Chopin: Die Balladen

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    • Ich habe heute morgen die Gunst der Stunde genutzt und bei meinen eltern einmal 2 Stunden intensiv an der 1. Ballade gefeilt unter Ausnutzung des großen Flügels. Ich muss sagen, erst da kommt der ganze Klang zur Entfaltung, es hat mir unglaublichen Spaß gemacht. Mir fällt zudem auf, dass ich gerade diese Ballade jedes Mal anders spiele. es gibt so viele Möglichkeiten der Interpretation. Allerdings sieht das "Grundgerüst" jedes Mal gleich aus. Aber wie heisst es in der Werbung ansonsten? "Entdecke die Möglichkeiten"
    • Ich habe heute morgen die Gunst der Stunde genutzt und bei meinen eltern einmal 2 Stunden intensiv an der 1. Ballade gefeilt unter Ausnutzung des großen Flügels. Ich muss sagen, erst da kommt der ganze Klang zur Entfaltung, es hat mir unglaublichen Spaß gemacht. Mir fällt zudem auf, dass ich gerade diese Ballade jedes Mal anders spiele. es gibt so viele Möglichkeiten der Interpretation. Allerdings sieht das "Grundgerüst" jedes Mal gleich aus. Aber wie heisst es in der Werbung ansonsten? "Entdecke die Möglichkeiten"
    • Ich habe mich weiter oben in meiner Einführung für Murray Perahia ausgesprochen. Er bleibt meine Spitzenempfehlung, nachdem ich heute morgen zwei weitere ganz exzellente Neuerwerbungen gehört habe:



      und



      Die beiden Herren Zimerman und Moravec lassen sich deutlich mehr Zeit als Murray Perahia für ihre Durchgänge, marginal werden Details bei beiden stärker beleuchtet und betont, letztlich dann aber auf Kosten eines völlig überzeugenden Vorwärtsimpulses. Was die Farbigkeit des Spiels und die Dynamik angeht, befinden sich alle drei Aufnahmen auf demselben hohen und höchsten Niveau. Oben fand Jeremias Perahia "sehr sehr gut" und Zimerman "göttlich", ich ordne die Attribute umgekehrt zu.

      Gruß,

      Zelenka
    • Ich habe mich weiter oben in meiner Einführung für Murray Perahia ausgesprochen. Er bleibt meine Spitzenempfehlung, nachdem ich heute morgen zwei weitere ganz exzellente Neuerwerbungen gehört habe:



      und



      Die beiden Herren Zimerman und Moravec lassen sich deutlich mehr Zeit als Murray Perahia für ihre Durchgänge, marginal werden Details bei beiden stärker beleuchtet und betont, letztlich dann aber auf Kosten eines völlig überzeugenden Vorwärtsimpulses. Was die Farbigkeit des Spiels und die Dynamik angeht, befinden sich alle drei Aufnahmen auf demselben hohen und höchsten Niveau. Oben fand Jeremias Perahia "sehr sehr gut" und Zimerman "göttlich", ich ordne die Attribute umgekehrt zu.

      Gruß,

      Zelenka
    • Chopin : Die Balladen

      Aus meiner Hörweise und meinem Werkzugang folgende Empfehlungen :

      Samson Francois (EMI )

      u n d

      Vladimir Horowitz mit der ersten Ballade .

      Pogorelich, von dem wir ja wohl nichts mehr erwarten dürfen, ist von den "modernen" Aufnahmen sicherlich die in jeder Beziehung aufregendste und/aber aufreizendste .

      Moravec, der viel zu spät hier und viel zu langsam bekannt(er) wird, ist ein grosser Meister des tiefsinnigen Schönklanges.

      Grüsse ,

      Frank
    • Chopin : Die Balladen

      Aus meiner Hörweise und meinem Werkzugang folgende Empfehlungen :

      Samson Francois (EMI )

      u n d

      Vladimir Horowitz mit der ersten Ballade .

      Pogorelich, von dem wir ja wohl nichts mehr erwarten dürfen, ist von den "modernen" Aufnahmen sicherlich die in jeder Beziehung aufregendste und/aber aufreizendste .

      Moravec, der viel zu spät hier und viel zu langsam bekannt(er) wird, ist ein grosser Meister des tiefsinnigen Schönklanges.

      Grüsse ,

      Frank
    • @ Zelenka: Ich denke, es ist Geschmackssache. Die Perahia-Aufnahme habe ich nicht zu Hause, mein Vater hat sie jedoch. Im FonoForum bekam er damals beste Kritiken. Ansonsten wähle ich meist doch eher spontan aus, wen ich höre, es muss nicht immer Zimerman sein. Auch Pollini ist sehr interessant, moravec ist nicht zu vergessen oder die Einspielung Kissin's bei RCA.
    • @ Zelenka: Ich denke, es ist Geschmackssache. Die Perahia-Aufnahme habe ich nicht zu Hause, mein Vater hat sie jedoch. Im FonoForum bekam er damals beste Kritiken. Ansonsten wähle ich meist doch eher spontan aus, wen ich höre, es muss nicht immer Zimerman sein. Auch Pollini ist sehr interessant, moravec ist nicht zu vergessen oder die Einspielung Kissin's bei RCA.
    • Original von Jeremias
      @ Zelenka: Ich denke, es ist Geschmackssache. Die Perahia-Aufnahme habe ich nicht zu Hause, mein Vater hat sie jedoch. Im FonoForum bekam er damals beste Kritiken. Ansonsten wähle ich meist doch eher spontan aus, wen ich höre, es muss nicht immer Zimerman sein. Auch Pollini ist sehr interessant, moravec ist nicht zu vergessen oder die Einspielung Kissin's bei RCA.


      Ja, wie immer ist es natürlich auch Geschmackssache. Perahia, Zimerman und Moravec, ich hoffe, das war klargeworden, stehen für mich auf gleichhohem Niveau.

      Gruß,

      Zelenka
    • Original von Jeremias
      @ Zelenka: Ich denke, es ist Geschmackssache. Die Perahia-Aufnahme habe ich nicht zu Hause, mein Vater hat sie jedoch. Im FonoForum bekam er damals beste Kritiken. Ansonsten wähle ich meist doch eher spontan aus, wen ich höre, es muss nicht immer Zimerman sein. Auch Pollini ist sehr interessant, moravec ist nicht zu vergessen oder die Einspielung Kissin's bei RCA.


      Ja, wie immer ist es natürlich auch Geschmackssache. Perahia, Zimerman und Moravec, ich hoffe, das war klargeworden, stehen für mich auf gleichhohem Niveau.

      Gruß,

      Zelenka
    • Original von Jeremias
      Am besten lag mir bisher die 3. Ballade in As-Dur. Hieran reizt vor allem, dass man gerade in der linken Hand immer wieder unbekannte Melodien oder Melodiefragmente entdeckt. Auch nach Jahren verbirgt diese Ballade noch Geheimnisse.


      Hallo Jeremias,

      das, was Du über die Möglichkeiten der linken Hand sagst, habe ich mal sehr eindrucksvoll in einer Konzertaufnahme von Philippe Bianconi (auf einem Hammerklavier der Fa. Erard von 1859 oder so) gehört: Ich war vollkommen hingerissen, fast klang sie wie ein ganz neues Stück (nachdem man sie so häufig gehört hatte) - ungeheuer kraftvoll und sehr überzeugend! (Leider kommt man an diese Aufnahme partout nicht heran.)
      Gerade habe ich mir die Aufnahmen, die ich zur Hand habe (allerdings unter extremer Lärmbelästigung von außen) noch einmal angehört (Pollini, Hough, Kissin, Martin Stadtfeld), die mir - obwohl recht unterschiedlich - doch nur noch konventionell klingen.

      Grüße,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Gamaheh ()

    • Original von Jeremias
      Am besten lag mir bisher die 3. Ballade in As-Dur. Hieran reizt vor allem, dass man gerade in der linken Hand immer wieder unbekannte Melodien oder Melodiefragmente entdeckt. Auch nach Jahren verbirgt diese Ballade noch Geheimnisse.


      Hallo Jeremias,

      das, was Du über die Möglichkeiten der linken Hand sagst, habe ich mal sehr eindrucksvoll in einer Konzertaufnahme von Philippe Bianconi (auf einem Hammerklavier der Fa. Erard von 1859 oder so) gehört: Ich war vollkommen hingerissen, fast klang sie wie ein ganz neues Stück (nachdem man sie so häufig gehört hatte) - ungeheuer kraftvoll und sehr überzeugend! (Leider kommt man an diese Aufnahme partout nicht heran.)
      Gerade habe ich mir die Aufnahmen, die ich zur Hand habe (allerdings unter extremer Lärmbelästigung von außen) noch einmal angehört (Pollini, Hough, Kissin, Martin Stadtfeld), die mir - obwohl recht unterschiedlich - doch nur noch konventionell klingen.

      Grüße,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Gamaheh ()

    • RE: Chopin: Die Balladen

      Lieber Zelenk a,

      auf jeden Fall empfehle ich Dir die Einspielung durch Samson Francois ( EMI ) .

      Francois bietet als geradezu Idealinterpret des Chopinschenballadenwerkes eigentlich alles , was wir aus den Balladen von Chopin heraushören können .

      Dank an Dich , weil Du die Aufnahme einer Ballade durch Solomon hingewiesen hast . Solomon war , ich stimme hier den vielen Rezensionen dazu völlig bei , ein ungewöhnlich begnadeter Chopin 8 und auch Schubert -) - Interpret gewesen .

      Dein Beitrag stellt in Kürze vieles im übrigen klar , was wir sonst nicht zu lesen bekommen .

      Das Thema "Balladen" ( also auch die von Johannes Brahms ) ist wohl sehr schwer in Worte zu fassen .

      Beste Grüsse ,

      Frank
    • RE: Chopin: Die Balladen

      Lieber Zelenk a,

      auf jeden Fall empfehle ich Dir die Einspielung durch Samson Francois ( EMI ) .

      Francois bietet als geradezu Idealinterpret des Chopinschenballadenwerkes eigentlich alles , was wir aus den Balladen von Chopin heraushören können .

      Dank an Dich , weil Du die Aufnahme einer Ballade durch Solomon hingewiesen hast . Solomon war , ich stimme hier den vielen Rezensionen dazu völlig bei , ein ungewöhnlich begnadeter Chopin 8 und auch Schubert -) - Interpret gewesen .

      Dein Beitrag stellt in Kürze vieles im übrigen klar , was wir sonst nicht zu lesen bekommen .

      Das Thema "Balladen" ( also auch die von Johannes Brahms ) ist wohl sehr schwer in Worte zu fassen .

      Beste Grüsse ,

      Frank
    • Liebe Chopin-Freunde,

      gerade habe ich mich mal mehr oder weniger blind und durcheinander durch das durchgehört, was mein PC zu Chopins Balladen so hergibt:

      Pollini 1-4
      Demidenko 1-4
      Kissin 1-4
      Perahia 1-4
      Zimerman 1-4
      Tchetuev 2
      Cziffra 3
      Hough 3.

      Dabei habe ich festgestellt, daß es sich jedesmal, wenn ich dachte "Nein, das mag ich so nicht" entweder um Zimerman (außer bei der 2.) oder Perahia handelte (oder auch Hough bei der 3.). Sie sind mir zu zahm, zu gekünstelt oder zu unzusammenhängend. (Die 4. habe ich von Perahia vor einigen Monaten im Konzert gehört, das hatte für mich etwas ostentativ Kraftmeierisches, obwohl man sagen muß, daß er ja immerhin mit Leidenschaft bei der Sache ist.)

      Meine Favoriten sind eindeutig Pollini und Demidenko (letzterer besonders in der 1.), auch Kissin, der mir allerdings gelegentlich gar zu maßlos übertreibt. In der 3. ist für mich Bianconi in einer wenig zugänglichen Aufnahme, die ich vor einigen Monaten (in der Mediathek der Cité de la musique in Paris) gehört habe, unübertroffen: Er bringt da etwa nach 3/4 (wenn mich meine Erinnerung nicht trügt) im Baß etwas ganz Beunruhigendes heraus (das ferne Grollen der "Kanonen unter den Blumen"), das ich von keiner anderen Aufnahme kenne.

      Bin ich jetzt eine Banausin?

      Grüße,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.
    • Liebe Chopin-Freunde,

      gerade habe ich mich mal mehr oder weniger blind und durcheinander durch das durchgehört, was mein PC zu Chopins Balladen so hergibt:

      Pollini 1-4
      Demidenko 1-4
      Kissin 1-4
      Perahia 1-4
      Zimerman 1-4
      Tchetuev 2
      Cziffra 3
      Hough 3.

      Dabei habe ich festgestellt, daß es sich jedesmal, wenn ich dachte "Nein, das mag ich so nicht" entweder um Zimerman (außer bei der 2.) oder Perahia handelte (oder auch Hough bei der 3.). Sie sind mir zu zahm, zu gekünstelt oder zu unzusammenhängend. (Die 4. habe ich von Perahia vor einigen Monaten im Konzert gehört, das hatte für mich etwas ostentativ Kraftmeierisches, obwohl man sagen muß, daß er ja immerhin mit Leidenschaft bei der Sache ist.)

      Meine Favoriten sind eindeutig Pollini und Demidenko (letzterer besonders in der 1.), auch Kissin, der mir allerdings gelegentlich gar zu maßlos übertreibt. In der 3. ist für mich Bianconi in einer wenig zugänglichen Aufnahme, die ich vor einigen Monaten (in der Mediathek der Cité de la musique in Paris) gehört habe, unübertroffen: Er bringt da etwa nach 3/4 (wenn mich meine Erinnerung nicht trügt) im Baß etwas ganz Beunruhigendes heraus (das ferne Grollen der "Kanonen unter den Blumen"), das ich von keiner anderen Aufnahme kenne.

      Bin ich jetzt eine Banausin?

      Grüße,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.
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