Beethoven - Die Violinsonaten

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    • Beethoven - Die Violinsonaten

      Hallo allerseits,

      das Kammermusik-Forum sollte etwas belebt werden. Es geht also um Beethovens zehn Sonaten für Violine und Klavier.

      Es bedarf wohl keiner weiteren Einführung, deshalb gleich zu einer Aufnahme, die mir sehr am Herzen liegt: Zino Francescatti und Robert Casadesus (1961) mit den Sonaten Nr. 4, 6, 7 und 8. Im Thread über das Beethoven-Violinkonzert fiel ja bereits der Name dieses Geigers. Für mich sind diese beiden Künstler kongeniale Kammermusik-Partner. Francescatti mit seinem strahlenden, fast heiteren Violinspiel (ich empfinde ihn keineswegs als „oberflächlich“, wie „ab“ eben im Beethoven-Violinkonzert-Thread anmerkte) und Casadesus’ geradlinigere, rationalere Art harmonieren perfekt miteinander, das Zusammenspiel gelingt fantastisch.

      Nebenbei bemerkt: Ich starte diesen Thread nicht uneigennützig, da ich eben feststellte, dass mir die 2. Violinsonate noch immer fehlt. Für Empfehlungen wäre ich also dankbar.

      Gruß, Cosima :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cosima ()

    • Beethoven - Die Violinsonaten

      Hallo allerseits,

      das Kammermusik-Forum sollte etwas belebt werden. Es geht also um Beethovens zehn Sonaten für Violine und Klavier.

      Es bedarf wohl keiner weiteren Einführung, deshalb gleich zu einer Aufnahme, die mir sehr am Herzen liegt: Zino Francescatti und Robert Casadesus (1961) mit den Sonaten Nr. 4, 6, 7 und 8. Im Thread über das Beethoven-Violinkonzert fiel ja bereits der Name dieses Geigers. Für mich sind diese beiden Künstler kongeniale Kammermusik-Partner. Francescatti mit seinem strahlenden, fast heiteren Violinspiel (ich empfinde ihn keineswegs als „oberflächlich“, wie „ab“ eben im Beethoven-Violinkonzert-Thread anmerkte) und Casadesus’ geradlinigere, rationalere Art harmonieren perfekt miteinander, das Zusammenspiel gelingt fantastisch.

      Nebenbei bemerkt: Ich starte diesen Thread nicht uneigennützig, da ich eben feststellte, dass mir die 2. Violinsonate noch immer fehlt. Für Empfehlungen wäre ich also dankbar.

      Gruß, Cosima :)

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    • RE: Beethoven - Die Violinsonaten

      Original von Cosima
      Es bedarf wohl keiner weiteren Einführung, deshalb gleich zu einer Aufnahme, die mir sehr am Herzen liegt: Zino Francescatti und Robert Casadesus (1961) mit den Sonaten Nr. 4, 6, 7 und 8. Im Thread über das Beethoven-Violinkonzert fiel ja bereits der Name dieses Geigers. Für mich sind diese beiden Künstler kongeniale Kammermusik-Partner. Francescatti mit seinem strahlenden, fast heiteren Violinspiel (ich empfinde ihn keineswegs als „oberflächlich“, wie „ab“ eben im Beethoven-Violinkonzert-Thread anmerkte) und Casadesus’ geradlinigere, rationalere Art harmonieren perfekt miteinander, das Zusammenspiel gelingt fantastisch.

      Nebenbei bemerkt: Ich starte diesen Thread nicht uneigennützig, da ich eben feststellte, dass mir die 2. Violinsonate noch immer fehlt. Für Empfehlungen wäre ich also dankbar.


      Was spricht gegen alle 10 mit Casadesus/Francescatti?
      (scheinen leider schon wieder vergriffen zu sein... :( eine mit 5,9&10 kriegt man noch)
      Ich schätze als Kontrast zu deren klassischer Lesart auch die teils recht wilde von Argerich/Kremer. Sehr gutes habe ich auch über Dumay/Pires gehört, aber mich dann doch noch nicht zur Anschaffung entschließen können.

      viele Grüße

      J. Bristow

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    • RE: Beethoven - Die Violinsonaten

      Original von Cosima
      Es bedarf wohl keiner weiteren Einführung, deshalb gleich zu einer Aufnahme, die mir sehr am Herzen liegt: Zino Francescatti und Robert Casadesus (1961) mit den Sonaten Nr. 4, 6, 7 und 8. Im Thread über das Beethoven-Violinkonzert fiel ja bereits der Name dieses Geigers. Für mich sind diese beiden Künstler kongeniale Kammermusik-Partner. Francescatti mit seinem strahlenden, fast heiteren Violinspiel (ich empfinde ihn keineswegs als „oberflächlich“, wie „ab“ eben im Beethoven-Violinkonzert-Thread anmerkte) und Casadesus’ geradlinigere, rationalere Art harmonieren perfekt miteinander, das Zusammenspiel gelingt fantastisch.

      Nebenbei bemerkt: Ich starte diesen Thread nicht uneigennützig, da ich eben feststellte, dass mir die 2. Violinsonate noch immer fehlt. Für Empfehlungen wäre ich also dankbar.


      Was spricht gegen alle 10 mit Casadesus/Francescatti?
      (scheinen leider schon wieder vergriffen zu sein... :( eine mit 5,9&10 kriegt man noch)
      Ich schätze als Kontrast zu deren klassischer Lesart auch die teils recht wilde von Argerich/Kremer. Sehr gutes habe ich auch über Dumay/Pires gehört, aber mich dann doch noch nicht zur Anschaffung entschließen können.

      viele Grüße

      J. Bristow

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    • RE: Beethoven - Die Violinsonaten

      Cosima ist mir zuvorgekommen, ich hatte mir schon ein paar Notizen zu einem Faden zu Beethovens Violinsonaten gemacht, nachdem es anderswo im Forum um eine diesbezügliche Anschaffungsempfehlung gegangen war (statt Sonaten ist dann offenbar ein Klavier gekauft worden).

      Ich weiß von Perlman/Ashkenazy (Decca) und ihren Qualitäten, aber die Zahl der Gesamtaufnahmen muß ich einigermaßen unter Kontrolle halten. Ich besitze vier:

      Schneiderhan, Kempff (1952) DG Originals 4636052
      Grumiaux, Haskil (1956-7) Philips Clara Haskil: The Legacy (vol. 1) 4426252
      Menuhin, Kempff (1970) DG 2CD 4594332, 4594362
      Kremer, Argerich (1984-94) DG 4470582

      Das Loblied auf die alte Mono-Aufnahme von Schneiderhan/Kempff habe ich anderswo schon gesungen. Schneiderhans Ton, den zumindest ich schön finde, und sein sauberes, werkdienliches Spiel machen Freude. Ein bißchen mehr Feuer und Expressivität würde man sich stellenweise wünschen. Die Aufnahme ist keinesfalls schlecht für die Zeit. Ähnliches gilt für Grumiaux/Haskil. Menuhin/Kempff habe ich nur wegen des Pianisten angeschafft. (Flegelhafterweise hat Menuhin irgendwann gesagt, dass er die Sonaten lieber mit Glenn Gould aufgenommen hat …) Die Version ist gut, aber nicht überragend und bestimmt nicht Perlman/Ashkenazy vorzuziehen. (An Zugaben enthält sie noch 12 Variationen über "Se vuol ballare" aus Mozarts "Le Nozze di Figaro" WoO 40 und das Rondo WoO 41.) Kremer/Argerich sind erwartungsgemäß brilliant, möglicherweise auch zu brilliant. Hier wird mit Risiko gespielt, und manchmal ist man untereinander auch nicht ganz einer Meinung. Eine Gesamtaufnahme, zu der man vielleicht auch eine etwas "normalere" Alternative besitzen sollte. Kremers etwas rohes, zerhacktes Spiel und sein mich keineswegs betörender Geigenton sind für mich etwas problematisch. Ähnliche Expressivität und Risikobereitschaft (und ein angenehmeres Geigenspiel) findet man auch bei Messiereur/Bogunia, die auch noch ganz exzellent aufgenommen sind. (Messiereur war der Primarius im alten Talich-Quartett.) Für mich eine oder sogar die Spitzenempfehlung:



      Ab EUR 19.04 (Tagespreis) via amazon.de. Ich werde wohl selbst meiner Empfehlung folgen, weil ich bislang nur die dritte von 3 CDs aus diesem Zyklus besitze.

      Gruß,

      Zelenka

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    • RE: Beethoven - Die Violinsonaten

      Cosima ist mir zuvorgekommen, ich hatte mir schon ein paar Notizen zu einem Faden zu Beethovens Violinsonaten gemacht, nachdem es anderswo im Forum um eine diesbezügliche Anschaffungsempfehlung gegangen war (statt Sonaten ist dann offenbar ein Klavier gekauft worden).

      Ich weiß von Perlman/Ashkenazy (Decca) und ihren Qualitäten, aber die Zahl der Gesamtaufnahmen muß ich einigermaßen unter Kontrolle halten. Ich besitze vier:

      Schneiderhan, Kempff (1952) DG Originals 4636052
      Grumiaux, Haskil (1956-7) Philips Clara Haskil: The Legacy (vol. 1) 4426252
      Menuhin, Kempff (1970) DG 2CD 4594332, 4594362
      Kremer, Argerich (1984-94) DG 4470582

      Das Loblied auf die alte Mono-Aufnahme von Schneiderhan/Kempff habe ich anderswo schon gesungen. Schneiderhans Ton, den zumindest ich schön finde, und sein sauberes, werkdienliches Spiel machen Freude. Ein bißchen mehr Feuer und Expressivität würde man sich stellenweise wünschen. Die Aufnahme ist keinesfalls schlecht für die Zeit. Ähnliches gilt für Grumiaux/Haskil. Menuhin/Kempff habe ich nur wegen des Pianisten angeschafft. (Flegelhafterweise hat Menuhin irgendwann gesagt, dass er die Sonaten lieber mit Glenn Gould aufgenommen hat …) Die Version ist gut, aber nicht überragend und bestimmt nicht Perlman/Ashkenazy vorzuziehen. (An Zugaben enthält sie noch 12 Variationen über "Se vuol ballare" aus Mozarts "Le Nozze di Figaro" WoO 40 und das Rondo WoO 41.) Kremer/Argerich sind erwartungsgemäß brilliant, möglicherweise auch zu brilliant. Hier wird mit Risiko gespielt, und manchmal ist man untereinander auch nicht ganz einer Meinung. Eine Gesamtaufnahme, zu der man vielleicht auch eine etwas "normalere" Alternative besitzen sollte. Kremers etwas rohes, zerhacktes Spiel und sein mich keineswegs betörender Geigenton sind für mich etwas problematisch. Ähnliche Expressivität und Risikobereitschaft (und ein angenehmeres Geigenspiel) findet man auch bei Messiereur/Bogunia, die auch noch ganz exzellent aufgenommen sind. (Messiereur war der Primarius im alten Talich-Quartett.) Für mich eine oder sogar die Spitzenempfehlung:



      Ab EUR 19.04 (Tagespreis) via amazon.de. Ich werde wohl selbst meiner Empfehlung folgen, weil ich bislang nur die dritte von 3 CDs aus diesem Zyklus besitze.

      Gruß,

      Zelenka

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    • RE: Beethoven - Die Violinsonaten

      Original von Zelenka

      ... (statt Sonaten ist dann offenbar ein Klavier gekauft worden).

      Gruß,

      Zelenka


      Ich bekenne mich schuldig. :D :D :D

      In der Tat, die Gesamtaufnahme der Violinsonaten (und nicht nur die) muss jetzt noch ein wenig warten.

      Bis dahin bin ich ganz gut bedient mit dieser Aufnahme der Sonaten 1 - 6 von 1973.





      Und dann habe ich auch noch eine CD mit der Frühlings- und der Kreutzer Sonate mit Menuhin und Kempff.



      Das Spiel von Zukermann/Barenboim gefällt mir allerdings besser. Vor allem den Geigenton von Menuhin mag ich bei dieser CD nicht - zu hart und trocken.

      findet Carola
    • RE: Beethoven - Die Violinsonaten

      Original von Zelenka

      ... (statt Sonaten ist dann offenbar ein Klavier gekauft worden).

      Gruß,

      Zelenka


      Ich bekenne mich schuldig. :D :D :D

      In der Tat, die Gesamtaufnahme der Violinsonaten (und nicht nur die) muss jetzt noch ein wenig warten.

      Bis dahin bin ich ganz gut bedient mit dieser Aufnahme der Sonaten 1 - 6 von 1973.





      Und dann habe ich auch noch eine CD mit der Frühlings- und der Kreutzer Sonate mit Menuhin und Kempff.



      Das Spiel von Zukermann/Barenboim gefällt mir allerdings besser. Vor allem den Geigenton von Menuhin mag ich bei dieser CD nicht - zu hart und trocken.

      findet Carola
    • Weil ich sie gerade höre, kann ich sie auch gleich hier erwähnen:



      Live-Aufnahme der Sonaten Nr. 1, 3 und 10 aus 1970, Moskau. Es ist jammerschade, dass die Klangqualität so schlecht ist, Richter und Oistrakh machen das nämlich sehr gut. Schönes Zusammenspiel, ausdrucksstark sowieso. Gefällt mir.

      Kennt jemand die älteren Aufnahmen (1949/53) mit Francescatti und Casadesus, die bei dem seltsamen Label „Biddulph“ erschienen sind? Eine Gesamtaufnahme möchte ich eigentlich nicht, obwohl Zelenkas Tipp interessant zu sein scheint.

      Gruß, Cosima

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    • Weil ich sie gerade höre, kann ich sie auch gleich hier erwähnen:



      Live-Aufnahme der Sonaten Nr. 1, 3 und 10 aus 1970, Moskau. Es ist jammerschade, dass die Klangqualität so schlecht ist, Richter und Oistrakh machen das nämlich sehr gut. Schönes Zusammenspiel, ausdrucksstark sowieso. Gefällt mir.

      Kennt jemand die älteren Aufnahmen (1949/53) mit Francescatti und Casadesus, die bei dem seltsamen Label „Biddulph“ erschienen sind? Eine Gesamtaufnahme möchte ich eigentlich nicht, obwohl Zelenkas Tipp interessant zu sein scheint.

      Gruß, Cosima

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cosima ()



    • Noch ein paar Bemerkungen zur Kreutzer-Sonate, die Ambitionen hat, über die Kammermusik hinauszugehen ("Sonata scritta in un stilo molto concertante quasi come d'un concerto"). Ich erspare mir Anekdoten zur Änderung des Widmungsträgers oder zur Bedeutung der Sonate in der Literatur (z.B. bei Tolstoi).

      Zuerst eine Anthologie (3 CDs) mit älteren Aufnahmen der Frühlings- und Kreutzersonate, die ich leider, leider nicht besitze (mit etwa EUR 50 nicht billig), aber auf die vielleicht hingewiesen werden sollte. Zwei CDs sind der Kreutzer-Sonate gewidmet:



      Ludwig van Beethoven
      1-3 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 33:09
      1 I Adagio sostenuto - Presto 10:59
      2 II Andante con variazioni 13:44
      3 III Finale: Presto 8:26
      Fritz Kreisler (violin), Franz Rupp (piano)
      London, Abbey Road, EMI Studio No. 3, 19 June 1936
      Source: HMV DB 3071/3074
      Matrix: 2EA 3705-1, 3706-3, 3707-1, 3708-1, 3709-1, 3713-2, 3714-1, 3715-1
      4-6 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 30:53
      4 I Adagio sostenuto - Presto 11:12
      5 II Andante con variazioni 12:41
      6 III Finale: Presto 7:00
      Georg Kulenkampff (violin), Wilhelm Kempff (piano)
      Berlin, Gramophone Studios, May 1935
      Source: Polydor 516.622/624
      Matrix: 5051/2, 5061/2, 5071/2, 5081/2, 5091/2, 5181/2, 5191/2, 5201/2gs
      CD 3 - 58:37
      Ludwig van Beethoven
      1-3 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 30:05
      1 I Adagio sostenuto - Presto 11:21
      2 II Andante con variazioni 12:19
      3 III Finale: Presto 6:25
      Joseph Szigeti (violin), Béla Bartók (piano)
      Washington, D.C., Library of Congress, Coolidge Auditorium, 13 April 1940
      Source: Live recording
      4-6 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 28:32
      4 I Adagio sostenuto - Presto 10:18
      5 II Andante con variazioni 11:42
      6 III Finale: Presto 6:32
      Adolf Busch (violin), Rudolf Serkin (piano)
      New York, Liederkranz Hall, 12 December 1941
      Source: Columbia set MM-496
      Matrix: XCO 31974-1, 31975-1, 31976-1, 31977-2, 31978-1, 31979-1, 31980-1, 31981-1
      Ich bin ein wenig erstaunt, daß Huberman/Friedman nicht aufgenommen worden sind ...

      Die Versionen in meinem Plattenschrank sind:

      Kulenkampff, Kempff (1935) DG Complete Beethoven Edition 4538042
      Taschner, Gieseking (1951) Tahra TAH409/412
      Oistrakh, Oborin (1953) 724358684124
      Schneiderhan, Seemann (1959) DG 4454792
      Zehetmair, Frager (1985) Teldec Digital Experience 9031758562
      Messiereur, Bogunia (1994) Calliope CAL9251

      Was sollten die Kriterien sein, um hier die Spreu vom Weizen zu trennen? Meine sind einmal die Forderung, daß der Pianist nicht nur Begleiter ist, sondern vor allem Interpret, und dann emotionales Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei. Trotz wunderschönem Spiel fliegen Kulenkampff/Kempff sofort raus, ebenfalls Oistrakh/Oborin (der Begleiter ist wirklich nur Begleiter) und Schneiderhan/Seemann. Taschner/Gieseking (in mäßiger Aufnahmequalität) dürfen einen Moment bleiben, müssen aber vor allem wegen des dümpelnden Mittelsatzes doch gehen. Es bleiben Zehetmair/Frager und Messiereur/Bogunia. Von oben aus der Abteilung Gesamtausgaben kommen Kremer/Argerich hinzu. Am meisten halte ich von Zehetmair (ich stehe mit dieser Meinung kaum alleine), aber das Broadwood-Hammerklavier, das Frager spielt, wird viele sehr stören. Mich stört es nicht, und die Aufnahme sorgt recht gut dafür, daß der Flügel nicht, wie zu befürchten, akustisch untergeht. Zu den Meriten der beiden anderen Paarungen s.o.

      Der Tagespreis der Messiereur/Bogunia-Gesamtaufnahme (s.o.) beträgt incl. Porto nicht EUR 19.04, sondern 16.04. Spitzenqualität zum Naxos-Preis.

      Gruß,

      Zelenka


    • Noch ein paar Bemerkungen zur Kreutzer-Sonate, die Ambitionen hat, über die Kammermusik hinauszugehen ("Sonata scritta in un stilo molto concertante quasi come d'un concerto"). Ich erspare mir Anekdoten zur Änderung des Widmungsträgers oder zur Bedeutung der Sonate in der Literatur (z.B. bei Tolstoi).

      Zuerst eine Anthologie (3 CDs) mit älteren Aufnahmen der Frühlings- und Kreutzersonate, die ich leider, leider nicht besitze (mit etwa EUR 50 nicht billig), aber auf die vielleicht hingewiesen werden sollte. Zwei CDs sind der Kreutzer-Sonate gewidmet:



      Ludwig van Beethoven
      1-3 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 33:09
      1 I Adagio sostenuto - Presto 10:59
      2 II Andante con variazioni 13:44
      3 III Finale: Presto 8:26
      Fritz Kreisler (violin), Franz Rupp (piano)
      London, Abbey Road, EMI Studio No. 3, 19 June 1936
      Source: HMV DB 3071/3074
      Matrix: 2EA 3705-1, 3706-3, 3707-1, 3708-1, 3709-1, 3713-2, 3714-1, 3715-1
      4-6 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 30:53
      4 I Adagio sostenuto - Presto 11:12
      5 II Andante con variazioni 12:41
      6 III Finale: Presto 7:00
      Georg Kulenkampff (violin), Wilhelm Kempff (piano)
      Berlin, Gramophone Studios, May 1935
      Source: Polydor 516.622/624
      Matrix: 5051/2, 5061/2, 5071/2, 5081/2, 5091/2, 5181/2, 5191/2, 5201/2gs
      CD 3 - 58:37
      Ludwig van Beethoven
      1-3 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 30:05
      1 I Adagio sostenuto - Presto 11:21
      2 II Andante con variazioni 12:19
      3 III Finale: Presto 6:25
      Joseph Szigeti (violin), Béla Bartók (piano)
      Washington, D.C., Library of Congress, Coolidge Auditorium, 13 April 1940
      Source: Live recording
      4-6 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 28:32
      4 I Adagio sostenuto - Presto 10:18
      5 II Andante con variazioni 11:42
      6 III Finale: Presto 6:32
      Adolf Busch (violin), Rudolf Serkin (piano)
      New York, Liederkranz Hall, 12 December 1941
      Source: Columbia set MM-496
      Matrix: XCO 31974-1, 31975-1, 31976-1, 31977-2, 31978-1, 31979-1, 31980-1, 31981-1
      Ich bin ein wenig erstaunt, daß Huberman/Friedman nicht aufgenommen worden sind ...

      Die Versionen in meinem Plattenschrank sind:

      Kulenkampff, Kempff (1935) DG Complete Beethoven Edition 4538042
      Taschner, Gieseking (1951) Tahra TAH409/412
      Oistrakh, Oborin (1953) 724358684124
      Schneiderhan, Seemann (1959) DG 4454792
      Zehetmair, Frager (1985) Teldec Digital Experience 9031758562
      Messiereur, Bogunia (1994) Calliope CAL9251

      Was sollten die Kriterien sein, um hier die Spreu vom Weizen zu trennen? Meine sind einmal die Forderung, daß der Pianist nicht nur Begleiter ist, sondern vor allem Interpret, und dann emotionales Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei. Trotz wunderschönem Spiel fliegen Kulenkampff/Kempff sofort raus, ebenfalls Oistrakh/Oborin (der Begleiter ist wirklich nur Begleiter) und Schneiderhan/Seemann. Taschner/Gieseking (in mäßiger Aufnahmequalität) dürfen einen Moment bleiben, müssen aber vor allem wegen des dümpelnden Mittelsatzes doch gehen. Es bleiben Zehetmair/Frager und Messiereur/Bogunia. Von oben aus der Abteilung Gesamtausgaben kommen Kremer/Argerich hinzu. Am meisten halte ich von Zehetmair (ich stehe mit dieser Meinung kaum alleine), aber das Broadwood-Hammerklavier, das Frager spielt, wird viele sehr stören. Mich stört es nicht, und die Aufnahme sorgt recht gut dafür, daß der Flügel nicht, wie zu befürchten, akustisch untergeht. Zu den Meriten der beiden anderen Paarungen s.o.

      Der Tagespreis der Messiereur/Bogunia-Gesamtaufnahme (s.o.) beträgt incl. Porto nicht EUR 19.04, sondern 16.04. Spitzenqualität zum Naxos-Preis.

      Gruß,

      Zelenka
    • Original von Zelenka
      Oistrakh, Oborin (1953) 724358684124


      Hallo Zelenka,

      danke für Deine ausführlichen Hinweise!

      Mit dem o.g. Duo besitze ich auch die "Kreutzer-Sonate" Nr. 9, auch aus 1953. Sie befindet sich bei mir auf der "Introuvables-Box" von Oistrakh, ich werde sie mir nachher noch einmal anhören. Im Rondo-Archiv wird aber auf eine jüngere Einspielung aus 1962 hingewiesen, die wohl legendär sein soll:



      Sie scheint nicht mehr erhältlich zu sein, ein Exemplar wird noch bei amazon zum Preis von rund 140,00 Euro angeboten. :(

      Kennt jemand diese Aufnahme?

      Gruß, Cosima
    • Original von Zelenka
      Oistrakh, Oborin (1953) 724358684124


      Hallo Zelenka,

      danke für Deine ausführlichen Hinweise!

      Mit dem o.g. Duo besitze ich auch die "Kreutzer-Sonate" Nr. 9, auch aus 1953. Sie befindet sich bei mir auf der "Introuvables-Box" von Oistrakh, ich werde sie mir nachher noch einmal anhören. Im Rondo-Archiv wird aber auf eine jüngere Einspielung aus 1962 hingewiesen, die wohl legendär sein soll:



      Sie scheint nicht mehr erhältlich zu sein, ein Exemplar wird noch bei amazon zum Preis von rund 140,00 Euro angeboten. :(

      Kennt jemand diese Aufnahme?

      Gruß, Cosima
    • Und wo wir gerade bei der Kreutzer-Sonate sind... ich schrieb es bereits im Ashkenazy-Thread, deshalb noch einmal der Hinweis:



      Diese herrliche Aufnahme der zwei Beethoven-Violinsonaten mit Ashkenazy und Perlman kann unbedingt empfohlen werden. Ashkenazys klares Klavierspiel und Perlmans brillantes Violinspiel harmonieren nicht nur perfekt miteinander, auch die Abstimmung untereinander ist großartig!

      Gruß, Cosima :)
    • Und wo wir gerade bei der Kreutzer-Sonate sind... ich schrieb es bereits im Ashkenazy-Thread, deshalb noch einmal der Hinweis:



      Diese herrliche Aufnahme der zwei Beethoven-Violinsonaten mit Ashkenazy und Perlman kann unbedingt empfohlen werden. Ashkenazys klares Klavierspiel und Perlmans brillantes Violinspiel harmonieren nicht nur perfekt miteinander, auch die Abstimmung untereinander ist großartig!

      Gruß, Cosima :)
    • Original von Cosima
      Original von Zelenka
      Oistrakh, Oborin (1953) 724358684124


      Hallo Zelenka,

      danke für Deine ausführlichen Hinweise!

      Mit dem o.g. Duo besitze ich auch die "Kreutzer-Sonate" Nr. 9, auch aus 1953. Sie befindet sich bei mir auf der "Introuvables-Box" von Oistrakh, ich werde sie mir nachher noch einmal anhören. Im Rondo-Archiv wird aber auf eine jüngere Einspielung aus 1962 hingewiesen, die wohl legendär sein soll:



      Sie scheint nicht mehr erhältlich zu sein, ein Exemplar wird noch bei amazon zum Preis von rund 140,00 Euro angeboten. :(

      Kennt jemand diese Aufnahme?

      Gruß, Cosima


      Müßte eine Auskopplung aus der Gesamtaufnahme der beiden sein. Letztere scheint derzeit nicht lieferbar zu sein.

      J.D.Z.
    • Original von Cosima
      Original von Zelenka
      Oistrakh, Oborin (1953) 724358684124


      Hallo Zelenka,

      danke für Deine ausführlichen Hinweise!

      Mit dem o.g. Duo besitze ich auch die "Kreutzer-Sonate" Nr. 9, auch aus 1953. Sie befindet sich bei mir auf der "Introuvables-Box" von Oistrakh, ich werde sie mir nachher noch einmal anhören. Im Rondo-Archiv wird aber auf eine jüngere Einspielung aus 1962 hingewiesen, die wohl legendär sein soll:



      Sie scheint nicht mehr erhältlich zu sein, ein Exemplar wird noch bei amazon zum Preis von rund 140,00 Euro angeboten. :(

      Kennt jemand diese Aufnahme?

      Gruß, Cosima


      Müßte eine Auskopplung aus der Gesamtaufnahme der beiden sein. Letztere scheint derzeit nicht lieferbar zu sein.

      J.D.Z.
    • Beethoven - Die Violinsonaten

      Lieber Zelenka ,

      die GA war noch in 2005 bei "Saturn" Düsseldorf erhältlich !

      "ab" unser Musikfreund hier im Forum hat an anderer Stelle diese Einspielung meiner Meinung nach zu recht als die Aufnahme besprochen .

      Dem kann ich nur ohne Einschränkung zustimmen .

      Ein Wort zu Francecatti / Casadesus . ich schätze Francescatti ganz ausserordentlich als grossen Geigenvirtuosen und Künstler . I. Perlman hat ihn in seiner mehrfach wiederholten TV - Sendung als einen der ganz Grossen ( neben Heifetz und D. Oistrach , der in deutschland seltsamerweise kaum positive Kritiken bekommen hat ; etwa FonoForum , Rondo u.a. ) bezeichnet .
      Casadesus hat mich , offen gesagt , nie begeistern können . Sein Schumann- u n d Chopin - Spiekl ist völlig unterkühlt ; jedenfalls in den Aufnahmen , die ich kenne .

      Diese GA ist nicht nur bei dem Hochpreislabel "Biddulph" erschienen , sondern es geab sie auch in einem Second-hand-CD-laden in der Düsseldorfer Oststrasse vor einigen jahren wiederholt . Soweit ich mich erinner bei CBS / Sony als CDs .

      Wegen Zino Francescattis herrlichem Spiel sicherlich viel mehr als ein geheimtipp !

      Viele Grüsse , Frank
    • Beethoven - Die Violinsonaten

      Lieber Zelenka ,

      die GA war noch in 2005 bei "Saturn" Düsseldorf erhältlich !

      "ab" unser Musikfreund hier im Forum hat an anderer Stelle diese Einspielung meiner Meinung nach zu recht als die Aufnahme besprochen .

      Dem kann ich nur ohne Einschränkung zustimmen .

      Ein Wort zu Francecatti / Casadesus . ich schätze Francescatti ganz ausserordentlich als grossen Geigenvirtuosen und Künstler . I. Perlman hat ihn in seiner mehrfach wiederholten TV - Sendung als einen der ganz Grossen ( neben Heifetz und D. Oistrach , der in deutschland seltsamerweise kaum positive Kritiken bekommen hat ; etwa FonoForum , Rondo u.a. ) bezeichnet .
      Casadesus hat mich , offen gesagt , nie begeistern können . Sein Schumann- u n d Chopin - Spiekl ist völlig unterkühlt ; jedenfalls in den Aufnahmen , die ich kenne .

      Diese GA ist nicht nur bei dem Hochpreislabel "Biddulph" erschienen , sondern es geab sie auch in einem Second-hand-CD-laden in der Düsseldorfer Oststrasse vor einigen jahren wiederholt . Soweit ich mich erinner bei CBS / Sony als CDs .

      Wegen Zino Francescattis herrlichem Spiel sicherlich viel mehr als ein geheimtipp !

      Viele Grüsse , Frank