Beethoven: Klaviersonate #5, 6 und 7 - op.10 #1, op.10 #2 und p.10 #3

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    • Beethoven: Klaviersonate #5, 6 und 7 - op.10 #1, op.10 #2 und p.10 #3

      Freunde der Klaviermusik,

      wenn man an Beethovens Sonaten denkt fallen einem unweigerlich die Sonaten mit den Beinamen ein.
      Da denkt man an die Pathetique, Waldstein, Appasionata usw.

      Aber Beethoven's Schaffen im Bereich der Sonaten hat auch andere Meisterwerke hervor gebracht.

      Unbedingt zu erwähnen sind aus meiner Sicht die zwischen den Jahren 1796 und 98 entstandenen Sonaten op.10
      (op. 10/1, 10/2 und 10/3)

      op.10 #1 steht in c-moll (wie auch die spätere Sonate #8 op.13 "Pathetique)

      op.10 #2 steht in F-Dur

      op. 10 #3 steht in D-Dur

      Insbesondere die Sonate op.10 #2 mit ihrer Leichtigkeit und den Humor begeistert mich.
      Stellt sie doch mit einem Blick auf Beethoven's Spätwerk einen deutlichen Kontrast dar.

      Kennengelernt habe ich die Sonate op.10 #2 in der Aufnahme mit N. Demidenko, der
      sich auf seiner Aufnahme mit op.106 veröffentlichte.



      Und seit ein paar Tagen besitze ich die Aufnahme M. Pollinis, der alle drei Sonaten für
      die DG eingespielt hat. Außerdem die Aufnahme F. Gulda's.

      Desweiteren op.10 #3 in der Brilliant Box mit E. Gilels und op.10 #1 mit S. Kovachevich.

      Meine Frage an euch:

      Gefallen euch diese "frühen" Sonaten Beethovens auch und welche Aufnahmen findet ihr
      besonders lobenswert und empfehlenswert?
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • lieber Richard,

      die trias der op.10 finde ich ebenfalls sehr reizvoll und interessant. die sonate c-moll op. 10 nr.1 gehört überhaupt zu meinen favoriten des beethovenschen werkes ! ich arbeitete an ihr im rahmen meines klavierunterrichtes während der oberstufe. gerade der kopfsatz ist sehr schwer zu formulieren. ich verzweifelte an ihm. der mittelsatz zeigt eine der schönsten kantilenen.

      meine favoriten:

      artur schnabel
      alfredo perl
      gerhard oppitz

      gruß, siamak :engel
    • ich habe die Sonaten von

      Gilels, Brendel, Gulda und die 6. von Demidenko






      Gulda spielt Beethoven sehr stimmig und harmonisch. Demidenko und Giles sind noch ausdrucksstärker - je nach Laune!
      Herrn Brendel bräuchte ich nicht mehr.

      Ich habe die Sonaten schon eine Weile nicht mehr gehört - und freue mich über die Anregung von Richard, denn es lohnt sich.
      Walter
    • RE: Beethoven: Klaviersonate #5, 6 und 7 - op.10 #1, op.10 #2 und p.10 #3

      Ich mag etliche der frühen Sonaten lieber als so manche mit Namen...
      in op.10 bevorzuge ich unoriginellerweise #3; allein der langsame Satz ist einer der großartigsten überhaupt und die mitreißende Energie des Kopfsatzes leigt mir ebenfalls. Auch die stellenweise sehr knappe #1 mag ich, dagegen bevorzuge ich im humorvollen Genre "benachbarte" Stücke wie op.2,2 oder die beiden op.14 gegenüber op.10,2.
      Gulda (amadeo) ist m.E. in allen frühen und mittleren Sonaten spitze, so auch hier. Gilels (DG) finde ich in op.10,1 in den Ecksätzen absurd langsam, dafür ist sein op.10,3 grandios, ungemein kraftvoll, wuchtig und konstrastreich.

      Gould ist (gewohnt?) extrem, aber hier auch für mich faszinierend. Allerdigns sind einige Tempi so schnell (bes. op.10,1i), dass man kaum ncoh was erkennen kann.
      Ein sehr dramatisches op.10,1 findet sich auf der (einzigen?) Beethoven-CD von Kocsis (Philips, außerdem op.2,1, op.13 und op 31,2 enthalten). Die lohnt die Suche auf jeden Fall.

      viele Grüße

      J. Bristow
    • RE: Beethoven: Klaviersonate #5, 6 und 7 - op.10 #1, op.10 #2 und p.10 #3

      Hallo Freunde der Klaviersonaten,

      die Trias op.10 ist zweifellos ein großer Wurf, insbesondere die 3. in D-dur. Der 2. Satz gehört zu den bedeutensten Schöpfungen in Beethovens Frühzeit, im Streichquartett gelang ihm ebenso eine Dichte in op.18 Nr.1, 2. Satz. Bei den Sinfonien erreichte er dieses Niveau erstmals einige Jare später in der Eroica. Für Interessenten: in meiner homepage habe ich 45 Aufnahmen der Sonate op.10 Nr.3 verglichen, ebenso findet sich ein Vergleich des genannten Streichquartetts.
      BEST
    • Original von Walter
      Demidenko und Giles sind noch ausdrucksstärker - je nach Laune!


      @Walter,

      was Demidenko angeht stimme ich Dir zu.

      Ohne Zweifel spielt er die Sonate op.10 #2 mit einem gewissen Schalk und "drive" im Nacken das es Freunde macht.



      IMO trifft er die Leichtigkeit, die die Sonate vermittelt, ganz stark.

      Immer wieder eine Freude :)
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Was mich auch interessieren würde ob jemand bereits in Vol.2 der Gesamteinspielung von A. Schiff bei ECM reingehört hat!



      Schiff spielt die Sonaten ja "brav" der Reihe nach ein und in Vol.2 somit die Sonaten 5-8.

      Vor einiger Zeit hatte ich einmal kurz via Kopfhörer in einem einschlägigen Geschäft in Köln reingehört. Überzeugen empfand ich es nicht!

      Kennt einer die Aufnahme von euch und kann etwas berichten?

      Eilt auch nicht, bekommen wir ja sicherlich in 3-5 Jahren als Gesamteinspielung und in 10 als Brilliant Box, oder? :W
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Hallo Rachmaninow,

      Die beiden Volumina stehen seit geraumer Zeit in meinem Regal und machen mir große Freude.
      Wer zum ersten mal eine der 8 eingespielten Sonaten hört, denkt, hier liegt nichts besonderes vor, warum die Aufregung in der Presse, andere können es ebensogut, vielleicht noch besser. Ich kann diese Einwände verstehen, empfehle aber jedem, der sich ernsthaft mit dieser Musik auseinandersetzen möchte, sich mit Schiff's Aufnahmen, die live mitgeschnitten wurden, zu beschäftigen, falls vorhanden, auch mal einen Blick in den Notentext zu werfen. Beim oberflächlichen Hören klingen sie konventionell, vertiefende Einsichten in Beethovens Musik erhält jedoch der, der sich auf die Lesart von Andras Schiff einlässt, Beethoven für fortgeschrittene Hörer!!! Die Sonate Nr.7 gehört ins absolute Spitzenfeld, siehe meine Homepage.
      Gruß amadé
    • Zwischenzeitlich habe ich mehrfach die Aufnahe von M. Pollini mit den Sonaten op.10/1, 10/2 und 10/3 gehört!



      Was die Sonaten angeht so muss ich gestehen, daß Pollini mir hier echte Freude bereitet.
      Trotz seiner, oder gereade (?), wegen seiner enormen Fähigkeit den Anschlag zu variieren gelingt Pollini eine famose Einspielung, in der er mit einer unglaublichen Leichtigkeit brilliert!
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von AcomA
      meine favoriten:

      artur schnabel
      alfredo perl
      gerhard oppitz

      gruß, siamak :engel


      @Siamak,

      mittlerweile habe ich mich mit der Oppitz Aufnahme intensiver beschäftigt.

      Die Nennung Oppitz erfolgt hier zurecht deinerseits.



      Diese Mischung aus Erfahrung, Kraft, Eleganz in Kombination mit der nötigen frische (op.10/2) ist einfach klasse.
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      Administrator: Das Klassikforum
    • Liebe Freunde/-innen der Beethoven-Sonaten,

      mit dem Pianisten Svjatoslav Richter liegen mir inzwischen vier Aufnahmen vor: eine Studioproduktion bei EMI sowie drei Konzertmitschnitte aus Prag (1959),
      New York (1960) sowie Budapest (1976), siehe unten



      Klanglich sind letztere unterschiedlich ausgefallen: in Prag stand das Mikro nahe am Klavier und fing einen hellen, natürlichen Klanvierton ein. Die New Yorker-Aufnahme klingt etwas entfernter, beide weisen hier und da störende Publikumsgeräusche auf. Die zuletzt veröffentlichte Budapester Aufnahme ist davon weitgehend verschont geblieben und klingt voll und warm, fast wie eine gute Studioproduktion. Das eine solche bei Alternativ-Aufnahmen auch per se am Überzeugendsten ausfällt, kann man hier nicht bejaen. Vorliegende EMI-Aufnahme gibt für sich genommen eine gute Interpretation her, sie lässt jedoch an keiner Stelle aufhorchen, für mich klingt sie etwas zu domestiziert, zu harmlos verbindlich im Vergleich zu den live-Mitschnitten. Im Konzertsaal geht es ums Ganze, während man im Studio notfalls korregieren kann. Den überzeugendsten Eindruck hinterlässt bei mir die Aufnahme aus Prag. Hier werden wir Zeuge eines kraftvollen, entschlossenen und konzentrierten Klavierspiels, der Blick des Pianisten ist immer nach vorn gerichtet. Der 3.Satz, trotz Menuetto-Überschrift, ist bei Richter eindeutig schon ein Scherzo, in all den drei anderen Aufnahmen steuert der Pianist da zurück. Im 4.Satz arbeitet er überzeugend das Unwirrsche, Verwegene und auch Skurile, aber auch die komponierten Stockungen eindrucksvoll heraus, hier hören wir eindeutig Beethoven als Hitzkopf. Der ein Jahr später beim umjubelnden Amerika-Debut in der New Yorker Carnegie-Hall entstandene Mitschnitt weist auch diese Vorzüge auf, aber alle Sätze klingen um ein Quentchen zurückgenommen, vielleicht war der nervöse Richter hier zu vorsichtig. In Budapest erleben wir den um Erfahrungen mit op.10 Nr.3 reicher geworden und gereiften Pianisten. Wer jedoch jetzt eine altersweise Darstellung der D-dur-Sonate erwartet, wird durch Richters nach wie vor gewichtiges, kraftvolles und teilweise majestätisches Klavierspiel, das nun mehr Ruhe zeigt sowie über ein erweitertes Klangfarbenspektrum verfügt, eines besseren belehrt. Nach der Aufnahme aus Prag gefällt mir diese am besten, klanglich hat sie die Nase vorn.

      Grüße Amadé

      PS: Kenn jemand das genau Aufnahmedatum der EMI-Aufnahme? Ich vermute 1976.
    • Original von Amadé
      In Budapest erleben wir den um Erfahrungen mit op.10 Nr.3 reicher geworden und gereiften Pianisten. Wer jedoch jetzt eine altersweise Darstellung der D-dur-Sonate erwartet, wird durch Richters nach wie vor gewichtiges, kraftvolles und teilweise majestätisches Klavierspiel, das nun mehr Ruhe zeigt sowie über ein erweitertes Klangfarbenspektrum verfügt, eines besseren belehrt.

      PS: Kenn jemand das genau Aufnahmedatum der EMI-Aufnahme? Ich vermute 1976.


      Schön ausgedrückt!

      Die Sonate op.10/3 (zusammen mit op. 2/1 aufgenommen) stammt - laut Beiheft der Richter-Icon-Box seiner Gesamten EMI-Aufnahmen - vom Juni 1976: Grange de la Besnardière, Tours. Bloß das Andante favori ist in den Abbey Roads Studios aufgenommen worden, nämlich 19,.&20.9.1977. die Sturmsonate stammt auch aus Tours, nämlich vom August 1961.
      :hello
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)