Der Tod als Freund? Mozarts Requiem

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    • RE: Das Tuba mirum

      Original von sennahresor
      Original von Carola
      Vor allem über dieses Biber-Requiem würde ich gerne mehr erfahren. Vielleicht hast Du Lust, es im Faden "Requiem-Vertonungen" vorzustellen?

      Es grüßt Dich Carola


      Das kann ich gerne machen; es wird damit aber ein wenig dauern. Ich muß mich da erst noch ein bißchen einlesen.

      Viele Grüße, Hannes



      Klasse! Muss ja auch keine Doktorarbeit sein. Wir kochen hier auch alle nur mit Wasser....

      :hello

      Mit Gruß von Carola
    • RE: Das Tuba mirum

      Original von Carola
      Original von sennahresor
      Original von Carola
      Vor allem über dieses Biber-Requiem würde ich gerne mehr erfahren. Vielleicht hast Du Lust, es im Faden "Requiem-Vertonungen" vorzustellen?


      Das kann ich gerne machen; es wird damit aber ein wenig dauern. Ich muß mich da erst noch ein bißchen einlesen.


      Klasse! Muss ja auch keine Doktorarbeit sein. Wir kochen hier auch alle nur mit Wasser....


      Auch die meisten doctores kochen nur mit Wasser...
      (Das mußte mal gesagt werden :D)

      Um ein bißchen on topic zu werden, ich habe inzwischen Karajan (DG 1962), Walter (CBS/Sony mono ca. 1955) und Scherchen (Westminster stereo ca. 1958) gehört. Ohne ein abschließendes Urteil fällen zu wollen, die einzige wirklich hörenswerte davon finde ich Scherchen. Aber die ist ungewöhnlich und dem Anfänger empfehlen würde ich sie nicht. Karajan finde ich ziemlich grausig, sein typischer Klangmatsch (besonders wenn man die HIP-Lesarten im Ohr hat). Walter mag einige Meriten haben, aber der Chor ist noch viel schlechter als bei Karajan, auch der Klang insgesamt ist nicht sehr gut. Scherchen ist wie man es von ihm kennt, radikal, teilweise ultra langsam (7 min Introitus, 3 min Kyrie usw.), dann wieder sehr schnell (Dies irae, Rex tremendae maiestatis). Der Chor ist ebenfalls sehr schrottig, die Solisten aber sehr gut. Aber das Klangbild ist trotz des insgesamt schlechteren Klangs vom Karajanschen Brei weit entfernt, Trompeten, Pauken und Posaunen setzen Akzente, das Ganze wirkt engagiert und dramatisch, trotz all der Mängel und einiger fragwürdiger Tempi.
      Man vergleiche einfach mal Details wie die Streicherfigur bei "et lux perpetua". Karajan scheint nur zwei Artikulationen zu kennen, legato und ein sehr breites, verschwommenes non-legato, dazu ist der Klang extrem streicherdominiert, der verwaschene Chor und das Klangbild insgesamt tun ihr Übriges. Nicht mein Fall.

      :hello

      J Bristow
    • RE: Das Tuba mirum

      Original von Jack Bristow

      ... Karajan finde ich ziemlich grausig, sein typischer Klangmatsch (besonders wenn man die HIP-Lesarten im Ohr hat).

      ....Man vergleiche einfach mal Details wie die Streicherfigur bei "et lux perpetua". Karajan scheint nur zwei Artikulationen zu kennen, legato und ein sehr breites, verschwommenes non-legato, dazu ist der Klang extrem streicherdominiert, der verwaschene Chor und das Klangbild insgesamt tun ihr Übriges. Nicht mein Fall.

      :hello

      J Bristow


      So gerne ich die Karajan-Aufnahme verteidigen würde - unterm Strich muss ich Dir wohl recht geben, Jack. Vor allem auch, wenn ich an die Aufnahme mit Böhm denke, die ist zwar ebenfalls schön "altmodisch" und noch ganz und gar unbeleckt von der historischen Aufführungspraxis - aber sie ist eben kein "Klangmatsch", sondern klingt machtvoll und würdig - einer Totenmesse angemessen.

      Ganz vergessen zu erwähnen habe ich bisher diese Aufnahme mit Barenboim:



      Diese Aufnahme, 1984 entstanden, geht nach meinem Eindruck einen guten, gelungenen Mittelweg zwischen dem "Klangbrei" Karajans und den Überspitzungen Harnoncourts.

      Mit Gruß von Carola
    • Mozart's Requiem - der größte Mythos der Musikgeschichte

      Ich wundere mich, warum es hier noch keinen eigenen Thread zu dem Requiem von Mozart gibt! Für einige ist es das größte Werk aller Zeiten, für andere wiederum ist es die Vollendung des Schaffens des großen Meisters und für viele ist es einfach nur wunderschöne Musik....


      :down :down :down

      doch was macht dieses Werk so einzigartig? Ist es der niemals aufhörende Mythos, der es umgibt? Nicht erst seit dem Film "Amadeus" ranken sich die Gerüchte darüber, dass es Salieri war, der das Werk bei Mozart in Auftrag gab und der ihn dann letztendlich von dieser Erde gingen liess. Bereits Pushkin liess die makabre Legende in seinem Poem "Mozart und Salieri" von 1830 aufleben. Diese Version der Entstehungsgeschichte stützt sich allerdings lediglich auf einen nur in zwei Abschriften überlieferten Brief und einige zweifelhafte Aussagen von Mozart's Witwe. Schliesslich hatte es Salieri in seiner Position gar nicht nötig, Mozart finanziell und künstlerisch zu neiden. Immerhin weiss man heute, dass der Graf Franz von Walsegg-Stuppach im Sommer 1791 bei Mozart eine Seelenmesse für seine zuvor verstorbene Frau bestellt hatte. Er plante jedoch, die Partitur abzuschreiben und als sein eigenes Werk herauszugeben und wollte demzufolge anonym bleiben. Noch auf dem Totenbett gab Mozart seinem Schüler Franz Xaver Süssmayr letzte Anweisungen, wie die Komposition zu vollenden wäre. Allerdings trat Constanze Mozart zunächst an andere Schüler wie Freystädtler und Eybler heran, die das Werk vollenden sollten. Jedoch war es letztendlich doch Süssmayr, der das Requiem vollendete. Dessen Fassung ist auch heute noch die Meistgespielteste. Seit einiger Zeit macht jedoch die Fassung des Pianisten Robert D. Levin auf sich aufmerksam, der im Jahr 1991 beauftragt wurde, das Werk zu vollenden. Diese Fassung zeichnet sich durch eine transparentere Führung der Streicher sowie durch wesentliche Veränderungen der Amen-Fuge aus.

      Meine bevorzugten Aufnahmen sind:





      und den Solti erwarte ich sensüchtigst :engel
    • RE: Mozart's Requiem - der größte Mythos der Musikgeschichte

      Lieber Jeremias,

      schön, daß Du diesen Faden begonnen hast. Es ist in der Tat ein Werk, das ich auch sehr mag und in dem ich vor langer Zeit, als ich noch eine Stimme hatte, diverse Male in einem Chor die Altstimme mitgesungen habe.

      Meine favorisierte Version ist

      In girum imus nocte et consumimur igni.
    • RE: Mozart's Requiem - der größte Mythos der Musikgeschichte

      Lieber Jeremias,

      schön, daß Du diesen Faden begonnen hast. Es ist in der Tat ein Werk, das ich auch sehr mag und in dem ich vor langer Zeit, als ich noch eine Stimme hatte, diverse Male in einem Chor die Altstimme mitgesungen habe.

      Meine favorisierte Version ist

      In girum imus nocte et consumimur igni.
    • RE: Mozart's Requiem - der größte Mythos der Musikgeschichte

      Lieber Jeremias,

      schön, daß Du diesen Faden begonnen hast. Es ist in der Tat ein Werk, das ich auch sehr mag und in dem ich vor langer Zeit, als ich noch eine Stimme hatte, diverse Male in einem Chor die Altstimme mitgesungen habe.

      Meine favorisierte Version ist



      herausgegeben von C.R.F. Maunder. Diese Version läßt das Sanctus, Hosianna und Benedictus von Süssmayr ersatzlos aus, ebenso dessen Beendigung des Lachrymosa, die Maunder mit einer Rekapitulierung des Te decet hymnus aus dem Introitus und einer Amen Fuge, deren Manuskript vor nicht allzu langer Zeit (sub specie aeternitatis) entdeckt wurde, ersetzt. Die Orchestrierung ist auch überarbeitet worden auf der Basis einer intensiven Lektüre der Zauberflöte und La clemenza di Tito. Usw., mehr im Beiheft...

      Großartige Solisten: Emma Kirkby, Anthony Rolfe-Johnson, Carolyn Watkinson, David Thomas (Stammpersonal der Academy of Ancient Music) (1983).

      Konventionelle Versionen, die ich mag, sind



      N.Y. Philharmonic, Bruno Walter, Seefried, Tourel, Simoneau, Warfield (?)



      (Wiener Philharmoniker, I. Kertesz, Ameling, Horne, Benelli, Franc - 1966),



      Münchner Bach-Chor und -Orchester, Karl Richter, Stader, Töpper, van Kesteren, Kohn (1961).

      Grüße,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.
    • @jeremias:

      lisa und ich haben gestern noch mal ausführlich das Requiem gehört, nachdem wir diese Aufnahme von Karajan unter dem Christbaum gefunden haben:



      obwohl der Karajan sich geradezu sensibel zurückhält gefällt uns die mächtige und wuchtige Aufnahme von Sir Colin Davis doch immer noch am besten. Da kommt Gänsehaut auf!

      Wir haben noch das Confutatis und das Lacrimosa von Peter Schreier mit der Staatskapelle Dresden gefunden - wer kann denn dazu etwas sagen. Die beiden Stücke jedenfalls sind auch sehr imposant dargeboten.

      Wie ist denn der Böhm im Vergleich zum Karajan?

      Gruss
      Walter
    • @jeremias:

      lisa und ich haben gestern noch mal ausführlich das Requiem gehört, nachdem wir diese Aufnahme von Karajan unter dem Christbaum gefunden haben:



      obwohl der Karajan sich geradezu sensibel zurückhält gefällt uns die mächtige und wuchtige Aufnahme von Sir Colin Davis doch immer noch am besten. Da kommt Gänsehaut auf!

      Wir haben noch das Confutatis und das Lacrimosa von Peter Schreier mit der Staatskapelle Dresden gefunden - wer kann denn dazu etwas sagen. Die beiden Stücke jedenfalls sind auch sehr imposant dargeboten.

      Wie ist denn der Böhm im Vergleich zum Karajan?

      Gruss
      Walter
    • Hallo!

      Ich liebe dieses Werk über alle Maßen! :down







      Am Besten gelungen finde ich das Requiem 626 unter Böhm! Und damit meine ich beide Einspielungen, die von der Platte und die von der DVD! woran das wohl liegt? :wink Nein! Es ist nicht weil ich Böhm mag, sondern weil er es im Gegensatz zu diesen anderen Herren wirklich hervorragend macht!
      Abbado, Schreier, Walter, Wolfrum sind nicht im geringsten konkurrenzfähig!
      Überall vermisse ich diese atemberaubende Dramatik, welche leider nur böhm zu erzeugen versteht! Abbados Aufnhamen sind viel zu schnell, das gesamte Requiem über! Schreier und Wolfrum lassen keine Leidenschft aufkommen! Nichts fesselndes in Ihren Aufnahmen! Bei Schreier kann ich mittlerweile sagen, das es bestimmt nur wenige Aufnahmen gibt, welche teilnahmsloser aufgenommen wurden! X(
      Bernsteins Interpretation wäre die einzige die mich noch reizen würde, da ich viel Gutes über seine Spätere Aufnahme gehört habe! Und eventuell eine von Karajans Einspielungen.


      Gruß
      Daniel
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)
    • Hallo!

      Ich liebe dieses Werk über alle Maßen! :down







      Am Besten gelungen finde ich das Requiem 626 unter Böhm! Und damit meine ich beide Einspielungen, die von der Platte und die von der DVD! woran das wohl liegt? :wink Nein! Es ist nicht weil ich Böhm mag, sondern weil er es im Gegensatz zu diesen anderen Herren wirklich hervorragend macht!
      Abbado, Schreier, Walter, Wolfrum sind nicht im geringsten konkurrenzfähig!
      Überall vermisse ich diese atemberaubende Dramatik, welche leider nur böhm zu erzeugen versteht! Abbados Aufnhamen sind viel zu schnell, das gesamte Requiem über! Schreier und Wolfrum lassen keine Leidenschft aufkommen! Nichts fesselndes in Ihren Aufnahmen! Bei Schreier kann ich mittlerweile sagen, das es bestimmt nur wenige Aufnahmen gibt, welche teilnahmsloser aufgenommen wurden! X(
      Bernsteins Interpretation wäre die einzige die mich noch reizen würde, da ich viel Gutes über seine Spätere Aufnahme gehört habe! Und eventuell eine von Karajans Einspielungen.


      Gruß
      Daniel
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)
    • Original von daniel5993
      Hallo!

      Ich liebe dieses Werk über alle Maßen! :down







      Am Besten gelungen finde ich das Requiem 626 unter Böhm! Und damit meine ich beide Einspielungen, die von der Platte und die von der DVD! woran das wohl liegt? :wink Nein! Es ist nicht weil ich Böhm mag, sondern weil er es im Gegensatz zu diesen anderen Herren wirklich hervorragend macht!
      Abbado, Schreier, Walter, Wolfrum sind nicht im geringsten konkurrenzfähig!
      Überall vermisse ich diese atemberaubende Dramatik, welche leider nur böhm zu erzeugen versteht! Abbados Aufnhamen sind viel zu schnell, das gesamte Requiem über! Schreier und Wolfrum lassen keine Leidenschft aufkommen! Nichts fesselndes in Ihren Aufnahmen! Bei Schreier kann ich mittlerweile sagen, das es bestimmt nur wenige Aufnahmen gibt, welche teilnahmsloser aufgenommen wurden! X(
      Bernsteins Interpretation wäre die einzige die mich noch reizen würde, da ich viel Gutes über seine Spätere Aufnahme gehört habe! Und eventuell eine von Karajans Einspielungen.


      Gruß
      Daniel


      Hallo Daniel

      Heute erst gesehen alle Achtung schon einige Aufnahmen. Ich glaube da kommt bald noch eine dazu.
      Lass dich überraschen!!

      Gruß Andy
    • Original von daniel5993
      Hallo!

      Ich liebe dieses Werk über alle Maßen! :down







      Am Besten gelungen finde ich das Requiem 626 unter Böhm! Und damit meine ich beide Einspielungen, die von der Platte und die von der DVD! woran das wohl liegt? :wink Nein! Es ist nicht weil ich Böhm mag, sondern weil er es im Gegensatz zu diesen anderen Herren wirklich hervorragend macht!
      Abbado, Schreier, Walter, Wolfrum sind nicht im geringsten konkurrenzfähig!
      Überall vermisse ich diese atemberaubende Dramatik, welche leider nur böhm zu erzeugen versteht! Abbados Aufnhamen sind viel zu schnell, das gesamte Requiem über! Schreier und Wolfrum lassen keine Leidenschft aufkommen! Nichts fesselndes in Ihren Aufnahmen! Bei Schreier kann ich mittlerweile sagen, das es bestimmt nur wenige Aufnahmen gibt, welche teilnahmsloser aufgenommen wurden! X(
      Bernsteins Interpretation wäre die einzige die mich noch reizen würde, da ich viel Gutes über seine Spätere Aufnahme gehört habe! Und eventuell eine von Karajans Einspielungen.


      Gruß
      Daniel


      Hallo Daniel

      Heute erst gesehen alle Achtung schon einige Aufnahmen. Ich glaube da kommt bald noch eine dazu.
      Lass dich überraschen!!

      Gruß Andy