D. Schostakowitsch: Sinfonie #5 d-Moll op.47 ".....das Werden der Persönlichkeit"

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    • D. Schostakowitsch: Sinfonie #5 d-Moll op.47 ".....das Werden der Persönlichkeit"

      Hallo Forianer,

      seit Tagen hatte ich überlegt ob ich einen allgemeinen Thread zu den Sinfonien Schostakowitsch erstellen soll oder hier nach und nach gezielt auf einzelne seiner Sinfonien eingehen soll.

      Nun, ich habe ich zu Letzterem entschlossen, da für mich Schostakowitsch wohl zu den größten Sinfonikern des 20. Jahrhunderts zählt und seine insgesamt 15 Sinfonien doch im Laufe eine sehr bewegten Lebens entstanden sind und daher sehr unterschiedlich sind. Außerdem sind ja nun nicht alle Sinfonien reine Instrumentalwerke, auch wenn sie hier unter Instrumentalmusik besprochen werden sollten, da sie ja dennoch Sinfonien sind.

      Als erstes möchte ich genauer auf deie Sinfonie Nr.5 d-Moll op.47 eingehen.

      1936 erhillt D. Schostakowitsch durch die Prawda innerhalb von 10 Tagen zwei völlig vernichtende Kritiken für seine Oper "Lady Macbeth von Mcensk" und seine Ballett "Der helle Bach".
      Schostakowitsch hatte verständliche Angst um seine Familie und so hatte er ernsthafte Sorge um sein Überleben, und das nicht nur im rein künstlerischen Sinne.
      Als "talentierten" Komponisten ergab man ihm die Möglichkeit der "Rehabilitierung". So erhilt die Sinfonie den Untertitel "Die praktische schöpferische Antwort eines sowjetischen Künstlers auf die berechtigte Kritik". So jedenfalls die nicht vom Komponisten stammende aber in der Öffentlichkeit verwendete Deutung.
      Schostakowitsch gab den Mächtigen im Lande das was sie "erwarteten":
      heroische Klarheit und Schönheit sowie unerbitterlichen Kampf.

      Wer aber Schostakowitsch kennt weiß das er der Meister der Ironie ist und der "Doppelbödigkeit".

      Wer die 5. Sinfonie genauer hört wird erkennen wie er hier immer wieder in seiner genialen unnachamlichen Art Sprache und Struktur der Sinfonie verändert.

      Und so äußerte sich Schostakowitsch selber zu 5. Sinfonie mit den Worten:
      "Thema meiner Sinfonie ist das Werden der Persönlichkeit!"


      Uraufführung der 4 sätzigen Sinfonie war der 21. November 1937 in Leningrad unter der Leitung von Evgenij Mravinskij

      Mir gefällt die 5. Sinfonie ausgesprochen gut.

      40 Jahre später äußerte sich Schostakowitsch gegenüber Solomon Volkow eindeutig über die wahre Botschaft seines Werkes.

      Glücklicherweise haben die Mächtigen die Botschaft nicht verstanden. Die Sinfonie war ein "Erfolg" für Dimitri.
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      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: D. Schostakowitsch: Sinfonie #5 d-Moll op.47 ".....das Werden der Persönlichkeit"

      Lieber Rachmaninov,

      vielen Dank für Deine Einführung in diese Sinfonie. Es stimmt schon, diese Sinfonie ist tatsächlich konservativer als die Sinfonien 2-4. Aber so schrecklich konservativ finde ich sie gar nicht. Es ist unklar, inwieweit dieser Konservativismus tatsächlich unter Zwang entstanden ist, es ist auch möglich, daß dahinter auch eine natürliche musikalische Entwicklung stand, wiewohl dem Jubel des letzte Satzes doch etwas erzwungenes doppelbödiges anhaftet.

      Dem Titel der Sinfonie würde ich wirklich überhaupt nichts beimessen ( wie etwa auch im Falle der "Kriegssinfonie" Nummer 7).

      Ich kenne drei Einspielungen der Sinfonie: Rahbari, Haitink und Bashai.

      Die Naxosaufnahme von Rahbari gefällt mir am besten. Barshai ist im ersten Satz schon recht schnell und auch schroff, weniger schön, ich lasse sie aber als alternative Version gelten. Haitink war mir im ersten Satz zu langsam. Haitink und Rahbari wurden beide vom Penguins guide als beste Versionen dieser Kopplung bewertet ( mir der 9.). Sie sind günstig erhältlich.

      Gruß Martin
    • Hallo Rachmaninov!

      Zunächst einmal: sicher war es eine gute Entscheidung, die Sinfonien Schostakowitschs jede für sich zu betrachten statt alle 15 auf einmal. Die Bedeutung Schostakowitschs rechtfertigt dies voll und ganz, zudem ist, wie du auch geschrieben hast, jede Sinfonie Schostakowitschs "eine Sache für sich".

      Was die Fünfte betrifft: diese ist bekanntlich eine von Schostakowitschs populärsten Sinfonien (wenn nicht sogar die populärste), und dies zu Recht. Die Themen der Sinfonien gehen sehr leicht ins Ohr, das Werk hat richtig Schwung und steckt voller emotionaler Kraft. Da die Musiksprache insgesamt betrachtet schon ein Stück konservativer als in den vorherigen Sinfonien ist, mag das Werk weniger "sperrig" wirken und erschließt sich dem Hörer relativ leicht. Der immense Erfolg dieser Sinfonie spricht Bände. Schostakowitsch hat mit diesem Werk immerhin auch viele andere Komponisten nachhaltig beeinflusst, ich kenne schon ein paar Werke, die sich deutlich auf diese Sinfonie beziehen.

      Ich habe die Version mit Haitink, die insgesamt sicher eine gute Wahl ist. Aber du hast Recht, Martin, im ersten Satz schleppt Haitink schon ein wenig. In meiner Sammlung ist auch noch eine Version mit Mrawinski. Ich muss aber gestehen, dass ich mir diese noch gar nicht angehört habe, eigentlich hatte ich mir die CD wegen eines anderen Werkes (Mjaskowski Sinfonie Nr.15) gekauft und zunächst nur dieses gehört. Nun ja, wenn ich die Sinfonie das nächste Mal höre, ist Mrawinski dran.

      Zum politischen Gehalt dieses Stückes: Ich sage ganz ehrlich, so etwas interessiert mich überhaupt nicht. Was auch immer Schostakowitsch mit der Sinfonie gemeint hat oder auch nicht, ich höre mir das Stück gerne an, weil es gute Musik ist und nicht, weil es irgendwelche chiffrierten Botschaften enthält. In wie weit Volkovs Zeugenaussagen als authentisch betrachtet werden können, ist de facto ungeklärt. Anders als es oft behauptet wird, wurde dieses Buch nicht nur von offizieller sowjetischer Seite verdammt. Auch zum Beispiel Boris Tischtschenko, der als Lieblingsschüler Schostakowitschs gilt und dessen Werke eigentlich ganz und gar nicht dem von offizieller Seite eingeforderten Stil folgen, hat noch nach dem Zusammenbruch der UdSSR verlauten lassen: "Es ist unethisch, den Namen Volkov in Zusammenhang mit Schostakowitsch zu nennen." Wie auch immer... Etwas provokant gesagt, neige ich zu der Ansicht, dass Schostakowitschs Musik zunächst von kommunistischer Seite, später dann von antikommunistischer Seite instrumentalisiert wurde bzw. wird. Eine neutrale Sicht scheint derzeit keine Lobby zu haben.

      Viele Grüße
      Holger
    • @Martin, Holger,

      schön auf Resonaz zu treffen bei der ersten Vorstellung einer der Sinfonie von Dimitri :leb

      Original von Holger S.
      Zunächst einmal: sicher war es eine gute Entscheidung, die Sinfonien Schostakowitschs jede für sich zu betrachten statt alle 15 auf einmal. Die Bedeutung Schostakowitschs rechtfertigt dies voll und ganz, zudem ist, wie du auch geschrieben hast, jede Sinfonie Schostakowitschs "eine Sache für sich".


      Danke für den Zuspruch


      Was die Fünfte betrifft: diese ist bekanntlich eine von Schostakowitschs populärsten Sinfonien (wenn nicht sogar die populärste), und dies zu Recht. Die Themen der Sinfonien gehen sehr leicht ins Ohr, das Werk hat richtig Schwung und steckt voller emotionaler Kraft. Da die Musiksprache insgesamt betrachtet schon ein Stück konservativer als in den vorherigen Sinfonien ist, mag das Werk weniger "sperrig" wirken und erschließt sich dem Hörer relativ leicht.


      Da hast Du sicherlich recht! Wahrscheinlich für einen "Neuling" der einfachste Einstieg in die Sinfonik von Schostakowitsch.


      Zum politischen Gehalt dieses Stückes: Ich sage ganz ehrlich, so etwas interessiert mich überhaupt nicht. Was auch immer Schostakowitsch mit der Sinfonie gemeint hat oder auch nicht, ich höre mir das Stück gerne an, weil es gute Musik ist und nicht, weil es irgendwelche chiffrierten Botschaften enthält.


      So sehe ich das im Wesentlichen auch. Zunächst einmal muss mir die Musik gefallen.
      Und mal ganz ehrlich, was genau Schostakowitsch sich bei dieser Sinfonie gedacht hat weiß nur er selber.

      Ich besitze derzeit 2 Aufnahmen. Dmitrij Kitajenko mit dem Gürzenich Orchester Köln und K. Kondrashin (ein Freund Schostakowitsch's) mit den Moscow Philharmonic Symphony Orchestra.

      Werde noch berichten! :engel
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Herzlichen Dank an Rachmaninov für die Eröffnung des Fadens über Schostakowitschs 5. Eine sehr schöne Einführung (44 min.) mit einer Fülle von Hörbeispielen ist hier zu finden (unter Shostakovitch):

      bbc.co.uk/radio3/discoveringmusic/audioarchive.shtml

      Es handelt sich um eine Sendung der BBC-Reihe "Discovering Music". U.a. wird Schostakowitschs Verwendung von thematischem Material seiner Vertonung des Puschkin-Gedichts "Wiedergeburt", die er kurz vorher komponiert hatte, demonstriert.

      Gruß,

      Zelenka

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Zelenka ()

    • Kirill Kondrashin mit dem Moscow Philharmonic Symphony Orchestra



      Bereits die ersten Töne dieser Aufnahme lassen Kondrashins Sichtweise auf diese 5. Sinfonie klar erkennen.
      In den schnellen Passagen voller Dynamik, scharf artikulierende Streicher, schallende Bläser und ein Vorwärtstrieb sind die Kennzeichen dieser Aufnahme.
      Besonders die einzelnen Instrumente / Instrumentegruppen arbeitet Kondrashin sauber herraus ohne dabei den Zusammenhalt zu verlieren.

      Da wo es geboten erscheint kann Kondrashin und die Moskauer aber aus "raus nehmen" wie z.B. im dritten Satz.

      So entsteht eine für mich sehr packende, kraftvolle und spannende Sichtweise auf die Fünfte.
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von Rachmaninov
      Da hast Du sicherlich recht! Wahrscheinlich für einen "Neuling" der einfachste Einstieg in die Sinfonik von Schostakowitsch.


      Für einen Neuling, der gerne in Romantik schwelgt, halte ich die 7. wohl für geeigneter. Ich würde jemandem, dem die Klassik näher als die Romantik liegt, eher die 9. zum Kennenlernen ans Herz legen. Am geeignetesten halte ich selbst, übrigens, die wunderbare 6., mit ihrern zwei tänzerischen Sätzen nach dem langen enormen, langsamen Kopfsatz. (Außerdem vermute ich, dass die 10. populärer als die 5. sein dürfte.)


      Auf jenden Fall gehört die 5. zu den eingängisten. Gerade auch wegen des politischenen Zugangs im letzten Satz - sofern er getroffen wird (ich hörte einst im Konzert Jansons, der - trotz enormer Mängel - wirklich den Irrsinn herauszuarbeiten verstand und diese Sinfonie in geschickten Zusammenhang mit Straussens Zaratustra stellte!)
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Liebe Schostakowitsch-Freunde,

      die Symphonien dieses Komponisten kenne ich zwar, im Sinne von „ich hörte sie mehrmals“, aber ich habe mich bislang nicht eingehender damit auseinander gesetzt. Eine gute Gelegenheit also für mich, dies nachzuholen.

      Gergiev hat für seine Schostakowitsch-Einspielungen sehr unterschiedliche Beurteilungen erhalten. Der Hauptkritikpunkt wird zumeist mit Schlampigkeit begründet – diese 5. ist ihm jedoch sehr gut gelungen. Mit der von Gergiev gewohnten Intensität interpretiert, ist sie m.E. darüber hinaus vom Kirov Orchestra auch sehr sauber gespielt. Aufgefallen ist mir heute beim erneuten Hören, dass der ironisch-hintergründige Humor sehr schön herauszuhören ist.



      Vergleichsweise werde ich demnächst noch einmal meine Alternativ-Aufnahme unter Barshai hören.

      Gruß, Cosima
    • Original von ab
      Original von Rachmaninov
      Da hast Du sicherlich recht! Wahrscheinlich für einen "Neuling" der einfachste Einstieg in die Sinfonik von Schostakowitsch.


      Für einen Neuling, der gerne in Romantik schwelgt, halte ich die 7. wohl für geeigneter. Ich würde jemandem, dem die Klassik näher als die Romantik liegt, eher die 9. zum Kennenlernen ans Herz legen. Am geeignetesten halte ich selbst, übrigens, die wunderbare 6., mit ihrern zwei tänzerischen Sätzen nach dem langen enormen, langsamen Kopfsatz. (Außerdem vermute ich, dass die 10. populärer als die 5. sein dürfte.)


      Auf jenden Fall gehört die 5. zu den eingängisten.


      Im großen und ganzen gebe ich Dir Recht und wir sollten daraus, was man zuerst und was man später hört auch kein großes Thema machen. Daß man bei der 7. "in Romantik schwelgt", finde ich allerdings keine so passende Aussage. Sie mag jedoch für manchen auch ein guter Einstieg sein, ist sie doch gerade im ersten Satz ein Werk, daß in höchstem Maße fasziniert und diese Faszination erschließt sich schnell. Aber mit schwelgerischer Romantik hat das nun wirklich nicht das geringste zu tun. Auch empfinde ich die 9. nicht als klassizistisch, sondern der Klassizismus ist nur vordergründig, dahinter verbirgt sich Sarkasmus, den muß man heraus hören, sonst kann die 9. für den Schostakowitscheinsteiger auch enttäuschend sein. Und die 10. ist gut und auch sehr angesehen, aber schon schwierigerer Stoff. Auch die 8. ist schon schwieriger. Die 6. ist ein tolles Werk, da gebe ich Dir recht und man braucht nicht lange einen Bogen um sie zu machen.

      Gruß Martin
    • Original von martin
      Daß man bei der 7. "in Romantik schwelgt", finde ich allerdings keine so passende Aussage. ... Aber mit schwelgerischer Romantik hat das nun wirklich nicht das geringste zu tun. Auch empfinde ich die 9. nicht als klassizistisch, sondern der Klassizismus ist nur vordergründig, dahinter verbirgt sich Sarkasmus, den muß man heraus hören, sonst kann die 9. für den Schostakowitscheinsteiger auch enttäuschend sein.


      Ich fürchte, hier wurde ich falsch verstanden: Ich behaupte weder, dass die die 7. "in Romantik schwelgt", noch dass die 9. "als klassizistisch" zu verstehen ist. Ich wollte nur sagen, dass ich jemandem, die Klassikneuling ist und von der ich weiß, dass sie gerne in romantischer Musik schwelgt, eher die 7. als die 5. zum Kennenlernen empfehlen würden. Wüsste ich hingegen, dass
      ihr Zugang aus der Epoche der Klassik stammt, würde ich ihr erst die 9. ans Herz legen.

      Ich empfinde es als richtig, bei Aufnahmenempfehlungen auf den bisherigen Erfahrungskontext dessen zu auchten, für dem die Empfehung gedacht ist. Ich glaube das ist enorm wichtig um nicht kontraproduktiv zu sein! (Jemanden zB eine lyrisch zurückhaltende Aufnahmen zu empfehlen, wo er mitreißende Musik liebt, wo auf teufelkommraus alles gewagt und riskiert wird, wäre töricht.)

      Was Du inhaltlich geschrieben hast, Martin, stimme wir, meine ich, in allem überein!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Lieber ab,

      tut mir leid, Dich falsch verstanden zu haben. Ich hätte etwas genauer lesen sollen. Du hast natürlich recht, jeder hat seinen Hintergrund, vom dem her er sich etwas neues erschließt. Aber wir sind ja wie ich sehe wirklich einer Meinung. Im übrigen: Schostakowitsch ist so ein toller Komponist, wer ihn nur deshalb nicht hört, weil er versucht hat, mit dem für ihn falschen Werk in diesen musikalischen Kosmos einzusteigen, hat m.E. sowieso selber schuld.

      Gruß Martin

      @ Cosima

      Es würde mich auch mal interessieren, was Du zum Barshai sagst. Ich fand diese 5. gar nicht schlecht. Dazu muß ich sagen, daß ich den Schostakowitsch von Barshai am Anfang überhaupt nicht mochte, ihn für maßlos überschätzt hielt. Die 5. fand ich aber wiegesagt gar nicht schlecht und das war für mich der Beginn, mich mit dem Barshai ein bißchen anzufreunden.

      Der Barshai ist natürlich sehr preiswert und man sollte ihn haben. Aber ich glaube speziell nach der enthusiastischen Bewertung von Classicstoday mit einer 10/10 Wertung stieg der Stern dieser Aufnahmen wirklich sehr hoch, wie ich meine zu hoch.

      Ich finde auch den Klang zu trocken, was mich in der 5. nicht weiter gestört hat, aber bei der 7. schon sehr, die ja im ersten Satz ein geradezu ekstatisches Erlebnis ist, aber bei dem trockenen Klang ( der vermutlich aus einer zu nahen Aufstellung der Mikrophone resultiert) kam dies für mich überhaupt nicht rüber. Aber auch diese Aufnahme werde ich mir noch mal anhören.
    • Original von Rachmaninov
      Original von Cosima

      Vergleichsweise werde ich demnächst noch einmal meine Alternativ-Aufnahme unter Barshai hören.



      Ja bitte, da würden mich Deine Eindrücke interessieren :cool


      Im Vergleich zu der Gergiev-Aufnahme würde ich sie als gut bezeichnen. Mir gefällt jedoch nicht nur der „russische“ Klang des Kirov Orchesters besser, vor allem weiß Gergiev, subtiler die Doppeldeutigkeit, also die zweite Ebene der Ironie, herauszustellen. Barshai und seine Mannen empfinde ich zudem als weniger ausdrucksstark, obwohl die Interpretation auch sehr kraftvoll ist. Gergiev hat m.E. ein sehr gutes Gespür gerade für diese Symphonie bewiesen. Und das sage ich nicht nur als Gergiev-Fan. :)

      Gruß, Cosima

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cosima ()

    • Hallo,
      meine Aufnahmen der 5.:
      Meine 1. Begegnung mit der 5., lief damals im TV und wurde eine meiner ersten CDs.



      Tolles Orchester, vielleicht nicht ganz so tiefgründig, super Klang.



      Habe ein anderes Cover...glasklare Aufnahme ohne Tränendrüsen.



      Mein momentaner Favorit.



      Gruß
      embe
    • Original von martin

      Ich finde auch den Klang zu trocken, was mich in der 5. nicht weiter gestört hat, aber bei der 7. schon sehr, die ja im ersten Satz ein geradezu ekstatisches Erlebnis ist, aber bei dem trockenen Klang ( der vermutlich aus einer zu nahen Aufstellung der Mikrophone resultiert) kam dies für mich überhaupt nicht rüber. Aber auch diese Aufnahme werde ich mir noch mal anhören.


      ich empfinde das bei Barshai genauso! Daher lese ich gerade aufmerksam den Thread, um mir ein paar Ideen für etwas emotionalere Interpretationen zu holen - wobei wie Du schon sagst, gerade die 5. noch am stimmigsten auf mich wirkt.

      @Sergejewich

      wie empfindest Du den Unterschied zwischen Barshai und Kondarashin?

      Gruß Walter
      Walter
    • Die Aufnahme des Gürzenich Orchester Köln unter der Leitung von Dmitrij Kitajenko ist vom Ansatz her völlig anders angelegt als z.B. die Aufnahme vom K. Kondrashin.

      Während Kondrashin fast wie eine "Dampfwalze" mit straffen Streichern und schrill klingenden Blechbläsern durch die schnellen Sätze rauscht legt es Kitajenko mehr auf einen gesamtheitlichen Sinfonischen Ansatz an.

      Das gefällt durchaus insb. da die superbe Klangtechnik es wirklich erlaubt die einzelnen Instrumente bzw. Instrumentengruppen gut raus zu hören!



      Dennoch kann ich mir vorstellen, daß die Aufnahme einigen etwas zu "zarm" erscheinen wird. Besonders wenn sie eher "kraftvolle" und "dynamische" Einspielungen kennen und schätzen.

      Als Alternative in meiner Sammlung ist sie mir allerdings sehr willkommen :cool
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von Rachmaninov
      Die Aufnahme des Gürzenich Orchester Köln unter der Leitung von Dmitrij Kitajenko ist vom Ansatz her völlig anders angelegt als z.B. die Aufnahme vom K. Kondrashin.
      Während Kondrashin fast wie eine "Dampfwalze" mit straffen Streichern und schrill klingenden Blechbläsern durch die schnellen Sätze rauscht legt es Kitajenko mehr auf einen gesamtheitlichen Sinfonischen Ansatz an.


      Könntest Du vielleicht ein bisschen weiter auszuführen versuchen, was Du mit "einen gesamtheitlichen Sinfonischen Ansatz" meinst; ich kann mir darunter gar nichts vorstellen - gerade weil es auch als Gegensatz zu Kondrashin steht, dessen Spiel ich bei meinem Sprachgefühl und ganz vage gelassen ohne weiteres als "gesamtheitlich" und "sinfonisch" bezeichnen würde .
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • @ab,

      Kondrashin arbeitet mit scharf artikulierenden Instrumentengruppen, die kraftvoll "zuschlagen" und dadurch einen "Knalleffekt" erzeugen!

      Wie z.B. am Beginn des ersten und letzten Satzes.

      Kondrashins Aufnahme gefällt mir wirklich richtig gut, aber er überzeichnet, je nach meinem subjektivem Empfinden und meiner Stimmung, diese Stellen!

      Dies passiert bei Kitajenko nicht! Er führt IMO keine Instrumentengruppe in derartige "Überzeichnungen".
      Dadurch wirkt die Aufnahme etwas "glatter" und das Orchester wirkt nicht so stürmisch wie bei Kondrashin!

      Hoffe es wurd klarer ?(
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von Rachmaninov
      Dadurch wirkt die Aufnahme etwas "glatter" und das Orchester wirkt nicht so stürmisch wie bei Kondrashin!


      Danke für die Erläuterung; ich selbst hätte diese Aspekte wohl kaum mit
      "gesamtheitlicher" und "sinfonischer" in Verbindung gebracht, aber nun ist mir klar, was Du meinst.

      Sind eigentlich diese Kitajenko-Scheiben Neuaufnahmen von Capriccio oder bloß eine Neuabmischung für die SACS von älteren Aufnahmen (aus den 90ern?)?

      Danke!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Original von ab
      Sind eigentlich diese Kitajenko-Scheiben Neuaufnahmen von Capriccio oder bloß eine Neuabmischung für die SACS von älteren Aufnahmen (aus den 90ern?)?


      Soweit ich es gerade überblicken kann besteht die Box aus Aufnahmen aus den Jahren 2002-2004!

      Welche Aufnahme der Sinfonie #5 kennst und schätzt Du?
      _____

      Administrator: Das Klassikforum