Literatur

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    • Hallo,

      derzeit lese ich die frisch eingetroffene Buch "Dimitri Schostakowitsch - Sein Leben, sein Werk, seine Zeit" Von Krzysztof Meyer.



      Die ersten beiden Kapitel habe ich bereits verschlungen :leb

      und was lest ihr so derzeit zum Thema "klassische Musik" oder lese nur ich hier im Forum für klassische Musik ?
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Ich lese schon seit längerer Zeit immer mal wieder und sehr gerne in diesem schönen Buch mit Prosa von Heinrich Heine:



      Mit Musik hat es allerdings nichts zu tun. Auch wenn Wilhelm Müller mal kurz auftaucht. Aber die Sprache Heines ist selbst Musik. Und seine Ironie einfach köstlich. Klug ist er auch noch. Nicht zu vergessen seine wunderbaren Naturbeschreibungen.

      Zum Beispiel dies hier als Beschreibung des hereinbrechenden Frühlings:

      "Endlich kam der Tag, wo alles ganz anders wurde. Die Sonne brach hervor aus dem Himmel und tränkte die Erde, das alte Kind, mit ihrer Strahlenmilch, die Berge schauerten vor Lust und ihre Schneetränen flossen gewaltig, es krachten und brachen die Eisdecken der Seen, die Erde schlug die blauen Augen auf, aus ihrem Busen quollen hervor die liebenden Blumen und die klingenden Wälder, die grünen Paläste der Nachtigallen, die ganze Natur lächelte, und dieses Lächeln hieß Frühling."

      Ist das nicht berauschend schön, diese Sprache? Aber ich komme vom Thema ab...

      Mit Gruß von Carola
    • Heinrich Heine

      Hallo Carola,

      Heinrich Heine mag ich auch. Er kann satirisch sein, ohne bösartig zu werden. Das gefällt mir an ihm.

      Die Geschichte unten habe ich vom Reiseleiter gehört, als ich mal in Granada war. Sie betrifft das Ende der maurischen Herrschaft unter König Boabdil. Damals wusste ich aber nicht, dass Heine die Geschichte in Versen erzählt hat. Kürzlich habe ich es durch Zufall im Internet gefunden und einen Ausschnitt abgeschrieben.

      Literarisches Mosaik

      Auf der Höhe wo der Blick ins Duero-Tal hinabschweift und die Zinnen von Granada sichtbar sind, zum letzten Male

      Dorten steig vom Pferd der König und betrachtete die Stadt,
      die im Abendlichte glänzte wie geschmückt mit Gold und Purpur

      Aber, Allah, welch ein Anblick. Statt des vielgeliebten Halbmonds prangen Spaniens Kreuz und Fahnen auf den Türmen der Alhambra

      Ach bei diesem Anblick brachen aus des Königs Brust die Seufzer,
      Tränen überströmten plötzlich wie ein Sturzbach seine Wangen

      Düster von dem hohen Zelter schaut herab des Königs Mutter,
      schaut auf ihres Sohnes Jammer und sie schalt ihn stolz und bitter

      „Boabdil el chico“ sprach sie „wie ein Weib beweinst du jetzo jene
      Stadt, die du nicht wusstest zu verteidigen wie ein Mann“

      Als des Königs liebste Kebse solche harte Rede hörte, stürzte sie
      aus ihrer Sänfte und umhalste den Geliebten

      „Boabdil el chico“ sprach sie „Tröste dich mein Heißgeliebter,
      aus dem Abgrund deines Elends blickt hervor ein schöner Lorbeer“


      „Berg des letzten Mohrenseufzers“ heißt bis auf den heutigen Tag jene Höhe, wo der König sah zum letzten Mal Granada



      Gruß
      Engelbert
      :engel
    • eigentlich geht es ja um Literatur über klassische Musik

      ...dass man hier aber auch kaum unkommentiert vom Thema abkommen darf...

      Ich beschränke mich dann wohl auch besser auf Bücher rein musikalischen Inhalts. Schon länger lese ich "Maria Callas" von Stelius Galatopoulos. Ein Riesenschinken, aber unheimlich empfehlenswert. Tolle Bilder und eine sehr persönliche Biographie, die nicht langweilt sondern wirklich in das Leben der Callas entführt und auch dioe vielen anderen Biographien nicht unkommentiert stehenlässt. Es ist meines Wissens die einzige Biographie, die von Maria Callas genehmigt wurde. Was natürlich eine schwierige Sache ist: Steht Sie hinter dieser Biographie, weil sie böse Gerüchte berichtigt oder weil Sie die Callas beschönigt. Ich habe das Buch noch nicht ganz gelesen, aber ich habe nicht das Gefühl, dass Letzteres zutrifft, der Autr scheint zu versuchen recht neutral zu bleiben. Vielleicht hats noch jemand gelesen und kann seinen Senf dazugeben? Würd mich freuen. Vielleicht wäre das auch was für den Callas-Thread...
    • Heinrich Heine

      @Rachmaninoff

      Mein Artikel zu Heinrich Heine hat schon einen Bezug zur Klassischen Musik, nur ich hatte versäumt, ihn zu nennen.

      Es gibt eine Reihe Belcanto-Opern, deren Schauplatz Granada ist, in der die maurische Herrschaft durch die allerkatholischen Majestäten abgelöst wurde:

      Ich zähle auf: Zoraide de Granata,(Donizetti) Alahor di Granata, (Donizetti) L'Esule di Granata (Meyerbeer) L'Ebreo (Appoloni)

      In der letztgenannten Oper hat Bobabdil-el-chic,der letzte Herrscher Granadas, eine kleine Rolle. Zu meinen Gewohnheiten gehört es, bei historischen Persönlichkeiten in Opern geschichtliches und literarisches Quellenstudium zu betreiben. Bei der Gelegenheit bin ich auf Heine gestoßen, indem ich als Stichwort "Boabdil" eingab und "Die Träne des Mohren" mir in Erinnerung war.

      :cool

      Zu Heine findet man auch, wenn man nach der Sage vom Fliegenden
      Holländer forscht. Man denke nur an die vielen Gedichte, die von ihm vertont wurden.

      :)

      Ich denke schon, dass man ein bisschen über ein Thema hinausschießen darf, bezugnehmend auf den Report über "Fussball" in das-klassikforum.de

      ZWEI VORSCHLÄGE:

      DerThemenkreis "MYTHOLOGIE" könnte mich sehr interessieren.
      Hier sollte jeweils eine Figur nebst Personenkreis (z.B. THESEUS mit Phädra, Hypolytus, Aricie, Ariana) so dargestellt werden, wie die griechische Heldensage ihn überliefert. Danach könnte man untersuchen, welche Komponisten sich das Thema vorgenommen und wie sie es strapaziert haben.

      Ein anderer schöner Zwirn wäre: "Die Musik im Spiegel der Literatur."
      Hier wäre ein Sprechdrama (z.B. Shakespeares: Romeo und Julia) die Headline und dann wird abgehandelt, welcher Komponist dazu etwas zu sagen hat und welche Form er wählte. Etwa die Oper, das Ballett, die sinfonische Dichtung, die Konzert-Ouvertüre, die Bühnenmusik u.s.w.

      Gruß
      Engelbert
      :engel
    • RE: Heinrich Heine

      Original von Engelbert

      Mein Artikel zu Heinrich Heine hat schon einen Bezug zur Klassischen Musik, nur ich hatte versäumt, ihn zu nennen.

      Ich denke schon, dass man ein bisschen über ein Thema hinausschießen darf, bezugnehmend auf den Report über "Fussball" in das-klassikforum.de

      ZWEI VORSCHLÄGE:

      DerThemenkreis "MYTHOLOGIE" könnte mich sehr interessieren.
      Hier sollte jeweils eine Figur nebst Personenkreis (z.B. THESEUS mit Phädra, Hypolytus, Aricie, Ariana) so dargestellt werden, wie die griechische Heldensage ihn überliefert. Danach könnte man untersuchen, welche Komponisten sich das Thema vorgenommen und wie sie es strapaziert haben.

      Ein anderer schöner Zwirn wäre: "Die Musik im Spiegel der Literatur."
      Hier wäre ein Sprechdrama (z.B. Shakespeares: Romeo und Julia) die Headline und dann wird abgehandelt, welcher Komponist dazu etwas zu sagen hat und welche Form er wählte. Etwa die Oper, das Ballett, die sinfonische Dichtung, die Konzert-Ouvertüre, die Bühnenmusik u.s.w.

      Gruß
      Engelbert
      :engel


      Lieber Engelbert:

      In diesem Faden bist du sicher nicht der einzige "Sünder" gewesen, der über das vorgegebene Thema hinausgeschossen ist, ich nenne nur die Namen Carola und Siamak. :) Du hättest das Heine-Gedicht (aus Romanzero, 1851) auch noch bis zu seinem Schluß zitieren können und wärst immerhin bei andalusischen Gitarren angekommen:

      »Boabdil el Chico,« sprach sie,
      »Tröste dich, mein Heißgeliebter,
      Aus dem Abgrund deines Elends
      Blüht hervor ein schöner Lorbeer.

      »Nicht allein der Triumphator,
      Nicht allein der sieggekrönte
      Günstling jener blinden Göttin,
      Auch der blutge Sohn des Unglücks,

      »Auch der heldenmütge Kämpfer,
      Der dem ungeheuren Schicksal
      Unterlag, wird ewig leben
      In der Menschen Angedenken.«

      »Berg des letzten Mohrenseufzers«
      Heißt bis auf den heutgen Tag
      Jene Höhe, wo der König
      Sah zum letzten Mal Granada.

      Lieblich hat die Zeit erfüllet
      Seiner Liebsten Prophezeiung,
      Und des Mohrenkönigs Name
      Ward verherrlicht und gefeiert.

      Nimmer wird sein Ruhm verhallen,
      Ehe nicht die letzte Saite
      Schnarrend losspringt von der letzten
      Andalusischen Gitarre.

      Sicher schöne Gedanken ... (Abschreiben brauchst Du derlei übrigens nicht, das Heine-Gedicht ist natürlich im digitalen "Projekt Gutenberg" enthalten, durch Googeln gelangt man ganz einfach dorthin).

      Fußball: Der hat im "Hinterzimmer" des Forums stattgefunden, Dein Argument will also nicht recht stechen. Etwas mehr "Fadendisziplin" ist schon sehr wünschenswert! Niemand hat andererseits etwas gegen Bemerkungen am Rande, die sehr interessant sein können. Und Deine Themenvorschläge sind natürlich attraktiv, ich freue mich schon.

      Gruß,

      Zelenka
    • RE: Heinrich Heine

      Original von Engelbert
      Ein anderer schöner Zwirn wäre: "Die Musik im Spiegel der Literatur."
      Hier wäre ein Sprechdrama (z.B. Shakespeares: Romeo und Julia) die Headline und dann wird abgehandelt, welcher Komponist dazu etwas zu sagen hat und welche Form er wählte. Etwa die Oper, das Ballett, die sinfonische Dichtung, die Konzert-Ouvertüre, die Bühnenmusik u.s.w.


      @Engelbert,

      diesen Vorschlag finde ich sehr schön.

      Schließlich haben immer wieder verschiedenste Vorlagen aus der Literatur oder anderen Künsten die Musik inspiriert. :W
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: Heinrich Heine

      Original von Engelbert
      Ein anderer schöner Zwirn wäre: "Die Musik im Spiegel der Literatur."
      Hier wäre ein Sprechdrama (z.B. Shakespeares: Romeo und Julia) die Headline und dann wird abgehandelt, welcher Komponist dazu etwas zu sagen hat und welche Form er wählte. Etwa die Oper, das Ballett, die sinfonische Dichtung, die Konzert-Ouvertüre, die Bühnenmusik u.s.w.


      @Engelbert,

      diesen Vorschlag finde ich sehr schön.

      Schließlich haben immer wieder verschiedenste Vorlagen aus der Literatur oder anderen Künsten die Musik inspiriert. :W
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Werner Fuld, Paganinis Fluch: Die Geschichte einer Legende, Rowohlt Taschenbuch (Reinbek, 2003)

      Nicht gerade eine Neuerscheinung...

      Aber ein echter Page-Turner (jedenfalls für mich), der die Entstehung der Legende Paganini dem, was über dessen Leben dokumentiert (oder dokumentierbar) ist, gegenüberstellt.

      Unterhaltsame Lektüre.
      ... the rest is silence
      William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
    • Werner Fuld, Paganinis Fluch: Die Geschichte einer Legende, Rowohlt Taschenbuch (Reinbek, 2003)

      Nicht gerade eine Neuerscheinung...

      Aber ein echter Page-Turner (jedenfalls für mich), der die Entstehung der Legende Paganini dem, was über dessen Leben dokumentiert (oder dokumentierbar) ist, gegenüberstellt.

      Unterhaltsame Lektüre.
      ... the rest is silence
      William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii