Satie, Erik: Klavierwerke

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Queffélec et al.

      Hallo Zelenka,

      könntest Du versuchen, ihr Spiel mit wenigen Worten zu charakterisieren?

      Kennst Du / Ihr die Aufnhamen bei Philips mit Reinbert de Leeuw? Wie sind die, wie dier fürhere im Vergleich zur späteren? Was wäre von Michel Legrand (Warner) zu halten? Ich meine mich zu entsinnen, dass Klara Körmendi ( naxos) recht gelobt werorden ist- zu Recht? Bei Rondomagazin wird France Clidat (Forlane) anempfohlen - was ist dazu zu sagen?

      Was Thibaudet betrifft, so wäre das von meinen bisherigen Erfahrungen die letzte Aufnahmen, die ich mir anhören würde. Ihm würde ich ungehört, sozusagen blind, allemal Pascal Rogé vorziehen.
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Queffélec et al.

      Hallo Zelenka,

      könntest Du versuchen, ihr Spiel mit wenigen Worten zu charakterisieren?

      Kennst Du / Ihr die Aufnhamen bei Philips mit Reinbert de Leeuw? Wie sind die, wie dier fürhere im Vergleich zur späteren? Was wäre von Michel Legrand (Warner) zu halten? Ich meine mich zu entsinnen, dass Klara Körmendi ( naxos) recht gelobt werorden ist- zu Recht? Bei Rondomagazin wird France Clidat (Forlane) anempfohlen - was ist dazu zu sagen?

      Was Thibaudet betrifft, so wäre das von meinen bisherigen Erfahrungen die letzte Aufnahmen, die ich mir anhören würde. Ihm würde ich ungehört, sozusagen blind, allemal Pascal Rogé vorziehen.
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • RE: Satie, Erik: Klavierwerke

      Original von ab
      Und, lieber Satie, was sind denn dann Deiner Ansicht nach bei Deinem Namensbgeber die "un"-üblichen Kategorien, anhand derer man an seine Musik heransgehen soll: Worauf soll ich bei seiner Musik achten? Woraufhin hören? Oder liegt das "Avantgardistische" eher darin, dass ich den Kontext kennen und verstehen muss und daher dazuzudenken habe, dass es hier um anderes geht als zuvor? Das heiße, dass Saties Musik eher zum Verstehen als zu Hören komponiert worden wäre. Ist dies Deine Ansicht?

      Aber andererseits schreibst Du, dass er auch "sehr introvertierte Musik" geschrieben hätte, was auf einen Charakter hindeutet, wie ihm etwa Mompou zukommt: Dessen Musik ist wegen der Sprödheit so schwer zum Klingen zu brigen und womöglich ist es bei Satie das gleiche: Dies bedarf größter Kunstfertigkeit (um die Musik gerade nicht kitschig, ironisch oder parfümiert) erscheinen zu lassen. Könnte es daran liegen, dass mir die Musik bislang verschlossen geblieben ist, weil dies zufälligerweise die Interpreten, die ich gehört habe, nicht vermocht haben? Wer könnte dann das Spezifische Saties getroffen haben?


      Ich meine, man darf bei Satie eben nicht die gewohnten Bögen und Formen erwarten (es sei denn, er parodiert diese bewusst). Ihm schwebte eine Musik vor, die sich dem Hörer nicht aufdrängt (das gipfelte in der Musique d'Ameublement). Ich würde sagen, man muss nur die Klänge hören, kann aber auch überhaupt nicht zuhören. Mir gefällt das nicht-expressive daran. Wie beim Betrachen eines Mondrian gibt es hier nicht die üblichen Kompositionen, die insgesamt etwas verkörpern und einem Ausdrucksgefühl nachgehen, sondern die Elemente selber sind das, worum es geht. Aber: es gibt eben auch eine poetische Qualität, die genau in dieser distanzierten Haltung liegt. Saties Stücke, viele von ihnen, hört man am besten nebenbei, als musikalische Tapete.
      Wenn Dir das nicht gefällt, kann ich das natürlich verstehen, und man könnte hier natürlich auch sagen, die Musik sei gar nicht wichtig.
      Mir gefällt, dass die Musik so ganz anders ist als alles andere aus der Zeit (wenn man nicht unbedingt die Frühwerke nimmt, also die Gymnopedies oder Gnossiennes oder gar die Sarabandes, die Debussy so stark beeinflusst haben).
      Viel mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich persönlich finde aber immer, dass es keine Musik gibt, die man nur mit einem bestimmten "Wissen" hören kann.
      Den Vergleich mit Mompou finde ich eigentlich sehr treffend, nur empfinde ich ihn nicht als spröde. Das ist halt eine Musica Callada, deren Poetik "zwischen" den wenigen Noten durchschimmert. Allerdings haben wir bei Satie ja auch einiges, wo ganz schön die Post abgeht (wenn auch die ganzen Geräuschgeschichten in Parade etwa nur fixe Ideen von Cocteau waren...).
      “A gentleman is someone who can play the accordion, but doesn't.” Tom Waits
    • RE: Satie, Erik: Klavierwerke

      Original von ab
      Und, lieber Satie, was sind denn dann Deiner Ansicht nach bei Deinem Namensbgeber die "un"-üblichen Kategorien, anhand derer man an seine Musik heransgehen soll: Worauf soll ich bei seiner Musik achten? Woraufhin hören? Oder liegt das "Avantgardistische" eher darin, dass ich den Kontext kennen und verstehen muss und daher dazuzudenken habe, dass es hier um anderes geht als zuvor? Das heiße, dass Saties Musik eher zum Verstehen als zu Hören komponiert worden wäre. Ist dies Deine Ansicht?

      Aber andererseits schreibst Du, dass er auch "sehr introvertierte Musik" geschrieben hätte, was auf einen Charakter hindeutet, wie ihm etwa Mompou zukommt: Dessen Musik ist wegen der Sprödheit so schwer zum Klingen zu brigen und womöglich ist es bei Satie das gleiche: Dies bedarf größter Kunstfertigkeit (um die Musik gerade nicht kitschig, ironisch oder parfümiert) erscheinen zu lassen. Könnte es daran liegen, dass mir die Musik bislang verschlossen geblieben ist, weil dies zufälligerweise die Interpreten, die ich gehört habe, nicht vermocht haben? Wer könnte dann das Spezifische Saties getroffen haben?


      Ich meine, man darf bei Satie eben nicht die gewohnten Bögen und Formen erwarten (es sei denn, er parodiert diese bewusst). Ihm schwebte eine Musik vor, die sich dem Hörer nicht aufdrängt (das gipfelte in der Musique d'Ameublement). Ich würde sagen, man muss nur die Klänge hören, kann aber auch überhaupt nicht zuhören. Mir gefällt das nicht-expressive daran. Wie beim Betrachen eines Mondrian gibt es hier nicht die üblichen Kompositionen, die insgesamt etwas verkörpern und einem Ausdrucksgefühl nachgehen, sondern die Elemente selber sind das, worum es geht. Aber: es gibt eben auch eine poetische Qualität, die genau in dieser distanzierten Haltung liegt. Saties Stücke, viele von ihnen, hört man am besten nebenbei, als musikalische Tapete.
      Wenn Dir das nicht gefällt, kann ich das natürlich verstehen, und man könnte hier natürlich auch sagen, die Musik sei gar nicht wichtig.
      Mir gefällt, dass die Musik so ganz anders ist als alles andere aus der Zeit (wenn man nicht unbedingt die Frühwerke nimmt, also die Gymnopedies oder Gnossiennes oder gar die Sarabandes, die Debussy so stark beeinflusst haben).
      Viel mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich persönlich finde aber immer, dass es keine Musik gibt, die man nur mit einem bestimmten "Wissen" hören kann.
      Den Vergleich mit Mompou finde ich eigentlich sehr treffend, nur empfinde ich ihn nicht als spröde. Das ist halt eine Musica Callada, deren Poetik "zwischen" den wenigen Noten durchschimmert. Allerdings haben wir bei Satie ja auch einiges, wo ganz schön die Post abgeht (wenn auch die ganzen Geräuschgeschichten in Parade etwa nur fixe Ideen von Cocteau waren...).
      “A gentleman is someone who can play the accordion, but doesn't.” Tom Waits
    • RE: Satie, Erik: Klavierwerke

      Herzlichen Dank für diese aufschlussreichen Worte!

      Das mit den "Klänge hören" kann ich gut verstehen, womöglich liegt genau darin ein Problem bei den von mir bislang gehörten Aufnahmen: statt Klang werden Bögen mit einfachsten Melodien herausgearbetet.

      Denkst Du, dass wie bei Mompou auch bei Satie die "Poetik "zwischen" den [mehr oder weniger] wenigen Noten durchschimmert"? Oder geht es da um anderes?

      Was sind den die empfehlenswertesten Werke der nicht-Frühwerke?

      Danke!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • RE: Satie, Erik: Klavierwerke

      Herzlichen Dank für diese aufschlussreichen Worte!

      Das mit den "Klänge hören" kann ich gut verstehen, womöglich liegt genau darin ein Problem bei den von mir bislang gehörten Aufnahmen: statt Klang werden Bögen mit einfachsten Melodien herausgearbetet.

      Denkst Du, dass wie bei Mompou auch bei Satie die "Poetik "zwischen" den [mehr oder weniger] wenigen Noten durchschimmert"? Oder geht es da um anderes?

      Was sind den die empfehlenswertesten Werke der nicht-Frühwerke?

      Danke!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • RE: Queffélec et al.

      Lieber ab:

      Anne Queffélec hat erst einmal eine recht geschickte Auswahl aus Saties Werk auf ihren beiden CDs zu bieten. Die einzelnen Stücke sind so plaziert, daß es nicht zu Monotonie kommen kann. Satie heißt eben nicht nur Gymnopédies und Monotonie/Minimalismus ad nauseam, sondern u.a. auch Tanz, Parodie, Kaffeehaus-Musik und Scherz. Queffélec arbeitet die Stimmung und den Charakter der einzelnen Stücke bestens heraus. Die Stücke sind oft sehr kurz, und man hat dann nicht viel Zeit eine Grundstimmung zu etablieren. Die Naxos-Künstlerin Körmendi kann das leider nicht (ihre erste Satie-CD war meine erste mit Satie-Werken, Gott sei Dank, hat sie mich dann doch nicht endgültig abschrecken können). Zu de Leeuw, der seine Freunde hat (weil er so kontemplativ langsam spielt?) kann ich nichts weiter sagen, zu Clidat ebenfalls nicht. Rogé habe ich ausschnittsweise gehört, und es schien letztlich guter Satie zu sein, allerdings nicht so guter und individueller wie der von Queffélec.

      Gruß,

      Zelenka
    • RE: Queffélec et al.

      Lieber ab:

      Anne Queffélec hat erst einmal eine recht geschickte Auswahl aus Saties Werk auf ihren beiden CDs zu bieten. Die einzelnen Stücke sind so plaziert, daß es nicht zu Monotonie kommen kann. Satie heißt eben nicht nur Gymnopédies und Monotonie/Minimalismus ad nauseam, sondern u.a. auch Tanz, Parodie, Kaffeehaus-Musik und Scherz. Queffélec arbeitet die Stimmung und den Charakter der einzelnen Stücke bestens heraus. Die Stücke sind oft sehr kurz, und man hat dann nicht viel Zeit eine Grundstimmung zu etablieren. Die Naxos-Künstlerin Körmendi kann das leider nicht (ihre erste Satie-CD war meine erste mit Satie-Werken, Gott sei Dank, hat sie mich dann doch nicht endgültig abschrecken können). Zu de Leeuw, der seine Freunde hat (weil er so kontemplativ langsam spielt?) kann ich nichts weiter sagen, zu Clidat ebenfalls nicht. Rogé habe ich ausschnittsweise gehört, und es schien letztlich guter Satie zu sein, allerdings nicht so guter und individueller wie der von Queffélec.

      Gruß,

      Zelenka
    • RE: Satie, Erik: Klavierwerke

      Original von ab
      Herzlichen Dank für diese aufschlussreichen Worte!

      Das mit den "Klänge hören" kann ich gut verstehen, womöglich liegt genau darin ein Problem bei den von mir bislang gehörten Aufnahmen: statt Klang werden Bögen mit einfachsten Melodien herausgearbetet.

      Denkst Du, dass wie bei Mompou auch bei Satie die "Poetik "zwischen" den [mehr oder weniger] wenigen Noten durchschimmert"? Oder geht es da um anderes?

      Was sind den die empfehlenswertesten Werke der nicht-Frühwerke?

      Danke!


      Lieber ab,
      doch, ich finde schon, dass es bei Satie so ist wie bei Mompou, wenn auch Mompou noch impressionistischer ist und oft eher Ravel'sche Farben benutzt. Die Poetik ist meiner Meinung nach aber schon ähnlich. Natürlich gibt es auch ein paar derbe Geschichten, wie die Sonatine Buraucratique oder die Embryons Desseches (wenn ein Stück schon Vertrocknete Embryonen heißt...). Die Stücke, die mir am allerliebsten sind, sind die Nocturnes (1919), dann gibt es natürlich die Sports et Divertissements (1914), die allerdings nicht zum bloßen Hören gedacht sind. Hier stellte sich Satie ein Album zum durchblättern vor, mit Zeichnungen und Geschichten. Ein ebenfalls hübsches Stück: Les Pantins Dansent (1913), von dem es auch eine schöne Orchesterfassung gibt. Sehr poetisch sind die Deux Reveries Nocturnes (1910-11). Dann mag ich auch die Pieces Froides sehr gerne und die Preludes zu Le Fils des Etoiles (Wahnsinnsklänge im ersten Stück!!Reinster Messiaen.)

      Ansonsten schätze ich sein Orchesterwerk Socrate tatsächlich auch als sein absolutes Meisterwerk ein, wie es so viele tun. Übrigens sind seine Chansons auch ganz toll, nur gibt es meines Wissens davon nur wenige Aufnahmen.

      Votre
      Satie
      “A gentleman is someone who can play the accordion, but doesn't.” Tom Waits
    • RE: Satie, Erik: Klavierwerke

      Original von ab
      Herzlichen Dank für diese aufschlussreichen Worte!

      Das mit den "Klänge hören" kann ich gut verstehen, womöglich liegt genau darin ein Problem bei den von mir bislang gehörten Aufnahmen: statt Klang werden Bögen mit einfachsten Melodien herausgearbetet.

      Denkst Du, dass wie bei Mompou auch bei Satie die "Poetik "zwischen" den [mehr oder weniger] wenigen Noten durchschimmert"? Oder geht es da um anderes?

      Was sind den die empfehlenswertesten Werke der nicht-Frühwerke?

      Danke!


      Lieber ab,
      doch, ich finde schon, dass es bei Satie so ist wie bei Mompou, wenn auch Mompou noch impressionistischer ist und oft eher Ravel'sche Farben benutzt. Die Poetik ist meiner Meinung nach aber schon ähnlich. Natürlich gibt es auch ein paar derbe Geschichten, wie die Sonatine Buraucratique oder die Embryons Desseches (wenn ein Stück schon Vertrocknete Embryonen heißt...). Die Stücke, die mir am allerliebsten sind, sind die Nocturnes (1919), dann gibt es natürlich die Sports et Divertissements (1914), die allerdings nicht zum bloßen Hören gedacht sind. Hier stellte sich Satie ein Album zum durchblättern vor, mit Zeichnungen und Geschichten. Ein ebenfalls hübsches Stück: Les Pantins Dansent (1913), von dem es auch eine schöne Orchesterfassung gibt. Sehr poetisch sind die Deux Reveries Nocturnes (1910-11). Dann mag ich auch die Pieces Froides sehr gerne und die Preludes zu Le Fils des Etoiles (Wahnsinnsklänge im ersten Stück!!Reinster Messiaen.)

      Ansonsten schätze ich sein Orchesterwerk Socrate tatsächlich auch als sein absolutes Meisterwerk ein, wie es so viele tun. Übrigens sind seine Chansons auch ganz toll, nur gibt es meines Wissens davon nur wenige Aufnahmen.

      Votre
      Satie
      “A gentleman is someone who can play the accordion, but doesn't.” Tom Waits
    • Ich bin inzwischen Besitzer der billigen Satie-Box von Ciccolini - und sieh da, auf einmal fängt diese Musik in dieser Interpretation an, mir zu gefallen.

      Danke für diesen Tipp!


      an ganz anderer Stelle las ich folgendes ihn Bezug auf die Trois Gymnopédies:

      Am extremsten ist der jazz-erfahrene Ulrich Gumpert: Er hält die Zeit an, spielt die Musik - noch wesentlich langsamer als de Leeuw - in einem Tempo, das vom Zuhörer verlangt, den Zusammenhang der Melodietöne selbst herzustellen. Morton Feldman scheint in dieser Interpretation näher als Debussy oder Ravel.


      Kennt jemand diese Aufnahme (2-CD ITM 1451)?
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Ich bin inzwischen Besitzer der billigen Satie-Box von Ciccolini - und sieh da, auf einmal fängt diese Musik in dieser Interpretation an, mir zu gefallen.

      Danke für diesen Tipp!


      an ganz anderer Stelle las ich folgendes ihn Bezug auf die Trois Gymnopédies:

      Am extremsten ist der jazz-erfahrene Ulrich Gumpert: Er hält die Zeit an, spielt die Musik - noch wesentlich langsamer als de Leeuw - in einem Tempo, das vom Zuhörer verlangt, den Zusammenhang der Melodietöne selbst herzustellen. Morton Feldman scheint in dieser Interpretation näher als Debussy oder Ravel.


      Kennt jemand diese Aufnahme (2-CD ITM 1451)?
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Saties Klaviermusik kenne ich über die Gesamtaufnahme mit Aldo Ciccolini; sie wurde mehrmals genannt. Ich kann nun nicht behaupten, dass ich eine weitere Aufnahme benötigen würde, auch nicht von einzelnen Zyklen.

      Alles in allem, ist mir der ironische, bisweilen provokative, stets auf eine undurchsichtige Weise banale Dadaismus des Franzosen nicht unsympathisch und ich würde keineswegs zu behaupten wagen, dass er nur nicht anders konnte.

      Während die auch durch ihre Verwendung in moderner Gebrauchsmusik berühmt gewordenen Zyklen Gymnopédies und Gnossiennes das Ideal einer quasi griechisch-französischen Klassizität und Transparenz prototypisch verwirklichen und während die primär dadaistischen Nummern nicht zuletzt vom "Dichter" Satie profitieren, habe ich gewisse Probleme mit den Stücken, welche ganz unmittelbar das zeitgenössische Revuepublikum ansprechen. In seinen Walzern Je te veux oder Poudre d'or, zu denen es auch Gesangstexte gibt, gelingt der Spagat meines Erachtens nicht wirklich. Dazu klingen insbesondere die Übergänge in den Nummernfolgen viel zu hölzern. Dabei ist mir schon klar, dass abrupte Harmoniewechsel ein wesentliches Kriterium der Satie'schen Klangideologie verkörpern. Aber hier passt es eben nicht.

      Oder seht Ihr das anders?

      :beerWolfgang

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Andréjo ()

    • Der Preis ist schon mal einwandfrei. Und wenn Namen wie Ciccolini, Thibaudet, Tharaud oder der Jazzer Legrand fallen, kann diese Gesamtausgabe nicht schlecht sein, denke ich doch. Sie würde mich reizen - allerdings dürfte sie sich nicht mehr lohnen, da ich außer Ciccolini auch ein oder zwei CDs mit Orchestermusik besitze.

      :beer Wolfgang
    • Lieber Marcie, ich kann sie uneingeschränkt empfehlen! Die Aufnahmen sind durchweg sehr gut, die Box lohnt sich für den Überblick wie zur Erweiterung, wenn man beispielsweise die Orchesterwerke und die Chansons noch nicht hat. Und günstig ist sie auch noch.

      Herzliche Grüße
      Satie
      “A gentleman is someone who can play the accordion, but doesn't.” Tom Waits
    • Neu

      So wundervoll ich in der (nun mehrfach durchgehörten) erwähnten Satie-Box die Aufnahmen von Alexandre Tharaud, Anne Queffélec, Jean-Yves Thibaudet und Michel Legrand finde, so erschrocken war ich über viele Einspielungen von Aldo Ciccolini. Seine erste Gymnopédie klingt wie ein Ataricomputer Ende 80er, und das mit dauerhaft durchgetretenem Sustainpedal. Was soll das? (Dagegen die zweite (Legrand) und dritte (Tharaud) eine Wohltat) Die Nocturnes gelangweilt runtergenudelt, auch die Danses gothiques- und Piège de Medusa-Miniaturen können mich nicht überzeugen. Schade eigentlich für ein ansonsten schönes Set.
    • Benutzer online 3

      3 Besucher