Chopin - Die Preludes

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Chopin-Freunde,

      ich muss sagen, daß ich nach einigen Hörsitzungen sehr beeindruckt bin von R. Blechacz Debut Einspielung bei der DG.



      Man höre einfach mal die tiefen melancholischen Züge wie in #2, #4, #6.
      Das geht wirklich unter die Haut. Klasse

      Und dann dieses leichte, brilliante und vor allem durchdachte Spiel, mit Schwung und Spielfreude wir z.B. #3.

      Sein ganzen Spiel klingt einfach so fließend, frei, leicht! Aber dennoch tief durchdacht :down

      Man höre einmal #1. Einfach wunderschön, Schmelz, fast schon gesanglich wirkt das und dann Spannung und Brillianz bei #12.

      Kurz: Anhören!!!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Chopin-Freunde,

      ich muss sagen, daß ich nach einigen Hörsitzungen sehr beeindruckt bin von R. Blechacz Debut Einspielung bei der DG.



      Man höre einfach mal die tiefen melancholischen Züge wie in #2, #4, #6.
      Das geht wirklich unter die Haut. Klasse

      Und dann dieses leichte, brilliante und vor allem durchdachte Spiel, mit Schwung und Spielfreude wir z.B. #3.

      Sein ganzen Spiel klingt einfach so fließend, frei, leicht! Aber dennoch tief durchdacht :down

      Man höre einmal #1. Einfach wunderschön, Schmelz, fast schon gesanglich wirkt das und dann Spannung und Brillianz bei #12.

      Kurz: Anhören!!!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Chopin - Die Preludes

      Hallo zusammen,

      nachdem es in diesem Thread erst einmal ausschließlich um Interpretationsvergleich gegangen ist, bin ich mir nicht sicher, ob es zulässig ist, der Diskussion eine völlig andere Wendung zu geben. Da mich diese Stücke aber seit Weihnachten nicht mehr loslassen und ich mich inzwischen auch ein wenig mit dem Notentext selbst auseinandergesetzt habe, möchte ich es doch wagen, über die Komposition als solche zu sprechen.

      Mich persönlich hat als erstes die Knappheit der einzelnen Preludes beeindruckt sowie die Tatsache, daß in jedem Stück eine Idee, ein Gedanke komponiert und exemplarisch auf den Punkt gebracht wird. Damit steht Chopin natürlich in der Tradition des romantischen Charakterstücks, aber dennoch ist die geradezu lakonische Kürze mancher Stücke (man denke etwa an das Prelude Nr.7 in A-Dur) sowohl in seinem eigenen Werk als auch in seiner Zeit etwas Singuläres und zutiefst Beeindruckendes. Auffallend ist zudem die große emotionale Bandbreite, die von zartester Lyrik bis zum wildesten Gefühlausbruch reicht.

      Mich würde (als ein erster Versuch, tiefer in diese Musik einzusteigen) interessieren, welche der Preludes Euch besonders gut gefallen habenund welche Ihr schwerer zugänglich oder auch vollkommen unverständlich findet, und vor allem interessiert mich dabei das Warum. Denn, wie Carl Dahlhaus einmal in seiner unverwechselbaren Art dargelegt hat, Geschmack ist mitnichten etwas, worüber sich nicht streiten läßt, sondern hat durchaus seine rationalen Wurzeln, die sich dann wiederum in Begriffe fassen und diskutieren lassen.

      Ein weiterer Ansatz für eine Diskussion wäre die Frage, ob die Preludes als Zyklus konzipiert sind in dem Sinne, daß die einzelnen Stücke tonartlich wie emotional aufeinander bezogen sind oder ob es sich um eine Sammlung von Einzelstücken handelt.

      Ich hoffe, jetzt niemanden abgeschreckt zu haben, und freue mich auf Eure Antworten.

      Gruß Absolut
      Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit! (Hans Pfitzner)
    • RE: Chopin - Die Preludes

      Original von Absolut
      Mich würde (als ein erster Versuch, tiefer in diese Musik einzusteigen) interessieren, welche der Preludes Euch besonders gut gefallen habenund welche Ihr schwerer zugänglich oder auch vollkommen unverständlich findet, und vor allem interessiert mich dabei das Warum. Denn, wie Carl Dahlhaus einmal in seiner unverwechselbaren Art dargelegt hat, Geschmack ist mitnichten etwas, worüber sich nicht streiten läßt, sondern hat durchaus seine rationalen Wurzeln, die sich dann wiederum in Begriffe fassen und diskutieren lassen.


      Hallo Absolut,

      mag sein, aber letztlich ist eine Auswahl immer subjektiv, auch wenn man sie mehr oder weniger gut begründen kann. Klaviermusik und Chopin ist nicht mein Schwerpunkt, aber ich fange einfach mal an, weil ich es spannend und wichtig finde, über die Musik selbst etwas zu sagen und nicht nur Interpretationen zu vergleichen.

      Besonders gut gefallen mir:

      - Nr. 6 wegen der ausdrucksvollen kantablen Melodie im Bass (klingt fast wie ein Cello)
      - Nr. 13 wegen der quasi-ostinaten Figur in der linken Hand
      - Nr. 15 wegen der Tonwiederholungen als Motiv, die sich auch durch den Mittelteil ziehen, trotz ganz anderer Stimmung

      Weniger gut gefallen mir die Stücke, wo das Spieltechnisch-Etüdenhafte im Vordergrund steht - das ist meiner Meinung nach eher Musik für den Spieler als für den Hörer. Weniger gut gefallen mir auch die kurzen Stücke - bevor man sich als Hörer richtig hineingefunden hat, sind sie schon vorbei. Nr. 7 ist da ein besonders gutes Beispiel. Ich habe bei diesem Stück immer den Eindruck, es müsse eigentlich noch etwas folgen...

      Ein weiterer Ansatz für eine Diskussion wäre die Frage, ob die Preludes als Zyklus konzipiert sind in dem Sinne, daß die einzelnen Stücke tonartlich wie emotional aufeinander bezogen sind oder ob es sich um eine Sammlung von Einzelstücken handelt.


      Ich empfinde sie eindeutig als Sammlung von Einzelstücken, die nur über die Anordnung der Tonarten (Mollparallele, Quintenzirkel) im Zusammenhang stehen. Einen Zusammenhang oder eine "grosse Linie" über die Einzelstücke hinaus vermag ich nicht zu erkennen.

      Viele Grüsse
      Andreas
    • RE: Chopin - Die Preludes

      Hallo Andreas,

      danke für Deine rasche Antwort. Ich war mir gar nicht so sicher, ob dieser Faden überhaupt noch "lebt". :D

      Zur Zyklusfrage: Eigentlich sind es gerade die "zu kurzen" Stücke, die mich in diese Richtung denken lassen, weil ich mir kaum vorstellen kann, daß sie als Einzelstücke konzipiert sind und bestehen können, neben Nr.7 v.a. Nr.10 und Nr.20. Dann empfinde ich die Nr.2 ebenso wie Nr.7 als ausgesprochen "überleitend", auch haben manche Stücke direkte Anknüpfungen an das Vorangehende, so etwa Nr.4 und Nr.5, in denen der Schluß- oder Zentralton des vorangehenden Stückes aufgegriffen wird, oder verknüpfende Einleitungen, wie etwa Nr.16.
      Rein vom Hören her empfinde ich die Nummern 1-8 als sehr geschlossen, danach hat man eher den Eindruck von Zweier-Gruppen, die als Gegensatzpaare fungieren, auch werden die einzelnen Nummern tendenziell länger (mit Ausnahme vielleicht von Nr.20) und damit selbständiger.

      Ich persönlich habe beim Hören wie beim Lesen Probleme mit Nr.5 sowie mit Nr.21, die ich beide einfach noch nicht verstehe. Was die Etudenhaftigkeit mancher Nummern angeht, lohnt es sich, glaube ich, über die Herkunft des Begriffes Prelude (nämlich vom barocken Präludium) nachzudenken. Da lassen sich, glaube ich, Parallelen finden, die zum Verständnis mancher Preludes hilfreich sein können.

      Gruß Absolut

      PS: Ich wäre sehr dankbar, wenn jemand mir computer-unbegabtem Neuling kurz erklären könnte, wie man eine Antwort mit Zitat erstellt. Bin da grandios gescheitert. ?(
      Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit! (Hans Pfitzner)
    • RE: Chopin - Die Preludes

      Original von Absolut
      Hallo Andreas,

      danke für Deine rasche Antwort. Ich war mir gar nicht so sicher, ob dieser Faden überhaupt noch "lebt". :D


      Doch, doch.... sonst hilft auch Wiederbeleben!


      PS: Ich wäre sehr dankbar, wenn jemand mir computer-unbegabtem Neuling kurz erklären könnte, wie man eine Antwort mit Zitat erstellt. Bin da grandios gescheitert. ?(


      Schau mal hier in den Mitgliederbereich.
      Dort finden sich zahlreiche Erklärungen wie zu Deiner Frage!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum


    • Die läuft bei mir gerade, zum zweiten Mal heute. Sie ist m.E. richtig gut, sehr elegant und trotzdem leidenschaftlich ! Nunmehr meine vierte CD von Lugansky: Seinen Beethoven fand ich nicht ganz so gelungen, die Prokofiev-Scheibe schon besser. Seine Rachmaninov-Aufnahme mit den Études-Tableaux ist fantastisch, ebenso diese Chopin-Préludes! Er spielt auch mein Lieblings-Nocturne op. 27 Nr. 2 – sehr innig, ganz wunderschön!

      Gruß, Cosima
    • Original von Cosima


      Die läuft bei mir gerade, zum zweiten Mal heute. Sie ist m.E. richtig gut, sehr elegant und trotzdem leidenschaftlich ! Nunmehr meine vierte CD von Lugansky: Seinen Beethoven fand ich nicht ganz so gelungen, die Prokofiev-Scheibe schon besser. Seine Rachmaninov-Aufnahme mit den Études-Tableaux ist fantastisch, ebenso diese Chopin-Préludes! Er spielt auch mein Lieblings-Nocturne op. 27 Nr. 2 – sehr innig, ganz wunderschön!

      Gruß, Cosima


      Glaube Lugansky ist einer der wirklich nennenswerten jungen Pianisten.
      Sein Beethoven ist auch richtig gut.
      Sollte mal die Preludes hören!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Ich hab heute bunt gemischt nochmal verschiedene Prelude-Aufnahmen (teilweise) angehört, es ist einfach faszinierend, wie sich mitunter je nach Interpret in wenigen Minuten völlig verschiedene Welten auftun. Da wird manchmal sogar die Melodie woanders gesehen, die Betonung ist völlig neu und das Tempo variiert gespenstisch.

      Was mir dabei so aufgefallen ist: Bei den Prelude - Einspielungen mag ich eigentlich fast nur die modernen Interpretationen anhören, irgendwie langweilen mich die alten bzw. mittelalten Aufnahmen fast alle. Aber Demidenko, Blecharcz, Pogorelich, Sokolov - das ist einfach zauberhaft, was die daraus machen, dieses expressive und ziemlich irre Wechselspiel zwischen ausgelassen-wild und lyrischem Gesang, das berührt mich ungeheuer.
      Heike
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Heike ()

    • Lieber siamak,

      ich habe inzwischen die Homepage der DGG konsultiert, da gibt man jedoch das Aufnahmejahr 1955 an. Die 4 Balladen wurden bereits in VOL II - Gulda der Serie "Great Pianists of the 20th Century veröffentlicht, es sind auch live-Aufnahmen (aus Triest 1955). In derselben DCD wie auch in der Neuausgabe der DGG findet sich auch die Aufnahme des 1. Chopin-Konzerts mit Sir Adrian, aber in einem mir sonst nirgends noch bekannten Arrangement von Mili Balakirev!! Ich bereite gerade eine neue WEb-Seite in klassik-prisma.de mit Chopins 1.Konzert vor, da werde ich mich dann genauer zu dieser Bearbeitung äußern.

      Gruß Amadé
    • Hallo,

      da ich mich mit Klaviermusik nicht ganz so gut auskenne wie beispielsweise bei Orchestermusik frage ich mal so die Klavierexperten hier im Forum, welche neueren Aufnahmen von Chopins Preludes besonders zu empfehlen sind, weil ich mit dem Gedanken spiele, mir eine Aufnahme zuzulegen.

      Im Internet las ich zwar schon, dass die Aufnahmen von z. B. Pollini, Pogorelich, Lugansky, Demidenko etc. viele positive Kritiken bekamen aber gibt es eine Aufnahme, die man jemanden wie mich, der dieses Werk kaum bis gar nicht kennt, unbedingt empfehlen würde ?

      Im voraus schon mal besten Dank.

      Gruß
      Armin
    • Mir gefallen am besten:
      Demidenko, Sokolov, Pogorelich und Blecharz.
      Jede Aufnahme ist völlig anders, eigentlich mag ich an den Preludes genau diesen Vergleich zwischen den Interpretationen besonders. Daher fällt es mir schwer, einen Favoriten zu nennen unter den 4 genannten - vielleicht doch Demidenko, weil er am radikalsten ist und das finde ich bei diesen Miniaturen ungeheuer spannend.
      Heike
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis
    • Benutzer online 1

      1 Besucher