte, dann halte ich es zwar für unwahrscheinlich aber auch nicht für ausgeschlossen, dass ein Live-Konzert das schafft - bei Heike war das ja offenbar der Fall.


      Ja, das steht noch aus und wenn ihr mal von einer Mahleraufführung im mitteldeutschen Raum wisst, sagt es bitte!

      Original von SfantuIch besass eine nach & nach sorgsam an begeisterten & begeisternden Kritiken in der Fachpresse orientierte Folge von Einzelaufnahmen, wozu dann noch die eine & andere Alternativeinspielung kam, auch einige Radio-Mitschnitte.
      Nach Jahren, in denen ich mich wieder & wieder damit auseinandersetzte, gab ich es irgendwann endlich auf & brachte bis auf kleine Reste die verschwendeten 50 Regal-Zentimeter zum Ankauf.

      Das schaffe ich nicht, ich bin Sammler! :cool

      Original von SfantuErträglich ist für mich die Vierte in ihrer apollinischen, doppelbödigen Art - hier drängt sich nichts auf, tönt aber doch eine Stimme, die etwas mitzuteilen hat, auf einigermassen entspannte, stimmige Weise. Auch die meisten (namentlich die Klavier-)Lieder & (bedingt) das Lied von der Erde bekommen einen Landeplatz auf meinem Seelen-Flughafen.

      Die Vierte hörte ich gestern unter Bernstein und den Wienern (Anfang 70er), las dazu den erhellenden Essay aus "Renate Ulm (Hrsg.): Gustav Mahlers Symphonien." - es war trotzdem grauslig! Immer wieder werden Erwartungen geweckt und bitter enttäuscht ...

      Original von SfantuDas ganze andere disparate Schicksal-Weltschmerz-Zuckerguss-Kuhglocken-Idyll-Röslein rot-Apokalypsen-Selbstmitleid-Gesuhl-Geschmalz-Geschrei-Gedröhne nervte & nervt mich in gleichbleibendem Masse. All das schlummert mehr oder weniger in allen von uns. Ich bin (manchmal zu) empfänglich dafür, diese Seelenzustände durch die Musik in mir wecken, sie ansprechen zu lassen, sie mit zu durchleben, mich davon erfassen, davon mitreissen zu lassen - am Ende dankbar, erschüttert, erschlagen, erfrischt, geläutert, beglückt, erneuert, sprachlos dazusitzen. Schumann, Berlioz, Bruckner, Elgar, Sibelius, Nielsen, Strawinskij, Vaughan-Williams, Schostakowitsch, etwa, vermögen das. Mahler versucht das auf eine leicht schmierige, distanzlose Art. Was mich da abstösst, liegt auf einer nicht fassbaren Ebene, sie entzieht sich der Beschreibbarkeit.

      Das hast du sehr schön beschrieben! Nach Bruckner bin ich wie nach Wagner regelrecht glücklich ausgepowert und entrückt, nach Sibelius muss ich mit meinen Hunden wandern gehen und komplementär die Natur genießen - aber nach Mahler bin ich einfach nur ärgerlich und verstimmt!

      Original von SfantuKommt das dem nahe, was Du empfindest?

      Zu Einhundert Prozent! Ich danke dir vielmals für deine Worte!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Yorick ()

    • Original von Hörbert
      Nun, Mahler ist beileibe keine "erbauliche" Musik im Sinne der Romantik mehr. Nicht umsonst hat es diese Musik recht schwer gehabt sich im Konzertgetriebe und auf Tonträger einen Platz zu verschaffen.

      Mittlerweile aber, scheint es, gibt es nur noch Mahler überall! Auf Sky Unitel Classica etwa dominieren Mahlersinfonien überdurchschnittlich! Die ungezählten Mahlerzyklen, man findet sich kaum noch zurecht; das beste Orchester der Welt in Amsterdam hat sich ihm verschrieben etc. ...

      Original von HörbertDie bewußt eingesetzten trivialen Themen, die zuweilen recht grelle Versatzstücke und die ebenfalls bewußt grotesken "Verzierungen" verhindern zuverlässig eine Rezeption nach bewährter "klassischer" Manier.

      Eben! Was sich im "Dr. Faustus" spannend liest, wirkt "in echt" grauslig, wenn man Schubert oder Bruckner liebt!

      Original von HörbertWie also kannst du dich dieser Musik nähern? Hier solltest du eventuell in eine der älteren Interpretationen aus den Anfängen der "Mahler-Rezepitin" hineinhören, die 3. Symphonie mit den Londonern unter Jascha Horenstein mit Norma Procter, die 6. und 9. Symphonie mit den Londonern unter George Solti oder die 5. und 7. Symphonie mit dem Bayr. RSO unter Rafael Kubelik wären hier gegebene Möglichkeiten. Trotz aller Großartigkeiten dieser älteren Interpretationen wird hier ein eher etwas "gemilderter" Mahler präsentiert, fernab der Interpretation eines Sinopoli oder eines Inbal (beides ebenfalls großartige und recht werktreue Mahler-Interpretationen die aber eher den ungemilderten Mahler präferieren)


      Das halte ich für eine Spitzenidee und mir leuchtet deine Argumentation ein: Gehört Bernstein auch in diese Reihe und was kann man auf DVD empfehlen, ich sehe gerne das Orchester ...

      Original von HörbertAuf der anderen Seite wäre es allerdings auch möglich Mahler einfach auszuklammern, seine Musik ist genau wie die Schönbergs und der Wiener Schule oder wie die Zeitgenössische Musik nicht jedermanns Sache, erlaubt ist schließlich was gefällt und es gibt dankbarere Beschäftigungen als sich an Musik abzuarbeiten die einem nicht liegt.

      Wenn man einfach so loslassen könnte; das fällt mir auch bei Büchern schwer ... :cool

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Yorick ()

    • Original von Fairy Queen
      Sfantu trifft den Nagel natürlich auf den Kopf. Wenn man mit einer Musik nichts anfangen kann, hier und heute (in 10 Jahren kann das durchaus anders aussehen!)

      Das ist mal Fakt: Ich habe sehr lange gebraucht, bis ich Beethovens Neunte lieben lernte oder die Missa Solemnis; das ist wie bei Büchern, den zweiten Faust oder Fontane verstand ich erst mit über 30! Bei Mahler aber ist das anders; schon vom Gefühl her - hinter Beethoven mutmaßte ich die Größe auch schon, als ich noch nicht begeistert war; hinter Mahler stelle ich mir nur eine große Leere vor ...

      Original von Fairy QueenSich die Frage zu stellen, warum man gerade damit nicht warm werden kann, finde ich aber interessant und es kann zu einem grösseren Selbst-Verständnis beitragen.

      Eben, man darf nicht gleich aufgeben, wenn etwas nicht gleich eingeht; sonst läuft man Gefahr, Großes zu versäumen. Auch Musik funktioniert nicht ohne Reflexion!

      Original von Fairy QueenEin guter Zugang zu Mahler kann z.B. auch die serh serh lesenswerte Biographie von Jens Malte Fischer sein. Mir haben auch diverse Filme aus dem Jubiläumsjahr den menschen und Musiker Mahler nâher gebracht, das sich Annâhern an das Leben eines Künstlers erlaubt manchmal einen besseren Zugang zur Musik.


      Las ich natürlich längst und auch noch andere Bücher zu Mahler! Gelernt habe ich viel; Nutzen für den Musikgenuss aber gleich Null! :cool
    • Original von palestrina
      PS. Es gibt für Einsteiger u. Fortgeschrittene eine sehr schöne 4 CD Box
      Mahler : Welt und Traum
      Eine Hoehr Biografie von Jörg Handstein Mit der mir der Symphonie Nr .1
      Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
      Cond. Mariss Jansons

      Danke für den Spitzentipp!!! :)
    • Hallo!

      Zwar gilt auch Bernstein als Mahler-Pionier aber:

      Von Bernsteins Mahlerinterpretationen würde ich erstmal die Finger lassen, die Werke sind zwar wunderschön musiziert aber haben mehr mit Bernstein als mit Mahler zu tun.

      ´Der Groschen bei Mahler fiel bei mir mit Soltis Interpretationen, (damals noch auf Schallplatte) vor allem die 2. 9. und 6. hatten es mir angetan, die erste fand ich lange zu trivial und die dritte war mir einfach zu zerfasert, es dauerte eine Weile bis ich mich hier über Rafael Kubelik (1.) und Jascha Horenstein (3.) halbwegs eingehört hatte. Von der achten Symphonie halte ich auch heute noch nicht so viel wie von den anderen, zwar kann ich sie mir anhören und sie enthält stellenweise großartige Musik aber im großen ganzen stehe ich dem Werk mit einer gehörigen Distanz gegenüber.

      Das Mahlers Symphonien heute zu den Meistgepielten respektive Meistaufgenommenen Werken gehören hat seinen guten Grund, immer noch befindet sich das Mahler-Bild im Wandel und eine "Referenzinterpretation" wie sie z.B. in den alten Leibowitzaufnahmen der Beethoven-Symphonien vorliegt oder bei Brahms wo man das gleiche von den Klemperer-Interpretationen behaupten kann ist (noch) nicht vorhanden.

      Mahler kannst du nicht hören wie Schubert oder Bruckner, -das kannst du mit Richard Strauss machen wenn dich danach gelüstet-, Mahlers Musik wurzelt nicht in der romantischen Linie die von Schuhmann über Wagner/Bruckner bis zu Strauss führt und auch nicht in der klassizistischen Linie die von Beethoven über Brahms bis zu Zemlinsky/früher Schönberg führt.

      Das alles ist Musik des 19. Jahrhunderts in dem das Rollen der Kutschen und die Dampfmaschine zwar präsent sind aber auch das Biedermeier und die gesamte Romantik mit ihren ländlichen Idyllen. Mahlers Musik ist da anders.

      Der Groschen fiel bei mir erst als es mir gelang Mahlers Musik als Großstadmusik des frühen 20. Jahrhunderts zu hören, da sind teilweise Klangfetzen die einem begegen wenn man durch eine dieser alten Großstädte irren würde mit Reminiszenzen an vergangenes, unwiederbringlichem gemischt, -ja mit bloßen Erinnerungen an Erzählungen dieses Vergangenen-.

      Ähnliches begegnet dir im übrigen bei Max Reger, bei Igor Stravinsky oder auch bei Hans Pfitzner, -aber Mahler ist der erste-, und vor allem ist er der einzige es zu so einem frühen Zeitpunkt bis zum Exzess zu treiben versteht. Man könnte sagen das Mahlers Musik genau das ist was Adorno über Stravinskys Musik sagte: "Musik über Musik."

      Genau dewegen liebe ich Mahlers Musik trotz aller sentimentalen Verzweiflung über sich selbst und über seine Musik.

      MFG Günther

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Hörbert ()

    • Des Heinrich Schütz' sein Mahler-Symphonien-Problem gleicht meinem Beethoven-Symphonien-Problem. Ich kann daher das alles gut nachvollziehen; nur zum Glück bei Mahler nicht nachempfinden! Mahler gehört für mich zu den größten der Symphonik überhaupt, gemeinsam mit Haydn, Sibelius, Schostakowitsch, Per Nörgard und Michael F.P. Huber. Mögen sich in den kommenden Jahrzehnten doch noch ein paar weitere für mich dazugesellen...

      :hello
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)