R. Schumann : Klaviersonate g-Moll Op. 22

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    • R. Schumann : Klaviersonate g-Moll Op. 22

      Liebe Forumsmitglieder ,
      liebe Schumann - Freunde !

      ROBERT SCHUMANN begann 1833 etwa zeitgleich , seine drei Klaviersonaten zu komponieren ( andere Autoren datieren die erste Sonate auf 1832 - 1835 , die zweite auf 1835 / 1836 und die dritte auf 1833 - 1838 :

      Die erste Sonate in fis - Moll Op. 11 , die er als "einen einzigen Herzensschrei nach Dir" benannt hat , mit ihrer äusserst schwer zu interpretierenden Introduzione- Einleitung . Diese ist geradezu ein Seismograph für die innere Verfassung , die Stimmung eines Pianisten . Sie wurde 1835 fertiggestellt

      Dann die Klaviersonate f - Moll , op. 14 , die unter dem NamenConcert sans Orchestre" berühmt wurde und wohl für alle Zeit mit ihrem wohl wichtigsten Interpreten Vladimir Horowitz in direkten Zusammenhang gebracht werden wird u n d

      die zeitlich kürzeste in g - Moll , opus 22 , die 1838 kompositorisch durch Robert beendet war , aber auf Claras drängenden Wunsch hin einen anderen Schlussatz bekam , der bis heute die Schumannexperten wie Musikkritiker zu immer neuen Analysen und Kommentaren bewegt , und dadurch erst 1839 ihre heut emeistesn gespielte Form bekommen hat .

      Die "Drei Sonaten für die Jugend" ( 1853 ) nehmen eine Sonderstellung ein in Robert Schumanns kompositorischem Schaffen und spielen hier keine Rolle .

      Zwische 1836 ( C - Dur - Fantasie ) und 1839 ( Faschingsschwank aus Wien ) komponierte Robert die neben der Toccata in C - Dur , op. 7 , wichtigsten seiner Werke für Klavier solo : Die Kreisleriana , die Kinderszenen , die Humoreske und die seltsam unterbewerte-
      ten Noveletten . Nur der Carnaval war schon 1834 / 1835 komponiert gewesen .

      Die musikwissenschaftliche Frage und die Diskussion in der Schumannforschung , ob diese Sonaten einen "Problemhintergrund" für seine übrigen damals entstanden Werke waren , sei hier dahingestellt . Dies lässt sich aus meiner Sicht dadurch erklären , dass dies nicht so gewesen ist , weil Schumann sich immer mit der Frage der Sonatenkomposition befasst hat .

      Die Problemstellung einer Gestaltung der Sonate nach Luwig van Beethoven war keineswegs neu seit sich Franz Schubert intensiv mit dem Über-Bild der Sonaten Beethovens kompositiorisch auseinandergesetzt hatte und Beethovens lange Schatten in vielen seiner Komopisitione überwunden hatte . SSechs Jahre nach Beethovens und Schuberts Tod , hatte Schumann mit seinen Kompositione seiner drei Sonaten begonnen . ich muss hier kritisch an die sehr divergierende Schumannforschung einwerfen , warum sie nicht auch die Sonaten Schuberts als Ausgangspunkt für sein eigenes Schaffen heranzieht . Diese Überlegung ist berechtigt und die Diskussion dazu höchst reizvoll !Und ebi Beethoven wie Schubert bleibt die Frage völlig unangetastete : Welche Sonaten , welcher Kompositionszeitraum denn gemeint sein könnten ? Und wir müssen sofort zur Komposition der 3 Klaviersonaten von Frédéric Chopin blicken . Falsch ist es sicherlich , nur die Klaviersonaten in b - Moll und h - Moll heranzuziehen wie dies Zofia Helman 1994 in einem Vortag während des Robert - Schumann - Feste s 1994 getan hat . Di eerste Sonate in c - Moll trägt unverlennbar die Handschrift Chopins und kann nicht als reines Frühwerk des Meisters verstanden werden .

      Bei Chopins Sonaten wird das kompositorische Vorbild Beethoven
      sehr viel deutlicher als bei Schumann aus dem notentext lesbar . Dies ist aus Chopins an der Wiener Klassik orientieren Grundausbildung zu erklären .

      Von den drei Klaviersonaten Schumanns iszt die in g - Moll , opus 22 , die "klassischste" . Die sonate deren erste Entwürfe auf das Jahr 1833 zurückgehen , wurde von ihrem Komponisten 1835 wesentlich umgearbeitet . Dies hat mit seinem allmählich geänderten ästhetischen Anspruch zu tun , dass eine monothematische Grossform bei ihm im Gegensatz zu der Sonatenform der Wiener Klassik bestehen müsse . Diese Monothematik finden wir in Franz Liszt berühmter h - Moll - Sonate wieder . Die f - Moll - Sonate ist schon unter diesem Gesichtspunkt komponiert worden . Schumann hat dies in einem brief an Moscheles vom 20. dezember 1836 deutlich formuliert .

      In der g - Moll - Sonate kommt es zu einer ähnlichen Themenverknüpfung wie in Opus 11 , wenn auch nicht so stark ausgeprägt . Die Intervallstruktur des 1. Themas begründet das 2. Thema des 1. satzes sowie das Motiv des Scherzos ( 3. Satz ) und die Episode im Rondo ( 4. satz ) .

      Diese Motivverbindungen bei Schumann kommen auch bei Chopin , allerdings in sehr untergeordneter Form , zum Ausdruck . das bekannteste Werk hierfür sind die "Préludes" Opus 28 .

      Persönlich sehe ich , anders als dies gelegentlich versucht wird , zwischen den im übrigen deutlich später komponierten Klaviersonaten Chopins in b- und h - Moll keine so enge Verbndung , wie dies in der Schumannforschung von einzelnen Autoren gelegentlich zu konstruiert versucht wird .

      Die g - Moll - Sonate Opus 22 beteht aus folgenden Sätzen , die die Vortragsbezeichungen tragen :

      1. So rasch wie möglich .
      Schumann schreibt noch vor :"schnell" , "so schnell wie möglich" und dann - fast unspielbar - "noch schneller" ;

      2. Andantino . Getragen . . Coda . , die ebenfalls mit einem Piano beginnt . Dieses Andantino kann als eine Romanze angesehen werden .

      3. Scherzo . Sehr rasch und markiert . .

      4. Rondo . Presto .
      Die Satzalternative lautet "Presto appassionata" und wird leider , worauf Bryce Morrison 1999zu Recht hingewiesen hat , von kaum einem Interpreten gespielt ; selbst von [I]Martha Argerich nicht . Und Vladmir Horowitz , von den ganz Grossen in sachen Schumann , spielt diesen Schlussatz leider auch nur quasi als Zugabe .
      Die Tempovorgaben durch Schumann in diesem satz tragen sicherlich mit zu der pianistischen Bravour des Satzes und Werkes bei : Prestissimo . Quasi cadenza beginnend im pp !! Die letzten 14 Takt eüberschreibt Robert dann mit "Immer schneller und schneller " .

      Obwohl diese Sonate allgemein in der Fachliteratur als die für das Publikum wirkunsvollste gilt , ist es für alle , die die Aufführungspraxis von Schumanns Werken verfolgen , sehr verwunderlich , dass auch diese Sonate keinen festen Platzt im Konzertalltag hat . ( Persönlich würd eich die erste Sonate in fis - Moll als Konzertbesucher wie heute Abend mit Radu Lupu während des diesejährigen Robert - Schumann - Festes immer vorziehen ! ) .
      Offensichtlich getraut sich heute kaum ein Pianist von Rang , diese technisch u n d interpretatorisch so anspruchsvolle Musik zu spielen .
      Ganz allgemein lässt sich feststellen , dass im allgemeinen die Tendenz immer grösser wird , allenfalls e i n zeitlich grosses Werk mit mehreren kleineren zu kombinieren ! . Dies hat sichgerlich auch mit der gestalterischen ( Un- ) Fähigkeit der aktuellen , vor allem jungen Pianistengeneration nach Pollini , Lupu oder Zimmerman zu tun . Von den reinen Schumann - Recitals eines Wilhelm kempff oder Alexis Weissenberg ganz zu schweigen .

      Die älteste mir bekannte Aufnahme ist die von Percy Grainger aus dem jahr 1929 ( Nimbus ; die Aufnahme ist hervorragend wiederhergestellt ! ), und die jüngste ist die von Bernd Glemser aus dem Jahr 1993 . Dazwischen liegen die Aufnahmen durch S. Richter ( 1962 ; EMI ) , Martha Argerich - noch voll im besitz ihrer zu kurzen und grossen Solo-Karriere als damals 30jähriger "Supervirtuosin" mit "goldenen Fingern" ( Bryce Morrison ; Alexis weissenberg ( EMI , LP ; gekoppelt mit dem "Carnaval" ) und Wilhelm Kempff ( DGG ; 4 CDs ) .

      Nach einem vergleichenden Hören der Aufnahmen ist zu sagen , dass Bernd Glemser doch zu glatt und schumannfern , zu anti - romantisch spielt . Pery Grainger , ein sonst eher ungestümer Virtuose , nimmt den Schlussatz so verhalten ( rund 1 1/2 Minuten langsamer als Martha Argerich ), dass doch zuviel von Schumann ns Vorschriften verlorengeht .
      Martha Argerich hat mit ihrem Schumann die Meinungen seit jeher tief gespalten . ich selbst denke , dass bei ihr keineswegs " viel verlorengeht" ( Joachim Kaiser , der selbsternannte Schumann - verehrer , beurteilt dies auch bei Argerichs vielfachen Wiedergaben des Klavierkonzertes in a - Moll , ohne das er je Mmme . Argerichs eigenen Erläuterungen zu dem Konzert und ihren Wiedergaben zur Kenntnis nimmt ! ) , wenn sie ihr ganz persönliches Temperament ganz ungekünstlet und technisch perfekt etwa im Schlussatz "loslässt" . Im Gegenteil : Schumann , und noch mehr Clara Wieck , wäre 1835 ff. fassungslsos gewesen wie technisch superb und interpretatorisch hochromantisch im besten Sinne jemand , un deine Pianistin dazu , die Sonate spielen kann ( Clara Wieck soll damit bekanntlich Schweierigkeiten gehabt haben ) . Wilhelm Kempff spielt eine ganz im besten Sinn e rückwärtgewandte romantische Sicht . es ist tief bewegend , dies egrosse Klaviertradition auf Tonträger hören zu können . Sviatoslav Richter u n d Alexis Weissenberg interpretierne die g - Moll - Sonat evon Schumann romantisch in Schumanns Notentextvorgaben , hochvirtuos und dennoch mit einer eher neueren Schumannsicht .

      Referenzaufnahmen :
      ( alphabetisch )

      Martha Argerich

      Wilhelm Kempff

      Sviatoslav Richter

      Alexis Weissenberg .

      Beste Grüsse ,

      Frank
    • Lieber Frank,

      ich bin tief betrübt, aber ich besitze nicht eine einzige Aufnahme dieser Klaviersonate. Nicht einmal die von Richter! :( Keine Ahnung, wieso sie mir bislang nicht begegnet ist. Umso mehr bin ich nun gespannt auf die Vorstellung der favorisierten Einspielungen.

      Deinen Beitrag habe ich – wie immer – dennoch mit großem Interesse gelesen!

      Viele Grüße,
      Cosima
    • Auch von mir schon jetzt einen herzlichen Dank an Frank!!! Wie Cosima erwischt auch mich die Sonate op. 22 diskographisch ein wenig auf dem falschen Fuß: ich habe nur Kempff (2x), Argerich, Demus und Berezovsky. Skandalöserweise kein Richter da!

      Gruß,

      Zelenka
    • R. Schumann - Klaviersonate g-Moll Op. 22

      Liebe Cosima ,

      lieber Zelenka !

      N i c h t erwähnt habe ich die Schumanninterpretationne durch Banfield , weil ich sie nicht aktuell vorliegen nhabe und erst kommende Woche zurückbeko,mmen werde . Es gibt mehreree CDs von Banfield mit Schumannwerken .

      Bei K e m p f f , den ich als Schumanninterpreten sehr viel mehr seit über 30 Jahren (!) schätze, als ich dies geschrieben habe , hab eich nur die CD-Box erwähnt , weil derjenige / diejenige , die keine Kempffinterpretationen haben so direkt wohl alle wichtigen seiner Aufnahmen bekommen können .

      Es gibt in der Tat über einen Zeitraum zwischen 1970 bis heute höchstens zehn dikussionswürdige Aufnahmen ( Quellen : Gramophone ; Bielefelder Katalog ; und seit 10 Jahren via Internet ) .
      eine weitere interessante Einspielung ist die durch J P Collard .
      Speziell an Dich folgendes ( und an S i a m a k ) .

      Ich habe bewusst die Frage des Verhältnisses zwischen Robert und Clara Wieck zu dem zeitpunkt der Komposition dieer drei Sonaten n i c h t in den text einbezogen .
      es gibt bekanntlöich seit 2005 ein Buch zu dem Rechtsstreit R. Schumann ./. F. Wieck . darin vertritt die verfasserin die These anhand der Prozessunterlagen , dass Schumanns Heiratabsichten einzig wegen Claras pianistischem Können bestanden hätten . Von Liebe kaum eine oder keine Spur ! tatsache ist j a, dass Schumann zu diesem Zeitpunkz der Sonatenkompositionen seine "Fingerverletzung" schon hatte un dzwar irreversibel !

      Man kann nun spekulieren , dass sein inzwischen verstorbenenr Freund Schuncke auch nicht mehr als Solist zur verfügung gestanden hat .
      Wer weiss es , was aus Schumanns Werken ohne Clara geworden wäre ? Au der anderen Seit e, meine ich , hat sie sich keineswegs dermassen vehement für Roberts ko,mpositionen eingesetzt , wie dies immer wieder behauptet wird. In ihrer letzten pianistsiche Periose hat sie sich fast ausschliesslich dem Werk von Johannes Brahms , dem vater des Sohnes Felix Schumann gewidmet .

      Beste Grüsse , Frank
    • RE: R. Schumann - Klaviersonate g-Moll Op. 22

      Original von Ganong

      Man kann nun spekulieren , dass sein inzwischen verstorbenenr Freund Schuncke auch nicht mehr als Solist zur verfügung gestanden hat .
      Wer weiss es , was aus Schumanns Werken ohne Clara geworden wäre ? Au der anderen Seit e, meine ich , hat sie sich keineswegs dermassen vehement für Roberts ko,mpositionen eingesetzt , wie dies immer wieder behauptet wird. In ihrer letzten pianistsiche Periose hat sie sich fast ausschliesslich dem Werk von Johannes Brahms , dem vater des Sohnes Felix Schumann gewidmet .

      Beste Grüsse , Frank


      Lieber Frank:

      Im ersten Teil des obigen Zitats, was Claras pianistischen Einsatz zugunsten von Roberts Werk angeht, hast Du sicher zumindest teils recht. Andererseits, obwohl ich keine anwaltliche Vollmacht von Johannes B. habe: Liegen Dir positive Vaterschaftstests zu Felix vor? Im Robert-Schumann-Institut zu Düsseldorf mag es zwar viel geben, aber derlei wohl kaum. Eine ziemliche Ente! Oder Bär, der hier aufgebunden wird.

      Schockiert,

      Zelenka
    • RE: R. Schumann - Klaviersonate g-Moll Op. 22

      Lieber zelenka ,

      es gibt mehrere geburtshilflich eund auch andere Beweis e, dass Johannes Brahms der Vater von Felix ist .

      Am einfachtsen ist , sich die empfängnismöglichen Zeiten Claras und ihr Zusammensein mit J.B. vorzunehmen .

      Dann ergibt sich unter zu Grundelegung des lehrbuches von Schmidt - Matthiesen , dass es sicher J.B. gewesen sein muss . Auch aus der Schumann-Familie gibt es eine Publikation , dass Felix J.B.s Sohn war .

      Das alles ist natürlich heute irrelevant .

      Brahms hat sich auffalenderweise besonders um Felix gekümmert . Nicht nur weil er so schnel an einer Tbc erkrankt ist .

      Iregdnwo habe ich die "harten Fakten" archiviert ; ich werde dann berichten .

      Viele Grüsse , Frank
    • RE: R. Schumann - Klaviersonate g-Moll Op. 22

      Original von Ganong
      Lieber Zelenka,

      dies wird aus ganz verschiedenen Gründen nahezu überall so dargestellt .

      Viele Grüsse , Frank


      Lieber Frank:

      Ich werde mich dem Experten beugen müssen.

      Gruß,

      Zelenka
    • RE: R. Schumann - Klaviersonate g-Moll Op. 22

      Lieber zelenka ,
      nein ! , keineswegs !

      Es sind meine berechungen aufgrund 1996 vorliegender Sachverhalte und medizinischer Fakten und Möglichkeiten .

      Im übrigen ist es heut evöllig unwichtig , wer der Vater des Jungen war .

      was mich damals am meisten interessierte , das war das tatsächlich sehr traurige Schikcsel von Felix . Das kann man in "Anmerkungen" einer Enkelin seiner Schwester Julie ( 1994 ;persönlich in Düsseldorf ) deutlich heraushören .

      Und dies ist in dem Band des jahres 1994 der Robert Schumann-gesellschaft auch festgehalten worden .

      Frau Dr. Gisel aSchäfer , das damalige geschäftsführende Vorstandsmitglied der RSG , hat in mühseligster Arbeit die verbliebenen Zweige der Familie Schuman n erforscht und eben so den Kontakt zu der alten Dame im Piemont hergestellt .


      Es war verblüffend , mit welcher Sachlichkeit u n d Feinfühligkeit sie über ihre Vorfahren sprach . da wurde nichts glorifiziert oder beschönigt ; auch nichts niedergemacht ( etwa wie durch Eugenie Schumann oder Clara Schumann selbst ) . Aus diesem letzten Zweig der Schumanns lebt , soweit mir bekannt , noch ein männlicher Nachkomme .

      Problem des "Zeitgeistes" . Die derzeitge Schumannführung unter Leitung der Gastromin Christiane Oxenfort ("Lokal "Tante Anna" in Düsseldorfs Altstadt ) und der frühere Wirtschaftminister Werner Müller , RAG , wollen die Schumann - Feste als "Events" , als eine veranstaltung entsprechdne dem "Düsseldorfer Herbst" knallhart "durchziehen" .

      Bei Befragungen der Bevölkerung und der Gäste geht es darum in erster Linie um Fragen der Ausschilderung und öffentlichen Verkehrsmittel und nicht um das Werk und Leben der Schumann - Familie(n) .

      Ziel :Umsatz machen und steigern in der Düsseldorfer Altstadt ( "Längste Theke der Welt" ) und weniger die Schumannforschung zu intensivieren .

      Das "gespräch" über die Krankheiten Schumanns ( plus Buch ; ca. 35 Euro ) war im Ergebnis seit 1994 sauber durch herrn Prof. Franken , jetzt Freiburg i. Br. , dokumentiert und kommentiert . Aribert Reimann , der die Originalunterlagen viele Jahre nicht einma,l für wissenschaftliche Zwecke zur verfügung stellte ( also einem kleinen Kennerkreis ) wurde nun in diesem Zusammenhang zu einem "der bedeutensten Komponisten" hochgejubelt . Ach ja , er ist bei diesjähtrigen Schumannfest mit einem Auftragwerk "dabei" !

      Ich kenne gerade Schumann - verehrer und Klassikliebhaber , die genau aus diesen oben genannten Gründen nicht zu einer der Veranstaltungen gehen .

      Christiane Oxenfort wirbt dann für das Lokal der Familie mit dem Slogan :"Ihr Essen ist fertig , Herr Schumann!" .

      Wenn das nichts ist .... :( :( :( :( X( X( X(

      Genau d a s ist das , was Düsseldorf , leider , in der Sicht distanzierter Beobachter zur "lackschuhstadt" macht .

      Schade. in der Kirche , in der mein Sohn getauft worden ist, haben vor und 150 Jahren Mendelssohn , Schumann , Brahms Orgel gespielt !

      Alles Gute !

      Frank
    • RE: R. Schumann - Klaviersonate g-Moll Op. 22

      Lieber Frank:

      Herzlichen Dank für Deine lebhaften Ausführungen! Hoffe, ich werde irgendwann meine Nase in ein Schumann-Jahrbuch Jg. 1994 stecken können.

      Was die "Event-Kultur" und ihre ökonomischen Hintergründe angeht, so triffst Du natürlich wieder einmal den Nagel auf den Kopf. Der arme Robert muß hauptsächlich seinen guten Namen fürs Geschäftemachen hergeben :(.

      Welche Kirche in Düsseldorf meinst? Die Martin-Luther-Kirche? Obwohl die vielleicht nicht alt genug für Mendelssohn aussieht ...

      Vielen Dank nochmals,

      Zelenka
    • Hallo,

      nun besitze ich wenigstens eine Aufnahme der Schumann-Sonate op. 22. Und zwar jene mit Volker Banfield (CPO, 1992). Es ist natürlich schwierig, ohne Vergleich ein Urteil zu fällen, aber mir gefällt sehr gut, wie Banfield hier interpretiert. Er spielt klar, innig, vermag aber auch temperamentvoll voranzustürmen. Das klingt mir sehr schön nach Schumann!

      Übrigens spielt er das Original-Finale aus 1835, Schumann fügte ja drei Jahre später ein neues Finale an. Der Autor des Booklet-Textes mutmaßt, dass Schumann diesen Satz umschrieb, weil die damals 16-Jährige Clara das ursprüngliche Finale als „viel zu schwer“ empfand.



      Gruß, Cosima :)

      P.S.: Ich sehe gerade, dass Frank oben bzgl. des Finalsatzes und dessen Korrektur andere Daten angegeben hat. Hier heißt es: Original aus 1835, Korrektur Dez. 1838. ?(

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Cosima ()

    • @Frank,

      zunächst wieder einmal ein toller einleitender Beitrag zu dieser Sonate.

      Was Schumann's Sonaten angeht gehören sie ohne Zwiefel für mich zu seinen ganz großen Werken und meine liebste Sonate ist die Sonate #1 :D

      Von op.22 besitze ich derzeit 3 Aufnahmen:

      Berezovsky
      Rafal Blechacz (Sieger des 15. int. Chopin Piano Wettbwerbs)
      und
      M.A. Hamelin

      Letztere Aufnahme ist zwar, wie bei Hamelin üblich, technisch auf höchstem Niveau, aber ebenso wie bei der Fantasie überzeugt mich Hamelin als Pianist bei Schumann's Werken nicht! Zu kaltz, unemotional.



      Über die weiteren Aufnahmen werde ich noch berichten :)

      P.S.: Bitte entschuldige meine verspätete Antwort, war dienstlich unterwegs!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Endlich ein paar kurze Worte meinerseits zu drei Aufnahmen der Sonate, die ich besitze. (Demus finde ich im Moment gar nicht, ein peinliches Beispiel zum Thema Archivierung von CDs, das anderswo im Forum behandelt wird. Bei mir herrscht Chaos.)

      Kempff (1973) ist als etwa 78jähriger einfach nicht in der Lage, wirklich ausreichend schnell und schneller zu spielen, ansonsten ist die Interpretation in sich stimmig und das Andantino eine ganz besondere Freude.

      Zu langsam ist Martha Argerich (1971) ganz gewiß nicht, da wo langsamer gespielt werden sollte, ist sie meist eine Idee zu schnell.

      Im ersten Satz noch schneller (fast eine halbe Minute) als Argerich ist Berezovsky (1992), anderswo is er dafür allerdings durchaus etwas beschaulicher. Diese Auszeiten zum Durchatmen sind mir ganz willkommen. Ich finde die Aufnahme in jeder Hinsicht makellos.

      Gruß,

      Zelenka
    • RE: R. Schumann - Klaviersonate g-Moll Op. 22

      Lieber Zelenka ,

      es handelt sich um die siog . M a x - Kirche iinmitten der Düsseldorfer Altstadt - Süd . Um die Ecke haben die Schumanns gewohnt ( heute : Bilker Strasse 15 ) und auf der Post - Strasse ( eine Parallelstrasse zur Bilker Strasse ) wohnt eine zeitlang Johannes Brahms . In diesem Haus , das ich vor mehreren jahren zufällig zweimal "besichtigen" konnte , sind heute kalte , teure Innenstadtbüros .
      Die Kirche am Luther - Platz dient heute vor allem für Abendgottesdienste .
      Beste Grüsse , Frank
    • R. Schumann : Klaviersonate g-Moll Op. 22

      Liebe Cosima ,

      Dein zweiter Absatz stimmt .

      Die Banfield - Aufnahme(N) von Schumannwerken sind völlig unterbewertet !

      Ich stimme mit Dir überein , dass V. Banfield in Sachen Schumann bei einer Auswahl immer mit einbezogen werden sollte !

      Beste Grüsse , Frank
    • RE: R. Schumann - Klaviersonate g-Moll Op. 22

      Original von Ganong
      Lieber Zelenka ,

      es handelt sich um die siog . M a x - Kirche iinmitten der Düsseldorfer Altstadt - Süd . Um die Ecke haben die Schumanns gewohnt ( heute : Bilker Strasse 15 ) und auf der Post - Strasse ( eine Parallelstrasse zur Bilker Strasse ) wohnt eine zeitlang Johannes Brahms . In diesem Haus , das ich vor mehreren jahren zufällig zweimal "besichtigen" konnte , sind heute kalte , teure Innenstadtbüros .
      Die Kirche am Luther - Platz dient heute vor allem für Abendgottesdienste .
      Beste Grüsse , Frank


      Lieber Frank:

      Ganz herzlichen Dank für die Informationen! Wenn ich mich als Kölner in nächster Zeit wieder mal nach Düsseldorf traue, werde ich die Max-Kirche erkunden. Zweitausendeins kann auch nicht allzu weit weg sein ... :rofl

      Beste Grüße,

      Zelenka
    • R. Schumann : Klaviersonate g-Moll Op. 22

      Lieber Richard ,

      ich stimme mit Dir bzgl . Hamelin besonders was die C-Dur-Fantasie anbelangt völlig überein . Als ich die Aufnahme das erste Mal hörte , war ich ob der möglichen künstlerischen Kälte regelrecht entsetzt ! So ist es geblieben .

      Viele, Grüsse , Frank
    • RE: R. Schumann - Klaviersonate g-Moll Op. 22

      Lieber Zelenka ,

      eine herrliche Kirche ! Es lohnt sich , sie zu besuchen . Pfarrer Mohren , der meinen Sohn am 28. Oktober 1979 dort getauft hat , hat sich grosse Mühe und bleibende Verdienste um diese Kirche erworben .

      Meiner Meinung nach muss man nicht katholoisch sein , um ein Gotteshaus aufzusuchen .

      2001 ist 500 Meter entfernt . Und die "Kernaltstadt" ( heute = Kneipen ) schliessen sich fast direkt an .

      Wenn Du Dich an den seinerzeit sehr bekannten Dirigenten Albert Erede erinnern kannst , so gibt es darüber Tatsachen über das nahe gelegene Hotel und Erede zu berichten , die so völlig entfernt sind von jedem Starrummel ....

      Vielleicht können wir uns , wenn es Dir echt ist , zu einem "Musikgespräch" ( wie weiland mit Matthias Kornemann ) treffen . Mit MK hat es immer neugierig gemacht und war sehr gewinnbringend ( wenn man sich selbst nicht zu ernst nimmt ) .

      Beste Grüsse , Frank

      PS. ich bin vom 27. Mai bis 11. j
      Juni beruflich nicht abkömmlich . F.
    • RE: R. Schumann - Klaviersonate g-Moll Op. 22

      Lieber Zelenka ,

      zumindeest der Düsseldorfer CDU-OB fühlt sich seinem Kölner CDU-OB-Kollegen noch näher , nachdem Foprtuna dem 1. FC nun fast ganz nahe ist .

      Beste Grüsse , Frank