"Wahnsinnsszenen"

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • "Wahnsinnsszenen"

      Fallen Euch Auszüge bzw. Stellen aus Sinfonien, Konzerten, Opern etc. ein, die Ihr als "wahnsinnsszenen" bezeichnen würdet, deren Wirkung auf Euch mit Worten eigentlich nicht zu beschreiben ist? Ich mache mit 2 Beispielen einmal den Anfang:

      - "Non piangere Liù" sowie das anschließende Finale des 1. Aktes aus "Turandot"

      - Der Beginn des Finales der 5. Sinfonie von Schostakowitsch

      - der Beginn des 4. Satzes aus der 8. Sinfonie von Bruckner

      :down
    • Bachs Matthäuspassion ist voll von solchen "Wahnsinnsszenen".

      Schon der Eingangschor, dann der "Eli, Eli"-Schrei Jesu, und vor allem das "Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen".

      Dann in Schuberts Winterreise das letzte Lied, "Der Leiermann" - unglaublich beeindruckend....

      Mit Gruß von Carola
    • RE: "Wahnsinnsszenen"

      Das Adagio aus Mahlers 10., wenn der brutale Clusterklang auftaucht: Selbst bei den mattesten, verniedlichenden Interpretationsn erfasst mich bereits zuvor eine Beklemmung in erschreckender Erwartung. Dazu - im anderen Zusammenhang - auch hier. (Ich hoffe sehr, das wird noch aufgegriffen werden...)

      Sonst denke ich sofort an das 2. Streichquartett von Schnittke oder an das Adagio des letzten Streichquartetts von Schubert in der Interpretation des Hagen Quartetts: So klopft im schnellen Mittelteil das Schicksal an die Pforte!

      Ach ja, in der Oper: Hildegard Behrens als Elektra in der Ozawa-Aufnahme: "Triff noch einmal!" Wem da kein Schauer über den Rücken läuft, der ist schon tot.
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • RE: "Wahnsinnsszenen"

      Original von ab
      Das Adagio aus Mahlers 10., wenn der brutale Clusterklang auftaucht: Selbst bei den mattesten, verniedlichenden Interpretationsn erfasst mich bereits zuvor eine Beklemmung in erschreckender Erwartung.


      Ja ab, dieses Adagio habe auch ich nennen wollen. Sinopoli gefällt mir mit seiner Deutung ganz besonders. Sein Clusterklang geht mir durch Mark und Bein. Was ist denn Deine Lieblingseinspielung ?

      Und dann hat Mahler in seiner Tragischen das Andante moderato. Bei dessen Höhepunkt stockt mir der Atem, das ist himmlisch.

      Grüße
      Jürgen
    • RE: "Wahnsinnsszenen"

      Original von Jürgen

      Mahlers 10.
      Ja ab, dieses Adagio habe auch ich nennen wollen. Sinopoli gefällt mir mit seiner Deutung ganz besonders. Sein Clusterklang geht mir durch Mark und Bein. Was ist denn Deine Lieblingseinspielung ?


      Kennen gelernt habe ich das Adagio durch Abbado. Dann wollte ich die Ormandy-Aufname der Cooke-Fassung erstehen, war aber zu spät: sie war nicht mehr erhältlich. Später kaufte ich mir die von Rattle mit den Berlinern, eine der wenigen Fehlkäufe: ich habe sie einem Rattle-Liebhaber verschenkt. Heute habe ich sie noch mit Barshai, dessen Fassung mir besser als die von Cooke gefällt. Im konzert habe ich das Adagio öfter gehört, genauso im Radio.
      Ich muss gestehen, hier leider noch keine Lieblingsaufnahme gefunden zu haben.
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Für mich eindeutig führend und immer wieder zu Tränen rührend:
      Beethovens 9. letzter Satz: "Seid umschlungen Millionen". Zunächst nur von den Männerstimmen gesungen, dann setzen die Frauen ein und wiederhoen den Satz. Die Stelle diiieesen Kuss der ganzen Welt. Hier läuft es mir immer noch kalt den Rücken runter. Ich habe hier keine Lieblingsaufnahme.
    • Da ich es gerade höre, sei es hier erwähnt: Das Stück Nr. 13 (Wild und lustig) aus den Davidsbündlertänzen. Ich muss es immer sehr laut hören. Es ist zum Abheben schön - vor allem, wenn Christian Zacharias oder Maurizio Pollini es spielen.

      Gruß, Cosima

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cosima ()

    • Ich habe auch noch ein paar Kracher:
      • Wagner: Isoldes Liebestod Bei "Welt-Atem" ist der Gipfel der Musik erreicht.(Nilsson oder Norman)
      • Wagner: Die letzten 2 Minuten der Götterdämmerung (Solti)
      • Wagner: Wotans Abschied von Brünnhilde. Direkt nach "..der freier als ich, der Gott"(Nur Solti. Nur er treibt die Wiener Streicher zu solch Höchstleistungen.)
      • Vaughan Williams: Sinfonie Nr.2 "London", Lento (Previn, RCA)
    • Original von Cosima
      Da ich es gerade höre, sei es hier erwähnt: Das Stück Nr. 13 (Wild und lustig) aus den Davidsbündlertänzen. Ich muss es immer sehr laut hören. Es ist zum Abheben schön - vor allem, wenn Christian Zacharias oder Maurizio Pollini es spielen.


      der magischste Moment der Davidsbündlertänze ist IMO im vorletzten Stück, dass auch recht robust anfängt (oder ist das das Stück davor) und dann "Wie aus der Ferne" plötzlich eine unglaublich Weite entsteht und eine melancholische Stimmung hineinbricht. Auch das allerletzte Stück ist dann von einer rührenden, melancholischen Stimmung. Eines der mich beeindruckendste Stücke der Klaviermusik. Ähnlich auch Stellen, die die Zeit anzuhalten scheinen wie z.B. die letzte Variation (vor dem d.c. des themas) in Beethovens op. 109. Oder das "Trio" (der Mittelteil, in dem das Thema des Finales vorscheint) in Mahler 9, 3. Satz.

      viele Grüße

      J. Bristow
    • Benutzer online 2

      2 Besucher