Beethoven: Die Cellosonaten

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    • Beethoven: Die Cellosonaten

      Beethovens 5 Cellosonaten (opp.5, 69, 102) sind vielleicht noch interessanter als die hier im Forum schon besprochenen Violinsonaten. Wie die Opusnummern schon anzeigen, verteilen sich die Cellosonaten über die gesamte Schaffenszeit Beethovens. Es ist also von vornherein mit stilistischer Vielfalt zu rechnen bis hin zu der im Spätwerk erkennbaren Sprengung jeglicher Konvention. Daß Beethoven derlei Sonaten überhaupt komponierte, ist schon eine recht revolutionäre Neuerung. Vorbilder gab es nicht wirklich, wenn man von den Gamben/Cello-Sonaten Bachs absieht (was man wohl besser tun sollte). Überhaupt wurde das Cello zu Beethovens Zeit als Soloinstrument eher mißachtet. (Haydn hat natürlich Cellokonzerte geschrieben). U.a. ist ein Cello spielender preußischer König Grund dafür, daß endlich Solo-Literatur für das Instrument entstand. Mendelssohn und Brahms u.a. haben dann darauf aufbauen können.

      Ich habe die zu besprechenden Werke als Cellosonaten angesprochen, was eigentlich ein ganz grober Unfug ist und nur als griffige Abkürzung zu verstehen sein sollte: Diese Sonaten sind für Klavier und Cello geschrieben, das Klavier steht sogar an erster Stelle. Die beiden Solisten müssen absolut gleichberechtigt agieren, bloße Klavier-Begleiter berühmterer Solo-Cellisten haben hier überhaupt nichts verloren. Beethoven sieht einen gleichberechtigten Dialog der Instrumente vor. (Gute Kammermusik ist immer ein musikalisches Gespräch der Ausführenden, ganz wie eine anregende Diskussion in Worten mit allen üblichen "Sprechakten" (Wiederholungen, Neuanfänge, Abbrüche, Erregungen etc. etc.) Es ist erschreckend zu sehen, wenn Neuaufnahmen der Sonaten praktisch nur unter dem Namen der Cellistin/des Cellisten vermarktet werden. Die Frage nach der Gleichrangigkeit ist ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung der jeweiligen Einspielungen.

      Ein weiteres Kriterium ist sicher die akustische Balance zwischen den Instrumenten, die sehr problematisch bleibt, obwohl gute Mikrophon-Technik einiges auszurichten vermag. Die Sonaten sind zu einer Zeit geschrieben worden, als Streichinstrumente mit leiseren Darmseiten bespannt waren, und die Broadwoods und andere Hammerklaviere wiesen andere Charakteristiken auf als moderne Flügel. Auf der weiter unten abgebildeten DVD mit Rostropovitch/Richter ist zu sehen, daß der Deckel des Flügels geschlossen ist (und die Solisten fast Rücken an Rücken sitzen, Rostropovich im Vordergrund, eine merkwürdige Gesprächssituation vielleicht).

      An Aufnahmen besitze ich die folgenden:




      Casals/Horszowski/Schulhof, in den 30ern aufgenommen, klanglich nicht einmal schlecht für die Zeit. Ein erster diskographischer Höhepunkt. Casals ist vielleicht zuweit im Vordergrund.





      Sicher ein Klassiker, und Richter ist hier bestimmt ein gleichberechtigter Solist. Zupackendes, expressives Spiel beider Partner.






      Auch hier spielen Gleichrangige. Etwas "braver" als Rostropovich/Richter, aber live und bestimmt lebhaft genug. Teils berauschend schönes Spiel in den langsameren Partien.





      Hier schlägt das Pendel manchmal zuweit in Richtung der Pianistin aus (obwohl auf dem Cover etwas scheu im Hintergrund). Ansonsten wie zu erwarten lebhaftes und dynamisches Spiel.




      Noch keine abschließende Wertung meinerseits. Sehr ordentlich aufgenommen, wirklich sehr kammermusikalisch intim.

      DVD



      Richter und Rostropovich live 1964 in Edinburgh. Etwas risikobereiter als im Falle der Studioaufnahme. Mäßige Bildqualität und Ton.




      Ob diese CD praktisch der Soundtrack der DVD ist, müßte Cosima beantworten können.

      Und jetzt hat das Forum das Wort. Ich hoffe auf eine Menge anderer Empfehlungen, besonders auch im Hinblick auf Aufnahmen der letzten Zeit.

      Gruß,

      Zelenka
    • Beethoven: Die Cellosonaten

      Beethovens 5 Cellosonaten (opp.5, 69, 102) sind vielleicht noch interessanter als die hier im Forum schon besprochenen Violinsonaten. Wie die Opusnummern schon anzeigen, verteilen sich die Cellosonaten über die gesamte Schaffenszeit Beethovens. Es ist also von vornherein mit stilistischer Vielfalt zu rechnen bis hin zu der im Spätwerk erkennbaren Sprengung jeglicher Konvention. Daß Beethoven derlei Sonaten überhaupt komponierte, ist schon eine recht revolutionäre Neuerung. Vorbilder gab es nicht wirklich, wenn man von den Gamben/Cello-Sonaten Bachs absieht (was man wohl besser tun sollte). Überhaupt wurde das Cello zu Beethovens Zeit als Soloinstrument eher mißachtet. (Haydn hat natürlich Cellokonzerte geschrieben). U.a. ist ein Cello spielender preußischer König Grund dafür, daß endlich Solo-Literatur für das Instrument entstand. Mendelssohn und Brahms u.a. haben dann darauf aufbauen können.

      Ich habe die zu besprechenden Werke als Cellosonaten angesprochen, was eigentlich ein ganz grober Unfug ist und nur als griffige Abkürzung zu verstehen sein sollte: Diese Sonaten sind für Klavier und Cello geschrieben, das Klavier steht sogar an erster Stelle. Die beiden Solisten müssen absolut gleichberechtigt agieren, bloße Klavier-Begleiter berühmterer Solo-Cellisten haben hier überhaupt nichts verloren. Beethoven sieht einen gleichberechtigten Dialog der Instrumente vor. (Gute Kammermusik ist immer ein musikalisches Gespräch der Ausführenden, ganz wie eine anregende Diskussion in Worten mit allen üblichen "Sprechakten" (Wiederholungen, Neuanfänge, Abbrüche, Erregungen etc. etc.) Es ist erschreckend zu sehen, wenn Neuaufnahmen der Sonaten praktisch nur unter dem Namen der Cellistin/des Cellisten vermarktet werden. Die Frage nach der Gleichrangigkeit ist ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung der jeweiligen Einspielungen.

      Ein weiteres Kriterium ist sicher die akustische Balance zwischen den Instrumenten, die sehr problematisch bleibt, obwohl gute Mikrophon-Technik einiges auszurichten vermag. Die Sonaten sind zu einer Zeit geschrieben worden, als Streichinstrumente mit leiseren Darmseiten bespannt waren, und die Broadwoods und andere Hammerklaviere wiesen andere Charakteristiken auf als moderne Flügel. Auf der weiter unten abgebildeten DVD mit Rostropovitch/Richter ist zu sehen, daß der Deckel des Flügels geschlossen ist (und die Solisten fast Rücken an Rücken sitzen, Rostropovich im Vordergrund, eine merkwürdige Gesprächssituation vielleicht).

      An Aufnahmen besitze ich die folgenden:




      Casals/Horszowski/Schulhof, in den 30ern aufgenommen, klanglich nicht einmal schlecht für die Zeit. Ein erster diskographischer Höhepunkt. Casals ist vielleicht zuweit im Vordergrund.





      Sicher ein Klassiker, und Richter ist hier bestimmt ein gleichberechtigter Solist. Zupackendes, expressives Spiel beider Partner.






      Auch hier spielen Gleichrangige. Etwas "braver" als Rostropovich/Richter, aber live und bestimmt lebhaft genug. Teils berauschend schönes Spiel in den langsameren Partien.





      Hier schlägt das Pendel manchmal zuweit in Richtung der Pianistin aus (obwohl auf dem Cover etwas scheu im Hintergrund). Ansonsten wie zu erwarten lebhaftes und dynamisches Spiel.




      Noch keine abschließende Wertung meinerseits. Sehr ordentlich aufgenommen, wirklich sehr kammermusikalisch intim.

      DVD



      Richter und Rostropovich live 1964 in Edinburgh. Etwas risikobereiter als im Falle der Studioaufnahme. Mäßige Bildqualität und Ton.




      Ob diese CD praktisch der Soundtrack der DVD ist, müßte Cosima beantworten können.

      Und jetzt hat das Forum das Wort. Ich hoffe auf eine Menge anderer Empfehlungen, besonders auch im Hinblick auf Aufnahmen der letzten Zeit.

      Gruß,

      Zelenka
    • RE: Beethoven: Die Cellosonaten

      @Zelenka,

      schön das Du den Thread eröffnet hast :leb

      Original von Zelenka
      Diese Sonaten sind für Klavier und Cello geschrieben, das Klavier steht sogar an erster Stelle. Die beiden Solisten müssen absolut gleichberechtigt agieren, bloße Klavier-Begleiter berühmterer Solo-Cellisten haben hier überhaupt nichts verloren.


      Exakt das sehe ich auch als abolut entscheident an für eine gelungene Aufnahme!
      Aus eben diesem Grund empfand ich die Aufnahme Brendel/Brendel damals bei durchhören eindeutig als zu schwach.
      Brendel jumnior überzeugte mich hier weniger.

      Ebenso bei du Pre / Barenboim. Zu ungleich empfand ich hier das Paar, in diesem Fall allerdings "verursacht" durch Barenboim!


      Und jetzt hat das Forum das Wort. Ich hoffe auf eine Menge anderer Empfehlungen, besonders auch im Hinblick auf Aufnahmen der letzten Zeit.


      Gerne!

      Eine fantastische Aufnahme ist für mich die von Miklos Perenyi (Cello) , Andras Schiff (Klavier) auf ECM.



      In allen Belangen eine superbe Aufnahme. Klanglich und interpretatorisch eine Aufnahme mit Referenzcharakter! :down

      Zwei gleichwertige starke Partner :engel

      :times10
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: Beethoven: Die Cellosonaten

      @Zelenka,

      schön das Du den Thread eröffnet hast :leb

      Original von Zelenka
      Diese Sonaten sind für Klavier und Cello geschrieben, das Klavier steht sogar an erster Stelle. Die beiden Solisten müssen absolut gleichberechtigt agieren, bloße Klavier-Begleiter berühmterer Solo-Cellisten haben hier überhaupt nichts verloren.


      Exakt das sehe ich auch als abolut entscheident an für eine gelungene Aufnahme!
      Aus eben diesem Grund empfand ich die Aufnahme Brendel/Brendel damals bei durchhören eindeutig als zu schwach.
      Brendel jumnior überzeugte mich hier weniger.

      Ebenso bei du Pre / Barenboim. Zu ungleich empfand ich hier das Paar, in diesem Fall allerdings "verursacht" durch Barenboim!


      Und jetzt hat das Forum das Wort. Ich hoffe auf eine Menge anderer Empfehlungen, besonders auch im Hinblick auf Aufnahmen der letzten Zeit.


      Gerne!

      Eine fantastische Aufnahme ist für mich die von Miklos Perenyi (Cello) , Andras Schiff (Klavier) auf ECM.



      In allen Belangen eine superbe Aufnahme. Klanglich und interpretatorisch eine Aufnahme mit Referenzcharakter! :down

      Zwei gleichwertige starke Partner :engel

      :times10
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Lieber Zelenka,

      danke für diesen wichtigen Thread! Und für die interessante Einführung. :)

      Meine absolute Lieblings-Sonate ist die Nr. 3, op. 69! Sie ist ein grandioses Meisterwerk der Kammermusik! Schon der besinnliche Anfang, zunächst alleine vom Cello vorgetragen, ist wunderschön. Der zweite Satz, das Scherzo, ist zum Niederknien. :down
      Verwirrend und spannend, wie Cello und Klavier hier im Dialog sind, dann wieder zusammen spielen – ganz leidenschaftlich! Der dritte Satz beginnt langsam, man erwartet, dass die Sonate nun so fließend-zart ausklingen wird. Aber Beethoven war ja auch ein Schlitzohr, denn plötzlich folgt die Überraschung: Das ruhige Thema bricht ab, der Satz geht - im starken Kontrast - heiter und ausgelassen weiter. Großartig und originell, wie er hier die Überleitung vom Scherzo zum überschwänglichen Schlusssatz gestaltet hat!

      Erwartungsgemäß finden sich Richter / Rostropovich in meiner Sammlung und zwar gleich zweimal: Live-Aufnahmen während des Edinburgh Festivals, 31. August 1964. Übrigens ihre einzigen gemeinsamen Live-Aufführungen dieser Cellosonaten. Ich besitze sie auf CD und zudem auf DVD, die für mich ein Muss war (Die Cover hat Zelenka oben bereits aufgezeigt.)

      Obgleich ich die Aufnahmen dieser beiden Künstler sehr liebe, gefällt mir die weniger schwergewichtige Interpretation mit Harrell / Ashkenazy auch ausgesprochen gut.



      Das Spiel der beiden Künstler ist natürlich, klar und elegant, wundervoll im Zusammenspiel und expressiv; der erheiternde Schlusssatz erklingt herrlich beschwingt.

      Gruß, Cosima
    • Lieber Zelenka,

      danke für diesen wichtigen Thread! Und für die interessante Einführung. :)

      Meine absolute Lieblings-Sonate ist die Nr. 3, op. 69! Sie ist ein grandioses Meisterwerk der Kammermusik! Schon der besinnliche Anfang, zunächst alleine vom Cello vorgetragen, ist wunderschön. Der zweite Satz, das Scherzo, ist zum Niederknien. :down
      Verwirrend und spannend, wie Cello und Klavier hier im Dialog sind, dann wieder zusammen spielen – ganz leidenschaftlich! Der dritte Satz beginnt langsam, man erwartet, dass die Sonate nun so fließend-zart ausklingen wird. Aber Beethoven war ja auch ein Schlitzohr, denn plötzlich folgt die Überraschung: Das ruhige Thema bricht ab, der Satz geht - im starken Kontrast - heiter und ausgelassen weiter. Großartig und originell, wie er hier die Überleitung vom Scherzo zum überschwänglichen Schlusssatz gestaltet hat!

      Erwartungsgemäß finden sich Richter / Rostropovich in meiner Sammlung und zwar gleich zweimal: Live-Aufnahmen während des Edinburgh Festivals, 31. August 1964. Übrigens ihre einzigen gemeinsamen Live-Aufführungen dieser Cellosonaten. Ich besitze sie auf CD und zudem auf DVD, die für mich ein Muss war (Die Cover hat Zelenka oben bereits aufgezeigt.)

      Obgleich ich die Aufnahmen dieser beiden Künstler sehr liebe, gefällt mir die weniger schwergewichtige Interpretation mit Harrell / Ashkenazy auch ausgesprochen gut.



      Das Spiel der beiden Künstler ist natürlich, klar und elegant, wundervoll im Zusammenspiel und expressiv; der erheiternde Schlusssatz erklingt herrlich beschwingt.

      Gruß, Cosima
    • ch höre Beethoven relativ selten, aber die Sonaten für Klavier und Cello haben es mir schon seit langem angetan.

      Als erstes hatte ich die Aufnahme mit Barenboim/du Pré.





      Die gefiel mir eigentlich ganz gut, allerdings handelt es sich um einen Live-Mitschnitt mit unerträglichem Publikums-Gehuste, das ich irgendwann nicht mehr hören wollte (ich "wartete" regelrecht auf die schlimmsten Stellen).


      Dann kaufte ich mir diese Aufnahme mit Bruno Canino, Klavier und Jan Vogler, Cello





      Es handelt sich um insgesamt 3 CD´s, neben Beethoven sind auch noch zwei Fantasiestücke für Klavier und Cello von Robert Schumann aufgenommen. Da die drei CD´s damals nur 12,99 € kosteten und die allseits bejubelte neue Aufnahme mit Schiff/Perényi mir zu teuer war, entschied ich mich für diese Aufnahme. Und habe es auch nicht bereut, denn sie ist wirklich sehr schön in weiten Teilen. Vogler hat einen sehr warmen und schwelgerischen Ton, so etwas mag ich beim Cello. Dagegen fällt Canino leider manchmal etwas ab, spielt eine Spur zu brav und behäbig. Aber gerade diese Zurückhaltung gefällt mir manchmal auch - ist letztlich Stimmungssache.


      Letztendlich zog es mich dann aber doch zu der sagenumwobenen Schiff/Perenyi Aufnahme, die oben bereits erwähnt wurde.




      Die ist viel nuancenreicher und lebendiger, auch wilder gespielt. Sehr mitreißend und spannend anzuhören. Einziger Kritikpunkt: Die Verpackung ist bei dem hohen Preis eine Frechheit. Dann lieber gleich eine Papiertüte von Brillant Classics, da muss ich wenigstens nicht erst die Hülle auseinandernehmen und nachher wieder zusammensetzen, um an die zweite CD zu kommen. Dafür ist allerdings das Booklet mit der lesenswerten Einführung von Peter Esterházy sehr gut.

      Mit Gruß von Carola
    • ch höre Beethoven relativ selten, aber die Sonaten für Klavier und Cello haben es mir schon seit langem angetan.

      Als erstes hatte ich die Aufnahme mit Barenboim/du Pré.





      Die gefiel mir eigentlich ganz gut, allerdings handelt es sich um einen Live-Mitschnitt mit unerträglichem Publikums-Gehuste, das ich irgendwann nicht mehr hören wollte (ich "wartete" regelrecht auf die schlimmsten Stellen).


      Dann kaufte ich mir diese Aufnahme mit Bruno Canino, Klavier und Jan Vogler, Cello





      Es handelt sich um insgesamt 3 CD´s, neben Beethoven sind auch noch zwei Fantasiestücke für Klavier und Cello von Robert Schumann aufgenommen. Da die drei CD´s damals nur 12,99 € kosteten und die allseits bejubelte neue Aufnahme mit Schiff/Perényi mir zu teuer war, entschied ich mich für diese Aufnahme. Und habe es auch nicht bereut, denn sie ist wirklich sehr schön in weiten Teilen. Vogler hat einen sehr warmen und schwelgerischen Ton, so etwas mag ich beim Cello. Dagegen fällt Canino leider manchmal etwas ab, spielt eine Spur zu brav und behäbig. Aber gerade diese Zurückhaltung gefällt mir manchmal auch - ist letztlich Stimmungssache.


      Letztendlich zog es mich dann aber doch zu der sagenumwobenen Schiff/Perenyi Aufnahme, die oben bereits erwähnt wurde.




      Die ist viel nuancenreicher und lebendiger, auch wilder gespielt. Sehr mitreißend und spannend anzuhören. Einziger Kritikpunkt: Die Verpackung ist bei dem hohen Preis eine Frechheit. Dann lieber gleich eine Papiertüte von Brillant Classics, da muss ich wenigstens nicht erst die Hülle auseinandernehmen und nachher wieder zusammensetzen, um an die zweite CD zu kommen. Dafür ist allerdings das Booklet mit der lesenswerten Einführung von Peter Esterházy sehr gut.

      Mit Gruß von Carola
    • Hallo,

      die Cellosonaten waren für mich der erste Kontakt mit Kammermusik!Vor allem die 3.Sonate hatte es mir damals angetan (insbesondere der 2.Satz), wie bei Cosima :).
      Bis jetzt hat noch keine Interpretation mir so gut gefallen wie jene von Richter und Rostropowitsch.Niemand gestaltet den 2.Satz so zerbrechlich und gefühlvoll wie die beiden! :down

      Flüchtig kenne ich noch die Casals Aufnahme, welche auch nicht schlecht ist, sowie diverse andere Aufnahmen bei denen ich mich nicht mehr genau an die Interpreten erinnere, was angesichts der Qualität (sofern ich mich erinnere) nicht weiter schlimm ist :)!

      Seit längerer Zeit bin ich an der Schiff/Perenyi Interpretation interessiert da sie ja von Lobeshymnen nur so überschüttet wurde, es scheint mir jedoch unmöglich dass die beiden das russische Duo übertreffen könnten!

      Sehr neugierig hat mich jetzt die 2.Aufnahme von den beiden gemacht!Inwiefern unterscheidet sie sich von Philips Aufnahme?

      Jeff :hello
    • Hallo,

      die Cellosonaten waren für mich der erste Kontakt mit Kammermusik!Vor allem die 3.Sonate hatte es mir damals angetan (insbesondere der 2.Satz), wie bei Cosima :).
      Bis jetzt hat noch keine Interpretation mir so gut gefallen wie jene von Richter und Rostropowitsch.Niemand gestaltet den 2.Satz so zerbrechlich und gefühlvoll wie die beiden! :down

      Flüchtig kenne ich noch die Casals Aufnahme, welche auch nicht schlecht ist, sowie diverse andere Aufnahmen bei denen ich mich nicht mehr genau an die Interpreten erinnere, was angesichts der Qualität (sofern ich mich erinnere) nicht weiter schlimm ist :)!

      Seit längerer Zeit bin ich an der Schiff/Perenyi Interpretation interessiert da sie ja von Lobeshymnen nur so überschüttet wurde, es scheint mir jedoch unmöglich dass die beiden das russische Duo übertreffen könnten!

      Sehr neugierig hat mich jetzt die 2.Aufnahme von den beiden gemacht!Inwiefern unterscheidet sie sich von Philips Aufnahme?

      Jeff :hello
    • Kennt jemand im Forum die Einspielung der Sonaten von Anne Gastinel/Francois-Frédéric Guy? Was ich von ihr gelesen habe, macht mich fast neugieriger auf sie als auf die Perenyi/Schiff-Produktion. :times10 bei classicstoday.com.





      Gruß,

      Zelenka
    • Kennt jemand im Forum die Einspielung der Sonaten von Anne Gastinel/Francois-Frédéric Guy? Was ich von ihr gelesen habe, macht mich fast neugieriger auf sie als auf die Perenyi/Schiff-Produktion. :times10 bei classicstoday.com.





      Gruß,

      Zelenka
    • hallo,

      wie auch Cosima schon erläuterte, so gefällt mir die sonate a-dur op. 69 insgesamt am liebsten. es gibt jedoch einen satz, den ich für mich als top-scorer werte ! es ist das finale der sonate g-moll op.5 nr.2: rondo.allegro :leb

      im B-teil trägt das klavier die punktierte melodie vor, wobei das cello etüdenhaft umspielt. es breitet sich bei allen beteiligten eine euphorie aus, den instrumentalisten und den zuhörern. der satz ist, um brendel heranzuziehen, extrem erhaben.

      die interpretationen richters und rostropowitschs werden immer ihre bedeutung wahren. die interpretationen des duos argerich/maisky gehören für mich zum gipfelpunkt des instrumentalen könnens. außerdem übermittelt sich die tief-freundschaftliche beziehung der beiden auf andere. barenboim/du pre, ebenfalls großartig.

      ich persönlich komme mit zwei aufnahmen sehr gut zurecht:

      1. a. schiff/m. perenyi (ECM). ich kann den übrigen hier nur beipflichten.

      2. a. perl/g.schiefen (arte nova). wundert mich, dass die kölner dieses gespann nicht berücksichtigten. diese darstellung vereint bescheidene grundhaltung mit phantastischem verständnis der beethovenschen sprache (nicht zuletzt alfredo perl zu verdanken) und extrem hoher instrumenteller beherrschung.



      gruß, siamak :engel
    • hallo,

      wie auch Cosima schon erläuterte, so gefällt mir die sonate a-dur op. 69 insgesamt am liebsten. es gibt jedoch einen satz, den ich für mich als top-scorer werte ! es ist das finale der sonate g-moll op.5 nr.2: rondo.allegro :leb

      im B-teil trägt das klavier die punktierte melodie vor, wobei das cello etüdenhaft umspielt. es breitet sich bei allen beteiligten eine euphorie aus, den instrumentalisten und den zuhörern. der satz ist, um brendel heranzuziehen, extrem erhaben.

      die interpretationen richters und rostropowitschs werden immer ihre bedeutung wahren. die interpretationen des duos argerich/maisky gehören für mich zum gipfelpunkt des instrumentalen könnens. außerdem übermittelt sich die tief-freundschaftliche beziehung der beiden auf andere. barenboim/du pre, ebenfalls großartig.

      ich persönlich komme mit zwei aufnahmen sehr gut zurecht:

      1. a. schiff/m. perenyi (ECM). ich kann den übrigen hier nur beipflichten.

      2. a. perl/g.schiefen (arte nova). wundert mich, dass die kölner dieses gespann nicht berücksichtigten. diese darstellung vereint bescheidene grundhaltung mit phantastischem verständnis der beethovenschen sprache (nicht zuletzt alfredo perl zu verdanken) und extrem hoher instrumenteller beherrschung.



      gruß, siamak :engel
    • Die Beethoven Sonaten für Violoncello und Klavier gehören sicherlich zu den größten Werken der Celloliteratur. Sie sind eine der wenigen Werke (wie auch die Bachschen Cellosuiten), von denen es mir nichts ausmacht, etliche verschiedene Interpretationen griffbereit zu besitzen und auch dann anzuhören, wenn mir einiges daran nicht gefällt. (Gewöhnlich versuche ich, eine Referenzaufnahme zu finden, die mich zufrieden stellt; aber bei Beethovens Kammermusik scheint das offensichtlich anders zu sein...)

      Ich habe folgende Aufnahmen zuhause:

      1 Mistislav Rostropovich / Sviatoslav Richter Philips
      2 Clemens Hagen / Paul Gulda JVC
      3 Miklós Pérenyi / Dezsö Ranki Hungaroton
      4 Anssi Karttunen / Tuija Hakkila Finlandia
      5 Jacqueline du Pre / Stephen Bishop-Kovacevich EMI (Nr. 3 & 5)
      6 Pablo Casals / Mieczsyslaw Horszowski (Nr. 1 & 4)
      7 Pierre Fournier / Friedrich Gulda DG
      8 Pablo Casals / Rudolf Serkin Sony

      Mit folgenden Aufnahmen (die ersten drei würde ich mir sofort zulegen, wenn sie mir günstig in Hände fielen) habe ich mich zum Teil intensiv, zum Teil flüchtig(er), gelegendlich flüchtend auseinadergesetzt:

      1 Anner Bylsma / Malcom Bilson Nonesuch
      2 Miklós Pérenyi / András Schiff ECM
      3 Heinrich Schiff / Till Fellner Philips
      4 Hidemi Suzuki / Yoshiko Kojima Dhm
      5 Yo-Yo Ma / Emanuel Ax Sony
      6 Guido Schiefen / Alfredo Perl Arte Nova
      7 Maria Kliegel / Nina Tichmann Naxos
      8 Lynn Harrell / Vladimir Ashkenazy Decca
      9 Adrian Brendel / Alfred Brendel Philips
      10 Jacqueline du Pre / Daniel Barenboim EMI
      11 Anner Bylsma / Jos van Immerseel Sony
      12 Pieter Wispelwey / Paul Komen ChannelClassics
      13 Pieter Wispelwey / Dejan Lazic ChannelClassics
      14 Anthony Pleeth / Melvyn Tan Hyperion
      15 Jan Vogler / Bruno Canino BerlinClassics
      16 Mischa Maisky / Martha Argerich DG

      Bei folgenden Aufnahmen habe ich es bislang noch nicht geschafft, sie anzuhören, (wobei es bei Tortelier und Shafran eigentlich geradezu eine Schande ist):

      1 Paul Tortelier / Eric Heidsieck EMI
      2 Daniil Shafran / Anton Ginzburg Doremi
      3 Anne Gastinel / Francois-Frederic Guy Naive
      4 Pierre Fournier / Artur Schnabel Archipel
      5 Pierre Fournier, Wilhelm Kempff DG

      Außerdem warte ich auf eine Aufnahme mit:
      1 Truls Mörk
      2 Friedrich Kleinhappel
      3 Daniel Müller-Schott

      Jede dieser Aufnahmen, die ich gehört habe, hat ihre Schwächen, die meisten aber auch ihre Stärken. Die Nummerierung – nicht immer ist sie mir leicht gefallen – soll auch meine Präferenz verdeutlichen, sozusagen ein subjektives und persönliches Ranking darstellen (wobei diese Reihungen allerdings nicht in den verschiedenen Kategorien verschiebbar sind!).

      Rankings sind immer unzufriedenstellend, weil nicht begründet wird, weshalb die jeweilige Aufnahme einer anderen vorgezogen wird. Daher hoffe ich, demnächst mich genauer äußern zu können.

      Ps. Wenn ich mir etwas wirklich von Herzen wünschen dürfte, dann wäre es das Gespann: Miklós Pérenyi/ Till Fellner!

      Clemens Hagen / Valery Afanassiev könnte eventuell auch einzigartig werden - sicher bin ich mir dabei aber nicht!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Die Beethoven Sonaten für Violoncello und Klavier gehören sicherlich zu den größten Werken der Celloliteratur. Sie sind eine der wenigen Werke (wie auch die Bachschen Cellosuiten), von denen es mir nichts ausmacht, etliche verschiedene Interpretationen griffbereit zu besitzen und auch dann anzuhören, wenn mir einiges daran nicht gefällt. (Gewöhnlich versuche ich, eine Referenzaufnahme zu finden, die mich zufrieden stellt; aber bei Beethovens Kammermusik scheint das offensichtlich anders zu sein...)

      Ich habe folgende Aufnahmen zuhause:

      1 Mistislav Rostropovich / Sviatoslav Richter Philips
      2 Clemens Hagen / Paul Gulda JVC
      3 Miklós Pérenyi / Dezsö Ranki Hungaroton
      4 Anssi Karttunen / Tuija Hakkila Finlandia
      5 Jacqueline du Pre / Stephen Bishop-Kovacevich EMI (Nr. 3 & 5)
      6 Pablo Casals / Mieczsyslaw Horszowski (Nr. 1 & 4)
      7 Pierre Fournier / Friedrich Gulda DG
      8 Pablo Casals / Rudolf Serkin Sony

      Mit folgenden Aufnahmen (die ersten drei würde ich mir sofort zulegen, wenn sie mir günstig in Hände fielen) habe ich mich zum Teil intensiv, zum Teil flüchtig(er), gelegendlich flüchtend auseinadergesetzt:

      1 Anner Bylsma / Malcom Bilson Nonesuch
      2 Miklós Pérenyi / András Schiff ECM
      3 Heinrich Schiff / Till Fellner Philips
      4 Hidemi Suzuki / Yoshiko Kojima Dhm
      5 Yo-Yo Ma / Emanuel Ax Sony
      6 Guido Schiefen / Alfredo Perl Arte Nova
      7 Maria Kliegel / Nina Tichmann Naxos
      8 Lynn Harrell / Vladimir Ashkenazy Decca
      9 Adrian Brendel / Alfred Brendel Philips
      10 Jacqueline du Pre / Daniel Barenboim EMI
      11 Anner Bylsma / Jos van Immerseel Sony
      12 Pieter Wispelwey / Paul Komen ChannelClassics
      13 Pieter Wispelwey / Dejan Lazic ChannelClassics
      14 Anthony Pleeth / Melvyn Tan Hyperion
      15 Jan Vogler / Bruno Canino BerlinClassics
      16 Mischa Maisky / Martha Argerich DG

      Bei folgenden Aufnahmen habe ich es bislang noch nicht geschafft, sie anzuhören, (wobei es bei Tortelier und Shafran eigentlich geradezu eine Schande ist):

      1 Paul Tortelier / Eric Heidsieck EMI
      2 Daniil Shafran / Anton Ginzburg Doremi
      3 Anne Gastinel / Francois-Frederic Guy Naive
      4 Pierre Fournier / Artur Schnabel Archipel
      5 Pierre Fournier, Wilhelm Kempff DG

      Außerdem warte ich auf eine Aufnahme mit:
      1 Truls Mörk
      2 Friedrich Kleinhappel
      3 Daniel Müller-Schott

      Jede dieser Aufnahmen, die ich gehört habe, hat ihre Schwächen, die meisten aber auch ihre Stärken. Die Nummerierung – nicht immer ist sie mir leicht gefallen – soll auch meine Präferenz verdeutlichen, sozusagen ein subjektives und persönliches Ranking darstellen (wobei diese Reihungen allerdings nicht in den verschiedenen Kategorien verschiebbar sind!).

      Rankings sind immer unzufriedenstellend, weil nicht begründet wird, weshalb die jeweilige Aufnahme einer anderen vorgezogen wird. Daher hoffe ich, demnächst mich genauer äußern zu können.

      Ps. Wenn ich mir etwas wirklich von Herzen wünschen dürfte, dann wäre es das Gespann: Miklós Pérenyi/ Till Fellner!

      Clemens Hagen / Valery Afanassiev könnte eventuell auch einzigartig werden - sicher bin ich mir dabei aber nicht!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Original von AcomA
      hast du eine persönliche abneigung gegen mischa maisky und/oder martha argerich ?(


      Nein, habe ich gar nicht! Die manierierte Künstlichkeit Maiskys am Cello entspricht bloß nicht meinem Geschmack und Beethoven höre ich lieber klassisch ausgeglichener.
      Außerdem müssen die beiden Solisten nicht bloß absolut gleichberechtigt agieren, wie Zelenka richtig schreibt, sondern darüber hinaus auch - oder sogar wichtiger - die gleiche musikalische Auffassung haben. (Und wenn es eine Aufnahme von Argerich/Maisky gibt, wo sie dies noch am ehesten erreichen, dann deren erstes Zusammenspiel bei der EMI, jene mit der César Frank-Sonatenbearbeitung und Debussy.)

      Wie gesagt, hierbei handelt es sich um ein subjektives persönliches Ranking, was ich mir anzuhören vorziehe - und nicht darum, wie ich die Qualität der Aufnahme einschätze. Würde ich die Qualität bewerten, läge diese Aufnahme deutlich weiter vorne!

      (Heute, übrigens, wenn ich es mir recht überlege, würde ich wohl 16 Mischa Maisky / Martha Argerich vor 13 Pieter Wispelwey / Dejan Lazic reihen, sowie 11 Anner Bylsma / Jos van Immerseel hinter 13 Pieter Wispelwey / Dejan Lazic stellen.)
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

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    • Original von AcomA
      hast du eine persönliche abneigung gegen mischa maisky und/oder martha argerich ?(


      Nein, habe ich gar nicht! Die manierierte Künstlichkeit Maiskys am Cello entspricht bloß nicht meinem Geschmack und Beethoven höre ich lieber klassisch ausgeglichener.
      Außerdem müssen die beiden Solisten nicht bloß absolut gleichberechtigt agieren, wie Zelenka richtig schreibt, sondern darüber hinaus auch - oder sogar wichtiger - die gleiche musikalische Auffassung haben. (Und wenn es eine Aufnahme von Argerich/Maisky gibt, wo sie dies noch am ehesten erreichen, dann deren erstes Zusammenspiel bei der EMI, jene mit der César Frank-Sonatenbearbeitung und Debussy.)

      Wie gesagt, hierbei handelt es sich um ein subjektives persönliches Ranking, was ich mir anzuhören vorziehe - und nicht darum, wie ich die Qualität der Aufnahme einschätze. Würde ich die Qualität bewerten, läge diese Aufnahme deutlich weiter vorne!

      (Heute, übrigens, wenn ich es mir recht überlege, würde ich wohl 16 Mischa Maisky / Martha Argerich vor 13 Pieter Wispelwey / Dejan Lazic reihen, sowie 11 Anner Bylsma / Jos van Immerseel hinter 13 Pieter Wispelwey / Dejan Lazic stellen.)
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

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