Palestrina - ein Meister der Kirchenmusik

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    • Palestrina - ein Meister der Kirchenmusik

      Giovanni Pierluigi da Palestrina, ca. 1525 in der Stadt Palestrina in der Nähe von Rom geboren, durchlief nach seiner Ausbildung als Chorknabe mehrere Stationen als Sänger, Organist und Kapellmeister, bevor er sich ab 1571 endgültig als Komponist der Peterskirche in Rom niederließ. Dort lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod im Jahr 1594.




      Palestrina komponierte nahezu ausschließlich Vokalmusik, darunter über 100 Messen und mehr als 300 Motetten. Seine Werke gelten noch heute als "klassisch" im Sinne von vollkommen und begründeten den sog. "Palestrina-Stil", der über Jahrhunderte hinweg zum Inbegriff kontrapunktischer Meisterschaft und zum Vorbild für die katholische Kirchenmusik schlechthin wurde.




      Das bekannteste Werk Palestrinas dürfte die 1562 entstandene 6-stimmige Missa Papae Marcelli sein. Der Legende nach, die von Pfitzners Oper "Palestrina" später aufgegriffen wurde, sorgte diese, dem damaligen Papst Marcellus II gewidmete Messe durch ihre herausragende Qualität und Textverständlichkeit dafür, dass die mehrstimmige Musik von der katholischen Kirche auch weiterhin als liturgisch akzeptiert wurde. Vor allem das in dieser Frage entscheidende "Trienter Konzil" (1545-63) konnte durch Palestrinas Komposition überzeugt werden, mehrstimmige Chorwerke wie bisher in die katholische Messfeier zu integrieren und sie nicht als "unwürdig" und textunverständlich zu verbieten.

      Und wie geht es Euch mit dieser Musik? Noch nie gehört? Zu fremd? Zu fromm? Zu langweilig?

      Ich lasse mich überraschen - und werde später noch einige empfehlenswerte CDs vorstellen.

      Es grüßt Euch Carola

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Carola ()

    • Palestrina - ein Meister der Kirchenmusik

      Giovanni Pierluigi da Palestrina, ca. 1525 in der Stadt Palestrina in der Nähe von Rom geboren, durchlief nach seiner Ausbildung als Chorknabe mehrere Stationen als Sänger, Organist und Kapellmeister, bevor er sich ab 1571 endgültig als Komponist der Peterskirche in Rom niederließ. Dort lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod im Jahr 1594.




      Palestrina komponierte nahezu ausschließlich Vokalmusik, darunter über 100 Messen und mehr als 300 Motetten. Seine Werke gelten noch heute als "klassisch" im Sinne von vollkommen und begründeten den sog. "Palestrina-Stil", der über Jahrhunderte hinweg zum Inbegriff kontrapunktischer Meisterschaft und zum Vorbild für die katholische Kirchenmusik schlechthin wurde.




      Das bekannteste Werk Palestrinas dürfte die 1562 entstandene 6-stimmige Missa Papae Marcelli sein. Der Legende nach, die von Pfitzners Oper "Palestrina" später aufgegriffen wurde, sorgte diese, dem damaligen Papst Marcellus II gewidmete Messe durch ihre herausragende Qualität und Textverständlichkeit dafür, dass die mehrstimmige Musik von der katholischen Kirche auch weiterhin als liturgisch akzeptiert wurde. Vor allem das in dieser Frage entscheidende "Trienter Konzil" (1545-63) konnte durch Palestrinas Komposition überzeugt werden, mehrstimmige Chorwerke wie bisher in die katholische Messfeier zu integrieren und sie nicht als "unwürdig" und textunverständlich zu verbieten.

      Und wie geht es Euch mit dieser Musik? Noch nie gehört? Zu fremd? Zu fromm? Zu langweilig?

      Ich lasse mich überraschen - und werde später noch einige empfehlenswerte CDs vorstellen.

      Es grüßt Euch Carola

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Carola ()

    • RE: Palestrina - ein Meister der Kirchenmusik

      Liebe Carola:

      Vielen Dank für den Faden!!! Palestrinas Musik höre ich sehr gern, wenn auch in allerletzter Zeit nicht sehr häufig, langweilig finde ich sie eigentlich nie. Im Booklet der unten abgebildeten Naxos-CD ist von 104 Messen und 177 Motetten die Rede, von denen ich leider nur einen winzigen Bruchteil besitze. Die berühmte "Missa Papae Marcelli", die einem Papst gewidmet ist, der nur 3 Wochen ein solcher war, habe ich zweimal in meiner Sammlung:







      Im Naxos-Booklet wird übrigens auch die Vermutung referiert, daß die Messe von Palestrina ein wenig subversiv gemeint gewesen sei, weil sie musikalisch sehr nahe "L'homme armé" stehe, dem bekanntesten mittelalterlichen weltlichen Lied. Dem hohen Klerus waren solche Vermischungen von Geistlichem und Weltlichem ein Graus. Die Naxos-Aufnahme selbst ist in Ordnung - mehr nicht. Stimmlich erheblich besser ist die Version der Tallis Scholars, die 1994 in Rom aus Anlaß des 400. Todestages ein Konzert gaben, das auch auf DVD erschienen ist. Irritierend ist der Beifall, der nach der Messe zu hören ist. Er sollte einen wahrscheinlich nicht irritieren. Die einzigen anderen Messen in meiner Sammlung sind "Aeterna Christi Munera" (auf der abgebildeten Naxos-CD) und "Hodie Christus natus est" (Gabrieli Consort & Players, McCreesh, DG Archiv, sehr gut). Ansonsten bei mir vohanden noch einige Kleinigkeiten, die die Tallis Scholars auf anderen CDs singen.

      Gruss,

      Zelenka
    • RE: Palestrina - ein Meister der Kirchenmusik

      Liebe Carola:

      Vielen Dank für den Faden!!! Palestrinas Musik höre ich sehr gern, wenn auch in allerletzter Zeit nicht sehr häufig, langweilig finde ich sie eigentlich nie. Im Booklet der unten abgebildeten Naxos-CD ist von 104 Messen und 177 Motetten die Rede, von denen ich leider nur einen winzigen Bruchteil besitze. Die berühmte "Missa Papae Marcelli", die einem Papst gewidmet ist, der nur 3 Wochen ein solcher war, habe ich zweimal in meiner Sammlung:







      Im Naxos-Booklet wird übrigens auch die Vermutung referiert, daß die Messe von Palestrina ein wenig subversiv gemeint gewesen sei, weil sie musikalisch sehr nahe "L'homme armé" stehe, dem bekanntesten mittelalterlichen weltlichen Lied. Dem hohen Klerus waren solche Vermischungen von Geistlichem und Weltlichem ein Graus. Die Naxos-Aufnahme selbst ist in Ordnung - mehr nicht. Stimmlich erheblich besser ist die Version der Tallis Scholars, die 1994 in Rom aus Anlaß des 400. Todestages ein Konzert gaben, das auch auf DVD erschienen ist. Irritierend ist der Beifall, der nach der Messe zu hören ist. Er sollte einen wahrscheinlich nicht irritieren. Die einzigen anderen Messen in meiner Sammlung sind "Aeterna Christi Munera" (auf der abgebildeten Naxos-CD) und "Hodie Christus natus est" (Gabrieli Consort & Players, McCreesh, DG Archiv, sehr gut). Ansonsten bei mir vohanden noch einige Kleinigkeiten, die die Tallis Scholars auf anderen CDs singen.

      Gruss,

      Zelenka
    • Missa Papae Marcelli

      Ich besitze dieser Aufnahme der Missa Papae Marcelli mit dem Ensemble Officium unter Leitung von Wilfried Rombach, 2004 entstanden.




      Angelehnt an die liturgische Ordnung eines festlichen Papstgottesdienstes zur Zeit Palestrinas wurden Motetten und Gregorianische Gesänge in die Messe integriert, ohne dass damit ausdrücklich der Anspruch einer Rekonstruktion erhoben wird.

      Eine weitere Besonderheit besteht in der Transposition des gesamten Werks um eine Quarte nach unten, deren historische Richtigkeit (oder jedenfalls Legitimität) im Booklet näher erläutert wird. Die Altstimmen können durch diese Tieferlegung von hohen Tenören gesungen werden, die Sopranstimmen werden von Frauen ausgeführt. Hieraus ergibt sich ein tiefes,warmes und fülliges Klangbild, das mir sehr gut gefällt und für mein Gefühl hervorragend zu dieser Musik passt. Den Vergleich mit einer anderen Aufnahme der Messe für Papst Marcelli habe ich allerdings nicht.

      Mit Gruß von Carola

      PS. Ich finde interessant, Zelenka, was Du über die "Oxford Camerata" gesagt hast: "In Ordnung, mehr nicht". Genau das dachte ich nämlich auch, als ich sie in einer Aufnahme mit Messen von William Bryd hörte (ebenfalls Naxos).
    • Missa Papae Marcelli

      Ich besitze dieser Aufnahme der Missa Papae Marcelli mit dem Ensemble Officium unter Leitung von Wilfried Rombach, 2004 entstanden.




      Angelehnt an die liturgische Ordnung eines festlichen Papstgottesdienstes zur Zeit Palestrinas wurden Motetten und Gregorianische Gesänge in die Messe integriert, ohne dass damit ausdrücklich der Anspruch einer Rekonstruktion erhoben wird.

      Eine weitere Besonderheit besteht in der Transposition des gesamten Werks um eine Quarte nach unten, deren historische Richtigkeit (oder jedenfalls Legitimität) im Booklet näher erläutert wird. Die Altstimmen können durch diese Tieferlegung von hohen Tenören gesungen werden, die Sopranstimmen werden von Frauen ausgeführt. Hieraus ergibt sich ein tiefes,warmes und fülliges Klangbild, das mir sehr gut gefällt und für mein Gefühl hervorragend zu dieser Musik passt. Den Vergleich mit einer anderen Aufnahme der Messe für Papst Marcelli habe ich allerdings nicht.

      Mit Gruß von Carola

      PS. Ich finde interessant, Zelenka, was Du über die "Oxford Camerata" gesagt hast: "In Ordnung, mehr nicht". Genau das dachte ich nämlich auch, als ich sie in einer Aufnahme mit Messen von William Bryd hörte (ebenfalls Naxos).