Tito Gobbi

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    • Hier nun ein Thread zu Tito Gobbi, der mittlerweile zu meinem Lieblingssänger geworden ist. Ich schätze vor allem seine Fähigkeit der Charakterdarstellung. Das erste Mal stieß ich auf diesen wunderbaren Sänger in dieser Aufnahme, in der er den Tonio singt:



      Als ich jedoch für nur 5 Euro diese Aufnahme von einem mir bis dahin nicht bekannten Label erstehen konnte, war es um mich geschehen:



      Nie wieder habe ich das Duett Aida/Amonasro so dramatisch und ausdrucksstark gehört. Unglaublich. Ich erwarb noch die 1953er-Tosca und Un ballo in maschera (ebenfalls mit Callas, di Stefano, Barbieri und Zaccaria). Meine Begeisterung wuchs stetig. Jetzt habe ich noch seinen Rigoletto und diese CD-Box bestellt:



      Er ließ zwar den Belcanto zu Gunsten der Charakterdarstellung auf der Strecke und war anderen Baritonen stimmlich unterlegen, trotzdem hören sich, nachdem ich eine Rolle von ihm gehört habe, die meisten technisch besseren Interpretationen fast langweilig an (vor allem Amonasro).

      Ich hoffe es gibt in diesem Forum viele, die meine Begeisterung für diesen Sänger teilen.

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Amonasro ()

    • Hallo Amonasro,

      ich kannte Tito Gobbi bisher nur dem Namen nach, da ich durch meine Vorliebe für DVDs so gut wie keine historischen Aufnahmen höre.
      Weil ich aber gerade beim Surfen war, habe auch gleich mal nach Tito Gobbi gesucht.
      Die Aufnahmequalitäten sind oft noch gewöhnungsbedürftig für mich, aber dieser Link youtube.com/playlist?list=PL269EF3E80BCA808F (Don Carlos, Posas Tod) hat mich von der vokalen Gestaltungskraft her gerade in den letzten Minuten beeindruckt. Wenn mich die Aufnahme nicht täuscht, hat er auch durchaus Stimmvolumen zu bieten.

      VG, stiffelio
    • Hallo,

      aber das, um nicht zu sagen das allerbeste war doch sein Scarpia!
      Auch sang er einen wunderbaren Figaro(Rossini).
      Wunderbar auch sein Jago , und vorallem seine Interpretation vom
      S. Boccanegra usw.
      Ein großer seiner Zeit!

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Natürlich darf man Gobbis Scarpia nicht vergessen. Wer sich dafür interessiert sollte umbedingt die de-Sabata-Aufnahme mit Callas und di Stefano hören. Eine der besten Gesamtaufnahmen, die ich kenne. Daran hat Gobbi einen besonders großen Anteil. Und auch die Tonqualität (Mono) ist - denke ich - noch akzeptabel. Besser als bei einigen späteren Aufnahmen der EMI (z.B. der oben erwähnten Aida).

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
    • Hallo Amonasro,
      Du als Tito Gobbi Fan , es gibt eine neue 10 CD Box für 9.95€.
      Aus der Documents Serie!
      "The Singing Actor "
      Es sind sehr schöne Sachen darauf enthalten , natürlich auch bekanntes!
      Du kannst dir das bei jpc mal anschauen, ob es Dir zusagt .
      Mir hat es gut gefallen.

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Ich habe mittlerweile auch Gobbis Simon Boccanegra in der Gesamtaufnahme unter Gabriele Santini kennengelernt und sie zählt schon zu meinen Lieblingsaufnahmen. Gobbi ist der beste Simone, den ich bisher gehört habe. Er schafft es die verschiedenen Aspekte der Figur (Liebhaber, Korsar, Vater, Staatsmann, etc.) alle deutlich vor Augen zu führen. Dies gelingt ihm noch besser als dem (von mir ebenfalls geschätzten) Piero Cappuccilli, der auf mich schon fast etwas blass wirkt (nur im Vergleich!). Die Aufnahme hat zwar Schwächen, ist jedoch wegen Gobbis Leistung uneingeschränkt zu empfehlen und zudem vom Label NAXOS recht preiswert zu haben.

      Gobbis Schwäche - ja, auch die muss angesprochen werden - waren (vor allem später) Probleme in der Höhe, die sich oft "gehupt" anhören. Dies tritt beim Simon jedoch kaum zu Tage.

      Zusätzlich kann ich auch seinen Nabucco unter Gardelli empfehlen. Er ist hier zwar schon in die Jahre gekommen, gibt dem selbstüberheblichen König aber sehr viel Profil; die Interpretation wirkt nie oberflächlich, wie das beim frühen Verdi häufiger anzutreffen ist.

      Ich muss jetzt aufhören mit dem Schwärmen.

      Gruß Amonasro :hello
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Amonasro ()

    • Bei Gobbi muss man sich wohl immer entscheiden: Will man v.a. den schönen Klang oder das Drama? Gobbi steht immer für das zweite. Seine Porträts sind durchweg beeindruckend, packend, durch und durch dramatisch überzeugend.

      Faszinierend finde ich, neben den bereits genannten Aufnahmen, sein 'Don Giovanni' 1950 aus Salzburg.



      Natürlich verfügte er nicht über den öligen Charme eines Siepi, betont vielmehr die schwarze Seite des Giovanni. Aber das macht er dann auch auf eine faszinierende Weise. Das ist vielleicht nicht DER Giovanni, aber eine wirklich beeindruckende Alternative zu Siepi oder Pinza.

      :hello Falstaff
    • Gobbi war ein wirklicher Bühnenmensch. Das zeigt sich daran, dass er nicht nur die großen tragischen Partien so unglaublich überzeugend darstellen konnte, sondern auch die komödiantischen.



      Das ist ein scharf umrissener Falstaff. Und ein wirklich auch witziger. So einer, bei dem man denkt: Eigentlich bist du ja ein Ar..., aber ich habe nichts dagegen, wenn du durchkommst. ;)

      Es gibt diese Produktion mit einem leicht veränderten 'Cast' übrigens auch noch live aus Salzburg.



      :hello Falstaff
    • Eine Aufnahme darf hier auf keinen Fall fehlen, sein Scarpia:

      Die legendäre Aufnahme von 1953, mit Maria Callas (Tosca) und Giuseppe die Stefano (Cavaradossi), unter Victor de Sabata, mit Chor und Orchester der Mailänder Scala.
      In einem alten Plattenführer heißt es dazu: "Es gibt keine Tosca-Aufnahme, die derjenigen Sabatas gleichkommt. Maria Callas und Tito Gobbi, beide noch im Vollbesitz ihrer manchmal geradezu qualvoll schönen Stimmen, liefern sich im zweiten Akt ein gesangliches und schauspielerisches Duell, das einem den Atem verschlägt. Ich kenne keine Aufnahme, in der die bronzene Pracht der Stimme Gobbis hinreißender wirkt als in diesem Drama der Leidenschaft und Brutalität. Es gibt niemand, der es mit Gobbis beängstigender, teuflischer Dämonie aufnehmen könnte."

      Wie Falstaff richtig schreibt, muß man bei ihm immer entscheiden, was man lieber hat: das Drama oder den schönen Klang. Gobbi stand immer für das Drama, aber er hat auch, zumindest meistens, berauschend schön gesungen.


      Noch eine Aufnahme möchte ich besonders erwähnen, das Auftrittslied des Figaro "Largo al factotum" aus Rossinis Barbiere, das Gobbi, noch zu Schellackzeiten, 1948 unter Alberto Erede für EMI-Columbia aufgenommen hat. Das ist einfach umwerfend, dramatisch und komödiantisch gleichermaßen, und niemand, noch nicht einmal er selber, wie z.B. in der Galliera-GA von 1956 mit Callas, hat ihn jemals erreicht oder gar übertreffen können. Auf dieser CD ist sie zu hören:



      zusammen mit einer exquisiten Arien-Sammlung aus Gobbis frühen Jahren (1948-1953).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Don Perlimplin ()