Schönberg: Das Buch der hängenden Gärten, op. 15

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    • Schönberg: Das Buch der hängenden Gärten, op. 15

      Schönberg: Das Buch der hängenden Gärten, op. 15
      Das ist ein Zwölftonwerk, das mich unglaublich anzusprechen und zu fesseln vermag.

      Könnt ihr mir eine überzeugende Aufnahme empfehlen?

      Danke!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Na, 11 Jahre später erwartet 'ab' wohl keine Antwort mehr. ;)

      Trotzdem will ich hier einmal eine Aufnahme in den Ring werfen.



      Brigitte Fassbaender mit Aribert Reimann am Piano.

      Ein Zyklus, den ich eigentlich sehr liebe, aber doch wiederum viel zu selten höre. Aber mich hat die seltsame, fremdartige Poesie Stefan Georges immer sehr angesprochen und eigentlich kann ich mir keinen besseren Komponisten als Schönberg für eine Vertonung vorstellen. Für mich ist er nicht nur eine Ergänzung zum Text, sondern schafft es auch, ein Gegengewicht zu der 'Erdenschwere' der Lyrik zu kreieren. Die Fremdartigkeit bleibt, aber Schönberg, ohne sie zu glätten, holt die Texte auch ein Stück in die Moderne.
      (Sorry, schwer für mich, das in Worte zu fassen.) Jedenfalls treffen hier zwei Außenseiter im 'Mainstream' aufeinander und das Ergebnis ist eine ganz intensive neue Ebene.

      Ich habe die Fassbaender mit dem Zyklus einmal in Wotersen live (1994) erlebt. Leider nicht mit Reimann am Klavier. Dabei war aber Marianne Hoppe, die die nicht vertonten Gedichte sprach. Und das war dann ein unvergesslicher Moment. Die Hoppe setzte im Grunde genommen Schönberg fort. Sie sprach ja immer mit einer gewissen schwebenden Erdenferne und genau das ließ hier die Texte völlig neu aufblühen.

      :hello Falstaff
    • Leider scheint es davon keine CD zu geben:



      Suzanne Danco mit Helmut Reutter am Klavier, Berlin 1955.

      Interessant dabei ist vielleicht das Aufnahmedatum. Wie hat man Schönberg in den Fifties interpretiert?

      Persönlich mag ich die Danco, auch ihre gewissen Schärfen in der Höhe, die die Texten fast 'aufreißen' und sie dadurch auch irgendwie in die Gegenwart holen. Ich denke, wichtig ist es, dass sie nicht einfach dastehen, dass man ihre durchaus vorhandene 'Schwüle' zusammen mit der Musik nicht abmildert, aber ergänzt, verändert, umwandelt.

      :hello Falstaff
    • Eine neuere Version ist diese hier:



      So sehr ich ihn als Liedsänger schätze, ist mir das zu 'lieblich'. Mir fällt kein besseres Wort ein. Vielleicht liegt es an der Stimmlage. Ein Tenor wäre möglicherweise besser dafür. Aber durch den Klang der Stimme kippt mir das Ganze zu sehr auf Georges Seite. Zu viel 'Erdenschwere' und zu wenig konterkarierendes 'Aufbrechen', so wie ich Schönberg immer verstanden habe. Es muss immer ein Gleichgewicht bleiben. Übrigens ist es mir auch vom Klavierpart her zu weich.

      :hello Falstaff