Metamorphosen (Richard Strauss)

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    • Metamorphosen (Richard Strauss)

      Liebe Klassik-Freunde,

      eigentlich wollte ich die „Metamorphosen“ im „Was höre ich gerade jetzt?“-Faden unterbringen, aber ich finde sie so schön, dass ich diesem Werk einen eigenen Thread widme.

      Diese Studie für 23 Solostreicher gehört zu Strauss’ bedeutendsten Werken. Auch wenn man – wie ich und abgesehen von der Alpensinfonie – diesem Komponisten nicht so zugetan ist: Die Metamorphosen muss man lieben, wie ich meine.

      Strauss schrieb sie im Alter von 81 Jahren, inmitten von Tod und Zerstörung in den letzten Monaten des 2. Weltkrieges. Eine Skizze hatte er mit „Trauer um München“ überschrieben. So liegt auch eine wehmütige Abschiedsstimmung über dem tiefen und erschütternden Werk, das wie überirdischer Engelsgesang klingt. Es besteht aus drei miteinander verbunden Teilen, wobei die zwei langsameren den raschen einschließen. Strauss verwendet in seinem Werk die ersten vier Takte des Trauermarsches aus Beethovens „Eroica“.

      Ich kenne und empfehle die Aufnahme unter Otto Klemperer:


      Mit tieftraurigen Grüßen,
      Cosima :(
    • Metamorphosen (Richard Strauss)

      Liebe Klassik-Freunde,

      eigentlich wollte ich die „Metamorphosen“ im „Was höre ich gerade jetzt?“-Faden unterbringen, aber ich finde sie so schön, dass ich diesem Werk einen eigenen Thread widme.

      Diese Studie für 23 Solostreicher gehört zu Strauss’ bedeutendsten Werken. Auch wenn man – wie ich und abgesehen von der Alpensinfonie – diesem Komponisten nicht so zugetan ist: Die Metamorphosen muss man lieben, wie ich meine.

      Strauss schrieb sie im Alter von 81 Jahren, inmitten von Tod und Zerstörung in den letzten Monaten des 2. Weltkrieges. Eine Skizze hatte er mit „Trauer um München“ überschrieben. So liegt auch eine wehmütige Abschiedsstimmung über dem tiefen und erschütternden Werk, das wie überirdischer Engelsgesang klingt. Es besteht aus drei miteinander verbunden Teilen, wobei die zwei langsameren den raschen einschließen. Strauss verwendet in seinem Werk die ersten vier Takte des Trauermarsches aus Beethovens „Eroica“.

      Ich kenne und empfehle die Aufnahme unter Otto Klemperer:


      Mit tieftraurigen Grüßen,
      Cosima :(
    • RE: Metamorphosen (Richard Strauss)

      Ich bin mir nicht sicher, ob ich die "Metamorphosen" lieben muß, Außermusikalisches läßt mich doch eher auf Distanz gehen. Ich besitze drei Aufnahmen des Werks, zwei davon unter Karajan, dem auch die Ersteinspielung, die ich leider nicht kenne, zu verdanken ist:



      Meine erste Aufnahme ist Karajans für DG aus dem Jahre 1969:



      Diese CD sollte man nicht wegen der Metamorphosen kaufen, sondern wegen der Lieder, die Gundula Janowitz singt.

      Meine andere Karajan-Aufnahme ist weiter oben schon von Wotan genannt worden (sie gewann 1983 einen "Gramophone Award", zurecht!). Der Klang der Streicher ist hier immer noch opulent, aber insgesamt doch erheblich durchhörbarer.

      Meine dritte Aufnahme ist inzwischen Teil der Kempe-Strauss-Box, die man wahlweise von EMI oder Brilliant haben kann:



      Hier wird nüchterner, nicht so schwelgerisch wie unter Karajan gespielt.

      Ob Strauss selbst jemals begriffen hat, was letztlich zur Zerstörung der deutschen Städte, des Goethe-Hauses in Frankfurt, der Münchner Oper etc. geführt hat, wage ich bezweifeln. Die Metamorphosen waren ein Auftragswerk für Paul Sachers Züricher Collegium Musicum (gegen harte Schweizer Franken). Paul Sacher mußte offenbar nicht nur einmal zahlen, um ein "Manuskript" des Komponisten für seine Sammlung zu bekommen. Ein Beispiel dafür, daß erhabene Gefühle und gesunder Geschäftssinn einander nicht ausschließen müssen.

      Gruß,

      Zelenka
    • RE: Metamorphosen (Richard Strauss)

      Ich bin mir nicht sicher, ob ich die "Metamorphosen" lieben muß, Außermusikalisches läßt mich doch eher auf Distanz gehen. Ich besitze drei Aufnahmen des Werks, zwei davon unter Karajan, dem auch die Ersteinspielung, die ich leider nicht kenne, zu verdanken ist:



      Meine erste Aufnahme ist Karajans für DG aus dem Jahre 1969:



      Diese CD sollte man nicht wegen der Metamorphosen kaufen, sondern wegen der Lieder, die Gundula Janowitz singt.

      Meine andere Karajan-Aufnahme ist weiter oben schon von Wotan genannt worden (sie gewann 1983 einen "Gramophone Award", zurecht!). Der Klang der Streicher ist hier immer noch opulent, aber insgesamt doch erheblich durchhörbarer.

      Meine dritte Aufnahme ist inzwischen Teil der Kempe-Strauss-Box, die man wahlweise von EMI oder Brilliant haben kann:



      Hier wird nüchterner, nicht so schwelgerisch wie unter Karajan gespielt.

      Ob Strauss selbst jemals begriffen hat, was letztlich zur Zerstörung der deutschen Städte, des Goethe-Hauses in Frankfurt, der Münchner Oper etc. geführt hat, wage ich bezweifeln. Die Metamorphosen waren ein Auftragswerk für Paul Sachers Züricher Collegium Musicum (gegen harte Schweizer Franken). Paul Sacher mußte offenbar nicht nur einmal zahlen, um ein "Manuskript" des Komponisten für seine Sammlung zu bekommen. Ein Beispiel dafür, daß erhabene Gefühle und gesunder Geschäftssinn einander nicht ausschließen müssen.

      Gruß,

      Zelenka
    • Hallo Zelenka,
      Meine dritte Aufnahme ist inzwischen Teil der Kempe-Strauss-Box, die man wahlweise von EMI oder Brilliant haben kann:

      Handelt es sich dabei um diese Box?



      Das sind dann demnach die Emi-Aufnahmen? Ist die Klangqualität gut?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von fohlenfanatiker ()

    • Hallo Zelenka,
      Meine dritte Aufnahme ist inzwischen Teil der Kempe-Strauss-Box, die man wahlweise von EMI oder Brilliant haben kann:

      Handelt es sich dabei um diese Box?



      Das sind dann demnach die Emi-Aufnahmen? Ist die Klangqualität gut?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von fohlenfanatiker ()

    • Original von fohlenfanatiker
      Hallo Zelenka,
      Meine dritte Aufnahme ist inzwischen Teil der Kempe-Strauss-Box, die man wahlweise von EMI oder Brilliant haben kann:

      Handelt es sich dabei um diese Box?

      Das sind dann demnach die Emi-Aufnahmen? Ist die Klangqualität gut?


      Ja, das ist die Box! ADD aus den 70ern. Die Klangqualität ist OK! Die beste Strauss-Sammlung, die man wohl haben kann.

      Gruß,

      Zelenka
    • Original von fohlenfanatiker
      Hallo Zelenka,
      Meine dritte Aufnahme ist inzwischen Teil der Kempe-Strauss-Box, die man wahlweise von EMI oder Brilliant haben kann:

      Handelt es sich dabei um diese Box?

      Das sind dann demnach die Emi-Aufnahmen? Ist die Klangqualität gut?


      Ja, das ist die Box! ADD aus den 70ern. Die Klangqualität ist OK! Die beste Strauss-Sammlung, die man wohl haben kann.

      Gruß,

      Zelenka
    • Zelenka schrieb:

      zwei davon unter Karajan, dem auch die Ersteinspielung,
      Das stimmt, glaube ich, so nicht. Bereits im Oktober 1947 entstand diese Aufnahme:



      Unter dem Eindruck des Kriegsendes und der damit verbundenen Zerstörungen, aber auch geprägt von dem zweijährigen Dirigierverbot, dass erst kurz zuvor geendet hatte, klingen diese Metamorphosen unter Furtwängler besonders dunkel und verzweifelt, obwohl auch immer wieder ein fast trotziges Aufbäumen zu hören ist. Dabei ist er mit 23 Minuten sogar recht zügig. Insgesamt zeigt es sich, dass er das Stück nicht 'zelebriert', sondern es wohl (wieder einmal) zu einer ganz persönlichen Positions- und Situationsbeschreibung nützt, bzw., dass es dazu gerät.

      :hello Falstaff
    • Die Uraufführung der Metamorphosen fand am 25. Januar 1946 in Zürich statt, unter Leitung von Paul Sacher spielte das Collegium Musicum Zürch, ihnen ist auch das Stück gewidmet. Karajan frühe Wiener Aufnahme vom Okt./Nov 1947 könnte die Erstaufnahme auf Schallplatte sein, jedenfalls ist mir keine andere bekannt. Zur selben Zeit (26./27. Okt.47) führt Furtwängler in seinem 4. Philharmonischen Konzert nach dem Krieg das Werk dem Berliner Publikum vor. Auf Schallplatte veröffentlicht wurde der Radio-Mitschnitt jedoch erst 1963 von der DGG.

      Grüße Amadé
    • Meine Lieblingsaufnahme ist, neben der schon genannten mit Karajan, diese:

      Otto Klemperer mit dem Philharmonia Orchestra London, Aufnahme: 1961, Kingsway Hall, London.
      Interessanterweise benötigt der alte Kämpe praktisch exakt die gleiche Zeit wie Karajan in seiner 1970er Version. Bei Klemperer klingt alles nur viel erratischer als bei seinem jüngeren Kollegen.
    • Ich teile die Auffassung unseres verstorbenen 'Zelenka', dass ich dieses Werk -wegen den außermusikalischen Bezügen- nicht lieben muss. Wenn dann noch allzu offen hörbar Verzweiflung und Erschütterung hinein oder heraus dirigiert werden, bin ich weg. Nicht vergessen sollte man, dass es sich bei den Metamorphosen laut Alternativ-Titel um eine Studie für 23 Solostreicher handelt. Der schwelgerische Brei, der auf vielen Aufnahmen zu hören ist, darf in Frage gestellt werden. Ich kenne kaum ein Beispiel, bei dem dieser Aspekt des Titels ernst genommen und die Durchhörbarkeit in den Mittelpunkt gestellt wird. In dieser Hinsicht ist der Konzertmitschnitt mit Armin Jordan und dem Pariser Kammerensemble aus dem Jahr 2002 eine Klasse für sich.

      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Hallo!

      Nun ja, ich mag z.B. die uralte Aufnahme unter Clemens Krauss von 1953 sehr gerne obwohl sie recht "schwelgerisch" daherkommt.

      :/ Leider gibt es diese Interpretation m.W. z.Z. nicht auf einem Tonträger und ich habe sie auch nur auf einer uralten Schallplatte. :S

      Die beiden Karajan-Interpretationen von 1983 und 1947 befinden sich ebenfalls in meiner Sammlung wobei die 1983er Einspielung wohl die von mir am meisten gehörte Interpretation sein dürfte obwohl die 1947er Interpretation sehr wohl ihre Meriten hat.

      Zudem besitze ich noch eine ältere Interpretation von 1966 unter Otmar Suitner und der Staatskapelle Dresden die ich als ausserordentlich nüchtern empfinde.

      Lieben muss man die Metamorphosen ganz sicher nicht, m.E. wohl aber kennen.

      MFG Günther