Literatur

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    • Hallo Zusammen
      Wir haben nach kurzer Absprache im Team den Thread umbenannt in "Literatur", so wird die zeitliche Einschränkung aufgehoben. Grundsätzlich sollen hier Bücher beschrieben, diskutiert, vorgestellt oder empfohlen werden.

      Wie immer gilt: Meinungen sind gefragt, man kann es auch wieder rückgängig machen :thumbup:

      Grüsse :hello
      Stefan
      "Nur weil Du nicht paranoid bist, heisst das nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind." (Terry Pratchett)
    • Zwei Überlegungen:

      In "Dracula" von Bram Stoker kommen des öfteren Verweise auf Shakespeares Werke vor, auch Hamlet ist darunter. Nun heißt das Schloss oder die Burg dort "Helsingör", der Doktor aus Dracula "van Helsing". Ob das Absicht war?

      Ich habe mit dem Lesen von "Gullivers Travels" auf Englisch begonnen, und auf den ersten Seiten berichtet Gulliver von einem Mr. James Bates, und dann findet sich folgender Satz: "But my good master Bates dying in two years after (...)". Die Hervorhebung ist von mir. Ob das ebenfalls mit Absicht so geschrieben wurde?



      LG,
      Hosenrolle1
    • Schon lange ist es her, dass ich mich mit Abraham Stokers Dracula beschäftigt habe.

      Kurz recherchiert:


      As for the surname “Van Helsing,” a number of possibilities have been suggested. It may derive from Dr Hesselius, the fictional narrator of Sheridan Le Fanu’s famous vampire tale “Carmilla” (1872). Given Stoker’s familiarity with Shakespearean plays as manager of the Lyceum Theatre, the origin is possibly “Helsingor the Danish town in which Hamlets’ castle is located. A third consideration is Van Helmont, an ancient alchemist mentioned briefly in T J Pettigrew’s On Superstitions Connected with the History and Nature of Medicine and Surgery (1844), one of Stokers known source-texts for Dracula.

      ucs.mun.ca/~emiller/van_helsing.html
    • Ah, das ist interessant! Da war ich doch nicht der Einzige, der diesen Zusammenhang hergestellt hat, wenn auch ziemlich spät leider. (Zu meiner Ehrenrettung, in meiner deutschen Ausgabe von Dracula sind alle Shakespeare-Verweise herausgestrichen worden, erst als ich das Original auf Englisch las, fiel mir das auf).

      Danke dir auf jeden Fall für den Hinweis :)
      (Hast du den Film von 1992 auch gesehen? Hab eine Besprechung dazu geschrieben im Plauderbrett, falls es dich interessiert)


      LG,
      Hosenrolle1
    • Ich habe diese Version hier, von 1995:



      Die habe ich irgendwann Ende der 90er gekauft, wo ich noch nichts über diese Dinge wusste, und weil mir das Buch so gefiel, habe ich es 3x gelesen (nicht hintereinander natürlich, schon mit ein paar Jahren Abstand dazwischen). Dann habe ich vor kurzer Zeit erst das englische Original gelesen, und war erschüttert, wieviele Szenen, Dialoge, Details da vorkamen, von denen ich bislang nichts wusste - es war, als würde ich ein völlig anderes Buch lesen!

      Ich habe mir kürzlich auch diese Version besorgt, allerdings nur zu Vergleichszwecken:



      Tatsächlich handelt es sich hier um eine Uralt-Übersetzung von 1908 oder so, am Ende gibt es eine Liste, in der manche Dinge erklärt werden. Diese Übersetzung ist etwas besser, weil etwa die Shakespeare-Verweise und viele andere Stellen enthalten sind, aber dennoch ist - entgegen der im Buch enthaltenten Aussage, das Buch sei um fehlende Stellen ergänzt worden - definitiv nicht vollständig übersetzt, weil immer noch einiges fehlt.

      Ich bin, was deutsche Ausgaben betrifft, nun immer skeptisch und bevorzuge das Original.

      Gerade ein paar Postings zuvor habe ich das Ende von "Frankenstein" von Mary Shelley mit einer dt. Übersetzung verglichen. Da heißt es im Original, dass die Kreatur am Ende aus dem Fenster des Schiffes auf eine Eisscholle springt, die schnell von den Wellen davon getragen wird. In der deutschen Übersetzung heißt es allen Ernstes, dass die Kreatur auf ein Boot springt, das "längsseits des Schiffes" befestigt war! Aus einer Eisscholle wird plötzlich ein am Schiff befestigtes Boot. usw. usw. usw.



      LG,
      Hosenrolle1
    • Die letzten Tage habe ich mir mal wieder diese beiden Bücher hervor geholt ...


      Inhalt: Dieter Zöchling spinnt bekannte Opern ansatzweise in Form von Strafprozessen weiter. Enthalten sind:

      Rocco und seine Gefangenen (Fidelio)Mord auf Bestellung (Rigoletto)Königsmord (Ein Maskenball)Die Zigeunerin und die Liebe (Carmen)Is black beautiful? (Othello)Vendetta (Cavalleria Rusticana)Blutiger Ferragosto (Der Bajazzo)Floria lebt! (Tosca)Les fleurs du mal - les fleurs de la mauvaise? (Adriana Lecouvreur)Von Wölfen und Menschen (Tiefland)Verräterisches Tauwetter (Jenufa)Die Gezeichneten von Florenz (Gianni Schicchi)
      Wie meist bei solchen Zusammenstellungen sind manche Texte besser, manche schwächer. Allerdings kann man Zöchling zugute halten, daß er eine durchaus interessante Form der »Nacherzählung« dieser Opern gefunden hat. Üblicherweise leitet er mit einigen historischen Hintergründen ein, bevor er die »Angeklagten« vor Gericht stellt. Dies in Verbindung mit der Darstellung aus Sicht teils mehrerer Protagonisten vor diesen fiktiven Gerichten eröffnet manch neue Dimension.


      Nach Freispruch für Tosca - Jago soll hängen präsentiert
      der Wiener Staatsanwalt und erfolgreiche Musikschriftsteller Dieter
      Zöchling zwölf neue erdachte Opern- Fälle : Ob Beziehungsdrama oder
      kriminelles Geschehen - was wäre, wenn Opernfiguren, die sich auf die
      eine oder andere Art schuldig gemacht haben, vor ein fiktives
      Gerichtgestellt würden?
      Präzise im historischen Detail, kenntnis- und anspielungsreich,
      unbekannte Zusammenhänge aufdeckend, durchsetzt mit ironischen
      Untertönen -eine faszinierende, bestens unterhaltende Lektüre vor dem
      Hintergrundspannenden Musiktheaters.

      Also für mich waren und sind diese beiden Bücher, immer wieder spannend zu lesen!
      In dem zweiten vorallem Elektra, Pelléas et Mélisande, Eugen Onegin und Wozzeck!

      Gibt es leider nur noch Antiquarisch!

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Habe mich mal wieder an das hier herangemacht:



      Karl Mays großes Alterswerk Ardistan und Dschinnistan. Das ist weit, sehr weit entfernt von dem Anschleichen-Belauschen-Umzingeln-Bezwingen-Karl May der klassischen Abenteuerbücher wie 'Schatz im Silbersee'. Winnetou I-III' oder dem 'Orientzyklus'. Natürlich ist hier immer auch noch das Abenteuer vorhanden. Aber eigentlich ist es eine hochsymbolische Reise durch Zeit und Raum, ist es Fantasy, Entwicklungsroman, Philosophie, wirkliche Hochliteratur. Und in dieser Mischung ziemlich einmalig in der deutschen Literatur.
    • Ich habe eben mal auf der Karl-May-Autorenseite des Projekts Gutenberg nachgeschaut, welche Bücher es von ihm da zum Runterladen gibt.
      Die üblichen "Indianerbücher" mag ich nicht mehr lesen, aber in das Spätwerk werde ich mal hineinschauen.
      Was ich aber fragen wollte, ich sehe dort zu meinem Staunen "Winnetou IV". Was hat es damit auf sich? Nie davon gehört ...
    • Zefira schrieb:

      Was ich aber fragen wollte, ich sehe dort zu meinem Staunen "Winnetou IV". Was hat es damit auf sich? Nie davon gehört ...
      Winnetou IV heißt in der Ausgabe des Karl-May-Verlages 'Winnetous Erben' und ist ebenfalls ein Roman aus seinem Spätwerk. Der alte Karl May begibt sich mit seiner Frau Klara noch einmal in die USA, weil dort Winnetou ein Denkmal errichtet werden soll, gegen das er sich vehement ausspricht.

      Dies ist vielleicht das Buch, in dem sich Realität und Fiktion am stärksten mischen und der Autor auch am gelungensten damit spielt. Aber auch hier geht es nicht mehr um Abenteuer, sondern um Versöhnung und Frieden. May findet noch einmal sehr starke symbolische Bilder, die allerdings nicht an 'Ardistan' oder an den 'Silberlöwen III und IV' heranreichen.

      Trotzdem ist es durchaus lesenswert, weil es ganz stark die Vision Mays darstellt. Allerdings müsste man sich in den Abenteuerromanen auskennen, damit man alle Anspielungen und Bilder auch verstehen kann.

      :hello Falstaff


    • Eine absolute Entdeckung. 1933 hat übrigens nichts mit 'unserem' 1933 zu tun. Die Geschichte eines Heranwachsenden, der davon träumt, sein ärmliches Zuhause zugunsten einer großen Karriere verlassen zu können. Das ist so witzig, so gut beobachtet, so leidvoll, sprachlich gut. Und man möchte dem Helden immer entweder kräftig in den Hintern treten oder ihn in den Arm nehmen. Großartig!

      :hello Falstaff


    • Ab und an muss es mal wieder Jules Verne sein. In diesem Fall 'Die Schule der Robinsons'. Verne war ja nicht nur ein großartiger Abenteuerschriftsteller, sondern auch ein grandioser Satiriker. (Und daneben ja noch vieles mehr.) Auch hier funkelt in jedem Satz eine unendliche Ironie, ein wunderbarer Humor, so dass man eigentlich immer denkt, Verne müsste eigentlich Engländer gewesen sein.

      :hello Falstaff
    • Hab nun Jules Vernes Chinesen-Story gelesen und muss gestehen, ganz so angetan bin ich nicht. Streckenweise fand ich es schon sehr gelungen, hätte mir aber noch mehr pointierten Witz gewünscht. Den kann er ja durchaus recht gut. Aber es war insgesamt unterhaltsam und auch durchaus überraschend in manchen Wendungen.

      :hello Falstaff
    • Im Moment einer meiner Lieblingsschriftsteller (man ist halt nicht ungestraft Hamburger ^^ :(



      Eine Sammlung kurzer Erzählungen. Witzig, skurril, berührend, melancholisch. Vom ersten Puffbesuch auf St. Pauli bis hin zu Chopin und Mallorca. Das ist nicht immer unbedingt große Kunst, aber stets berührend und sprachlich ungemein faszinierend. Halt typischer Hans Leip. Irgendwie so eine Mischung von Nebenbei und Tiefsinn. Halt ganz Hanseatisch.

      ("...und zu Hause war der Flieder aufgebrochen, durch dessen Duft das Gemüt gleichsam mit frischer Wäsche versehen wird.")

      :hello Falstaff
    • Hallo MaJu,

      ich heiße Dich an dieser Stelle herzlich willkommen im Forum!

      Herzliche Grüße
      Satie
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
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