Humperdinck, E.: Hänsel und Gretel (Kommentierte Diskographie)

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    • Hänsel und Gretel Orchestersuite (aufg. 2000)



      Erzähler: Herbert Hanko

      Solisten der Augsburger Domsingknaben
      Augsburger Ärzteorchester
      Dirigent: Christian Echl



      Eine "Kurz-Rezension" zwischendurch. Ich habe mir die o.g. CD gekauft, und wusste natürlich, dass es sich hier um eine Orchestersuite handelt - steht ja auch auf dem Cover.

      Leider ist die CD aber ein Schmarrn, denn die Grundidee, HUG einmal mit einem kleinen Streichorchester und ein paar wenigen Holzbläsern, eventuell einem Horn dazu, aufzuführen, finde ich gar nicht schlecht.

      Aber hier wurde eine riesige Chance vertan, denn anstatt dass man Profis rangelassen hätte, spielt eben ein Ärzteorchester, und das hört man leider auch.
      Viele der Stücke erinnern an die Opernfantasien der Schellackzeit, es wurde für andere Instrumente umarrangiert, manchmal neue Nebenstimmen eingefügt, etc.
      Das wäre für mich kein Problem aber ... ich werde einmal alle nennenswerten Nummern durchgehen und kommentieren:


      Track 1: Vorspiel

      Das Vorspiel dauert hier nur 3:23, und bereits in Takt 4, Zählzeit 4 hat man das Solo-Fagott nicht mit übernommen, die Streicher pausieren stattdessen einfach auf der 4, wodurch eine hässliche Lücke entsteht. Besonders wenn man das Stück gut kennt fällt das negativ auf.

      Bereits hier zu Beginn fällt schon auf, wie steif und unbeholfen die Streicher klingen. Die Geigen singen nicht, jeglicher Ausdruck fehlt, es erinnert eher an ein etwas besseres Schülerkonzert.
      Bei Buchstabe M, dem großen fortissimo-Ausbruch, werden die wichtigen Triller nicht gespielt, überhaupt fehlt die Mehrstimmigkeit, alles wird unisono gespielt.


      Track 3: Suse, liebe Suse

      Die Nummer wird total lieblos runtergeleiert, ohne jedes Vibrato, kein singender Ton. Das Motiv, das man das erste Mal in Takt 2 am Anfang des ersten Bildes hört, sollte eigentlich ausklingen, stattdessen wird es nur scharf angeschnitten. Statt



      wird es so gespielt:




      Track 4: Erzähler

      Achso, es gibt ja auch noch einen Erzähler, der übermotiviert zwischen den Musizierversuchen die Handlung wiedergibt, wobei das meist wenig mit dem zu tun hat, was in der Partitur steht.

      So legt man etwa Gretel den Satz "Heute früh, als du noch geschnarcht hast, hat uns die Nachbarin Milch gebracht“ in den Mund.


      Track 5: Brüderlein, komm tanz mit mir

      Der auf der CD genannte Titel ist nicht korrekt, richtig müsste es "Brüderchen" heißen.

      Auch hier wieder ein besonderes Ärgernis, was das Arrangement betrifft: bei RZ 14, Takt 4, müsste man eigentlich diesen Verbindungston auf der 2u. spielen, stattdessen spielt das Orchester wieder gar nichts.
      Davon abgesehen fehlen die Vorschläge bei "tapp tapp tapp" und "klapp klapp klapp", wenn Hänsel an der Reihe ist.

      Das einzig Positive, was ich dieser Nummer abgewinnen konnte, war, dass man hier durch die kleinere Besetzung noch deutlicher hört, dass die Musik eigentlich recht "mittelalterlich" klinge, altertümlich, nach Jahrmärkten oder so. Umso mehr hätte ich mir hier ein ordentliches Orchester gewünscht, das diesen Aspekt noch besser herausgehoben hätte!


      Track 7: Ach, wir armen Leute

      Auch hier fehlen wieder die Triller, die im Original vorhanden sind.


      Track 8: Erzähler

      Und wieder fröhlich vorgetragene Eigenkreationen irgendeines Autors:

      So gibt es plötzlich folgenden Dialog der Eltern:

      „Jetzt kann ich endlich ein tolles Abendessen kochen“ rief sie.
      „Und Hänsel und Gretel werden wieder einmal so richtig satt“ meinte er.

      Später wird die Bearbeitung schon sinnentstellend, denn die Mutter sagt: "Die Knusperhexe? O Gott, an die hab ich überhaupt nicht
      gedacht!“.
      Im Original weiß sie gar nichts von der Existenz der Hexe, der Vater klärt sie erst darüber auf.


      Track 9: Eine Hex´, steinalt

      Auch hier fehlen wichtige Nebenstimmen, wie das Horn ab Takt 7, RZ 56. Wäre einfach zu realisieren gewesen, denn das Horn spielt nur einen Ton, und bei der Aufnahme hört man auch ab und zu eines spielen. Wieso setzt man es also hier nicht ein?

      Statt der gruseligen Tremoli der Streicher hört man auch nur langweilige Liegetöne der Holzbläser.


      Track 10: Erzähler

      Und erneut tobt sich der Autor aus. Wir erfahren:

      „Der Wald war ihr Freund. Fast täglich spielten sie zwischen den hohen Tannen und Buchen (…) sie wussten wo die Rehe ästen und die Füchse hausten, und sie kannten den Baum, in dem das Kreuzchen tagsüber schlief“.

      Ob Bob Ross da mitgeschrieben hat?


      Track 11: Ein Männlein steht im Walde

      Hier hören wir eine lieblose und unangenehm tönende Blockflöten-Version, gespielt wie von Schülern.


      Track 13: Der kleine Sandmann/Abendsegen

      In dieser Nummer gibt es einen weiteren Beweis dafür, dass der Arrangeur sich nicht wirklich mit der Partitur beschäftigt hat. Beim Lied des Sandmännchens spielen die Holzbläser im original eine Sechzehntel-Triole, die nahtlos in die Flageoletts der Streicher übergehen, während das Sandmännchen den Sand streut.

      Hier allerdings fehlt die Triole komplett, und wir hören nur einsam und ohne jeden Bezug gespielte Flageoletts. Bravo!

      Beim Abendsegen, den ich gerne instrumental gehört hätte, musste man natürlich zwei Domsingknaben singen lassen. Fürchterliche Aussprache, ein Junge als Gretel. Mehr muss ich nicht sagen.


      Track 15: O herrlich Schlößchen

      Und wieder fehlen die Triller ...


      Track 16: Erzähler

      In diesem Track tobt sich der Erzähler fast 5 Minuten lang aus. Äußerst nervig seine klischeehaften Versuche, eine alte Hexe zu spielen, aber auch die Textänderungen sind unglaublich:


      „Hokus pokus Katzenkuss, jetzt trifft dich der Hexenschuss“

      WTF?

      „Die Hexe humpelte zu Hänsel, setzte die Spitze des Zauberstabes an seinen Bauch und schubste ihn rückwärts in einen kleinen Stall“

      „also riss die Hexe einen Zweig von einem Holunderbusch ab, fuchtelte damit vor Gretel herum“

      „die Hexe befahl ihr Holz zu holen und auf die Glut im Backofen zu werfen“

      Die Hexe schickt sie in das Haus, um den Tisch zu decken, und sonst GAR NICHTS.


      Track 17: Hexenritt

      Hier kommt nun NICHT, wie erwartet, "Hurr hopp hopp hopp", sondern das Vorspiel zum zweiten Bild, das gerade mal 2 Minuten dauert, und in dem die Flöten die vorgeschriebenen Triller spielen, die Streicher jedoch natürlich nicht.


      Track 19: Knusperwalzer

      Dieses Stück wundert mich allerdings, denn 22 Takte nach RZ 191 wird im Original ganz kurz eine Clarinette gespielt, die hier für das Arrangement auch übernommen wurde (wenngleich sie von den Streichern gespielt wird, obwohl eh eine Clarinette zur Verfügung stand; verstehe das wer will). Wieso ist es dann so schwer, ein paar lächerliche Vorhaltnoten einzubauen, wo sie hingehören?


      Track 20: Erzähler

      Dieser Track ist eigentlich die größte Frechheit, denn der letzte Satz lautet:

      "In einer lustigen Prozession zogen sie hinaus aus dem Wald, und daheim feierten sie drei Tage lang ein großes Hänsel und Gretel-Hexenknusperknäuschen Lebkuchen Kinderfest!"


      Track 21: Finale

      Und wieder sind die Holzbläser die Einzigen, die Triller spielen.



      Hier hat man eine große Chance vertan. Statt eine quasi kammermusikalische und ordentlich arrangierte Version der Oper mit Profimusikern zu spielen, und den Erzähler nur die notwendigsten Dinge sagen zu lassen, hört man ein schlechtes Arrangement mit Laienmusikern, unterbrochen von sinnentstellenden Texten, die mit dem Original nichts mehr zu tun haben.
      5 Minuten lang Gequassel, dafür nur 2 Minuten Hexenritt? Nein, danke.

      Bevor das Argument "Es ist ja für Kinder gedacht" kommt: ich denke, auch dann kann die Musik ordentlich eingespielt sein, in einer musikalisch-ansprechenden Interpretation.




      LG,
      Hosenrolle1

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    • Hänsel und Gretel (1953, Karajan) Kinderbuch



      Und wieder ist die Chronologie futsch! :D

      Als Sammler aller möglichen Versionen und Aufnahmen bin ich auf dieses Kinderbuch gestoßen, das eine beiliegende CD hat.
      Die Grundidee des Buches finde ich gar nicht so schlecht: es werden verschiedene Teile der Oper illustriert und beschrieben, dazu gibt es eine CD, auf der man die Stücke nachhören kann. Bei der Beschreibung steht auch immer, welche Tracknummer dazu gehört.

      Aber leider hat man auch hier wieder viel Potential verschenkt. Ich werde zuerst das Buch besprechen.

      Schon auf dem Cover steht "Kinderoper", und das lässt Böses erahnen. Im Einleitungstext wird „kindgerecht“ die Entstehungsgeschichte kurz zusammengefasst, da finde ich auch keine Fehler.

      Doch beim ersten Track geht es los, als die Ouvertüre beschrieben wird. „Darin klingt schon alles an, was uns erwartet: Der große, dunkle Wald; die ärmliche Hütte am Rande (..)“ usw. ist noch ok, aber dann heißt es: „Unheimliche Paukenschläge. Fernes Hexenlachen: „Hi, hi, hi, hi, hi …!“

      Und das ist schon mal falsch. Keine Ahnung wo die unheimlichen Paukenschläge sein sollen, darüber kann man noch streiten, aber das „Hi, hi, hi“ Motiv mit seinen kurzen Vorschlägen taucht in der Ouvertüre überhaupt nicht auf, das kommt erst in der Hexenballade zum ersten Mal vor.

      Die Illustrationen wären an sich ok, es sind, so denke ich, Aquarelle, und auch nicht übertrieben modern. Alles sieht doch halbwegs rustikal aus.

      Leider aber hat man aber die Szenerie viel zu hell gestaltet, die Gesichter, speziell die der Titelfiguren, sehen unschön aus (im Sinne von unschön gezeichnet), und ständig sieht man irgendwelche Tiere. In der Hütte des Besenbinders findet man etwa eine Katze, einen Hund und einen Vogel in einem Vogelkäfig!

      Aber auch textlich hat man sich sehr viele Freiheiten genommen und meist irgendeinen Unsinn zusammengereimt, wie schon in der vorher besprochenen CD in der Rezension darüber.

      Ein Beispiel: „Bis in den Wald hinein hörte man Hänsel und Gretel singen. Die Vögel hörten es. Die Rehe und die Hasen“.

      Als die Mutter die Kinder wegschickt, heißt es, dass sie auf den Vater wartet, und „Noch während sie überlegte, hörte sie draußen Gesang“.
      Falsch: sie schläft ein und hört draußen gar nichts.

      Oder: „Aufgeregt riss er ein Kopftuch aus der lade, zog es sich über und begann der Mutter das alte Lied von der Knusperhexe vorzusingen“.

      Weiter: „Doch während die Kinder noch suchten, hatte die Hexe Hänsel und Gretel schon längst bemerkt“. Das ist ganz offenbar eine Anspielung auf das Originalmärchen der Gebrüder Grimm, wo die Hexe den beiden tatsächlich im Wald auflauert. In der Oper ist das aber nicht der Fall – aber dennoch: auf der nächsten Seite sieht man Hänsel und Gretel im Wald, und die Hexe sitzt über beiden hockend auf einem Ast!

      Und dann wird es absurd, denn als die Kinder sich verlaufen, wird folgendes gesagt:
      „Ja, sag ich doch!“, rief Hänsel trotzig. Fast gleichzeitig geschah etwas Schauriges: „Frag mich doch!“, rief eine hohle Stimme. Hänsel zuckte zusammen. Trotzdem nahm er all seinen Mut zusammen und schrie: „Wer da?“. „Er da!“ schrie es zurück.“
      Was soll das??

      Zuerst dieser Unsinn mit „Frag mich doch“, und dann „schreien“ die Echos? Die schreien nicht, sondern werden bis ins vierfache pianissimo leiser, was man auch auf der CD hört!

      Die Engel werden allesamt als nackte raffaeleske Figuren gezeigt, die in der Gegend herumfliegen. Keine Treppe.

      Am nächsten Morgen „merkten sie nicht, dass Ameisen auf ihnen krabbelten“. Aha.

      Als die Hexe auftritt, wird ihr folgender Text in den Mund gelegt: „Was, mein Bengelchen, du kennst mich nicht? Und auch nicht du, mein Engelchen? Ich bin Rosina Leckermaul, wohlbekannt und niemals faul!“.
      Laut dem Buch sind die Geschwister mehrere Tage bei der Hexe, was weder der Oper noch der Grimm-Version entspricht.

      Und am Ende heißt es noch: „Und dann feierten alle zusammen ein großes Knusperfest, von dem man noch in hundert Jahren erzählen wird …“. Dass die tote Hexe als Lebkuchen aus dem Ofen gezogen wird findet keine Erwähnung, aber Hauptsache sie feiern ein Knusperfest.

      Insgesamt also ein enttäuschendes, die Geschichte und die Oper verfälschendes Buch: die Landschaften sind noch recht schön gezeichnet, die Figuren und das Knusperhaus nicht mehr, und der Text ist ein schlechter Witz.

      Nun aber zur CD: man hat sich hier für die 1953er Karajan – Version entschieden. Obwohl sie künstlerisch toll ist, hätte ich für Kinder dennoch eine modernere Version genommen, in der man von der Musik auch etwas mehr hört, aber ich nehme an, dass diese Version vielleicht billiger war als andere, oder man hierfür die Rechte bekam.

      Jedoch, für die CD hat man NICHT die gut restaurierte EMI-Version genommen, sondern, wie auch am Endes des Buches im Impressum steht, die NAXOS-Version, und die ist ja klanglich eher mies. Die Stimmen klingen zu laut und unnatürlich, ein bisschen blechern, bearbeitet.
      Positiv muss ich aber anmerken, dass Stücke wie die Ouvertüre oder der Hexenritt in voller Länge präsentiert werden, wo andere Kinderversionen diese Stücke entweder auslassen oder nur kurz anspielen.
      Die CD selbst steckt am Ende des Buches in einer Plastikhülle, man muss die Scheibe recht umständlich mit spitzen Fingern herausfischen, damit man nicht auf die bespielte Fläche greift.


      Achso, auf der Rückseite des Buches steht ja auch noch was …. „Als die Kinder eines Tages aus Versehen den wertvollen Milchtopf zu Boden werfen“ – nö, das tun sie nicht.
      „Die beiden sind ahnungslos – sie wissen nicht, dass sie schon erwartet werden …“ – nö, werden sie nicht.

      Fazit: :ignore


      P.S.: ich habe mir ein paar der Rezensionen auf Amazon durchgelesen, und mich amüsiert: die meisten regen sich auf, dass die CD nicht "kindgerecht" sei, weil man da "nur" Musik drauf hört und keinen Erzähler. Ein Kunde meinte sogar, es käme wegen dem fehlenden Erzähler kein "Opernfeeling" auf ...
      Ein anderer schreibt allen Ernstes: "Der Gesang ist glaub` ich auf Englisch. Warum? Wie kommt man denn auf so eine Idee zu einem deutschen Buch für Kinder eine englische CD beizulegen?"
      Und ein anderer mag den "altmodischen Tonfall" von Karajan nicht.

      Am liebsten sind mir ja die Eltern, die ihre Kinder an die Oper "heranführen" möchten, selbst aber genau null Ahnung davon haben ...





      LG,
      Hosenrolle1
    • Hänsel und Gretel (1992, Johannes Fritzsch)


      [Quelle CD: allmusic.com]


      Hänsel: Suzanne Johnston
      Gretel: Christine Douglas
      Vater: Malcolm Donnely
      Mutter: Elizabeth Campbell
      Hexe: Margaret Haggart
      Sandmännchen: Gail Robertson
      Taumännchen: Kathryn McCusker

      Dirigent: Johannes Fritzch (oder Fritzsch?)



      Wir sind nun in den 90er Jahren, in diesem Fall 1992, in dem es gleich zwei Aufnahmen gab. Eine Live-Aufnahme aus dem Opernhaus in Sydney, sowie die unter Colin Davis. Um die Live-Aufnahme wird es hier gehen.

      Ich besitze sie einmal in der oben gezeigten CD-Version von „Opera d´oro“ (erschienen 1999), sowie in einem privaten Fernsehmitschnitt, jedoch gibt es sie auch auf DVD (erschienen 2001), momentan aber nur in den Staaten und nicht bei uns.

      Vorneweg: die Tontechnik ist, wenn man bedenkt dass es sich um eine Aufnahme von 1992 handelt, absolut unterirdisch. Sie klingt so, als ob jemand auf dem schlechtesten und am weitesten entfernten Sitzplatz im Opernhaus einen Kassettenrecorder mitlaufen hat lassen – stark verrauscht, hallig, und eben weit entfernt.

      Es ist mir sowieso ein Rätsel, wieso man Live-Mitschnitte auf Video auch auf CD herausbringt, denn selbst wenn die Inszenierung mir nicht gefällt, so kann ich das Getrampel und andere Bühnengeräusche zumindest zuordnen.
      Diese Tonqualität macht es mir auch relativ schwer, das Dirigat halbwegs gut zu beurteilen.

      Insgesamt finde ich es wenig beeindruckend, zwar gibt es keine extremen Tempi, die besonders störend wirken, aber es plätschert die meiste Zeit vor sich hin. Dass es live auch anders geht hat z.B. Christian Thielemann vor wenigen Monaten bewiesen.

      Störend finde ich z.B. schon in der Ouvertüre, dass 11 Takte vor Schluss die gespielten Akkorde nicht leise beginnen und immer lauter werden, sondern schon unverhältnismäßig laut anfangen, ohne Crescendo. Diese Stelle klingt so, wie Humperdinck sie notiert, schon sehr eindrucksvoll, als ob sich eine Tür öffnet. (Diesen Vergleich bringe ich öfter einmal, denn er beschreibt m.E. sehr gut den Eindruck, den diese Stelle auf mich macht).


      Zu den Sängerinnen muss ich leider sagen, dass mir da keine einzige auch nur annähernd gefallen hat. Die Gretel klingt zu alt und hat ein unangenehmes Vibrato, der Hänsel ist für mich zu tief timbriert und hat ebenfalls ein Vibrato, das besonders bei den forcierten höheren Tönen unangenehm wird. Stimmen, die mich nach kurzer Zeit nerven und ermüden.Das gleiche gilt für die Mutter, das Sandmännchen und das Taumännchen sowie die Hexe.

      Musikalisch gibt es vereinzelt Stellen, die mir gefallen haben, jedoch sind es meist keine ganzen Passagen, sondern, sondern tatsächlich nur Kleinigkeiten. So etwa 1 Takt vor RZ. 4, die kurze Einleitung der Streicher vor Gretels „Wenn die Not aufs höchste steigt“. Oft wird diese Stelle relativ schnell genommen, hier aber erklingen die Streicher sehr ausdrucksvoll und präsent.

      Dass in englischer Sprache gesungen wird habe ich schon eingangs erwähnt, die Übersetzung ist leider an manchen Stellen gar nicht gelungen, besonders dann, wenn sie nicht mehr zur Musik passt. Ein schönes Beispiel ist die Stelle 2 Takte nach RZ. 38, wenn der Vater singt „sofern er kommandieren tut“, während die Trompete quasi marschartike, militärisch klingende Vorschläge spielt. In der engl. Übersetzung geht diese Anspielung verloren, da hier nicht vom kommandieren die Rede ist.

      Auch die Übersetzung ab RZ. 53 ist sinnentstellend, denn im Original singt der Vater „Ei juckt dich das Fell?“, holt einen Besen von der Wand, worauf die Mutter sagt „Den Besen, den lass nur an seiner Stell!“. Hier heißt es aber „The Ilsenstein! You must be insane!“, und die Mutter meint „It´s time now for them to be home again”.

      Dafür knallt die Pauke mit ihrem Hexenmotiv auch wenigstens ordentlich bei dieser Stelle, wohingegen manche Interpretationen sehr verhalten gespielt werden.

      Und auch das Zusammenspiel von Fagotten und Kontrabässen 2 Takte nach RZ. 55 klingt hier schön gruselig, sehr knorrig, wenn auch die Viertel auf der 1 des nächsten Taktes für meinen Geschmack zu kurz ausgehalten wird.


      (Bitte hierzu unbedingt meinen Beitrag beachten!)

      Beim nun folgenden Hexenritt gefällt mir nur die jeweils leicht tenuto genommenen Viertelnoten auf der 1 und der 3 (RZ. 61, Takt 11), der Rest ist unspektakulär. Keine Dramatik, keine Spannung.
      Auch die Waldszenen lassen jede Atmosphäre vermissen, doch klingen die Echos wiederum gut, und sind tatsächlich sehr leise. Hier weiß ich nicht, ob das an der Tontechnik liegt. Ärgerlich sind hier wieder der zu laute Kuckuck, und Gretel, die ihr „Ist jemand da?“ zu lange singt, wodurch die kleine Pause zwischen ihr und dem Echo wegfällt.
      Die Traumpantomime ist ein einziger Klangbrei, den man nicht beurteilen kann.

      Der 3. Akt gefällt mir musikalisch schon ein wenig besser. Bedauerlich finde ich zwar, dass es vor RZ. 136 keine (eigentlich vorgeschriebene) kurze Pause gibt, dafür lässt der Dirigent hier öfter mal die Zügel locker; als etwa die Hexe bei RZ. 165 die Backofentüre öffnet, finde ich die sich immer wilder und lauter aufschwingenden Streicher sehr eindrucksvoll.

      Auch bei „Hurr hopp hopp hopp“ wird es noch einmal richtig laut, wenn auch der englische Text wieder völlig unsinnig ist.

      Als die Hexe in den Ofen fliegt, lässt sie einen schönen Schrei los, und zwar keinen hohen, kein Gekreische, sondern einen schaurigen tiefen, fast schon ein Krächzen.

      Den Kinderchor kann ich leider ebenfalls nicht beurteilen, denn ich höre ihn nicht. Bei seinem Auftritt hört man nur das Orchester, und auch später wird es nicht viel besser. Tut mir leid.

      Zur Inszenierung werde ich nichts sagen, denn ich möchte Humperdincks „Hänsel und Gretel“ besprechen.

      Die CD Ausgabe ist leider minderwertig. Obwohl mir die Hülle nie(!) heruntergeflogen ist, obwohl keine Teile abgebrochen sind und auch nie etwas verbogen wurde, lässt sie sich nicht schließen, und die Halterungen des Deckels halten gar nichts. Noch schlimmer: die beiden CDs stecken auf einer schwarzen Plastik-Halterung, wie man es gewohnt ist, allerdings ist diese Halterung völlig lose und fällt heraus, wenn man nicht aufpasst.

      Das Booklet enthält einen Hinweis darauf, dass der Schlagersänger Engelbert Humperdinck nicht wirklich so heißt, dazu eine Synopsis und eine Tracklist. Das war´s.
      Zur Schreibweise des Dirigenten: auf der Rückseite der Hülle steht "Fritzch", laut Wikipedia heißt er aber "Fritzsch". Ob das ein Druckfehler ist oder aber die englische Version des Namens weiß ich nicht.

      Man erwirbt hier also eine tontechnisch miserable Live-Aufnahme voller Geräusche und Getrampel, mit einem durchschnittlichen Dirigat, schlecht besetzten Sängern sowie einer minderwertigen CD Hülle mit einem „Booklet“, in dem nichts steht. Wenn einem diese Einspielung – warum auch immer – wichtig sein sollte, dann würde ich empfehlen, sich zumindest die DVD zu importieren, oder zu warten, bis sie vielleicht einmal bei uns erscheint. Die DVD gibt es seit 2001, bis jetzt kam bei uns noch nichts heraus.




      LG,
      Hosenrolle1

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    • Hänsel: Ann Murray
      Gretel: Edita Gruberova
      Vater: Franz Grundheber
      Mutter: Gwyneth Jones
      Hexe: Christa Ludwig
      Sandmännchen: Barbara Bonney
      Taumännchen: Christiane Oelze

      Kinderchor der Staatsoper Dresden
      Staatskapelle Dresden
      Dirigent: Colin Davis


      Ebenfalls im Jahr 1992 wurde diese Version unter Colin Davis in der Lukaskirche (so wie die Aufnahme unter Suitner 1969) aufgenommen.
      Tontechnisch ist es von den bisher besprochenen für mich die beste Studioaufnahme. Die lauten Stellen klingen wirklich laut ohne zu verzerren, Oboen klingen schön und nicht trötig, Clarinetten haben einen warmen, holzigen Klang, die Fagotte tönen knorrig, und auch das Blech wird klar herausgestellt.

      Nun nützt die beste Tontechnik nichts, wenn die Interpretation und/oder die Sänger nicht gut sind, doch ich bin größtenteils zufrieden mit dem Dirigat. Die nächste Aufnahme von 1994 wird da wesentlich schlechter abschneiden.

      CD 1 beginnt, wenig überraschend, mit der Ouvertüre, und schon die Stelle, in der sich die tiefen Clarinetten mit dem Streicher-, Hörner- und Fagottklang mischen (8 Takte nach C) zeigt nicht nur, wie gut die Aufnahme klingt, sondern auch, welch schöne Klangfarben die Partitur bietet, und wieviel davon durch alte Aufnahmetechniken verloren geht. Solche Stellen gibt es viele, deswegen werde ich im weiteren Verlauf der Rezension nur auf einige wenige eingehen.

      (Nebenbei, ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass das Cello in Takt 11-12 nach C um 3 Viertelnoten zu lange spielt, statt auf der ersten Viertel aufzuhören.)

      Was mir weniger gefällt sind die letzten 7 Takte der Ouvertüre, die für meinen Geschmack zu „gerade“, zu starr gespielt werden; das habe ich schon gefühlvoller gehört.


      Dann beginnt der erste Akt, und nun wird auch gesungen. Hier fällt leider auf, dass die Stimmen alle etwas zu viel Hall aufweisen.

      Edita Gruberova singt hier erneut die Gretel, und nach wie vor kann ich keinen Gefallen daran finden. Man merkt an ihrer Aussprache, dass ihre Muttersprache nicht Deutsch ist, und obwohl sie an manchen Stellen schöne piano-Höhen hat und auch nicht zu vibratolastig singt, ist sie für mich keine Gretel.
      Ann Murray singt den Hänsel, und auch hier frage ich mich, ob man bei der Auswahl der Sänger eher auf den großen Namen für´s Cover geachtet hat. Murray kann zwar wesentlich besser Deutsch als etwa Anna Moffo oder Jennifer Larmore, grobe Schnitzer gibt es da keine, aber auch hier merkt man oft an der Aussprache, dass sie keine Deutsche ist. Dazu kommt ihr irgendwie zu kultiviert wirkender Vortrag (als würde sie ein Oratorium singen), der alles andere als knabenhaft ist. Dieser Hänsel ist nicht burschikos, kein Lausbub oder etwas Ähnliches. Ihre Stimme weist ein größeres Vibrato auf, und bei höheren Tönen forciert sie gerne, was für meine Ohren ziemlich unangenehm ist, besonders bei dem Hall.

      An eine Köth oder eine Grümmer (oder meinen Referenzhänsel) reichen beide nicht heran.

      Nachdem Gretel Hänsel von einem Geheimnis erzählt hat, spielen die beiden Hörner (6 Takte nach RZ. 8) in den ersten drei Noten zwar kein wirklich weiches Legato, auf der vierten Note jedoch wird der Ton mit einem so herrlichen Vibrato versetzt, wie ich es in noch keiner anderen Aufnahme gehört habe. Das klingt so „ländlich“, schwelgerisch, und kündigt etwas Herrliches an, das sich dann als ein Topf Milch und die Aussicht auf Reisbrei entpuppt. Allein diese Stelle sollte man unbedingt einmal gehört haben! Wäre das Legato davor auch noch weicher, wäre diese Stelle einfach perfekt.

      Auch die Stelle in den folgenden beiden Takten, wo Hänsel „Ein Geheimnis“ singt, klingen sehr schön; Murray singt hier sehr leise, und übertönt die Klangfarben der zusammenspielenden Violinen und Flöten, die das o.g. Hornmotiv wiederholen, nicht.

      Dann kommt bald Gwyneth Jones, die viel kreischt, in der Mittellage aber irgendwie leicht brüchig klingt.

      Der Vater von Franz Grundheber gefällt mir besser, kein besoffener Prolet, aber auch nicht zu kultiviert. Bei seinem Auftrittslied singt er die alternative zweite Strophe („Ach, wir sind ja gern zufrieden“).

      Ein bisschen schade ist die Trompete 1 Takt nach RZ. 55, die ihr Hexenmotiv deutlich unsauber intoniert.

      An dieser Stelle möchte ich auf diesen Beitrag (s. hier) verweisen. Ich glaube nämlich, dass hier nach der Eulenburg-Partitur gespielt wird. Die im verlinkten Beitrag erwähnte Stelle klingt hier nicht nach Fagott und Kontrabass, sondern so, als würde das Fagott mit dem Horn zusammenspielen, wie man es auch bei Eulenburg findet. Auch später in der Hexenballade taucht das Horn auf, das bei Eulenburg vorkommt (s. hier).

      Gruselig, wie das Solo-Horn bei „Um Mitternacht, wenn niemand wacht“ hereinkommt.
      Die letzten Takte des 1. Aktes nimmt Davis leider viel zu schnell, doch die Musik ist an sich schon dramatisch genug, die muss man nun wirklich nicht auch noch runterhetzen.

      Der Hexenritt beginnt schon sehr wuchtig, die Hörner gleich zu Beginn (ab Takt 2, RZ. 61) schmettern bedrohlich, und auch das 4. Horn hört man hier in der Tiefe knurren.

      Und dann kommt wieder eine dieser Stellen, die ich besonders schön finde: zuerst wird das Hexenmotiv von den Clarinetten gespielt, dann gesellen sich die Violinen dazu, und nicht nur die dadurch entstehenden Klangfarben, sondern auch die unheimlichen Halbtontriller sind sehr deutlich hörbar. Oft hört man nur die Clarinetten, oder nur die Violinen, aber hier nicht.

      Und gleich danach, wenn die Oboen und die Hörner übernehmen (Takt 11)!
      Nicht nur, dass auch diese Stelle eindrucksvoll interpretiert wird, bietet diese Aufnahme endlich die Klangqualität, die so wichtig ist; die Oboen klingen nicht trötig, die Hörner nicht zu laut oder zu leise.

      Etwas später, 8 Takte nach RZ. 63, spielt das Horn die Triole leider nicht sauber, das wäre aber wichtig, weil das Motiv von anderen Instrumenten ebenfalls gespielt wird.
      Was mir auch gefallen hat waren die letzten Noten des Hexenritts, die Solo-Bratsche, die wirklich äußerst leise spielt.

      9 Takte nach RZ 70 singt die Gruberova die kleine Koloratur, die Triole auf dem Wort „Blumen“, nicht korrekt.

      Was mir selten, aber doch negativ auffällt ist, dass manche Übergänge der Holzbläser oft ein bisschen ruppig sind. Ein Beispiel: RZ. 72. Die Flöte spielt hier einen Triller, der (s. Legatobogen!) fließend in den nächsten Takt übergehen sollte; in diesem nächsten Takt sollten auch die anderen Bläser weich hereinkommen, jedoch setzen sie recht ruppig ein, nicht fließend, sondern mit einer minimalen Pause dazwischen, fast so, als hätte man zwei Takes etwas unsauber zusammengeschnitten.




      Eine Enttäuschung ist für mich auch Davis´ Umgang mit Humperdincks Dynamikvorschriften, und generell mit atmosphärischen Stellen.

      Ein sehr gutes Beispiel ist RZ. 76, Takt 5: Hänsel singt „Horch, wie es rauscht in den Bäumen“, worauf zwei instrumentale Takte folgen, die speziell in den Blechbläsern, pianissimo beginnen, im ersten Takt lauter werden bis zum piano, um im zweiten Takt zum pianissimo zurück zu diminuieren.

      Davis fängt hier aber viel zu laut an, spielt auch kein Crescendo, und das unheimliche leise instrumentale Rauschen des Waldes, das Schaurige geht mir völlig ab, und auch das Violinen-Solo im Anschluss wird recht lieblos heruntergespielt. Am Ende des Hexenritts war die Bratsche so leise, wieso konnte man das nicht auch hier umsetzen? Die Aufnahmequalität hätte das ohne Probleme und Verluste erlaubt.

      Und auch bei RZ. 78, wo alle Instrumente piano und pianissimo spielen sollten, geht es viel zu laut zu. Hat die Tontechnik hier den Pegel so hochgeschraubt, oder wieso fehlen hier diese leisen Töne? Man hört zwar die Klangfarben der am Steg tremolierenden Streicher schön heraus, aber sie sind viel zu laut.

      Positiv wieder bei RZ. 88, wenn Gretel singt „Da kommen weisse Nebelfrauen“, denn hier hört man die Altoboe wie auf keiner anderen Aufnahme unheimlich klagen.

      Das Sandmännchen von Barbara Bonney (die Gretel der 1989er Aufnahme) ist ok, vibratoarm, aber vielleicht doch zu damenhaft.
      Der Abendsegen ist eigenartig: Gruberova hält sich hier zwar schon sehr zurück, aber Murray singt so extrem leise, dass man teilweise die Tonhöhe gar nicht mehr definieren kann. Eine unschöne Interpretation.
      In der darauf folgenden Traumpantomime lässt Davis bei RZ. 101 die Blechakkorde feierlich-getragen erschallen, hetzt dann aber unverständlicherweise die 16tel Läufe der Streicher herunter, ohne jeden Ausdruck, und auch hier sind die letzten Takte (wie auch die die Ouvertüre) irgendwie zu gefühllos gespielt, ohne jeden Bezug zu den Takten davor. Gerade wurde es immer langsamer, und plötzlich geht es schnell zu Ende.

      Nun beginnt der dritte Akt mit dem Lied des Taumännchens, das Davis sehr langsam nimmt. Ein ebenfalls zu damenhaft klingendes Taumännchen weckt Hänsel und Gretel, die alsbald auf die Hexe von Christa Ludwig stoßen.

      Ich weiß leider die Quelle nicht mehr (ich glaube, es war ein Interview?), aber Ludwig selbst meinte später, dass es ein Fehler war, die Hexe in dieser Aufnahme zu singen. Sie war zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits 64 Jahre alt. Nun mag ich schon ihre frühere Interpretation von 1971 schon überhaupt nicht, ich könnte von mir also nicht behaupten, dass diese Interpretation hier leider nicht mehr so gut ist. Ludwig klingt überraschenderweise gar nicht SO viel anders als damals, die Stimme ist nur ein bisschen „dicker“, die hohen Töne und manch andere Passagen klingen schon angestrengt, es fehlt das Tempo der früheren Aufnahme. Aber immer noch ist es viel Gekreische, und meistens wird auch wortundeutlich gesungen. Für mich nach wie vor keine Hexe.

      Bei „Hokus pokus“ mischen die Tontechniker plötzlich sehr viel Hall in die Stimme, um ihn dann plötzlich wieder abzudrehen. Keine Ahnung, was das sollte.

      Dass die Gruberova keine Gretel ist beweist sie spätestens an den Stellen, wo sie sich fürchten soll. Bestes Beispiel ist ihr Satz „Hu, wie mir vor der Hexe graut!“, den sie so übertrieben und schlecht darbietet, als würde sie die Gretel schlecht parodieren.

      Kurz bevor sie in den Backofen gestoßen wird, redet die Hexe noch irgendetwas vor sich her … „diese Gretel ist ja so dumm, alles muss man selbst machen“, oder so ähnlich. Unnötig.

      Es folgt ein richtig lauter Knusperwalzer, der am Anfang – für mich ebenfalls unverständlich – immer wieder in seinem Fluss ausgebremst wird, aber als das letzte „Juchei!“ gesungen ist, gibt das Orchester Vollgas und schmettert ordentlich drauf los.
      Der Kinderchor ist auch in Ordnung, persönlich hätte ich ihn mir ein wenig lauter gewünscht.

      Ganz am Ende, auf dem Wort „reicht“, als das Orchester noch einmal in den letzten Takten das Abendsegen-Motiv spielt, hört man auch die wuchtige große Trommel mit viel Schalldruck. Nicht schlecht!

      Insgesamt ist das Dirigat für mich ok, aber mich stört, dass Davis nicht wirklich auf die schaurigen Stellen achtet, leise Stellen zu laut nimmt, und auch die wilden Passagen (etwa im Hexenritt) irgendwie noch zu kontrolliert klingen.

      Die Sänger wurden garantiert nur nach ihrem Namen gecastet. Ich frage mich, wieso trauen sich die Plattenlabels nicht, jüngere, vielleicht unbekanntere, aber geeignetere Sängerinnen zu nehmen? Hat man hier Angst, dass die Verkaufszahlen dann nicht stimmen? Falls ja, dann zählt hier nur der Kommerz, und nicht die Absicht, schöne Kunst zu machen.

      _____

      Ich besitze die Aufnahme in zwei verschiedenen Versionen. Einmal in der regulären Erstausgabe im Schuber mit Booklet, sowie in einer Sonderausgabe mit Puzzle, noch in Originalverpackung.

      Das Booklet bietet das Libretto und mehrere Übersetzungen, eine Synopsis sowie einen Aufsatz über das Werk, dazu ein Bild von Humperdinck und mehrere Bilder der SängerInnen.

      In der Synopsis finden sich leider ein paar eher kleinere, aber dennoch vermeidbare inhaltliche Fehler.

      So heißt es etwa: „Als das Körbchen gefüllt ist, macht sich Hänsel übermütig über die Beeren her und ißt sie zum Entsetzen seiner Schwester alle auf.“
      Das stimmt so nicht, denn Gretel isst ebenfalls von den Beeren, wenn Hänsel auch am Ende den Korb an den Mund setzt und den Rest verspeist.

      Auch heißt es: „Gretel, die sich die magische Formel gemerkt hat, öffnet durch das Zauberwort das Ställchen und löst den Bruder aus seinem Bann“.
      Sie löst den Bruder aus seinem Bann, öffnet aber nicht den Stall, und schon gar nicht öffnet das Zauberwort, oder besser, der Zauberspruch den Stall.

      Und: Mit einem lauten Knall explodiert der Ofen, und im selben Augenblick verwandeln sich die Lebkuchen in Kinder. Durch die Berührung von Hänsel und Gretel werden sie aus ihrer Erstarrung befreit“. Die Lebkuchen verwandeln sich nicht in Kinder, vielmehr bricht die Lebkuchenhülle von den Kindern herunter, und sie werden erst durch den Zauberspruch von Hänsel wieder aus ihrer Erstarrung befreit, nicht durch die Berührung. Witzigerweise steht das sogar in den im Libretto abgedruckten Regieanweisungen.

      Eine Frechheit hingegen manche Aussagen in dem Aufsatz, etwa: (Hervorhebungen von mir)

      "Das Datum der Uraufführung, die am 23. Dezember 1893 stattfand, hat dem Werk als Weihnachtsmärchen seinen Stempel aufgedrückt, denn noch heute wird Hänsel und Gretel selbst an großen Bühnen in der Vorweihnachtszeit gespielt, meist jedoch in antiquierten szenischen Aufführungen.“


      Gleichzeitig aber scheint Bruno Bettelheim für die Autorin Julia Liebscher nicht unwichtig zu sein:

      „Dennoch hat der Komponist bis zuletzt bedauert, daß beliebte Motive wie das Ausstreuen der Kieselsteine und die Heimkehr der Kinder mit Unterstützung des rettenden Schwans nicht erhalten geblieben sind. Das für den vor allem durch sein Buch Kinder brauchen Märchen bekannt gewordenen Tiefen- und Kinderpsychologen Bruno Bettelheim zentrale Motiv der Rückkehr der Kinder, die nun, nachdem sie das Wasser überquert haben, an Erfahrung reicher und für das Leben reifer geworden sind, ging somit endgültig verloren, wie überhaupt der Bereich des Unbewußten, Symbolischen in der Oper zugunsten szenisch effektvoller Wirkungen und plakativer Darstellungsweisen weitgehend zurückgedrängt wurde.“


      Was soll das? Ich möchte über die Entstehungsgeschichte des Werkes etwas lesen, und kein mehr oder weniger unterschwelliges Plädoyer für moderne Inszenierungen.

      „Der Regisseur Arno Wüstenhöfer hat in Anlehung an Bruno Bettelheims Deutung der beiden Frauengestalten als guter und böser Elternteil eine Doppelbesetzung von Hexe und Mutter (…) vorgenommen“.


      Ja toll, und? Was hat das mit dieser Aufnahme zu tun?

      „Die immer wieder versuchte Besetzung der Hexe als Spieltenor wurde vom Komponisten strikt abgelehnt“.


      Dafür wird leider keine Quelle genannt (obwohl sie mich sehr interessiert hätte), aber Hauptsache ist, dass wir wissen, was irgendein Regisseur für Bettelheimsche Deutungen umgesetzt hat!

      Auch für das Bedauern Humperdincks über die fehlenden Kieselsteine wird keine Quelle genannt, jedoch weiß ich ein Buch, in dem ein Brief oder ein Tagebucheintrag oder etwas ähnliches zitiert wird, in dem er sagt, dass der Morgengesang der Gretel irgendwie unnötig ist, und er das Kieselstein-Streuen gerne drin gehabt hätte. Ich werde mir das Buch besorgen und dann im anderen HUG-Thread mehr dazu berichten.




      LG,
      Hosenrolle1
    • Hänsel und Gretel (1994, Runnicles)



      Hänsel: Jennifer Larmore
      Gretel: Ruth Ziesak
      Vater: Bernd Weikl
      Mutter: Hildegard Behrens
      Hexe: Hanna Schwarz
      Sandmännchen: Rosemary Joshua
      Taumännchen: Christine Schäfer

      Tölzer Knabenchor
      Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
      Dirigent: Donald Runnicles



      Das Dirigat ist nicht mein Geschmack, es wirkt mir insgesamt zu steif. Die Sänger sind auch nicht so mein Fall.

      Am Ende gibt es als Bonustrack erstmals den "Dessauer Schluss", ein alternatives Ende, das Humperdinck eigens für eine Inszenierung von Cosima Wagner schrieb.





      LG,
      Hosenrolle1
    • Hänsel und Gretel (1997, Kantschneider)



      Hänsel: Tina Hörhold
      Gretel: Almut Wilker
      Vater: Joakim Klüft
      Mutter: Esther Lee
      Hexe: Johanna Rutishauser
      Sandmännchen: Martina Ramin
      Taumännchen: Birgit Nath

      Fuldaer Mädchenkantorei und Domsingknaben
      Masurische Philharmonie
      Dirigent: Paul Kantschneider



      Die Tonqualität ist für das Alter der Aufnahme ein schlechter Witz. Der Hänsel ist stimmlich nicht so schlecht, klingt aber sehr gelangweilt.

      Mieses Dirigat.

      Booklet enthält Libretto, zwei Figurinen von 1900 sowie Künstlerportraits und einen Aufsatz über die Entstehung der Oper.





      LG,
      Hosenrolle1

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    • Hänsel und Gretel (1999, Welster-Möst)



      Hänsel: Liliana Nikiteanu
      Gretel: Malin Hartelius
      Vater: Alfred Muff
      Mutter: Gabriele Lechner
      Hexe: Volker Vogel
      Sandmännchen: Martina Jankova
      Taumännchen: Milena Jotowa

      Kinderchor des Opernhauses Zürich
      Orchester des Opernhauses Zürich
      Dirigent: Franz Welser-Möst


      Gesang durchschnittlich, Hänsel hat sprachliche Probleme, Alfred Muff besonders mies.

      Dirigat enttäuschend. Inszenierung fürchterlich.

      Booklet enthält werbelastige Beschreibung der Inszenierung.




      LG,
      Hosenrolle1
    • Hänsel und Gretel (2004, Delfs)



      Hänsel: Suzanne Mentzer
      Gretel: Heidi Grant
      Vater: Robert Orth
      Mutter: Janice Taylor
      Hexe: Judith Forst
      Sandmännchen: Anna Christy
      Taumännchen: Anna Christy

      Milwaukee Children´s Choir
      The Milwaukee Symphony Orchestra
      Dirigent: Andreas Delfs


      Ein scheußlicher Hänsel, enttäuschende Tontechnik und alles auf Englisch.

      Booklet bietet Libretto und Inhaltsangabe.




      LG,
      Hosenrolle1
    • Hänsel und Gretel (2006, Hofstetter)



      Hänsel: Antigone Papoulkas
      Gretel: Anna Gabler
      Vater: Hans-Joachim Ketelsen
      Hexe: Iris Vermillion
      Sandmännchen: Lydia Teuscher
      Taumännchen: Lydia Teuscher

      Frauen- und Kinderchor der Staatsoper Dresden
      Sächsische Staatskapelle Dresden
      Dirigent: Michael Hofstetter



      Übler Etikettenschwindel: Inszenierung ein Schmarrn, Musik gekürzt, Text teilweise geändert.

      Ketelsen als Vater singt gut.




      LG,
      Hosenrolle1

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    • Hänsel und Gretel (2008, Ono)



      Hänsel: Jennifer Holloway
      Gretel: Adriana Kucerová
      Vater: Klaus Kuttler
      Mutter: Irmgard Vilsmaier
      Hexe: Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
      Sanmann: Amy Freston
      Taumännchen: Malin Christensson

      London Philharmonic Orchestra
      Dirigent: Kazushi Ono



      Wieder Etikettenschwindel. Inszenierung Mist, Musik ist ok, Gesang leider nicht.

      Werbelastiges Booklet, 5.0 DTS Sound ein Witz.




      LG,
      Hosenrolle1
    • Original von Hosenrolle1


      Zu dieser Rezension meinte ich ja schon, dass mir Ann Murray als Hänsel unpassend vorkommt.

      Gerade habe ich gesehen, dass sie nur zwei Jahre später in Harnoncourts Figaro-Einspielung die Marcellina sang! Also hört man hier einen Hänsel, der zwei Jahre später für eine eine ältere Frau besetzt wurde. Das zeigt mir umso mehr, dass die Stimme nicht passt für diese Rolle.




      LG,
      Hosenrolle1


    • Hänsel: Alice Coote
      Gretel: Christine Schäfer
      Vater: Alan Held
      Mutter: Rosalind Plowright
      Hexe: Philip Langridge
      Sandmännchen: Sasha Cooke
      Taumännchen: Lisette Oropesa

      Metropolitan Opera Orchestra
      Dirigent: Vladimir Jurowski


      Etikettenschwindel. Inszenierung Mist, Gesang enttäuschend, engl. Übersetzung miserabel.

      Startet man die Aufführung, wird man erst mal ein Kapitel lang von Renée Fleming vollgequatscht. Nein Danke.




      LG,
      Hosenrolle1
    • Ergänzung zu meiner Besprechung: auch diese Aufführung wurde gekürzt, wieder fehlen mehrere Takte Musik gegen Ende!

      Bravo Metropolitan Oper. Hauptsache der ganze Mist wurde in High Definition gefilmt, und Renée Fleming quatscht uns am Anfang und vor Beginn des 3. Aktes voll, aber dass die Musik korrekt wiedergegeben wird, darauf schaut man schon nicht mehr.




      LG,
      Hosenrolle1

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    • Hänsel und Gretel (2009, Haselböck)



      Hänsel: Susanne Kreusch
      Gretel: Bernarda Bobro
      Vater: Klaus Kuttler
      Mutter: Romelia Lichtenstein
      Hexe: Irmgard Vilsmaier
      Sandmännchen: Aleksandra Zamojska
      Taumännchen: Aleksandra Zamojska

      Kinderchor der Musikhauptschule Blindenmarkt
      Cappella Istropolitana
      Dirigent: Martin Haselböck


      Erneut Etikettenschwindel.

      Die Menüführung ist unterirdisch, wenn man mit den Pfeiltasten von einem Punkt zum nächsten geht, reagiert die DVD nur mit starker Verzögerung.

      Ton liegt nur in 2.0 Stereo vor. Kein Wendecover. Lästige, nicht überspringbare Infotafeln von der FSK nach dem Einlegen der Disc. Musik wenigstens nicht gekürzt. Traurig, dass man so etwas überhaupt erwähnen muss.

      Das Booklet enthält einen lesenswerten Aufsatz zur Entstehung, Künstlerportraits sowie ein Portrait des Orchesters. Wieso in der Burgarena Reinsberg ein Orchester aus Bratislava sitzt verstehe ich nicht, aber lobenswert ist, dass die Mitglieder des Orchesters alle namentlich erwähnt werden, während es in anderen Veröffentlichungen nur eine anonyme Masse ist.




      LG,
      Hosenrolle1
    • Hänsel und Gretel (2006, Mackerras)



      Hänsel: Jennifer Larmore
      Gretel: Rebecca Evans
      Vater: Robert Hayward
      Mutter: Rosalind Plowright
      Hexe: Jane Henschel
      Sandmännchen: Sarah Tynan
      Taumännchen: Diana Montague

      New London Children´s Choir
      Philharmonia Orchestra
      Dirigent: Sir Charles Mackerras


      Das Cover sieht aus wie zu Halloween und transportiert nichts von der deutschen spätromantischen Märchenstimmung.

      Gesungen wird auf englisch in einer fürchterlichen Übersetzung, die Sänger sind ausnahmslos alle fehlbesetzt und schlecht (nur der Chor am Ende ist ok), das Dirigat von Mackerras stinklangweilig, die Tontechnik für eine Aufnahme von 2006 extrem hallig und verwaschen.




      LG,
      Hosenrolle1
    • Hänsel und Gretel (2007, Frank)



      Hänsel: Sabine Noack
      Gretel: Cornelia Marschall
      Vater: Ludmil Kuntschew
      Mutter: Alexandra Petersamer
      Hexe: Ludmil Kuntschew
      Sandmännchen: Viktorija Kaminskaite
      Taumännchen: Viktorija Kaminskaite

      Kinderchor des Anhaltischen Theaters Dessau
      Anhaltische Philharmonie Dessau
      Dirigent: Markus L. Frank


      Die Inszenierung ist noch nicht mal Etikettenschwindel, sondern gräulicher Schund in Reinform.

      Die Sänger fehlbesetzt, der Vater, der auch die Hexe singt(!) kann kein Deutsch, das Dirigat die durchschnittliche Opernhaus-Kost. Das Publikum macht einen Lärm und klatscht und ruft mitten in die Vorstellung hinein. Wieso man so einen Dreck ernsthaft auf DVD und Blu-ray veröffentlichen muss, andere, bessere Produktionen aber nie diese Chance haben, bleibt mir ein Rätsel.



      Damit endet meine Reihe an Aufnahmen auch schon wieder. Ich bin doch überrascht über die rege Teilnahme an diesem Thread :down
      War auf jeden Fall einmal interessant, die Aufnahmen Stück für Stück durchzugehen!




      LG,
      Hosenrolle1
    • RE: Hänsel und Gretel (2007, Frank)

      Original von Hosenrolle1
      Damit endet meine Reihe an Aufnahmen auch schon wieder. Ich bin doch überrascht über die rege Teilnahme an diesem Thread :down


      :D Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass da ein gewisser unterschwelliger Hauch von Ironie (oder Sarkasmus oder gar Zynismus) mitschwingt.
      Das ist das Problem der Größe unserer Community, beziehungsweise des Fehlens derselben. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand in die gleiche Richtung spezialisiert ist, geht fast gegen Null. Ich hab mich mal an eine Aufnahme, die du besonders gelobt hast, herangewagt, aber bin nicht weit gekommen. Dieses Werk ist halt so absolut überhaupt gar nicht meins - und wenn ich mich überwinden muss, um das Zuhören überhaupt auszuhalten, dann kann ich die vielen subtilen Feinheiten, die du beschreibst natürlich nicht nachvollziehen. Aber ich habe es versucht.
      :engel
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • RE: Hänsel und Gretel (2007, Frank)

      Original von Cetay
      Das ist das Problem der Größe unserer Community, beziehungsweise des Fehlens derselben. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand in die gleiche Richtung spezialisiert ist, geht fast gegen Null.


      Wobei ich leider sagen muss, dass ich mich dieser Oper, was den Inhalt angeht, immer mehr entfremdet habe. In meinem anderen Thread zu dem Thema habe ich das eh schon ausführlich geschildert; musikalisch und gesanglich mag ich es noch immer, aber ich sehe es kritischer.

      Beim Freischütz ist mir überhaupt aufgefallen, dass, obwohl ich die Musik und die Melodien immer noch mag, es mir gar nicht mehr so spektakulär vorkommt, mit Ausnahme der Wolfsschlucht. Daran ist vor allem die Salome schuld.


      Ich hab mich mal an eine Aufnahme, die du besonders gelobt hast, herangewagt, aber bin nicht weit gekommen.


      Welche? Die unter Karajan? Solti?

      Diese Oper ist leider, was Aufnahmen angeht, ziemlich problematisch, weil es im Grunde keine gibt, die eine durchgehend gute Besetzung UND Tontechnik hat. Grümmer und Köth klingen zusammen herrlich, aber der Ton verzerrt und kratzt in einer Tour, dass das Anhören keinen großen Spaß macht.

      Und viele Dirigenten haben irgendwie überhaupt kein Gespür für die schönen und/oder atmosphärischen oder gruseligen Stellen. Da wird geschwind musiziert, teilweise unkoordiniert musiziert, besonders die letzten Takte der Ouvertüre habe ich selten wirklich auf den Punkt gespielt gehört.

      Dabei bietet diese Oper so herrlich instrumentierte Stellen. Flöten, die zusammen mit den Streichern schwelgen, Oboen, die mit den Hörnern zusammenspielen, während die Streicher zupfend begleiten, Holzbläser, die fröhliche 16tel-Girlanden spielen, usw.
      Aber davon geht natürlich viel verloren, wenn man keine gute Tontechnik hat. Da hört man dann hauptsächlich die Streicher, oder das Blech, und der Rest geht unter.
      Ich glaube, eine unzureichende Tontechnik, schlechte Sänger und ein mieses Dirigat können schon einen ziemlich schlechten und falschen Eindruck einer Oper hinterlassen.

      Hast du von Opern, die dir gefallen, Aufnahmen, die du ohne jede Einschränkung empfehlen könntest, OHNE dass du dazu sagst "Leider ist dieses oder jenes nicht ganz optimal"?


      Dieses Werk ist halt so absolut überhaupt gar nicht meins


      Was absolut ok ist! Ich werde auch nicht versuchen dich zu "bekehren", mich interessiert nur, was genau dich gestört hat, weil mich andere Sichtweisen interessieren - es wäre ja langweilig, wenn alle das Gleiche gut finden.


      Aber ich habe es versucht. :engel


      :)




      LG,
      Hosenrolle1

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    • Die Thread-Statistik sagt, dass sich acht weitere Mitglieder in diesen Thread verirrt haben. Jetzt nicht unbedingt mit substanziellen Beiträgen, aber es gab doch hin und wieder so etwas wie Plauderei hier. Ansonsten, siehe Cetays letzte Antwort.

      Vielleicht solltest Du wirklich deine Besprechungen in einen Blog mit Kommentarfunktion hinüberretten. Wer weiß, evtl. findet sich in den unergründlichen Tiefen des www ja eher ein Diskussionspartner. :engel

      :hello Rk
    • Naja, so wichtig sind die Besprechungen auch nicht. Die meisten Aufnahmen sind im Grunde Käse.

      Einen Salome-Aufnahme Thread lehne ich generell ab, weil ich nur zwei Aufnahmen habe, und es für mich sonst keine gibt, die interessant wären (abgesehen von der Solti-Aufnahme). Abgesehen davon hab ich mir schon schwer getan mit den HUG-Rezensionen, weil ich weiß, dass ich so viele beachtenswerte Details nicht kenne, und ich in 10 Jahren sicher sagen werde "Wieso wusste ich das damals noch nicht? Wieso bin ich darauf nicht eingegangen?", und dann sind meine Rezensionen veraltet und unbrauchbar. Bei der Salome gibt´s nun noch einen viel größeren Orchesterapparat, noch viel, viel mehr Details, die zu finden ewig dauern würde, und die ich mit oberflächlichen Beschreibungen a la "Der Dirigent kostet die vielen Feinheiten der Strauss´schen Partitur voll aus" auch nicht abtun kann und will.

      Außerdem kenne ich mich mit Blogs überhaupt nicht aus. Das überlasse ich denen, die es können.
      Und meine Herangehensweise an die Musik teilt unter Garantie niemand mit mir :D




      LG,
      Hosenrolle1

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