Anspruchsvolle Werke von Franz Liszt

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    • Neben der h-moll-Sonate finde ich die Balladen musikalisch sehr anspruchsvoll, vor allem die No.2 in h-moll. Das Werk, dass gleichzeitig mit der Sonate entstanden ist, soll ja die griechische Sage "Hero und Leander" als Hintergrund haben, allerdings wurde es nie wissenschaftlich bewiesen, dass Liszt die Ballade mit der Sage im Zusammenhang gebracht hat. Weiß vielleicht jemand trotzdem, wie dieser Zusammenhang trotzdem entstanden ist?
      Die Legenden sind auch interessante Stücke von Liszt, nicht zu sehr auf Technik basiert, sondern doch eher auf die Musikalität.
      Werke wie die Dante-Sonate, die Klavierkonzerte und die Rhapsodie espagnole sind meiner Meinung nach ebenfalls sehr anspruchsvoll, aber nur, wenn man sie dementsprechend musikalisch gestaltet, anstatt die ganze Technik-Schiene rauf- und runterzuspielen.
    • Neben der h-moll-Sonate finde ich die Balladen musikalisch sehr anspruchsvoll, vor allem die No.2 in h-moll. Das Werk, dass gleichzeitig mit der Sonate entstanden ist, soll ja die griechische Sage "Hero und Leander" als Hintergrund haben, allerdings wurde es nie wissenschaftlich bewiesen, dass Liszt die Ballade mit der Sage im Zusammenhang gebracht hat. Weiß vielleicht jemand trotzdem, wie dieser Zusammenhang trotzdem entstanden ist?
      Die Legenden sind auch interessante Stücke von Liszt, nicht zu sehr auf Technik basiert, sondern doch eher auf die Musikalität.
      Werke wie die Dante-Sonate, die Klavierkonzerte und die Rhapsodie espagnole sind meiner Meinung nach ebenfalls sehr anspruchsvoll, aber nur, wenn man sie dementsprechend musikalisch gestaltet, anstatt die ganze Technik-Schiene rauf- und runterzuspielen.
    • Dem schließe ich mich an! Musikalisch bietet die 2. Ballade sehr viel "Stoff" sowohl für den Interpret als auch für den Zuhörer. Wenn Du darüber hinaus einmal eine Rhapsodie hören willst, wie man es NICHT macht, dann hör Dir mal Denis Matsuev an.... furchtbar!
    • Dem schließe ich mich an! Musikalisch bietet die 2. Ballade sehr viel "Stoff" sowohl für den Interpret als auch für den Zuhörer. Wenn Du darüber hinaus einmal eine Rhapsodie hören willst, wie man es NICHT macht, dann hör Dir mal Denis Matsuev an.... furchtbar!
    • Original von Jeremias
      Dem schließe ich mich an! Musikalisch bietet die 2. Ballade sehr viel "Stoff" sowohl für den Interpret als auch für den Zuhörer. Wenn Du darüber hinaus einmal eine Rhapsodie hören willst, wie man es NICHT macht, dann hör Dir mal Denis Matsuev an.... furchtbar!


      okay, ich werde es mir überlegen, ob ich es mir antun werde :D

      Darf man hier eigentlich Links posten zu Aufnahmen?
      Wenn ja, hier ein weiteres Beispiel, wie man Liszt NICHT spielen sollte:

      valentinalisitsa.com/audiopage.htm

      Die Lisztballade geht ja noch, aber die 12.Ungarische und vor allem die Spanische wird so verunstaltet, dass es richtig wehtut, es sich anzuhören :A
    • Original von Jeremias
      Dem schließe ich mich an! Musikalisch bietet die 2. Ballade sehr viel "Stoff" sowohl für den Interpret als auch für den Zuhörer. Wenn Du darüber hinaus einmal eine Rhapsodie hören willst, wie man es NICHT macht, dann hör Dir mal Denis Matsuev an.... furchtbar!


      okay, ich werde es mir überlegen, ob ich es mir antun werde :D

      Darf man hier eigentlich Links posten zu Aufnahmen?
      Wenn ja, hier ein weiteres Beispiel, wie man Liszt NICHT spielen sollte:

      valentinalisitsa.com/audiopage.htm

      Die Lisztballade geht ja noch, aber die 12.Ungarische und vor allem die Spanische wird so verunstaltet, dass es richtig wehtut, es sich anzuhören :A
    • RE: Anspruchsvolle Werke von Franz Liszt

      Original von Jeremias
      Franz Liszt wird von vielen Musikliebhabern ja doch sehr kritisch gesehen. Natürlich, man kennt in erster Linie seine virtuosen Werke, die Rhapsodien, die großen Opernparaphrasen oder die teuflisch schweren Etüden.

      Aber Liszt hat auch musikalisch einiges zu bieten gehabt. Zu meinen Lieblingswerken zählt "Vallée d'Obermann", das mit mein Klavierlehrer vor etwa 12 Jahren in der legendären Aufnahme mit Horowitz zeigte. Bis heute ist es vielleicht sogar mein favorit geblieben. Auch wenn ich mich erst jetzt reif genug finde, um es zu spielen, so habe ich es bereits vor vielen Jahren erlernt.

      Weiterhin schätze ich ganz besonders seine Bearbeitungen der Schubert'schen Lieder. Liszt versteht es, jede Strophe neu und anders erklingen zu lassen. Ganz besonders liebe ich "Auf dem Wasser zu Singen" sowie das "Ständchen" aus dem Schwanengesang, wobei ich zu letzterem sowieso eine besondere Beziehung habe.

      Ich möchte Euch diese CD einmal sehr ans Herz legen:



      Wolfram Goertz, Chefkritiker der Rheinischen Post, schrieb einmal, er würde NIE auch nur eine CD von Liszt empfehlen, bis er diese in die Hand bekam.... eine wunderbare Aufnahme, insbesondere der Dante-sonate.

      Welche Aufnahmen dieser interessanten Werke Liszt's bevorzugt ihr?



      Jeremias,
      ich stimme Dir auch zu. "Vallée d'Obermann" ist auch eines meiner Lieblingsstücke, übrigens auch das von Arrau. Zu meinen Lieblingswerken zählt auch "Benediction de Dieu dans la solitude". Die beste Aufnahme habe ich mit Katsaris gehört. Man muss nur mal stöbern, dann findet man sehr ausdrucksstarke Klavierkompositionen, melodisch, dynamisch, einfach toll.
      Gruss Dieter
    • RE: Anspruchsvolle Werke von Franz Liszt

      Original von Dieter

      "Vallée d'Obermann" ist auch eines meiner Lieblingsstücke, übrigens auch das von Arrau. Zu meinen Lieblingswerken zählt auch "Benediction de Dieu dans la solitude". Die beste Aufnahme habe ich mit Katsaris gehört. Man muss nur mal stöbern, dann findet man sehr ausdrucksstarke Klavierkompositionen, melodisch, dynamisch, einfach toll.
      Gruss Dieter


      Da der Name Arrau hier wiederum gefallen ist, soll er als großer Lisztianer und Schüler eines Schülers des großen Meisters selbst zu Wort kommen. Hier ist seine Rangliste der größten Klavierwerke Liszts (entnommen dem Booklet-Text von Peter Warwick zur Music & Arts-CD 1205 ["Claudio Arrau plays Liszt"]):

      Sonate h-moll
      Harmonies poétiques et réligieuses: No. 3: Bénédiction de Dieu dans la solitude
      Variationen über "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" (Bach-Kantate BWV 12)
      Années de pèlerinage: Deuxième année: Italie: Sposalizio
      Années de pèlerinage: Première année: Suisse: Vallée d'Obermann
      Années de pèlerinage: Première année: Suisse: Au bord d'une source
      Harmonies poétiques et réligieuses: Funérailles
      Deux Légendes: Saint Francois d'Assise prêchant aux oiseaux, Saint Francois de Paule marchant sur les flots
      Années de pèlerinage: Deuxième année: Italie: Sonetti del Petrarca No. 47, No. 104, No. 123
      Konzert No. 2 A-Dur
      Études d'exécution transcendante
      Deuxième Ballade
      Totentanz
      Mephisto-Walzer
      Fantasie und Fuge über das Thema B-A-C-H
      Années de pèlerinage: Troisième année: Les jeux d'eaux à la Villa d'Este
      Ungarische Rhapsodien: Nos. 13, 12, 2, 5

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • RE: Anspruchsvolle Werke von Franz Liszt

      Original von Zelenka
      Original von Dieter

      "Vallée d'Obermann" ist auch eines meiner Lieblingsstücke, übrigens auch das von Arrau. Zu meinen Lieblingswerken zählt auch "Benediction de Dieu dans la solitude". Die beste Aufnahme habe ich mit Katsaris gehört. Man muss nur mal stöbern, dann findet man sehr ausdrucksstarke Klavierkompositionen, melodisch, dynamisch, einfach toll.
      Gruss Dieter


      Da der Name Arrau hier wiederum gefallen ist, soll er als großer Lisztianer und Schüler eines Schülers des großen Meisters selbst zu Wort kommen. Hier ist seine Rangliste der größten Klavierwerke Liszts (entnommen dem Booklet-Text von Peter Warwick zur Music & Arts-CD 1205 ["Claudio Arrau plays Liszt"]):

      Sonate h-moll
      Harmonies poétiques et réligieuses: No. 3: Bénédiction de Dieu dans la solitude
      Variationen über "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" (Bach-Kantate BWV 12)
      Années de pèlerinage: Deuxième année: Italie: Sposalizio
      Années de pèlerinage: Première année: Suisse: Vallée d'Obermann
      Années de pèlerinage: Première année: Suisse: Au bord d'une source
      Harmonies poétiques et réligieuses: Funérailles
      Deux Légendes: Saint Francois d'Assise prêchant aux oiseaux, Saint Francois de Paule marchant sur les flots
      Années de pèlerinage: Deuxième année: Italie: Sonetti del Petrarca No. 47, No. 104, No. 123
      Konzert No. 2 A-Dur
      Études d'exécution transcendante
      Deuxième Ballade
      Totentanz
      Mephisto-Walzer
      Fantasie und Fuge über das Thema B-A-C-H
      Années de pèlerinage: Troisième année: Les jeux d'eaux à la Villa d'Este
      Ungarische Rhapsodien: Nos. 13, 12, 2, 5

      Gruß, Zelenka


      Claudio Arrau sagt in einem Gespräch:" Eine Komposition, die ich sehr liebe, ist "Vallée d Obermann". Das ist vielleicht das Schönste, was er geschrieben hat".
      Aus einer Broschüre "Musiker im Gespräch, Edition Peters.
      Gruss Dieter
    • RE: Anspruchsvolle Werke von Franz Liszt

      Original von Dieter

      Claudio Arrau sagt in einem Gespräch:" Eine Komposition, die ich sehr liebe, ist "Vallée d Obermann". Das ist vielleicht das Schönste, was er geschrieben hat".
      Aus einer Broschüre "Musiker im Gespräch, Edition Peters.
      Gruss Dieter


      Lieber Dieter:

      Ein verspätetes, aber trotzdem herzliches Willkommen im Forum! - Arraus zitierte Rangliste bezieht sich ja auf die größten Klavierwerke, nicht unbedingt auf die schönsten ...

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Lange, ganze vier Jahre, war hier in diesem Faden nichts mehr zu lesen, nicht einmal im Liszt-Jahr ist er hervorgekramt worden.

      Was ist von den Jorge Bolet-Aufnahmen zu halten, wären die von Sergio Fiorentino vorzuziehen, was haltet ihr von Lesslie Howard? Gäbe es dazu neue Hörerfahrungen, die ihr gerne teilen wolltet...
      :thanks
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Naja, wo es um anspruchsvolle Werke von Liszt gehen soll, kann nicht viel kommen. :ignore :cool
      Scherz beiseite, mir ging es es lange wie dem im Eröffnungsbeitrag erwähnten Chefkritiker der Rheinischen Post. Bei mir war es aber nicht Leif Ove Andsnens sondern Stephen Hough, der mir Liszt etwas näher gebracht hat.

      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Zelenka ... in memoriam

      Ich habe keine Probleme mit Liszt, jedenfalls nicht a priori; allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, daß es sehr auf den Interpreten ankommt (mehr als bei vielen anderen), ob er mich interessiert – manchen Musikern liegt er offenbar mehr als anderen: Jorge Bolet beispielsweise war ein wunderbarer Liszt-Interpret, Raymond Lewenthal auch (es gab mal seine Aufnahmen irgendwo im Internet zum kostenlosen Download), namentlich der 2. Ballade. Sergio Fiorentino kenne ich nicht mit Liszt, Andsnes leider auch nicht; was ich von Leslie Howard gehört habe, hat mich nicht beeindruckt, vieles andere auch nicht. Francesco Libetta (dessen Idol übrigens auch Kempf ist) ist meiner Meinung nach ebenfalls ein großartiger Liszt-Interpret, der u.a. sämtliche Transkriptionen der Wagner-Opern aufgenommen hat (die es auch mal vorübergehend als kostenlosen Download gab), aber auch unzählige andere Werke von Liszt im Repertoire hat und immer wieder gerne spielt (natürlich auch die Franziskus-Legenden); in dem Monsaingeon-Film ist der Totentanz im Programm.

      Zum Vergleich (von Äpfeln und Birnen) Valentina Lisitsa im Londoner Bahnhof St. Pancras, ebenfalls mit dieser Danse macabre. Das ist vermutlich musikalisch nicht ernst gemeint, sondern nur ein Publicity-Gag.

      Die Musik Liszts wird auch von Musikern, die völlig unverdächtig sind, Klavier-Akrobaten oder Angeber zu sein, ernst genommen und aufgeführt. Eine besonders schöne h-moll-Sonate habe ich z.B. mal von Herbert Schuch gehört.

      Hier noch ein Hinweis auf einen Vortrag von dem britischen Musikwissenschaftler und Liszt-Forscher Kenneth Hamilton über Liszts Vermächtnis an seine Schüler, der interessante Erkenntnisse über den Fortgang von Liszts Kompositionen vermittelt. (Leider ist der Ton sehr schlecht, man muß richtig bis zum Anschlag aufdrehen.)

      Allen ein schönes Wochenende wünschend,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gamaheh ()

    • Der Titel dieses Themas zeigt, dass die Vorurteile gegenüber Liszt noch immer Bestand haben. Die gleiche Frage könnte man ja bei jedem anderen Komponisten auch stellen, denn das jemand bei einer derartigen Fülle an Werken nur Meisterwerke geschaffen hat kommt in der Musikgeschichte ja nicht vor. Und von welchem Anspruch ist denn hier die Rede? Von dem des Gelegenheitshörers, des informierten Laien oder des Profimusikers?
      Die Werke aus der Virtuosenzeit sind sicher überwiegend dem Publikumsgeschmack und der wirkungsvollen Darbietung geschuldet. Nur war diese Epoche relativ kurz, denn Liszt hat sich davon nach seinem Umzug nach Weimar 1848, also mit 37 Jahren, zurückgezogen. Und hier sind auch die Werke entstanden, die seinen Rang als Komponisten begründet haben. In der Geschichte des 19. Jh. kommt Liszt eine singuläre Rolle zu. Auf jeden Fall in der 2. Hälfte gibt es m.E. keinen Komponisten der ähnlich innovativ gewesen wäre. Und, Wagner Bewunderer werden das nicht gerne hören, er hat einen maßgeblichen Einfluß auf Wagner ausgeübt. Dessen Werke wären in großen Teilen ohne den Einfluß seines späteren Schwiegervaters kaum denkbar gewesen. Die Seelenverwandschaft (nur in musikalischer Hinsicht, als Menschen waren sie vollkommen gegensätzliche Charaktere) wurde ja von Wagner auch stets betont.
      Die sinfonische Dichtung ist eine Erfindung von Liszt, und hat ganze Komponistengenerationen nach ihm beflügelt. Und in Sachen Klaviertechnik gab es nichts vergleichbares zu seiner Zeit. Legionen von Pianisten haben sich an ihm orientiert, und die Reihe seiner bedeutenden Schüler, die sich darum gedrängt haben von ihm unterrichtet zu werden ist sehr lang.
      Das Gesamtwerk von Liszt ist enorm. Der Katalog nach Humphrey Searle umfasst über 700 Einzelpositionen, in denen auch umfangreiche Zyklen, wie die Harmonies poétiques et religieuses oder die 3 Bände der Pilgerjahre mit einer Werknummer enthalten sind. Außer Opern hat er fast alle Gattungen bedient. Leider hat Liszt sehr viel Zeit seines Lebens mit Bearbeitungen fremder Werke zugebracht. Im allgemeinen Bewusstsein nimmt dieser Teil seines Werks dann auch einen bedeutenden Raum ein. Zwar war er auch ein begnadeter Bearbeiter, der in Zeiten wo es noch keine mechanische oder elektronische Reproduktion von Musik gab, viele seiner Zeitgenossen einem größeren Publikum bekannt gemacht hat. Aber seine Originalkompositionen beinhalten eine derartige Fülle von musikalischen Gedanken, dass es fast ein ganzes Leben braucht um dies alles adäquat zu erfassen.
      Und hier liegt das Verdienst von Leslie Howard, der es auf sich genommen hat das gesamte Werk für Klavier auf 97 CDs einzuspielen! Das ist eine wahrhaftige Titanenleistung. Die Begleithefte bieten darüber hinaus eine breite Fülle von Material zu Liszts Klavierwerk, die der Verfasser, langjähriger Präsident der international Liszt Society, mit musikwissenschaftlicher Akribie zusammengetragen hat. Das die pianistische Leistung bei solch einem gewaltigen Vorhaben nicht immer auf gleichem Niveau stattfindet liegt auf der Hand. Allerdings gibt es für mich keinen ausgesprochenen Flop in der Sammlung, und durchaus eine ganze Reihe von gelungenen Aufnahmen.
      Wie bei vielen anderen Komponisten auch, so ist man gut beraten sich zum besseren kennenlernen mehrere Interpretationen zumindest der Hauptwerke zuzulegen, oder eifrig in Konzerte zu gehen. Dort allerdings werden nur die „bekannten“ Werke geboten, wie z.B. die h-Moll Sonate, die jeder spielen will, was aber beileibe nicht jeder kann. Es reicht eben nicht den virtuosen Anteil in der Klaviermusik Liszts zu betonen, denn diese Musik hat viel mehr zu bieten.
      Was die Pianisten anbelangt hat wohl jeder seine Favoriten, und der Austausch darüber ist nur insofern fruchtbar, als das man selber hört was die einzelnen beizutragen haben. Nicht viel falsch machen kann man wohl bei einigen, die auch bereits genannt wurden: Arrau, Brendel, Horowitz, Korstick, Hamelin, Argerich oder Berezowsky (die Liste ließe sich noch beliebig verlängern). Die schon genannte Liste von Arrau bezüglich der wichtigsten Werke hat nach wie vor Gültigkeit, bildet aber nur ein Streiflicht auf das enorme Werk dieses Ausnahmekomponisten. Nicht vergessen sollten wir auch, dass es ja noch den Komponisten jenseits der Klaviermusik gibt. Auch hier gibt es eine große Fülle an wunderbaren Werken. Aber das ist eine andere Geschichte ..

      Herzliche Grüße Florestan
    • Der Begriff des Anspruchs scheint mir ohnehin sehr problematisch. Man würde ja in diesem Fall auch von technisch anspruchsvollen Stücken sprechen, und dann wären ja quasi alle Stücke von Liszt "anspruchsvoll".

      Ich möchte Florestan beipflichten: Virtuosität allein ist keineswegs in Widerspruch zu einem "geistigen Anspruch", einem Anspruch an den Intellekt o.ä. Gerade Pianisten wie Arrau haben es ja bewiesen, dass man Liszt auch unter dem Aspekt der tiefen, lyrischen Seite interpretieren kann (man höre nur einmal Arraus Mephistowalzer an).

      Vielleicht gibt es einzelne Stücke, die nicht vor all zu viel "Gehalt" strotzen, wie etwa der zu Liszts Zeiten so beliebte Grand Galop chromatique, aber ich meine, so etwas sind Ausnahmen. Nicht ohne Grund wird gerade dieses Stück heute nicht mehr sehr oft gespielt...
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
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