Dauerbrenner der klassischen Aufnahmen

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    • Dauerbrenner der klassischen Aufnahmen

      Es gibt einige Aufnahmen, mit denen haben sich die Klassiklabels seit Jahrzehnten schon eine goldene Nase verdienen. Ich will das hier nicht bewerten, es gibt reichlich Aufnahmen, mit denen die Labels Verluste einfahren. Soweit der Gegenpol.

      Es geht mir hier um die Benennung dieser Dauerbrenner, die auch nach mehreren Jahrzehnten (mindestens 2) nicht im Preis nachlassen und im Full-Price-Segment angeboten werden.

      Oder um es klar zu definieren: Noch heute genau so viel kosten, wie eine Neueinspielung des gleichen Werks.

      Ich fange mal an, um ein Beispiel zu geben und den Stein ins rollen zu bringen:

      Wagner: Der Ring des Nibelungen



      Einspielungen von Solti und Karajan, beide kosten bei Amazon Mitte 70€ und sind zwischen 43 und 55 Jahre alt.



      Die Neuaufnahme von Thielemann steigt mit einem geringfügig niedrigeren Preis in den Markt ein.

      Nicht diskutieren möchte ich die Tatsache, dass es haufenweise ganz hervorragende Aufnahmen gibt, die schon nach einigen Jahren verramscht werden. Diese Preispolitik verstehe ich nämlich selber nicht.
      Ich will vielmehr wissen, was die Label dazu bewegt, einige wenige Aufnahmen preislich hoch zu halten. Was zeichnet diese Aufnahmen aus, dass die Leute sie auch heute noch kaufen? Und welche Aufnahmen sind es?

      Grüße
      Jürgen
    • RE: Dauerbrenner der klassischen Aufnahmen

      Hallo Jürgen
      wie sieht es damit aus?


      Kostet bei Amazon bescheidene 89 - 90 Euro. Soviel ich weiss war diese Ausgabe nie billiger zu haben..oder täusche ich mich.....?
      Die kostet hier im Fachgeschäft in Zürich lockere 180.- CHF, das würde einem Kurs von 2 CHF pro 1 Euro entsprechen.

      Gruss :hello
      Stefan
      "Nur weil Du nicht paranoid bist, heisst das nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind." (Terry Pratchett)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cantus Arcticus ()

    • Manchmal versteht man nicht,warum Einspielungen so teuer sind.Auch die Bruckner-Einspielungen auf der DG sind noch recht teuer.gemessen an den EMI-Aufnahmen....





      Früher hast Du die mal recht günstig bekommen,heute bezahlst Du Dich dumm und dämlich.Auch seltsam.....

      VG,Maurice
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
    • RE: Dauerbrenner der klassischen Aufnahmen

      Original von Cantus Arcticus
      Hallo Jürgen
      wie sieht es damit aus?


      Kostet bei Amazon bescheidene 89 - 90 Euro. Soviel ich weiss war diese Ausgabe nie billiger zu haben..oder täusche ich mich.....?
      Die kostet hier im Fachgeschäft in Zürich lockere 180.- CHF, das würde einem Kurs von 2 CHF pro 1 Euro entsprechen.

      Gruss :hello
      Stefan


      Der Preis für diese Box hat sich wohl von Gestern auf Heute etwas relativiert. Der CHF ist aber gefallen ( 3 CHF/€). Die CD Ausgabe kostet nämlich knapp 60 €.
      85 € bezahlt man hingegen für den reinen mp3-Download.
      Dass der mp3 Download durch die neue AutoRip-Erweiterung beim CD-Kauf dabei ist, muss man nicht verstehen.

      Aber auch für 60€ sind die Sinfonien nicht im Schnäppchenbereich.
      Obwohl ich Bruckner durch Solti kennegelernt habe, quasi durch ihn geprägt wurde,

      bevorzuge ich heute andere Gesamteinspielungen (z.B. Wand).

      Für meinen Geschmack hatte Solti seine Stärken woanders.
      Z.B. beim von mir eingangs erwähnten Nibelungen-Ring. Hier geht der Preis einher mit einer überragenden Leistung in (fast allen) Stimmen, der Orchesterinterpretation und im Klang. Viele Ring-Rankings in diversen Foren spiegeln wider, dass diese Aufnahme nicht von allen, aber von vielen bevorzugt wird. Ähnliches gilt für den Karajan Ring.

      Grüße
      Jürgen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jürgen ()

    • Einige Beethoven-Klaviersonaten Zyklen bei Universal werden nicht und nicht billiger, etwas Kempf mono & stereo oder Backhaus, oder natürlich Gilels, ja selbst Barenboim DG oder Ashkenazy Decca nicht. (Anders ist es bloß bei den Philips-Zyklen, die es von Brendl bis Arrau etwas billiger gibt.)

      Der Streichquartett-Zyklus aus dem Konzerthaus des Alban Berg Quartetts gibts auch nicht günstig.

      Teuer sind die mahler-zyklen bei dr DGG von Bernstein, Abbado, Sinopoli, Kubelik und Solti
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Original von ab
      Einige Beethoven-Klaviersonaten Zyklen bei Universal werden nicht und nicht billiger, etwas Kempf mono & stereo oder Backhaus, oder natürlich Gilels, ja selbst Barenboim DG oder Ashkenazy Decca nicht. (Anders ist es bloß bei den Philips-Zyklen, die es von Brendl bis Arrau etwas billiger gibt.)

      Der Streichquartett-Zyklus aus dem Konzerthaus des Alban Berg Quartetts gibts auch nicht günstig.

      Teuer sind die mahler-zyklen bei dr DGG von Bernstein, Abbado, Sinopoli, Kubelik und Solti


      Stimmt, wenn ich Abbados Mahler GA, wie diese hier



      anschaue, die ist in schwindelerregenden Sphären angesiedelt.... :B :B
      Gruss :hello
      Stefan
      "Nur weil Du nicht paranoid bist, heisst das nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind." (Terry Pratchett)
    • Original von Cantus Arcticus
      Original von ab
      Teuer sind die mahler-zyklen bei dr DGG von Bernstein, Abbado, Sinopoli, Kubelik und Solti


      Stimmt, wenn ich Abbados Mahler GA, wie diese hier



      anschaue, die ist in schwindelerregenden Sphären angesiedelt.... :B :B
      Gruss :hello
      Stefan


      Diese Box enthält ja auch einige Knaller. Meine persönlichen Highlights: 3 & 7
    • Hallo Leute

      Meine Erfahrung zeigt, das Geduld sich bezahlt macht. Gerade die Ausgaben der sog. "Major Label" werden immer wieder recycled, was dann zu deutlich günstigeren Preisen führt. Die o.g. Box mit Vaughan-Williams und Haitink z.B. kostet jetzt wieder unter 20 €. Auch Brilliant verwertet ja gerne Aufnahmen, die ihre Produktionskosten längst eingespielt haben.
      Und dann solltet Ihr unbedingt im Ausland schauen. In GB sind die CDs ohnehin meist billiger als hier (seltsamerweise ist dort bei am.. auch das Porto niedriger). Wenn ich etwas wirklich suche, dann schaue ich überall auf der Welt nach, wo man problemlos drankommt. Dann gibt es ja auch noch die Option gebrauchte Ware zu kaufen. Damit habe ich auch fast immer gute Erfahrungen gemacht. In GB gibt es übrigens noch mdt.co.uk, die regelmäßig Aktionen fahren.

      Florestan
    • In GB sind die CDs ohnehin meist billiger als hier


      Gestatte mir,dass ich das nicht so unterschreiben würde!!Hier sind z.B. bei der von Dir beschrieben EMI-Serie die Preise in Deutschland niederiger.Haitink kostet hier ca. 6 € weniger als in GB,Barbirolli noch etwa 2,50 €.

      Ich gebe Dir durchaus recht,wenn Du die Preise vergleichst,dass es da durchaus Unterschiede geben kann,aber pauschal würde ich diese Aussage nicht machen wollen.

      Das ist übrigens bei Musikinstrumenten ähnlich.Hier ist allerdings die Fracht mit ca. 40-50 € doch recht heftig.

      VG,Maurice
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
    • Original von Jürgen
      Original von Cantus Arcticus
      Original von ab
      Teuer sind die mahler-zyklen bei dr DGG von Bernstein, Abbado, Sinopoli, Kubelik und Solti


      Stimmt, wenn ich Abbados Mahler GA, wie diese hier



      anschaue, die ist in schwindelerregenden Sphären angesiedelt.... :B :B
      Gruss :hello
      Stefan


      Diese Box enthält ja auch einige Knaller. Meine persönlichen Highlights: 3 & 7


      Ich hätte vor allem an den ersten Satz der 10. gedacht. :hello

      Warum steht eigentlich bei den meisten GA "Sinfonie nr. 1-10", wo doch fast nie die rekonstruierten anderen Sätze der 10. eingespielt sind?
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Original von ab

      Ich hätte vor allem an den ersten Satz der 10. gedacht. :hello

      Warum steht eigentlich bei den meisten GA "Sinfonie nr. 1-10", wo doch fast nie die rekonstruierten anderen Sätze der 10. eingespielt sind?


      Hallo ab
      Eine gute Frage.

      Nun erwecke ich wahrscheinlich den Eindruck des stockkonservativen Klassik-"Fuzzis":

      Wenn ich Mahlers 10te - sprich das Adagio - hören möchte, dann will ich weder die Rekonstruktion von Cooke noch diejenige von Clinton A. Carpenter hören. Egal, ob sie als Fragmente oder in mehr oder weniger ausgearbeiteten Skizzen dieser Sätze vorliegen.

      Genauso finde ich Bruckners Neunte mit einem 4. Satz überflüssig. Skizze hin oder her.

      Warum diese Haltung?
      Ich glaube einfach, dass solche Dinge einzig und allein der wissenschaftlichen Exploration dienen, nicht aber dem Publikum neue Erkenntnisse oder Sensationen vorlegen.

      Letztendlich bleibt es Spekulation......

      Ich habe ich die CD trotzdem gekauft,dies aus Solidarität zum ersten Orchester unseres Landes...

      Herzliche Grüsse :hello
      Stefan
      "Nur weil Du nicht paranoid bist, heisst das nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind." (Terry Pratchett)
    • EUR 70 für 14 CDs sind kein "full price", sondern eher low price (full price ca. EUR 15-20, midprice ca 8-10, low ca. 5-7, budget <5).
      Nur gibt es heute kaum noch full price Neuerscheinungen bei Opern :D

      Der Solti-Ring kostete Anfang der 1990er in vier Einzelboxen meiner Erinnerung nach zum damaligen midprice etwa DM 300 (Vollpreis wäre ca. 450 gewesen).
      Als die oben gezeigte Box mit dem neuen Remastering 1997 herauskam, habe ich meiner Erinnerung dafür bei 2001 DM 180 oder so bezahlt und meinte, ein Schnäppchen gemacht zu haben (ich glaube der üblichere Preis für die neue Box war DM 200-250). Heute ist die Box ohne 15 Jahre Inflation einzurechnen über 20% billiger.

      Außer Einzel-Vollpreis-CDs (und wenigen Vollpreis-Opern) sind CDs heute sehr preiswert.

      Die Gilels-Beethoven-Box war m.E. (im Ggs. zu den Einzel-CDs) von Anfang an etwa midprice (bzw. leicht drunter). Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich habe vermutlich nicht viel mehr als DM 100 gezahlt, oder in einem Angebot sogar weniger, jedenfalls etwa in der Größenordnung wie die 57 EUR, die amazon heutzutage dafür haben will.

      Es gibt eine Reihe Einspielungen, die anscheinend als Vollpreis im Katalog gehalten und nur für Aktionen mal vorübergehend günstiger angeboten werden, wie einige der oben gezeigten mit Pogo und Zimerman (ebenso auch Argerich oder Pollini).
      Einzelne andere Aufnahmen dieser Künstler wurden aber in midprice-Reihen wieder herausgebracht. So gab es zwei Englische Suiten Bachs mit Pogo auf einer miprice-CD und kürzlich kam eine Doppel-CD mit (fast) allen seiner DG-Chopin-Aufnahmen heraus, inkl. der Vollpreis-Preludes.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Wooster ()

    • Original von Wooster
      EUR 70 für 14 CDs sind kein "full price", sondern eher low price (full price ca. EUR 15-20, midprice ca 8-10, low ca. 5-7, budget <5).
      Nur gibt es heute kaum noch full price Neuerscheinungen bei Opern :D


      Man kann halt den Begriff Full Price nicht auf 14CD-Boxen linear hochrechnen (die würden dann ja bis zu 280€ kosten und wären damit unverkäuflich), genausowenig, wie man 25 Jahre alte Preise als Vergleich heranziehen kann. Billiglabels aber auch sogenannte Collector-Editions haben die Preise insbesondere für Boxen stark unter Druck gesetzt.

      Aus diesem Grunde bin ich ja auch so vorgegangen, dass ich eine Neuerscheinung eines Masterlabels mit einer alten Aufnahme preislich verglichen habe. Wenn die beiden in etwa das gleiche kosten, spreche ich bei der älteren Aufnahme von einem Dauerbrenner, auch wenn er vor 20 Jahren wesentlich teurer war als heute.

      Grüße
      Jürgen
    • schon klar.
      Aber deswegen ist eine Opernbox ein schlechtes Beispiel. Die ist zwischen 1990 und 2000 schon stärker im Preis gesunken als zwischen 2000 und heute. Denn bis in die 1990er wurde der Full price meistens auf Boxen hochgerechnet, selbst wenn die ganz dicken vielleicht ein wenig billiger pro Scheibe waren. Aber eine Beethoven-GA mit dem Alban-Berg-Qt. kostete regulär tatsächlich um die DM 300 (9 CDs oder so) und eine Götterdämmerung DM 120 oder noch mehr.
      Woran das Label sicher keinen Verlust gemacht hat, denn auch wenn ein Solti-Ring sicher immens teuer gewesen ist, so gehe ich mal davon aus, dass der sich nach knapp 20 Jahren auf LPs schon lange amortisiert hatte.
      Der Thielemann-Ring ist einfach ein Live-Mitschnitt. Es wird bis auf weiteres keine Studioproduktionen solcher Werke mehr geben, jedenfalls keinen kompletten Ring. Zu teuer.

      Dagegen sind einige von den Zimerman-CDs tatsächlich seit 20 Jahren im selben Hochpreisbereich und kosten nominal ebenso viel wie damals oder sogar etwas mehr und verkaufen sich anscheinend zu diesem Preis. Oder vielleicht verkaufen sich so wenige, dass man keine Neuauflage braucht... :D

      Wie auch immer. Ich glaube nicht, dass die Majors alle ihre Boxen, die man noch vor 10 Jahren als sehr günstig (nämlich 5-7 EUR/CD) empfunden hat, in den Superbilligbereich werden rutschen lassen. Selbst mit Midprice-Einzel-CDs ist das nämlich noch ziemlich preiswert.
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