Chopin - Die Preludes

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    • Original von Heike
      Mir gefallen am besten:
      Demidenko, Sokolov, Pogorelich und Blecharz.
      Jede Aufnahme ist völlig anders, eigentlich mag ich an den Preludes genau diesen Vergleich zwischen den Interpretationen besonders. Daher fällt es mir schwer, einen Favoriten zu nennen unter den 4 genannten - vielleicht doch Demidenko, weil er am radikalsten ist und das finde ich bei diesen Miniaturen ungeheuer spannend.
      Heike


      Danke für den Tipp. Dann werde ich mir mal Herrn Demidenkos Interpretation demnächst zulegen.
    • Original von Amadé
      Nicht so hastig! Mir gefällt nach wie vor die geraffte und doch auch intensive Darstellung mit Martha Argerich, heute in dieser Kopplung preiswert zu erwerben:



      Die Preludes sind so packend so interessant, dass es meist jedoch nicht bei einer Aufnahme bleibt !

      Gruß Amadé


      Keine Sorge, noch habe ich nichts gekauft, bestellt oder downloaded. Ich werde mir sowieso vorher im Internet bzw. im CD-Geschäft einige Aufnahmen probeweise anhören, weil so hilfreich Tipps und Empfehlungen auch sind, letztlich zählt dann doch nur der persönliche Höreindruck.

      Gruß
      Armin
    • Ich habe diese Stücke mit Argerich kennengelernt und das war lange Zeit auch meine einzige Aufnahme. Jedenfalls hörenswert und ich kann auch keine andere ausdrücklich empfehlen. Aber sie ist stellenweise wirklich wahnsinnig schnell unterwegs und es mag durchaus poetischere Lesarten geben. Den Sokolov habe ich noch nicht so lange, finde ich stellenweise seltsam und extrem langsam in den getrageneren Stücken (wie dem Des-Dur); meine anderen sind alle in Boxen und historisch, die taugen zum Einstieg nicht.
      Da in der momentanen Chopin-Angebotswelle auch Pollini, Pogorelich u.a. für einen Zehner zu haben sind, würde ich mehr zum Einstieg jedenfalls nicht ausgeben.

      :hello

      Wooster

      PS: 2001 hat die Preludes in einer anderen Kopplung mit Argerich und die Sonaten auf einer weiteren. Da bekäme man auf zwei CDs für je 5,99 fast alle ihrer Solo-Chopin-Aufnahmen für DG.
      Die beiden Scherzi lohnen nämlich jedenfalls auch!

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    • Original von Armin70
      Hallo,

      da ich mich mit Klaviermusik nicht ganz so gut auskenne wie beispielsweise bei Orchestermusik frage ich mal so die Klavierexperten hier im Forum, welche neueren Aufnahmen von Chopins Preludes besonders zu empfehlen sind, weil ich mit dem Gedanken spiele, mir eine Aufnahme zuzulegen.

      Im Internet las ich zwar schon, dass die Aufnahmen von z. B. Pollini, Pogorelich, Lugansky, Demidenko etc. viele positive Kritiken bekamen aber gibt es eine Aufnahme, die man jemanden wie mich, der dieses Werk kaum bis gar nicht kennt, unbedingt empfehlen würde ?

      Lieber Armin,

      ich kenne leider keine neueren Aufnahmen. Von Blechacz habe ich die Préludes vor ein paar Jahren im Konzert gehört, und die haben mich nicht überzeugt; seine Aufnahme kenne ich nicht.

      Von den Aufnahmen, die ich habe (Serkin, Francois, Bolet, Pollini) und von anderen, die ich gehört habe, gebe ich der von Bolet den Vorzug und würde sie uneingeschränkt empfehlen, ob Einsteigern oder nicht, weil sie die Vorzüge hat, die ich eben besonders schätze; ich habe weiter oben - glaube ich - darüber geschrieben. Sie war mal sehr günstig (für ein paar Euro) in der Reihe "La Collection Classique" von Decca zu haben.

      Beste Grüße,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gamaheh ()

    • lange nichts mehr von den Preludes gehört, jetzt diese mit einer mir bislang unbekannten Künstlerin:



      Das, was als Motto auf der Vorderseite der CD vermerkt ist, "Heart", vermisse ich hier total, Herz, insofern Thema verfehlt, da ich keine Verbindung zwischen Herz und Händen samt Fingern festzustellen vermag. Wenig Esprit, wenig Duft, teilweise zu mechanisch, zu vorsichtig, die Spannung wird nicht immer gehalten.
      Das einzig Interessante an dieser CD ist die Kopplung der 24 Preludes von Chopin mit denen von Scriabin.

      Gruß Amadé
    • Original von Amadé
      lange nichts mehr von den Preludes gehört, jetzt diese mit einer mir bislang unbekannten Künstlerin:



      Das, was als Motto auf der Vorderseite der CD vermerkt ist, "Heart", vermisse ich hier total, Herz, insofern Thema verfehlt, da ich keine Verbindung zwischen Herz und Händen samt Fingern festzustellen vermag. Wenig Esprit, wenig Duft, teilweise zu mechanisch, zu vorsichtig, die Spannung wird nicht immer gehalten.
      Das einzig Interessante an dieser CD ist die Kopplung der 24 Preludes von Chopin mit denen von Scriabin.

      Gruß Amadé


      Wird den wenigstens ein Bezug zwischen den Werken hergestellt?
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von Rachmaninov
      Wird den wenigstens ein Bezug zwischen den Werken hergestellt?


      Scriabins Preludes werden im Konzertsaal sowie auf dem Plattenmarkt meist nur in Häppchen gereicht, und da sind es vor allem die alten Kämpen, die sich ihrer immer wieder angenommen haben: Horowitz und Sofronitzki. Die erste mir bekannte Gesamtaufnahme hat uns Gieseking (!!!!), von dem man dies kaum erwartet hätte, hinterlassen. Mittlerweile kann man auf mehrere Gesamtaufnahmen zurück greifen. Dieselbe Kopplung wie Natalia Nikolai, also Chopin op.28 und Scriabin op.11 bietet der mir nicht bekannte Pianist Boris Schoenleber auf dem Label Kreuzberg an.
      Jetzt zu Deiner Frage: 2 Scriabin Preludes besitzen eine gewisse Ähnlichkeit, oder man hört Anklänge an solche des polnischen Klaviermeisters, es sind diese:
      Scri. Nr.14 es-moll erinnert an Chop.Nr.8 fis-moll und die letzte Scri. Nr.24 d-moll erinnert an Chop. letzte Nr.24 d-moll, allerdings ist Scriabins Prelude viel knapper gearbeitet, eher ein Aphorismus, nicht ein Stück, dass klar den Schluss des Werkes markiert.
      Übrigens verwendet Scriabin dieselben Tonarten in genau derselben Reihenfolge wie Chopin. Inwiefern Frau Nikolai Scriabins Tonfall besser trifft als den Chopins, kann ich noch nicht beurteilen. Subjektiv gehört gefiel mir ihr Vortrag jedoch besser.

      Gruß Amadé
    • Ich grabe aus aktuellem Anlass mal diesen alten Thread wieder aus. Der aktuelle Anlass ist, dass heute diese CD ins Haus geflattert ist:



      Nun habe ich noch keinen richtigen Zugang zu den Préludes gefunden, bin aber nach dem ersten Hören sehr von Anda (und irgendwie auch vom Werk) angetan. Wie dieser Pianist mir überhaupt in der letzten Zeit immer besser gefällt.

      Die Frage ist nun, wie beurteilt ihr ihn denn, gerade auch mit diesem Werk? Mir gefällt hier besonders diese gewisse Art von Selbstverständlichkeit, dieser natürliche Zugriff, ohne dass dabei der Bandbreite der Stücke nicht gerecht wird. Nun kenne ich allerdings kaum andere Aufnahmen und wenn, haben sie mich, wie gesagt, nie so richtig angesprochen.

      Vielleicht findet sich hier ja doch noch einmal ein 'Klavier-Fan', der auch diese Aufnahme kennt.

      :hello Falstaff
    • Lieber Falstaff,

      Ich habe eine andere Aufnahme Andas mit Chopins Préludes Op.28. Es handelt sich um eine Aufnahme des WDR aus den 50er. Die CD wurde von Audite herausgegeben. Anda hat einen wunderbaren Anschlag und interpretiert in einer Mischung aus Analyse und Bewegtheit.

      Tolle Alternativen sind Rubinstein, Pollini, Gulda, Pogorelich, Sokolov, Argerich und Blechacz.

      LG Siamak
    • Bei Geza Anda ist man zunächst tatsächlich immer vom schönen Anschlag gefangen, allerdings ist er mir dann doch oft zu eindimensional. Ich weiß nicht, ob Siamaks Aufnahme dieselbe ist wie die von der DG (gekoppelt mit der der B-Moll-Sonate, gespielt von Tamas Vasary). Vom Alter her könnte es glaube ich passen. Wie die Live-Aufnahme ist, weiß ich leider nicht.
      Bei der DG-Aufnahme jedenfalls missfällt mir bereits das Prelude nr. 1 in C-Dur: zu wenig ist das versetzte Echo in der Oktave der rechten Hand zu hören, auch rauscht das einfach so vorüber und ist mir keine rechte Eröffnung für diesen genialen Zyklus. Ich habe hier immer so meine Stichproben-Stücke: Nr. 1, dann Nr. 3 wegen der linken Hand (das ist schwer zu spielen, und jede Unwucht ist hörbar, ich höre einige bei Anda), Nr. 8 in Fis-Moll: wenns da nicht vor Leidenschaft rauscht, ist es verschenkt, bei Anda höre ich da viel Mittelstimme und ein wenig undefinierbares oben und unten herum, also wenig definierten Diskant und gar keinen Bass, ein Problem, an dem viele Leiden). Nr. 18 in F-Moll heißt nicht umsonst auch "Suizid-Prelude", so muss es dann auch klingen, das Notenbild sieht aus als wäre es ein Expressionistisches Klavierstück. Das spielt Anda gut, aber er scheut noch vor der Klippe, und er rennt in die Schlussakkorde rein wie die meisten... dabei steht davor eine lange Pause... Und dann natürlich das letzte in D-Moll: hier gefällt mir Anda sehr gut, lässt das Feuer voll entfachen.

      Bei den Preludes bleibt mir Martha Argerich nach all den Jahren immer noch die Liebste! Siamaks Empfehlungen kann ich alle voll unterschreiben! Ich möchte noch meinen geliebten Cortot mit empfehlen!

      Herzliche Grüße
      Satie
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • AcomA schrieb:

      Tolle Alternativen sind Rubinstein, Pollini, Gulda, Pogorelich, Sokolov, Argerich und Blechacz.
      Lieber AcomA, ich danke dir für deine Sicht auf Anda. Witzigerweise habe ich sogar die meisten von dir empfohlenen Aufnahmen: Argerich, Rubinstein, Pollini, Blechacz. Aber da ich bislang mit den 'Préludes' nicht so richtig etwas anfangen konnte, habe ich sie aber kaum gehört. Das wird sich jetzt wohl ändern.

      LG Falstaff
    • Satie schrieb:

      Ich habe hier immer so meine Stichproben-Stücke
      Lieber Satie, auch dir Dank für diese Hilfestellung. Ich habe gleich einmal Nr. 1, 3 und 8 verglichen. Also jeweils teilweise Argerich, Francois, Blechacz, Cortot mit Anda. Allerdings weiterhin die '65iger Aufnahme aus Salzburg.

      Bei der Nr. 1 höre ich das Echo bei ihm durchaus (keine Ahnung, wie es in den früheren Aufnahmen klingt), auch wenn es bei Argerich noch ein wenig deutlicher aufscheint. Bei Francois und der Nr.3 fasziniert mich dann wiederum die Klarheit und Exaktheit der linken Hand, die ich so bei Anda nicht höre. Und bei Nr.8 wurstelt Anda, verglichen mit Argerich, immer noch auch im Jahr 1965 a bisserl rum. Es geht doch nichts über das vergleichende Hören. :D

      Trotzdem mag ich die Aufnahme mit Anda, weil er eben diesen empfindsamen und gleichzeitig recht sachlichen Zugang zu Chopin hat. (Aber vielleicht ist insgesamt 1965 ja auch ganz anders als die Aufnahmen aus den Fifties.)

      Und letztlich sind wir ja nicht bei der Olympiade. Es gibt keinen objektiv Besten, sondern nur Aufnahmen, die uns ansprechen, die uns etwas mitteilen oder eben auch nicht.

      Jedenfalls ist nun erstmal Vergleichshören bei mir angesagt. Und da sind deine Hinweise als erste Hilfestellung schon sehr wichtig.

      LG Falstaff
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