Die Callas - es kann nur eine geben:

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    • Die Callas - es kann nur eine geben:




      Maria Callas wurde am 2. Dezember 1923 in New York als Tochter griechischer Eltern geboren. 1937 kam sie mit ihrer Mutter und Schwester nach Athen. Sie studierte Gesang bei Elvira de Hidalgo und am Konservatorium ihrer Heimatstadt. 1949 heiratete sie den italienischen Unternehmer Giovanni Battista Meneghini und nahm die italienische Staatsbürgerschaft an.

      Callas brillierte in vielen Rollen. Zu ihren berühmtesten Interpretationen wurden Cherubinis Medea, die Violetta in Verdis La Traviata (1951 ff) und Bellinis Norma (1948 ff). Die Constanze aus der Entführung ist die einzige von ihr präsentierte Mozart-Partie (1952).

      Ihr besonderes Verdienst liegt in der Wiederentdeckung und -belebung der Belcanto-Opern Rossinis, Donizettis und Bellinis. Ihre Auftritte in Rossinis "Il Turco in Italia" und "Armida", Donizettis "Anna Bolena" oder Bellinis "Il Pirata" bereiteten den Weg für Diven wie Joan Sutherland und Montserrat Caballé, die Jahrzehnte später in diesen Rollen bekannt wurden.

      Nur wenige Auftritte von Callas sind als Film dokumentiert. Dennoch kann man die Wirkung ihrer Darstellungen durch zahlreiche Studio- oder Liveaufnahmen erleben, zum Beispiel die Arie am Ende des ersten Aktes aus La Traviata oder die Arie der Leonora aus dem 4. Akt von Il Trovatore. Dabei steht nicht primär gesangstechnische Perfektion im Vordergrund, sondern ihre außerordentliche Musikalität, ihre besondere Wort-Musik-Behandlung, die Darstellungskraft und Verwandlungsfähigkeit.

      Bis 1968 hatte Callas eine Liebesaffaire mit Aristoteles Onassis. 1969 versuchte sie sich erfolglos als Schauspielerin (in Medea von Pier Paolo Pasolini). 1970 wirkte sie als Musikpädagogin in New York, wofür sie jedoch nur wenig Talent und Ausdauer besaß. Zusammen mit ihrem früheren musikalischen Partner Giuseppe di Stefano versuchte Callas ein Comeback in mehreren Recital-Tourneen. Obgleich die Stimme längst nicht mehr intakt war, feierte sie immer noch Triumphe aufgrund ihrer unvergleichlichen Bühnenpräsenz.

      Sieben Jahre später, am 16. September 1977, starb Callas an Herzversagen. Ihrem Wunsch folgend wurde sie eingeäschert und ihre Asche vor der griechischen Küste verstreut.

      Der Nachwelt hat Maria Callas ein unschätzbares Erbe hinterlassen. Von 1952 an bis zu ihrer Tosca 1965 hat sie exklusiv für EMI viele ihrer großen Partien auf Schallplatten aufgenommen. Ihre Tosca mit di Stefano und Gobbi als Partner unter Victor de Sabata gilt heute noch als Referenzaufnahme, an der sich jede Neueinspielung messen lassen muss. Insgesamt gibt es 16 Studioaufnahmen verschiedenener Opern. Darüber hinaus existieren Live-Mitschnitte von Opernaufführungen und mehrere Recitals.

      Ihre derzeit erhältliche Diskographie ist fast unüberschaubar. Meine Lieblingsaufnahmen sind:







      sowie

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jeremias ()

    • Die Callas - es kann nur eine geben:




      Maria Callas wurde am 2. Dezember 1923 in New York als Tochter griechischer Eltern geboren. 1937 kam sie mit ihrer Mutter und Schwester nach Athen. Sie studierte Gesang bei Elvira de Hidalgo und am Konservatorium ihrer Heimatstadt. 1949 heiratete sie den italienischen Unternehmer Giovanni Battista Meneghini und nahm die italienische Staatsbürgerschaft an.

      Callas brillierte in vielen Rollen. Zu ihren berühmtesten Interpretationen wurden Cherubinis Medea, die Violetta in Verdis La Traviata (1951 ff) und Bellinis Norma (1948 ff). Die Constanze aus der Entführung ist die einzige von ihr präsentierte Mozart-Partie (1952).

      Ihr besonderes Verdienst liegt in der Wiederentdeckung und -belebung der Belcanto-Opern Rossinis, Donizettis und Bellinis. Ihre Auftritte in Rossinis "Il Turco in Italia" und "Armida", Donizettis "Anna Bolena" oder Bellinis "Il Pirata" bereiteten den Weg für Diven wie Joan Sutherland und Montserrat Caballé, die Jahrzehnte später in diesen Rollen bekannt wurden.

      Nur wenige Auftritte von Callas sind als Film dokumentiert. Dennoch kann man die Wirkung ihrer Darstellungen durch zahlreiche Studio- oder Liveaufnahmen erleben, zum Beispiel die Arie am Ende des ersten Aktes aus La Traviata oder die Arie der Leonora aus dem 4. Akt von Il Trovatore. Dabei steht nicht primär gesangstechnische Perfektion im Vordergrund, sondern ihre außerordentliche Musikalität, ihre besondere Wort-Musik-Behandlung, die Darstellungskraft und Verwandlungsfähigkeit.

      Bis 1968 hatte Callas eine Liebesaffaire mit Aristoteles Onassis. 1969 versuchte sie sich erfolglos als Schauspielerin (in Medea von Pier Paolo Pasolini). 1970 wirkte sie als Musikpädagogin in New York, wofür sie jedoch nur wenig Talent und Ausdauer besaß. Zusammen mit ihrem früheren musikalischen Partner Giuseppe di Stefano versuchte Callas ein Comeback in mehreren Recital-Tourneen. Obgleich die Stimme längst nicht mehr intakt war, feierte sie immer noch Triumphe aufgrund ihrer unvergleichlichen Bühnenpräsenz.

      Sieben Jahre später, am 16. September 1977, starb Callas an Herzversagen. Ihrem Wunsch folgend wurde sie eingeäschert und ihre Asche vor der griechischen Küste verstreut.

      Der Nachwelt hat Maria Callas ein unschätzbares Erbe hinterlassen. Von 1952 an bis zu ihrer Tosca 1965 hat sie exklusiv für EMI viele ihrer großen Partien auf Schallplatten aufgenommen. Ihre Tosca mit di Stefano und Gobbi als Partner unter Victor de Sabata gilt heute noch als Referenzaufnahme, an der sich jede Neueinspielung messen lassen muss. Insgesamt gibt es 16 Studioaufnahmen verschiedenener Opern. Darüber hinaus existieren Live-Mitschnitte von Opernaufführungen und mehrere Recitals.

      Ihre derzeit erhältliche Diskographie ist fast unüberschaubar. Meine Lieblingsaufnahmen sind:







      sowie

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jeremias ()

    • Maria Callas

      Lieber Jeremias,

      Deinen Report finde ich wunderbar. Du hast das Material sehr schön zusammengestellt und die Geschichte der Callas vorzüglich erzählt.

      Ich denke, dass es in Deinem Sinn liegt, wenn ich noch ein paar Ergänzungen anbringe.

      Von den Komponisten deutscher Herkunft hat Maria Callas auch Christoph Willibald Gluck gesungen. Die CETRA unter dem Label REPLICA
      hat im Jahre 1957 eine "Ifigenia in Tauride" herausgebracht. Sehr schön editiert, finden sich im Textheft viele Szenenfotos. Gesungen hat sie die Partie an der Mailänder Scala unter Sanzogno mit Francesco Albanese, Fiorenza Cosotto, Dino Dondi und Anselmo Colzani im Gespann.

      Es wird gemunkelt, dass sie sich auch an der Kundry versucht haben soll, allerdings in Italien in italienischer Sprache.

      Maria Callas hatte im Gegensatz zur Tebaldi eine kalt timbrierte Stimme.
      Deshalb war sie außerstande, die Desdemona zu singen. Hat sie meines Wissens auch nie gemacht. Die Aida lag ihr nicht. Wegen ihrer Höhenschärfen erreicht die Columbia-Einspiekung nur Mittelmaß.

      Ihre Traviata finde ich nicht außergewöhnlich. Da war der Konkurrenzdruck doch ein bisschen zu groß. Ihre Forza-Leonore finde ich dagegen heruaragend, obwohl die da die Milanov zu fürchten hatte.

      Anfang der sechziger Jahre wurde die Callas von der Kritik ziemlich geschmäht. Als die Sutherland 1961 mit ihrer "Lucia di Lammermoor" herauskam, war dieser Kontrast für mich eine Offenbarung.

      In den 50er Jahren gab es im Umfeld der Callas eine ganze Reihe herausragender Sängerinnen, (Gencer, Cerqueti, Olivero) die damals
      unbekannt blieben, weil sie keine Plattenfirma fanden, die sie unter Vertrag genommen hätte und sie ihr Marketing nicht zu gestalten wussten.

      Die Callas hat auch die "Carmen" gesungen. Sogar hervorragend, weil sie mühelos in die Regionen eines Mezzos hinabsteigen und ihre manchmal schneidende Kälte nicht griff. Von den sonstigen französischen Partien gehörte die "Lakmé" in ihr Programm. Mit der Glöckchen-Arie ist die Primadonna auf einem Sängerporträt vertreten.

      Mit der Tosca 1965 hat sie ebenso mutig wie rechtzeitig ihren Abgang gefunden. Der Auftritt mit Giuseppe di Stefano sollte nicht an die alten Erfolge anknüpfen, sondern war eher ein "Guten Tag" sagen an ihre jubelnden Fans.

      Der Film, in der sie die Medea gesprochen hat, war nicht so schlecht wie die Kritik ihn gemacht hat. Sie war schließlich als hervorragende Schauspielerin bekannt und letzthin die Inkarnation der Medea - aber man wollte sie singen und nicht sprechen hören.

      Es war keine Affäre mit Onassis, sondern sie war mit ihm verheiratet und hieß zeitweilig Onassis-Callas. Warum die Trennung sie psychisch so mitgenommen hat, ist für mich nicht nachvollziehbar. Schön war er nicht, Geld hatte sie selbst und Ruhm auch. Aber Künstler sind wohl alle hypersensibel und das Schicksal springt häufig besonders hart mit ihnen um.

      Wenn jemand stirbt versagt das Herz immer. Ich würde sagen, sie kam mit ihrer Gemütsverfassung nicht mehr zurecht. Wenn man Rollen spielt, muss man immerzu von einer Psyche in die andere schlüpfen und weiß zum Schluss gar nicht mehr, welches die eigene ist und gerät ins Trudeln.

      Meine Nummer Eins war Maria Callas nicht. Diesen Platz hatte über die Jahrzehnte Leontine Price inne, wegen ihres negroid eingefärbten Timbres und ihres ungewöhnlichen stimmlichen Sexapeals. Leontine Price ist für mich die Inkarnation der Aida.

      Herzlichen Gruss
      Engelbert

      :engel
    • Maria Callas

      Lieber Jeremias,

      Deinen Report finde ich wunderbar. Du hast das Material sehr schön zusammengestellt und die Geschichte der Callas vorzüglich erzählt.

      Ich denke, dass es in Deinem Sinn liegt, wenn ich noch ein paar Ergänzungen anbringe.

      Von den Komponisten deutscher Herkunft hat Maria Callas auch Christoph Willibald Gluck gesungen. Die CETRA unter dem Label REPLICA
      hat im Jahre 1957 eine "Ifigenia in Tauride" herausgebracht. Sehr schön editiert, finden sich im Textheft viele Szenenfotos. Gesungen hat sie die Partie an der Mailänder Scala unter Sanzogno mit Francesco Albanese, Fiorenza Cosotto, Dino Dondi und Anselmo Colzani im Gespann.

      Es wird gemunkelt, dass sie sich auch an der Kundry versucht haben soll, allerdings in Italien in italienischer Sprache.

      Maria Callas hatte im Gegensatz zur Tebaldi eine kalt timbrierte Stimme.
      Deshalb war sie außerstande, die Desdemona zu singen. Hat sie meines Wissens auch nie gemacht. Die Aida lag ihr nicht. Wegen ihrer Höhenschärfen erreicht die Columbia-Einspiekung nur Mittelmaß.

      Ihre Traviata finde ich nicht außergewöhnlich. Da war der Konkurrenzdruck doch ein bisschen zu groß. Ihre Forza-Leonore finde ich dagegen heruaragend, obwohl die da die Milanov zu fürchten hatte.

      Anfang der sechziger Jahre wurde die Callas von der Kritik ziemlich geschmäht. Als die Sutherland 1961 mit ihrer "Lucia di Lammermoor" herauskam, war dieser Kontrast für mich eine Offenbarung.

      In den 50er Jahren gab es im Umfeld der Callas eine ganze Reihe herausragender Sängerinnen, (Gencer, Cerqueti, Olivero) die damals
      unbekannt blieben, weil sie keine Plattenfirma fanden, die sie unter Vertrag genommen hätte und sie ihr Marketing nicht zu gestalten wussten.

      Die Callas hat auch die "Carmen" gesungen. Sogar hervorragend, weil sie mühelos in die Regionen eines Mezzos hinabsteigen und ihre manchmal schneidende Kälte nicht griff. Von den sonstigen französischen Partien gehörte die "Lakmé" in ihr Programm. Mit der Glöckchen-Arie ist die Primadonna auf einem Sängerporträt vertreten.

      Mit der Tosca 1965 hat sie ebenso mutig wie rechtzeitig ihren Abgang gefunden. Der Auftritt mit Giuseppe di Stefano sollte nicht an die alten Erfolge anknüpfen, sondern war eher ein "Guten Tag" sagen an ihre jubelnden Fans.

      Der Film, in der sie die Medea gesprochen hat, war nicht so schlecht wie die Kritik ihn gemacht hat. Sie war schließlich als hervorragende Schauspielerin bekannt und letzthin die Inkarnation der Medea - aber man wollte sie singen und nicht sprechen hören.

      Es war keine Affäre mit Onassis, sondern sie war mit ihm verheiratet und hieß zeitweilig Onassis-Callas. Warum die Trennung sie psychisch so mitgenommen hat, ist für mich nicht nachvollziehbar. Schön war er nicht, Geld hatte sie selbst und Ruhm auch. Aber Künstler sind wohl alle hypersensibel und das Schicksal springt häufig besonders hart mit ihnen um.

      Wenn jemand stirbt versagt das Herz immer. Ich würde sagen, sie kam mit ihrer Gemütsverfassung nicht mehr zurecht. Wenn man Rollen spielt, muss man immerzu von einer Psyche in die andere schlüpfen und weiß zum Schluss gar nicht mehr, welches die eigene ist und gerät ins Trudeln.

      Meine Nummer Eins war Maria Callas nicht. Diesen Platz hatte über die Jahrzehnte Leontine Price inne, wegen ihres negroid eingefärbten Timbres und ihres ungewöhnlichen stimmlichen Sexapeals. Leontine Price ist für mich die Inkarnation der Aida.

      Herzlichen Gruss
      Engelbert

      :engel
    • Hallo,

      sogar ich - als Opern- und überhaupt Vokalmusik-Muffel - gebe gerne zu, dass mich Maria Callas sehr fasziniert. Sie war nicht nur eine wunderschöne, charismatische Frau, ich liebe auch ihre Stimme sehr. Und das ist selten bei mir, denn die meisten Gesangsstimmen kann ich nur schlecht ertragen. Nicht missen möchte ich deshalb die Live-Aufnahme der Traviata aus 1955 mit Giuseppe di Stefano unter Giulini.



      Gruß, Cosima
    • Hallo,

      sogar ich - als Opern- und überhaupt Vokalmusik-Muffel - gebe gerne zu, dass mich Maria Callas sehr fasziniert. Sie war nicht nur eine wunderschöne, charismatische Frau, ich liebe auch ihre Stimme sehr. Und das ist selten bei mir, denn die meisten Gesangsstimmen kann ich nur schlecht ertragen. Nicht missen möchte ich deshalb die Live-Aufnahme der Traviata aus 1955 mit Giuseppe di Stefano unter Giulini.



      Gruß, Cosima
    • RE: Maria Callas

      Original von Engelbert
      Es war keine Affäre mit Onassis, sondern sie war mit ihm verheiratet und hieß zeitweilig Onassis-Callas. Warum die Trennung sie psychisch so mitgenommen hat, ist für mich nicht nachvollziehbar. Schön war er nicht, Geld hatte sie selbst und Ruhm auch. Aber Künstler sind wohl alle hypersensibel und das Schicksal springt häufig besonders hart mit ihnen um.


      Vor langer Zeit sah ich eine Dokumentation über Onassis.

      Onassis hatte eine gewisse Art, die, ob wir uns es vorstellen können oder nicht, eine gewisse Wirkung auf Frauen hatte. Eventuell sein Machthunger oder eine EIgenschaft, die ihn so reich hat werden lassen.

      Jedenfalls war "die Callas" für ihn eine Art Trophähe, die er "besitzen" wollte. Die er der Welt präsentieren wollte. Es ging ihm daraum der Welt zu zeigen:"Ich Onassis, kann auch diese Frau haben!"

      Das sie das mitgenommen hat als ihr das später klar wurde ist nur verständlich!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: Maria Callas

      Original von Engelbert
      Es war keine Affäre mit Onassis, sondern sie war mit ihm verheiratet und hieß zeitweilig Onassis-Callas. Warum die Trennung sie psychisch so mitgenommen hat, ist für mich nicht nachvollziehbar. Schön war er nicht, Geld hatte sie selbst und Ruhm auch. Aber Künstler sind wohl alle hypersensibel und das Schicksal springt häufig besonders hart mit ihnen um.


      Vor langer Zeit sah ich eine Dokumentation über Onassis.

      Onassis hatte eine gewisse Art, die, ob wir uns es vorstellen können oder nicht, eine gewisse Wirkung auf Frauen hatte. Eventuell sein Machthunger oder eine EIgenschaft, die ihn so reich hat werden lassen.

      Jedenfalls war "die Callas" für ihn eine Art Trophähe, die er "besitzen" wollte. Die er der Welt präsentieren wollte. Es ging ihm daraum der Welt zu zeigen:"Ich Onassis, kann auch diese Frau haben!"

      Das sie das mitgenommen hat als ihr das später klar wurde ist nur verständlich!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Die Callas - es kann nur eine geben

      Lieber ab ,

      interpretatorisch war Maria Callas nach allem , was wir von kompetenten Leuten der Opernszene wissen , bis zu ihrer letzten Aufführung ( Tosca in London auf drängendes Bitten von Elisabeth II ) perfekt geblieben .
      Ihre stimmliche Präsenz wird leider immer wieder falsch beschrieben (gehört hat sie live ohnehin kaum jemand , der über sie schreibt!). Selbst Jürgen Kesting musste zugeben , dass er die grosse Renata Tebaldi live nicht erlebt hat ; "verreissen" konnte er sie aber ungehemmt . ) .
      Maria Callas hat selbst 1964 / 1965 gegenüber ihrem vieljährigen Freund,Manager etc. M. Michel Glotz selbst dazu Aussagen gemacht .
      Sie war auch an guten Tagen um diese Zeit durchaus hervorragend , ganz aussergewöhnlich auch stimmlich ( Paris : Norma. Leider ohne Corelli als Pollione und mit der unkollegialen Cossotto als Adalgisa .es gibt Tondokumente davon . ) .
      Was n i c h t mehr intakt war , das waren in erster Linie ihre Psyche ( sie selbst formulierte es , dass sie einfach seelisch nicht mehr könne .) und ihre körperlich angegriffene Physis .
      Literatur : Michal Glotz : la Note bleue .Une vie pour la musique .Lattès , 2002 ,Paris ( Kapitel : Maria Callas ).
      Beste Grüsse ,
      Frank
    • Die Callas - es kann nur eine geben

      Lieber ab ,

      interpretatorisch war Maria Callas nach allem , was wir von kompetenten Leuten der Opernszene wissen , bis zu ihrer letzten Aufführung ( Tosca in London auf drängendes Bitten von Elisabeth II ) perfekt geblieben .
      Ihre stimmliche Präsenz wird leider immer wieder falsch beschrieben (gehört hat sie live ohnehin kaum jemand , der über sie schreibt!). Selbst Jürgen Kesting musste zugeben , dass er die grosse Renata Tebaldi live nicht erlebt hat ; "verreissen" konnte er sie aber ungehemmt . ) .
      Maria Callas hat selbst 1964 / 1965 gegenüber ihrem vieljährigen Freund,Manager etc. M. Michel Glotz selbst dazu Aussagen gemacht .
      Sie war auch an guten Tagen um diese Zeit durchaus hervorragend , ganz aussergewöhnlich auch stimmlich ( Paris : Norma. Leider ohne Corelli als Pollione und mit der unkollegialen Cossotto als Adalgisa .es gibt Tondokumente davon . ) .
      Was n i c h t mehr intakt war , das waren in erster Linie ihre Psyche ( sie selbst formulierte es , dass sie einfach seelisch nicht mehr könne .) und ihre körperlich angegriffene Physis .
      Literatur : Michal Glotz : la Note bleue .Une vie pour la musique .Lattès , 2002 ,Paris ( Kapitel : Maria Callas ).
      Beste Grüsse ,
      Frank
    • keine schöne Stimme

      Schade, dass ich mich euch nicht anschließen kann:

      ich gehöre zu der Fraktion, die der Auffassung ist, dass Maria Callas keine schöne Stimme hat und andere Sopranistinnen vorzieht. Sie hat eine ausdrucksstarke Stimme, das gebe ich gerne zu und ihre darstellung der Norma ist überwältigend---
      dass sie zu viel ital. Repertoire gesungen hat, trägt dazu bei, dass ich sie nicht interessant finde.

      Was denkt ihr???

      Mit freundlichen Grüßen
      Andreas

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von andreas ()

    • keine schöne Stimme

      Schade, dass ich mich euch nicht anschließen kann:

      ich gehöre zu der Fraktion, die der Auffassung ist, dass Maria Callas keine schöne Stimme hat und andere Sopranistinnen vorzieht. Sie hat eine ausdrucksstarke Stimme, das gebe ich gerne zu und ihre darstellung der Norma ist überwältigend---
      dass sie zu viel ital. Repertoire gesungen hat, trägt dazu bei, dass ich sie nicht interessant finde.

      Was denkt ihr???

      Mit freundlichen Grüßen
      Andreas

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von andreas ()

    • Die Callas und ihre Kostüme

      Hallo,

      Im Alsterhaus gegenüber vom Jungfernstieg gibt es in Hamburg eine Ausstellung über Leben und Wirken von Frau Callas. Die Veranstalter legen sich mächtig ins Zeug, die Diva für ihre Warenumsätze zu nutzen.
      Die Ausstellung ist hochinteressant und ein Magnet für Wallfahrer.

      Man zeigt der Callas ihre Kleider, das gelbe Negligée, zu deutsch ein Nachthemd, welches sie auf dem Schiff "Christina" getragen hat, um Herrn Onassis eine Augenweide zu sein. Dann gibt es da noch ein Kleid aus Silberfäden und viel Schmuck. An der Rolltreppe hängen dann noch vergrößerte Zeitungsausschnitte über Lob und Tadel sowie eine Auflistung von Skandalen.

      Weswegen es sich aber lohnt, herzukommen, sind drei Schaufenster, in denen ihre Opernkostüme gezeigt werden, die von Plattencovern allgemein bekannt sind:

      Das Kleid aus der Tosca in samtrot, welches meines Wissens auch von Renata Scotto getragen wurde

      Als nächstes das schwarze mit den grünen Litzen als Violetta.

      Das schönste ist das gelbe im spanischen Schnitt als Rosina.


      Die Sachen wurden Schaufensterpuppen übergezogen, und vor einem Hintergrundprospekt eines bombastischen Opernfoyers mit aufsteigender Treppe zu den Rängen aufgebaut.

      Eine zweitklassige Musikanlage steht im Schaufenster und per Video Lifemitschnitt einer konzertanten Aufführung auf den Gehsteig übertragen. Dieser ist allerdings unter aller Kanone. Wie die Callas gestikuliert und grimassiert widerspricht allem, was man ansonsten von ihrer Darstellungskunst verbreitet. Ihre Stimme ist zwar unverwechselbar, klingt aber besonders in den Höhen ungemein scharf und völlig überanstrengt.

      Der Aussage von Andreas stimme ich voll zu. Schon Anfang der sechziger Jahre wurde sie mehr geschmäht als gelobt. Mir brachte die Erlösung Leontine Price.

      Engelbert
      :engel
    • Die Callas und ihre Kostüme

      Hallo,

      Im Alsterhaus gegenüber vom Jungfernstieg gibt es in Hamburg eine Ausstellung über Leben und Wirken von Frau Callas. Die Veranstalter legen sich mächtig ins Zeug, die Diva für ihre Warenumsätze zu nutzen.
      Die Ausstellung ist hochinteressant und ein Magnet für Wallfahrer.

      Man zeigt der Callas ihre Kleider, das gelbe Negligée, zu deutsch ein Nachthemd, welches sie auf dem Schiff "Christina" getragen hat, um Herrn Onassis eine Augenweide zu sein. Dann gibt es da noch ein Kleid aus Silberfäden und viel Schmuck. An der Rolltreppe hängen dann noch vergrößerte Zeitungsausschnitte über Lob und Tadel sowie eine Auflistung von Skandalen.

      Weswegen es sich aber lohnt, herzukommen, sind drei Schaufenster, in denen ihre Opernkostüme gezeigt werden, die von Plattencovern allgemein bekannt sind:

      Das Kleid aus der Tosca in samtrot, welches meines Wissens auch von Renata Scotto getragen wurde

      Als nächstes das schwarze mit den grünen Litzen als Violetta.

      Das schönste ist das gelbe im spanischen Schnitt als Rosina.


      Die Sachen wurden Schaufensterpuppen übergezogen, und vor einem Hintergrundprospekt eines bombastischen Opernfoyers mit aufsteigender Treppe zu den Rängen aufgebaut.

      Eine zweitklassige Musikanlage steht im Schaufenster und per Video Lifemitschnitt einer konzertanten Aufführung auf den Gehsteig übertragen. Dieser ist allerdings unter aller Kanone. Wie die Callas gestikuliert und grimassiert widerspricht allem, was man ansonsten von ihrer Darstellungskunst verbreitet. Ihre Stimme ist zwar unverwechselbar, klingt aber besonders in den Höhen ungemein scharf und völlig überanstrengt.

      Der Aussage von Andreas stimme ich voll zu. Schon Anfang der sechziger Jahre wurde sie mehr geschmäht als gelobt. Mir brachte die Erlösung Leontine Price.

      Engelbert
      :engel
    • Ist die Callas wirklich tot?

      @ Der Körper ist tot, aber der Geist lebt in den Köpfen ihrer Anhänger weiter und ihre Kleider in den Vitrinen.

      Wenn man sich einäschernl lässt, kann man nicht alle Kleider mit in die Urne nehmen, weil diese zu klein ist, um das Volumen mehrerer Kleiderschränke aufzunehmen. Deswegen geht man dazu über Kleider und Wäsche zu versteigern, damit andere Menschen sich darin wohl fühlen können.

      Wenn die Stücke dagegen zum Funduis eines Opernhauses gehören, verbleiben sie dort, bis sie dem Appetit von Motten zum Opfer gefallen sind.

      Gruß
      Engelbert
    • Ist die Callas wirklich tot?

      @ Der Körper ist tot, aber der Geist lebt in den Köpfen ihrer Anhänger weiter und ihre Kleider in den Vitrinen.

      Wenn man sich einäschernl lässt, kann man nicht alle Kleider mit in die Urne nehmen, weil diese zu klein ist, um das Volumen mehrerer Kleiderschränke aufzunehmen. Deswegen geht man dazu über Kleider und Wäsche zu versteigern, damit andere Menschen sich darin wohl fühlen können.

      Wenn die Stücke dagegen zum Funduis eines Opernhauses gehören, verbleiben sie dort, bis sie dem Appetit von Motten zum Opfer gefallen sind.

      Gruß
      Engelbert