Mozart, Wolfgang Amadeus: KV. 407, Hornquintett Es-Dur

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Mozart, Wolfgang Amadeus: KV. 407, Hornquintett Es-Dur

      I. Allegro
      II.Andante
      II. Allegro


      Besetzung:

      Corno in Es
      Violino
      Viola I
      Viola II
      Basso
      ____________________

      Wie es im Pressetext der Henle-Urtextausgabe heißt, verdanken wir Mozarts Freundschaft zu Ignaz Leutgeb nicht nur drei seiner Hornkonzerte, sondern auch dieses Quintett, dessen Solopart dem Hornisten auf den Leib geschrieben wurde.

      An der Besetzung kann man schon sehen, dass nur eine Violine beteiligt ist, dafür gleich zwei Bratschen, was den Klang natürlich dunkler färbt.
      Leider ist das Autograph verschollen, weswegen man heute auf Nachdrucke zurückgreifen muss.

      Im Pressetext heißt es auch:

      Anklänge an Motive aus der „Entführung aus dem Serail“ lassen eine zeitliche Nähe zur Entstehung dieses Singspiels vermuten.


      Hier würde mich sehr interessieren, welche es sind. Vielleicht weiß da jemand mehr dazu, oder erkennt diese Melodien?
      ____________________


      1. Satz

      Nach einer viertaktigen Einleitung spielt das Horn unterschiedliche kurze Melodien, die besonders von der 1. Violine aufgegriffen und wiederholt werden, teilweise in leicht veränderter Form. In erster Linie ist es ein Dialog zwischen Horn und Violine, der von den anderen Streichern begleitet wird, und in dem die beiden mit den Melodien spielen.

      Der zweite Teil des 1. Satzes beginnt wie eine Fuge und stellt ein neues Thema vor, das jedoch übergeht in das Thema vom Anfang des Satzes, der, nach weiteren Variationen und rhythmischen Spielereien, dann auch bald zu Ende geht.



      2. Satz

      Mit diesem zweiten Satz in B-Dur kann ich mich nicht so wirklich anfreunden, denn im Gegensatz zum Mittelsatz der beiden vorher besprochenen Werke empfinde ich die Musik hier eher als zäh und träge; zum einen ist das Hauptthema, das vom Horn zu Beginn vorgestellt wird, für mich wenig melodiös, auch gefällt mir das ständige auf- und abschwingen der Melodien nicht. Doch wird hier dem Hornisten schon etwas abverlangt, etwa dieser plötzliche Sprung über zwei Oktaven.



      Jedoch, in diesem Satz haben sich 5 Takte versteckt, die mir ausgesprochen gut gefallen – es ist eine Melodie, die nur ein einziges Mal unvermittelt auftaucht, und wegen der ich nun einen neuen Ohrwurm habe.





      3. Satz

      Dieser Satz, wiederum in Es-Dur hat es in sich, denn der Hornist muss hier echt harte Passagen bewältigen, etwa schnelle 16tel Läufe mit Oktavsprüngen, wie in diesem Beispiel:



      Auch hier stellt das Horn ein fröhliches, munteres Thema vor, das von den Streichern wiederholt wird.



      Erneut gibt es virtuose Dialoge zwischen Horn und Streichern, bevor das Stück in einem Es-Dur Akkord endet.




      LG,
      Hosenrolle1

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Hosenrolle1 ()

    • RE: Mozart, Wolfgang Amadeus: KV. 407, Hornquintett Es-Dur

      Original von Hosenrolle1
      Jedoch, in diesem Satz haben sich 5 Takte versteckt, die mir ausgesprochen gut gefallen – es ist eine Melodie, die nur ein einziges Mal unvermittelt auftaucht, und wegen der ich nun einen neuen Ohrwurm habe.





      Ein gutes Exempel dafür, dass man auch aus einer lediglich auf- und wieder absteigenden Tonleiter eine griffige Melodie machen kann! Eigentlich sind es aber schon 8 Takte, und die werden auch variiert wiederholt, im Grunde ist das eine Coda, bzw. der Eingang dazu, wie mans auch hören will.
      Ich habe gelesen, dass Leutgeb als Hornist wohl nicht gut genug leben konnte und deshalb umsattelte: er eröffnete einen Käsehandel, die Geschäftsgründung wurde teilweise von Leopold Mozart mit finanziert.

      Was die Parallelen zur Entführung betrifft, kann ich sie nicht erkennen, aber ich kenne die Entführung auch nicht besonders gut...

      Herzliche Grüße
      Satie
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • RE: Mozart, Wolfgang Amadeus: KV. 407, Hornquintett Es-Dur

      Original von Satie
      Ein gutes Exempel dafür, dass man auch aus einer lediglich auf- und wieder absteigenden Tonleiter eine griffige Melodie machen kann!


      Absolut! Freilich ist es keine "komplizierte Melodie", und ich habe auch andere Ohrwürmer von Mozart, etwa "Singt dem großen Bassa Lieder" aus der besagten Entführung aus dem Serail.


      Eigentlich sind es aber schon 8 Takte, und die werden auch variiert wiederholt, im Grunde ist das eine Coda, bzw. der Eingang dazu, wie mans auch hören will.


      Hm, da bin ich nicht ganz sicher. Nach meinem Notenbeispiel kommt nach 4 Takten eine Wiederholung dieser Stelle, diesmal jedoch spielen es nur die Streicher, während das Horn quasi "improvisiert" darüber. Danach finde ich die Melodie nicht mehr.




      LG,
      Hosenrolle1
    • RE: Mozart, Wolfgang Amadeus: KV. 407, Hornquintett Es-Dur

      Original von Hosenrolle1


      Eigentlich sind es aber schon 8 Takte, und die werden auch variiert wiederholt, im Grunde ist das eine Coda, bzw. der Eingang dazu, wie mans auch hören will.


      Hm, da bin ich nicht ganz sicher. Nach meinem Notenbeispiel kommt nach 4 Takten eine Wiederholung dieser Stelle, diesmal jedoch spielen es nur die Streicher, während das Horn quasi "improvisiert" darüber. Danach finde ich die Melodie nicht mehr.


      Na ja, Dein Beispiel zeigt ja nur die ersten 4 Takte (den Auftakt darfst Du nicht mitrechnen) der 8taktigen Periode, also nur den Vordersatz, es kommen dann noch 4 Takte Nachsatz, und dann werden die 8 Takte variiert wiederholt.
      Also es stimmt schon, dass dieses Thema sonst nicht vorkommt, da hast Du mich jetzt vermutlich falsch verstanden. Es ist ja gerade typisch für eine Coda, dass ein neues Thema oder Motiv eingeführt wird, das eben dadurch den Schlussteil markiert.
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Auf der Suche nach für mich passenden Einspielungen bin ich auf diese CD von 1991 gestoßen (zufällig spielt hier die in einem anderen Thread gerade genannte Lucy van Dael ebenfalls mit):



      [Quelle: cduniverse.com]

      Die CD ist leider vergriffen, auch ist darauf von den Hornkonzerten lediglich KV 407 enthalten.
      Die Besetzung lautet wie folgt:

      Vera Beths, Violine
      Lucy van Dael, Violine/Viola
      Jürgen Kussmaul, viola
      Anner Bylsma, Violoncello
      Anthony Woodrow, Kontrabass
      Ab Koster, Naturhorn
      Knut Hasselmann, Naturhorn

      Die Einspielung habe ich auch in dieser neuen Box gefunden:



      Hier finden sich, neben zahlreichen anderen Werken verschiedener Komponisten nicht nur das Hornkonzert KV 407, sondern auch die anderen Hornkonzerte von Mozart (KV 495, KV 447).
      Leider keine Hörproben bei JPC oder Amazon, auch YouTube spuckt nichts aus.


      Vielleicht hat die sogar jemand?



      LG,
      Hosenrolle1