Die 2. Symphonie von Johannes Brahms

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    • Original von nikolaus
      Original von Cosima
      Ich sehe gerade mit Entsetzen (Entsetzen darüber, sie vergessen zu haben!), dass ich noch eine Aufnahme mit Carlos Kleiber besitze! Auf dieser DVD:



      Ich muss sie mir nachher unbedingt mal wieder anhören!

      Gruß, Cosima



      Weiss jemand, ob es diese Aufnahme auch auf CD gibt?

      Danke ergebenst, Nikolaus.


      Diese Aufnahme gibt es zwar nicht auf CD aber dafür gibt es folgende Aufnahme mit genau dem gleichen Programm wie auf der DVD + Mozarts Sinfonie Nr. 33, Brahms`4. Sinfonie und Beethovens Coriolan-Ouvertüre. Alles Aufnahmen mit dem Bayerischen Staatsorchester:

      "http://www.amazon.com/gp/product/B000W7P4KW/ref=s9_simh_gw_p15_d0_g15_i1?pf_rd_m=ATVPDKIKX0DER&pf_rd_s=center-2&pf_rd_r=1PN349WWW1X3K718VXS5&pf_rd_t=101&pf_rd_p=470938631&pf_rd_i=507846"

    • Dortmunder Philharmoniker - Moshe Atzmon
      (CD, live, ebs, 1991)

      Meine Lieblingsaufnahme.
      Der eingangs von Cosima herausgestrichene unbeschwerte Charakter & der von Zelenka erwähnte Trauerflor - beides kommt hier nahezu mustergültig zum Tragen, vielleicht mit einem leichten Übergewicht zugunsten des Trauerflors. Die Tempi sind ideal, die Musik fliesst betörend & herzerwärmend ins Ohr - hier stimmt einfach alles. Einzig zwei kleine Abstriche, welche den superben Gesamteindruck aber keineswegs schmälern: die Akustik im Opernhaus lässt den Klang der tiefen Streicher & Pauken nicht genügend im vollen Spektrum schwingen, es hat einen leichten Zug ins Dumpfe. Weshalb für die Aufnahme der bewährte Gang in das Akustik-Wunder Märtmann-Kirche in Dortmund-Aplerbeck gescheut wurde, bleibt ein Rätsel (die Philharmonie stand 1991 noch nicht). & im Schlusssatz wird bei einem dieser unangenehm exponierten Einsätze der hohen Streicher hörbar, dass wir es nicht mit einem A-Orchester zutun haben. Wie gesagt: trotz kleiner Abstriche meine klare Favoritin vor den Mitbewerbern in meinen Regalen (Szell, Abbado, Manze, Swarowsky, Medveczky)!
    • Die Aufnahmen der "großen Alten" (Klemperer, Szell, Bruno Walter) der Brahms Nr. 2 wurden hier alle bereits lobend genannt. Aber meine Lieblingsversion fehlt noch, und deshalb möchte ich sie hier vorstellen:


      Pierre Monteux und die Wiener Philharmoniker (aufgenommen im April 1959 in den Sofiensälen, Wien).
      Eine erstaunlich gut und transparent klingende Stereo-Produktion, die ursprünglich als LP auf RCA veröffentlicht wurde. Monteux schätzte diese Brahms-Sinfonie ganz besonders, er hat sie mindestens dreimal im Studio aufgenommen. Das hier ist eine sehr warmherzige, liebevolle Interpretation, Monteux wiederholt sogar die Exposition im Kopfsatz (was die meisten seiner Kollegen nicht machen, Solti ausgenommen). Der Satz dauert deshalb über 20 Minuten! Aber es kommt absolut keine Langeweile auf.
      Sozusagen als "Bonus" gibt es noch die Haydn-Variationen, die 1958 in London mit dem LSO eingespielt wurden, ebenfalls in Stereo.
      Die erste Monteux-Einspielung ist 1951 entstanden, in seiner Zeit in San Francisco, und sieht so aus:

      Die Version ist ähnlich angelegt, aber der Klang ist nicht sonderlich erfreulich (Stereo war 1951 noch nicht eingeführt). Deshalb würde ich die weiter oben gezeigte unbedingt vorziehen.
      Es gibt noch eine weitere Aufnahme mit dem LSO (für PHILIPS) aus dem Jahr 1962:

      Die kenne ich aber nicht, sie ist mit den beiden Ouvertüren op. 80 & 81 gekoppelt.

      LG, Cavaradossi

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cavaradossi ()

    • Amadé schrieb:

      Während ich von der ersten und dritten nur je einen Konzertmitschnitt besitze, fehlt die vierte völlig
      Lieber Amadé,

      bei meiner Suche habe ich folgende Box gefunden (bei Amazon):

      Auch ich war überrascht, dass Monteux tatsächlich alle 4 Brahms-Sinfonien dirigiert hat. Ich denke, es handelt sich hier um Live-Mitschnitte aus unterschiedlichen Zeiten. Leider gibt es keine weiteren Informationen, so dass man raten muss, welche Orchester bei den einzelnen Sinfonien zum Einsatz kamen, und auch die Aufzeichnungsdaten sind nicht ersichtlich, da die Cover-Rückseite nicht abgebildet wurde.

      Wie es aussieht, hat Monteux allerdings nur die Zweite im Studio eingespielt, und das dreimal! Es war wohl seine Lieblingssinfonie von Brahms.

      Gruß,
      Cavaradossi
    • Sfantu schrieb:

      Hallo Nicolas,

      wenn die Dortmunder als A-Orchester klassifiziert sind, dann ist das überhaupt nicht besserwisserisch von Dir sondern dann hast Du schlicht & ergreifend recht & ich muss um Nachsicht bitten.
      Hast Du eine Favoritin bei Brahms 2?

      LG, Sfantu
      also ich besitze zwei nennenswerte Aufnahmen:

      Aus der kürzlich erworbenen GA mit Abbado und den Berlinern, sowie mit Barbirolli und NY Phil. Beide sind nicht schlecht, hauen mich aber auch nicht vom Hocker. Bei den New Yorkern fehlt mir ein bisschen die Suche nach dem Klang, während die Berliner da zu fleißig waren und sich manchmal im Klang verlieren, wodurch dann der Fluss leidet. Aber dafür gibt es zwischendurch traumhafte Momente, vor allem haben die Berliner die absolute Ruhe gefunden, die diese Symphonie ja auch ein Stück weit ausmacht.

      Immerhin hat Deine Frage, Sfantu, dazu geführt, dass ich mich mal etwas mehr mit dieser Symphonie beschäftigt habe. Ich mag Brahms sehr gerne und grade auch die 3. und 4. Symphonie, aber zu den ersten beiden habe ich bisher keinen rechten Zugang gefunden. Leider hat auch das mehrfache Durchhören der zweiten in den letzten Tagen bisher nichts daran geändert. Aber ich gebe nicht auf :D
      "Wir können genauso gut unsere Geigen nehmen und sie mit unseren Knien zerbrechen." (Fritz Kreisler über Jascha Heifetz)
    • Lieber Nicolas,
      natürlich hat jeder Präferenzen, ich möchte Deinen Blick trotzdem auf Brahms' 1. lenken, das ist doch wunderbare Musik. Zugegeben, sie ist in ihrer Länge etwas breit angelegt, man sollte aber Brahms verstehen, der als neugebackener Symphoniker zeigen wollte, welche Ideen er hatte und wie er damit umgehen konnte. Ich bereite gerade eine Neubearbeitung meiner Webseite mit op.68 vor, ich denke, dass sie zum Wochenende fertig ins Netz gehen wird. Wenn Dir danach steht kannst Du Dir dort Anregungen für eine weitere Beschäftigung mit diesem Brocken holen, ich kenne da wunderbare Aufnahmen. die ich nicht missen wollte.

      Gruß Amadé
    • Ich halte es hier mit Cornelius. Die Erste ist ein Brocken mit Gewicht aber in meinen Ohren auf Kosten viel zu vieler Längen - und das Plagiat aus Beethovens 9. gibt mir jedes Mal den Rest. Ich habe bei Brahms längst aufgegeben... :thumbdown:
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cetay ()

    • Cetay schrieb:

      und das Plagiat aus Beethovens 9. gibt mir jedes Mal den Rest. Ich habe bei Brahms längst aufgegeben
      Ein Plagiat ist das Thema doch keineswegs, den die Melodie ist im wesentlichen nicht an Beethovens 9. angelehnt, schon gar nicht im prägenden Beginn. Allenfalls im Mittelteil (jeweils Takt 9-13 beider Themen) gibt es Ähnlichkeiten. Von Beethoven aufgegriffen hat Brahms sicherlich die Idee, einen Dur-Finalsatz einer Mollsinfonie mit einem liedhaften und ohrwurmträchtigen, leicht nachsingbaren Hauptthema zu versehen. Aber das ist ja nix verwerfliches... ;)

      Und ist die erste echt länger als die anderen? War mir zugegebenermaßen bislang nie aufgefallen...
      zwischen weißem rauschen und nichtton
    • Ich habe über 60 Aufnahmen und Mitschnitte der Brahms'schen Nr. 1, woraus folgt, dass ich die kritischen Bemerkungen zu ihr nicht im geringsten nachvollziehen kann. (Der Plagiatsvorwurf ist oft ausgesprochen worden, aber wird durch Wiederholung nicht richtiger, dass sie zu lang ist, stimmt auch nicht). Brahms hat sich ja eine Ewigkeit Zeit gelassen, bis er seine erste Symphonie veröffentlichte und das Resultat ist makellos. Ein Rätsel ist mir, warum man Schwierigkeiten mit den ersten beiden Symphonien haben kann, aber nicht mit der zweiten Hälfte. Eine der besten Zweiten, um beim Thema des Fadens zu bleiben, hat Fritz Busch mit dem Königlich Dänischen SO eingespielt.
      Amadé@
      Wo findet man deine website zu Brahms?
    • Ich bin wirklich kein "Fan" der romantischen Symphonie, muss aber sagen, dass Brahms immerhin einer ist, dessen 4. ich immer wieder mal gerne anhöre.
      Die anderen hingegen höre ich kaum noch. Allerdings kann ich die Kritik an der 1. ebenfalls nicht teilen. Das "Beethoven-Plagiat", welches allenfalls in 5 Töne der zweiten Hälfte des Themas sich hineinhören ließe (da hat EinTon ganz Recht), könnte man da wohl auch Dvorak im Hauptthema seiner 9. unterstellen, die immerhin noch die Nummer dreist von Beethoven kopiert... :D

      Ich muss sagen, Brahms' 2. empfinde ich als deutlich schwächste unter den Vieren. Bei Brahms liegen mir die Qualitäten überhaupt mehr in der Kammermusik. Die späten Klavierwerke gehören meiner Meinung nach zu den ganz großen Meisterwerken. Seine Symphonien scheinen mir Beiträge zu einer eigentlich damals schon toten Gattung, der erst Bruckner wieder einen neuen Impuls geben konnte.

      Herzliche Grüße
      Satie
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Brahms selbst soll -auf die allzu offenhörbare Verwandtschaft mit dem Götterfunken-Thema angesprochen- bemerkt haben, dass das jeder Esel hören könne. Nun bin ich geradezu ein Musterbeispiel eines Esels im Brahms'schen Sinne und wahrscheinlich fällt es mir deshalb so sehr auf. :thumbsup:
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)