Klaviertranskriptionen

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    • Klaviertranskriptionen

      Hallo allerseits,

      im letzten Monat brachte Naxos die 5. und letzte CD mit Liszt-Transkriptionen der Beethoven-Sinfonien heraus. Es spielt Konstantin Scherbakov – ich liebe alle Einspielungen sehr! Es werden die Schichten und Strukturen der Sinfonien frei gelegt, wie man es ansonsten in den Orchesterversionen kaum hört.



      Es existiert auch eine Gesamteinspielung aller 9 Sinfonien mit Cyprien Katsaris. Kennt sie jemand und kann vielleicht sogar mit den Scherbakov-Aufnahmen vergleichen?

      Dieser Thread soll sich aber allgemein mit Klaviertranskriptionen befassen, weshalb als weiteres Highlight diese Aufnahme mit Arcadi Volodos genannt werden sollte:



      Er spielt Transkriptionen von Bizet-, Rachmaninov-, Prokofiev-Werken etc. - und das gigantisch gut!

      Was fällt Euch zum Thema noch ein?

      Gruß, Cosima

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cosima ()

    • Hier müssen natürlich zwingend die Bach Transkriptionen von Busoni genannt werden.

      Mir persönlich gefallen hier die Demidenko Aufnahmen, die bei Hyperion erschienen sind.



      Allerdings ist hier Demidenko's Anschlag sicherlich nicht jedem ein Genuß :D

      Mittlerweile ist die Reihe bei Aufnahme #5 angelangt jedoch mit anderen Pianisten!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Ich habe gelesen, dass es von Brahms´ Klavierkonzert Nr. 1 auch eine von ihm transkribierte Fassung für das Klavier (4-händig) geben solle. Die würde mich besonders interessieren. Das Duo Tal & Groethuysen hat sie mal gespielt. Eine CD-Aufnahme scheint es aber nicht zu geben, oder?

      Gruß, Cosima

      P.S.: Den Demidenko werde ich mir gelegentlich auch anschaffen mit seinen Bach-Busoni-Aufnahmen.
    • Danke Dir, Jeremias, für den Hinweis, aber ein Rezensent auf classics-today vergab eine entmutigende 6/9. Ich weiß nicht…

      Dafür fand ich aber dies:



      Rezension (9/9): "http://www.classicstoday.com/review.asp?ReviewNum=1221"

      Es existiert eine ganze Reihe mit Brahms-Werken bei Naxos, die 4-händig gespielt werden. Eine Klavierversion der 2. Sinfonie würde mich schon mächtig interessieren.

      Das 1. Brahms-Konzert wäre auch erhältlich:



      Das klingt alles sehr interessant! Werde ich mir vormerken. :leb

      Gruß, Cosima
    • liebe Cosima,

      vielen dank für den transkriptions-thread. da die volodos-platte erwähnt wurde, stelle ich sie mal näher vor.

      bizet-horowitz
      carmen-variationen

      rachmaninov-volodos
      der morgen, melodie

      liszt-horowitz
      ungarische rhapsodie nr.2

      schubert-liszt
      3 lieder

      eimsky-korsakov-cziffra
      hummelflug

      prokofiev
      drei stücke aus 'cinderella'

      tschaikowsky-feinberg
      scherzo aus der 6. sinfonie

      js bach-feinberg
      largo aus bwv 529

      wa mozart-volodos
      rondo alla turca aus kv 330

      arcadi volodos, piano

      sony, DDD, aufn. 1996



      es handelt sich hierbei um die debüt-platte des russen arcadi-volodos. IMO kann sich kein klavierfreak diesen aufnahmen entziehen. überhaupt, man weiß nicht, was man mehr bewundern soll, die brillianten kabinettstückchen oder volodos' gesangskunst auf dem flügel.

      zunächst zu den 'zirkusnummern'. ich möchte da drei piecen herausgreifen, horowitz' carmen-fantasie, cziffras bearbeitung des hummelfluges und volodos' eigene bearbeitung von mozarts berühmten 'türkischen marsch' aus seiner wunderbaren a-dur sonate. horowitz hatte seine bearbeitung ursprünglich nicht auf noten herausgegeben. volodos hat anhand der horowitzschen aufnahmen den notentext rekonstruiert ! ich finde, dass volodos im gegensatz zu horowitz hier einen gehörigen schuss eleganz und noblesse in die interpretation einbringt. der hummelflug kam cziffras fingerfertigkeit sehr entgegen, dieses 'surren und brummen'. auch hier stößt volodos nicht an seine spieltechnischen grenzen. möglicherweise fehlt jedoch der fanatismus eines cziffra, die eigenen physischen grenzen zu überwinden. volodos' eigene bearbeitung hat etwas geniales. nicht nur, dass er fingerakrobatik von feinstem verlangt, er schichtet die themen der verschiedenen rondo-abschnitte übereinander !

      trotz alledem finde ich, dass volodos' eigentliche begabung im 'singen' liegt ! seine eltern sind sänger, er selbst hatte eine gesangliche grundausbildung absolviert und außerdem seine pianistische ausbildung bei dimitri bashkirov abgeschlossen. die liedbearbeitungen (schubert-liszt, rachmaninov-volodos), welche auch nicht gerade zum häufig gehörten repertoire gehören, werden mit sonorem ton und belcanto-phrasierung 'ausgekostet'. IMO gibt es derzeit nicht viele, die so singen können. meine lieblingsstücke auf dieser cd sind die drei aus den cinderella-sammlungen prokofiews. ich kenne keine darstellungen, die soviel charme und anmut verbreiten.

      das großartigste an allem ist, dass ich mich (mit Jeremias zusammen) bei zwei live-auftritten von volodos' überragenden fähigkeiten überzeugen konnte !

      gruß, siamak :engel
    • Original von Cosima
      Original von Rachmaninov
      die klanglcih und interpretatorisch eine völlig andere Richtung einschlägt als z.B. die Demidenko Aufnahmen!


      Inwiefern anders? Ich kenne ja die Demidenko-Aufnahmen nicht.

      Gruß und Dank,
      Cosima


      Demidenko spielt jede Transkription anders.
      Die Tocata & Fuge z.B. mit "eisernem" Ascnhlag, der auf die Herkunft bzw. das original Instrument hinweist.

      Bei den Transkriptionen Bach's Kantatenwerk spielt er gesanglich schön!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von AcomA


      trotz alledem finde ich, dass volodos' eigentliche begabung im 'singen' liegt ! seine eltern sind sänger, er selbst hatte eine gesangliche grundausbildung absolviert und außerdem seine pianistische ausbildung bei dimitri bashkirov abgeschlossen. die liedbearbeitungen (schubert-liszt, rachmaninov-volodos), welche auch nicht gerade zum häufig gehörten repertoire gehören, werden mit sonorem ton und belcanto-phrasierung 'ausgekostet'. IMO gibt es derzeit nicht viele, die so singen können.


      Hallo siamak,

      wie du bin ich auch der Meinung, dass die lyrischen Qualitäten von Arkardi Volodos unterschätzt werden.

      Eine weitere (Schubert-List) Liedbearbeitung sollte in diesem Zusammenhang noch unbedingt erwähnt werden: "Der Müller und der Bach" von dieser CD




      IMO noch besser gelungen als die Liedbearbeitungen auf der erwähnten Debüt-CD.
      Vor allem wenn man den Text des Liedes mitliest klingt es so, als würde das Klavier “singen“.


      Viele Grüße,

      Jimi
    • lieber Sergejewitsch,

      ich gebe hier mal eine ausführliche besprechung der oppitz-doppel-cd:

      max reger
      variationen und fuge über ein thema von bach op. 81

      franz liszt
      variationen über 'weinen, klagen, sorgen, zagen'
      präludium und fuge über b-a-c-h
      transkription von fantasie und fuge g-moll bwv 542

      wilhelm kempff
      bach-transkriptionen (choräle)

      ferruccio busoni
      transkription von toccata und fuge d-moll bwv 565
      transkription von chaconne aus der violinpartita bwv 1004

      gerhard oppitz, piano

      hänssler classic, DDD, aufn. 2002

      jpc.de/image/cover/front/0/1483714.jpg

      eine aktuelle einspielung, die auch IMO in diesen thread gehört. gerhard oppitz befindet sich auf der höhe seines könnens und verwirklicht hier die deutsche romantische bach-tradition mit gewaltiger klavierkunst. was die extrem schweren regerschen variationen angeht, stelle ich diese interpretation sogar noch etwas über die exzellenten einspielungen von hamelin und schiff. oppitz verwirklicht hier am kompromisslosesten den orgel-sound. der virtuose zugriff ist bei allen werken sehr großzügig und weiträumig. da oppitz auch meisterschüler von kempff war, sind die kempffschen transkriptionen eine herzensangelegenheit. schlusspunkt dieses 'marathons' ist die berühmte bearbeitung busonis von der violin-chaconne. es gibt höchst virtuose einspielungen z.b. mit kissin, bolet (live) oder pletnev (live). aber ich finde die interpretation oppitz' am organischsten. er entwickelt das werk aus einem einzigen fluss heraus ! übrigens darf man schon sehr gespannt sein auf die demnächst ebenfalls bei hänssler erscheinende gesamteinspielung der beethoven-sonaten mit oppitz.

      gruß, siamak :engel
    • Original von AcomA
      arcadi volodos, piano

      sony, DDD, aufn. 1996



      es handelt sich hierbei um die debüt-platte des russen arcadi-volodos. IMO kann sich kein klavierfreak diesen aufnahmen entziehen. überhaupt, man weiß nicht, was man mehr bewundern soll, die brillianten kabinettstückchen oder volodos' gesangskunst auf dem flügel.



      @Siamak,

      ich kann mich Deine Lobpreisung eigentlich nur anschließen! Dieses farbige Spiel und diese dabei demonstrierte Leichtigkeit ist einfach fantastisch!

      Die Scheibe macht einfach irre spaß :leb
      _____

      Administrator: Das Klassikforum