R. Schumann : Klaviersonate Nr. 1 , fis-Moll Opus 11

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    • R. Schumann : Klaviersonate Nr. 1 , fis-Moll Opus 11

      Liebe Freunde unserer Beiträge zu Robert Schumanns Werk ,

      "Clara zugeeignet von Florestan und Eusebius" schreibt Robert Schumann über das Werk . Er ist in seinen Empfindungen und in seinem kompositorischen Denken beide . Und so gibt er Florestan und Eusebius , die "Davidsbündler" , auch als den Komponisten an ! Dies ist sicherlich bis zu dem damaligen Zeitpunkt in der Musikgeschichte einmalig .

      Das Werk ist mehr eine leidenschaftliche Fantasie , eine durch ein Band , das aus zitatenhaften thematischen Bezügen besteht, miteinender verbundene Improvisation als eine Sonate im herkömmlichen Sinne . Und auch keine "Sonata quasi una fantasia" im Beethovenschen Sinn ( dasselbe gilt für seine C - Dur - Fantasie , die Siamak hier vorgestellt hat , wie für Franz Liszts h - Moll - Sonate . Die vier Sätze sind - unschwer zu hören - in sich geschlossene Charakterstücke .

      Der sog. Fandangogedanken Schumanns vom 30. Mai 1832 ( s. Schumanns Tagebücher , Bd. 1 ) hat nichts mit dem berühmten spanischen Tanz gemeinsam . Er wird zum zentralen thematischen Element der Sonate !

      Schumann überschreibt den Beginn des Werkes mit "Introduzione . Un poco Adagio." Keine langsame Einleitung im traditionellen Sinn , sondern darin sind die thematischen und motivischen Keimzellen für die gesamte Sonate enthalten . Wir denken sofort an Liszts h - Moll - Sonate . Der zweite Gedanke der Einleitung nimmt dann das Thema des langsamen Satzes vorweg . Der Bezug zu Clara Wiecks fantastischer Klavierszene "Ballets des revenants" opus 5 , als Thema des Allegro vivace ist evident .

      Nach dem leidenschaftlichen , emotional geradezu aufwühlenden ersten Satz bildet die Aria in A - Dur , 3/4-Takt , einen vorübergehenden Pol der scheinbaren Beruhigung . Schumann schreibt als Vortragsbezeichnung vor :Senza passione , ma espressione" , also ohne Leidenschaft aber mit mit Ausdruck . Auch weitere Hinweise wie "semplice" im 6. Takt un pp vorzutragen machen im Gesamtsatz durchdie wiederkehrenden Hinweise auf den "Eusebiuscharakter" Sinn , wenn der Komponist etwa im 41. Takt erneut ein "semplice" ausdrücklich vorschreibt . Bei aller innerer Aufgewühltheit in Schumanns Seelenzustand und seinem Intellekt ("Herzensschrei nach Dir" ist Schumann überlegen genug , alles in wohlüberlegte kompositorische Form zu schreiben .

      Der 3. Satz ist "Scherzo e Intermezzo" überschrieben und steht in in fis-moll und im 3/4-Takt mit der Vortragbezeichnung "Allegrissimo" . Das zweite Intermezzo ist "alla burla" bezeichnet . Dort werden das Terz- wie das "Schlagzeug" - Qiuintmotiv übernommen . Es ist ein typisches "Florestan-Stück" in seinem Aufbau . In diesem Satz folgt den leidenschaftlichen Rhythmen und für Robert Schumann nicht untypischen keckhaften Sprüngen eine gewisse innere Beruhigung . Grössere Gegensätze kann ich mir kaum vorstellen !

      Der Schlussatz i ist mit "Allegro un poco maestoso" überschrieben und steht erneut im 3/4-Takt und der Tonart fis - moll . Die Taktwahl eines Werkes ist von eminenter Bedeutung . So sei darauf hingewiesen , dass bei Frédéric Chopins 4 Scherzi alle im 3/4-Takt stehen , und Leonard Bernstein hat die Taktwahl anhand der "Pathétique" - Symphonie von P. I. Tschaikowsky umfangreich in einem seiner Bücher und Vorträgen in Tanglewood schon Anfang der 1960er Jahre erläutert .

      Dieser Schlussatz voller Gegensätze wird durch diese inneren Spannungen zusammengehalten . Er bietet dem Interpreten sehr viele Möglichkeiten , auch sein hochvirtuoses Können zu beweisen .

      Musikwissenschaftlich ist festzuhalten , dass die thematische Vereinheitlichung spätestens seit Franz Schuberts "Wanderer - Fantasie" ( 1822 ) bekannt ist . Franz Liszt , der selbst in seiner grossen h - Moll - Sonate dieses Stilmittel anwenden sollte , bezeichnete die fis - Moll - Sonate von Schumann als "das beste Werk der Gattung seit Beethoven" ( Schumann , Tb I , p. 401 ) .

      Schumann hat diese für ihn nicht hörbare und aus dem Notentext nicht herauslesbare Veieinheitlichung in Chopins b - Moll - Sonate opus 35 , diese thematische Vereinheitlichung offensichtlich als Fortschritt der Sonatenkomposition vermisst und geschrieben :"Ein Stück aus guter alter Zeit" , was aber die Verhältnisse zwischen den Sonaten Schumanns und Chopins n i c h t zutreffend erfasst und beschreibt !

      Schärfer formuliert : Schumann , der grosse Chopin- Verehrer und -Bewunderer , hat diese b - Moll - Sonate nicht verstanden .

      Für mich ist dies eigentlich nicht nachvollziehbar , zumal Robert Schumann der wahrscheinlich toleranteste , offenste Komponist u n d Musikwissenschaftler sowie Musikrezensent war für Neuerungen . Und chopin hat mit seinen drei Klaviersonaten eindeutig kompositiorisches Neuland beschritten .

      Innerhalb der Kompositionen für Klavier ( und darüber hinaus ) bleibt die fis - Moll - Sonate für Klavier opus 11 eines der Kernwerke Schumanns ! . Franz Liszt hat dies sofort erfasst .

      Mein persönliches Bekenntnis ist : Diese Sonate ist eine meiner Lieblingskompositionen überhaupt !

      Die Frage nach den persönlich bevorzugten Interpretationen ist überraschenderweise nicht schwer zu beantworten , ohne dass ich hier eine vergleichende Rezension schreiben möchte . Einige Hinweise seien gestattet .

      Einer Aufnahme gebührt der Gipfel unter allen Interpretationen die ich kenne :

      Vladimir Sofronitzky 8 Live-Mitschnitt ; Mai 1960 ; Moskau ; Melodiya , 2 CDs ) .

      Der Meister erfasst auf ganz selbstverständliche Weise Schumanns Geist , sein Wesen , seine Vorstellungen und alles , was der Komponist in der fis-Moll-Sonate ausdrücken wollte . Dies ist eine Sternstunde der Interpretatiosnkunst ! .

      Fast gleichauf sind :

      Emil Gilels ( 1947 ; "The Piano masters" und "Masters of the Piano" ; mono ) .

      Vanessa Wagner ( 2001 ; LYRINX . kombiniert mit den opp. 22 u n d 23 von Robert Schumann . Auch als DVD erhältlich ) . bei ihr , wie zuvor bei Emil Gilels, erleben wir eine ungewöhnliche Dichte des Vortrages . Grösste Kunst .

      Emil Gilels ( 1959 ; Live , BBC Legends ) . Hier trifftdie generalisierende Aussage von Joachim Kaiser über Gilels nicht zu , dass dieser live immer "besser" , "packender" gespielt habe . Diese Aufnahme ist natürlich ein Muss , aber die frühe ist doch zwingender , schumannverwandter .

      Shura Cherkassky ( 1963 , Livemitschnitt ; CH - Lugano ; Ermitage /AURA ) . Es ist faszinierend , was Cherkassky in seinen sehr guten Jahren zu leisten vermochte . Er hat das Werk genau analysiert und , anders als bei seinem mehrfach aufgenommen "Carnaval" oder den "Études Symphoniques" , auch interpretierend treffend umzusetzen vermocht .
      Als ich mir bei meiner Zusammenstellung "Meine 100 Top Interpretationne und Interpreten" ( 2005 ff. ) überlegte, ob ich Shura Cherkassky in diese Liste aufnahmen sollte und warum , falls ja , so war es unter anderem diese Aufnahme , die mich dazu bewog dies zu tun .
      Ich kannte einmal einen ProfiPinaisten , der mir zu meiner grössten Verwunderung um 1980 ganz beiläufig erklärte , dass Shura Cherkassky der einzige Pinaist sei , den er immer in seinen Konzerten besuche .

      Harold Bauer ( April 1916 ; NIMBUS ; technisch perfekt remastered ). Bauers Spiel ist schon aus interpretationsgeschichtlichen Gründen hochinteressant . Den Introduzione - Beginn lässt er fast unendlich verweilen . Das "Andante cantabile" gelingt ihm betörend . das "Scherzo e Intermezzo" ist erfüllt von einem träumerisch verträumt romantischen schumannschen Geist . Der Pianist ist ganz der alten Tradition verpflichtetr . Die immer wieder beschriebene Gefahr des "Zerlaufens" der Schlussatzes meistert Harold Bauer durch scharfe Markierungen . Er teilt den recht langen Schlussatz mit einer seltenen analytische Schärfe auf und steigert das Finale mit viel Freiheiten , die Schumann keineswegs ausschloss .

      Lazar Berman ( Mai 1990 ;livemitschnitt ; Montreal , Canada ; PHOENIX Classics . Kombiniert mit Liszts h - Moll - Sonate und dessen "Funérailles" ) . Vor allem in den Ecksätzen die "ruhigste" Aufnahme . Die "Aria" spielt Berman betörend schön . Und auch das Scherzo gelingt ihm herausragend . Wie Vanessa Wagner nimmt er die Vortragsbezeichnung "Allegro un poco maestoso - Più allgero" sehr genau , so dass er nie Gefahr läuft , daraus ein reines Bravourstück zu machen .

      Beste Grüsse ,

      F r a n k

      PS.: Da dies fis - Moll - Sonat eine Art Schnittstelle in Schumanns kompositiorischem und alltäglichen Leben bedeutet , werde ich gesondert dazu einige Ausführungen machen . F.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ganong ()

    • RE: R. Schumann : Klaviersonate Nr. 1 , fis-Moll Opus 11

      Lieber Frank:

      Schon jetzt meinen allerherzlichsten Dank für Deine engagierte Einführung und Schumanns Opus 11! Deine Lieblingsaufnahme (Sofronitsky Melodiya Russian Piano School (vol. 5) 74321251772) besitze ich, sie ist wirklich außerordentlich! Meine anderen (nur) drei Aufnahmen fallen deutlich ab. Ich werde sie trotzdem hervorkramen und durchhören:

      Martin Arion ARN268218
      Pollini Philips Great Pianists of the 20th Century 4569372
      Demus Nuova Era 7313

      Allerbeste Grüße,

      Zelenka
    • RE: R. Schumann : Klaviersonate Nr. 1 , fis-Moll Opus 11

      Lieber Zelenka ,

      ich hatte erwartet , dass es wilde Proteste geben würde , weil die Aufnahme mit Maurizio Pollini fehlt .

      dazu folgendes :
      1. 1973 (!) gab es sie als LP in Hochpreisfassung für damalige Verhältnisse . Sie erfüllte keine der Schumannschen Vorgaben .

      2. In der Edition "Great Pianists of the Century" ist sie groteskerweise enthalten . Es wäre
      die Aufnahme Pollinis , die ihn , würde der Pinaistenkreis vernünftg(er) und sachlich korrekter zusammengesetzt , ihn aus den grossen Pianisten herauskatapultieren würde . Alleine der Introduzioone - Beginn ist schrecklich ...

      3. Die DGG hat dann , jedenfalls bei SATURN Düssseldorf , den Presi für die CD 8 gekoppelt mit der genauso grausam gespielten Schubert - Sonate D 845 ) für 7,99 angeboten . Aber es reichte nicht !
      Also : weg mit den beständen : zuletzt für 4,99 Euro .

      Jörg Demus , eher unterschätzt , beweist hier wider einmal , wie problematisch es ist , gesamtaufnahmen zu kaufen .

      es gilt für mich der Satz von Alexis Weissenberg :" Niemand spielt alle Werke eines Komponisten gleich gut !" .

      Dies gilt auch für Maestro Weissenberg - aus meiner Sicht .

      V. Banfield scheitert auch an dieser Sonate wie Demidenko . man kann dies hören !
      Radu Lupu hat vor genau einer Woche diese Sonate in Düsseldorf gespielt . Er hat den Sinn der Sonat e absolut verstanden . Grossartiges Interpretieren . Aber , was war passiert ? der Flügel war schon vor der Pause in einem desolaten Zustand . In der Pause wurde er , in Düsseldorf keine Seltenheit , "nachgestimmt" ( ABM hätte sine Sachen gepackt und wäre zu recht gegangen ! ) . . Auch bei der fis-Moll-Sonate, der viel zu kleine Saal für so viele Zuhörer wra "überfeuchtet" - eine Zumutung ! - und der Flügel klang stumpf , matt , ohne eigenes Leben . dass lupu mehrfach grob "patzte" wird wohl eher seine enttäuschung über die "Düsseldorfer Verhältnisse" gewesen sein als dass er dem Werk nicht gewachsen gewsen wäre . Denn : Welche Töne , die er dem Instrument zu entlocken versuchte , konnt eman erahnenn , wenn man das Werk kannte . In der Lokalpresse ("Notizen aus der Kleinprovinz" ) kein Wort darüber ! Unbegreiflich .

      ich habe mir überlegt , dass es für einen Pianisten vom rang eines radu Lupu besser gewesen wäre , sein Rcital in Köln oder bonn zu geben . Dort herrschen verhältnisse , die internationalen Standarts entsprechen . I c h wäre nach Köln gefahren. Wer Schzumanns Werke mag auch .

      Beste Grüsse , X( X( X( :( :( :(
      F r a n k
    • R. Schumann : Klaviersonate Nr. 1 , fis-Moll Opus 11

      Lieber Siamak ,

      ich wusste natürlich , dass Du dies schreiben würdest .

      es ist ja gut , dass es unterschiedliche Meinungen gibt . daraus kann man ja , ja ollt eman lernen ( können ) .

      Im konkrten Fall gelingt mir dies seit 1973 (!) n i c h t ! .
      Dies gilt auch für Pollinis Schubert - Aufnahmen .

      Viele Grüsse , Frank
    • RE: R. Schumann : Klaviersonate Nr. 1 , fis-Moll Opus 11

      Lieber Frank, lieber Siamak:

      Ich hatte nur geschrieben, daß Pollini gegenüber Sofronitsky abfällt, ich wollte auch keineswegs dagegen protestieren, daß sein Name in der Einführung zum Faden fehlt. Ich besitze ihn eben nur eher zufällig. Er ist sicher auch keineswegs so schlecht, wie Frank meint. Ansonsten: De gustibus ... Und ich werde Pollini erst einmal wiederhören, wenn ich nach Hause komme. Die bei mir vorhandenen Demus-Platten hatte ich gekauft, weil auf den entsprechenden Folgen sonst sehr schlecht erreichbare Schumann-Klavierwerke gekoppelt sind. - Tut mir leid zu hören, daß das Lupu-Konzert in Düsseldorf eine herbe Enttäuschung war ...

      Gruß,

      Zelenka
    • hallo ihr beiden, Frank und Jan Dismas,



      nun wird die aufnahme bekanntermaßen nicht besser dadurch, dass man das cover präsentiert. ich mache es trotzdem, weil diese interpretationen für mich zum besten dieses pollini gehören. ich gebe zu, dass das un poco adagio des ersten satzes bei maurizio etwas mehr wie un poco grave klingt. es kontrastiert jedoch sehr gut. die gesamte interpretation ist gekennzeichnet durch:

      1. eine pianistische beherrschung des manualtechnischen und des orchestralen klangspektrums, wie es kaum jemand gleichtun kann. man erinnert sich an die chopin-etüden.

      2. der jugendliche sturm und drang ist spürbar, feuer ! dennoch ist die glühende leidenschaft des jungen pollini 'kontrolliert', beherrscht. die seele und das herz wollen rasen, der verstand hält sie im zaum, mit freilgung der struktur und transparenz. für mich ungeheuerlich, da ich weiß, wie anstrengend so ein verfahren ist, auch für die hände.

      auch ich habe die frühe gilels-aufnahme aus den piano-masters. sie ist dem pollini ebenbürtig, hat jedoch nicht diese 'glut' und außerdem die schlechte aufnahmetechnik.

      die demidenko-interpretation ist sehr gut, es fehlt etwas anteilnahme. ein weiterer tip:

      eine live-aufnahme christian zacharias' aus 1975 (EMI). sie ist unbeherrschter als bei pollini und knüpft an die leistung der davidsbündler an. sagenhaft ! :down

      gruß, siamak :engel
    • Hallo Siamak:

      Bei laufendem Pollini: Du hast in allen Punkten recht! Aber mehr Feuer, jugendlicher Sturm und Drang und Glut sind beim etwa 59jährigen Sofronitsky zu finden ... Die einzelnen Trackzeiten sprechen allein schon eine deutliche Sprache. (Behäbig übrigens bei mir der Yves Nat-Schüler Jean Martin.) Danke für den Zacharias-Tip!

      Gruß,

      Zelenka
    • Original von AcomA
      eine live-aufnahme christian zacharias' aus 1975 (EMI). sie ist unbeherrschter als bei pollini und knüpft an die leistung der davidsbündler an. sagenhaft ! :down


      Lieber Siamak, liebe Schumann-Freunde!

      Nun hast Du bereits meine Trumpfkarte ausgespielt. :rofl Die Zacharias-Aufnahme ist wirklich sehr empfehlenswert! Und das Unvorstellbare: Ich fand sie zufällig in einer sog. Wühlkiste, die tolle Doppel-CD für 2,99 Euro. Eine Zusammenstellung von Werken anlässlich Zacharias’ 50. Geburtstag:



      Ansonsten könnte ich leider nur noch Kissin und Banfield ins Rennen schicken, aber beide können hier überhaupt nicht mithalten.

      Gruß, Cosima
    • @Frank,

      wiedereinmal eine tolle Einleitung!

      Für mich gehört diese Sonate ebenfalls zu einer der größten Kompositionen Schumann's für Klavier solo überhaupt und ich schätze sie außerordentlich!

      Ob sie nun die größte Komposition für Klavier seit Beethoven überhaupt ist sei dabei einmal dahin gestellt.

      Als eines der Kernwerke Schumann's würde ich die Sonate ebenfalls bezeichnen!!!!

      Ich kenne/besitze folgende Aufnahme:

      Gieseking
      Pollini
      Perahia
      Kissin
      Gilels (die "Brilliant" Aufnahme)
      Demidenko

      Warum denkst Du demidenko scheitert bei dieser Sonate?

      Gruß
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • R. Schumann : Klaviersonate Nr. 1 fis-Moll Opus 11

      Lieber Rachmaninov ,

      Demidenko spielt mir die Einleitung , diese vor allem , und den gesamten ersten Satz zu sehr wie ihn Siamak bei Pollini bespricht ( s. o. ) .
      Dies ist eindeutig gegen Schumanns Vorschriften !.

      U n d : Wir müssen Schumanns Werke ja immer im Kontext zu seinem Leben hören .

      es gibt ein 2001 bei "Artemis & Winkler" erschienenes Buch von V. B e c i , eine rin Münster lebenden Musikwissenschaftlerin , das in dieser Hionsicht alles in Grund und Boden schreibt , was ich an über 50 Schumann - Biographien kenne . Und das auf ca. 20 Seiten . Für Schumann - Freunde ein Muss ! .

      Die andere auf der CD enthaltene Sonate interpretiert Demidenko dann auf einem anderen Niveau .

      Viele Grüsse , Frank
    • lieber Frank,

      ich kann dein statement gegenüber pollini wiedermal nicht unbeantwortet lassen. zunächst einmal spielt demidenko die erste sonate IMO ziemlich kalt bzw. neutral. wie mal jemand sagte: 'der charme der roten armee'. bei maurizio pollini ist es luzide, warm und leidenschaftlich. ich höre ihn gerade mit eben dieser sonate. die punktierten abschnitte des ersten satzes macht ihm so vehement und flexibel keiner nach ! das pollini nicht den autorentext befolgt, halte ich für ziemlich spekulativ. florestan und eusebius werden im ersten satz lehrbuchartig voneinander abgesetzt. und trotzdem klingt es so organisch, wie aus einem fluss, dank pollinis überragenden und flexiblen händen. der zweite satz, die wundersame aria, herrlich ausgesungen und klanglich abgetönt. diese kunst des pedaleinsatzes kenne ich sonst nur von alfredo perl. überhaupt, pollini ist ein sehr gewissenhafter befolger des notentextes, das hat er über jahrzehnte bewiesen.

      gruß, siamak :)
    • Original von AcomA
      lieber Frank,

      ich kann dein statement gegenüber pollini wiedermal nicht unbeantwortet lassen. zunächst einmal spielt demidenko die erste sonate IMO ziemlich kalt bzw. neutral.


      Ich finde den vierten Satz gigantisch gut!!!!!!!!!


      wie mal jemand sagte: 'der charme der roten armee'.


      Wer?
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • lieber Sergejewitsch,

      das mit dem charme schrieb mal ein rezensent über einen klavierabend konstantin scherbakovs.

      ja, der vierte satz gelingt maurizio natürlich ebenfalls grandios. der improvisatorische charakter, das träumen und fantastische kommen richtig zur geltung, ohne das der satz zerfällt. überhaupt ist pollini ein 'anti-destillator', das gegenteil eines z.b. pletnev. ich schrieb es schon mal.

      gruß, siamak :)
    • R. Schumann : Klaviersonate Nr. 1 , fis-Moll Opus 11

      Lieber Richard ,

      lieber Siamak ,

      es geht nicht um "recht haben" . So bleibt es wohl bei jedem von uns bei seinen favorosireten interpretn ( dies ist ja auch bei anderen Werken so . Und dies ist auch sicherlich gut so . ) .

      Letztendlich kommt es auf die Qualität des Werkes an !

      Grüsse , Frank
    • RE: R. Schumann : Klaviersonate Nr. 1 fis-Moll Opus 11

      Eine kurze Verständisfrage: Gehe ich Recht in der Annahme, Frank, dass Du meinst, Pollini (und Demidenko) spielten deshalb verfehlt, weil sie die Vorschrift Schumanns missachteten, der
      ersten Satz sei "leidenschaftlich , emotional geradezu aufwühlenden" zu spielen? Wer die
      "glühende Leidenschaft" so 'kontrolliert', wie siamak schreibt, der gehe daran vorbei? Ist das der Grund Deiner Ablehung (insbesondere) der Pollini-Interpretation?

      (Mein Beitrag zu dieser Sonate folgt später noch...)
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • RE: R. Schumann : Klaviersonate Nr. 1 , fis-Moll Opus 11

      Original von ab
      Kennt ihr auch:

      Vladimir Sofronitzky, Klavier Schumann:Carnaval op. 9;Papillon op. 2, Urania, wie ist die?


      Soweit ich weiß halt Walter sie!
      u.A. ist da auch die Kreisleriana drauf. Soweit ich mich erinnere alles TOP!!!

      Werde ich mich nochmals ausleihen und dann berichten!

      Beziehe mich dabei auch diese Aufnahme



      Arabesque Op.18
      Carnaval Op.9
      Des Abends Op.12 No.1
      Kreisleriana Op.16
      _____

      Administrator: Das Klassikforum