Streichquartett-Ensembles: wer spielt HIP?

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    • Salomon-Quartett, Quatuor Mosaiques wären HIP Quartette, dann das Kuijken-Quartett, und das von Anner Bilsma, dessen Name mir grad nicht einfällt.
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Danke für die Hinweise.

      Habe jetzt mal nachgesehen, was es für Infos über das mir bis jetzt unbekannte Salomon-Quartett gibt.

      The Salomon Quartet was formed in 1982 as one of the first string quartets playing music of the classical period on authentic instruments and informed by historical scholarship.
      1982 erst ist man auf diese Idee gekommen? Das tut weh.

      Das Cello ist, laut Wikipedia, von 1791, was ich besonders gut finde. In der Diskography ist leider noch kein Schubert dabei, da hoffe ich mal auf eine Einspielung.
      Ich sehe auch, die haben die kleine Nachtmusik von Mozart mit Christopher Hogwood aufgenommen, dessen Name mir schon öfter begegnet ist auf YouTube bei "period instruments"-Einspielungen.



      LG,
      Hosenrolle1
    • Salomon-Quartett finde ich persönlich öde. Die Aufnahmen von Quatuor Mosaiques sind - im Gegensatz zu vielen ihrer Konzerte - durchaus empfehlenswert.

      Bei cpo gabs auch das Ensemble The Revolutionary Drawing Room. Viele lieben Haydn mit dem Quatuor Festetics, das oft für als Referenzeinspielung bezeichnet wird. Auch das Kuijken String Quartet wäre zu nennen und jedefals Hausmusik London, die auch in erweiterten Besetzungen spielen. Bei Hungaroton klingen vorzüglich im Ohr das Authentic Quartet :hello
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Das klingt ja schon gut :)

      Auf das Quatuor Mosaiques bin ich heute schon gestoßen auf YouTube, als ich nach "Schubert death maiden period instruments" gesucht habe. Die Frage ist halt, ob da wirklich historische Instrumente bzw. Nachbauten davon gespielt werden, mit Darmsaiten, oder ob man einfach moderne Saiten ein bisschen runtergestimmt hat, oder so.

      Ich schaue dann auch immer, ob ich Bilder der Quartette sehe, wo man die Saiten gut sieht, aber beim Quatuor Mosaiques habe ich keines gefunden, wo ich zweifelsfrei sagen konnte, dass das Darmsaiten sind.

      Ich werde mir im Laufe des Tages deine Vorschläge auch noch ansehen!




      LG,
      Hosenrolle1
    • In der Tat hinkt die Originalklangbewegung bei den Streichquartetten gewaltig hinterher. Ich glaube bei Beethoven gibt es unter den Dutzenden von kompletten Zyklen immer noch keinen mit Originalinstrumenten. Gerade bei Quartetten, wo die Klangfarbenvielfalt im Vergleich zum Orchester reduziert ist, sind die Unterschiede gewaltig. Der Obertonreichtum, der "tiefergelegte" Klang (insofern auch der Kammerton nach HIP eingestellt wird) und die durch das Vibrato-arme Spiel gesteigerte Transparenz sind für mich klar vorzuziehen.

      Ensembles die ich ergänzen möchte: casalQuartett (CH), Quartetto di Cremona, Quatuor Festetics, Quatuor Terpsycoedes, Smithson Quartet, Amsterdam String Quartet. Viel Gutes gehört (aber noch nicht selbst gehört) habe ich über das Quatuor Turner.

      Interessant sind auch die Hybriden, die zwar moderne Instrumente verwenden, aber mit historisch informierter Phrasierung und Artikulation, sehr sparsamem Vibrato und dem tieferen Kammerton originalgetreu spielen. Hier fällt es bisweilen nicht leicht, das auseinanderzuhören. Ich denke an das Buchberger-Quartett oder das Quatuor Elysée.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cetay ()

    • ab schrieb:

      Salomon-Quartett finde ich persönlich öde. Die Aufnahmen von Quatuor Mosaiques sind - im Gegensatz zu vielen ihrer Konzerte - durchaus empfehlenswert.

      Bei cpo gabs auch das Ensemble The Revolutionary Drawing Room. Viele lieben Haydn mit dem Quatuor Festetics, das oft für als Referenzeinspielung bezeichnet wird. Auch das Kuijken String Quartet wäre zu nennen und jedefals Hausmusik London, die auch in erweiterten Besetzungen spielen. Bei Hungaroton klingen vorzüglich im Ohr das Authentic Quartet :hello
      The Revolutionary Drawing Room habe ich glatt vergessen. Deren Boccherini-Einspielungen wären geeignet, den als etwas schnarchig verkannten Italiener zu rehabilitieren. Für Haydn mit dem Quatuor Festetics konnte ich mich dagegen nie erwärmen.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Hosenrolle1 schrieb:

      Das klingt ja schon gut :)

      Auf das Quatuor Mosaiques bin ich heute schon gestoßen auf YouTube, als ich nach "Schubert death maiden period instruments" gesucht habe. Die Frage ist halt, ob da wirklich historische Instrumente bzw. Nachbauten davon gespielt werden, mit Darmsaiten, oder ob man einfach moderne Saiten ein bisschen runtergestimmt hat, oder so.

      Ich schaue dann auch immer, ob ich Bilder der Quartette sehe, wo man die Saiten gut sieht, aber beim Quatuor Mosaiques habe ich keines gefunden, wo ich zweifelsfrei sagen konnte, dass das Darmsaiten sind.

      Ich werde mir im Laufe des Tages deine Vorschläge auch noch ansehen!




      LG,
      Hosenrolle1
      Wäre mir neu, dass man sowas macht. Das klingt nicht mehr, weil die Saite dann zu wenig Spannung hat.
      "Wir können genauso gut unsere Geigen nehmen und sie mit unseren Knien zerbrechen." (Fritz Kreisler über Jascha Heifetz)
    • Ich fasse einmal zusammen:


      Salomon Quartett
      Quatuor Mosaiques
      Kuijken Quartett
      Quatuor Festetics
      Hausmusik London
      Authentic Quartet
      casalQuartett
      Quartetto di Cremona
      Quatuor Festetics
      Quatuor Terpsycoedes
      Smithson Quartet
      Amsterdam String Quartet
      Quatuor Turner


      Woher weiß man eigentlich, dass die genannten wirklich HIP spielen? Ich nehme an, dass solche Dinge in den seltensten Fällen aus den Booklets hervorgehen. Wenn es hoch kommt, wird dort vermutlich stehen "Spielen auf historischen Instrumenten", und das war´s. In welcher Stimmung, auf welchen Saiten etc. nicht mehr.



      LG,
      Hosenrolle1
    • Na gut, man hört natürlich nicht alles...
      Man korrigiere mich: die Instrumente, die verwendet werden, sind tendenziell alte, bzw. hat sich rein bautechnisch nicht viel geändert nach dem 18. Jahrhundert, oder? Ob Darmsaiten drauf sind meine ich hörend erschließen zu können, und wenn ich mich vertue, dann gratuliere ich dem Quartett erst recht. Stimmung istbeim Streichquartett Nebensache, da es kein Repertoire vor Wiener Klassik gibt, außerdem kann mir kein Quartett erzählen, es spiele die ganze Zeit exakt in Neidhardt 3. Originale Därme aus dem 18. Jh. können sie nicht nehmen, ich denke, die Bogenbehaarung und das Kolophonium werden auch jüngeren Datums sein, so wie die Interpreten eventuell auch. Also?
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Ich schmeiße noch ein paar Namen in die Runde:

      The New Esterházy Quartet
      Schuppanzigh Quartet
      London Haydn Quartet
      Cambini-Paris Quartet
      Edding Quartet

      Alle garantiert im Darm verwurstet. Die letztgenannten haben sich damit an die Große Fuge gewagt.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Satie schrieb:

      Das hört man...?
      Das stimmt schon, sowas müsste man schon hören.

      Problematisch ist es aber, wenn man beispielsweise im Laden steht, eine CD in der Hand hält und nicht reinhören kann; da wäre ein Hinweis m.E. schon gut, denn dass bei entsprechenden Stücken auf entsprechenden Instrumenten mit Darmsaiten gespielt wird ist leider nicht die Norm heutzutage. Noch nicht mal im Booklet wird man Hinweise dazu finden, selbst auf den Webseiten dieser Ensembles steht eigentlich nie etwas über die verwendeten Saiten. Wenn ich dort steht mit einer CD, die interessant aussieht, denke ich nun daran, wie ich sie kaufe, daheim anhöre, und mir dieser metallische Klang entgegen schalmeit - da ist mir das Risiko doch zu groß.



      LG,
      Hosenrolle1